Individualistenmüsli und Orangenabo

Wir sind die sogenannten ‚digital natives‘. Wir posten und liken – und wir shoppen im Internet. Längst kommen viele Güter, die im Netz in virtuelle Einkaufswägen gelegt werden, per Paketdienst nach Hause. Bücher, CDs, Filme, Kleidung, … Und unser Essen?

Individualistenmüsli und Orangenabo

Freie Wahl!? Individuelles Müsli aus dem Netz (© Rainer Sturm/pixelio.de)

Auch Nahrungsmittel können vermehrt im Internet gekauft werden. Bekannt ist mittlerweile Mymuesli.de. Ob zwischen fertig gemischten Sorten, die es in fast keinem Laden zu kaufen gibt (seit Neuestem gibt es mymuesli-Läden), oder eigenen Kreationen mit Zutaten, die kaum in einem ‚normalen‘ Müsli zu finden sind – hier kann der Kunde mehr, als nur wählen. Und durch die Möglichkeit, ein individuelles Müsli zu kreieren, bekommt er eben das Gefühl von Individualität. Er ist nicht mehr einer unter vielen, die alle zum gleichen Produkt im Regal greifen. Nein! Sein Produkt ist einzigartig, wie er selbst. Wie viele andere auf die Idee gekommen sind, gerade diese Zutaten zu mischen, ist dabei nebensächlich. Der Kunde hat gewählt, hat bestimmt und fühlt sich darum auch verstanden. Dass die Zutaten bei Mymueslie dabei aus biologischem Anbau stammen, sorgt dann noch für ein gutes Gewissen.

Der Trick ist mittlerweile weit verbreitet. Mischen kann man bei Green Cup Coffee zwar nicht, aber aus so exklusiven Sorten mit scheinbar unglaublichen Geschmäckern wählen, sodass ein Hauch von Luxus in der Luft liegt. Kaffee, der nach Schokolade oder Vanille schmeckt – und das von Natur aus – klingt einfach ein bisschen besonders. Die gesündere Alternative ist dann der selbstgepresste Orangensaft mit den frischen Orangen von OH!Saft. Monatlich im Abo kommen die Früchte nach Hause, die Saftpresse wird gestellt und los geht’s.

Individualistenmüsli und Orangenabo

Was per Post kommt, muss nur noch zubereitet werden: bei Hello Fresh (Foto: T. Gartner)

Ähnlich funktioniert auch Hello Fresh. Wöchentlich werden hier Lebensmittel samt Rezepte verschickt. Das lange Suchen im Supermarkt ist passé, der ewige Entscheidungskampf um das Abendessen erübrigt sich, gekocht wird, was auf dem Plan steht. Zwischen verschiedenen Kochboxen ist zu wählen, die Zutaten kommen per Post, nur gekocht werden muss noch. Mit der Obstbox ist dann auch für den Hunger zwischendurch gesorgt. Obwohl Naschkatzen vielleicht eher auf knusperreich.de klicken werden – Da gibt es feine Bio-Kekse in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Die Individualisten können ihre eigene Wunschdose kreieren, einfachere Gemüter greifen gleich zur Lieblingssorte.

Vom Orangensaft und Frühstücksmüsli bis zum Vollwert-Abendessen mit Obstzwischenmahlzeit und Keksnachtisch, auch unser Essen kann heute vollständig im Internet bestellt werden. Der Schein von mehr Individualität wird gewahrt, wir können – theoretisch – immer mehr variieren. Wir sind bio und ökologisch, leben gesund und genießen dabei. Klingt irgendwie zu gut, um wahr zu sein. Dafür darf das Bio-Essen aus dem Netz auch mehr kosten und ist nicht wirklich für jeden erschwinglich. Andere könnten bemängeln, dass es gar nicht so ökologisch ist, Nahrungsmittel mit dem Paket-LKW kommen zu lassen, wenn ein Gemüsegeschäft mit Erzeugnissen aus der Region gleich um die Ecke ist. Zu meckern finden wir doch immer etwas, beim Internetessen oder den Produkten aus dem Garten. Wichtig ist am Ende doch nur, dass es schmeckt. Und über Geschmack lässt sich eben nicht streiten. Guten Appetit.

Vorschau: Alexandra schreibt nächste Woche über den ganz normalen haarigen Wahnsinn.

Weil selbstgemacht einfach besser schmeckt: Cupcakes mit cremigem Deko-Häubchen

Spätestens seit die neue Erfolgsserie 2 broke girls bei uns an den Start gegangen ist, kennt man auch in Deutschland die köstlichen Leckereien. Cupcakes – zu Deutsch: Tassenkuchen – ist der neue Backtrend aus den Staaten. Die Muffin-ähnlichen Süßwaren sind auf Festen der absolute Renner. Und das aus gutem Grund. Denn was einen Cupcake von einem herkömmlichen Muffin unterscheidet ist das cremige Deko-Häubchen obenauf. Im Original „Frosting“ genannt, bietet es eine Vielfalt von geschmacklichen und farbigen Variationen und ermöglicht so die individuelle Gestaltung der Naschereien. Und das Beste daran: Mit einem einfachen Grundrezept lassen sich – durch kleine Änderungen – eine Fülle verschiedener Geschmäcker kreieren. So ist für jeden etwas dabei und das Rezept wird nicht langweilig.

Zutaten

Teig

  • 100g Butter
  • 150g Zucker
  • 75g Kakaopulver
  • 2 Eier
  • 130ml Milch
  • 100g Mehl
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 1 Teelöffel Vanilleextrakt
  • Messerspitze Salz

Frosting

  • 125g Butter oder 200g Mascarpone oder 200g Frischkäse
  • 200g Puderzucker
  • Zitronensaft

Zubereitung

1. In einer Schüssel die sehr weiche Butter mit dem Zucker und dem Kakaopulver verrühren. Zu der cremigen Masse zwei Eier dazugeben und mit etwa 130ml Milch vermischen bis sich alles zu einem emulgierten Teig verbunden hat. In einer zweiten Schüssel Mehl, Backpulver, Salz und Vanilleextrakt mischen und unter ständigem Rühren langsam in die erste Schüssel geben.

2. Die Förmchen mit dem fertigen Teig bis zur Hälfte befüllen. Der Teig geht im Ofen noch auf und da man dem Cupcake im Anschluss noch eine Frosting-Haube aufsetzen möchte, ist eine gerade Oberfläche wünschenswert. Unbedingt sollte auch darauf geachtet werden, dass man die Papierförmchen mit einem Muffinblech stabilisiert. Wird keines benutzt, riskiert man ein Backofen-Teig-Dilemma, denn die Papierform allein reicht nicht aus, um den flüssigen Teil in Position zu halten.

3. Während der Teig bei 160 Grad Umluft 15 bis 20 Minuten fertig backt, – die Backzeit variiert je nach Förmchengröße – kann das Frosting für das Deko-Häubchen vorbereitet werden. Hier kommt ein simples Grundrezept zum Einsatz, welches nach Belieben verfeinert werden kann. Hierzu braucht man 125g weiche Butter, – wahlweise auch Frischkäse oder Mascarpone –, 200g Puderzucker und etwas Zitronensaft. Alles zu einer weichen aber stabilen Creme verrühren und nach Belieben mit allerlei Leckereien verfeinern. So können Früchte oder Fruchtsirup dem Frosting die ganz persönliche Note geben, aber auch geröstete Nüsse oder fertige Süßigkeiten, wie Schokoriegel oder Gummibärchen, lösen köstliche Geschmacksexplosionen im Mund aus.

Weil selbstgemacht einfach besser schmeckt: Cupcakes mit cremigem Deko-Häubchen

Lecker: selbstgemachte Schokocupcakes (Foto © Dumat / PIXELIO)

4. Zum Schluss bekommt der abgekühlte Cupcake sein Häubchen aufgesetzt – am besten mit einer Backspritze – und das Dekorieren kann beginnen. Kreative Köpfe können beim Verzieren der Cupcakes ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Denn den Spruch „weniger ist mehr“ gibt es beim Cupcakes-backen nicht!

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr in der Tipps&Tricks-Rubrik wie man Küchenelektrogeräte richtig in Schuss hält.

Kisir – ein türkischer Salat

Kisir ist ein sehr beliebter türkischer Salat, der aufgrund der Hauptzutat auch Bulgursalat genannt wird. Je nach Vorliebe variieren die Zutaten, denn die einen lieben es scharf, andere wiederum mild. Auch in der Zubereitung gibt es viele Möglichkeiten. Im Folgenden wird eine schnelle und leichte Variante der Salatzubereitung vorgestellt.

Kisir - ein türkischer Salat

Zutaten (von links): Granatapfelsirup, Mazola-Öl, Bulgur und scharfes Paprikamark (Foto: Sharifi)

Zutaten:

  • 2 Tassen feiner Bulgur (Weizengrütze)
  • 1,5 Tassen gekochtes Wasser
  • eine halbe Tasse Mazola-Öl
  • ein halbes, kleines Bund Petersilie
  • 1 Bund junger Frühlingszwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2- 3 EL Granatapfelsirup
  • 2- 3 EL scharfe Paprikamark
  • Salz, je nach Geschmack
  • je nach Belieben Peperoni oder Zitronensaft

Zubereitung:

1. In eine Schüssel zwei Tassen Bulgur hineingeben und mit eineinhalb Tassen gekochtem Wasser vermengen. Anschließend etwa 15 Minuten einweichen und erkalten lassen. Sollte der Bulgur nach 15 Minuten nicht weich sein, einfach noch etwas gekochtes Wasser hinzugeben und rühren bis er weich wird.

2. Anschließend etwa zwei Esslöffel scharfes oder auch mildes Paprikamark – je nach Vorliebe – beimischen und das Ganze gut mit den Fingern durchkneten.

3. Nun wird eine halbe Tasse Mazola-Öl und etwas Salz zur Masse hinzugefügt und weiterhin mit den Fingern geknetet.

4. Die Frühlingszwiebeln und auch die Petersilie werden ganz fein gehackt und unter den Salat mit einem Salatlöffel gerührt.

5. Um den Salat zu vollenden, werden zwei bis drei Esslöffel Granatapfelsirup beigemischt, der die bisher herzhafte Schärfe mit einem leicht süßen Geschmack verfeinert.

6. Den fertigen Salat noch etwas in den Kühlschrank stellen, denn kalt schmeckt der Kisir am besten!

Kisir - ein türkischer Salat

Lecker: Der fertige Kisir- Salat! (Foto: Sharifi)

 Tipps:

  • Damit der Salat gelingt, empfiehlt es sich die Zutaten bei einem türkischen Supermarkt zu kaufen. Vor allem kann hier beraten werden, schließlich gibt es unterschiedliche Arten von Bulgur. Daher vor dem Kauf lieber nachfragen, welche Zutaten die Richtigen für den Kisir-Salat sind.
  • Als Serviermöglichkeit bieten sich Kopf- oder Eisbergsalatblätter an, auf denen jeweils ein großer Löffel Kisir platziert wird.

Vorschau: Nächste Woche verraten euch fünf Face2Face-MitarbeiterInnen ihre Haarpflege- und Stylinggeheimnisse.

Knusper, Knusper, Knäuschen

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken, die Plakate für die Weihnachtsmärkte mehren sich und die Regale der Kaufhäuser zeigen seit Monaten Lebkuchen, Spekulatius und Gebäckfeinheiten. Ist es da nicht Zeit, den Ofen anzuschmeißen und eine Ladung auf eigene Faust zu backen?
Was sagt ihr? Arbeit, Dreck, Mühe, wo es doch viel einfacher geht? Aber andererseits … Gibt es nicht auch Einiges, was fürs Selbstbacken spricht? Hier findet ihr fünf gute Gründe.

Knusper, Knusper, Knäuschen

Winterzeit ist Plätzchenzeit: Ab in die Weihnachtsbäckerei (Foto: Lehr)

Zum Ersten: die Tradition. Letzten Freitag war es soweit, und ich wusste nichts davon. Meine Mutter hatte mich morgens abgeholt, damit wir meinen Sohn in den Kindergarten bringen sollten. Doch danach setzte sie mich nicht etwa wieder zu Hause ab, sondern fuhr zu meiner Großmutter. In manchen Situationen ist es besser, nicht so genau nachzufragen, also wartete ich erst mal ab. Meine Oma war schon kräftig am Backen und stach gerade eine Ladung Kokoskringel aus. „Sollen wir die jetzt zuerst backen oder Spritzgebäck machen“, fragte mich meine Mutter aus heiterem Himmel. Ich zuckte mit den Schultern und verkniff mit das „Macht doch, was ihr wollt“, als sie schon ausholte: „Na, wegen dir machen wir doch heute Spritzgebäck.“ Gut zu wissen. Also durfte meine Oma sich mal hinsetzten und ausruhen und meine Mutter weihte mich ein, wie man Spritzgebäck durch den Fleischwolf dreht und richtig portioniert und hübsch angerichtet ausbackt. Ein Gebäck, das seit ich denken kann von unserer Familie gegessen wird und obwohl ich wusste, dass der Fleischwolf da irgendwie seine Zähne mit drin hat, hatte ich es noch nie zuvor gemacht. Letztes Jahr hat meine Oma allen ihren Enkeln ein Weihnachtsbackbuch geschenkt mit ihren eigenen Rezepten. Familiengeheimnis sozusagen, und so was muss doch ausgenutzt werden. Also: Ran an den Herd.

Grund Nummer Zwei: die Zutaten. Mal ehrlich, ich will nicht wissen, was die lieben Backfirmen in die Kekse, die zu Weihnachten in die Regale kommen so alles reinmischen. Irgendwelche Geschmacksverstärker, Zusatzstoffe, Farbstoffe, Konservierungsmittel, und, und, und. Alles Dinge, die nicht so wirklich gut für unsere Körper sind. Wenn ich aber selbst Mehl, Zucker, Nüsse, Eier und Zitronenschale vermische, das Mehl und die Eier vielleicht sogar vom Bauer, die Nüsse aus dem Garten meiner Oma und die Zitrone vom Bäumchen meiner Mama wären, dann gäbe es gar keine Bedenken mehr. Und etwas reduzieren lässt sich das Unwissen über unser Essen auch dann, wenn ich die Zutaten nicht aus dem eigenen Anbau habe, aber selbst vermenge.
Grund Drei: der Spaß. Freud sei Dank. Er hat uns beigebracht, dass wir uns nicht schämen müssen, wenn wir mit Freude im Teig herumkneten, mit Matsch spielen oder die Knete zerquetschen, selbst wenn der innere Trieb wohl etwas ganz anderes zerkneten will, was so gar nicht appetitlich ist. Meine Mutter will immer jeden Teig mit ihrem Thermomix vorkneten, weil sie die Handarbeit nicht mag. Ich aber finde es wirklich toll, mal so richtig Kind sein zu dürfen, und einfach nur zu matschen. Vor allem, wenn dabei so was Leckeres rauskommt.

Knusper, Knusper, Knäuschen

Selbstgemacht: Kein Gebäck ist leckerer (Foto: Lehr)

Vierter Grund: der Teig. Als mein Freund und ichgerade zusammengezogen waren, und ich das erste Mal für uns Weihnachtsgebäck machen wollte, tat er, was alle gerne tun. Er naschte Teig. Mal hier ein bisschen, mal da, mal von meinen Fingern, mal aus der Schüssel, mit Löffel, mit Teigschaber, mit allem, was dazugehört. Ich bin mir nicht mal mehr sicher, ob er mehr Teig vorher schon genascht hatte, als ich später als Kekse auf dem Blech liegen hatte. Die Strafe kam auf dem Fuß, die nächsten drei Tage wollte er kein Plätzchen anrühren, er hatte verdientes, kolossales Weihnachtsbauchweh. Die Masse macht‘s nun mal, aber so ein bisschen Teig naschen, da ein wenig, dort eine Ecke, wer kann dem schon widerstehen. Mein Verlobter hat sich schließlich erholt und wartet jedes Jahr drängelnd, bis ich sein Lieblingsgebäck, die Muscheln meiner Oma mache – die stehen in keinem Backbuch.

Und schließlich last, but not least: der Duft. Eigentlich gehört der Geschmack auch dazu, denn gekauftes Gebäck schmeckt immer gleich, selbst gemachtes schmeckt in Nuancen. Doch der Duft, der Duft von frischgebackenem Gebäck in der Wohnung, der ist einmalig. Er deckt alles zu, sofort wird die Welt weihnachtlich, werden die Lichter heller, die Sterne klarer. Und er macht satt. So schwer und süß, wie er ist, riech ich mich jedes Mal daran satt. Als würde es nicht schon reichen, dass ich in jedem Gebäck die Arbeit sehe, die darin steckt, die Zutaten, aus denen es geworden ist. Selbstgemachte Plätzchen werden die gedankenlos gegessen. Sie machen Freude, schon beim Zubereiten. Und Weihnachten fängt für mich erst an, wenn ich mein Gebäck gebacken habe.

 

Vorschau: Lea schreibt nächste Woche über Veränderungen und das Flügge werden.