Na, noch nicht alle Weihnachtsgeschenke beisammen?

Die Zeit rennt: Wir haben für euch Tipp, wie ihr last Minute an tolle Weihnachtsgeschenke kommt (Foto: T. Gartner)

Die Zeit rennt: Wir haben für euch Tipps, wie ihr last Minute an tolle Weihnachtsgeschenke kommt (Foto: T. Gartner)

Wenn ihr diese Frage mit „Ja“ beantwortet, lautet euer zweiter Vorname mit hoher Wahrscheinlichkeit „Stress“. Aber keine Sorge – ihr habt Glück! Nicht umsonst schreiben wir im Dezember – dem wahrscheinlich stressigsten Monat von allen – zum Thema „Stressbewältigung“. Solltet ihr also noch total ratlos sein, was ihr euren Lieben morgen unter den Christbaum legen wollt, haben wir vielleicht genau das Richtige für euch. Also fix weiterlesen!

Inspiration ist alles

Erstmal: Beruhigt euch bitte – morgen ist ja auch noch ein Tag und weil der 24. Dezember auf einen Montag fällt, haben die meisten Geschäfte auch geöffnet. Ihr seid also nicht dazu verdammt, morgen nur schlecht zusammengenähte Stofftiere und halb zerdrückter Schokoriegel von der Tanke zu verschenken. Wenn euch das jetzt nur mäßig beruhigt, liegt das vermutlich daran, dass euch schlicht und ergreifend die Inspiration für ein passendes Weihnachtsgeschenk fehlt. Wenn man schon mit den besten Absichten Geld für etwas ausgibt, sollte der Beschenkte schließlich auch etwas damit anfangen können. Also: Bevor ihr morgen zwischen Gottesdienst und Weihnachtsessen nochmal losrast, um dann völlig kopflos durch die Stadt zu irren, setzt euch erstmal irgendwo ungestört und so entspannt wie eben möglich hin, atmet ein paarmal tief ein uns aus und startet mit unserer…

Meditation zur Inspiration

Falls ihr euch jetzt fragt, ob wir total verrückt geworden sind, weil wir von euch verlangen, euch im größtmöglichen Stress eine kleine Auszeit in Form einer Meditation zu nehmen, behaupten wir: „nein“. Oft sagen uns Freunde und Familie nämlich sehr genau, was sie sich von uns wünschen – leider aber meistens so beiläufig, dass wir es nicht bewusst wahrnehmen. Also setzt euch hin, schließt die Augen und versucht für einen Moment alle anderen Gedanken loszuwerden und euch nur auf die zu beschenkende Person zu konzentrieren. Öffnet nach ein paar tiefen Atemzügen die Augen und stellt euch nach und nach die folgenden Fragen. Die Antworten könnt ihr euch notieren oder ihr behaltet sie einfach im Kopf:

  • Was macht xy gerne in seiner/ ihrer Freizeit?
  • Wo geht xy gerne hin?
  • Was isst und trinkt xy am liebsten?
  • Was mag xy gar nicht?
  • Erinnerst du dich an euer letztes Treffen? Wann und wo war das?
  • Worüber habt ihr gesprochen?
  • Wo trefft ihr euch häufig und was unternehmt ihr gerne gemeinsam?
  • Hat ihm/ ihr etwas, das du anhattest oder dir gekauft hast, schon mal besonders gut gefallen?

Aus den Antworten müsst ihr anschließend nur noch die „richtigen“ Schlüsse ziehen. Geht ihr zum Beispiel oft ins selbe Café, freut er/ sie sich sicher über einen Wertgutschein oder eine handgeschriebene Einladung zum nächsten Treffen, bei dem die Rechnung auf dich geht. Wenn es eins gibt, was die zu beschenkende Person nicht ausstehen kann, ist es Kälte? Wie wär´s dann mit kuscheligen Socken oder einer Decke? Trinkt die zu beschenkende Person gerne Cocktails, stehen Cocktail-Bücher, Cocktail-Zubehör, wie ein professioneller Shaker, oder ein Cocktail-Kurs zur Auswahl. Ihr seht also: Jede noch so banale Antwort kann zu einer wahren Erleuchtung in Sachen Weihnachtsgeschenk führen. Jetzt aber zu den – vermutlich schon verzweifelt herbeigesehnten – Last-Minute-Geschenkideen.

Selbstgemachtes

Die schönsten Weihnachtsgeschenke sind doch selbst und mit Liebe gemacht, findet ihr nicht? Positiver Nebeneffekt: Dank Upcycling von bereits vorhandenen Materialien oder/ und der Verwendung von Sowieso-schon-dagewesenem müsst ihr in den meisten Fällen nicht mal mehr vor die Tür. Hier ein bisschen Inspiration:

  • Deko: Eine Lichterkette weniger tut´s auch und Weihnachten ist ja theoretisch auch schon bald wieder vorbei – also ab mit der Leuchtschnur in eine leere Flasche, eine Vase oder ein Glas (für die Pfälzer zum Beispiel ein „Dubbeglas“). Wer mag, kann das Ganze noch mit Tannenzapfen, Moos und/ oder Blumen aufpimpen – sieht so hübsch aus, dass es nicht mal mehr eine Verpackung braucht. Ein Gutschein rein – entweder ebenfalls selbst geschrieben (siehe „Zeit schenken“ weiter unten) oder am 24. noch fix gekauft – und fertig!
  • Fotos: Bilder sind immer eine schöne Erinnerung. Jetzt müssen sie nur noch richtig in Szene gesetzt werden. Ausdrucken könnt ihr eure Favoriten zum Beispiel im Drogeriemarkt. Wer keinen Bastelkalender oder ein Fotoalbum zur Hand hat, kann aus einem Ast und einem Stück Paketband eine schicke Wand-Deko oder ein Mobile zaubern. Dazu einfach die Bilder mit beliebigem Anstand mithilfe der Schnur am Ast befestigen und dann mit der Schnur noch einen Henkel machen.
  • Kissen oder Tasche nähen: Keine Sorge – ihr müsst euch nicht noch spontan eine Nähmaschine kaufen. Stoffreste, vielleicht von einem Kleidungsstück mit Fleck drauf, das ihr so nicht mehr tragen wollte/ könnt, Nadel, Faden, Knöpfe für die Tasche (Tipp: Knöpfe sind kostenlos meist an der Innenseite von neuen Kleidungsstücken befestigt) und Füllmaterial für das Kissen, zum Beispiel weitere Stoffreste. HIER geht´s zur Anleitung für die Tasche und HIER zur Anleitung für das Kissen.
  • Es muss ja nicht immer süß sein - wie wäre es mit den Zutaten und dem Rezept für ein leckeres Brot als Weihnachtsgeschenk? (Foto: T. Gartner)

    Es muss ja nicht immer süß sein – wie wäre es mit den Zutaten und dem Rezept für ein leckeres Brot als Weihnachtsgeschenk? (Foto: T. Gartner)

    Essen: Das kann wirklich jeder „gebrauchen“ und es staubt garantiert nicht in irgendeiner Ecke ein – etwas zu Futtern geht immer als Weihnachtsgeschenk. Vielleicht kennt ihr ja die hübschen Gläser aus Einrichtungsgeschäften, in denen die Zutaten für Muffins oder Kuchen optisch ansprechend aufeinandergeschichtet sind? So etwas lässt sich ganz einfach selber machen, ihr braucht einfach nur die trockenen Komponenten des Teigs, schichtet sie möglichst ansprechend in ein leeres Marmeladenglas und verziert das dann noch mit einem Kreis aus Stoff, den ihr mittels Küchengummi oder Schnur dekorativ über den Deckel zieht. Das Rezept schreibt ihr auf einen kleinen Zettel und legt oder klebt ihn unter die Stoffhaube. Jetzt muss nur noch ein schicker Aufkleber drauf (ein hübsch beschriftetes Papier und Kleber oder Tesa tun es im Notfall auch), damit der Beschenkte auch weiß, was drin ist – fertig! Das Ganze könnt ihr natürlich auch wunderbar für ein herzhaftes Brot machen. Wie wäre es zum Beispiel mit würzigen Kurkuma-Baguettes? HIERgeht´s zum Rezept. Je nachdem wie groß euer Glas ist, könnt ihr natürlich auch nur die Hälfte der Zutaten hineingeben – dann werden es eben nur zwei statt vier Baguettes. Übrigens: Besonders schön (und gesund) sieht es aus, wenn die oberste Schicht eures Glases aus Nüssen besteht und die machen sich in jedem Brot gut.

  • Noch mehr kreative Geschenkideen findet ihr HIER.

Beauty

Wahre Schönheit kommt von Innen – aber es darf ruhig auch ein bisschen was davon nach Außen durchschimmern. Für ein selbstgemachte Peeling ganz ohne Mikroplastik habt ihr – ohne es zu wissen – wahrscheinlich bereits alles im Haus, was ihr braucht. Gries, Kokosöl, Zucker, Meersalz, Kaffeesatz, Olivenöl – aus diesen „Zutaten“ lassen sich diverse Peeling-Variationen herstellen und das in kürzester Zeit. Für ein Kokos-Gries-Peeling lasst ihr das Kokosöl, das bei den aktuellen Temperaturen meist fest ist, auf der Heizung oder, wenn´s schnell gehen muss, in einem Topf auf dem Herd, schmelzen. Da hinein gebt ihr so viel Gries, dass das Kokosöl gut durchsetzt ist, sich aber noch umrühren lässt. Jetzt in ein leeres Glas abfüllen, erkalten lassen, zum Beispiel auf der Fensterbank, mit Beschriftung und Schleifchen verzieren und fertig. Um abgestorbene Hautschüppchen loszuwerden, helfen neben Gries auch Zucker, Meersalz und Kaffeesatz. Entscheidet euch für eine Zutat und mischt sie mit Olivenöl, bis eine leicht verteilbare, aber nicht zu flüssige Masse entsteht. Weist die Beschenkten am besten darauf hin, dass sich das selbstgemachte Peeling nur wenige Wochen hält.

Zeit schenken

Es muss nicht immer etwas Materielles sein: Zeit ist auch ein tolles Weihnachtsgeschenk (Foto: T. Gartner)

Es muss nicht immer etwas Materielles sein: Zeit ist auch ein tolles Weihnachtsgeschenk (Foto: T. Gartner)

Gutscheine sind öde, aber wenn wir mit ihnen wertvolle Zeit gewinnen – egal ob alleine oder mit einem geliebten Menschen – sind sie goldwert, oder was meint ihr? Also raus mit Zettel und Stift und losgelegt! Laptop und Drucker tun es natürlich auch. Überlegt, was ihr gerne zusammen mit dem zu Beschenkenden unternehmen wollt. Steht vielleicht eine tolle Ausstellung im Museum an, die euch beide interessiert, seid ihr beide Kinofans oder geht ihr gerne wandern? Entsprechend der Unternehmung könnt ihr dann natürlich auch euren Gutschein gestalten, beim Stichwort wandern, bietet sich zum Beispiel eine Wanderkarte mit eingezeichneter Route an. Wer richtig reinhauen will, bereitet für jeden Monat des kommenden Jahres einen Gutschein vor – passend zur Jahreszeit versteht sich: Im Juli gibt´s einen Ausflug an den See inklusive Picknick, im Dezember eine Schlittschuhfahrt und so weiter. Die Gutscheine könnt ihr in Kombination zu einer der Ideen aus der Geschenke-Kategorie „Selbstgemachtes“ (siehe oben) verschenken – sie machen sich bestimmt gut in einem hübsch dekorierten Glas oder auch als Mobile baumelnd an einem Ast.

Für den guten Zweck

Eigentlich hat derjenige, den ihr beschenken wollt, schon alles, was er sich wünscht? Viele Organisationen bieten inzwischen die Möglichkeit an, sich eine Spende beurkunden zu lassen. Ob Essen für Kinder in Afrika oder der Schutz bedrohter Tierarten – mit diesem Weihnachtsgeschenk trefft ihr garantiert mitten ins Herz. Und das bequem von daheim aus: Ihr wählt einfach die gewünschte Spendensumme aus, tragt den Namen desjenigen ein, den ihr beschenken wollt, und druckt die Urkunde aus. Und schon habt ihr mehr als nur einen Menschen glücklich gemacht.
Hier eine kleine, beispielhafte Übersicht von Organisationen, bei denen ein solches Last-minute-Weihnachtsgeschenk für den guten Zweck auch heute noch möglich ist:

Wir hoffen sehr, für euch war etwas dabei und wünschen euch nun ein schönes und vor allem entspanntes Weihnachtsfest!

Du kotzt mich an

schwarz-2016

Liebes 2016,

Du kotzt mich an. Du bist die Beziehung, die man so sehr bereut. Du bist die Grippe, die man im Sommer hat, während alle anderen im Schwimmbad Spaß haben. Du bist die Verwandtschaft, die einen immer kritisiert. Kurz um: Es würde einem besser gehen ohne dich.

Selbst ein Kampf mit Voldemord erscheint stellenweise verlockender als das Weltgeschehen in diesem Jahr. Aber kam jemals ein Brief aus Hogwarts? Nein.
Stattdessen hast du Helden meiner Kindheit und prägende Persönlichkeiten meiner Jugend genommen – vielen Dank dafür. Rickman, Schell, Wiesel, Spencer, Ali, Gentscher, Williemsen, Michael, Prince, Cohen, Bowie, Fisher und Wölli Rohde – um nur einige zu nennen.

Trump als Präsident der USA, Brexit, stätige wachsende AfD-Umfrage-Werte, immer größere Unterstützung von populistischen Parteien in ganz Europa, der Amoklauf in München, der Putschversuch in Istanbul und die Folgen, die Ermordung der Brexit-Gegnerin Jo Cox, Anschläge in Brüssel, Istanbul, Berlin, Würzburg, Orlando, Nizza, Ansbach, Bagdad, Tartus, Dschabl und noch so vielen anderen Orten, die aber kaum mediale Berichterstattung erfahren haben. Wirklich tolle Leistung.

Wenn ich nun eines von deinen Vorgängern gelernt habe, dann, dass solche Erlebnisse, sowohl unsere privaten Tragödien als auch die gesamtgesellschaftlichen Vorfälle, ihre Spuren hinterlassen werden. Ein paar werden uns nächstes Jahr noch beschäftigen, andere werden wir relativ schnell vergessen, manche werden wir jedoch nie aus unseren Gedanken löschen können, selbst wenn wir uns nichts mehr wünschen. Ich habe aber auch gelernt, dass Kämpfen gegen alle Widerstände die richtige Methode ist – immer.

Also kämpft! Lebt! Macht etwas aus dem nächsten Jahr, selbst wenn es genauso aussichtslos erscheint wie dieses. Ja, das Leben ist scheiße. Nicht nur das – es ist verdammt ungerecht, hinterhältig, anstrengend. Und die Menschen, die darin umherstolzieren, machen das Ganze oftmals nicht besser. Freunde aufgeben zu müssen, weil man erkannt hat, dass sie nie welche waren, schmerzt. Verlassen zu werden, obwohl man zutiefst davon überzeugt ist, für den anderen perfekt zu sein, schmerzt. Von jemand Abschied nehmen und erkennen zu müssen, dass es nie genug gemeinsam verbrachte Zeit gab, schmerzt. Das Leben ist keine Facebook-Chronik, bei der nur die schönen Bilder mit Filter geteilt werden. Das Leben ist voller Schmerz, voller Leid. Besonders dieses Jahr. Aber es ist bald vorbei – so wie alles vorübergeht, sein Ende findet. Das Leben ist viel fragiler und kürzer als wir es unter Klausurenstress, Rechnungsüberweisungen und der medialen Selbstinszenierung begreifen.

Also macht das Beste daraus! Findet Zeit, nicht Zeug. Genießt das Leben. Geht raus. Redet miteinander, anstatt per WhatsApp zu fragen, wie es läuft. Seid mutig, geht Risiken ein, macht die Dinge, vor denen ihr euch fürchtet, bezieht Stellung, tretet für andere ein, stellt euch eurem Herzschmerz und versucht weiter zu leben. Und nein, es ist nicht mutig, mit 20% Akku das Haus zu verlassen. Macht euch weniger zu Sklaven der Technik, Likes definieren nicht euer Selbst – genießt das reale Leben.

Rock am Ring 2015

Genießt das (reale) Leben: Pogt auf Festivals!

Pogt auf Festivals, schlendert über Weihnachtsmärkte, fahrt Achterbahnen in Freizeitparks. Lasst euch keine Angst machen. Nicht von Anschlägen, nicht von populistischen Parteien, die Flüchtlinge generalisieren und zur allgegenwärtigen Gefahr erklären. Diese Menschen fliehen vor unfassbarer Armut (die auch aus der westlichen Wirtschaftsweise resultiert) und Krieg. Für sie sind Anschläge Normalität. Für uns sollte es Normalität werden, solchen Menschen zu helfen. Genau jetzt ist die Zeit, für die Werte von Demokratie und Freiheit einzutreten. Gegen Hass und Gewalt. Ja, 2016 war in großen Teilen scheiße, aber es liegt an uns, das Beste aus 2017 zu machen.

Österreich erteilt dem Rechtspopulismus eine Absage

KOMMENTAR: Nach dem Brexit-Votum und der Trump-Wahl hatten viele einen weiteren Erfolg für den Populismus prognostiziert. Am Sonntag,  4. Dezember wurde durch eine basisdemokratische Direktwahl aller Bürger der Bundespräsident Österreichs bestimmt. Alexander Van der Bellen (Grünen-nahe) wird als neues Staatsoberhaupt vereinigt werden. Prognosen sahen dagegen den Rechtspopulisten Norbert Hofer (FPÖ) als Favoriten. Doch schon vor der Auszählung der Briefwahlstimmen war die Entscheidung der Österreicher abzusehen: Mit 51,68 % gewinnt Van der Bellen den Wahlkrimi.

Der erste Wahlgang Anfang des Jahres

Bereits im April 2016 wurde eine Wahl abgehalten, in der fünf Männer und eine Frau kandidierten. Qualifizieren konnten sich allerdings nur Norbert Hofer mit 35% und Alexander Van der Bellen mit 21% der gültigen Stimmen. Die Stichwahl am 22. Mai  entschied Van der Bellen mit 50,3% gegenüber Hofer mit 49,7% für sich – hier war jedoch aufgrund des knappen Ergebnisses die Briefwahl entscheidend. Die Wahlbeteiligung bei diesem Wahlgang betrug 72,7%. Die Angst war groß, dass Hofer bei einer erneuten Wahl das Ergebnis drehen könnte. Auf einschlägigen Internetseiten wurde gar das 3:0 für die globale Neurechte-Bewegung prophezeit. Doch Heinz-Christian Strache, Hofers Zustellungsbevollmächtigter, reichte eine Wahlanfechtung beim Verfassungsgerichtshof ein, der aufgrund kleinerer Mängel stattgegeben wurde. Somit wurde einen Neuwahl fällig, auch wenn tatsächlich keinerlei Manipulation nachweisbar war.

Der zweite Wahlgang

Die Wahlwiederholung verzögerte sich aufgrund fehlerhafter Briefwahlunterlagen und diesen Aufschub nutzte Van der Bellen für sich aus: Er schafft es im zweiten Anlauf mehr für sich zu mobilisieren als Hofer. Die Wahlbeteiligung stieg insgesamt auf 73,8% laut orf.at. Es scheint ein neues Demokratiebewusstsein erwacht zu sein, denn der Wählerkreis der Rechtspopulisten ist weithin bekannt. In diesem Falle aber, so zumindest schreibt die ZEIT, haben „Frauen die Wahl in Österreich entschieden“. Insbesondere die unter 60-jährigen stimmen in der Mehrheit für den 72-jährigen Wirtschaftsprofessor und damit für eine liberalere, weltoffene Politik.

Was bedeutet dieses Ergebnis?

Was sind die Lehren aus dieser Wahl? Zunächst ist die Symbolkraft enorm, ein regelrechtes Aufatmen gegenüber dem prognostizierten Durchmarsch der Neurechten. Die Befugnisse des Bundespräsidenten sind außerdem in Österreich sehr weitreichend, die Einflussnahme des Grünen-nahen Wirtschaftsprofessors kann sich also durchaus positiv auswirken. Dabei wird aber das innenpolitisch lange schwelende Problem letztlich nur überdeckt, denn obwohl Van der Bellen die Bundesregierung und den Nationalrat ernennen und entlassen kann, so erhält die nationalistisch orientierte FPÖ nach wie vor eine deutliche Mehrheit aus der Bevölkerung. International, so verlautet der Österreichische Kurier fast selbstironisch, sei Van der Bellen allen egal. Was bleibt, ist die Tatsache, dass die Prognosen erneut falsch lagen, das Expertentum immer mehr in Frage gestellt wird und dass ob der Undurchsichtigkeit der sozialen Medien ein – wenn auch nicht gerade ganz neuer – Unsicherheitsfaktor hinzukommt.

Zeitmanagement, Teil 3: Die Win-Win-Win-Situation

Abnehmen – aber an den richtigen Stellen. Was für eine gelungene Diät gilt, gilt fürs Zeitsparen ebenso. Heute zeigen wir euch wie ihr die Zeit, die ihr ratlos und hungrig auf der Suche nach etwas Essbaren vor dem Kühlschrank verbringt, sparen und in die wirklich schönen Dinge des Lebens – zum Beispiel essen – investieren könnt.

Gemüsepfanne oder Tiefkühlpizza?
Der Arbeitstag war stressig. Dann hatte auch noch der Zug Verspätung. Und mein Magen knurrt. Hab ich einen Hunger… Ich hätte jetzt Lust auf eine knackige Gemüsepfanne und ein Stück Lachs – kross gebraten, versteht sich. Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen, als mich der Inhalt meines Kühlschranks unsanft aus meinen Futterträumen reißt. Eine halbe, schon leicht verschrumpelte Salatgurke blickt mich traurig aus dem ansonsten leeren Gemüsefach an. Dann wird´s wohl doch die Tiefkühlpizza…

Essensplanung für Anfänger
Mit ein bisschen cleverem Zeitmanagement könnt ihr solche Situationen ganz einfach vermeiden. Investiert am Wochentag eurer Wahl eine paar Minuten in die Essens- und Einkaufsplanung. Einfach für jeden Tag ein Gericht notieren, die Zutatenliste mit den vorhandenen Produkten abgleichen und einen Einkaufszettel schreiben. Wer so gut vorbereitet in den Supermarkt geht, kauft meist auch nur das ein, was er braucht. So spart man nicht nur Geld, sondern wirft auch weniger Lebensmittel weg. Tipp: Spart einen Tag in der Woche bei der Planung aus, falls doch mal spontan etwas dazwischen kommt.

Ausgewogen essen dank guter Planung (Foto: T. Gartner)

Ausgewogen essen dank guter Planung (Foto: T. Gartner)

Essensplanung für Fortgeschrittene
Jede Woche aufs Neue den Kühlschrank mit den Essenswünschen abgleichen, Gericht für Gericht planen? Selbst diese Zeit könnt ihr nach ein paar Wochen einsparen. Hebt einfach eure wöchentlichen Essenspläne auf und macht nach ein paar Wochen eine Auswertung: Markiert euch die besten Gerichte, die weniger guten fliegen raus. Jetzt könnt ihr aus euren Lieblingsmahlzeiten Wochenpläne erstellen, die ihr nummerieren und einen nach dem anderen nutzen könnt. Also kein lästiges Nachdenken und von neuem Planen mehr. Der positive Nebeneffekt: Ihr könnt jetzt viel bewusster essen, indem ihr darauf achtet, kein Lebensmittel inflationär zu verzehren und zum Beispiel einmal die Woche ein Fischgericht einzuplanen: Fisch enthält ein Vielfaches mehr an essentiellen Omega-3-Fettsäuren als Fleisch.

Die Win-Win-Win-Situation
Ihr schlagt mit der Essensplanung also drei Fliegen mit einer Klappe: Ihr spart Zeit und Geld, esst bewusster und ausgewogen und werft weniger Lebensmittel weg. Also eine Win-Win-Win-Situation!

Mehr Zeit sparen?
Wer seinen Schönheitsschlaf gerne etwas länger genießt, sollte einen Blick auf Teil 1 und Teil 2 unserer Zeitmanagement-Serie werfen. Viel Spaß beim Lesen!

Zeitmanagement, Teil 2: Kleider machen Leute

Abnehmen – aber an den richtigen Stellen. Was für eine gelungene Diät gilt, gilt fürs Zeitsparen ebenso. Heute verraten wir euch, wie ihr morgens locker ein paar Minuten wertvollen Schönheitsschlaf mehr genießen könnt.

Nichts zum Anziehen. Resigniert stehe ich vor meinem Kleiderschrank. Zu bieder, zu sportlich, zu knallig, zu weiß – heute Morgen kann es mir kein Outfit so richtig rechtmachen. Schon kurz vor halb 7 – jetzt aber schnell! Eilig ziehe ich irgendetwas aus dem Schrank und streife es über. Schon als die Tür hinter mir ins Schloss fällt, merke ich: Die dünnen Leinenschuhe sind nicht unbedingt etwas für die herbstlichen Temperaturen und vermutlich passt auch das Shirt nicht optimal zum Blazer. Eine Kette wäre gut gewesen…

Hilfreich: Dank Kleiderstange behält man bei der Outfit-Planung den Überblick (Foto: T. Gartner)

Hilfreich: Dank Kleiderstange behält man bei der Outfit-Planung den Überblick (Foto: T. Gartner)

Wessen Kreativität in Sachen Mode auch erst ein paar Stunden nach dem Weckerklingeln erwacht, der kann mit etwas cleverem Zeitmanagement spitzenmäßig aussehen und – wahrscheinlich sogar das Wichtigste – sich in seinem Outfit wohlfühlen. Nehmt euch einfach am Wochenende eine halbe Stunde Zeit und sucht euch eure Outfits heraus. Um unangenehmen Überraschungen vorzubeugen, checkt dafür zuerst das Wetter. So könnt ihr problemlos vorab festlegen, an welchem Tag der Woche ihr etwas luftiger beziehungsweise wärmer gekleidet sein solltet.

Hängt jedes Outfit auf einen Kleiderbügel, sodass ihr morgens nur noch zugreifen müsst. So erspart ihr euch den morgendlichen Stress, seid perfekt für jedes Wetter gerüstet und fühlt euch wohl, weil ihr eure Kleidung mit Bedacht gewählt habt. Vielleicht freut ihr euch sogar schon beim Aussuchen auf die entsprechenden Wochentage, wenn euch die Kombi besonders gut gefällt oder ihr ein neues Kleidungsstück zum ersten Mal ausführen könnt.

Wer noch ein bisschen mehr Zeit fürs Kleidung-Heraussuchen einsparen will, kann seine Lieblingsoutfits fotografieren und sich bei Komplettausfällen der eigenen Kreativität davon inspirieren lassen. Vielleicht macht sich eine Collage aus Outfit-Fotos ja auch ganz gut als Deko?

Praktisch: Am Wochenende könnt ihr von den Wochen-Outfits „zehren“ und das eine oder andere nochmal anziehen – schließlich muss ja nicht alles nach einmaligem Tragen direkt in die Wäsche.

Wie ihr neben der ersparten Zeit durch das Klamotten-Richten noch ein paar weitere Minuten in euren Schönheitsschlaf investieren könnt, lest ihr in Teil 1 unserer Zeitmanagement-Serie.

Vorschau: Nächsten Sonntag stellen wir euch hier Silvester-Traditionen aus verschiedenen Ländern vor – lasst euch inspirieren!

Zeitmanagement, Teil 1: Der frühe Vogel kann mich mal!

Abnehmen – aber an den richtigen Stellen. Was für eine gelungene Diät gilt, gilt fürs Zeitsparen ebenso. Ob ihr euch ein Butterbrot schmiert oder die Klamotten für die Arbeit raussucht – alles kostet Zeit. Aber wäre es nicht traumhaft, sich die Zeit für die alltäglichen Handgriffe dann zu nehmen, wenn es gerade gut passt, anstatt in den Momenten, in denen sie häufig ganz „unerwartet“ anfallen: direkt nach dem Aufstehen, in Eile zwischen Tür und Angel, nach einem stressigen Arbeitstag, an dem man eigentlich nur eines will: Schnell aufs Sofa.

Wir zeigen euch wie ihr eure Zeit optimal ausnutzen könnt!

Mealprep: Wer sein Vesper für Uni der Arbeit frühzeitig richtet, kann morgens länger schlafen (Foto: T. Gartner)

Mealprep: Wer sein Vesper für Uni oder Arbeit vorbereitet, kann morgens länger schlafen (Foto: T. Gartner)

Total verpennt schlurfe ich in die Küche. Das Licht blendet total und mir ist kalt. Sechs Uhr früh verkündet die Uhr. Draußen ist es noch dunkel. In einer halben Stunde muss ich los zum Bahnhof – die Arbeit ruft. Schnell was zu essen richten und dann anziehen, denke ich mir. Aber leider ist außer einem trockenen Brötchen und einer braunen Banane nichts da. Verdammt, dann halt doch zum Bäcker…

Wer keine Lust hat in aller Herrgottsfrühe in dieselbe Situation zu kommen, der kann mit etwas cleverem Zeitmanagement einen gesunden Snack für Arbeit oder Uni zaubern. Das Schlüsselwort hier lautet „mealprep“ – Instagram-Deutsch für vorbereitetes Essen. Von Salat, über Falafel bis hin zu Joghurt – Inspiration für gesunde Snacks, die ihr am Tag vorher oder aber sogar schon sonntags für die Woche vorbereiten könnt, findet ihr in unserer Snack-Serie:

Was ihr davon habt? Ein paar Minuten mehr Schlaf am Morgen und natürlich einen guten, stressfreien Start in den Tag mit der Aussicht auf einen leckeren und gesunden Snack.

Vorschau: Advents- und Weihnachtstipps gibt´s nächste Woche hier in der Tipps&Tricks-Rubrik.

Wenn die Zeit nicht richtig tickt

Sommerzeit - und die Zeit läuft langsamer (Foto: www.helenesouza.com  / pixelio.de )

Sommer – an den See fahren, Eis essen und die Seele baumeln lassen (Foto: www.helenesouza.com / pixelio.de )

Unendlich kommen mir diese hitzigen, schwülen Sommertage, die die Zeit wie zähen Kaugummi in die Länge dehnen, vor.

Unzählige Eisportionen habe ich verputzt, im See geplanscht, Wolken beim Vorüberziehen betrachtet, mindestens 1000 Liter Sonnenstrahlen getankt und genauso viel Schweiß ist vermutlich aus meinen Poren geschossen. Ich habe ebenfalls Stunden im Büro zugebracht, der Sonne aus dem Bürofenster sehnsüchtig zugewinkt, mit trockener Kehle und schwitzigen Händen in die Tasten gehauen, was das Zeug hält. Es war ein Sommer der Extreme – der zwischen Faulenzerei und übertriebener Produktivität pendelte. Die Zeit läuft diesen Sommer langsamer als gewöhnlich. Irgendwie existiert da aber noch diese andere Zeit – eine imaginäre Uhr, die mich mit ihrem unruhigen Ticken in den Wahnsinn treiben will. Rasend schnell bewegen sich ihre Zeiger im Kreis und das Echo des Tickens lässt mein Herz bis zum Anschlag klopfen.

Wenn die Zeit mal wieder rast (Foto: Rudolpho Duba  / pixelio.de )

Wenn das Leben nur so an einem vorbeirast – kurz Mal den Stop Button betätigen (Foto: Rudolpho Duba / pixelio.de )

Ich habe das Gefühl, dass mir die Zeit entgleitet, wie heißer Sand, der mir durch die Hände rinnt. Endlich den Bachelor in der Tasche, ein Praktikum in Bonn, neue Freundschaften, ja ein neuer Lebensabschnitt sogar, der direkt vor der Haustür irgendwo auf mich wartet – es gibt wenig Grund, sich zu beschweren. Und trotzdem habe ich als frischgebackene Bachelorette erst Mal Trübsal geblasen. Schuld ist die Zeit, die mir große Angst einjagt. Statt Freudentänze zu vollführen, verkroch ich mich unter der Bettdecke und prophezeite mir selbst eine düstere Zukunft. „Ich will noch so viel machen und erreichen, wie soll ich das bloß alles schaffen“, schoss es mir durch den Kopf. Der Teenager in mir wurde wieder zum Leben erweckt. Andererseits tat ich gerade so als wäre ich mit meinen 26 Jahren auf einmal unsagbar alt. Für den Arbeitsmarkt schon gar nicht mehr zu gebrauchen. Insgeheim rechne ich mir aus, was ich bis 36 geschafft haben will – und wenn meine Pläne nicht aufgehen? Das will ich mir gar nicht ausmalen.

Die Zeit beherrscht unseren Alltag (Foto: Marvin Siefke  / pixelio.de )

Die Zeit bestimmt unseren Alltag – Wir richten uns nach ihr, Tag und Nacht (Foto: Marvin Siefke / pixelio.de )

Mal bin ich die Gelassenheit in Person und in der nächsten Sekunde verwandle ich mich in ein zuckendes Nervenbündel. Nachts bekomme ich kein Auge zu, sehe Bewerbungsfristen und To Do’s vor meinen Augen flimmern –  vielleicht nur eine  Fata Morgana? Mir ist jeden Falls schon ganz schwindelig. Neben mir vernehme ich das unveränderte Schnarchen meines Mannes, das mich ausnahmsweise nicht um den Schlaf bringt. Nein, schuld sind meine Gedanken, die sich im Kreise drehen. Das Schnarchen hat auf mich sogar eine beruhigende Wirkung. Etwas Konstantes, Bekanntes, an das ich mich sofort schmiegen will.

Wieso bloß setzt mich die Zeit so unter Druck? Wie war das eigentlich mit Momo von Michael Ende? Die hat doch durchschaut was die Männern in den grauen Anzügen im Schilde führen. Dass sie uns die Zeit klauen.

Tick Tack Tick Tack - wenn einen die Zeit in den Wahnsinn treibt (Foto: Wolfgang Dirscherl  / pixelio.de)

Tick Tack Tick Tack – wenn einen das Ticken der Uhren in den Wahnsinn treibt (Foto: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de)

Alles soll immer schneller erledigt werden: Studium in Regelzeit, Auslandsaufenthalte, nicht ein sondern gleich mehrere Praktika – hopp, hopp! Bloß keine Zeit verlieren. Und was ist mit denen, die nicht mit Karacho auf der Überholspur zum Erfolg rasen wollen – denen dieser rasante Lebensstill gegen den Strich geht? Die auch mal am Straßenrand verschnaufen wollen, ein paar Blumen, ja ganz Hippie-Like, von dem Feld pflücken, das bei steigendem Tacho, sowieso nur noch als bunter Farbklecks zu erkennen ist.

Beppo der Straßenfeger, der die kleine Momo bei sich zu Hause aufnimmt, erzählt ihr in einer bekannten Szene, wie unendlich lang ihm die Straße oftmals vorkommt. Dann hetzt er sich, will seine Arbeit immer schneller erledigen und kommt gar nicht mehr zum Verschnaufen. Beppo gibt Momo den Rat einen „Besenstrich“ nach dem anderen zu  machen: „Atemzug und Schritt und Besenstrich, dann macht es Freude, dann machst du deine Arbeit gut.“ „Man soll nie die ganze Straße denken“, konstatiert der weise Straßenfeger Beppo.

Man, denke ich. Beppo hat verstanden worum es geht. Jetzt muss ich das nur selbst noch umsetzen. Kein Wunder das Momo eine meiner Lieblingsgeschichten ist, die ich erst mit dem Erwachsen werden entdeckte und jedem nur wärmstens ans Herz legen kann. Bevor es zu spät ist!

Der prüfende Blick auf die Uhr: Ich muss noch Einkaufen gehen, eine Bewerbung schreiben und zur Bibliothek. Das Ticken spielt sich schon wieder mächtig auf. Da packe ich die Zeit an der Gurgel und sage (ich werde sonst nie handgreiflich): „Ey, halt mal die Luft an! Du gehst mir mit deinem lauten Ticken und ständigem in den Mittelpunktstellen gehörig auf die Nerven!“

Manchmal hat die Zeit uns einfach zu sehr im Griff – höchste Zeit, dass wir den Spieß umdrehen!

Vorschau: Nächste Woche berichtet Anne hier von ihren Beobachtungen bei einer Kreuzfahrt.

Sieben Tipps für eine gemütliche Vorweihnachtszeit

Egal ob Studium, Beruf, Stress mit dem Haushalt oder einfach allgemein zu wenig Zeit – wer kennt das Problem nicht? Das ganze Jahr über hetzen wir von Termin zu Termin und haben selten die Gelegenheit , einmal inne zu halten und das Leben wirklich zu genießen. Besonders die Zeit kurz vor Weihnachten, wenn sich das Jahr langsam dem Ende zuneigt, die Fenster und Promenaden der Straßen leuchtend geschmückt sind und die Menschen über den Weihnachtsmarkt schlendern,  lädt ganz besonders dazu ein, mal für ein paar Momente die Zeit stehen bleiben zu lassen und die Atmosphäre der Vorweihnachtszeit zu genießen. Face2Face hat euch sieben Tipps für eine gemütliche Zeit im Winter zusammen gestellt.

 

1. Zeit mit den Liebsten verbringen! Man nimmt es sich immer wieder vor und doch kommt man viel zu selten dazu. Unterschiedliche Arbeits- oder Studienzeiten, weit voneinander entfernte Wohnorte oder zu viele andere Termine sorgen dafür, dass man seine Liebsten, beispielsweise alte Freunde aus der Schulzeit, schon lange nicht mehr gesehen hat. Aber auch wenn man es das ganze Jahr über nicht geschafft hat, spätestens um die Vorweihnachtszeit treibt es alle wieder nach Hause und schafft somit die Gelegenheit, endlich mal wieder mit allen Liebsten eine gemütliche Zeit zu verbringen. Das sollte man sich nicht entgehen lassen!

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Gehört zur Vorweihnachtszeit einfach dazu: Das Backen und Verzieren von Plätzchen. (Quelle: Gänseblümchen/pixelio.de)

2.  …In der Weihnachts-bäckerei! Dies gilt auch für alle, die sich sonst nicht gerade mit  dem größten Back-Talent rühmen: Plätzchen backen gehört in der Vorweihnachtszeit einfach dazu! Verwandle deine Küche in eine Weihnachtsbäckerei, schnapp dir ein paar Freunde, leg Weihnachtsmusik auf und wartet nach vollendeter Arbeit, bis der leckere Plätzchen-Duft durch den Raum strömt. Fabelhaft!

 

3. Freude schenken und Gutes tun! Weihnachten ist das Fest des Gebens und was gibt es zu diesem Anlass schöneres, als jemand anderem eine Freude zu machen. Egal ob eine kleine Spende oder solche Aktionen wie der „Wunschbaum“ der MVV in Mannheim, für alle Menschen, die gerne etwas Gutes tun würden, gibt es besonders in der Vorweihnachtszeit genügend Optionen.

 

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Macht den Liebsten eine Freude: Ein selbstgebastelter Adventskalender. (Quelle: Uwe Wagschal/pixelio.de)

4. … und dabei gerne auch kreativ werden! Es muss auch nicht immer gleich viel Geld ausgegeben werden, um sich eine schöne Weihnachtszeit zu machen oder seine Liebsten zu überraschen. Wie wäre es denn dieses Jahr mal mit „Do-It-Yourself“-Geschenken? Egal ob ein selbstgemachtes Körperpeeling, ein eigens zusammen gestellter  Adventskalender oder eine handgestrickte Mütze – die Geschenke sind mit Liebe gemacht und daher viel mehr wert, als ein für hunderte von Euros gekauftes Elektrogerät.

 

5. Die Natur genießen! Auch wenn die Temperaturen auf dem Thermometer immer tiefer klettern sollte euch das nicht abschrecken, sich mal wieder die Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang zu nehmen! Gerade im Winter flüchten sich die meisten von einem beheizten Raum in den nächsten, statt die Natur auch mal im Winter bewusst wahr zu nehmen. Spätestens wenn der erste Schnee gefallen ist, sollte man sich warm einpacken und für einen Spaziergang an die frische Luft rüsten. Das bringt den Kreislauf in Schwung und anschließend freut man sich doppelt, wieder in die warme Wohnung zu kommen und seine Hände an einer heißen Tasse Tee aufzuwärmen.

 

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Wärmt nach einem Spaziergang im Kalten wieder auf: Eine Tasse Tee. (Quelle: gänseblümchen/pixelio.de)

6. Probier’s mal mit Gemütlichkeit…! Wenn man von dem Spaziergang zurück kommt, es draußen klirrend kalt und die Sonne bereits der Dunkelheit gewichen ist, was gibt es da Schöneres, als es sich in der warmen Wohnung mit einer Tasse Tee, eingewickelt in eine kuschlige Decke und mit einem guten Buch zu Hause gemütlich zu machen. Zünde ein paar Kerzen an, mach es dir bequem und nimm dir einmal die Zeit, komplett in die Geschichte und somit eine andere Welt einzutauchen. Welche Bücher sich besonders für die kalte Jahreszeit eignen, hat Face2Face in diesem Artikel für euch zusammen gestellt. Tipp: Schalte doch mal für diese Zeit die Elektrogeräte (Laptop, Fernseher, Radio, Handy – ja auch das Handy!) einfach ab. Das hilft ungemein, auch mal den Kopf wieder „auszuschalten“ und sich komplett auf eine Sache zu konzentrieren!

 

7. Einen gemeinsamen Leseabend veranstalten! Sich beim Lesen eines guten Buches mal Zeit für sich selbst zu nehmen, ist sehr entspannend. Doch warum immer nur alleine lesen? Wie wäre es denn mal mit einem gemeinsamen Leseabend? Haben du und deine Freunde vielleicht ein gemeinsames Lieblingsbuch? Oder wie wäre es denn mal mit einer klassischen Weihnachtsgeschichte? Egal ob jeder eine kleine Geschichte vorbereitet, ihr im Wechsel lest oder eine Person die „Märchenstunde“ leitet, eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Findet euch mit Plätzchen und Tee zusammen und genießt die weihnachtliche Atmosphäre. Wenn ihr wollt könnt ihr im Hintergrund auch noch Weihnachtsmusik laufen lassen, das macht die Idylle perfekt!

 

 

Die Qual der freien Zeit

Urlaub: Und plötzlich haben wir Zeit (© Uwe Schlick / pixelio.de)

Urlaub: Und plötzlich haben wir Zeit (© Uwe Schlick / pixelio.de)

Die Sommerferien überschwemmen das Land mal wieder mit Kindern und Jugendlichen, die von einer Sache mehr als genug haben: Freizeit. Im Schlepptau haben sie Studenten, die Semesterferien haben, Eltern, die sich frei nehmen, um die Kinder betreuen zu können, Menschen aller Altersklassen, die von paradiesischen Stränden und Cocktails mit Schirmchen oder schweißtreibenden Wanderstrecken träumen. Jedem, das seine. Übermütig will jeder seinen ihm zugestanden Urlaub auf einmal verprassen, die Faulheit ruft, die Erholung klopft an und die große Unbekannte Zeit verspricht viel.

Mein Urlaub dieses Jahr fällt eher bescheiden aus. Zwar fahre ich mit Mann und Kindern zwei Wochen weg, aber zur Sommerakademie der Studienstiftung des deutschen Volkes. Für mich heißt das zwar auch Erleben und Erfahren, aber vor allem auch, täglich Seminar, ein Referat, das vorbereitet sein will und jede Menge Sekundärliteratur. Nicht wirklich das, was ich mir unter Urlaub vorstelle, wenn ich an Ausschlafen, schnödes Nichtstun und Spontanität denke. Noch dazu nehme ich mir Arbeit von zu Hause mit, wie das oft so ist. Und danach geht es gleich wieder an die Arbeit, denn immerhin werde ich ab Ende Oktober im Mutterschutz noch mehr als genug Zeit haben, mich zu langweilen.

Über kurz oder lang: freie Zeit heißt oft keinen Rhythmus (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Über kurz oder lang: freie Zeit heißt oft keinen Rhythmus (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Denn alles eines haben alle Urlaube und Ferien gemeinsam: Sind sie nicht so kurz, dass sie nicht zur Erholung gereichen können, werden sie schnell zu lang. Nach sechs Wochen Sommerferien waren wir jedes Jahr wieder froh, als die Schule wieder Rhythmus in unser Leben gebracht hat. Drei Monate Semesterferien fallen da nicht weniger ins Gewicht. Was sollen wir nur tun, wenn der ersten süßen Müßigkeit die schwere der Faulheit folgt? Die alten Unterlagen sind sortiert, der Bücherstapel verkleinert, die Verwandten besucht, die Freunde getroffen. Und schnell schlafft der Erfahrungsdrang ab. Das Schlafzimmer könnte gestrichen werden – könnte. Und das Auto verdient es mal wieder geputzt zu werden – eigentlich. Das neue Spiel / Puzzel oder der hochinteressante Film macht doch nur zusammen Spaß, und der andere, so viel ist sicher, hat immer gerade zu tun oder eben keine Zeit, zumindest nicht dafür.

Kein Wunder, wo Schüler und Studenten, sofern sie keine Ferienpraktika nutzen, um fleißig zu erscheinen, an der Freizeit schnell versagen, sind einem brav arbeitenden Bürger die Freizeitmöglichkeiten schon begrenzter. Da müssen die Urlaubstage mit denen der Kollegen in Einklang gebracht werden, die vielleicht triftige Gründe haben, ausgerechnet dann frei zu nehmen, wenn ich frei haben will. Urlaub muss geplant werden, das super Angebot ist natürlich gerade ausgebucht, im letzten Moment kündigt sich dann noch eine Erkältung an, ein Umzug oder sonst eine Haken an der Sache. Der sogenannte Urlaubsstress beginnt lange vor dem Urlaub, und er potenziert sich auch bei den fleißigen Bienen in der Lethargie der Urlaubstage.

Tick Tack: Die Zeit wird lang, selbst wenn die kurz ist (© Wolfgang Dircherl / pixelio.de)

Tick Tack: Die Zeit wird lang, selbst wenn die kurz ist (© Wolfgang Dircherl / pixelio.de)

Selbst, wer nur eine Woche oder zwei Urlaub hat, findet ein oder zwei Tage, an denen er sich in Faulheilt suhlen kann, mit Ausreden oder ohne. Der Tagesrhythmus gerät durcheinander, wir stehen Abends auf und feiern in der Nacht bis wir am Morgen ins Bett fallen, oder kommen nur ein paar Stunden aus dem Takt. Plötzlich sind wir Herr unserer Zeit und sind, zugegeben, leicht überfordert mit der Aufgabe. Dafür haben wir ja noch Zeit, denken wir, und dann verstreichen die kostbaren Tage mit diesem oder jenem, nur was wir eigentlich geplant hatten, das entwischt uns. Am Ende des Urlaubs müssen wir jedes Jahr wieder zugeben: Wir hatten Zeit. Nur genutzt haben wir sie nicht, jedenfalls nicht so, wie geplant.

Und ja, ich weiß um die Ausnahmen. Die ihre Ferien akribisch planen, die ihren Urlaub mit der Stoppuhr begleiten, um ihren Zeitplan durch zu bringen. All jene, die Häkchen setzen für Erlebtes und der Faulheit Einhalt gebieten wollen. Und ich glaube fest, dass auch diesen Menschen etwas durchrutscht, dass sie am Ende Lücken in ihrer Liste finden müssen. Selbst, wenn nicht, fehlt ihnen eines zumindest, was alle anderen vorweißen können. Das Gefühl der zufriedenen Faulheit, die Urlaubstage hat verstreichen lassen, ohne, dass wir es merkten. Sie hat unser Leben durcheinander geschmissen, hat uns durchgeschüttelt, entspannt, aufgeregt und den ersten Arbeitstag als nicht ganz so schlimmes Übel erscheinen lassen, wie wir anfangs des Urlaubs noch gedacht hatten. Es ist die Erinnerung an Ferientage, die nicht enden wollen und Semesterferien, die unsere Tage in Nächte verwandelt haben. Lang kann sie uns werden, die freie Zeit. Zum Glück.

Vorschau: Nächste Woche ärgert sich Sascha über die Telekom und den IP-Zwang in der Telefonie-Welt.

Bloß keine Zeit verlieren

Aufbruchstimmung: Am Bahnhof Roma Termini kurz vor der Abfahrt des Nachtzuges gen Norden.

Aufbruch: Am Bahnhof Roma Termini kurz vor der Abfahrt des Nachtzuges gen Norden. (Foto: Resch)

In nur einem Tag von München nach Rom und wieder zurück. Klingt ein wenig schräg, ist es vielleicht auch, aber es ist möglich. Mit dem Nachtzug ab in die Ewige Stadt, sich so viel wie eben geht anschauen, und dann mit dem nächsten Nachtzug wieder zurück in die Bayern-Metropole. Stressig, aber zu schaffen – ich spreche aus Erfahrung.

Dass so etwas überhaupt möglich ist, ist nur die Konsequenz unserer immer mobileren Gesellschaft. Immer größere Distanzen in immer kürzeren Zeiten mit noch dichteren Taktungen. Hier in meiner Heimatstadt München gehören Nachtzüge und Express-Flüge in aller Herren Länder schon lange zum Alltag.

Immerhin haben wir keine Zeit zu verlieren. Die globalisierte Welt besteht aus Wirtschaftsbeziehungen über alle Länder und Kontinente hinweg. Außerdem ist Zeit bekanntermaßen Geld, und da wir das Geld im Sekundentakt verdienen wollen, muss unsere Mobilität eben genauso getaktet sein. Die Kehrseite der Medaille: Wir brauchen eine immer komplexere und ergo teurere Infrastruktur, die uns diesen Wahnsinn ermöglicht.

Allein hier innerhalb der Grenzen Münchens geht es schon ordentlich rund. Die Verkehrssysteme sind dem Bersten nahe, wenn es so weiter geht, dann droht meinem geliebten „Minga“ der Verkehrsinfarkt. Der „Mittlere Ring“, also die Schnellstraße innerhalb der Stadt ist genauso überlastet wie die A99, die Autobahn um München herum. Und auch bei den Öffentlichen sieht es nicht besser aus: Neue U-Bahnlinien sind schon in Planung, denn nicht einmal ein Zwei-Minuten-Takt scheint zu Stoßzeiten mehr zu reichen. Und bei der S-Bahn braucht man nur „Zweite Stammstrecke“ oder „Transrapid-Alternative“ zu nennen, und schon ist alles klar.

Wir sehen: Es ist eine Menge los und München ist dabei eben nicht die einzige Stadt, hier nur ein Beispiel unter vielen. Kann das gesund sein? Ist es gut, wenn wir immer mehr Verkehr brauchen? Sicher, Städteplaner und Lokalpolitiker freut’s, arbeitslos werden sie so ganz bestimmt nicht.

Doch wie sieht es mit uns normalen Leuten aus? Ist es sinnvoll, wenn es immer schneller und direkter geht? Die Erfahrungen von meiner Romreise haben mich eines gelehrt. Es geht, aber das heißt noch lange nicht, dass es auch so sein muss. Ich weiß noch, wie fertig ich war, nachdem ich zweimal zwölf Stunden nachts in meinem Sitzabteil verbracht hatte. Gott sei Dank waren alle in meinem Abteil sehr nett, sodass beide Fahrten noch erträglich waren. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie unmenschlich es werden kann, wenn man die falschen Mitreisenden erwischt. Dann kommt zum Schlafentzug noch elender Frust dazu.

Gedrängt: Immer mehr Verkehr belastet Nerven und Gesundheit

Gedrängt: Immer mehr Verkehr belastet Nerven und Gesundheit (©Jens Märker/Pixelio.de)

In jedem Fall ist der menschliche Körper einfach nicht gemacht für unsere hyperaktive Mobilität. Wir Menschen sind von der Natur nicht für diesen Stress geschaffen, derartigen Zeitdruck haben wir uns schon selbst auferlegt – unser Organismus konnte da nicht mithalten und sich anpassen. Folglich bleibt es einfach nur eine Vergewaltigung von Körper und Psyche, wenn man sich so viel Stress zumutet. Ab und an als kleines „Abenteuer“ mag es ja noch in Ordnung und zu verkraften sein, aber wenn es anfängt, dass so ein Lebenstempo zum Alltag wird, dann ist es nur noch ungesund.

Da lob ich mir mein Fahrrad. Jetzt darf mich gerne jeder beschmunzeln oder auch herzlich auslachen, sei’s drum. Denn es tut mir einfach gut, wenn ich bewusst auf Hochgeschwindigkeit verzichte und dafür begrenztes Tempo und beschränkte Reichweite wähle. Ich finde, gerade das brauchen wir heute, eine „Entschleunigung“ des Alltags.

Vorschau: Nächste Woche wird es erfrischend in der Kolumne, denn Eva berichtet dann über Trinken und Getränke in unserer Gesellschaft.