Karneval der Kulturen – „Andere Länder, andere Sitten“

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Gehört für die Deutschen zum Karneval dazu: Konfetti, Luftschlangen, Verkleidungen und „Faschingskrapfen“ (Foto: Alexandra H./ pixelio.de)

Der Startschuss für die „jecke Zeit“ ist bereits am 11.11 um 11:11 Uhr gefallen und seitdem sind schon einige Prunk- und Kappensitzungen abgehalten worden. Das große „Finale“ der Karnevalszeit steht uns jedoch jetzt erst kurz bevor. Ein besonderes Highlight stellen dabei selbstverständlich die Rosenmontagszüge in den Fastnachtshochburgen Mainz und Köln dar, doch auch in anderen Teilen Deutschlands wird sich verkleidet, mit Kamellen geworfen und ausgelassen auf der Straße gefeiert. Doch während sich auch hierzulange die Bräuche teilweiße schon stark unterscheiden – so ist die in Köln traditionelle „Nubbelverbrennung“ am Karnevalsdienstag im Süden Deutschlands weitestgehend unbekannt – ist es noch interessanter, sich passend zur 5. Jahreszeit einmal den Karneval in anderen Kulturen anzuschauen. Klar, jeder hat schon einmal vom berühmten brasilianischen Karneval mit den farbenprächtigen Umzügen und seinen freizügigen Samba-Tänzerinnen und Tänzern gehört, doch wie sieht es aus mit den Traditionen in Russland, den USA oder unserem Nachbarn, der Schweiz?

Die „Butterwoche“ in Russland: Pfannkuchen, Volksmusik und sportliche Wettkämpfe

Karneval wird in Russland „Maslenitsa“ genannt, was so viel heißt wie „Butterwoche“. Und tatsächlich war es früher üblich, dass an diesen Tagen vorwiegend Nahrungsmittel aus Milch verzehrt wurden. Auch heute ist es noch üblich an Karneval heiße Pfannkuchen, traditionell mit Honig, Kaviar und Wodka, zu verzehren. Dabei wird zu russischer Volksmusik getanzt und sich in sportlichen Wettkämpfen gemessen, wie beispielsweise dem Hochklettern an Holzpfählen. Ähnlich wie die bereits angesprochene Nubbelverbrennung in Köln bildet auch in Russland das Anstecken der sogenannten „Maslenitsa-Puppe“ den Höhepunkt der Veranstaltung – sie soll den Winter vertreiben und das Frühjahr einläuten.

Bunte Paraden in New Orleans – Der „Mardi Gras“

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Ob „Mardi Gras“, Fasching oder Karneval: Gefeiert wird in der 5. Jahreszeit beinahe überall auf der Welt. (Foto: Timo Klostermeier/ pixelio.de)

Der Name „Mardi Gras“ für den Karneval in den USA kommt aus dem Französischen und heißt übersetzt „fetter Dienstag“. Seinen Ursprung hat diese Bedeutung im Religiösen: Früher hat man kurz vor Beginn der Fastenzeit darauf geachtet, nochmals besonders fett- und reichhaltige Nahrungsmittel zu sich zu nehmen – die sogenannte „Woche der sieben fetten Tage“. Der letzte Tag vor Aschermittwoch war demnach der „Fette Dienstag“, also „Mardi Gras“. Inzwischen werden alle Veranstaltungen zwischen dem 11.11 und dem Aschermittwoch so bezeichnet – und besonders New Orleans ist für seinen ausgelassenen „Mardi Gras“ bekannt. Die Paraden, die um diese Zeit durch die Straßen ziehen, sind von unterschiedlichsten kulturellen und musikalischen Eindrücken geprägt und sind so vielfältig wie ihre Besucher. Traditionell werden statt Süßigkeiten Perlenketten und Münzen aus Plastik von den Wägen geworfen. Gegessen wird der „Königskuchen“ (King Cake), angereicht mit Kaffee, Zimt, Beeren und Sahne – häufig eingefärbt in den Farben des „Mardi Gras“: violett, grün und gold.

Ein Umzug vor Sonnenaufgang – der düstere Karneval in Basel

Während sich der Karneval in den meisten Teilen der Welt tagsüber mit lauter Musik und bunten Kostümen abspielt, bildet in Basel der sogenannte „Morgestraich“ den Auftakt der Karnevalszeit – und das nicht nur am Montag nach Aschermittwoch, sondern auch um vier Uhr morgens! Zu diesem Zeitpunkt wird in der ganzen Stadt die Straßenbeleuchtung abgestellt, das einzige Licht kommt noch von den Laternen der sogenannten „Fastnachtscliquen“. Diese Gruppen von maskierten Pfeifern und Trommlern ziehen dann durch die Straßen von Basel und sorgen für eine einzigartige Atmosphäre. Das Spektakel geht 72 Stunden, innnerhalb derer die meisten Kneipen und Wirtschaften durchgehend geöffnet haben. Dort wird gefeiert und traditionelle Fastnachtsspeisen, wie zum Beispiel Mehlsuppe oder „Käsewähe“ (Käsekuchen) gegessen.

…. Und noch ein Tipp zum Schluss:

Wie man sieht, gibt es die unterschiedlichsten Wege und Traditionen, wie man Karneval verbringen kann, doch eines ist fast überall gleich: Die Menschen kommen zusammen, um ausgelassen zu feiern und das Leben zu genießen. Solltet ihr Lust bekommen haben, auch innerhalb Deutschlands mal ein Fest der etwas anderen Art zu feiern, würde ich den „Karneval der Kulturen“ in Berlin empfehlen – auch hier treffen die unterschiedlichsten Musik- und Lebensstile zusammen, um eine einzigartig vielfältige Parade zusammen zu stellen.

Endlich und nie wieder – das eigene Haus

Ein Haus voller Kartons: Nach dem Umzug muss erst alles seinen Platz finden (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Ein Haus voller Kartons: Nach dem Umzug muss erst alles seinen Platz finden (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Seit einigen Wochen lebe ich inmitten von Kartons. Meine frische Wäsche hole ich aus einem Korb, die großen Teller habe ich noch nicht gefunden, zum Schreiben dieses Artikels habe ich mir das Ladegerät meiner Mutter geliehen, weil meines noch verschollen ist, der Laptop zum Glück nicht. Ich bin im Umzug, erraten. Im letzten Monat habe ich eingepackt, aussortiert, renoviert, geplant, gehoben, getragen, abgestellt – und nur das wenigsten wieder ausgepackt. Ab ins Eigenheim dachten mein Mann und ich uns. Heute denken wir: Nie wieder!

Schuld daran mag die magische Zahl drei haben, die sich im Alter meines Mannes an vorderste Stelle geschoben hat und uns demnächst was die Anzahl unseres Nachwuchses betrifft entgegenkommt. Das passende Objekt haben wir nach langem Suchen, der Überlegung zu Bauen und dem Durchstöbern tausender Inserate gefunden. Dann begann ES. Das Verhandeln um den Preis, das Verhandeln mit der Bank, das Verhandeln um Termine, den Druck hier, die Nachfrage da. Jeder meinte etwas anderes zu brauchen und zu wollen, Makler, Verkäufer und Bank, und wir, die wir noch nie ein Haus gekauft hatten, wussten nicht, wer recht hatte. Und Erklärungen gibt es wie Sand am Meer, zur Genüge und in allen möglichen Formen. Schon da schwand unser Enthusiasmus. Die Bürokratie stellte Stolpersteine und eigentlich wollten wir einfach nur in unser Haus.

Stress pur: Der Weg zum eigenen Haus ist lang und voller Stolpersteine (©jelep / pixelio.de)

Stress pur: Der Weg zum eigenen Haus ist lang und voller Stolpersteine (©jelep / pixelio.de)

Im Stress der vergangenen Wochen haben wir beide an Gewicht verloren. Nicht besonders praktisch bei dem ohnehin schon stressigen Beruf meines Mannes und dem achten Schwangerschaftsmonat, der sich nun schon sehr gemächlich dem Ende neigt. Jeden Tag kam ein neues Problem hinzu. Während das Dach neu gemacht wurde, tropfte es bei Regen in mehrere Zimmer, ein Problem an der Heizung ist nicht, wie vorher abgesprochen, behoben wurden, die Küche kommt erst Ende Oktober, die Türen vom neuen Schlafzimmerschrank waren kaputt. Die Liste ließe sich fortsetzten. Manchmal will ich einfach nur wegrennen, mich verkriechen, vorspulen, bis alles überstanden ist. Denn das ist es doch irgendwann, oder?

Gleichzeitig bleibt doch die Gewissheit, einen wichtigen Schritt getan zu haben. Ein Eigenheim ist heute für viele nicht mehr selbstverständlich oder gar erstrebenswert. Gerade jüngere Menschen ziehen die Ungebundenheit einer Mietwohnung vor, berufliche und private Flexibilität rücken dabei in den Vordergrund. Städte- oder gar Länderwechsel sind so kein Problem. Und mal ehrlich, ist so ein eigenes Haus mit Garten nicht in der Kleinstadt nicht furchtbar spießig? Mit Sicherheit ist es auch das. Aber eben genau das bietet es auch: Sicherheit. Wir sind nicht mehr auf Vermieter und deren Meinungen angewiesen. Und kann nicht nach Jahren gekündigt werden und wir müssen etwas Neues suchen, wie ich es schon bei vielen erlebt habe. Statt Miete zahlen wir die nächsten Jahre Darlehen – und eines schönen Tages sind wir damit durch.

Endlich: das eigene Haus bietet Vorteile, die sich lohnen (©lichtkunst.73 / pixelio.de)

Endlich: das eigene Haus bietet Vorteile, die sich lohnen (©lichtkunst.73 / pixelio.de)

Vielleicht schaffe ich es bis dahin auch, die Schränke aufzustellen, das Büro einzurichten und meine neue Leseecke einzuweihen. Vielleicht, ganz so sicher bin ich mir da nicht. Immerhin habe ich einen Kellerraum, in dem irgendwo mein Föhn sein muss, der aber von vorne bis hinten so zugestellt ist, dass ich an nichts mehr rankomme. Einen neuen Föhn zu kaufen wäre da wohl die sinnvollere Variante. Und auf der Matratze schläft es sich eigentlich auch nicht schlecht, wer braucht da schon ein Bettgestell? Endlich haben wir es in die eigenen vier Wände geschafft und noch einmal machen wir die Aktion nicht mit. Nie wieder Miete, nie wieder umziehen, nie wieder Hauskauf – endlich.

Vorschau: Sascha erklärt euch hier nächste Woche, warum unsere Gesellschaft Lügen braucht, um zu funktionieren.

Trautes Heim, Glück allein – drei Tipps für einen stressfreien Umzug

Trautes Heim, Glück allein – drei Tipps für einen stressfreien Umzug

Geschafft: Nach dem Umzug kann man sich in seinem Zuhause schön einrichten (Foto: T. Gartner)

Umziehen ist für viele Menschen ein wahrer Alptraum. Zwar freut man sich meist auf die neue Wohnung, aber auf das stressige Kisten packen, Möbel schleppen und dann in der neuen Wohnung alles wieder ausräumen haben nur wenige Lust. Ein Umzug ist nie stressfrei. Wie man ihn trotzdem leichter gestalten kann,  verraten wir euch jetzt:

1. Vorbereiten

Ein Umzug kommt meistens nicht überraschend.  Man muss sich vorher dafür entscheiden, die alte Wohnung kündigen und eine neue suchen. Dementsprechend kann auch schon viel vorbereitet werden. So kann man sich etwa schon frühzeitig um einen Nachsendeantrag bei der Post kümmern, damit nach dem Umzug die Briefe und Pakete auch an der richtigen Adresse ankommen. Dabei kann man beim Ausfüllen des Antrags einfach das Datum auswählen, ab dem die Post umgeleitet werden soll und schon hat man eine Sorge weniger. Auch um das Kündigen von Verträgen – etwa Telefon-, Internet, Gas-, oder Fernsehverträge – sollte man sich frühzeitig kümmern. Manche Verträge, etwa Telefonverträge, können beim Umzug auch mitgenommen werden. Darüber sollte man sich beim Anbieter informieren.

Vor dem Umzug sollte man noch einmal in den Mietvertrag der aktuellen Wohnung schauen, wie diese denn übergeben werden soll: Muss die Wohnung nur besenrein oder richtig sauber sein. Kann sie unrenoviert übergeben werden? Je früher man darüber Bescheid weiß, desto besser kann man planen, vor allem, wenn die alte Wohnung noch renoviert werden muss. Kisten können in den Wochen vor dem Umzug auch schon gepackt werden. Hierbei immer auf das Gewicht der Kiste achten. Lieber ein paar Kisten mehr, als nur wenige aber dafür zu schwere Kisten, die vielleicht sogar reißen könnten. Zudem sollten die Kisten beschriftet werden, um es sich beim Ausräumen später einfacher zu machen und beim Umzug die Kisten auch gleich ins richtige Zimmer bringen zu können.

Auch um Transportmöglichkeiten sollte man sich noch vor dem Umzug kümmern. Am besten so früh wie möglich, denn gerade bei Autovermietungen gilt: Je früher, desto billiger. Am besten macht man sich eine Umzugsliste, auf die man alles schreibt, was man erledigen will.

2.  Ruhe bewahren!

Ein Umzug läuft nie wirklich reibungslos ab. Irgendetwas passiert immer. Dessen sollte man sich bewusst sein und am Umzugstag die Ruhe und den Überblick bewahren. Man muss nicht alles selber schleppen, meist hat man ja liebe Freunde, die einem helfen und denen man sagen kann, wo was hinkommen soll. Beim Abbauen von Möbeln sollte darauf geachtet werden, dass man alle kleinen Schrauben und Teile mitnimmt. Diese Schrauben können dann etwa in eine kleine Plastiktüte getan und mit Klebeband fest an das Möbelstück geklebt werden. So hat man beim Wiederaufbauen gleich alle Schrauben beisammen. Beim Transport sind vor allem Sicherungsmöglichkeiten ganz wichtig. Deshalb sollte man genügend Sicherungsseile und Decken zum Schutz der Möbel bereithalten. Auch Pausen sollten eingeplant und in den Zeitplan eingerechnet werden.

Trautes Heim, Glück allein – drei Tipps für einen stressfreien Umzug

Das I-Tüpfelchen: Nach dem Auspacken kommt das Dekorieren (Foto: T. Gartner)

3. Neues Heim, Glück allein?

Jede Wohnung sieht nach einem Umzug erst einmal chaotisch aus. Das ist aber nicht schlimm und auch hier gilt: Ruhe bewahren. Nicht alle Kisten müssen am ersten Tag ausgepackt werden. Erst einmal alle Möbel aufbauen und dann langsam mit den Kisten beginnen. Manchmal hilft es auch sich eine Reisetasche für die ersten paar Tage zu packen, in der alles Notwendige zum Beispiel Kleider, Duschsachen, Zahnputzutensilien und so weiter eingepackt ist. Dann kann man das Kistenauspacken viel entspannter angehen. Wer mit kleinen Kindern umzieht, sollte sich zuerst um das Einrichten des Kinderzimmers kümmern, damit die Kleinen einen gemütlichen Rückzugsort in all dem Umzugschaos haben. Auch sollte man die neue Wohnung erst einmal gründlich putzen, denn durch den Umzug entsteht meistens viel Dreck. Wenn dann endlich alles geschafft ist, steht dem Glück in der neuen Wohnung auch nichts mehr entgegen.

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr hier lesen, was man alles für einen gemütlichen Winterabend mit Freunden braucht.

Die Wand ein bisschen schöner machen

Die Wand ein bisschen schöner machen

Die Colibri-Blüten: So soll es aussehen (Foto mit freundlicher Genehmigung von Wall Art)

Es ist soweit. Fünf Jahre sind vergangen, seit wir unsere Wohnung bezogen haben. Nach einem Kind und vielen, vielen Anhäufungen von Sachen, die wir brauchen oder irgendwann mal brauchen könnten, wurde es eng und enger. Von unserer Wohnungssuche, die mit dem gefundenen Haus endete, habe ich euch bereits berichtet. Gut war, dass die neuen Zimmer eigentlich bezugsfertig waren. Aber allesamt weiß wie Zahnpasta. Die Zeit war knapp, unmöglich konnten wir überall Farbe hinklatschen, wo wir es gerne etwas wohnlicher gehabt hätten. Die Idee: Wandtattoos.

Mit den Wandtattoos von Wall Art hatte ich bereits gute Erfahrungen gemacht. An unserer alten Küchentür steht heute noch – die Nachmieter freuen sich – „Zauberküche“ in dunklem Rot und in dem knalllila Flur meines Bruders habe ich ihm zum Einzug „Willkommen“ in Dutzenden Sprachen geklebt. Die Auswahl, die Wall Art bietet ist schon mal gigantisch. Vom einfachen Ornament über komplizierte Spezialbilder, vom Schriftzug bis zum Lieblingstier, hier gibt es für jeden Geschmack etwas.

Die Colibri-Blüten, die es auch auf Face2Face zu unserem Jubiläum zu gewinnen gab, haben uns so gut gefallen, dass wir sie gleich an unsere Wohnzimmertür kleben wollten. Mein Sohn hat mir fleißig geholfen, denn das Anbringen des Tattoos verläuft – grob gesagt – in drei Schritten. Zunächst muss das Wandtattoo auf die Übertragungsfolie gebracht werden. Da es aber schon so geliefert wird, dass die Übertragungsfolie auf einer Seite an dem Bild hängt, ist das nicht allzu schwer. Nochmal gut festdrücken, vor allem die filigranen Teile des Tattoos, dann vorsichtig die Folie abziehen. Am besten klappt das Übertagen wirklich mit dem Spatel, den es bei Wall Art gibt. Vor allem für den nächsten Teil, dem Anbringen an der Oberfläche, ist der Spatel nicht zu verachten.

Die Wand ein bisschen schöner machen

Kinderleicht? Das Festdrücken ist einfach und unkompliziert (Foto:Obermann)

Denn je nach Untergrund kann es schon mal schwieriger sein, das Tattoo an die Wand zu bringen, oder in meinem Fall: an die Tür. Sauber, also fett- und staubfrei sollte sie sein, und natürlich trocken. Und obwohl ich die Tür extra geputzt hatte, wollte sie einfach nicht so richtig sauber sein. Was in unsrer alten Wohnung und auch an der neuen Tapete wunderbar geklappt hat, denn im Kinderzimmer habe ich zur Freude meines Sohnes noch ein paar Katzen platziert, wurde an der Wohnzimmertür dann doch zur Geduldsaufgabe.

Eigentlich – die Erfahrung habe ich nun mehrmals gemacht – wird das Tattoo mit der Übertragungsfolie an die Fläche geklebt, wo es hängen soll. Nachdem es dann festgedrückt wurde, kann die Folie vorsichtig wieder abgezogen werden, das Tattoo bleibt hängen. Lediglich ganz feine Teile sollten dann noch einmal zusätzlich mit den Fingern festgedrückt werden. Es schadet auch nichts, das ganze Wandtattoo noch mal abzufahren. Es klebt und damit gut. Bei schwierigen Untergründen – wie meiner neuen Wohnzimmertür – sieht das Ganze etwas komplizierter aus. Der wenigste Teil des Tattoos blieb hängen, egal wie oft ich es mit der Folie an die Tür drückte. Also? Also habe ich die Folie stückchenweise abgezogen und das Wandtattoo mit Fingern und Andrückspatel vorsichtig an die Tür gebracht – dann hat es auch gleich geklebt, allein die Arbeit war etwas aufwendiger als sonst.

Die Wand ein bisschen schöner machen

Kann sich sehen lassen: Das Wandtatoo an der Wohnzimmertür (Foto: Obermann)

Das Ergebnis aber kann sich sehen lassen. Das helle Wandtattoo hebt sich super von der dunklen Tür ab und sieht einfach klasse aus. Allzulange dauert das Anbringen auch nicht, je nach Untergrund, Größe des Tattoos und Komplexität der Ausführung zwischen 15 Minuten und einer Stunde. Wer die Tipps zum Anbringen, die jeder Wall Art Lieferung beiliegen, berücksichtigt, ist klar im Vorteil. Wichtigstes Arbeitsmaterial ist aber Geduld. Denn wer es doch zu eilig hat und beim Abziehen der Folie nicht aufpasst, riskiert, dass sein Tattoo einreist. Das lässt sich zwar retuschieren, ärgert aber trotzdem.

Mein Fazit bleibt, dass Wandtattoos eine tolle Möglichkeit sind, Wände und Türen zu verschönern, ohne stundenlang den Pinsel schwingen zu müssen. Praktisch ist auch, dass das aufgeklebte Tattoo einfach wieder zu entfernen ist, sollte es irgendwann einmal nicht mehr gefallen. Einfach abziehen und fertig. Wir überlegen uns derweil, ob wir für das Schlafzimmer nicht auch noch eines holen.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Sascha über „Patchworkkultur“ als Kultur zum Selberbasteln.

Zu wenig Platz für zu viel Mensch

Wir brauchen eine größere Wohnung. Das wissen wir schon länger. Unsere Wohnung platzt aus allen Nähten. Überall, wo wir dachten, es passt kein Schrank mehr hin, haben wir doch noch einen hin gequetscht. Auf meinem Schreibtisch stapeln sich Bücher, weil die Regale voll sind und ich nicht darauf verzichten kann. Wir brauchen eine größere Wohnung. Hinzu kommt, dass unser vierjähriger Sohn kein eigenes Zimmer hat, weil sein Vater das dritte Zimmer als Arbeitszimmer braucht. Wir brauchen also so was von einer größeren Wohnung.

Übers Internet - so laufen heute viele Wohnungssuchen ab (©Rainer-Sturm_pixelio.de)

Übers Internet – so laufen heute viele Wohnungssuchen ab (©Rainer-Sturm/pixelio.de)

Seit einem Jahr etwa klicken wir uns auf Seiten wie „Immobilienscout24“ umher, sichten Angebote, reden darüber – und finden immer wieder Ausreden, doch nichts zu machen. Zuerst war es: „Jetzt warten wir erst mal bis sein Referendariat vorbei ist, vorher hat es keinen Sinn“. Klingt ja auch logisch. Also haben wir gewartet, gesichtet, geredet und Anfang des Jahres uns dann die ersten Objekte angeschaut. Eines der ersten war ein Haus, relativ günstig, passende Lage. Aber sonst passte nichts. Ein Innenhof zum Albträumebekommen, 90 Prozent Durchgangszimmer, ein riesiges Bad mit einer winzigen Wanne und irgendwie so ganz ohne Waschmaschinenanschluss. Also dann doch lieber nicht. Doch ein Haus wäre ja auch nicht verkehrt, überlegten wir. Immerhin, mit Kind und Katze, in der Kleinstadt, das könnte passen. Wäre doch schön.

Wir warteten wieder etwas und weil es keine Wohnungen zu geben schien, schauten wir uns im sonnigen Frühling ein zweites Haus an. Mit Dutzenden Wandschränken, geräumigen Zimmern, einer riesigen Garage, einem passablen Hof und etwas Garten. Aber: viel zu teuer. Momentan nicht bezahlbar, für einen Aushilfslehrer und eine Hilfskraft an der Uni. Wir bissen uns auf die Lippen, sagten ab und waren gefrustet. Wegen Eurokrise oder Wirtschaft, irgendeinen Grund musste es haben, gab es keine Wohnungen, die groß genug gewesen wären und erst recht keine Häuser, die wir uns leisten konnten.

Zu wenig Platz für zu viel Mensch

Angebote? Der Wohnungsmarkt ist momentan leer, dann statt Wohnung vielleicht doch gleich ein Haus (©Rainer-Sturm/pixelio.de)

Währenddessen wuchs unser Platzmangel. Unser Sohn hatte Geburtstag – noch mehr Spielsachen – wir heirateten – überhaupt mehr Sachen. Nur der Platz wollte nicht mehr werden. Während ich unseren neuen Bowle-Behälter auf das Bücherregal räumte und unser Buffet dank der vielen Tassen nicht mehr richtig zugeht, warteten wir und warteten. Hatte denn niemand Mitleid mit einer kleinen Familie, die einfach nur ein Zimmer mehr haben wollte? Wir fragten – Kleinstadt eben – Familie und Bekannte, blätterten in den örtlichen Wochenzeitungen. Alles, was wir fanden, war eine Wohnung im zehnten Stock, die miefte und auch nicht größer war als das, was wir schon hatten.

Ich sah uns schon auf ewig hier versauern, ohne Kinderzimmer, bald über sorgsam hingestellte Kartons steigend, weil auf den Regalen schon lange kein Platz mehr ist. Vielleicht im Herbst – hofften wir, denn unsere Suchanfragen hatten seit Wochen keine neuen Objekte rausgespuckt. Mit drei Zimmern wären wir überschüttet worden. Aber drei Zimmer haben wir, drei Zimmer reichen eben nicht. Mindestens vier brauchen wir.

Es war der Mittwoch vor den Kindergartenferien, dieser Artikel war schon angesetzt, mit offenem Ende noch – ob wir je etwas fänden? An der Pinnwand gegenüber der Garderobe meines Sohnes (Schicksal?) hing ein einfacher Zettel, den ich kurzerhand mit dem Handy fotografierte. Wenig Infos: Haus in zentraler Lage zu vermieten. Zwei Toiletten, stand da, und fünf Zimmer. „Kann ja nicht schaden“, sagte ich zu meinem Mann, als ich wieder zu Hause war, und rief gleich an. Keiner hob ab, also setzte ich mich an die Arbeit. Doch bald klingelte das Telefon und nach kurzer Verwirrtheit war klar: Das ist die Vermieterin. Wir machten nur kurz einen Termin aus, klärten das Wichtigste und ich war selig. Das Haus war bezahlbar. Günstiger als ein Haus, das wir uns erst ein paar Tage zuvor angeschaut hatten: Das hatte gemuffelt, wir brauchten eine neue Küche, null Dämmung, weiter weg von der KiTa, als mir lieb war, aber noch passabel. Nur etwas zu teuer. Der Makler wollte sehen, ob sich was machen lässt, wir warteten. Und dieses Haus? Ideal. Keine fünf Minuten von unserer Wohnung weg, kleiner Garten, gerade genug für mich, die ich ohnehin kaum Zeit habe neben Uni, Kind, Schreiben. Die Küche konnten wir übernehmen, nicht billig, aber ein Traum für jemanden, der bisher zwei Quadratmeter als Küche gehabt hat. Mit Kinderzimmer und Spielzimmer und Arbeitszimmer. Alles da. Wir waren sofort Feuer und Flamme, hätten am liebsten sofort unterschrieben. Einen Tag später weihten wir unseren Sohn ein, zeigten ihm das Haus, auch er war sofort begeistert, rannte auf dem Rasen seine Kreise.

Erst zu den Herbstferien ziehen wir um, doch die Zeit vergeht schnell. Hier einpacken, da ummelden, Nachmieter, neue Couch – alles ist plötzlich da und ging dann doch so leicht. Ganz ohne Makler, ganz ohne Internet, ganz ohne Stress. Hätten wir das nur früher gewusst.

 Vorschau: Nächste Woche schreibt Sascha gegen das Vorurteil, alte Menschen seien langweilig und träge.

Face2Face ist umgezogen!

Liebe Leserinnen und Leser,

im Namen des gesamten Face2Face-Teams freue ich mich, euch hier, auf unserer neuen Domain, begrüßen zu dürfen.
Wir werden euch auch weiterhin mit vielen, spannenden Themen und Texten versorgen und hoffen ihr bleibt uns treu.

Tatjana