Brauche ich das wirklich?

Immer besser, schneller, immer mehr… Unsere Gesellschaft schwimmt im absoluten Konsum und Luxus. Dabei vermittelt uns die Werbung immer wieder aufs Neue, dass wir etwas brauchen, wodurch wir uns besser, schöner, glücklicher fühlen. Darunter leidet nicht nur die Umwelt, sondern auch Tiere und andere Menschen, die entweder hungern oder unter unmenschlichen Verhältnissen für unseren Konsum arbeiten müssen. In Deutschland verbraucht jeder Mensch durchschnittlich doppelt so viele Ressourcen, wie ihm eigentlich zustehen. In welchen Lebensbereichen versteckt sich dieser Konsum und wie kann dieser eingeschränkt werden?

Das zwanzigste Paar Jeans 


Die Überproduktion fängt beispielsweise bei der Kleidung an. Nach den USA werden in Deutschland durchschnittlich am meisten Kleidungsstücke gekauft. Davon werden allerdings 40% entweder garnicht oder nur ein bis zwei Mal getragen. Doch trotzdem wird fleißig weiter gekauft, wodurch die Wirtschaft angekurbelt und somit wiederum immer mehr produziert wird. Die ständig wechselnden Kollektionen und Trends führen außerdem dazu, dass vermeintlich „alte“ Kleidung im Schrank verstaubt und Einkaufsbummel in kurzen Abständen zum normalen Alltagsprozess werden. Dass durch diesen Konsum Umwelt und Menschen sowie Tiere durch die Produktion von Leder, Wolle oder Fellen leiden, ist keine Frage. Doch Kleidung, die nicht mehr getragen wird kann noch jemanden glücklich machen: Ob beim Kleidertausch mit Freunden und Familie, auf einem Flohmarkt, wo man ganz nebenbei auch noch etwas Geld verdienen kann, oder als Spende an soziale Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz oder Sozialkaufhäuser. Wenn doch mal ein neues Kleidungsstück gebraucht wird, kann erst einmal im Second-Hand Laden oder auf Flohmärkten (auch online) nachgeschaut werden, ob ein Teil noch seinen weiteren Dienst leisten kann. Als „Notlösung“ könnt ihr auf Fair Fashion zurückgreifen. Diese wird in dafür speziellen Läden angeboten und meist nicht nur fair produziert, sondern auch unter hohen ökologischen Standards hergestellt. Dafür wird zwar wieder ein neues Produkt hergestellt, jedoch unter menschen-, tier- und umweltfreundlicheren Bedingungen. 

Erdbeeren im Dezember

Deutlich erkennbar wird unsere Wegwerfgesellschaft vor allem auch im Lebensmittelbereich. Heutzutage findet man im Supermarkt ein enormes Angebot an verschiedenen Nahrungsmitteln aus der ganzen Welt. Häufig wird auch hier nicht deutlich oder überhaupt darüber nachgedacht, wo das Produkt eigentlich herkommt und was dahintersteckt. Die Umwelt leidet unter den langen Export- bzw. Importwegen und der Ausbeutung des Bodens durch Intensivlandwirtschaft. Damit verbunden ist auch der Konsum tierischer Produkte, da beispielsweise 98% des Sojas für Tierfutter angebaut wird. Zudem leiden unter anderem Kleinbauern unter schlechten Arbeitsbedingungen oder können mit der technisierten Massenproduktion nicht mehr mithalten und verlieren so ihre Existenz. Um Mensch, Tier und Umwelt zu schonen, können regionale bzw. lokale und saisonale Produkte, beispielsweise auf dem Markt, eingekauft werden. Die Reduzierung von tierischen Produkten trägt zudem einen entscheidenden Teil dazu bei. Zum Beispiel kann der Fleischkonsum auf einmal pro Woche festgelegt und auf artgerechte Haltung geachtet werden, sodass der Konsum bewusster wird und auch der Genuss und das Privileg wieder eine konkretere Rolle spielen. 

Alles Sache der Politik 

Viele Menschen sehen die Schuld für diese miserablen Umstände in der Politik. Jedoch hängt der Markt von der Nachfrage der Konsumenten ab. So sind wir alle in der Lage durch ein zurückgeschraubtes Konsumverhalten die Überproduktion zu verhindern und somit die Politik zu einer Veränderung zu bewegen. Fragt euch einfach vor jedem Kauf „brauche ich das wirklich?“ und vor allem auch „was steckt hinter einem Produkt?“, „wo kommt es her?“ und „unter welchen Bedingungen wurde es hergestellt?“. Muss ich wirklich immer das neuste Smartphone haben, fünfmal im Jahr fliegen und 30 Paar Schuhe besitzen? Wir sollten weniger wegschmeißen, sondern das was wir haben wertschätzen, Dinge wiederverwerten oder sie verschenken bzw. spenden. Jeder Einzelne von uns sollte versuchen seinen Teil beizutragen, seine Möglichkeiten auszuschöpfen, um gemeinsam eine bessere Welt zu gestalten. 




Wasserverbrauch in Deutschland – eine Recherche

„Das Wasser, das du nicht trinken kannst, lass fließen“ – dieser schöne Spruch aus Mexiko bedeutet, dass man nicht gierig sein sollte. Das, was man nicht bekommt, kann man eben so anderen gönnen. Wir in Deutschland haben keine Trinkwassernot, im Gegenteil: wir können unser Wasser in Flaschen verpackt oder direkt aus dem Hahn trinken. Welch ein Luxus! Wie hoch jedoch ist unser Trinkwasserverbrauch, und was bedeutet dies für die Umwelt? Eine Recherche.

Im deutschen Wasserverbrauchs-Atlas von 2015 ist der Verbrauch nach Bundesländern aufgezeigt. Es wird in Litern pro Tag pro Kopf gerechnet.

Trinkwaser ist in Deutschland nicht knapp - so wirkt es zumindest. (c) pixelio.de

Trinkwaser ist in Deutschland nicht knapp – so wirkt es zumindest. (c) pixelio.de


Eindeutiger Spitzenreiter im Wasserverbrauch ist das Land Nordrhein-Westfalen mit 135 Litern Verbrauch! Dicht auf dem Fuße folgen Hamburg und Schleswig-Holstein mit jeweils 134 Litern Wasserverbrauch.
Am sparsamsten ist der Osten Deutschlands: Sachsen-Anhalt verbraucht 91 Liter am Tag, Thüringen 89 und Sachsen sogar nur 84.
Wenn man sich diese Art des Verbrauches anschaut, fällt trotz dessen auf: Dies ist eine sehr hohe Summe für einen einzigen Weltbürger, wenn man überlegt, dass momentan 2,1 Millionen Menschen keinen Zugang zum Trinkwasser haben
. Der Weltatlas Haack schreibt zu dieser Problematik: „Die jährliche Zahl der Menschen, die an durch verunreinigtes Trinkwasser ausgelösten Krankheiten sterben, liegt bei etwa 2,2 Millionen. Mehr als 250 Millionen Menschen leiden an derartigen Krankheiten. Die Abwässer von ca. 2,4 Milliarden Menschen gelangen ungeklärt in Oberflächengewässer oder versickern im Boden, in Entwicklungsländern werden etwa 90 % der Abwässer nicht behandelt. Nach UN-Angaben liegt der minimale Wasserbedarf eines Menschen bei 50 Litern am Tag, fünf Liter zum Trinken, zehn für die Nahrungszubereitung und der Rest für die Hygiene. Milliarden Menschen jedoch müssen heute schon mit weniger als zehn Litern am Tag auskommen.“
Dies sind erschreckende Zahlen.
Wofür jedoch nutzen die Deutschen dieses Wasser?
Zum Baden, Duschen und zur Körperpflege werden täglich etwa 36 Liter Wasser verbraucht. 
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. veröffentlichte 2014 folgende Zahlen:
Die Toilettenspülung verbraucht 33 Liter Wasser, das Waschen der Wäsche 14 Liter. Die Reinigung des Hauses, das Putzen des Autos und der Garten verbrauchen 7 Liter Wasser, das Geschirrspülen 5 Liter und das Essen und Trinken insgesamt ebenfalls etwa 5 Liter.
Da für Warmwasser im Schnitt 12 mal mehr Energie benötigt wird als für Beleuchtung, lohnt sich das Wassersparen besonders: Nicht nur der Wasserverbrauch sinkt, sondern auch der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen sinken. 

Am Tag fünf Liter zu trinken ist ein Richtwert, den die wenigsten von uns erreichen. (c) Pixelio.de

Am Tag fünf Liter zu trinken ist ein Richtwert, den die wenigsten von uns erreichen. (c) Pixelio.de


Wir haben daher fünf Tipps für euch vorbereitet, wie ihr selbst täglich Wasser sparen könnt:
1.) Während man Zähne putzt oder sich rasiert, sollte das Wasser abgestellt werden.
2.) Beim Einseifen oder Shampoonieren in der Dusche muss das Wasser ebenfalls nicht laufen!
3.) Das Duschen kann dem Baden immer vorgezogen werden, es verbraucht lediglich einen Bruchteil des Wassers.
4.) Geschirrspüler immer erst komplett füllen vor dem Waschgang. Bei Handwäsche: Das Becken volllaufen lassen, nicht unter laufendem Wasser spülen.
5. Bei Toilettenspülungen: Start- und Stopp-Taste benutzen.


Viel Erfolg wünschen wir euch beim zukünftigen Wassersparen! So schont jeder mit nur ein bisschen Mühe unsere Umwelt.

Vorschau: Am Donnerstag, 18. Juni berichtet Bernd euch von den Top 10 der neuen Spezies 2015.