Auf den Spuren von Harry Potter

Harry Potter Warner Bros. Studio Tour London: Hogwarts

Harry Potter Warner Bros. Studio Tour London: Hogwarts

„After all this time?“ „Always.“  Wer diese Zeilen sofort erkennt, ist hier genau richtig! Einer von diesen verkannten Muggels, der eigentlich für Größeres bestimmt war. Hogwarts sollte deine Schule sein, doch das Einzige, was an Hogwarts erinnert, ist die Tatsache, dass man in der Uni nun Professor anstatt Lehrer sagt und dass es auch so genug Menschen gibt, die von ihrem Charakter her Todesser ähneln.
Im Juni geht es also weiter: Ein neues Harry Potter Buch. Keine Fortsetzung, sondern ein Theaterscript. Egal – Grund genug, um für eine kurze Zeit der Muggel-Welt zu entfliehen. Juni ist in diesem Fall auch eine gute Zeit für eine UK-Rundreise. Zwar ist in der Hauptsaison alles noch mal teurer als es sowieso schon ist, aber es erhöht zumindest ein wenig die Chance auf das schier unvorstellbare Phänomen von gutem Wetter in UK.

London calling

Ankunft London Heathrow: Leider nicht mit dem Hogwarts Express, sondern mit dem Flugzeug geht es nach Hogwarts oder zumindest erst einmal nach London.

Auf den Spuren von Harry  Potter

Bahnhof King’s Cross

Eine (für London-Verhältnisse relativ) preiswerte Unterkunft, das Generator, lässt sich vom Flughafen aus mit der Touristen oyster card einfach erreichen (die oyster card sollte am besten über das Internet, drei Wochen vor Abreise bestellt und nach Hause geschickt werden). Von dort aus lässt sich die erste Harry Potter-Station, der Bahnhof King’s Cross, in einem zehnminütigen Fußweg erreichen. Dort steht Gleis 9 3/4 mit Gepäckwagen, der in der Wand verschwindet, für ein Erinnerungsfoto bereit. Jedoch empfiehlt es sich, den Platz abends aufzusuchen. Dann ist zwar keine Eule mehr im Koffer, aber 12 Pfund mehr in der Tasche, da tagsüber nur ein „professionelles Foto“ möglich ist und dieses eben entlohnt werden möchte. Abends jedoch ist das Gleis frei zugänglich, daher kostenlos und ohne Wartezeit. Es fehlt eben nur die Eule und ein Schal.  Wer aber sein Tourigeld bereits am ersten Harry Potter-Anknüpfungspunkt ausgeben möchte, kann natürlich auch in den daneben gelegenen Touri-Shop verschwinden. Eulen, Zauberstäbe, Schuluniformen – dort gibt es alles für einen authentischen Harry Potter-Auftritt.

 

Auf dem Weg zum Hogwarts Express

Da es trotzt großer Anspannung nicht geklappt hat, mit dem Wagen die Wand zu durchqueren, muss sich der Harry Potter-Fan nun auf anderen Wegen dem Hogwarts Express nähern. Das geht am besten mit einem Ausflug zu der Harry Potter Warner Bros. Studio Tour London.

Auf den Spuren von Harry  Potter

Harry Potter Warner Bros. Studio Tour London: Hogwarts Exxpress

30 Minuten von London entfernt, spart man sich viel Geld, wenn man erneut seine oyster Karte benutzt und selbstständig zum Bahnhof Watford Junction fährt und nicht das all inclusive Paket mit Abholung in London bucht. Vom Bahnhof fährt alle 30 Minuten ein Bus von den Studios zum Bahnhof und wieder zurück – kostet zwei Pfund und man wird schon auf der Hinfahrt mit einem Video auf die bevorstehende Zauberwelt eingestimmt. Dort angekommen erwartet einen die Original-Halle Hogwarts, der Hogwarts Express, das Gryffindor-Wohnzimmer und vieles mehr. Die Tickets sind natürlich teuer (40 Pfund), trotzdem begehrt, weshalb es sich empfiehlt, vor Anreise die Tickets übers Internet zu bestellen. Zurück in London sollten zwei weitere Tage für die noch ausstehenden Kulissen eingeplant werden: Die Millennium Bridge (zu Beginn des Films „Harry Potter und der Halbblutprinz“ sieht  man deren Einsturz), London City Hall (das Gebäude ist ebenfalls am Anfang von „Harry Potter und der Halbblutprinz“ von außen zu sehen) Piccadilly Circus („Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“: Hermine, Ron und Harry fliehen durch London), Leadenhall Market („Harry Potter und der Stein der Weisen“: Außenaufnahmen der Winkelgasse + Pub zum Tropfenden Kessel), St. Pancras Renaissance Hotel („Harry Potter und der Stein der Weisen“: Außenaufnahmen des Bahnhofeingangs+Kammer des Schreckens ), Claremont Square („Harry Potter und der Orden des Phönix und „Die Heiligtümer des Todes: Teil 1“: Außenaufnahmen des Grimmauldplatzes), Australia House („Harry Potter und der Stein der Weisen“: Innenaufnahmen von Gringotts). Alles ist kostenlos zu besichtigen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen.
Um Harry Potter treu zu bleiben, findet auch dieser Text nun sein vorläufiges Ende. Natürlich gibt es aber einen Teil 2 und Teil 3.
Vorschau: Am Freitag, 01. April wird London verlassen und sich auf den Weg nach Schottland begeben.

 

Unser aller Aberglaube

Langsamen Schrittes nähert sich Mittwoch, der 12. Dezember. „Na und, was soll das jetzt?“, wird sicher der ein oder andere fragen. Dann sollte derjenige mal an jenem Tag aufs Standesamt gehen und sich ansehen, wie viele Trauungen dort stattfinden werden. Die Paare hoffen wohl, das magische Datum werde eine märchenhafte Ehe ohne Streit und Sorgen bescheren. 12.12.12 – dreimal die Zwölf, das ist ein gutes Omen gleich zu Beginn des gemeinsamen Lebens.

Unser aller Aberglaube

Glücksbringer: Sie helfen uns, mit unserem täglichen Aberglauben fertig zu werden (©birgitH/Pixelio.de)

Der 12. Dezember 2012 ist sicher ein besonderes Spektakel, dennoch ist der Aberglaube nicht nur an Tagen mit „Schnapszahl-Datum“ mit von der Partie; Aberglaube ist an jedem Tag des Jahres zu finden, wenn auch vielleicht nicht ganz so deutlich ausgeprägt.

Angefangen mit den kleinen „Ritualen“ des Alltags. Auch diese können einen Hauch von Aberglauben haben, wenn alles seine gewohnte Ordnung haben muss. Besser mit dem rechten Fuß als Erstes aufstehen. Dann als Nächstes den Frühstückstisch decken und erst danach das Kaffeewasser aufsetzen. Unterm Strich sind das natürlich Kleinigkeiten, aber irgendwie verursacht es doch ein seltsames Gefühl, wenn man diese Routine nicht einhält. Könnte ja einen schlechten Tag verheißen.

Während das, was wir in der Regel selbst steuern können – also unsere Gewohnheiten – noch eher schlichte Alltagsrituale sind, kommen wir bei der „höheren Gewalt“ schon zum waschechten Aberglauben. Da fällt zufällig der Zug aus, dabei steht heute noch eine Prüfung an: Das ist bestimmt ein schlechtes Vorzeichen – und schon fängt das Herz an, ein bisschen schneller zu klopfen, man wird ein wenig unruhig. „Das ist doch alles Quatsch, nur Hokuspokus …“, beruhigt man sich dann gerne selber, doch ein leicht flaues Gefühl im Magen bleibt trotzdem den ganzen Tag über.

Vor solchen unkontrollierbaren Zwischenfällen schützen aber immerhin Glücksbringer und Talismane. Sie helfen uns, dass der Zufall uns nicht eiskalt erwischt. Schon aufgefallen, wie viele Kandidaten bei Quiz-Sendungen ein kleines Plüschtier als „Unterstützung“ mitbringen? Vielleicht hilft der kleine Teddybär ja und sorgt dafür, dass nur Fragen kommen, die man auch todsicher beantworten kann.

Unser aller Aberglaube

Take off: Selbst im Flugzeug ist der Aberglaube mit von der Partie (©Erich Westendarp/Pixelio.de)

Nur wenn eine 13 auftaucht, dann bekommen einige trotz eines Heers aus Marienkäfern und Hufeisen plötzlich Herzrasen. Um das zu vermeiden, haben Flugzeuge beispielsweise keine 13. Reihe und in vielen Hotels fehlt die 13. Etage. Die würde sowieso von vielen gemieden werden, also lassen wir sie gleich aus. Wer genau nachdenkt, könnte zwar darauf kommen, dass die vermeintlich 14. Reihe oder Etage ja in Wirklichkeit die 13. und somit gefährlich ist. Aber egal, solange nicht 13 draufsteht, ist ja alles in Ordnung. Einfacher hat es da derjenige, der die 13 nicht umgehen will, sondern ihr mit entgegengesetztem Aberglauben Paroli bietet. So bei Radrennen: Viele Fahrer heften sich die Startnummer 13 auf den Kopf gestellt an das Trikot. Dann bringt die unheilvolle Zahl nicht mehr ganz so viel Unglück, vielleicht sogar ein bisschen Glück.

Ach ja, nach dem großartigen 12.12. kommt auch schon der 13. Dezember. Aber keine Panik, ist ja bloß Donnerstag, der 13., wir kommen knapp am Freitag vorbei – alles halb so wild. Wer Angst vor der 13 hat, sollte sich lieber für das kommende Jahr wappnen, denn dann haben wir 2013! Da müssen noch mehr Glücksschweinchen verschenkt werden als sonst schon zum Jahreswechsel üblich. Doch zur Beruhigung: Die Menschheit hat bereits 1913 oder 1813 ohne schwerwiegende Folgen überlebt. Tragen wir es lieber mit Fassung, ist ja nur ein Jahr. Da waren die Menschen von 1300 bis 1399 schlimmer dran, denen saß ein ganzes Jahrhundert lang die 13 im Nacken.

Vorschau: Warum ist Zucker eine Alltagsdroge? – Diese spannende Frage wird Eva für euch nächsten Mittwoch beantworten.