ESC – Jedes Jahr aufs Neue

Auch dieses Jahr ist es wieder soweit. Die europäische Musikwelt steht Kopf, denn nächsten Samstag ist der Eurovision Song Contest (ESC). Wir haben für euch die Fakten zum ESC 2015 gesammelt, wollen einen Blick auf die diesjährige deutsche Vertreterin werfen und im Schnellfaktencheck die Historie des Musikwettbewerbs unter die Lupe nehmen.

Bunt: So bunt wie die Farben der Flaggen ist auch die facettenreiche Musik Europas. (Foto: V.Wahlig)

Bunt: So bunt wie die Farben der Flaggen ist auch die facettenreiche Musik Europas. (Foto: V.Wahlig)

ESC 2015

Der diesjährige Eurovision Song Contest wird zum 60. Mal ausgetragen und findet vom 19. bis 23. Mai 2015 in Wien statt. Die österreichische Hauptstadt ist zum zweiten Mal Austragungsort. 1966 holte Udo Jürgens den Sieg nach Österreich und im drauf folgenden Jahr war das europäische Musikspektakel zu Gast in Wien. Im letzten Jahr gewann Conchita Wurst den Musikwettbewerb und holte somit zum zweiten Mal den ESC in die österreichische Hauptstadt. Mit ihrem Song „Rise like a Phoenix“ erreichte sie in Dänemark den ersten Platz.

Besonderheit dieses Jahr: am europäischen Wettbewerb nimmt erstmals auch Australien teil, das auf eine Einladung der European Broadcasting Union (EBU) folgt. Insgesamt nehmen 40 Länder teil.

Das diesjährige Motto lautet „Building Bridges“ (Brücken bauen) und wirft damit auch einen Blick auf die momentane politische und gesellschaftliche Lage Europas.

Moderiert wird die Veranstaltung von Alice Tumler, Arabella Kiesbauer und Mirjam Weichselbraun. Conchita Wurst wird den Green Room moderieren.

Bei uns läuft der Hauptwettbewerb, ohne die Vorentscheidungsrunden, am Samstag, 23. Mai in der ARD.

Die deutsche Vertreterin

Deutschland schickt keinen großen Star der deutschen Musikwelt in den Ring, sondern hofft auf den Esprit der Newcomerin Ann Sophie. Ihr Song heißt „Black Smoke“.

Nachdem sie sich im Februar 2015 im Clubkonzert gegen neun weitere noch unbekannte Künstler im Kampf um die Wildcard durchsetzen konnte, bekam Ann Sophie einen Platz in der deutschen Vorentscheidssendung.

Dort unterlag sie zwar eigentlich in der Zuschauerabstimmung gegen Andreas Kümmert, dieser lehnte allerdings seinen Startplatz zu Gunsten der Newcomerin ab.

Ihre Chancen werden insgesamt von als eher mäßig eingeschätzt. Wir sind dennoch gespannt, welchen Platz die 24-Jährige macht.

Fakten zur ESC-Geschichte

  • “Save our kisses from me“ von Brotherhood Of Man (1976) ist der meistverkaufteste Siegertitel. Die meisten glauben, dass es der ABBA-Hit „Waterloo“ von 1974 ist.
  • In den Anfangsjahren durften beim ESC nur Solokünstler oder Duos auftreten. Mittlerweile liegt die Höchstgrenze bei sechs Personen.
  • Der kürzeste Song, der jemals beim ESC gesungen wurde, war zwölf Sekunden lang. Interpretiert hat ihn die britische Sängerin Patrica Bredin. Höchstdauer der Performance liegt bei drei Minuten.
  • Die kommerziell erfolgreichsten deutschsprachigen Lieder waren Nicoles „Ein bisschen Frieden“ von 1982 und „Dschinghis Khan“ von 1979.
  • Lena Meyer-Landruth war die zweite ESC-Gewinnerin, die versuchte ihren Titel im Folgejahr zu verteidigen.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier einen Beitrag über ein Festival in Berlin.

Vier Schwestern und der Kampf um den ESC

Spätestens seit Lenas „Satellite“ sind auch wir in Deutschland alle ein bisschen Eurovision Songcontest (ESC). Bereits seit über 50 Jahren ist dieser Wettbewerb eines der Highlights der europäischen Musikwelt. Ob Newcomer wie die Siegerin des letzten Jahres, Conchita Wurst, oder alt eingesessene Künstler, wie das schwedische Quartett ABBA – der ESC war und ist schon immer ein anziehendes Ereignis.

Spannend für die deutsche Musikwelt ist der Vorentscheid für die Auswahl des diesjährigen deutschen Vertreters. Seit einigen Jahren haben dabei nicht nur die großen Stars des Business die Möglichkeit für Deutschland anzutreten, auch Newcomer bekommen die Chance im Clubkonzert eine begehrte Wildcard zu ergattern. Am 19. Februar ist es in Hamburg wieder so weit, der Kampf um die Wildcard zum Vorentscheid wird eröffnet. Zehn junge Künstler und Bands werden an diesem Abend gegeneinander antreten, um ihrem Traum von einer Teilnahme am ESC ein Stückchen näher zu kommen. Mit dabei ist auch die Wiesbadener Band „Ason“ und genau mit ihnen waren wir für euch im Interview.

Vorab: Ason, das sind Dorotea (20), Lillie (18), Joella (16) und Mickelina (12). Musik steckt den vier Schwestern im Blut. Das Singen hat ihnen ihre schwedische Mutter, die Sängerin ist, mit auf den Weg gegeben. Ihr Gefühl für Rhythmus haben die Wiesbadenerinnen vom Vater, der Schlagzeuger ist. Neben Schlagzeug spielen die jungen Musikerinnen auch Klavier, Gitarre und Bass. Ihr Song für den ESC heißt „Hey You“ und erzählt die Geschichte von einem Wiedersehen und von gemeinsamen Erinnerungen zweier Personen. Ihre Musik bezeichnen die vier Künstlerinnen generell mit den Worten „New. Free. Sound“.

Musikalisch: Musik liegt den vier Schwestern in den Genen. (Foto: Ason/ Jonathan Gaubatz)

Musikalisch: Musik liegt den vier Schwestern in den Genen. (Foto: Ason/ Jonathan Gaubatz)

Face2Face: „Eure Band heißt Ason. Was bedeutet der Bandname?“

Ason: „Der Name Ason ist eine Abkürzung von unserem Nachnamen Andersson. In   Schweden gibt es viele ähnliche Namen wie Eriksson, Svensson, Pettersson oder eben auch Andersson. Manche Schweden schreiben dann ihren Nachnamen einfach verkürzt auf. Man nimmt den ersten Buchstaben ein Semikolon und dann „son“. Bei uns wäre das dann zum Beispiel A:son. Wir haben jedoch beschlossen das Semikolon einfach wegzulassen.“

Face2Face: „Seit wann macht ihr Musik und wie habt ihr die Liebe zur Musik entwickelt?“

Ason: „Gefühlt: schon immer. Wir sind einfach mit Musik aufgewachsen. Das geht wahrscheinlich nicht anders mit so musikalischen Eltern. Wir haben schon als kleine Kinder gesungen und getanzt. Musik war und ist schon immer Teil unseres Lebens. Mit richtigem Musikunterricht haben wir mit circa sechs Jahren angefangen. Als Ason machen wir jetzt seit etwa eineinhalb Jahren Musik.“

Dorotea: Vor allem kommt die Liebe zur Musik auch vom Hören und Erleben. Ich war schon sehr früh bei den Auftritten meines Vaters dabei und durfte Musik live erleben. Schön ist es, wenn man sieht was Musik bei Menschen auslöst. Wenn man anfängt Musik mit dem Herzen zu fühlen und vor allem zu verstehen, dann kommt alles andere von allein.

Face2Face: „Habt ihr musikalische Vorbilder? Und gibt es Künstler, mit denen ihr gerne zusammenarbeiten würdet?“

Ason: „ Musikalische Vorbilder sind für uns Künstler wie Ed Sheeran, Goythe, The Script, U2, Peter Gabriel, Peter Fox, Sting und noch so einige andere. Und nicht zu vergessen natürlich auch unser Papa. Natürlich würden wir gerne mit unseren musikalischen Vorbildern mal gerne zusammenarbeiten, auch Andreas Bourani, George Ezra, Darwin Deez, Robyn, Kiefer Sutherland, Benedict Cumberbatch oder Martin Freemann würden auf so einer Liste ganz oben stehen.“

Face2Face: „Wie beschreibt ihr eure Musik jemandem, der noch nichts von euch gehört hat?“

Ason: „ Das was wir mit unserer Musik vor allem erreichen wollen, ist das wir etwas in anderen auslösen. Deshalb ist die Musik so wie wir sind – einfach bunt.“

Face2Face: „Für euch steht nun ein ganz besonderes Konzert an. Im Clubkonzert kämpft ihr um eine Wildcard für den ESC Vorentscheid? Wie kam es dazu und vor allem was fühlt ihr dabei?“

Ason: „Wir haben noch am Tag des Anmeldeschlusses unser Video eingereicht. Einige Tage später wurden wir angerufen, mit der Nachricht, dass wir dabei sind Es war ziemlich überraschend. Im Moment sind wir sehr gespannt, denn diese Zeit ist besonders aufregend aber gleichzeitig total schön. Jetzt heißt es erst einmal proben, proben, proben. Aber die Freude auf die nächste Zeit überwiegt.“

Face2Face: „Zu guter Letzt die Frage: wann und wo können wir euch hören? Wann kommt euer Album raus?“

Ason: „Also erst einmal dürft ihr natürlich am 19.Februar um 22 Uhr im Norddeutschen Rundfunk (NDR) mit uns mit fiebern und für uns Voten. Das Album werdet ihr dann hoffentlich bald in den Händen halten. Für dieses Jahr stehen schon einige Termine an. Die findet ihr übrigens immer ganz aktuell auf unserer Facebook-Seite: www.facebook.de/asonband.“

Die Face2Face-Musikredaktion wünscht Ason viel Erfolg beim Kampf um die Wildcard. Auch wenn die Band mit einem kleinen Wermutstropfen in den Ring steigt. Das Mindestalter beim ESC liegt für Teilnehmer bei 16 Jahren. Mickelina, die erst zwölf Jahre alt ist, wird nicht live auf der Bühne stehen können, sondern legendlich beim Auftritt eingeblendet werden.

Tee, Trend und Tradition: Wiener Kaffeehäuser

Auf dem Silbertablett serviert: Kaffee und heiße Schokolade (Foto:Dreer)

Auf dem Silbertablett serviert: Kaffee und heiße Schokolade (Foto: Dreer)

Tradition, Kaffee, Gemütlichkeit: Das sind nur einige der Begriffe, die einem durch den Kopf schießen, wenn man an die Wiener Kaffeehäuser denkt. Der Ursprung der berühmten Kaffehäuser liegt in einer Legende: Nach der Türkenbelagerung 1683 überließen die Türken dem polnischen Geschäftsmann und Dolmetscher Franz Georg Kolschitzky 300 Säcke mit Kaffeebohnen, bevor sie fluchtartig die Stadt verließen. Dieser sei es auch gewesen, der noch im selben Jahr das erste Kaffeehaus der Stadt eröffnete, welches er „Zur blauen Flasche“ taufte. Andere Quellen jedoch behaupten der Armenier Johannes Diodato habe 1685 den ersten Kaffeeausschank in Wien betrieben.

Doch was ist das Besondere an der Wiener Kaffeehauskultur, die sogar seit 2011 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehört? „Ins Kaffeehaus gehen Leute, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen.“, sagte einst Schriftsteller und Feuilletonist Alfred Polgar. Vor allem im 19. und Anfang des 20. Jahrhundert waren die urigen Kaffeehäuser bei Künstlern, Literaten und anderen Intelektuellen beliebt. Das gemütliche Ambiente diente als Ort des Gedankenaustauschs und Schreibens, zudem hat man bis heute die Möglichkeit aus einem Angebot von dutzenden verschiedenen Zeitschriften und Tageszeitungen zu wählen. Zunehmendes Interesse an der Kaffeehaus-Tradition kann man seit den 1990er Jahren erkennen, sodass die Wiener Kaffeehäuser keinesfalls als unmodern oder überholt bezeichnet werden können.

Ein Genuss: Ein Stück Schoko-Torte der Konditorei "Demel" (Foto:Hohmann)

Ein Genuss: Ein Stück Schoko-Torte der Konditorei „Demel“ (Foto: Hohmann)

Das kulinarische Angebot reicht von Kuchen und Torten bis hin zu kleinen Speisen wie Würstel oder auch verschiedene Mehlspeisen. Das Besondere im Vergleich zu anderen Cafés ist, dass man ungestört Stunden dort verweilen kann, ohne dass die Kellner in immer kürzeren Abständen eine neue Bestellung aufnehmen möchten. Im Gegenteil: Die Kellner servieren traditionell auf einem Silbertablett zu jeder Tasse Kaffee oder Tee ein Glas Wasser, was in den Wiener Kaffeehäusern als Selbstverständlichkeit angesehen wird. Beim Verzehr der Getränke und Speisen hat man die Gelegenheit, es sich in den „Schanigarten“, also im Sitzbereich vor dem Café, gemütlich zu machen.

Rund 500 Kaffeehäuser verteilen sich quer durch Österreichs Hauptstadt. Die drei Bekanntesten möchten wir euch vorstellen.

Das Café Hawelka ist wohl das traditionsreichste Kaffeehaus im Stadtbezirk. Im Jahre 1939 eröffnet das frisch vermählte Ehepaar Leopold und Josefine Hawelka das Kaffeehaus. Die Einrichtung hat sich seitdem kaum verändert, wodurch man sich beim Eintreten in das Lokal in eine andere Zeit versetzt fühlt. Empfehlenswert sind die hausgemachten Buchteln (Hefegebäck) mit Vanillesoße. Ein Besuch lohnt sich also!

Von Außen: Das Hotel Sacher (Foto: Dreer)

Von Außen: Das Hotel Sacher (Foto: Dreer)

Ein weiteres bekanntes Kaffeehaus ist das Café Sacher, wo man selbstverständlich ein originales Stück Sacher-Torte kosten muss. Das Café ist an das Hotel Sacher gekoppelt und befindet sich gegenüber der neuen Oper. Dementsprechend ist es sehr zentral gelegen. Durch den vorhandenen Wintergarten kann man das turbulente Treiben außerhalb beobachten und sich trotzdem einen Moment Ruhe gönnen.

Das Café Sperl ist eines der ältesten Kaffeehäuser in Wien und gleichzeitig denkmalgeschützt. Seit der Eröffnung 1880 wird dort die Sperl Torte angeboten, die wegen der Mischung aus Vanille, Zimt, Milchschokolade und Mandelmasse eine wahrhaftige Leckerei ist.

Und, läuft euch auch schon das Wasser im Mund zusammen? Dann schaut doch bei eurem nächsten Städtetrip in Wien mal in einem der zeitlosen Kaffeehäuser vorbei und genießt einen Schluck Wiener Melange, die österreichische Kaffeespezialität, oder ein Stück der originalen Sacher-Torte.

Wer sich für traditionelle Cafés aus der Region interessiert, sollte sich unsere Serie hierzu nicht entgehen lassen. Zu Teil 1 geht’s HIER.

 Vorschau: Nächste Woche starten wir mit unserer kulinarischen Reihe. Den Anfang macht Württemberg!

Mit Pete Doherty auf Tour: Die Britrock-Band Atomic

Das bayrische Furth im Wald an der Tschechischen Grenzen ist nicht gerade eine Hochburg für Indiebands. Dennoch schaffte es die Britrock-Band „Atomic“  mit dem Titelsong „Oh Suzanne“ zur Studentenkomödie „13 Semester“ national bekannt zu werden. Auch auf internationale Auftritte, wie beispielsweise in England, Tschechien, Österreich und der Schweiz können die fünf Jungs zurückblicken. Aufgrund ihres typisch britischen Sounds werden sie auch als die „Deutschen Oasis“ betitelt. Mit Face2Face sprach „Atomic“ unter anderem über ihr drittes Album „Heartbeater“, Fußball und ihre Liebe zur Stadt Wien.

Mit Pete Doherty auf Tour: Die Britrock-Band Atomic

Die deutsche Atwort auf „Oasis“: die Britrock-Band „Atomic“ aus Furth im Wald, Bayern (von links): Dominik Teubert (Bass), Thomas Schedlbauer (Schlagzeug), Thomas Marschel (Sänger), Rainer Marschel (Sänger/Gitarre) und Daniel Mederer (Gitarre/Begleitgesang) (Foto: Manuel Federl, offizielles Pressefoto)

Face2Face: Durch die Verwendung eures Songs „Oh Suzanne“ in der Studentenkomodie „13 Semester“ mit Alexander Fehling, Tobias Jundt und Robert Kwisdek wurdet ihr national bekannt. Wie kam es zu der Verwendung eures Songs?
Atomic: Unspektakulärer als es vielleicht erscheint: Ein Verlag aus Deutschland fragte an für die Verwendung des Songs für den Film an. Zur engeren Auswahl gehörte noch „Soul Sister“ – entschieden wurde sich dann letztendlich für „Oh Suzanne“. Eine sehr eingängige und auch tanzbare Melodie, solche Lieder sollten wir öfters schreiben (lachen).

Face2Face: Ihr wart mit Pete Doherty auf Tour, dem wohl letzten lebenden Rockstar nach dem Tod von Amy Winehouse. Wie waren eure Eindrücke?
Atomic: Man muss ihn sich genau so vorstellen wie er in den Medien präsentiert wird. Dort ist es sogar noch etwas harmloser… Trotz der Drogen büßt seine Musik keinerlei Genialität ein.

Face2Face: Welches Musikmedium bevorzugt ihr?
Atomic: Definitiv die CD. In den 1990er Jahren haben wir in unsere Jugend die meisten CDs gekauft – da hat man immer etwas in der Hand, was man vergleichsweise bei Musikdownloads oder anderen Formaten nicht hat. Allerdings waren wir sehr stolz als unser zweites Studioalbum „Coming up from the streets“ auf Vinyl veröffentlicht wurde.

Face2Face: Stichwort: CD – euer neues Album „Heartbeater“ erscheint am Freitag, 7. Oktober diesen Jahres. Wie würdet ihr den Sound eures dritten Studioalbums beschreiben?
Atomic: Wie beim ersten Album entschieden wir uns beim dritten Album für das Münchner Indie-Plattenlabel „Red wine tunes“. Unserem Brit Rock-Pop Sound sind wir nach wie vor treu geblieben. Allerdings klingt das Album durchgängig „härter“ – jedoch nicht mit Hard-Rock zu vergleichen. Man könnte es vielleicht „nordisch“ beschreiben. Spektakulärer ist allerdings das Thees Uhlmann von der Band „Tomte“ bei dem Song „Black angels“ einen Background Vocal in englischer Sprache übernimmt– das hat es zuvor noch nicht gegeben. Darauf sind wir ein Stück weit stolz.

Face2Face: Ihr seid im Wiener Nachtleben und dessen Clubszene zu Hause. In welchen Clubs kann man euch dort finden?
Atomic: Da findet man uns ausschließlich in der alternativen Szene. Wenn wir uns entscheiden müssten zwischen München und Wien, würden wir uns ganz klar für das Nachtleben von Wien entscheiden. Dort findet man uns entweder im „Chelsea Club“, „B27“, „Flex“ oder „Shelter“. Mit den Jahren sind uns die Stadt und die Leute immer weiter ans Herz gewachsen und wir haben dort einen großen Freundeskreis. 

Face2Face: Künstler und Musiker haben auf Menschen eine anziehende Wirkung – gibt es noch Groupies wie in den 1960er Jahren?
Atomic: Also vielleicht nicht so extrem wie noch zur damaligen Zeit, aber ja es gibt nach wie vor Groupies. Als Musiker ist man immer unterwegs und lernt in kürzester Zeit viele Menschen kennen, somit auch Frauen.

Face2Face: Ihr seid schon etliche Jahre im Musikgeschäft und seid schon durch unzählige Clubs getourt. Wie seid ihr rückblickend zur Musik gekommen, gab es dazu ein Schlüsselerlebnis?
Atomic: Angefangen hat es bei uns mit der Musik, indem wir uns Bravo-Hits-CDs angehört haben. In den 1980er Jahren gab es den Film „Keep on running“ mit Thomas Gottschalk, in dem überwiegend Oldies wie die der „The Beatles“, „The Kinks“, „The Rolling Stones“ und „The Who“ zu hören waren. So entwickelte sich unser Geschmack. Höhepunkt war sicherlich das „Oasis“-Konzert 1996. Der anschließend damit verbundene Britpop-Boom veranlasste uns auch eine Band zu gründen.

Face2Face: Als bekennende Fans des englischen Fußballs und FC Bayern München: Wie gespannt blickt ihr auf den Start der neuen Bundesligasaison?
Atomic: Natürlich fiebern wir mit der Mannschaft. Die gute Leistung und der schöne Fußball in der vorangegangenen Saison von Dortmund lässt uns allerdings nicht ganz kalt. Es wäre sehr wünschenswert, wenn der FC Bayern München diese Saison Deutscher Meister werden würde. Englischer Fußball verbinden wir auch ein Stück weit mit der Musik – Fußball und Musik gehört einfach zusammen.

Face2Face: In eurem Club „Cappuccino Lounge Bar“ in Furth im Wald legt ihr auch selbst Musik auf. Welche Platten könnt ihr unseren Leser empfehlen?
Atomic: „Kasabian” – “Kasabian“, „Beady Eye” – “Different Gear, Still Speeding“, „Arctic Monkeys” – “Suck It And See“, „Richard Ascroft” & “The United Nations Of Sound“, „Steve Cradock” – “The Kundalini Target“, sowie „Frank“ und „Back to black“ von der erst kürzlich verstorbenen Amy Winehouse.

Face2Face: Wie sieht die Zukunft von „Atomic“ aus?
Atomic: Weiterhin ist es unserer Ziel ausschließlich von der Musik leben zu können, dafür arbeiten wir auch ziemlich hart. Möglich wäre es, dass wir in naher Zukunft in Mannheim auftreten werden. Wir haben es uns inoffiziell zum Ziel gesetzt, dass wir in fast jeder Stadt Deutschlands Konzerte spielen möchten. Und im September beginnt unsere Tour zusammen mit Steve Cradock (Anm. d. Red.: Steve Cradock ist Bandmitglied der „Paul Weller’s“-Band, sowie bei der Band „Oceans Colour Scene“)

Face2Face: Welche Tipps könnt ihr unseren Leser, die später auch vorhaben eine Band zu gründen, mit auf den Weg geben?
Atomic: Wichtig ist, dass man immer an seinen Träum festhält und sich nicht davon abbringen lässt.

Kontakt „Atomic“:
www.atomic-official.com
atomic-band@gmx.de

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr den ersten Teil der Serie „Music made in Hamburg“ lesen.