Model mit 40? – Aber hallo!

Supermodel Kate Moss ist dieses Jahr am 16. Januar 40 Jahre alt geworden. Doch zu alt zum Modeln ist sie nicht. Die Britin ist auch im hohen Model-Alter noch Gesicht einer großen Modemarke: Nicht zum ersten Mal präsentiert sie die Kollektionen des italienischen Modelabels Liu Jo wie immer sehr sexy und sinnlich.

 

Zudem wurde sie pünktlich zu ihrem 40. Geburtstag und dem 60. des Männermagazins von den Fotografen Mert & Marcus für den Playboy abgelichtet und vor kurzem Contributing Fashion Editor bei der britischen Vogue. In London soll es außerdem eine Ausstellung rund um Kate Moss geben und im April wird sie eine weitere Kollektion für das Einzelhandelunternehmen Topshop entwerfen.

 

Kate Moss ist nicht das typische Model: Sie ist nur 1,70 Meter groß. Doch seit rund 25 Jahren ist sie ein wichtiger Teil der Modewelt und gilt als eines der erfolgreichsten Models überhaupt. Dieses Glück und auch ihr Glück im Privatleben sind ein Grund zum Feiern.

 

Genau das tat sie auch an ihrem Geburtstag: Laut der britischen Tageszeitung „Daily Mirror“ feierte Kate Moss am Donnerstag, den 16. Januar ihren runden Geburtstag in der Karibik auf der Privatinsel Necker Island des Unternehmers Richard Branson und floh somit vor dem grauen Januarwetter in London. In der Karibik feierte sie mit engen Freunden wie Designerin Sadie Frost, PR-Managerin Fran Cutler und Hairstylist James Brown und schmiss eine Kostümparty unter dem Motto „Marie Antoinette“.

 

Ihr Mann, „The Kills“- Gitarist Jamie Hince (45), schenkte ihr zum Geburtstag eine Wohnung in Paris. Egal, ob von großen Magazinen, Marken oder ihrem Ehemann: Von allen Seiten wurde die Mode-Ikone beschenkt und gefeiert – und das zurecht!

 

Keiner sonst ist dem Model-Business so treu geblieben wie Kate Moss.

 

Eine Woche lang soll Kate Moss mit ihren Freunden auf der Insel Urlaub gemacht haben, die erst seit kurzem wieder zu vermieten ist. Im Jahr 2011 gab es auf der Insel des Unternehmers, die er für rund 227.300 Euro gekauft haben soll, wegen eines Blitzeinschlags einen Brand in der großen Villa. Daher vermietet Branson seine Insel erst seit Oktober wieder an Gäste, unter denen sich auch Prinz Harry und Stars wie die Schauspieler Kate Winslet und Eddie Murphy befinden.

 

Richard Branson soll seiner langjährigen guten Freundin Kate Moss den einwöchigen Urlaub zum Geburtstag geschenkt haben.

 

Dann hoffen wir doch mal, dass das 40-jährige Supermodel ihren Geburtstag so richtig genießen konnte und somit für die nächsten 40 Jahre Kraft und Energie tanken konnte.

 

Happy Birthday, Kate!

 

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr einiges über 125 Jahre Lanvin.

Allein, aber nicht einsam – von der heilsamen Wirkung des „me, myself and I“

Morgens wach werden, Kaffee aufsetzen, Kühlschrank öffnen, Joghurt herausfischen, Frühstücken – ein Tag, wie er ereignisloser nicht beginnen könnte. Das gilt ganz besonders dann, wenn Schlafzimmerbett und Esstisch nur knappe zwei Meter auseinanderliegen. Seit meinem kürzlichen Umzug in die erste, eigene Wohnung und dem damit einhergehenden Abschied vom WG-Leben befinde ich mich immer häufiger in meiner eigenen Gesellschaft. Und wie ich herausgefunden habe, ist die manchmal Gold wert gegenüber großen Tafelrunden und rauschenden Parties in Großraumdiskotheken.

Habe ich mich damit vom geselligen Herdentier zum Eremiten entwickelt? – mitnichten. Noch immer bin ich tagein, tagaus mehr oder weniger beschäftigt, ob bei der Arbeit oder bei aufregenden Aktivitäten nach Feierabend. Doch wenn ich einmal auf dem Heimweg bin, freue ich mich von Herzen auf die Ruhe nach dem Sturm. Die Tür aufschließen, den Geruch des eigenen Parfums oder des versehentlich liegengelassenen, offenen Müllbeutels die Nase kitzeln lassen und sich dann ganz den eigenen verschrobenen Ritualen widmen: Das kann stundenlanges Anlächeln des eigenen Spiegelbildes oder das Aufreihen des Bücherregalinhalts der Größe oder Farbe nach sein.

Bank

Auf die lange Bank geschoben: Das Zwiegespräch mit dem eigenen Ich (Foto: C.Gartner)

Das klingt alles reichlich danach, als wüsste ich mit mir selbst nichts anzufangen und würde mich daher in selbstgewählte Beschäftigungstherapie begeben. In Wahrheit jedoch empfinde ich solche unsinnigen Aktivitäten als höchst erholsam. Stumpfsinnig, aber irgendwie wahnsinnig entspannend für den Geist. Sind es doch Tätigkeiten, die meine volle Konzentration erfordern, wenn ich ihnen nachgehe, damit beim Duschen nicht etwa Seifenreste unter den Achseln zurückbleiben. Tatsache ist, dass ich es mir erlauben kann, in meinem persönlichen Exil ganz ich selbst zu sein, ohne von Mitbewohnern in flagranti beim Nutella-Löffeln im vollgekleckerten Pyjama erwischt zu werden. Das ist eine neugewonnene Freiheit, derer ich mir zuvor nicht bewusst gewesen bin, zumal sie noch vor einiger Zeit allein finanziell in weiter Ferne lag. Ganz zu schweigen von der Angst vor Konfrontation mit der vermeintlichen Einsamkeit.

Diese Angst ist heutzutage wahrscheinlich mit einer Volkskrankheit vergleichbar. Im Zeitalter von social networking und ständiger Erreichbarkeit scheinen wir den Fokus immer mehr nach außen und immer weniger in unser Inneres hinein zu richten. Öffentliche Präsenz oder mit anderen Worten das Bild, was wir anderen von uns vermitteln möchten, ist in großen Teilen steuerbar. Allein mittels Facebook können wir etwas darstellen, was wir nur allzu gern wären – besonders kreativ, humorvoll oder extravagant zum Beispiel. Uns selbst gegenüber funktioniert das nicht so leicht. Wir können uns nichts vormachen, sondern haben einzig die Wahl zwischen der Akzeptanz dessen, was wir sind oder seiner Verneinung.

Wozu letztere Variante konsekutiv führen würde, ist abzusehen. Wir behaften uns selbst mit Komplexen, weil wir neidisch auf diejenigen sind, denen wir nacheifern, die vermeintlich das haben, wonach wir uns sehnen. Wir wollen uns selbst entkommen, weil wir unzufrieden sind, aber andererseits nicht ausreichend bereit, an uns zu arbeiten und schrittweise das zu eliminieren, was wir für unsere Schwierigkeiten verantwortlich machen. Eben weil wir Angst vor der Konfrontation mit dem Ich haben, das unser größter Kritiker und unser liebster Mensch zugleich ist.

Fischschwarm

In medias res: Wir sind meistens in Gesellschaft – nur nicht immer auch in Bester (Foto: Perlowa)

Tief in uns drinnen nämlich haben wir uns selbst furchtbar gern und scheuen daher, mit diesem Ego ins Gericht zu gehen, es zu hinterfragen und darin herumzuwühlen. Lieber betäuben wir uns mit allem, was uns vor die Flinte läuft – leider gibt es auf dem Gebiet auch menschliche Sedativa, die nur dazu dienen, uns zu bespaßen, uns abzulenken und damit das zu kompensieren, was wir Einsamkeit schimpfen. „Einsamkeit“, das ist streng genommen Definitionssache. Wir sagen, alte Menschen wären einsam, wenn sie niemanden als sich selbst haben, weil ihren Partner und Freunde unter den Händen weggestorben sind und sie eigentlich nur die nächsten sind, die auf dem Sofa den Sensenmann erwarten. Wir halten uns selbst für einsam, wenn wir Single sind, sprich niemanden haben, der sein Leben mit uns teilt. Im Umkehrschluss teilen wir damit aber auch unser Leben mit niemandem, was bedeutet, dass wir uns selbst zur Abwechslung die ungeteilte Aufmerksamkeit schenken können. Wenn wir nur wollen. Wenn wir das Alleinsein als das nehmen, was es oftmals ist: Zeit, um sich zu sammeln, seine Ziele neu zu stecken, zur Ruhe zu kommen, sich auf das zu besinnen, was zählt. Fehler zu überdenken und aus ihnen zu lernen. Und wann könnte man das alles besser als singend unter der Dusche oder beim Sortieren seines Büchersammelsuriums?

Diagnose: Heimscheißer. Symptomatiken des Nach-Hause-Pendlers

Es bedarf keines Arztes, um dieser Tage zu erkennen, welche Krankheit sich bei Studenten aller Fakultäten in extremer Ausprägung eingeschlichen hat: Kaum sind die Semesterferien angebrochen, schon fehlt von den meisten Kommilitonen jede Spur. Wer glaubt, sie wären bloß unterwegs auf reichlich ausgedehnter, für Studenten vermeintlich typischer Kneipentour, der muss sich schnell eines Besseren belehren lassen. Die Damen und Herren befinden sich in ihrem sogenannten „Zuhause“, welches mitnichten mit ihrem „eingetragenen Wohnsitz“ zu verwechseln ist.

 Ich habe mir das Phänomen kürzlich von einer Kommilitonin darlegen lassen – Sie leidet selbst seit Beginn ihres Studiums unter dem von mir spöttisch als „Heimscheißer-Syndrom“  betitelten Drang, an Wochenenden und zu jeder denkbaren Gelegenheit die sieben Sachen zu packen und zurück zu ihrem Elternhaus fahren. Zurück an den Ort des Grauens, würde manch einer behaupten, der sich an den Kleinkrieg vor und in der Abiturphase erinnert, als man es kaum noch erwarten konnte, endlich sein eigener (Haus-)Herr zu sein, sein Geschirr überall stehen und das Zimmer wochenlang ungeputzt zu lassen, ohne den erhobenen Zeigefinger mütterlicherseits fürchten zu müssen. Erstaunlicherweise gibt es allerdings mehr als genug junger Menschen, unter ihnen die besagte Kommilitonin, die den Freitag so ungeduldig erwarten wie Robinson Crusoe.

Diagnose: Heimscheißer. Symptomatiken des Nach-Hause-Pendlers

Heimatliebe: Home is where your heart is.
(Foto: C.Gartner)

Sie jedenfalls erklärte mir, dass „daheim“ dort sei, wo sich ihre Freunde befänden. Das leuchtet natürlich ein. Doch was ist mit all den Studiengefährten, die sie in ihren mittlerweile sage und schreibe zwei Jahren an der Universität kennengelernt hat? Ganz einfach – die machten es ja genauso. Mir drängte sich sogleich die Frage auf, ob sie nicht begreife, dass Freundschaften erst durch gemeinsam verbrachte Zeit, und dazu zählt für mich definitiv besonders die nach den Vorlesungen, wachsen. Wenn sich ihre Interaktionen mit allen aus Langeweile oder Not heraus gebildeten Bekanntschaften nur werktags abspielten, würde es mich nicht wundern, wenn sie ein Leben lang mit den immer gleichen Leuten aus dem Heimatdorf beisammen sitzt und über gute alte Zeiten plaudert – was doch wie 40 Jahre vorgespult klingt; Eindeutig eine Sache, der man sich im Alter widmen sollte, auf Klassentreffen oder bei unregelmäßigen Kaffeekränzchen. Aber jedes Wochenende dieselben Gesichter sehen müssen, mit denen man schon in der Grundschule auf dem Pausenhof schaukeln war? Nein danke, ich verzichte. Ganz offensichtlich bin ich nicht in der Provinz aufgewachsen, wo man sich beim einzigen Bäcker in der einzigen Straße begegnet und, jeden namentlich kennend, in grausigem Dialekt über das Wetter plauscht. Offenbar bin ich tatsächlich eine von denen, die der Auszug und damit das neue, eigenverantwortliche Leben nicht schnell genug ereilen konnte.

Das alles heißt natürlich nicht, dass ich mich nicht auf das Wiedersehen mit alten Schulfreunden oder das Abendessen made by Mutti freue. Es sollte nur eben etwas Besonderes bleiben. Der Alltag, Wochenende und ein Großteil der Semesterferien inklusive, findet hier statt. In der Wohnung, die ich, ganz im Gegensatz zu der Kommilitonin mit Heimscheißer-Marotte, heimelig hergerichtet habe. Die Betonung liegt hier ganz eindeutig auf „heim“! Dort, wo mein Kleiderschrank und mein Bücherregal stehen, wo ich studiere, um zu leben und nicht umgekehrt. Und auch wenn meine Ernährung seit dem Auszug von „Zuhause“ ein einziger McDonalds-Besuch ist: Geschissen wird weiterhin daheim.

Vorschau:  Und in der nächsten Woche meldet sich Kolumnist Sascha mit der Frage nach nützlichem Wissen in der Welt von Google und Co. zu Wort.

Die Wand ein bisschen schöner machen

Die Wand ein bisschen schöner machen

Die Colibri-Blüten: So soll es aussehen (Foto mit freundlicher Genehmigung von Wall Art)

Es ist soweit. Fünf Jahre sind vergangen, seit wir unsere Wohnung bezogen haben. Nach einem Kind und vielen, vielen Anhäufungen von Sachen, die wir brauchen oder irgendwann mal brauchen könnten, wurde es eng und enger. Von unserer Wohnungssuche, die mit dem gefundenen Haus endete, habe ich euch bereits berichtet. Gut war, dass die neuen Zimmer eigentlich bezugsfertig waren. Aber allesamt weiß wie Zahnpasta. Die Zeit war knapp, unmöglich konnten wir überall Farbe hinklatschen, wo wir es gerne etwas wohnlicher gehabt hätten. Die Idee: Wandtattoos.

Mit den Wandtattoos von Wall Art hatte ich bereits gute Erfahrungen gemacht. An unserer alten Küchentür steht heute noch – die Nachmieter freuen sich – „Zauberküche“ in dunklem Rot und in dem knalllila Flur meines Bruders habe ich ihm zum Einzug „Willkommen“ in Dutzenden Sprachen geklebt. Die Auswahl, die Wall Art bietet ist schon mal gigantisch. Vom einfachen Ornament über komplizierte Spezialbilder, vom Schriftzug bis zum Lieblingstier, hier gibt es für jeden Geschmack etwas.

Die Colibri-Blüten, die es auch auf Face2Face zu unserem Jubiläum zu gewinnen gab, haben uns so gut gefallen, dass wir sie gleich an unsere Wohnzimmertür kleben wollten. Mein Sohn hat mir fleißig geholfen, denn das Anbringen des Tattoos verläuft – grob gesagt – in drei Schritten. Zunächst muss das Wandtattoo auf die Übertragungsfolie gebracht werden. Da es aber schon so geliefert wird, dass die Übertragungsfolie auf einer Seite an dem Bild hängt, ist das nicht allzu schwer. Nochmal gut festdrücken, vor allem die filigranen Teile des Tattoos, dann vorsichtig die Folie abziehen. Am besten klappt das Übertagen wirklich mit dem Spatel, den es bei Wall Art gibt. Vor allem für den nächsten Teil, dem Anbringen an der Oberfläche, ist der Spatel nicht zu verachten.

Die Wand ein bisschen schöner machen

Kinderleicht? Das Festdrücken ist einfach und unkompliziert (Foto:Obermann)

Denn je nach Untergrund kann es schon mal schwieriger sein, das Tattoo an die Wand zu bringen, oder in meinem Fall: an die Tür. Sauber, also fett- und staubfrei sollte sie sein, und natürlich trocken. Und obwohl ich die Tür extra geputzt hatte, wollte sie einfach nicht so richtig sauber sein. Was in unsrer alten Wohnung und auch an der neuen Tapete wunderbar geklappt hat, denn im Kinderzimmer habe ich zur Freude meines Sohnes noch ein paar Katzen platziert, wurde an der Wohnzimmertür dann doch zur Geduldsaufgabe.

Eigentlich – die Erfahrung habe ich nun mehrmals gemacht – wird das Tattoo mit der Übertragungsfolie an die Fläche geklebt, wo es hängen soll. Nachdem es dann festgedrückt wurde, kann die Folie vorsichtig wieder abgezogen werden, das Tattoo bleibt hängen. Lediglich ganz feine Teile sollten dann noch einmal zusätzlich mit den Fingern festgedrückt werden. Es schadet auch nichts, das ganze Wandtattoo noch mal abzufahren. Es klebt und damit gut. Bei schwierigen Untergründen – wie meiner neuen Wohnzimmertür – sieht das Ganze etwas komplizierter aus. Der wenigste Teil des Tattoos blieb hängen, egal wie oft ich es mit der Folie an die Tür drückte. Also? Also habe ich die Folie stückchenweise abgezogen und das Wandtattoo mit Fingern und Andrückspatel vorsichtig an die Tür gebracht – dann hat es auch gleich geklebt, allein die Arbeit war etwas aufwendiger als sonst.

Die Wand ein bisschen schöner machen

Kann sich sehen lassen: Das Wandtatoo an der Wohnzimmertür (Foto: Obermann)

Das Ergebnis aber kann sich sehen lassen. Das helle Wandtattoo hebt sich super von der dunklen Tür ab und sieht einfach klasse aus. Allzulange dauert das Anbringen auch nicht, je nach Untergrund, Größe des Tattoos und Komplexität der Ausführung zwischen 15 Minuten und einer Stunde. Wer die Tipps zum Anbringen, die jeder Wall Art Lieferung beiliegen, berücksichtigt, ist klar im Vorteil. Wichtigstes Arbeitsmaterial ist aber Geduld. Denn wer es doch zu eilig hat und beim Abziehen der Folie nicht aufpasst, riskiert, dass sein Tattoo einreist. Das lässt sich zwar retuschieren, ärgert aber trotzdem.

Mein Fazit bleibt, dass Wandtattoos eine tolle Möglichkeit sind, Wände und Türen zu verschönern, ohne stundenlang den Pinsel schwingen zu müssen. Praktisch ist auch, dass das aufgeklebte Tattoo einfach wieder zu entfernen ist, sollte es irgendwann einmal nicht mehr gefallen. Einfach abziehen und fertig. Wir überlegen uns derweil, ob wir für das Schlafzimmer nicht auch noch eines holen.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Sascha über „Patchworkkultur“ als Kultur zum Selberbasteln.

Zusammenziehen – ja/nein/vielleicht?

Zusammenziehen – ja/nein/vielleicht?

Von links: Florian Büttner, Jule Frölich, Elvira Wilms, Sabrina Kuhn und Tobias Kloster (Fotos: privat)

„Liebe ist zwei Wohnungen gegen eine zu tauschen“ – so heißt es in einem von vielen „Liebe ist“-Sprüchen aus der berühmten Cartoon-Reihe von Kim Casali. Die Realität zeigt aber, dass sich heutzutage viele Paare noch nicht reif für den großen Schritt in Richtung gemeinsame Zukunft fühlen. Vor allem müssen gewisse Kriterien vorher erfüllt sein, damit die Entscheidung eines Zusammenzugs denkbar ist. Dass es sich dabei um etwas Besonderes handelt, sind sich die meisten einig. Es stellt sich nun die Frage, ab wann eine Beziehung bereit für den Zusammenzug ist. Face2Face hat sich an diese Frage gewagt und dazu fünf junge Menschen befragt.

„Natürlich ist der Zusammenzug etwas Besonderes, es markiert den Höhepunkt in der Beziehung und man möchte jede Nacht zusammen sein“, findet der 22-jährige Student Florian Büttner. Obwohl er selbst noch nie mit dem Gedanken gespielt habe, sei ein solcher Schritt nur dann möglich, wenn sich beide blind verstehen und dazu noch die finanziellen Mittel besitzen. Wichtig sei vor allem, dass man nicht in die Wohnung des anderen ziehe, sondern gemeinsam eine suche. Der 22-Jährige befürchtet nämlich, dass es sonst zu Streitigkeiten komme, da der zugezogene Partner sich zu stark anpassen müsse. Auf die Frage, was absolute No-Gos beim Zusammenleben wären, antwortet er: „Wenn der Partner nicht putzen kann und sich wegen jeder Kleinigkeit aufregt.“ Bei dem Gedanken „Zusammenzuziehen“ habe Büttner besondere Bedenken in Bezug auf die Harmonie einer Beziehung. Diese könne aufgrund von verschiedenen Ansprüchen und Geschmäckern, wie zum Beispiel die Einrichtung der Wohnung, leiden. Dennoch verbinde er mit diesem Schritt die gemeinsame Zukunftsplanung und ein eigenes Zuhause.

Auch Jule Frölich hat sich bisher keine ernsthaften Gedanken darüber gemacht. Allerdings sehe sie die Option „Zusammenzug“ als eine praktische und machbare Sache an, wie sie Face2Face berichtet. Schließlich würden ihr Partner und sie keine Termine für ein Wiedersehen mehr machen müssen, da sie sich beispielsweise abends noch Zeit füreinander nehmen könnten. Für die 19-jährige FSJ-lerin sei dies ein besonderer und gewaltiger Schritt in eine ernsthafte Langzeitbeziehung. „Entweder es klappt und man bleibt beieinander wohnen oder es klappt eben nicht“, äußert sie sich dazu. Eine Dramaqueenbeziehung sei für sie keine Grundlage dafür. Im Gegenteil, die Partner müssen sich ihrer Meinung nach gut verstehen, finanziell auf einen Nenner kommen und weitestgehend gleichberechtigt sein. Frölich vermutet, dass der Haushalt letzten Endes doch an der Frau hängen bleiben würde und das wolle sie auf keinen Fall. „Schon klar, man kann nicht über jede Kleinigkeit diskutieren, um am Ende auf eine gerechte Lösung zu kommen, aber grundsätzlich und im alltäglichen Leben sollte Gleichberechtigung herrschen.“ Ausgeschlossen sei ein „Zusammenzug“, wenn der Partner unmotiviert sei und nicht aktiv am gemeinsamen Leben teilnehmen möchte. Wann eine Beziehung reif dafür sei, ließe sich für die 19-Jährige nur schwer sagen. Großes Vertrauen und eine Mindestdauer von einem Jahr Beziehung sollten jedoch bestehen. Allerdings möchte sie sich darauf nicht festlegen, da zahlreiche Gründe, wie zum Beispiel beruflicher oder familiärer Art, mit in die Entscheidung fließen. „Das Schlimmste, was passieren kann, ist meiner Meinung nach, dass die Alltagsroutine die Liebe erstickt.“

Im Vergleich dazu hat Elvira Wilms bereits an das „Zusammenziehen“ gedacht. Das Thema Sicherheit ist ihr sehr wichtig. Daher seien eine langjährige Beziehung und Kompromissbereitschaft die Voraussetzung dafür. Zugleich müsse es finanziell stimmen – ein fester Arbeitsvertrag sei daher grundlegend. Besonders wichtig sei für die 22-jährige Fachangestellte für Bürokommunikation ein Zimmer, in dem sie sich zurückziehen könne. „Sollte dies nicht gegeben sein, wird ein Zusammenzug sehr schwierig werden“, so Wilms. In ihrem Umfeld habe sie Paare gesehen, die nach drei Monaten Beziehung diesen Schritt gewagt und sich dann getrennt haben, weil es ihrer Meinung nach zu früh war. Für die 22-Jährige ist das Zusammenziehen mit ihrem Partner schon gleichbedeutend mit Heirat, denn „immerhin sieht man dann den Partner jeden Tag und muss mit seinen Macken zurechtkommen.“ Außer der Angst sich auf die Nerven zu gehen, habe Wilms im Großen und Ganzen keine Bedenken. „Ich wünsche mir, dass mit dem Zusammenzug ein Anfang für eine gemeinsame Zukunft geschaffen werden kann. Die Beziehung sollte nicht einschlafen, sondern mit dem Zusammenzug trotzdem wachsen“, so die 22-Jährige im Gespräch mit Face2Face.

Erst in ihrer jetzigen Beziehung kam das „Zusammenziehen“ für die 23-jährige Sabrina Kuhn in Frage. Sie hätte von Beginn an mit dem Gedanken gespielt und es letztendlich nach vier Monaten Beziehung durchgezogen. Absolute Ehrlichkeit und Vertrauen seien für die Studentin und Angestellte bei der Drogerie Müller unverzichtbar. Die Bereitschaft eines „Zusammenzugs“ zeige sich darin, dass man nicht ohne den Partner aufwachen möchte und sich auf einen gemeinsamen Alltag freue. Auch wenn eine Beziehung schon Jahre dauere und man die Ticks des anderen kenne, hieße das für Kuhn noch lange nicht, dass ein „Zusammenleben“ funktionieren würde. Ansonsten hätte die 23-Jährige auf ihr Bauchgefühl gehört und sei der Meinung, „dass man es einfach weiß, wenn man soweit ist, diesen Schritt zu gehen.“ Unehrlichkeit und Misstrauen sprechen ihrer Meinung nach gegen eine gemeinsame Wohnung – ebenso wie wirtschaftliche Differenzen der Partner. Schließlich führe das zur finanziellen Abhängigkeit und könne viele Komplikationen verursachen. Etwas Gewöhnliches sei der „Zusammenzug“ für Kuhn keinesfalls, denn ab diesem Zeitpunkt teile man alles mit seinem Partner. Einen Rückzugsort gebe es ihrer Ansicht nach nicht im gemeinsamen Haushalt, da man sich dem Partner praktisch voll und ganz öffne. „Das ist auch eine gewisse Prüfung für die Beziehung“, ist sich die junge Frau bewusst. Obwohl Kuhn sich recht früh sicher war, habe sie auch Bedenken gehabt, was den Zusammenzug mit ihrem Partner betraf. Vor allem, ob sie sich ihm vollkommen öffnen könne. Weiterhin habe sie befürchtete in punkto Haushalt und Ordnung, sowie beim Geschmack in Bezug auf die Dekoration dem Partner nicht gerecht zu werden. Glücklicherweise haben sich diese Bedenken nicht bestätigt, denn derzeit sind die 23-Jährige und ihr Partner an einem Hausbau tätig. Für die Zukunft habe sie den Wunsch, weiterhin eine harmonische Beziehung zu führen und ein ganzes Leben vereint zu sein. Abschließend äußert sie: „Heiraten kann jeder, aber es zu schaffen, jahrelang zusammenzuwohnen, das ist mehr wert.“

Zusammenziehen – ja/nein/vielleicht?

Keine einfache Frage: Willst du mit mir zusammenziehen? (Foto: Sharifi)

Zu Beginn sollte man sich vergewissern, dass ein „Zusammenzug“ eine langfristig und ernst gemeinte Sache sei, findet Tobias Kloster. Der 21-jährige Student legt viel Wert auf einen ähnlichen, aber nicht gleichen Musikgeschmack, denn sonst könne es irgendwann öde werde. Mangelnde Hygiene, die Farbe Rosa und Kompromisslosigkeit wie zum Beispiel der Verzicht auf schlechte Musik oder Castingshows, die das Fernsehprogramm bestimmen, seien kontraproduktiv. Obwohl er der Ansicht ist, dass eine Beziehung nie reif für den Schritt in die gemeinsame Zukunft sei, sehe er es durchaus als etwas Besonderes an. Zum Thema Bedenken offenbart er: „Bedenken kaum, eher Angst, dass es nicht funktioniert, die Partner sich hassen und sich auf der Straße nicht mehr ansehen.“ Selbstverständlich hofft der 21-järige Student, der gerade mit seiner Freundin in eine Wohnung gezogen ist, „dass es so nie wird natürlich.“

Vorschau: Nächste Woche gibt es hier einen interessanten Testbericht über die More Blond-Serie von Balea. Dabei könnt ihr fünf Sets aus jeweils Shampoo&Spülung gewinnen.

Der Countdown läuft – nur noch wenige Stunden bis das Gewinnspiel der Tipps&Tricks-Redaktion endet. Weitere Infos findet ihr HIER.

Zu wenig Platz für zu viel Mensch

Wir brauchen eine größere Wohnung. Das wissen wir schon länger. Unsere Wohnung platzt aus allen Nähten. Überall, wo wir dachten, es passt kein Schrank mehr hin, haben wir doch noch einen hin gequetscht. Auf meinem Schreibtisch stapeln sich Bücher, weil die Regale voll sind und ich nicht darauf verzichten kann. Wir brauchen eine größere Wohnung. Hinzu kommt, dass unser vierjähriger Sohn kein eigenes Zimmer hat, weil sein Vater das dritte Zimmer als Arbeitszimmer braucht. Wir brauchen also so was von einer größeren Wohnung.

Übers Internet - so laufen heute viele Wohnungssuchen ab (©Rainer-Sturm_pixelio.de)

Übers Internet – so laufen heute viele Wohnungssuchen ab (©Rainer-Sturm/pixelio.de)

Seit einem Jahr etwa klicken wir uns auf Seiten wie „Immobilienscout24“ umher, sichten Angebote, reden darüber – und finden immer wieder Ausreden, doch nichts zu machen. Zuerst war es: „Jetzt warten wir erst mal bis sein Referendariat vorbei ist, vorher hat es keinen Sinn“. Klingt ja auch logisch. Also haben wir gewartet, gesichtet, geredet und Anfang des Jahres uns dann die ersten Objekte angeschaut. Eines der ersten war ein Haus, relativ günstig, passende Lage. Aber sonst passte nichts. Ein Innenhof zum Albträumebekommen, 90 Prozent Durchgangszimmer, ein riesiges Bad mit einer winzigen Wanne und irgendwie so ganz ohne Waschmaschinenanschluss. Also dann doch lieber nicht. Doch ein Haus wäre ja auch nicht verkehrt, überlegten wir. Immerhin, mit Kind und Katze, in der Kleinstadt, das könnte passen. Wäre doch schön.

Wir warteten wieder etwas und weil es keine Wohnungen zu geben schien, schauten wir uns im sonnigen Frühling ein zweites Haus an. Mit Dutzenden Wandschränken, geräumigen Zimmern, einer riesigen Garage, einem passablen Hof und etwas Garten. Aber: viel zu teuer. Momentan nicht bezahlbar, für einen Aushilfslehrer und eine Hilfskraft an der Uni. Wir bissen uns auf die Lippen, sagten ab und waren gefrustet. Wegen Eurokrise oder Wirtschaft, irgendeinen Grund musste es haben, gab es keine Wohnungen, die groß genug gewesen wären und erst recht keine Häuser, die wir uns leisten konnten.

Zu wenig Platz für zu viel Mensch

Angebote? Der Wohnungsmarkt ist momentan leer, dann statt Wohnung vielleicht doch gleich ein Haus (©Rainer-Sturm/pixelio.de)

Währenddessen wuchs unser Platzmangel. Unser Sohn hatte Geburtstag – noch mehr Spielsachen – wir heirateten – überhaupt mehr Sachen. Nur der Platz wollte nicht mehr werden. Während ich unseren neuen Bowle-Behälter auf das Bücherregal räumte und unser Buffet dank der vielen Tassen nicht mehr richtig zugeht, warteten wir und warteten. Hatte denn niemand Mitleid mit einer kleinen Familie, die einfach nur ein Zimmer mehr haben wollte? Wir fragten – Kleinstadt eben – Familie und Bekannte, blätterten in den örtlichen Wochenzeitungen. Alles, was wir fanden, war eine Wohnung im zehnten Stock, die miefte und auch nicht größer war als das, was wir schon hatten.

Ich sah uns schon auf ewig hier versauern, ohne Kinderzimmer, bald über sorgsam hingestellte Kartons steigend, weil auf den Regalen schon lange kein Platz mehr ist. Vielleicht im Herbst – hofften wir, denn unsere Suchanfragen hatten seit Wochen keine neuen Objekte rausgespuckt. Mit drei Zimmern wären wir überschüttet worden. Aber drei Zimmer haben wir, drei Zimmer reichen eben nicht. Mindestens vier brauchen wir.

Es war der Mittwoch vor den Kindergartenferien, dieser Artikel war schon angesetzt, mit offenem Ende noch – ob wir je etwas fänden? An der Pinnwand gegenüber der Garderobe meines Sohnes (Schicksal?) hing ein einfacher Zettel, den ich kurzerhand mit dem Handy fotografierte. Wenig Infos: Haus in zentraler Lage zu vermieten. Zwei Toiletten, stand da, und fünf Zimmer. „Kann ja nicht schaden“, sagte ich zu meinem Mann, als ich wieder zu Hause war, und rief gleich an. Keiner hob ab, also setzte ich mich an die Arbeit. Doch bald klingelte das Telefon und nach kurzer Verwirrtheit war klar: Das ist die Vermieterin. Wir machten nur kurz einen Termin aus, klärten das Wichtigste und ich war selig. Das Haus war bezahlbar. Günstiger als ein Haus, das wir uns erst ein paar Tage zuvor angeschaut hatten: Das hatte gemuffelt, wir brauchten eine neue Küche, null Dämmung, weiter weg von der KiTa, als mir lieb war, aber noch passabel. Nur etwas zu teuer. Der Makler wollte sehen, ob sich was machen lässt, wir warteten. Und dieses Haus? Ideal. Keine fünf Minuten von unserer Wohnung weg, kleiner Garten, gerade genug für mich, die ich ohnehin kaum Zeit habe neben Uni, Kind, Schreiben. Die Küche konnten wir übernehmen, nicht billig, aber ein Traum für jemanden, der bisher zwei Quadratmeter als Küche gehabt hat. Mit Kinderzimmer und Spielzimmer und Arbeitszimmer. Alles da. Wir waren sofort Feuer und Flamme, hätten am liebsten sofort unterschrieben. Einen Tag später weihten wir unseren Sohn ein, zeigten ihm das Haus, auch er war sofort begeistert, rannte auf dem Rasen seine Kreise.

Erst zu den Herbstferien ziehen wir um, doch die Zeit vergeht schnell. Hier einpacken, da ummelden, Nachmieter, neue Couch – alles ist plötzlich da und ging dann doch so leicht. Ganz ohne Makler, ganz ohne Internet, ganz ohne Stress. Hätten wir das nur früher gewusst.

 Vorschau: Nächste Woche schreibt Sascha gegen das Vorurteil, alte Menschen seien langweilig und träge.

Alles rund ums Wohnen

„Immobilienvermittlung mit Herz“ – das ist der Leitspruch von Annett Schubert. Die 43-jährige Immobilienfachwirtin vermittelt Häuser und Wohnungen im Raum Speyer, gelegentlich aber auch mal in Mannheim, Ludwigshafen und Neustadt. Ihre Tipps für alle, die sich nach den eigenen vier Wänden sehnen, lest ihr im Face2Face-Interview.

Face2Face: Mieten oder kaufen? Was sagen Sie in Anbetracht der aktuellen Lage?
Schubert: Kaufen. Zurzeit sind die Zinsen noch günstig und es lohnt sich, unverbindlich bei einem Finanzberater die eigenen Möglichkeiten durchrechnen zu lassen.

Alles rund ums Wohnen

Mit Herz bei der Sache: Immobilienfachwirtin Annett Schubert (Foto: privat)

Face2Face: „Immobilienvermittlung mit Herz“ ist auf Ihrer Internetseite zu lesen – was bedeutet das für Sie und Ihre Kunden?
Schubert: Für mich bedeutet das achtsamer Umgang mit den Menschen. Die Immobilie ist eine Sache, doch im Mittelpunkt steht der Mensch. Verkäufer hängen oft mit Herz und Seele an ihrer Immobilie. Die Käufer wiederum stehen vor einer Lebensentscheidung. All dies bedarf über die fachliche Kompetenz hinaus noch sehr viel mehr an Verständnis, Einfühlungsvermögen und Menschlichkeit. Und genau das vermissen viele Kunden besonders in unserer Branche. Das Vertrauensverhältnis, das so zwischen mir und dem Käufer entsteht, gibt diesem Sicherheit,  innere Ruhe und Zufriedenheit. Und genau diese Kombination aus Fachwissen und Empathie führt letztlich zum besten Erfolg.

Face2Face: Auf was sollte man selbst als Kunde und Interessent einer Immobilie achten? Ist es ratsam sich immer auf den Makler zu verlassen oder ist auch mal Eigeninitiative gefragt?
Schubert: Achten sollen Sie als Käufer zum Beispiel auf Ihren finanziellen Rahmen, der besser vor Beginn der Suche abgesteckt wird. Außerdem ist zu beachten, welche Renovierungen anstehen. Gegeben falls sollte ein Fachmann hinzugezogen werden.  Bei Eigentumswohnungskauf ist es wichtig, auf Rücklagen und eventuell geplante Aufwendungen für Reparaturen zu achten. Auch die Lage ist entscheidend.
Käufern biete ich ein Immobiliencoaching an, bei dem wir zunächst alle Bedürfnisse und Wünsche heraussuchen und auch die Kompromisse. Bei der Suche sollte man sich nie nur auf einen Makler verlassen, sondern das ganze Suchgebiet im Visier behalten. Beim Kauf ruhig Fachleute des Handwerks hinzuziehen. Makler sind keine Handwerker und selten Bausachverständige. Der Eigentümer allerdings sollte bei Verkauf oder Vermietung nur einen Makler des Vertrauens wählen und ihn seine Arbeit machen lassen. Viele Köche verderben den Brei – so ist es auch beim Verkauf.

Alles rund ums Wohnen

Schlicht: Das Logo der Immobilienvermittlung (Foto: privat)

Face2Face: Ihr Berufsstand wird gelegentlich kritisch beäugt. Denken Sie es gibt unter Ihren Kollegen auch schwarze Schafe und wenn ja, woran erkennt man diese als Kunde?
Schubert: Ja, hier in Deutschland stimmt das leider, dass das Image des Maklers oft eher schlecht ist. Dazu gab es in den letzten Jahren zu viele Menschen, die ohne Ausbildung  einfach ein Maklergewerbe angemeldet haben. Für den Kunden ist es oft schwer zu erkennen, wer Hobbymakler ist oder wer sich zum Beispiel gerade neu auf dem Markt ausprobieren will. Ich empfehle, mehrere Makler anzusprechen und danach erst zu wählen.

Face2Face: Wodurch zeichnet sich im Gegensatz dazu ein wirklich guter Makler aus? Woran kann man ihn erkennen?
Schubert: Ein guter Makler hat bereits Erfahrung, eine fundierte Ausbildung und bildet sich auch regelmäßig weiter. Er hat einen professionellen Internettauftritt und der Kunde sieht auf seiner Homepage, wie der Makler die Immobilien anbietet. Hochwertige Präsentationen in Form von professionellen Fotos, Grundrissen und Beschreibungen, sollten sofort ersichtlich sein. Auch darf die Vorstellung seiner Person nicht fehlen.  Ein guter Makler nimmt sich der Immobilie an und arbeitet nur im Auftrag. Und wenn dass alles zutrifft, ist Ihr Makler dann der, der zu Ihnen passt und bei dem ihr Baugefühl JA sagt.

Face2Face: Was halten Sie von Serien wie „Mieten, kaufen, wohnen“? Realitätsnah oder eher –fern?
Schubert: Ich bin kein Freund der Serie und einige meiner Kunden halten sie für eher realitätsfern.

Face2Face: In welchem Stadtteil Speyers ist es am günstigsten und wo am schönsten zu wohnen?
Schubert: In Speyer ist es überall schön zu wohnen. Am teuersten ist die Region im Oberkämmer. Speyer Nord dagegen wird oft in den Köpfen abgewertet. Leider. Meiner Meinung zu Unrecht, denn auch da gibt es schöne Immobilien. Anschauen lohnt immer. Jede Stadt hat ihre Gebiete, die teurer sind und die, die günstiger sind. Und jeder ist dort zu Hause, wo er sich wohl fühlt. Für mich ist das Speyer.

Face2Face: Ihre Tipps, für alle, die gerade auf der Suche nach einer passenden Immobilie sind:
Schubert: Gut vorbereitet auf den Markt gehen, das heißt genau wissen, was man wirklich will, was man haben muss und was man sich auch leisten kann. Außerdem sollte man Adressen, wie die von Architekten und andere Handwerker schon in der Tasche haben. Raum für Kompromisse lassen und vorher abstecken. Die Finanzierung bei Immobilienkauf kann man schon vorbereitet in Petto haben. Schließlich bei Entscheidungen die berühmte Nacht darüber schlafen – doch wenn es passt: nie zu lange warten.
Mietinteressenten empfehle ich, die gewünschten Papiere – Einkommensnachweise  der letzten drei Monate, Schufa- Auskunft und Mieterselbstauskunft – schon parat zu haben. Wenn dann die Traumwohnung dabei ist, können Sie sofort zuschlagen.

Kontakt:
Postanschrift: Hohenstaufenstr. 11
67346 Speyer
Telefon: 06232/6768701
Homepage: http://www.schubert-immobilien.de/

Vorschau: Nächste Woche gibt´s den fünften Teil meiner Ausgehtippsserie. Ich stelle euch nicht nur eine tolle Location in Schwetzingen vor – es gibt auch etwas zu gewinnen. Lasst euch überraschen!