Alle Jahre wieder – Deutschland im Weihnachtskaufrausch

Es beginnt wieder. Oder eigentlich muss ich sagen, dass es sich schon vor einer ganzen Weile ankündigte. Etwa in Form von Scharen in der Innenstadt herumwuselnder Menschen. Auffällig bepackt mit bunten Einkaufstüten der unterschiedlichsten Warenhäuser gleichen sie emsigen Ameisen, die ihren Beitrag zum prachtvollen Ameisenhaufen leisten. Was im übertragenen Sinne sogar zutrifft – Denn Weihnachten steht vor der Tür! Und da hat jeder gefälligst seinen Beitrag zu leisten. Am besten in Form von überteuerten und besonders kreativen Geschenken.

Glitzernde Geschenke: Zur Weihnachtszeit bleibt der Gang ins Kaufhaus meist nicht erspart (© Helene Souza  / pixelio.de)

Glitzernde Weihnachten: Zur Weihnachtszeit bleibt der Gang ins Kaufhaus meist nicht erspart (© Helene Souza / pixelio.de)

Ich habe mich damit abgefunden, dass es ab Oktober Lebkuchen und andere Weihnachtsgebäcke zu kaufen gibt und reagiere auch nicht mehr völlig verstört, wenn im Supermarkt das erste Weihnachtslied ertönt, ich selbst aber noch meinen Gedanken an den Sommer nachhänge. Doch woran ich mich nie gewöhnen werde, sind die Menschen, die schon im November beginnen, sich den Kopf über Weihnachtsgeschenke zu zerbrechen. Menschen die mir drei bis vier Wochen vor Weihnachten, damit auf die Nerven gehen, dass sie noch nicht alle Geschenke zusammen haben. Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie jemand sich für das Fest der Liebe, solch einem Stress aussetzt und zum Sklaven seiner selbst macht.

Okay, verständlich, dass den meisten Christen etwas darin liegt, ein besinnliches Weihnachten im familiären Kreise zu feiern, und dafür nun mal auch viel Zeit für Vorbereitungen und Besorgungen aufgeopfert wird.

Doch es ist sicherlich niemandem entgangen, dass in den letzten Jahren die Zahl der kaufsüchtigen Zombies, die zur (Vor)Weihnachtszeit in der Stadt herumtingeln, überhandgenommen hat. Ich kann die Unruhe dieser Zombies, die mit ihren glühenden Augen alles nach potenziellen Geschenken absuchen, förmlich spüren und weiche automatisch aus, sobald mir ein solcher über den Weg läuft. Ich mache das aus dem ganz einfachen Grund – Ich muss mich schützen. Ich habe Angst, dass mich diese Zombies mit ihrer Panikmache und ihrem krankhaften Kaufverhalten anstecken.

Besinnliche Weihnachten? So richtig Weihnachtsstimmung will gar nicht aufkommen, wenn alles sich nur ums Geschenke kaufen dreht (© Julien Christ  / pixelio.de)

Besinnliche Weihnachten? So richtig Weihnachtsstimmung will gar nicht aufkommen, wenn sich alles nur ums Geschenke kaufen dreht (© Julien Christ / pixelio.de)

Zur Vorweihnachtszeit scheinen die meisten nur noch damit beschäftigt ellenlange Geschenkelisten notorisch abzuarbeiten. Schnell ein, zwei, drei Tassen Glühwein runterkippen, um den Stress für einen Moment zu entkommen und sich selbst vorzutäuschen, dass die Vorweihnachtszeit ja im Grunde eine ganz besondere, besinnliche Zeit ist. Mit dem Duft von Zimt in der Nase und dem zirkulierenden Alkohol im Blut wird die Lüge glaubhafter. Dann geht der Shopping-Marathon auch schon in die zweite Runde.

Was ist passiert, dass sich zu Weihnachten bei einigen alles nur noch um die Geschenke zu drehen scheint?

Gehen wir ein paar Jahrtausende zurück. Weshalb beschenken wir uns überhaupt zu Weihnachten? Das Sich-Beschenken zur Weihnachtszeit geht ursprünglich zurück auf Bischof Nikolaus. Dieser Heilige soll um 280 nach Christi an der türkischen Mittelmeerküste gelebt haben und es ranken sich allerhand Legenden um seine Person. Er soll ein sehr großzügiger Mann gewesen sein, der sich zum Beispiel den Armen annahm. Sein Todestag, der 6. Dezember, wurde fortan ihm zu Ehren gefeiert und die Kinder erhielten Geschenke.

Endlich Heiligabend: Vor allem Kinder könen es bis zur Bescherung an Heiligabend  kaum abwarten  (© Lupo  / pixelio.de)

Endlich Heiligabend: Vor allem Kinder können es bis zur Bescherung an Heiligabend kaum abwarten (© Lupo / pixelio.de)

Martin Luther und die evangelische Kirche wollten Mitte des 16. Jahrhunderts im Zuge der Reformation die Verehrung Heiliger ganz abschaffen. Damit die Bescherung aber nicht ganz wegfiel, wurde diese auf Weihnachten verlegt. Plötzliche war es das Christkind, das den Kindern die Geschenke unter den Weihnachtsbaum legte. Nach und nach stoß dies sowohl bei Protestanten als auch Katholiken auf Anklang. Das Sich-Beschenken zur Weihnachtszeit blickt also schon auf eine lange Tradition zurück auch wenn die Beweggründe dafür nicht ganz so durchschaubar scheinen.

Der ganze heutige Wahnsinn, der Weihnachten begleitet, ist wohl dem Kapitalismus und seinen folgenreichen Auswüchsen, wie dem zunehmenden Materialismus, zu Schulden. Ich für meinen Teil beginne eine Woche vor Weihnachten langsam mir Gedanken über das ein oder andere Geschenk zu machen. Ich finde auch nichts Verwerfliches daran, Menschen mit einem Geschenk eine Freude zu machen. Bis jetzt bin ich aber eben immer gut damit gefahren, mich von diesem Weihnachtsstress nicht anstecken zu lassen und einen kühlen Kopf zu bewahren. In diesem Sinne: Ein frohes und vor allem besinnliches Weihnachten.

Vorschau: Eva berichtet nächste Woche davon, warum sie kein großer Freund von Silvester ist.

Sieben Tipps für eine gemütliche Vorweihnachtszeit

Egal ob Studium, Beruf, Stress mit dem Haushalt oder einfach allgemein zu wenig Zeit – wer kennt das Problem nicht? Das ganze Jahr über hetzen wir von Termin zu Termin und haben selten die Gelegenheit , einmal inne zu halten und das Leben wirklich zu genießen. Besonders die Zeit kurz vor Weihnachten, wenn sich das Jahr langsam dem Ende zuneigt, die Fenster und Promenaden der Straßen leuchtend geschmückt sind und die Menschen über den Weihnachtsmarkt schlendern,  lädt ganz besonders dazu ein, mal für ein paar Momente die Zeit stehen bleiben zu lassen und die Atmosphäre der Vorweihnachtszeit zu genießen. Face2Face hat euch sieben Tipps für eine gemütliche Zeit im Winter zusammen gestellt.

 

1. Zeit mit den Liebsten verbringen! Man nimmt es sich immer wieder vor und doch kommt man viel zu selten dazu. Unterschiedliche Arbeits- oder Studienzeiten, weit voneinander entfernte Wohnorte oder zu viele andere Termine sorgen dafür, dass man seine Liebsten, beispielsweise alte Freunde aus der Schulzeit, schon lange nicht mehr gesehen hat. Aber auch wenn man es das ganze Jahr über nicht geschafft hat, spätestens um die Vorweihnachtszeit treibt es alle wieder nach Hause und schafft somit die Gelegenheit, endlich mal wieder mit allen Liebsten eine gemütliche Zeit zu verbringen. Das sollte man sich nicht entgehen lassen!

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Gehört zur Vorweihnachtszeit einfach dazu: Das Backen und Verzieren von Plätzchen. (Quelle: Gänseblümchen/pixelio.de)

2.  …In der Weihnachts-bäckerei! Dies gilt auch für alle, die sich sonst nicht gerade mit  dem größten Back-Talent rühmen: Plätzchen backen gehört in der Vorweihnachtszeit einfach dazu! Verwandle deine Küche in eine Weihnachtsbäckerei, schnapp dir ein paar Freunde, leg Weihnachtsmusik auf und wartet nach vollendeter Arbeit, bis der leckere Plätzchen-Duft durch den Raum strömt. Fabelhaft!

 

3. Freude schenken und Gutes tun! Weihnachten ist das Fest des Gebens und was gibt es zu diesem Anlass schöneres, als jemand anderem eine Freude zu machen. Egal ob eine kleine Spende oder solche Aktionen wie der „Wunschbaum“ der MVV in Mannheim, für alle Menschen, die gerne etwas Gutes tun würden, gibt es besonders in der Vorweihnachtszeit genügend Optionen.

 

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Macht den Liebsten eine Freude: Ein selbstgebastelter Adventskalender. (Quelle: Uwe Wagschal/pixelio.de)

4. … und dabei gerne auch kreativ werden! Es muss auch nicht immer gleich viel Geld ausgegeben werden, um sich eine schöne Weihnachtszeit zu machen oder seine Liebsten zu überraschen. Wie wäre es denn dieses Jahr mal mit „Do-It-Yourself“-Geschenken? Egal ob ein selbstgemachtes Körperpeeling, ein eigens zusammen gestellter  Adventskalender oder eine handgestrickte Mütze – die Geschenke sind mit Liebe gemacht und daher viel mehr wert, als ein für hunderte von Euros gekauftes Elektrogerät.

 

5. Die Natur genießen! Auch wenn die Temperaturen auf dem Thermometer immer tiefer klettern sollte euch das nicht abschrecken, sich mal wieder die Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang zu nehmen! Gerade im Winter flüchten sich die meisten von einem beheizten Raum in den nächsten, statt die Natur auch mal im Winter bewusst wahr zu nehmen. Spätestens wenn der erste Schnee gefallen ist, sollte man sich warm einpacken und für einen Spaziergang an die frische Luft rüsten. Das bringt den Kreislauf in Schwung und anschließend freut man sich doppelt, wieder in die warme Wohnung zu kommen und seine Hände an einer heißen Tasse Tee aufzuwärmen.

 

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Wärmt nach einem Spaziergang im Kalten wieder auf: Eine Tasse Tee. (Quelle: gänseblümchen/pixelio.de)

6. Probier’s mal mit Gemütlichkeit…! Wenn man von dem Spaziergang zurück kommt, es draußen klirrend kalt und die Sonne bereits der Dunkelheit gewichen ist, was gibt es da Schöneres, als es sich in der warmen Wohnung mit einer Tasse Tee, eingewickelt in eine kuschlige Decke und mit einem guten Buch zu Hause gemütlich zu machen. Zünde ein paar Kerzen an, mach es dir bequem und nimm dir einmal die Zeit, komplett in die Geschichte und somit eine andere Welt einzutauchen. Welche Bücher sich besonders für die kalte Jahreszeit eignen, hat Face2Face in diesem Artikel für euch zusammen gestellt. Tipp: Schalte doch mal für diese Zeit die Elektrogeräte (Laptop, Fernseher, Radio, Handy – ja auch das Handy!) einfach ab. Das hilft ungemein, auch mal den Kopf wieder „auszuschalten“ und sich komplett auf eine Sache zu konzentrieren!

 

7. Einen gemeinsamen Leseabend veranstalten! Sich beim Lesen eines guten Buches mal Zeit für sich selbst zu nehmen, ist sehr entspannend. Doch warum immer nur alleine lesen? Wie wäre es denn mal mit einem gemeinsamen Leseabend? Haben du und deine Freunde vielleicht ein gemeinsames Lieblingsbuch? Oder wie wäre es denn mal mit einer klassischen Weihnachtsgeschichte? Egal ob jeder eine kleine Geschichte vorbereitet, ihr im Wechsel lest oder eine Person die „Märchenstunde“ leitet, eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Findet euch mit Plätzchen und Tee zusammen und genießt die weihnachtliche Atmosphäre. Wenn ihr wollt könnt ihr im Hintergrund auch noch Weihnachtsmusik laufen lassen, das macht die Idylle perfekt!

 

 

25 Jahre nach dem Mauerfall in der Weihnachtszeit

Es ist eines der Bilder das bleiben wird von der DDR – auch den ehemals Westdeutschen: Helmut Schmidt besuchte Anfang Dezember 1981 als zweiter Bundespräsident der BRD den realsozialistischen Nachbarstaat. Er wünscht sich unter anderem den Weihnachtsmarkt in Güstrow besuchen zu können, die DDR Führung willigt ein und Schmidt darf tatsächlich zusammen mit dem SED-Vorsitzendem Erich Honecker den Weihnachtsmarkt besuchen. Alles verläuft harmonisch – ganz anders als bei Willy Brandts DDR Besuch elf Jahre zuvor, wo die DDR Bevölkerung in Erfurt lautstark „Willy, Willy“ skandiert hatte. Doch dieses Mal hat die DDR vorgesorgt und 1981 ganz getreu nach Bertolt Brechts Gedicht „die Lösung“ sich ein neues Volk erwählt und die gesamte Bevölkerung Gustrows‘ durch Stasi-Agenten ausgetauscht. So war das damals in der DDR – zumindest am Ende: Weihnachten gab es nur noch für frohe und heiter gesinnte Genossen nach einstudiertem Plan. Der Rest hatte Ausgangssperre.

Heute 25 Jahre nach dem Mauerfall wirft Face2Face für euch einen Blick auf Gustrow, auf die Bundesrepublik, heute und damals.

Dresdner Stollen sind heutzutage einer der Exportschlager schlechthin aus der Elbstadt. Auch vor 25 Jahren gehörten sie zum Weihnachtsfest in der DDR dazu. Doch in der DDR begann die Suche nach den passenden Zutaten oft schon im Herbst und manche Dinge wie kandierte Orangen mussten ganz weggelassen werden. Auch der Kampf des DDR Apparats gegen christliche Traditionen ließ manche neuen Weihnachtsbräuche und –lieder hervorsprießen. So wurde in der BRD der Klassiker „Stille Nacht heilige Nacht“ gesungen, hingegen im Sozialismus neue Lieder wie „Vorfreude – schönste Freude“ oder „Oh es riecht gut“.
Auch Adventskalender waren verpönt und stattdessen wurden „vorweihnachtliche Kalender“ mit Motiven der Pioniere verkauft. Jedoch konnten alle Neuschöpfungen sich letztlich nie ganz gegen das christliche Weihnachtsfest und dessen Traditionen durchsetzen.
In der BRD hingegen war die Zeit des kalten Krieges geprägt durch den Vormarsch der amerikanischen Weihnachtstraditionen. Das beste Beispiel ist wahrscheinlich der Coca-Cola Weihnachtsmann und auch das zunehmende Feiern des Weihnachtsfests selbst am 25. Dezember.

Dresdner Striezelmarkt

Heute ein Besuchermagnet: Der Dresdner Striezelmarkt (Foto: Homolka)

Und was ist heute? In Güstrow findet alljährlich der Weihnachtsmarkt statt mit freien Besuchern aus Deutschland und der Welt. Klein und charmant findet er vom 10. bis 21. Dezember täglich von 18:00h bis 20:00h statt. Ganz zum Gegensatz zu anderen Weihnachtsmärkten in Dresden oder Stuttgart, die sich zu einem Touristenmagneten entwickelt haben und den ganzen Dezember über zu Räuchermännchen aus dem Erzgebirge und Glühwein einladen. Ansonsten kann festgehalten werden, dass im Bereich der Weihnachtsbräuche zwischen Ost und West nach 25 Jahren kaum mehr ein Unterschied festgestellt werden kann. Es ist ein Fest, das verbindet.

Vorschau: Am 16. Dezember geht es weiter zum Thema Weihnachtsmarkt. Face2Face stellt euch den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Gendarmenmarkt vor.

Oh, du fröhliche Weihnachtszeit…

es wird früh dunkel, die Sommerkleider weichen den dicken Pullovern , die Temperaturen auf dem Thermometer krabbeln immer tiefer und in einigen Regionen gab es schon den ersten Schnee – so langsam aber sicher steht es fest: Der Winter steht vor der Tür!

Doch neben der Kälte und der frühen Dunkelheit hat diese Jahreszeit auch viel Schönes zu bieten:

Ob man es sich nun an einem Winterabend zu Hause mit einer Tasse Tee und einem guten Buch gemütlich macht, oder sich dick eingemummelt mit Handschuhen, Mütze und warmer Jacke nochmal nach draußen wagt – diese Jahreszeit hat in allen Fällen ein ganz besonderes Flair!

Oh, du fröhliche Weihnachtszeit...

Alle Jahre wieder: Der Mannheimer Weihnachtsmarkt rund um den Wasserturm läd viele Menschen zum gemeinsamen Beisammensein ein. (Foto: Betz)

Wenn es dunkel wird, kann man die Weihnachtsbeleuchtung bewundern, die die ganze Innenstadt in warmes Licht eintaucht, die Schaufenster sind schön geschmückt und laden zum Geschenke besorgen für die Liebsten ein. In der Nähe des Mannheimer Paradeplatzes wird man dabei noch mit Musik begleitet, welche durch die Straßen klingt und der Duft nach Glühwein und Punsch lädt zu einem kleinen Päuschen ein.

Aber nicht nur der typisch weihnachtliche Geruch nach Orangen und Zimtstangen lockt die Menschen an – mit seinem sogenannten „Märchendorf“, welches rund um den Brunnen in Form von kleinen Holzhütten aufgebaut ist, lockt der Paradeplatz besonders die kleinen Besucher mit ihren Familien an. Hier kann man sich die Geschichten von Rotkäppchen, den sieben Geißlein, Schneewittchen und noch einigen weiteren klassischen Märchen anhören, wobei jede Geschichte auch nochmals in einem Schaufenster an der Holzhütte bildlich dargestellt ist. Neben den Holzhütten und Schaufenstern sind auch die Wegweiser auf dem Paradeplatz liebevoll gestaltet und führen unter anderem zum Wasserturm – dem „großen Bruder“ des Märchendorfes: der Mannheimer Weihnachtsmarkt.

Schon von Weitem glänzt der Weihnachtsmarkt in aufwendiger Beleuchtung und lädt den Besucher ein, durch die Gassen zu schlendern, einen Glühwein zu trinken und sich zu unterhalten. Rund um den Wasserturm sind zahlreiche kleine Stände verteilt, an denen man schöne, meist in liebevoller und aufwendiger Handarbeit hergestellte Kostbarkeiten findet. Verkäuferin Sandra Jochen ist nun bereits das vierte Jahr als Ausstellerin auf dem Weihnachtsmarkt. Sie stellt selbst Lichterketten her und freut sich jedes Mal wieder auf diese Zeit. „Die Menschen sind einfach freundlicher, es herrscht eine ganz besondere Stimmung auf dem Mannheimer Weihnachtsmarkt, und deswegen komme ich auch jedes Jahr wieder gerne“, sagt die 34-Jährige.

Oh, du fröhliche Weihnachtszeit...

Für jeden etwas dabei: Die vielen kleinen Stände laden zum Stöbern ein. (Foto:Betz)

Dies kann Herbert Gaus nur bestätigen. Als „alteingesessener“ Standbesitzer auf dem Weihnachtsmarkt, weiß er auch im Besonderen die Herzlichkeit und Atmosphäre auf dem Markt zu schätzen.

Von Schmuckstücken, Kerzen, kuscheligen Hausschuhen oder weihnachtliche Dekoration für zu Hause – hier findet sich für jeden eine Kleinigkeit! Und auch die ganz Kleinen kommen hier nicht zu kurz: ob Karussell fahren, Pony reiten oder eine Runde mit der Eisenbahn drehen, die Kinder haben ihren Spaß!

Und so empfinden scheinbar auch alle anderen Besucher auf dem Weihnachtsmarkt, denn blickt man sich einmal um, sieht man entspannte Menschen, die zusammen stehen, sich unterhalten, ihre kalten Hände an einer Tasse Glühwein wärmen und sich der gemeinsamen Zeit erfreuen. Da man im stressigen Alltag meist vergisst, sich Zeit für solche Dinge zu nehmen, sind Weihnachtsmärkte die ideale Zeit, um einmal abzuschalten und zu genießen.

Wenn es also wieder kälter und dunkler wird, sollte man nicht vergessen: Es ist wieder Weihnachtsmarktzeit!

Vorschau: Nächste Woche wird hier für euch ein Kinopreview erscheinen.

„Es ist fantastisch an solch einem Projekt beteiligt zu sein“

Am Mittwoch, 28. November wird der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger die Postgalerie eröffnen. Nach der Fertigstellung nach etwa vier Jahren fiebern Speyerer und Besucher aus der umliegenden Region der Eröffnung entgegen. Jürgen Ehlen, der Centermanager, war an der Umsetzung des Großprojekts beteiligt. Mit Face2Face sprach Ehlen unter anderem über die Parkplatz-Situation, den besonderen Charme der Postgalerie und das gebotene Programm der Eröffnungsfeier.

„Es ist fantastisch an solch einem Projekt beteiligt zu sein“

Ein Stück Geschichte: die Speyerer Post im Jahr 1921 (Foto: Deobald)

Face2Face: Wie hebt sich die Postgalerie von anderen Shoppingcenter, wie beispielsweise dem Viernheimer Rhein-Neckar-Zentrum oder der Ludwigshafener Rhein-Galerie, ab?
Ehlen: Die einzigartige Kombination aus historischer Außenhülle und modernem Shoppingcenter macht den besonderen Charme der Speyerer Postgalerie aus. Hinzu kommt, dass der Branchen- und Markenmix genau auf die Bedürfnisse der Besucher zugeschnitten ist, was das Bummeln und Shoppen zu einem Erlebnis macht.

Face2Face: Sind Sie gespannt wie die Kunden und Besucher die Postgalerie wahrnehmen werden?
Ehlen: Ja, das sind wir! Wir haben im Vorfeld alles daran gesetzt, um die Erwartungen der Speyerer und Besucher aus der Umgebung zu erfüllen oder sogar noch zu übertreffen.

„Es ist fantastisch an solch einem Projekt beteiligt zu sein“

Verleiht Speyer neuen Glanz: die Speyerer Postgalerie zur Vorweihnachtszeit (Foto: Deobald)

Face2Face: Wie würden Sie den besonderen Charme der Speyerer Postgalerie beschreiben?
Ehlen: In der Postgalerie findet man Shops, die bisher noch nicht in Speyer vertreten waren, wie beispielsweise Hennes&Mauritz, Vero Moda, Jack&Jones, s.Oliver und viele mehr. Auch das kulinarische Angebot bietet für jeden Gaumen genau das Richtige: neben asiatischer Küche, italienischen Gerichten und türkischer Feinkost findet sich ein Donat- und Bagle-Shop.

Face2Face: Kommen wir nun Parkplatz-Situation: Einige Besucher haben sicher Zweifel, dass der Bedarf an umliegenden Parkplätzen gedeckt werden kann – gerade bei Anstürmen in der Vorweihnachtszeit. Wie schätzen Sie diese Bedenken ein?
Ehlen: Die Speyerer Innenstadt bietet rund 3.000 Parkplätze, die den Besuchern der Postgalerie zur Verfügung stehen. Wir verweisen auf die Shuttle-Busse, die im Zehn-Minuten-Takt vom Festplatz- und Technikmuseum-Parkplatz aus zum Postplatz fahren.

Face2Face: Wie fühlt es sich an Teil des eines derartigen Schaffensprozess zu sein?
Ehlen: Es ist eine fantastische Erfahrung, an einem solchen Projekt beteiligt zu sein und zu sehen, wie aus einem historischen Gebäude unter Beibehaltung der denkmalgeschützten Gebäudestruktur ein modernes Einkaufszentrum wird.

Face2Face: Morgen wird die Postgalerie eröffnet. Was erwartet die Besucher bei der Eröffnungsfeier?
Ehlen: Wir bieten jede Menge Musik, Spaß, Give aways und Programm für die ganze Familie, sodass die Eröffnung der Postgalerie zu dem Ereignis in der Region wird.

Vorschau: Face2Face backt für Kinder – nicht verpassen! Am Dienstag, 11. Dezember könnt ihr im Panorama den Nachbericht der Back-Aktion lesen.

Der Weihnachtsmarkt in Stuttgart

Der Weihnachtsmarkt in Stuttgart gehört definitiv zu den überfülltesten im Land. Besonders ab dem 3. Advent füllt sich die Stadt an den Wochenenden mit Bussen aus der Schweiz und die Überquerung des Marktplatzes wird eine Herausforderung der ganz besonderen Art. Preismäßig liegt er mit dem Dresdener ungefähr auf demselben Niveau (Glühwein 2,50€, Fondue aus dem Pappbecher 4€) und es ist ebenfalls große Auswahl an Engeln und anderen Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge vertreten.

Dazu gibt es für die als praktisch geltenden Schwaben noch eine große Reihe von Ständen, die ganz unweihnachtliche Haushaltswaren wie Putzmittel, Küchenutensilien sowie besondere Seifen anbieten und anpreisen. Wer für 7€ auf dem Schlossplatz Schlittschuh fahren will, kann dies auf der kleinen Bahn, die schon seit Mitte November aufgebaut ist, gerne tun, muss aber seine eigenen Schlittschuhe mitbringen oder nochmal 4€ drauflegen.

Doch es lohnt sich auch mit leerem Geldbeutel durch die Stände zu schlendern und den Blick dabei nach oben zu wenden. Jedes Jahr gibt es einen dotierten Preis für das schönste Standdach. Riesige Nussknacker sind dort oben platziert, kitschig-amerikanisch leuchtende Weihnachtsmänner mit Rentierschlitten und auf einem steht sogar ein Bär der Seifenblasen über der Menge verteilt.

Offen hat der Stuttgarter Weihnachtsmarkt dieses Jahr täglich bis neun und am Wochenende des 4. Advents sogar bis 23:00 Uhr wie alle Läden der Innenstadt.

Tipp: Diejenige unter euch, die einen Weihnachtsmarkt in alter Tradition suchen, sollten im von Stuttgart 30 Minuten entfernten Esslingen vorbeischauen. Dort gibt es nämlich jedes Jahr einen Mittelalter-Weihnachtsmarkt. Von mittelalterlichen Gerichten über fahrendes Volk bis hin zu öffentlichen Badezuber, in denen man in aller Öffentlichkeit in heißem Wasser zu sehen kann wie Leute Mützen und Handschuh bewährt oder einfach angezogen an einem vorbeilaufen.

http://www.esslingen.de/servlet/PB/menu/1290650_l1/index.html

Die Weihnachtsmarktserie

Liebe Face2Face-Leser! Pünktlich zur Mitte dieses Monats beginnt mein Reise-Weihnachtspezial: Eine Vorstellung der diversen Weihnachtsmärkte, die Deutschland zu bieten hat. Dabei interessante Glühweinpreisvergleiche und welche Spezialitäten wirklich nur in diesen Regionen Deutschlands anzutreffen sind.

Die Weihnachtsmarktserie

Herzlich Willkommen!: Das Eingangstor des alten Dresdner Striezelmarktes (Foto: Homolka)

Heute: Dresden Der Dresdner Weihnachtsmarkt ist vielleicht der bekannteste Deutschlands. Schon Polit-Prominenz wie Erich Honecker nutzten ihn für inszenierte Auftritte wie bei einem Besuch Kohls (die gesamten Besucher des Marktes bestanden nur aus Stasimitgliedern, um all zu lauten Kohl-rufen vorzubeugen).

Heute gilt es vor allem viele Produkte zu bestaunen, die aus der Gegend – besonders dem Erzgebirge – kommen und zwischen den nach der großen Flut wiedererrichteten Bauten der Altstadt zu wandeln. Das Räuchermännchen ist meine erste Empfehlung. Ein kleines holzgeschnitztes Männlein mit einem erstaunt offenem Mund aus dem bei Bedarf leckerer Weihnachstduft strömt, so wenn man denn in seinem ausgehölten Bauch eine Räucherkerze anzündet. Die Männchen gibt es inzwischen in fast jeder Gestalt zu kaufen und sind selbstverständlich auch auf anderen Märkten erhältlich, aber aus Dresden stammt eben ihr Ursprung. Auch diverse Engelschöre sind originale Erfindungen von hier. Sie bieten sich übrigens sehr gut als Geschenke für Menschen an, die jedes Jahr einen Engel schenken wollen, wodurch langsam ein ganzes Heer entsteht. Besonders: Es gibt auch einen Jazz-Engel mit Saxofon.

Getränke und Speisen: Der Glühwein auf dem Dresdner Weihnachtsmarkt ist zum stolzen Preis von 2,50€ erhältlich. Wer noch ein praktisches Andenken will und die Pfandtasse mit dem Bild des Weihnachtsmarktes behalten will, muss nochmal 2€ dalassen. Natürlich ist der Glühwein in allen möglichen Mixturen erhältlich. An manchen Ständen mit einem Schuss Amaretto, an anderen auch mit einer Prise anregendem Ingwer. Zu essen gibt es aus dem Nachbarbundesland natürlich die bekannten Thüringer Würste für 2€ und die wirklich Dresdener Spezialität der Kramenzer-Wurst (die Betonung liegt auf dem ersten A, bei anderer Aussprache erntet man schon mal ein Schmunzeln). Auch ist Flammkuchen (6€) und Zuckerwatte, Magenbrot und eigentlich alles, was man sich vorstellen kann, erhältlich. Bei Tag – und nicht übermäßigem Glühweingenuss – empfiehlt sich auch eine Fahrt auf dem großen Riesenrad auf der gegenüberliegenden Elbseite. Es bietet sich insbesondere mit Schnee ein traumhafter Anblick über die gesamte Dresdener Altstadt.

Vorschau: Dann stelle ich euch den Chanukka-Markt in Mainz vor. Ihr dürft also gespannt sein!