30 Tage meditieren – ein Selbstversuch

Beginnen möchte ich mit einem Zitat des buddhistischen Mönches, Schriftstellers und Lyrikers Thich Nhat Hanh aus seinem Buch „Jeden Augenblick genießen“:

 

Während ich einatme, bin ich mir bewusst:
Ich atme ein.
Während ich ausatme, bin ich mir bewusst:
Ich atme aus.

Während ich einatme, spüre ich:
Mein Einatmen wird tiefer.
Während ich ausatme, spüre ich:
Mein Ausatmen wird länger.

Während ich einatme, beruhige ich mich.
Während ich ausatme, fühle ich mich erleichtert.

Während ich einatme, lächle ich.
Während ich ausatme, lasse ich los.

Während ich einatme, verweile ich
im gegenwärtigen Augenblick.
Während ich ausatme, fühle ich:
dies ist ein wundervoller Augenblick.

 

Die Effekte von regelmäßigem Meditieren

Sich ganz auf seinen Atem konzentrieren, tief- ein und ausatmen – dies soll Stress reduzieren und zum Beispiel vor einer Prüfungssituation beruhigen. Meditieren kann helfen langfristig besser mit Stress und schwierigen Emotionen umzugehen.  Der amerikanische Wissenschaftler und Autor Joe Dispenza geht in seinem Buch „Du bist das Placebo“ darauf ein, dass Meditation sogar die Hirnstruktur verändert, sodass Ängste überwunden werden können. Die Hirnforschung arbeitet seit Jahrzehnten daran, die Effekte der Meditation mittels Studien sowie Hirn-Scans auf den Grund zu gehen.

30 Tage meditieren - ein Selbstversuch

Meditieren: Ein Mittel zur Stressbewältigung? (Foto: T. Gartner)

Aber wenn wir auf die Wissenschaft warten, warten wir vermutlich lange. Deshalb habe ich einen Selbstversuch gestartet:  30 Tage lang habe ich mich am Meditieren versucht und möchte meine Erfahrungen nun mit euch teilen.

Woche 1

Für die erste Woche habe ich mir vorgenommen zweimal am Tag – jeweils morgens und abends – für fünf bis zehn Minuten die gängige Sitzmeditation (Zazen) aus dem Zen-Buddhismus auszuprobieren. Ich benutzte hierfür eine Meditationsapp mit integriertem Timer, die mittels Klanggeräuschen den Anfang und das Ende der Meditation signalisiert sowie jedes Sitzen einspeichert.

30 Tage meditieren - ein Selbstversuch

Die richtige Sitzhaltung: Bequem und stabil meditieren. (Foto: ©Raab, pixelio.de)

Zu Beginn jeder Meditation rollte ich meine Yoga-Matte aus und legte das Meditationskissen darauf. Wichtig ist, dass beim Sitzen eine bequeme, gerade sowie stabile Haltung eingenommen wird. Ich habe mir zusätzlich noch ein Räucherstäbchen oder eine Kerze angezündet. Das hat für mich den Effekt der Entspannung verstärkt und ist – gerade am Abend – sehr angenehm. In den ersten Minuten habe ich mich ganz auf meinen Atem konzentriert, also tief ein- und ausgeatmet und versucht, ganz im Hier und Jetzt zu sein. Natürlich kamen nach den ersten Sekunden verschiedenste Gedanken auf. Entweder ich dachte an meine heutigen Tagesaufgaben (am Morgen) oder reflektierte kurz den Tag (am Abend). Hin und wieder kamen auch vergangene Ereignisse auf. Nicht nur Gedanken spielen beim Meditieren eine Rolle, sondern auch Emotionen. Wenn wir uns einmal nicht ablenken lassen, sei es durch unser Smartphone, den Fernseher oder auch Musik, kommt alles hoch, was wir sonst verdrängen. Deswegen kann es am Anfang der Meditation sehr überraschend sein, was da noch im Verborgenen schlummert.
Es ist wichtig, dass ihr die aufkommenden Gedanken und Gefühle nicht bewertet, sondern einfach nur beobachtet, was in euch vorgeht.

Loslassen von Gedanken und Emotionen

Eine gute Methode sowohl mit Gedanken, als auch mit Emotionen umzugehen, ist das Loslassen. Wenn ein störender Gedanke aufgetaucht ist, versuchte ich ihm nicht zu folgen und mich auf diese „Gedankenkette“ erst gar nicht einzulassen, sprich: einfach weiter atmen. Das klingt einfacher als es ist. Oftmals, gerade am Anfang, bin ich automatisch den aufkommenden Gedanken gefolgt und habe mich dann selbst geärgert, dass ich komplett rausgekommen bin. Gedanken gehören genauso zum Meditieren dazu wie das Loslassen und die erneute Fokussierung auf den Atem. Ihr könnt aber auch eine Art „Meditationstagebuch“ führen, sodass ihr wichtige Gedanken im Nachgang immer noch verfolgen und bearbeiten könnt. Schließlich kann es passieren, dass Gedanken, die doch ganz nützlich sind, nach der Meditation in Vergessenheit geraten und mit Hilfe eines „Meditationstagebuchs“ kann dies vermieden werden.

Es ist mir auch nicht jeden Tag gelungen den genannten Zeitraum von fast zehn Minuten durchzuhalten. Manchmal war ich so abgelenkt von meinen Gedanken oder zu angespannt, dass ich mich einfach nicht durchgehend auf die Meditation konzentrieren konnte. Aber schon wenige Minuten haben ihren Effekt und sollten nicht unterschätzt werden.

Woche 2 und 3

Während der zweiten Woche nahm ich mir vor, noch etwas länger, nämlich 15 Minuten zu meditieren. Für mich war es fast schon entspannter, wenn ich wusste, dass ich mehr Zeit zum Meditieren habe. Denn an manchen Tagen konnte ich mich nicht so schnell auf die Meditation einlassen und brauchte allein dafür schon einige Minuten. Mir fiel es wesentlich leichter zu beginnen, als während der ersten Tage und gegen Ende der zweiten Woche gewann mein Selbstversuch schon etwas mehr an Routine.

Die dritte Woche brachte schon erste Veränderungen mit sich. Durch die Meditation wird das Mitgefühl für sich, andere Menschen und allgemein die ganze Welt verstärkt. Das nahm ich auch an mir wahr. Allgemein fühlte ich mich zu der Zeit sehr verbunden mit der Welt und spürte eine tiefe Dankbarkeit, die an nichts Spezielles gebunden war. Durch die Achtsamkeit verlängert sich der Tag gefühlt, da man nicht von einem Gedanken zum nächsten springt.

Woche 4

Das Mitgefühl verstärkte sich in der vierten Woche noch mehr. Manchmal konnte ich selbst nicht verstehen, wieso ich keinem Menschen lange böse sein konnte. Anscheinend entwickelte ich gewissermaßen Verständnis für manche Verhaltensweisen. Das soll nicht heißen, dass ich vorher nicht auch empathisch war, sondern, dass sich mit Hilfe des Meditierens eine andere Art der Empathie entwickelte, die noch tiefgreifender war.
Was mich jedoch am meisten überraschte an diesem „Experiment“ war etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Normalerweise plagen mich während der Periode starke Schmerzen und ich bin sehr erschöpft und wenig leistungsfähig. Doch dieses Mal nahm ich viel weniger Schmerzen wahr und fühlte mich allgemein entspannter, besser sowie wesentlich leistungsfähiger im Alltag. Und das Einzige, das ich in dieser Zeit an meinem Alltag verändert habe, war das regelmäßige Meditieren.

Fazit meines Selbstversuches

Was nehme ich aus diesen 30 Tagen meditieren mit? Mir ist klar geworden, dass ich erst am Anfang meiner Reise stehe. Denn wirklich dauerhafte Effekte erreicht man nicht nach 30 Tagen, sondern nach monatelanger, wenn nicht sogar jahrelanger Praxis. Mich überraschte am meisten das tiefe Mitgefühl. Das erleichtert mir das Zusammenleben und Kommunizieren mit Mitmenschen sehr.
Wenn ich morgens meditiere, dann bin ich den Tag über produktiver und fokussierter. Je nachdem welche Aufgaben ich gerade bearbeite, lasse ich mich hin und wieder gerne ablenken. Doch durch die achtsame Praxis am Morgen fällt mir der Fokus auf meine Aufgaben leichter. Am Abend hilft mir das Meditieren vom Tag zu entspannen, alle Gedanken und Emotionen loszulassen, und so besser ein- und durchschlafen zu können. Weiterhin hat sich meine Kreativität gesteigert, da mir während der Meditation Lösungen für Alltagsprobleme oder Ideen eingefallen sind.
Ich konnte auch eine gewisse Erfolgskurve beobachten, denn am Anfang meines Selbstversuches fiel es mir sehr schwer auch nur fünf Minuten wirklich fokussiert auf meinen Atem zu achten. Je öfter ich meditierte, desto länger „hielt ich durch.“

Insgesamt waren die 30 Tage meditieren nur der Beginn meiner Meditationspraxis, die ich in den folgenden Monaten weiter ausbauen werde. Ich kann es nur jedem empfehlen, sich dieser simplen Entspannungsmethode hinzuwenden. Durch die Aufbereitung von belastenden Gedanken, Emotionen sowie Lebensmomenten kann Meditieren durchaus zur Stressbewältigung eingesetzt werden.
Als kleine, aber sehr wichtige Anmerkungen ist noch zu erwähnen, dass Menschen, die sich in psychotherapeutischer Behandlung befinden niemals ohne Absprache mit ihrem Therapeuten meditieren sollten. Denn, wie schon erwähnt, können verdrängte Emotionen hochkommen, die das Leiden kurzfristig verstärken können.

Die Ausstellung „TeleGen“ in Bonn – Eine Verbindung zwischen Kunst und Fernsehen

Die derzeitige Ausstellung des Kunstmuseums Bonn läuft seit dem 01.Oktober 2015 und wird noch bis zum 17.Januar 2016 unter dem Motto „TeleGen – Kunst und Fernsehen“ zu sehen sein. Auf insgesamt sieben verschiedenen Ebenen, die jeweils unterschiedliche Etappen der Fernsehgeschichte auf ebenso vielfältige Weise behandeln, wird der Frage nachgegangen, wie sich das scheinbar allmählich zu Ende gehende Fernsehzeitalter und seine visuelle Kultur aus der Sicht der Kunst beschreiben lässt. Dafür wurden 44 künstlerische Positionen von den frühen 1960er Jahren bis zur Gegenwart hin ausgewählt, die auf spannende Weise zeigen, wie sehr das Fernsehen unsere Sehgewohnheiten geprägt hat.

Das Besondere an der Umsetzung dieser Thematik ist wohl, dass sich die „TeleGen“ nicht rein auf das Fernsehen an sich beschränkt, sondern vielmehr die Reflexionen des „Televisuellen“ durch alle Gattungen betrachtet. So ist beispielsweise im ersten Raum, der als Startpunkt für alle weiteren Ebenen fungiert, das Hauptaugenmerk auf den Fernseher als technisches Gerät gesetzt und zeigt, welche „Spielereien“ bereits in den 1960er Jahren mithilfe des TV’s möglich waren. Ein an ein Tongerät und den Bildschirm angeschlossenes Mikrofon ermöglicht es dem Besucher beispielswiese durch hineinsprechen in das Mikrofron das Fernsehen „interaktiv“ mitzugestalten, indem die Schallwellen als Ausschläge auf dem Bildschirm zu sehen sind.

Einen völlig neuen Blickwinkel auf das Medium Fernsehen werfen auch die Installationen,

Foto: Ausstellung "TeleGen": Caroline Hake, MONITOR III, 1999, (Glücksrad), C-Print, 120 × 160 cm

Ziert den Katalog der „TeleGen“: Das Logo der Ausstellung. Foto: Ausstellung „TeleGen“: Caroline Hake, MONITOR III, 1999, (Glücksrad), C-Print

die sich mit Nachrichtensendungen und Talkshows befassen. Zum einen wird ein Moderator gezeigt, welcher, anfangs noch mit der üblichen Sensationsgier, über eine Umweltkatastrophe berichtet. Als sich an die eine jedoch immer mehr Unglücke anreihen, verliert er zunehmend die Fassung und wird am Ende völlig verzweifelt in Anbetracht der Katastrophen, die sich ereignen, schwitzend und schreiend gezeigt. Zum anderen zeigt auch die Nachstellung eines Interviews mit Lady Di, wie sehr das Fernsehen unser Wahrnehmungsvermögen beeinflusst. In diesem Fall wurden sämtliche Emotionen und sogar der Hintergrund des Interviews herausgeschnitten, zurück bleibt eine Frau, die ohne technischen Hilfsmittel dasselbe Gespräch von Lady Di herunterzitiert – mit aber nicht einmal annähernd der gleichen Wirkung!

Eine weitere eindrucksvolle Station mit Fotografien von laufenden Fernsehbildschirmen , die den Besucher durch die subtile Auswahl von Bildausschnitten wie beispielsweise Gesichter, welche im Moment des Abdrückens gerade den gesamten Bildschirm ausfüllen, wieder an den Prozess des „Schauens“ erinnert.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die „TeleGen“- Ausstellung einen interessanten Weg gefunden hat, Kunst und Fernsehen zu verknüpfen und dem Besucher – insbesondere in unserem Zeitalter der digitalen Revolution – den Abstand zum alltäglich gewordenen Fernseher und dessen Reflexion ermöglicht.

 

 

You are too good to be true – Coversongs und Originale

Ihr kennt das bestimmt auch: Ihr schaltet das Radio an, zappt durchs TV oder bekommt im Newsfeed auf Facebook die neusten Lieder. Ihr hört die ersten Takte und denkt „irgendwo habe ich das schon Mal gehört“. Schnell merkt ihr, so neu ist der Song irgendwie auch nicht, aber trotzdem erwischt ihr euch wie ihr mit dem Fuß mit wippt. Na klar, die Rede ist natürlich von Coversongs.

Gecovert wird schon immer – frei nach dem Motto „ was einmal gut war, wird auch beim zweiten Mal zum Kassenschlager“. Ob das wirklich stimmt, wollen wir für euch klären und haben ein paar Songs etwas genauer unter die Lupe genommen.

Musikalisch: Viele Musiker versuchen sich an erfolgreichen Songs und covern diese

Musikalisch: Viele Musiker versuchen sich an erfolgreichen Songs und covern diese (Foto: V. Wahlig).

Unter einem Coversong versteht man ein Musikstück, das von einem neuen Künstler noch einmal veröffentlicht wird. Neben dem „typischen Coversong gibt es noch das Remake. Dabei handelt es sich um eine Neuinterpretation durch denselben Interpreten. Eine weitere, sehr beliebte, Form ist aber auch der Remix. Hierbei handelt es sich um ein neues Abmischen der schon vorhandenen Tonspuren. Bei einem Coversong oder Remix muss natürlich der Urheber des Originals gefragt werden. Ohne Nennung des Urhebers spricht man bei einem solchen Musikstück von einem Plagiat (das gibt es also nicht nur bei Doktortiteln).

Die momentan wohl bekannteste Coverband ist Walk off the earth (WOTE). Bekannt wurden sie mit dem Lied Somebody That I Used to Know, das im Januar 2012 innerhalb weniger Monaten bei YouTube rund 125 Millionen Mal aufgerufen wurde. Auf ihren Youtube- und Facebookseiten präsentiert die kanadische Band fast wöchentlich neue Coverversionen. Mit einem ihrer Version reihen sie sich in die Riege von Künstlern eines echten Coverklassikers ein. Zusammen mit der Sängerin Selah Sue coverten sie den Song „Can’t Take My Eyes Off You“ von Frankie Valli aus dem Jahr 1967. Insgesamt wurde der Liebessong schon über 150 Mal von Künstlern auf der ganzen Welt neu interpretiert, darunter viele sehr berühmte Sänger wie Gloria Gaynor, Diana Ross & the Supremes, The Killers, Hermes House Band oder The Overtones. Und manche der Covernummern waren erfolgreicher als das Original. Dass dies nicht selten der Fall ist, sieht man auch an den folgenden Liedern.

Zahlreich: Beim durchstöbern der CD- Sammlung finden sich zahlreiche Coversongs.

Zahlreich: Beim durchstöbern der CD- Sammlung finden sich zahlreiche Coversongs (Foto: V. Wahlig).

Im Jahr 2007 lieferten Amy Winehouse und Mark Ronson den Ohrwurm des Jahres. Mit „Valerie“ feierten sie einen weltweiten Erfolg. Nur die wenigsten wissen, dass es sich bei diesem Song um ein Cover handelt. Die englische Indie Rock Band „The Zutons“ veröffentlichte „Valerie“ bereits ein Jahr zuvor und erreichte immerhin Platz 9 der UK-Charts. Den Song „Killing me softly“ verbindet man mittlerweile ausschließlich mit der Hip-Hop Band The Fugess. 1996 erreichten sie damit unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Chartspitze. Dabei wurde der Song ursprünglich wurde der Song US-amerikanische Sängerin Lori Lieberman geschrieben „Killing Me Softly with His Song“ erschien jedoch 1973 von der Sängerin Roberta Flack und wurde schon damals ein Erfolg in Amerika.

Absoluter Evergreen der Coverhits ist laut Guinness Buch der Rekorde der Beatlessong „Yesterday“. Mit über 1600 Versionen zwischen 1965 und 1985 ist es das bislang am häufigsten gecoverte Lied.

Bei diesen Liedern kann man ja auch nur nach mehr Covernummern schreien und wir sind uns sicher: Der ein oder andere Song wird uns bestimmt bald wieder im Radio, Internet oder TV begegnen.

Vorschau: Nächste Woche gibt es wieder Neuigkeiten aus der Musikwelt!

Beziehungskiller? Katzenberger-Schwester Jennifer Frankhauser unter Verdacht

Jung und schön: Samantha Stone. Hat Jennifer Frankhauser versucht ihre Beziehung zu zerstören? (Foto: Norbert Hess)

Jung und schön: Samantha Stone. Hat Jennifer Frankhauser versucht ihre Beziehung zu zerstören? (Foto: Norbert Hess)

Sie ist jung, schön und schwelgt auch privat mit Freund und Sohn im Glück – Model Samantha Stone (26) könnte zufriedener nicht sein, bis sie vor wenigen Wochen eine Nachricht erhält, die ihr privates Glück auf eine harte Probe stellen sollte.

„Ich und dein Freund haben öfters Spaß. Das geht ja auch schon eine ganze Zeit lang mit dem.“ Die Absenderin: Jennifer Frankhauser, Halbschwester von TV-Sternchen Daniela Katzenberger. „Als ich das las, war ich erst mal geschockt“, berichtet Stone. „Ich habe Stunden gebraucht, bis ich mich entschied, darauf zu reagieren“, erzählt das 25-jährige Model weiter. Schließlich habe sie ihren Freund kontaktiert und ihm gesagt, was vorgefallen war. „Für mich stand fest, dass ich mich besser trenne. Ich wollt einfach erst mal meine Ruhe.“

Das anstehende Weihnachtsfest? „Weihnachten ist ruiniert“, teilte Stone Face2Face am 23. Dezember mit.

Stones Freund ist laut Angaben des Models Frankhausers Vorgesetzter bei einem Immobilienunternehmen. Er wollte sich zu den Vorwürfen gegenüber Face2Face nicht äußern.

„Ganz ehrlich? Ich dachte, sie sei ein nettes junges Mädchen. Jetzt bin ich einfach nur enttäuscht“, so Stone. Nachdem sie sich infolge der Behauptungen Frankhausers von ihrem Freund getrennt hatte, ist Stone inzwischen der Überzeugung, dass ihm übel mitgespielt wurde.

Der angebliche Grund für das Beziehungsaus zwischen Stone und ihrem Freund: ein Chatgesprächs zwischen Stone und Frankhauser (Screenshot: Stone)

Der angebliche Grund für das Beziehungsaus zwischen Stone und ihrem Freund: ein Chatgesprächs zwischen Stone und Frankhauser (Screenshot: Stone)

Auch wenn Frankhauser Stone gegenüber beteuert, jemand habe ihr Facebook-Profil gehackt und die Nachrichten in ihrem Namen versendet, und es von einem Freund Frankhausers heißt, sie hätte nur einen Witz machen wollen, ist sich das Model sicher: Frankhauser wollte ihre Beziehung zerstören. Schließlich habe es schon vor dem Vorfall Annährungsversuche seitens der Katzenberger-Schwester gegeben, indem sie Stones Partner gedrängt habe, mit ihr in die Disco zu gehen. Ein persönliches Gespräch zur Klärung der Situation lehnte Frankhauser nach Angaben von Stone ab.

Ihrem Freund habe sie inzwischen verziehen, so Stone. „Er hatte nichts mit Jennifer!“, ist sie überzeugt, „wir gehen gemeinsam durch Höhen und Tiefen und sind immer füreinander da. Egal, was kommt – wir halten zusammen!“

Ein Wermutstropfen für das neugewonnene Liebesglück: Beschimpfungen von Katzen-Mutter Iris Klein. „Du bist das Allerletzte! Verbreitest Lügen über meine Tochter! Pfui Teufel, schäm dich!“, heißt es in einer von Stone vorgelegten Facebook-Nachricht Kleins.

Ihre Behauptungen kann Stone mit diversen Screenshots belegen. Auf ihrer offiziellen Facebook-Seite lies Frankhauser hingegen am 5. Januar infolge erster Presseberichte verlauten: „Dieser Vorwurf ist absolut frei erfunden und nicht wahr!“ Klein nimmt ihre Tochter in Schutz und sagte Face2Face, dass es traurig sei, dass viele Leute versuchen mit allen Mitteln in die Schlagzeilen zu kommen. Angeblich habe es auch Beschimpfungen von Seiten Stones gegenüber Kleins Tochter sowie der gesamten Familie gegeben. „Jennifer hat einen Freund und wohnt seit August mit ihm zusammen. Sie will ganz sicher nichts von Stones Freund.“ Jennifer sei fix und fertig, da sie sich die Vorwürfe sehr zu Herzen nehme. „Im Prinzip zerstört Frau Stone gerade die Beziehung meiner Tochter und nicht umgekehrt“, so Klein.

Vorschau: Nächste Woche berichten wir im Panorama über das Start-Up Unternehmen „My Möbelstück“.

Sind wir Serie? Wie unser Leben in (TV)-Serie geht

Nicht selten erntet man schiefe Blicke, wenn man behauptet, eine Serie synchron mitsprechen zu können. In meinem Falle beschränkt sich dies nicht nur auf eine bloße Behauptung: Nein, es stimmt wirklich! Es gibt eine Serie, die ich nicht nur meine absolute Favoritin schimpfe, sondern die ich auch tatsächlich nahezu in-und auswendig kenne. Das gilt zumindest für die deutsche Übersetzung. Gewissermaßen als neue Herausforderung habe ich seither begonnen, sie mir im englischen Original anzusehen – selbst dann noch kann ich ganz genau jedes Zitat nachempfinden und als Folge einer überragenden Transferleistung das deutsche Pendant dazu bilden.

Und als wäre das nicht schon verschroben genug: Wenn ich meine Serie – es handelt sich übrigens um eine amerikanische Sitcom, die den Namen „The New Adventures of Old Christine“ trägt und dank intensiver Indoktrination meinerseits virusartig auf meinen gesamten Freundeskreis übergegriffen hat – längere Zeit am Stück geschaut habe, werde ich ein Teil von ihr. Besser gesagt, mein Leben wird es. Dann bin ich plötzlich nicht mehr Kolumnistin Alexandra, sondern eine alleinerziehende Mutter mit Sohn im Grundschulalter, mit Ex-Ehemann und jüngerem Bruder, der unter meinem Dach lebt.

Gesellschaftsspiele

Spielerei mal anders: Serien spielen uns eine (un)mögliche Realität vor. (Foto: Sharifi)

Doch selbst, wenn man nicht gerade wie ich unter multiplen Serienpersönlichkeitsstörungen leidet, dürfte ein gewisses Identifikationsphänomen jedem Serienjunkie doch nur allzu bekannt sein. Wer hat sich noch nicht in mindestens einem Seriencharakter wiederentdecken können? Wie viele amüsante Neurosen nach dem Vorbild von John Dorian aus „Scrubs“ und erheiternde Mini-Macken, wie etwa der „King of Queens“ sie bisweilen aufweist, kann Ottonormalzuschauer vor dem Fernseher mühelos, wenn nicht gar willentlich, auf sich übertragen? Es lässt sich kaum bestreiten, dass TV-Produzenten ihre Helden bewusst nach zielgruppenorientierten Kriterien stricken. Um ein weitläufig bekanntes Beispiel, das fernab von meinem Fanatismus für „Christine“ liegt, zu nennen, betrachten wir doch einmal eine der vier Protagonistinnen aus „Sex and the City“:

Da wäre keine Geringere als die Gallionsfigur Carrie Bradshaw, die als lockige Autorin mit exorbitantem Modebewusstsein und nicht zu leugnendem Vater-Komplex – warum sonst sollte sie an einen so viel älteren Mister Big ihr Herz in Big Apple verlieren – so vielen Frauen als Vorbild und abschreckendes Beispiel zugleich dient.

Bereits hier lässt sich zum einen die Parallele zu allen anderen schreibaffinen Lockenköpfen ziehen, die sich nur allzu gern in all jenen Rätseln verlieren, die das andere Geschlecht bisweilen aufgibt. Ich selbst sehe mich gewiss nur als eine von vielen „Carries“ auf diesem Erdenrund. Die Sorgen und Nöte dieser Frau sind nur allzu nachvollziehbar dargestellt und sind selbst dann, wenn sie jeglicher eingespielter Lacher entbehren, manchmal einfach zum Schmunzeln. Und genau das ist doch die Aufgabe, die Serien zum anderen erfüllen sollen: Uns unterhalten und darüber hinaus durch ihre wortwitzigen und bild- wie tonstarken Szenerien begreiflich machen, dass unsere alltäglichen Wehwehchen mit einer Prise Humor um vieles erträglicher würden.

Ich selbst stecke wahrscheinlich zu tief in der Serien-Materie, als dass ich beurteilen könnte, wie viel Identifikation mit Figuren wie Carrie und Co. noch als gesund zu erachten wäre und wann der absolute Eskapismus aus einer eigenen Realität hinein in ein fiktives TV-Konstrukt einsetzt. Allerdings schätze ich, dass selbst letzteres als eine Leistung der modernen Medien angesehen werden sollte. Sie regen den mit dem Alter immer fantasieloseren Zuschauer dazu an, sich vorzustellen, wie es sich wohl in Manhattan statt in Frankfurt am Main lebt und eventuell spornen sie sogar zu aufregenderen Alltagsoutfits an. Ich jedenfalls habe mich, seit mir bewusst wurde, dass ich Carrie höchstpersönlich bin, immer öfter beim Kauf überteuerter Schuhe ertappt.

Vorschau: Der frühe Vogel fängt in der nächsten Woche den Wurm, wenn es bei Kolumnist Sascha um’s Frühaufstehen geht.

Schön und schlau – ein Plädoyer dafür, Germany’s Next Topmodel trotzdem schauen zu können

Es ist noch nicht allzu lange her, da war mein Leben zum Wochenende hin um ein Ritual reicher: Donnerstag, pünktlich um Viertel nach acht am Abend. Denn unsere Kleingruppe, bestehend aus einer Handvoll Mädels und einem schwulen besten Freund, wollte es – während sie nebenbei einige kalorienreiche Süßspeisen verzehrten und bei wöchentlich wechselndem Gastgeber alkoholische Getränke kredenzt konsumierten – jede Woche aufs Neue wissen. Schließlich „kann nur eine Germany’s Next Topmodel werden! “

Allerdings dürfte Heidi Klums allwöchentliches Mantra dem einen oder anderen berechtigterweise zum Halse heraushängen; und auch das Format sorgt, nachdem bereits die gefühlt tausendste Staffel über den Bildschirm geflimmert ist, mittlerweile für keinerlei Sensation mehr. Die Show bleibt konstant die Gleiche, bloß die Besetzung ändert sich von Mal zu Mal. Unumstößlich ist dabei die Tatsache, dass keiner der Charaktere so recht im Gedächtnis haften geblieben ist – oder wer weiß heute noch, welches Mädchen damals das Cover der deutschen Cosmopolitan geziert hat und das Gesicht der Venus-Kampagne für Damenrasierer wurde? Es schockiert mich zugegebenermaßen selbst, dass ich sämtliche, auf radikalen Produktplatzierungen basierende Details derart mechanisch herunterbeten kann, während dazugehörige Namen und Personen aus jeglicher Erinnerung wie ausradiert scheinen. Hält mich die Industrie etwa unbewusst längst fest in ihren schmierigen Griffeln? Sind meine Freunde und ich, die wir das gemeinsame Bestaunen minderjähriger Magermodels auf ProSieben zu unserem Plaisierchen haben, in den letzten Jahren zu nicht mehr als den vorbildhaften Opfern der privaten Fernsehanstalten mutiert?

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Schon große Mädchen: Keine Sorge, wir wissen längst, dass Size Zero nicht alles ist. (Foto: T.Gartner)

Da diese Kolumne jedoch die Überschrift „Schön und Schlau“ trägt, bemühe ich mich natürlich, diese provokanten Thesen tunlichst zu widerlegen. Und das sogar aus Überzeugung: Ich halte weder mich noch meinen Freundeskreis für geistig verkommen oder gar schwachsinnig genug, den präsentierten und dabei vage rekonstruierten Model-Alltag für bare Münze zu halten. Sehr wohl unterstelle ich uns dennoch einen gesunden Voyeurismus sowie ein Interesse daran, von einer deutschen TV-Produktion unterhalten zu werden, gerade zur besten Sendezeit. Unsere Erwartungen sind bislang hinsichtlich dessen auch noch nicht allzu stark enttäuscht worden: Stets suchten wir nach Dramen, Tränen und emotionalen Highlights – und fanden sie bei GNTM, verpackt in Designer-Kleidern und mehr oder minder kunstvollen Fotografien.

Niemand kann uns doch unsere Neugier am obsoleten Geschehen in der Model-Villa von Los Angeles ernstlich übel nehmen. Wir meinen es doch nicht böse. Wir wollen doch bloß ein bisschen Ablenkung von den leider oftmals allzu tragischen Tagesthemen bei den Öffentlich-Rechtlichen, einfach mal den akademischen Hirnhusten in unserer elitären Umgebung für eine Weile ausblenden und uns ganz dem Stumpfsinn hingeben – einen Status, den selbst ich als leidenschaftliche Zuschauerin von Heidi und ihren Mädchen der Sendung nicht aberkennen kann.

Ich kann lediglich für seinen Unterhaltungswert einstehen und dabei die hoffnungsfrohe Kunde verbreiten, dass die Erziehung nicht in jedem Elternhause völlig schief gelaufen ist; dass es noch Mütter gibt, die ihren Töchtern das A und O für ein glückliches Leben rechtzeitig vermittelt haben: Ein Schulabschluss ist vorerst wichtiger als ein Model-Vertrag und ein gutes Buch macht mehr her als eine gute – das bedeutet aus der Modewelt übersetzt, ausgemergelte, abgemagerte – Figur. Nichtsdestotrotz spricht nichts dagegen, sich für eben jene Mode zu interessieren und seinen Sinn für Ästhetik weiter auszuprägen – auch das hat Mama mir damals als guten Rat mit an die Hand gegeben. Jetzt, Jahre später, diskutiert sie mit mir am Telefon über ihre Favoritin aus der aktuellen Staffel und wir ziehen gemeinsam über jene her, die wir gänzlich unsympathisch finden. Ist auch ganz bestimmt nicht persönlich gemeint, liebe Mädchen, die ihr euch aus freien Stücken bei GNTM angemeldet und somit dem Hohn und dem Spott der natürlicherweise Gehässigen freiwillig ausgesetzt habt. Ihr müsst wissen, worauf ihr euch im Vorfeld eingelassen habt, denn wir wissen es längst und sind froh, in der realen Welt nicht als Lästertanten abgetan werden zu müssen – schließlich tratschen wir ja nicht über unsere Freunde oder Bekannte, sondern sind schlichtweg ein bisschen von Alltags-Langeweile getrieben und zerreißen uns die Mäuler über völlig fremde, höchstwahrscheinlich von Prosieben gescriptete Charaktere.

Und was folgt als nächstes? Es wurden bereits Stimmen laut, die sich für eine leicht abgeänderte Variante des Konzepts aussprachen: Germany’s Next Topmodel for men! Denn mal ehrlich, was könnte amüsanter sein als ein Haufen dürrer Mädchen? – Richtig, eine muskulöse Männer-Meute, wie sie sich darin übt, die neue Armbanduhr von Dolce & Gabbana mit ihrem Gesicht zu bewerben oder am Steuer schneller Schlitten abgelichtet zu werden. Mein schönen, schlauen und trotzdem mode-affinen Freunde, meine Mutter und ich blicken gespannt in die Zukunft und die Mattscheiben von morgen.

Vorschau: Bei uns folgt als nächstes Kolumnist Sascha mit einigen Gedanken über Optimismus.

Wahlkampf auf allen Fronten – Die Medienschlacht in den USA

Wahlkampf in den USA geht üblicherweise einher mit Konfettiregen – frenetischen Parteianhängern, die das Konterfei des politischen Gegners gern mal mit Hitlerbärtchen verzieren – und der obligatorischen Diskussion um Abtreibung.
Debattiert wird reichlich und das mit möglichst wenig konkreten Inhalten. Sowohl Obama als auch Romney versuchen sich derzeit als Kandidaten der Mittelschicht zu verkaufen, während der jeweils andere als die fleischgewordene Korrumpierung der Gesellschaft portraitiert wird.

Doch der Wahlkampf findet längst nicht mehr nur in den Parteizentralen statt, sondern vor allem medial. Ob Zeitungen, Radio oder Fernsehen – Meinungsmache gehört zum Alltagsgeschäft. Am schillerndsten flimmern dabei Moderatoren des Fox News Channels über die heimischen Bildschirme: die Herren meist staatstragend mit graumeliertem Haar und Anzug – die Frauen mit Glitzerlipgloss in roten oder blauen Kostümchen, weil sich das auf HD-Bildschirmen so gut macht.

Zwar schreibt sich Fox das Credo „Fair And Balanced“ auf die Fahnen, der Sender gilt dennoch als Sprachrohr der Republikanischen Partei. Fox umgeht den Vorwurf der Parteinahme, indem der Sender darauf verweist, dass sein Programm in sogenannte harte Nachrichten und Meinungssendungen – die wohlgemerkt zur besten Sendezeit laufen – aufgeteilt ist. Die harten Nachrichten seien selbstverständlich objektiv und was die persönliche Meinung eines Moderators sei, wisse der Zuschauer durchaus zu unterscheiden. Zudem seien alle anderen Sender liberal eingestellt und würden wohlwollend über die Demokratische Partei berichten. Dementsprechend sei Fox der einzig wirklich ausgewogene Sender, der beide Parteien ausreichend repräsentiert, ließ einst Medienmogul Rupert Murdoch, zu dessen Sendergruppe Fox News gehört, verlauten.

Und schaut man sich die Medienlandschaft an, lässt sich dieses Argument nicht ganz von der Hand weisen. Der Sender MSNBC hat beispielsweise überwiegend liberale Kommentatoren im Programm wie Rachel Maddow, die sich als eine der ersten TV-Persönlichkeiten öffentlich zu ihrer Homosexualität bekannte. Auch bei Comedy Central flimmern mit der „Daily Show“ und dem „Colbert Report“ gleich zwei liberale Satiresendungen über den Bildschirm. Bei ABC diskutieren mittags die Ladys von „The View“ über das tägliche Politikgeschehen, auch hier sind die Damen mit liberalen Ansichten in der Mehrheit. Abends übernimmt auf ABC dann der liberale Satiriker Bill Maher das Programm mit seiner Late-Night-Show. Selbst bei CNN, wo sich die Anzahl liberaler und konservativer Kommentatoren noch die Waage hält, scheuen die Moderatoren nicht mehr davor zurück, Gäste mit allzu kruden konservativen Ansichten zurechtzuweisen.

Hat Murdoch also Recht? Ist Fox nur das konservative Element, das eine ansonsten liberale Medienwelt braucht?
Murdochs These ist vielmehr als eine sich selbst erfüllende Prophezeiung anzusehen. Seit der Gründung 1996 hat der frühere Stratege der Republikanischen Partei Roger Ailes die Senderführung bei Fox News inne. Und sein Erfolgsrezept, bestehend aus zwei einfachen Grundregeln, funktioniert bis heute: Nachrichten müssen nicht nur informativ sein, sondern einen Unterhaltungswert bieten. Und Meinung bringt Quote: Seit nunmehr zehn Jahren ist Fox News mit Abstand der meistgesehene Nachrichtensender der USA.

Zum Vergleich: CNN sendet bereits seit 1980 und hat die größte Nachrichteninfrastruktur mit Korrespondenten und Niederlassungen auf der ganzen Welt. Trotzdem ist der Sender quotenmäßig am weitesten abgeschlagen. Studien zeigen, dass die regelmäßigen Zuschauer von Fox News hingegen am schlechtesten über das politische Alltagsgeschehen Bescheid wissen, sogar schlechter als die Befragten, die angaben, überhaupt keine Nachrichten zu schauen. Doch der kommerzielle Erfolg von Fox News scheint das zu legitimieren und immer mehr Sender springen auf den Quotenzug auf.

Bei der Wahl am 06. November  entscheidet sich also nicht nur welche politische Partei, sondern auch welches ideologische Lager triumphiert. Wer hat es in den vergangen vier Jahren geschafft, seine Inhalte besser zu verkaufen? Sollte Mitt Romney als Wahlsieger hervorgehen, wird das auch den Tenor der Medien verändern. Rachel Maddow wird nicht mehr die Rolle der Verteidigerin, sondern die der Anklägerin übernehmen. Die Fox-News-Crew wird wie schon zur Amtszeit von George Bush postulieren, dass jetzt  nicht die Zeit ist, Kritik zu üben, sondern sich geschlossen hinter dem Präsidenten zu versammeln. Alles andere sei schließlich unamerikanisch – ein Vorwurf den man in konservativen Kreisen nicht gerne auf sich sitzen lässt. Es sei denn der Wahlsieger heißt erneut Barrack Hussein Obama…Das wäre seit langer Zeit tatsächlich die erste große Niederlage für Fox News.

Vorschau:  Nächste Woche gibt es hier die Buchkritik und ein Gewinnspiel zu „Die Herren von Winterfell“ von Geroge R. R. Martin

„Ich sehe vielleicht nicht so aus, aber ich koche konservativ“ – ein Interview mit Sternekoch Frank Buchholz

Er gilt als „Aufsteiger des Jahres“ auf seinem Gebiet: Frank Buchholz. Mit Face2Face sprach der Sternekoch und Buchautor, der aktuell in seinem Restaurant im Mainzer Stadtteil Gonsenheim die Gaumen seiner Gäste erfreut, über seine persönliche Leibspeise und die Entwicklung der von ihm mitbegründeten Köche-Initiative „Die Jungen Wilden“.

Face2Face: Wie sind Sie auf die Idee gekommen Koch zu werden?
Buchholz: Ich bin in einem Gastronomen-Haushalt groß geworden – die Branche hat mich als Kind schon fasziniert. Als ich mich dann mit 16 für eine Lehre als kaufmännischer Angestellter beworben habe, fand ich keine passende Stelle. Also habe ich zuerst eine Kochlehre gemacht – und siehe da: Es war das Richtige für mich!

Face2Face: Kochen ist ihr Beruf. Wer aber bereitet bei Ihnen daheim das Essen zu? Haben Sie überhaupt noch Lust privat zu kochen?
Buchholz: Ich koche sehr gerne für mich, meine Gäste, Freunde und Familie. Meine Kinder lieben beispielsweise mein Gulasch. Daheim zu kochen ist für mich eine Entspannung. Es ist sehr wichtig, dass man das berufliche und das private Kochen trennen kann. Leider bin ich aber oft zu den normalen Essenszeiten nicht daheim, weil ich arbeiten muss…

Face2Face: Sie haben es gerade selbst angesprochen: Wie bringen Sie Familie und Beruf unter einen Hut?
Buchholz: Ich lege beispielsweise sehr viel Wert auf gemeinsame Urlaube – wir entscheiden auch immer gemeinsam als Familie wohin die Reise gehen soll. Außerdem habe ich eine tolerante Frau, die möchte, dass ich glücklich bin – darüber bin ich sehr froh.

„Ich sehe vielleicht nicht so aus, aber ich koche konservativ“ – ein Interview mit Sternekoch Frank Buchholz

Isst selbst gerne Kaviar, aber auch Currywurst: Sternekoch Frank Buchholz (Foto: Diehl)

Face2Face: Was ist Ihr persönliches Lieblingsgericht?
Buchholz: Das ist eine schwere Frage… Ich esse sehr gerne Kaviar, aber auch eine gute Currywurst weiß ich durchaus zu schätzen. Mein Lieblingsessen ist meist abhängig von meiner Laune. Was ich aber gar nicht mag ist Grünkohl.

Face2Face: Was war das Ausgefallenste, was Sie jemals gekocht haben?
Buchholz: Ich bin ehrlich gesagt nicht sehr kombinierungsfreudig. Auch wenn man mir das vielleicht nicht ansieht, aber ich bin konservativ, was das Kochen betrifft.

Face2Face: Sie waren bereits in Restaurants in Mailand und auf Mallorca tätig. Gibt es Unterschiede zwischen der Küche und den Ansprüchen deutscher Gäste und denen anderer Länder?
Buchholz: In der hohen Kategorie der Restaurants, in denen ich im Ausland gearbeitet habe, gibt es von den Ansprüchen der Gäste her keine wesentlichen Unterschiede. Ich würde jedoch behaupten, dass die deutsche Küche – zumindest in der Zeit, in der ich im Ausland gearbeitet habe – besser war als in anderen Ländern.

Face2Face: Sie sind außerdem in zahlreichen TV-Sendungen zu sehen, beispielsweise beim „ARD Buffet“ und bei der „Promi Kocharena“ auf VOX. Wie gefallen Ihnen solche Auftritte?
Buchholz: Ich fühle mich bei sämtlichen TV-Formaten sehr wohl, weil es um ein Thema geht, das mir am Herzen liegt, nämlich Essen und Trinken. Es ist toll, dass ein Massenmedium wie das Fernsehen dazu genutzt wird, um solch ein Thema zu kommunizieren.

Face2Face: Wer sind „Die Jungen Wilden“?
Buchholz: „Die Jungen Wilden“ sind mittlerweile alte Säcke, die im Kopf jung geblieben sind. Wir haben die Köche-Initiative damals so betitelt, um die jugendliche Neugier im Bezug auf die Küche neu zu interpretieren. „Die Jungen Wilden“ wollen neue Wege gehen und sind sehr kreativ mit einem Hang zu hoher Qualität.

Face2Face: Was sind Ihre Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Buchholz: Auf beruflicher Ebene wünsche ich mir, vor allem durch die Unterstützung durch ein tolles Team, weiterhin Erfolg. Privat freue ich mich darauf meine Kinder gesund und glücklich aufwachsen zu sehen.

Kontakt:
Restaurant Buchholz
Klosterstraße 27
55124 Mainz
Tel.: 06131 – 97 12 890
E-Mail: frank@frank-buchholz.de

Tischreservierungen werden angenommen unter: Tel. 06131/9712890

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag ab 18.00 Uhr

Vorschau: Wie geht es eigentlich hinter den Kulissen der Castingshow „Deutschalnd sucht den Superstar“ zu? Und was macht ein Teilnehmer nachdem er rausgeflogen ist? Das erfahrt ihr nächsten Dienstag exklusiv von Marco Angelini, dem Dritten aus der „Deutschland sucht den Superstar“-Staffel von 2011.

„Das perfekte Model“ – Eva Padberg und Karolína Kurková im Interview

Jede für sich ist ein international erfolgreiches Supermodel – zusammen sind sie die vielleicht  schönste Jury Deutschlands: Eva Padberg und Karolína Kurková.
Ab Dienstag, den 31. Januar um 21:15 Uhr finden sie bei der neuen Model-Coachingshow auf VOX „Das perfekte Model“. Für Face2Face gewähren sie uns einen ersten Einblick in das neue TV-Format.

Face2Face: Was dürfen die Zuschauer bei „Das perfekte Model“ erwarten?
Padberg: Bei „Das perfekte Model“ suchen wir nach einer talentierten, jungen Frau mit dem gewissen Etwas. Das Besondere ist aber, dass wir die Kandidatinnen nicht nur als Jurorinnen bewerten, sondern ihnen auch als Mentorinnen zur Seite stehen und sie auf dem Weg zum „perfekten Model“ so gut wie möglich unterstützen.
Kurková: Zudem wird ein realistischer Einblick in die Model-Branche präsentiert. Die Sendung ist eher im Stil einer Dokumentation, die sich auf das Mentoring und Coaching der Mädchen konzentriert. Es ist alles sehr persönlich. Außerdem gibt es den Wettbewerb zwischen den Mentoren, Eva und mir – das Mädchen, das gewinnen wird, hat also am Ende den besseren Mentor. Ich bin sicher, der Zuschauer wird auch die enge Bindung zwischen uns und den Mädchen, aber auch zwischen Eva und mir sehen können.

"Das perfekte Model" - Eva Padberg und Karolína Kurková im Interview

Die wohl schönste Jury Deutschlands: Karolína Kurková und Eva Padberg (Foto: VOX / Lado Alexi)

Face2Face: Was war der Anreiz für Sie, bei „Das perfekte Model“ mitzumachen?
Padberg: Die Herausforderung war für mich, dass ich nicht nur Jurorin bin, sondern auch als Mentorin mit den Kandidatinnen arbeite. Ich freue mich darauf, dass ich meine langjährige Erfahrung aus dem Modelbusiness an junge Talente weitergeben kann.
Kurková: Ich persönlich habe zugestimmt, weil ich das Konzept mag. Wir werden Vorbilder und teilen unsere Geheimnisse und Erfahrungen – so bekommen die Menschen eine ganz persönliche Vorstellung von unserer Arbeit. Ich bin selbst nur zehn Minuten von Deutschland entfernt aufgewachsen und habe hier viele Fans. Ich komme mittlerweile selten dazu, hier mehr Zeit zu verbringen, dabei verbrachte ich als Kind viel Zeit in Deutschland und mag die Menschen hier wirklich sehr.

Face2Face: Ganz ehrlich: Braucht Deutschland denn noch eine weitere Model-Castingshow?
Kurková: Ich denke, es gibt definitiv noch Platz für einen realistischen, dokumentarischen Blick auf die Model-Branche. Es geht nicht nur um den Wettbewerb zwischen den Mädchen, es geht auch um professionelles Coaching und Mentoring der Kandidatinnen. Es gibt jede Menge Shows rund ums Singen oder um Talentwettbewerbe – aber es gibt nur eine Model-und Modeshow!

"Das perfekte Model" - Eva Padberg und Karolína Kurková im Interview

Auf der Suche nach dem perfekten Model: Eva Padberg und Karolína Kurková (Foto: VOX /Lado Alexi)

Face2Face: Glauben Sie, dass sich die Gewinnerin von „Das perfekte Model“  tatsächlich international im Modelbusiness durchsetzen kann?
Kurková: Sie wird auf jeden Fall die Chance bekommen, international erfolgreich zu sein – ob das klappt, hängt jedoch auch von ihren persönlichen Einstellungen und der Unterstützung ihrer Familien ab!

Face2Face: Die Siegerin wird schnell lernen müssen mit der medialen Aufmerksamkeit und dem plötzlichen Erfolg umzugehen. Was haben Sie aus Ihrem Erfolg gelernt, Frau Kurková?
Kurková: Der Erfolg hat mir deutlich gemacht, wie man mit Menschen umgehen muss, gerade mit Menschen, die einem sehr nahe sind. Aber ich habe auch gelernt, wie schnell alles geht und wie groß der Drang ist, immer alles größer, besser, schneller machen zu wollen. Erfolg ist eine große Verantwortung! Je erfolgreicher man ist, desto mehr steht man im Fokus. Man darf sich nicht viele Fehler erlauben.

Face2Face: Was waren bislang die größten Erfolge Ihrer Modelkarriere?
Padberg: Es gab viele spannende, wichtige Momente und schöne Zusammenarbeiten. Sich da auf ein Ereignis festzulegen, fällt mir schwer. Jedes Shooting, das ich mache und bei dem ich mit dem Ergebnis zufrieden bin, ist ein Erfolg. Egal, ob es für eine Kampagne oder ein Modemagazin ist.
Kurková: Einer meiner größten Erfolge war es, auf dem Cover der amerikanischen „Vogue“ zu sein – und das mit gerade einmal 16 Jahren, als jüngstes Mädchen aller Zeiten. Aber natürlich waren auch die letzten zwölf Jahre und auch meine jetzigen Tätigkeiten ein Erfolg. Auch den Mädchen, die jetzt gerade 16 oder 17 Jahre alt sind, kann man nur wünschen, ständig zu wachsen, abwechslungsreich arbeiten zu können und eine kontinuierliche Karriere zu haben.

Face2Face: Frau Padberg, ist es denn nicht anstrengend, immer schön sein zu müssen?
Padberg: Manchmal schon. Gott sei Dank muss man als Model auf Castings eher natürlich sein. Das heißt: kaum Make-up und natürliche Haare. Wenn man morgens auf ein Shooting kommt, muss man sich auch nicht so viele Gedanken um sein Styling machen, dafür sind ja dann die Stylisten zuständig. Klar ist es toll, immer die neuesten Kollektionen tragen zu können, aber an manchen Tagen sind mir Jeans und T-Shirt tausendmal lieber.

Face2Face: Was sind die schönsten Seiten des Modelbusiness?
Padberg: Die vielen Reisen gehören für mich zu den schönsten Erlebnissen. Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist mir da ein Shooting für die australische „Vogue“ in Indien. Es war eine sehr außergewöhnliche Fotoreise. Wir fotografierten in prunkvollen Palästen und auf den Straßen von Jaipur. Die Vielfalt des Landes hat mich sehr beeindruckt.

Information: Die erste Folge läuft am kommenden Dienstag, 31. Januar um 21.15 Uhr auf VOX.

Vorschau: Nächste Woche dürft ihr euch über ein weiteres Interview freuen – dieses Mal mit Daniela Uhrich vom „Lady-Blog“.

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Wollte ursprünglich Lufthansa Flugkapitän werden: "heute journal"-Moderator Claus Kleber (Foto: C. Gartner)

Er moderiert eine der bekanntesten Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen, war jahrelang in den USA als Auslandkorrespondent für die ARD tätig und steht für seriöse Berichterstattung: „heute journal“-Moderator Claus Kleber. Mit Face2Face sprach er über seine ersten Gehversuche im Journalismus und gewährte uns sogar ganz private Einblicke.

Face2Face: Können Sie sich noch an Ihren ersten Berufswunsch erinnern?
Kleber: Ich wollte ursprünglich Lufthansa Flugkapitän werden. Das hing vermutlich damit zusammen, dass mein Vater Diplomingenieur war und ich so immer auf technische Berufe getrimmt war. Außerdem wollte ich schon immer gerne viel reisen. Nachdem ich erfahren habe, dass ich eine Brille brauche, hat sich der Traumberuf Pilot aber ganz schnell in Luft aufgelöst.

Face2Face: Wie sind Sie letzten Endes beim Fernsehen gelandet?
Kleber: Journalistisch tätig war ich schon in der Schulzeit – schrieb für die Schülerzeitung und für die Lokalpresse. Ich war mir aber immer bewusst darüber, dass ich auf jeden Fall etwas mit elektronischen Medien machen möchte. Schließlich begann ich eine anfangs befristete Hospitanz beim Südwestfunk, die sich aber schnell zu einer dauerhaften Tätigkeit auswirkte. Dort war ich zuerst als eine Art rasender Reporter in Sachen Landespolitik unterwegs, dann moderierte ich die Sendung „Baden-Württemberg aktuell“ und war bei SWF3 (Anm. d. Red.: das SWF3 entspricht dem heutigen SWR3) als Moderator einer Frühsendung tätig. Erst 1992 wechselte ich dann zum Fernsehen. Das ARD-Studio Washington war eine Art beschützende Werkstatt für mich. „Learning by Doing“ lautete dort die Devise und ich bin auch heute noch sehr dankbar für die große Hilfsbereitschaft, die ich dort erleben durfte. Ein Volontariat habe ich allerdings nie gemacht – wahrscheinlich war ich einfach schon zu lange dabei, als dass da irgendjemand auf die Idee kam danach zu fragen.

Face2Face: Sie moderieren das „heute journal“ nun schon seit neun Jahren. Welche Bedeutung hat die Sendung für Sie?
Kleber: Anfangs, muss ich gestehen, war mir nicht bewusst wie großartig das „heute journal“ ist. Da ich ja eine lange Zeit für die ARD tätig war und mich auch selten in Deutschland aufhielt, empfand ich das „heute journal“ eher als eine bunte und leichte Nachrichtensendung – den Maßstab jedoch waren für mich die „tagesthemen“. Mit dem Antritt des Jobs als Moderator des „heute journals“ lernte ich dann die große Bedeutung des Magazins kennen: Eigene Autoren, die Unabhängigkeit vom übrigen Nachrichtengeleitzug und die Möglichkeit, vor allem als Moderator, viel selbst zu gestalten. Die Moderation des „heute journals“ ist in meinen Augen die ideale Umgebung, wenn man schon nicht die höchste Form des Journalismus, nämlich das Reporterdasein als Korrespondent, praktiziert.

Face2Face: Welche Zielgruppe spricht das „heute journal“ an?
Kleber: Unsere Sendung richtet sich an all diejenigen, die sich für Politik und für die großen Zusammenhänge der Gesellschaft interessieren. Ich glaube, dass sich das „heute journal“ nicht über die Altersgruppe definieren lässt. Wir versuchen jeden Tag eine gute, interessante, verständliche Sendung zu machen. Steve Jobs hat das „I-Phone“ auch nicht für 18-Jährige entwickelt. Qualität findet ihr Publikum überall. Und völliger Unsinn wäre es sich einer bestimmten Altersgruppe anzubiedern: wenn ich mit den Ausdrücken moderieren würde, die ich bei meinen Töchtern aufschnappe, würde ich mich nur lächerlich machen. Moderator und Sendung sollten glaubwürdig sein und sich selbst treu bleiben. Unser Ziel ist es, jeden Abend eine Sendung zu präsentieren, an der keiner vorbeikommt.

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Im Gespräch: Face2Face-Chefredakteurin und "heute journal"-Moderator Claus Kleber (Foto: C. Gartner)

Face2Face: Apropos lächerlich: Was halten Sie von der Parodie auf Ihre Person in der „ProSieben“-Sendung „Switch“? Können Sie darüber lachen?
Kleber: Parodie ist eine sehr schwierige Kunst, wie ich finde. Einige der Sketche bei „Switch“ sind wirklich sehr gelungen. Wie Gundula und ich dargestellt werden, gefällt mir persönlich gut. Besonders interessant finde ich, dass Gundula oft als die Dominantere dargestellt wird, was das ganze Vorurteil von wegen Kleber als Hauptmoderator völlig auf den Kopf stellt.

Face2Face: Sie waren mit kurzer Unterbrechung insgesamt 15 Jahre in den USA tätig. Was hat Ihnen dort am besten gefallen?
Kleber: Besonders beeindruckt an den USA hat mich die Offenheit der Menschen und die gigantische Weite des Landes. Man hat tatsächlich den Eindruck als sei der Himmel dort viel großer als er hier bei uns in Deutschland ist. Das „Projekt Amerika“, aus unterschiedlichen Religionen und Ethnien eine Nation zu formen, fasziniert mich bis heute.

Face2Face: Viele Deutsche kennen nur den seriösen, Anzug-tragenden Moderator einer anspruchsvollen Nachrichtensendung – wie aber sind Sie privat? Haben Sie Haustiere?
Kleber: Bis vor wenigen Monaten hatte ich einen Golden Retriever, der nach unglaublichen 15 Jahren nun leider gestorben ist. Sie hieß Lady und war der beste Hund, der je gelebt hat.

Face2Face: Was sind Ihre Hobbies? Und treiben Sie regelmäßig Sport?
Kleber: Ich versuche dreimal in der Woche auf dem Weg zur Arbeit für jeweils eineinhalb Stunden ins Fitnessstudio zu gehen – meistens schaffe ich es dann aber doch nur zweimal in der Woche. So etwas wie Briefmarkensammeln oder Eisenbahnen zusammenbauen mache ich nicht – nein. Das, was andere Leute in ihrem Hobby finden, nämlich eine interessante Zerstreuung, finde ich in meinem Job.

Face2Face: Was sind Ihre Pläne für 2012?
Kleber: Mein guter Vorsatz für dieses Jahr ist es, meine tägliche Arbeit noch bewusster wahrzunehmen. Der Job wird gern zur Routine, aber ich möchte jede Sendung so vorbereiten und moderieren als wäre es die erste. Außerdem werde ich mich wohl irgendwann entscheiden müssen, was genau ich auf Dauer machen will – vorausgesetzt das ZDF will mich noch ein bisschen behalten: Im Moment mache ich mir darüber aber noch keine großen Gedanken – ich bin rundum zufrieden, mit dem was ich habe und mache. Wie könnte ich das auch nicht sein? Ich arbeite mit einer tollen Redaktion, darf das erfolgreichste deutsche Nachrichtenmagazin moderieren und für meine Dokumentationen rund um die Welt spannende Dinge erleben.

Face2Face: Und zum Abschluss noch die Frage, die wahrscheinlich die gesamte Medienwelt umtreibt: Wie sehen Sie die Zukunft von Print, Radio, TV und Internet?
Kleber: Falls Sie auf das vielerorts prophezeite Verschwinden von Printmedien hinaus wollen: Ich bin mir sehr sicher, dass es auch noch weiterhin Zeitungen geben wird. Den Nachteil beim Internet sehe ich darin, dass dieses nicht auf ein aufgearbeitetes Abbild des Tages ausgerichtet ist. Bei einer Nachrichtensendung wie dem „heute-journal“ bekommt der Konsument ein kompaktes Ergebnis präsentiert, ohne mit Rohinformationen zugemüllt zu werden. Ich denke, dass ein gewogenes Produkt, das reich an verständlicher Information ist, weiter seine Käufer und Zuschauer finden wird. Allerdings muss es auf der Höhe der Zeit bleiben. Wir zeigen inzwischen mit „heute journal plus“ im Internet ein tolles Beispiel dafür. Eine Magazinsendung mit wirklich attraktiven Zusatzangeboten. Dort kann man sich jeden Tag neu umfassend informieren.

Information:
Das „heute journal“ läuft täglich von 21.45 Uhr bis 22.15 Uhr im ZDF. Verpasste Sendungen können unentgeltlich in der ZDF-Mediathek eingesehen werden.

Vorschau: Am Dienstag, 7. Februar berichtet Caro Lobig vom fünfjährigen Jubiläum des Mentorenprogramms „Bis brothers Big Sisters“. Das Kindermitmachfest findet am Samstag, 4. Februar im Stadthaus in Mannheim statt.