Die Frankfurter Buchmesse

Eine 63-jährige Tradition, fünf Tage, über 7000 Aussteller, mehr als 3.200 Lesungen, Preisverleihungen und Autogrammstunden – auch dieses Jahr öffnete die Frankfurter Buchmesse wieder ihre Tore.

Von Donnerstag, 10. bis Sonntag, 14. Oktober stand die Buchmesse unter dem Motto „bevor es bei euch hell wird“, thematisch angeknüpft an das diesjährige Gastland Neuseeland. Die Face2Face-Mitarbeiterinnen Vanessa Betz und Nadine Schwalb waren für euch vor Ort, um heute ein paar der Highlights vorzustellen.

 

Die Frankfurter Buchmesse

Lächeln für das Pressefoto: Die glücklichen Platzierten Stefan Wirkus und Stephan Rürup und zwei Jurymitglieder präsentieren stolz den gewonnen Bembel. (Foto: Schwalb)

Beim Gang durch die Kinder- und Jugendbuchhalle erregte die Verleihung des diesjährigen deutschen Cartoonpreises unsere Aufmerksamkeit. Passend zum diesjährigen Motto „Du bist nicht allein“ wurden über 400 Cartoons von kreativen Köpfen eingeschickt. In der Kategorie der Aufsteiger, die bisher noch kein eigenes Buch herausgebracht haben, kürte die Jury Stefan Wirkus zum Sieger.

Innerhalb der Autoren, von denen bereits ein eigenes Buch erschienen ist, machte Peter Zimmer alias SOBE mit seinem Cartoon das Rennen. Leider war er nicht anwesend, um seinen Preis persönlich entgegen zu nehmen. Dafür amüsierte der drittplatzierte Cartoonist Stephan Rürup das Publikum mit seiner Dankesrede, in der er ausführlich und mit ironischem Unterton die zukünftige Benutzung seiner Preises schilderte. Er gewann einen Bembel, ein traditionelles, südhessisches Gefäß zum Ausschenken von Apfelwein.

Die Frankfurter Buchmesse

Auch für die kleinsten Besucher gibt es einiges zu sehen: „Herr Wolke“ stellt sein neues Kinderbuch anschaulich vor. (Foto: Schwalb)

Doch neben Cartoons für Erwachsene hat die Kinder- und Jugendbuchhalle auch für die kleinsten Besucher einiges zu bieten: Am Stand von Kinderbuchautor Rolf Barth haben sich mehrere Kinder versammelt und starren begeistert auf „Herr Wolke“, der leidenschaftlich und kindgerecht aus einem Abenteuerbuch der Reihe „Herr Wolke und sein Freund Alfons“ vorlas.

 Weiter ging es durch die beinahe unübersichtliche Vielfalt der Frankfurter Buchmesse in die Abteilung der Literatur- und Sachbücher, in der viele Neuerscheinungen wie Ken Follets „Winter der Welt“ oder Elisabeth Georges „Believing the Lie“ vorgestellt wurden.

Beim Warten auf den Beginn der Lesung von Gerhart Hauptmanns „Begegnung mit seiner Insel“ kommen wir mit den Autoren Alina Stoica und Alfred Wallon ins Gespräch und tauschen uns mit den langjährigen Besuchern der Buchmesse über unsere ersten Erfahrungen aus. Die beiden bestätigen unseren Eindruck, dass zwischen Ausstellern und Interessierten leider eine große Distanz herrscht. Es scheint so, als würden nur Personen mit geschäftlichen Anliegen umgehend betreut, während den „Normalbürger“ ein intensives Gespräch bei köstlichen Snacks hinter dem Ladentisch verwehrt bleibt. Man bekommt nur wenig Chancen, den Autor oder die Aussteller selbst kennen zu lernen, sondern verbleibt leider – mit der Theke als Trennwand – auf einer unpersönlichen und oft wenig herzlichen Ebene.

Die Lesung der Herausgeberin von Gerhart Hauptmanns Werk fiel leider ohne Stellungnahme aus.

Die Frankfurter Buchmesse

Sollte Autoren stutzig werden lassen: Die Aufforderung, Manuskripte am Stand abzugeben. Es könnte sich um einen „Abzockerverlag“ handeln. (Foto: Schwalb)

Im Gegenzug hatten wir dafür mehr Zeit, uns auf der Messe genauer umzusehen und stießen auf etwas weitaus Interessanteres: ominöse Schilder mit der Aufschrift „Autoren gesucht“ oder „Wir nehmen ihre Manuskripte gerne an“ brachten uns zum Stutzen. Über „Insiderinfos“ eines Autors, der anonym bleiben möchte, erfuhren wir, dass es sich hierbei oft um „Abzockerverlage“ handelt, die den Autoren große Mengen ihres Eigenkapitals abknöpfen, um den Druck ihres Werks zu ermöglichen. Der Verlag kümmert sich danach jedoch nicht um die Vermarktung oder den Verkauf des Buches, sondern spekuliert darauf, sich vom Autor später, für einen geringen Betrag, dessen Werke abkaufen zu lassen.

Unser Weg führt uns weiter durch die Hallen der Buchmesse und somit auch zum Stand des Gutenberg-Museums Mainz. Die herzliche Betreuung an diesem Stand konnte unsere Meinung zu der fehlenden Interaktion zwischen Besucher und Aussteller wieder etwas zerstreuen.

Dort hatte man halbstündlich die Möglichkeit, einem Druck mit einem rekonstruierten Nachbau der historischen Gutenberg-Presse, beizuwohnen.

Zudem konnte man mit Farbrollen, unter Anleitung der ausgesprochen freundlichen und kompetenten Mitarbeiterinnen, ein eigenes Kunstwerk kreieren.

Die Frankfurter Buchmesse

Zeigt Face2Face stolz ihr Kunstwerk: Christina Müller war selbst schon in Neuseeland und findet das Motto ist gut umgesetzt. (Foto: Schwalb)

Dort trafen wir auch die 27-jährige Christina Müller, die sich als langjährige Besucherin der Frankfurter Buchmesse bekannte. „I ch habe vier Monate in Neuseeland verbracht und bin der Meinung, wenn man einmal dort war, möchte man nie wieder weg. Die diesjährige Buchmesse mit dem Gastland Neuseeland ist für mich daher etwas ganz besonderes und ich finde das Thema Neuseeland lässt sich gut mit der Literatur und den vielseitigen Darbietungen vereinen.“

Trotz der aus der Größe der Veranstaltung resultierenden Unübersichtlichkeit und der oftmaligen Distanz zu den Ausstellern, ziehen wir ein positives Fazit aus der Frankfurter Buchmesse 2012. Auch die 65-jährig e Rentnerin Agnes Bormann kann dem nur zustimmen: „Die diesjährige Buchmesse hat mir sehr gut gefallen. Die letzten Jahre war ich immer als Buchhändlerin hier zugegen, was sich meistens als sehr stressig erwiesen hat. Dieses Jahr konnte ich endlich entspannt zu Lesungen und Interviews gehen oder einfach mal ein paar Minuten in einem Buch blättern.“

Den Abschluss der Messe bildete am Sonntag die symbolische Übergabe der Gastrolle an das Land Brasilien, welches sich nächstes Jahr mit seiner kulturellen Vielfalt auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren wird.

Vorschau: Nächste Woche erscheint hier ein Artikel über den Wahlkampf in den USA.

 

Blogg dein Buch – Bücher lesen und darüber schreiben

Das ich gerne schreibe, ist kein Geheimnis. Ob Gedicht, Kurzgeschichte oder ganze Romanmanuskripte, das Tippen gehört für mich zum Leben wie Atmen. Besonders viel Spaß habe ich dabei auch, wenn ich über Bücher schreiben kann. Gute Bücher, schlechte Bücher, faszinierende Bücher oder langweilige Bücher, ich gebe dazu gern meine Meinung bekannt und tausche mich auch über den ein oder anderen Titel aus. Dabei bin ich schon vor einiger Zeit auf „Blogg dein Buch“ gestoßen.

Blogg dein Buch – Bücher lesen und darüber schreiben

Praktisch: Kontaktmöglichkeit von Verlagen und Bloggern (Foto: Blogg dein Buch)

„Blogg dein Buch“ ist eine Vernetzungsmöglichkeit zwischen Verlagen, Autoren und Bloggern. Hierbei stellen Verlage Rezensionsexemplare zur Verfügung, für die sich die interessierten Internet-Schreiberlinge bewerben können. Nach der Bewerbungsphase wird entschieden, welcher Blogger das Glück hat und kostenlos ein Buch erhält. Damit ist das System natürlich noch nicht am Ende. Der Blogger seinerseits muss nun das Buch innerhalb eines Monats lesen und dann auf seinem Blogg eine ausführliche Rezension schreiben.

Solch eine Rezension sollte natürlich nicht einfach schnell dahingeschrieben sein. Darum gibt es bestimmte Vorgaben, die „Blogg dein Buch“ aufgestellt hat. Einige Links müssen eingearbeitet werden, so dass ein Leser, der Gefallen an dem Buch gefunden hat, auch schnellstmöglich sein eigenes Exemplar erwerben kann. Doch auch die Länge der Rezension sollte einem gewissen Maß entsprechen. Drei Sätze reichen hier eben nicht. „Blogg dein Buch“ überprüft schließlich, ob die Rezension die Richtlinien erfüllt und veröffentlicht den Anfang des Textes mit Weiterleitung zum Blog auf der eigenen Seite. Der Blogger profitiert also nicht nur davon, dass er ein kostenloses Buch erhält, sondern auch dadurch, dass auf der Plattform sein eigener Blog aufgeführt wird und er so mehr Leser gewinnen kann.

Die Verlage finden auf diese Art und Weise schnell und kostengünstig interessierte Rezensenten, die im Medium Internet arbeiten und somit einfache Werbung für den neu erschienen Titel machen können. Und weil das Konzept so einfach und gleichzeitig sinnvoll ist, finden sich schnell immer mehr Verlage und immer mehr Blogger. Natürlich prüft „Blogg dein Buch“ schon vorab, ob ein Blogger überhaupt in Frage kommt. Regelmäßige Veröffentlichungen und Besucherzahlen sind ein Muss, damit sich der Austausch später für die Verlage auch lohnt.

Blogg dein Buch – Bücher lesen und darüber schreiben

Mein zweites Rezensions-Buch: Wer kann für böse Träume (Foto: Das wilde Dutzend)

Als ich „Blogg dein Buch“ vor einem Jahr entdeckt habe, war mein Blog „Schreibtrieb“ noch sehr jung, meine Anfrage verschwand und ich hörte nichts mehr von der Plattform. Doch ich fragte nochmals nach und bekam schnell Antwort. Mein Blog wurde nochmals überprüft und freigegeben. Nun habe ich bereits das zweite Buch bei mir zu Hause liegen und verschlinge es. In spätestens zwei Wochen könnt ihr auf meinem Blog die Rezension zu „Wer kann für böse Träume“ lesen, meine Empfehlung zu „Australien, ich komme“ ist bereits seit dem ersten August zu lesen. Mit meiner ersten Rezension wurde mein Blog endgültig frei geschaltet und ins Verzeichnis von „Blogg dein Buch“ aufgenommen. Das System finde ich gut durchdacht und im Zeitalter der neuen Medien durchaus sinnvoll.

Vor allem freue ich mich, die Möglichkeit zu haben, aktuelle Bücher zu rezensieren. Da ich vorher die Wahl habe, für welches Buch ich mich bewerbe, kann ich auch in etwa abschätzen, ob die Lektüre interessant wird oder eher nicht. Wenn sich aber mehr Bewerber als Bücher vorhanden sind anmelden, wird rigoros ausgewählt. Dann kann es unter Umständen heißten: Pech gehabt, viel Glück beim nächsten Mal. Aber so tragisch finde ich das eigentlich nicht. Dann kann ich immer noch in mein Bücherregal greifen und ein anderes Buch rezensieren, oder ich veröffentliche doch ein Gedichte, eine Kurzgeschichte oder ganz was anderes auf meinem Blog.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Sascha hier für euch über die Schattenseite der Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft.

Gewinnspiel: Mit der freundlichen Unterstützung von Wall Art verlosen wir ein Wandtattoo! Auf Face2Face habt ihr die Möglichkeit exklusiv eine Version des Tattoos „Colibri-Blüten” in Beige, 70 x 105 cm von Wall Art zu gewinnen. Was ihr zum Gewinnen tun müsst findet ihr hier unten bei unserer Jubiläums-Vorstellung der Kolumne-Autoren.

Die Bekanntgabe des Gewinners erfolgt am Donnerstag, 04. Oktober via Mail.

Viel Glück!