Wenn aus Eltern Kinder werden

Der Lauf des Lebens: Irgendwann werden auch die eigenen Eltern alt

Der Lauf des Lebens: Irgendwann werden auch die eigenen Eltern alt (Foto: stevepb/pixabay.de)

Sie brauchen Hilfe, kommen alleine nicht zurecht. Jemand muss für sie da sein, muss ihnen das Essen machen, muss seelischen Beistand leisten und trösten. Jemand muss Verantwortung für sie übernehmen, denn das können sie selbst nicht. Wer jetzt daran denkt, wie Eltern für ihre Kinder sorgen, der hat zwar recht, aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Auch Eltern brauchen Unterstützung von ihren Kindern. Damit meine ich nicht die Beziehungskrise, weil Vater in der Midlife-Krise steckt und neue, tolle Hobbys ausprobiert, während Mutter sich vernachlässigt fühlt. Nein, ich meine vielmehr die Zeit, wenn die eigenen Eltern alt werden, also in die Generation „65 plus“ wechseln und eben nicht mehr komplett auf eigenen Füßen stehen können.

Zwischen Pflegefall und altersbedingten Hürden

Der absolute Pflegefall ist da natürlich die dramatischste Form. Wenn ein Elternteil ohne Hilfe überhaupt nicht mehr kann – meist krankheitsbedingt. Wenn ein Schlaganfall oder Demenz aus den geliebten Eltern hilflose Personen machen, die vollkommen auf andere Menschen angewiesen sind. In solch einem Fall wird die Beziehung zwischen Kindern und Eltern auf die Zerreißprobe gestellt.

Aber auch in weniger dramatisch anmutenden Fällen findet sich viel Potenzial für Tragik und schlaflose Nächte. Mama und Papa sind vielleicht körperlich noch einigermaßen fit, geistig bemerkt man zwar schon Schwächen, aber alles noch im „Normalbereich“ des altersbedingten Abbaus. Trotzdem brauchen die Eltern dann Hilfe. Genau das kann die Kinder belasten, vielleicht sogar noch mehr als ein „echter“ Pflegefall.

Denn bei einem echten Pflegefall hat man kaum eine Wahl. Die Eltern sind zu 100% auf die Kinder angewiesen. Dann ist es auch vollkommen normal, professionelle Unterstützung in Form von Pflegepersonal zu engagieren. Auch der Staat kann hier – wenn auch noch nicht ausreichend und zufriedenstellend – unter die Arme greifen. Doch was, wenn die Eltern eben kein Pflegefall sind, sondern einfach nur „alt“?

Die Sache mit dem Gewissen

Beschwerlich: Im Alter wird der Alltag zur Herausforderung

Beschwerlich: Im Alter wird der Alltag zur Herausforderung (Foto: BM10777/pixabay.de)

Dann steht man als Kind vor einer schweren Gewissensentscheidung. Man könnte die Eltern theoretisch auch alleine lassen. Spielen wir das Szenario mal durch. Mama und Papa sitzen alleine zu Hause und sehen fern, kommen kaum aus dem Haus und haben wenig soziale Kontakte. Wenn sie doch aus dem Haus gehen, dann in der Regel zum Einkaufen. Aber auch das ist für beide eine Bürde. Den überladenen Hackenporsche schleifen sie auf dem Weg nach Hause hinter sich her. Und unten an der Treppe, die gnadenlose Wahrheit: Das ganze Zeug muss noch in den vierten Stock, ohne Aufzug. Das nur als ein kleiner Ausschnitt aus dem beschwerlichen Alltag im Alter. Vielleicht kommen noch finanzielle Probleme durch eine knappe Rente dazu und die Krise ist perfekt.

Kann man da die Eltern im Stich lassen? Immerhin ist da das eigene Leben. Man hat studiert, will Geld verdienen, Karriere machen, Urlaube genießen. Vielleicht auch eine eigene kleine Familie gründen. Wie heißt es doch so schön: „Jeder ist seines Glückes eigener Schmied“.

Das Dilemma

Hier steckt man in der Zwickmühle. Auf der einen Seite sieht man seine eigene Zukunft, die eigenen Bedürfnisse, die man endlich nach Schule und Studium befriedigen könnte. Auf der andren Seite sind da die alten Eltern. Die zwar zurechtkommen, aber jedes Telefonat mit dem Satz beginnen „Hast wieder viel zu tun, was?“

Und hier muss man sich entscheiden. Wie viel schulde ich meinen Eltern? Haben sie mich doch mindestens 18 Jahre durchgefüttert, mit Studium sind es schnell 25 bis 30 Jahre. Das provoziert schnell Schuldgefühle, ein schlechtes Gewissen. In den meisten Fällen kommt dann noch Mitleid für die einsamen Eltern dazu. Ich spreche hier ausdrücklich nicht von den extremen Fällen, in denen das Eltern-Kind-Verhältnis durch Traumata wie Gewalt oder Alkohol schwer gestört oder gar zerstört ist. Aber selbst dann empfinden viele Menschen noch einen Funken Mitleid, das liegt einfach in unserer empathischen Natur.

Wie soll man sich nun entscheiden?

Zwickmühle: Die Interessen von Jung und Alt stehen sich oft diametral gegenüber

Zwickmühle: Die Interessen von Jung und Alt stehen sich oft diametral gegenüber (Foto: geralt/pixabay.de)

Diese Frage ist sicher die interessanteste und gleichzeitig komplizierteste. Wer sich hier eine eindeutige Antwort erhofft hat, den muss ich leider enttäuschen. Wie immer bei ethischen Fragen, die das Gewissen betreffen, gibt es nur eine schwammige Antwort: Jeder muss selbst entscheiden, was für das Richtige ist – so hart das auch ist. Schließlich ist jede Situation anders und gerade in einer so sensiblen Thematik wäre es falsch, zu pauschalisieren. Zumindest eines steht jedoch fest: Man sollte versuchen, alle Interessen zu wahren. Die der Eltern einerseits, die Beistand und Nähe brauchen. Andererseits aber genauso die eigenen, die Unabhängigkeit und Distanz bedeuten. Das ist schwer, sehr schwer. Ein kleiner Trost könnte sein, dass wir nicht alleine sind. Jeder hat Eltern und wie die meisten Menschen werden sie irgendwann alt.

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Wir für euch: 7 vegane Rezepte und Snackideen plus Einkaufsliste im Face2Face-Plan für eine vegane Woche (Foto: T. Gartner)

Wir für euch: 7 vegane Rezepte und Snackideen plus Einkaufsliste im Face2Face-Plan für eine vegane Woche (Foto: T. Gartner)

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Mehr Tipps zum Thema „Ernährungsumstellung auf vegan“ findest du HIER.

Grün vor Neid? Warum wir dieser Eigenschaft schleunigst den Laufpass geben sollten

Grün vor Neid - aber haben wir wirklich Gründe neidisch zu sein? (Foto: uschi dreiucker  / pixelio.de)

Grün vor Neid – aber haben wir wirklich Gründe auf andere neidisch zu sein? (Foto: uschi dreiucker / pixelio.de)

Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich die Eigenschaft Neid erst mit dem Älterwerden einstellt. Vielleicht romantisiere ich das Kind sein aber auch zu sehr. Sogleich fällt mir nämlich ein, dass ich mich mit Freundinnen im Kindesalter in die Haare bekam, mit ihnen raufte, wenn es sich etwa um die Aufteilung von Süßigkeiten drehte und jemand ungefragt diese schon früher anrührte, als abgemacht. Ist Neid eine ganz gewöhnliche, menschliche Eigenschaft? Bei längerem Überlegen fällt mir noch eine weitere Kindheitsanekdote ein: Früher war ich neidisch auf die beeindruckende Überraschungsei-Figurensammlung einer guten Freundin, die schon damals aus seltenen sowie begehrten Elefanten und „Hippos“ bestand. Was dazu führte, dass ich gelegentlich unauffällig eine Figur mitgehen ließ. Ja, noch heute schäme ich mich dafür in Grund und Boden.

Jeder will das größte Stück vom Kuchen: Das scheint sich auch mit dem erwachsen werden nicht zu ändern. Vielmehr weitet sich dieser Neid oft auf andere Lebensbereiche aus (Foto: Gabi Eder  / pixelio.de)

Jeder will das größte Stück vom Kuchen: Das scheint sich auch mit dem erwachsen werden nicht zu ändern. Vielmehr weitet sich dieser Neid oft auf andere Lebensbereiche aus (Foto: Gabi Eder / pixelio.de)

Ist es normal, dass wir auf den Teller des anderen rüber lugen, in der Befürchtung, der Sitznachbar, könne mehr vom leckeren Essen auf den Teller geschaufelt haben? Geht es euch auch manchmal so, dass ihr neidisch seid, wenn das Weihnachtsgeschenk der Geschwister viel besser ausgefallen ist und deren Geschmack getroffen hat? Neid – das bedeutet, dass wir Besitztümer, die sich nicht nur auf das Materielle begrenzen müssen, anderen Menschen nicht gönnen, oder aber uns an Ihre Stelle wünschen. Mit dem Älterwerden, habe ich festgestellt, dass das neidisch sein auch vor dem eigenen Freundeskreis nicht Halt macht. Und das ist etwas, was ich unmöglich akzeptieren kann. Ich würde mich als Menschen bezeichnen, der sich von Herzen für andere freut. Es macht mich gleichermaßen glücklich und stolz, wenn Freunde mir von Erfolgen berichten, sich einen langersehnten Wunsch erfüllen, oder für kontinuierlichen Fleiß belohnt werden und eine verdiente Praktikumsstelle erhalten. Aber ich will mich nicht als Heilige rühmen. Auch in mir macht sich ab und an der Neid breit. Wenn ich Menschen begegne und völlig davon geblendet bin, was diese in ihrem Leben bereits alles erreicht haben, erweckt das auch in mir bisweilen den abscheulichen Neid zum Leben. Plötzlich plustert er sich auf wie noch was. Langsam spüre wie er sich in mir ausbreitet und fast ganz Besitz von mir zu ergreifen scheint.

Lernen wir neidisch zu sein? Ich für meinen Teil  verabscheue es, wenn ich Menschen schon im Gesicht ablesen kann, dass sie auf etwas neidisch sind. Gespielte Freude, ein unbeholfenes, in die breite gezogenes Grinsen, das mehr einer Clownsgrimasse als einem ehrlichgemeinten Lächeln ähnelt – so könnt ihr den Neid garantiert sofort entlarven.  Neid – das ist eine Eigenschaft, die schleunigst aus der Welt verdammt werden muss. Sie beschwört nämlich nur Schlechtes herauf und macht selbst den hübschesten Menschen unsagbar hässlich.

Erfolg macht andere neidisch: Aber wieso gönnen wir Menschen ihren Erfolg oftmals nicht? (Foto: I-vista  / pixelio.de)

Erfolg macht andere neidisch: Aber wieso gönnen wir Menschen ihren Erfolg,  der viel Fleiß und Mühe abverlangt hat, oftmals nicht? (Foto: I-vista / pixelio.de)

Kein Wunder, dass im Christentum Neid eine schlechte Tugend ist und sogar eine der sieben Todsünden darstellt. Und auch im Islam wird Neid als etwas angesehen, dass es zu  überwinden gilt. Jener Miesepeter scheint wohl auch in direkter Verbindung mit dem Egoismus zu stehen. Darum geht es doch im Kern? Wir wollen unentwegt, dass sich alles um uns dreht. Und ja, in dieser Gesellschaft, werden wir zu egoistischen Wesen herangezogen, die nur auf ihr eigenes Wohl aus sind. Ich habe mir eine gute Taktik überlegt, wie ich den Neid, übers Ohr legen kann. Treffe ich Menschen, die ich bewundere, nennen wir das Kind ruhig beim Name, beneide, halte ich mir immer vor Augen, dass diese einen ganz anderen Lebensweg als ich eingeschlagen haben, durch andere Umstände, dorthin gelangten, wo sie heute stehen. Neidisch zu sein, ist bei genauerem Überlegen völlig unsinnig. Nie im Leben nämlich, werde ich wie diese Person sein, die vor mir steht. In meinem Leben haben sich andere Dinge ereignet, die mich an andere Stationen gebracht haben. Wir sollten nicht immer von uns aus gehen und immer sofort alles auf uns beziehen. Womit wir wieder beim Egoismus angelangt wären. Scheint ganz so als seien der Neid und der Egoismus alte Bekannte. Ich habe mir angewöhnt, Menschen zunächst einmal anzuhören und dabei nicht sofort irgendwelche Rückschlüsse auf mich zu ziehen. Das hilft. Und tut zudem Freundschaften gut und fördert neue Bekanntschaften. Deshalb sollten wir alle dem Neid den Laufpass geben. So kann zumindest ich mich viel besser auf Menschen einlassen, mich an Konversation erfreuen, etwas Nützliches daraus ziehen und am Ende vielleicht sogar motiviert und angespornt aus dieser hervorgehen.

Vorschau: Eva verrät nächstes Mal, warum wir öfter mal zum Stift greifen und Briefe schreiben sollten.