Als Straßenmusiker kann ich doch spielen, wo ich will – oder nicht?

„Bei schönem Wetter schnappe ich mir einfach meine Gitarre und stelle mich ein paar Stunden in die Stadt, um Straßenmusik zu machen und mein Gehalt ein bisschen aufzubessern.“ – Was so einfach klingt, ist nicht in jeder deutschen Stadt möglich und ist oft mit bestimmten Regelungen verbunden, die es Straßenmusikern teilweise erheblich erschweren, ihre Musik öffentlich an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Wir haben uns für euch schlau gemacht, welche Auflagen es unter anderem in der Rhein-Main-Region gibt und außerdem einen jungen Straßenmusiker nach seinen Erfahrungen und Tipps gefragt.

Sondernutzungserlaubnis nötig

Jede Stadt in Deutschland hat ihre eigenen Bestimmungen im Hinblick auf musikalische Darbietungen auf der Straße. Wer zum Beispiel in Darmstadt an einem öffentlichen Platz musizieren will, darf das generell nur in der Fußgängerzone zwischen 10 und 20 Uhr. Dazu kommt, dass man vorher beim Bürger- und Ordnungsamt einen sogenannten „Antrag auf eine Sondernutzungserlaubnis für Straßenmusik und Straßenkunst in der Fußgängerzone“ stellen und eine Verwaltungsgebühr von fünf Euro pro Tag zahlen muss. Außerdem vergibt die Stadt täglich überhaupt nur fünf Genehmigungen.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Als Straßenmusiker kann ich doch spielen, wo ich will – oder nicht?

Auf dem Weg zum nächsten Straßengig: Musiker Johannes Marschall (Foto: S. Holitzner)

Noch komplizierter ist es beispielsweise in München. Bevor man dort Straßenmusik machen kann, muss man sich eine Erlaubnis in der Stadtinformation im Rathaus holen. Und wer so eine bekommen möchte, muss früh aufstehen: Die Stadtinformation erteilt gegen eine Verwaltungsgebühr von zehn Euro nur zehn Lizenzen pro Werktag und die gehen an diejenigen, die zuerst und das heißt ab 8 Uhr vor Ort sind. Ein Straßenmusiker, der zum ersten Mal in München spielen will, muss darüber hinaus zunächst sein Können im Rathaus präsentieren, bevor entschieden wird, ob er auf der Straße zugelassen wird. Weitere kleinteilige Regelungen, wie ein Spielverbot während des Glockenspiels am Marienplatz oder ein Ausschluss bestimmter Instrumente, kommen hinzu. Dieses strenge Reglement hängt damit zusammen, dass viele Geschäftsbetreiber und Anwohner sich von zu viel Straßenmusik gestört fühlen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass sich die Musizierenden den einen oder anderen dummen Spruch anhören müssen. Johannes Marschall, der als Nebenerwerb zum Studium seit 2013 häufig mit einem oder zwei Freunden Rock’n’Roll- und Rockabilly-Klassiker aus den 50er Jahren mit Gesang und Gitarren auf der Straße performt, wurde schon öfter mit Sätzen wie „Hey guck mal, da ist Elvis“ konfrontiert. So etwas nimmt er sich allerdings nicht zu Herzen. Er ist der Meinung, dass sich diejenigen, die sich beschweren, erst einmal selbst trauen sollten, vor fremden Leuten auf der Straße zu spielen. Auf Anfeindungen von Anwohnern reagiert er mit dem Hinweis auf die Regelungen der Stadt für Straßenmusiker.

Es geht auch ohne Genehmigung

Solche Beschwerden waren in Wiesbaden der Grund für eine Verschärfung der Vorschriften im Dezember 2017. Dort darf ein Künstler seitdem einen Standort am gleichen Tag kein zweites Mal nutzen und nur noch zwischen 11 und 18 Uhr statt wie bisher zwischen 8 und 20 Uhr musizieren. Im Vergleich zu München ist Wiesbaden aber dennoch bei Straßenmusikern beliebt, weil keine Genehmigungen notwendig sind. Insbesondere Frankfurt schätzt Straßenmusik als kulturelle Bereicherung und belebendes Element, weshalb die Mainmetropole die kreativen Talente eher fördert als ihnen durch viele verwirrende Regelungen Steine in den Weg zu legen. Von Montag bis Samstag dürfen dort die Straßen zwischen 7 und 20 Uhr (von 1. Mai bis 31. August sogar bis 21 Uhr) bespielt werden, wenn nach maximal einer Stunde ein Standortwechsel erfolgt. Zwischen zwei Straßenkonzerten an der gleichen Stelle muss zudem knapp eine Stunde Pause liegen.

Nicht alles ist schlecht an einer Straßenmusikordnung

Als Straßenmusiker kann ich doch spielen, wo ich will – oder nicht?

Voll im Element: Johannes Marschall beim Konzert auf der Straße in Mainz (Foto: J. Marschall)

In Mainz brauchen Straßenmusiker ebenfalls keine Genehmigung, um auf der Straße aufzutreten. Trotzdem gibt es eine Straßenmusikordnung mit verbindlichen Regeln. Diese besagt, dass man genügend Abstand zu öffentlichen Veranstaltungen halten sollte. Des Weiteren ist die Stadt in verschiedene Spielzonen aufgeteilt, die nur an Werktagen zu festgelegten Zeiten für maximal 30 Minuten zum Musizieren genutzt werden dürfen. Johannes, der primär in Mainz Straßenmusik macht, kritisiert, dass sich nicht immer alle Künstler an diese Vorschriften halten. Viele wissen aber auch gar nicht, dass es einen solchen Regelkatalog für Straßenmusiker gibt. Positiv daran findet der 27-Jährige, dass man sich unter den Straßenmusikern nicht direkt in die Quere kommt oder sich sogar gegenseitig die Zuschauer abjagt. Insgesamt sorgt die Verordnung in Mainz für einen fairen Umgang miteinander und damit für einen fairen Wettbewerb.“ Aber solche Regelungen haben auch ihre Schattenseiten: „Wenn man gerade so richtig schön in Fahrt gekommen ist, muss man schon wieder umziehen. Wenn außerdem an bestimmten Tagen viele Straßenmusiker unterwegs sind, kann es schwer werden, den Ort immer gleich im Halbstundentakt zu wechseln, da viele Plätze belegt sind.

Haltet den Dieb!

Unabhängig von den Vorschriften sollte man als Straßenmusiker allgemein aufpassen, dass man nicht Opfer eines Diebstahls wird. Vielfach legen die Künstler einen Gitarrenkoffer oder einen Hut auf die Straße, in den Fußgänger bei Gefallen einen kleinen Obolus werfen können. Johannes hat in Mainz die Erfahrung gemacht, dass ein Mann, der rein äußerlich den Anschein eines Obdachlosen erweckte, mehrmals im Vorrrübergehen versucht hat, Geld aus dem Gitarrenkoffer zu nehmen. Da sie zu dritt musizierten, konnten zwei weiterspielen, während der Dritte den Diebstahl vereitelte, indem er den Mann anschrie und somit verscheuchte.

Wie werde ich ein erfolgreicher Straßenmusiker?

Abgesehen von den Regelungen, welche die Städte Straßenmusikern vorschreiben, gibt es verschiedene Dinge, die laut Johannes alle, die ihre Musik an öffentlichen Plätzen präsentieren wollen, beachten sollten: „Man sollte sein musikalisches Handwerk verstehen. Außerdem sollte man denselben Song nicht zu oft hintereinander spielen. Ich betrachte Straßenmusik auch immer als ein Konzert mit einem gewissen Grad an künstlerischem Anspruch. Außerdem spielt der Ort, an dem man sich auf der Straße aufstellt, eine große Rolle. Wenn man sich eher in die Mitte der Straße als an die Straße stellt, hat man größere Chancen wahrgenommen zu werden – und darum geht es ja auch: präsent sein, die Leute mit seiner Ausstrahlung und Musik fesseln und sich nicht in Seitengassen verstecken.

Straßenmusik = eine Bereicherung?

Neben denjenigen Passanten, denen die Johnny Cash-Coversongs von Johannes ein Lächeln ins Gesicht zaubern, gibt es aber immer noch viele, die Straßenmusik skeptisch beäugen. Der junge Musiker würde sich deshalb wünschen, dass sich Städte und vor allem die Anwohner und Menschen auf der Straße mehr der Straßenmusik öffnen. Er sieht eine lebendige Straßenmusikkultur als große Bereicherung für eine Stadt, denn „was gibt es Schöneres als an einem sonnigen Tag durch die Straßen zu flanieren und dabei gute Straßenmusik zu genießen.“ Andere Länder, wie zum Beispiel Italien, scheinen Straßenmusik offener gegenüberzustehen. So hat es zumindest Johannes erlebt: „Als ich vor zwei Jahren auf Studienfahrt in Neapel war, begannen auf einmal mehrere Straßenmusiker ein Konzert mitten unter den Restaurantgästen auf der Straße. Die haben fast eine Stunde eine Canzone Napoletana nach der anderen geschmettert und alle haben mitgemacht. Ich glaube, so etwas würde in Deutschland nicht so schnell passieren.

Deutschlandkarte für Straßenmusiker

Damit Straßenmusiker auf einen Blick sehen können, ob sie beim öffentlichen Musizieren in den einzelnen Städten Deutschlands mit Einschränkungen rechnen müssen oder erwünscht sind, hat DIE ZEIT im August 2017 eine hilfreiche Karte erstellt. Darin sind zum Beispiel auch Mannheim und Heidelberg zu finden. Etwas kleinere Städte, wie beispielsweise Speyer, sind dort jedoch nicht verzeichnet.

„Wie werde ich ein echter Geizhals?“

Die meisten von uns sind gerade zu Beginn des Jahres motiviert, etwas am eigenen Leben zu ändern. Auch mich hat es gepackt: Das Buch „Wie werde ich ein echter Geizhals? Knausern Sie sich reich!“ von Hanneke van Veen ist sicher nicht die neueste Erscheinung auf dem Markt. Trotzdem hat es mir dieses Büchlein angetan – verspricht es doch, dass man mit kleinen Änderungen im Alltag viel Geld sparen kann. Klingt doch nach einem idealen Vorsatz fürs neue Jahr.

Der Trick mit der Zahnpasta

Unscheinbar: Auch beim Zähneputzen kann man ein paar Cent sparen

Unscheinbar: Auch beim Zähneputzen kann man ein paar Cent sparen (Foto: EME/pixabay.de)

In dem Buch gibt es allerhand interessanter Tipps und ich picke mir zu Beginn ein paar davon heraus. Ganz nach dem Motto: Man muss es ja nicht gleich übertreiben. Eine sehr simple, aber wirklich effektive Idee ist mir ins Auge gesprungen: das Aufschneiden von Zahnpastatuben. Sobald sich der Inhalt meiner Zahnpasta dem Ende neigt, drücke und quetsche ich normalerweise wie ein Verrückter, um noch den letzten Rest rauszuholen. Meine aktuelle Zahnpasta ist schon ziemlich am Ende, deshalb erprobe ich diesen Tipp gleich in der Praxis. Und siehe da: In der Tat steckt noch jede Menge Creme in der Tube, obwohl ich mit purer Gewalt nichts mehr rausbekomme. Nicht übel!

Es gibt immer und überall Sparpotenzial

Das gefällt mir sehr gut. Durch mein kleines Erfolgserlebnis motiviert, suche ich in dem Buch nach weiteren Sparmöglichkeiten. Bald habe ich etwas gefunden, dass mich anspricht. Als zwangsweise sparsamer Student kaufe ich mein Essen meistens nicht in der Mensa oder im Café, sondern ich nehme mir etwas von zu Hause mit. Da fragt man sich: „Wo kann man da noch sparen?“ Mein Geizkragen-Buch liefert die Antwort. Anstelle von teuren Butterbrottüten könnte ich auch bereits benutzte Papiertüten nochmals verwenden. Also die Tüte vom Bäcker einfach ausschütteln und mit dem Pausenbrot befüllen. Geniale Idee wie ich finde! Klar, ich könnte auch eine Tupperbox benutzen. Aber gegen diese sperrigen und schweren Dinger habe ich mich schon immer vehement gewehrt. Mit den Tüten vom Bäcker habe ich eine tolle Lösung und man sieht mir nicht sofort an, dass ich jetzt ein „Geizkragen“ bin! Ist ja frisch vom Bäcker!

Die Tipps werden gewagter

Kleinvieh macht aus Mist: Mit kleinen Tricks kann man viel Geld sparen

Kleinvieh macht aus Mist: Mit kleinen Tricks kann man viel Geld sparen (Foto: Olichel/pixabay.de)

Langsam traue ich mich auch an die etwas ausgefalleneren Tipps heran. Die bisherigen waren ja doch ziemlich simpel und nicht besonders spektakulär. Eine etwas gewagtere Idee: Duschen im Dunkeln. Der Autor behauptet, man könne sich ruhig im Dunkeln fertigmachen, denn fast alle Handgriffe und Bewegungen seien ohnehin automatisiert. Klingt interessant! Gleich am nächsten Morgen probiere ich den Spaß aus. Und Tatsache: Es funktioniert. Auch ohne Licht finde ich Duschgel und Co., selbst das Rasieren klappt perfekt, auch wenn ich zugeben muss, dass das mit einem Trockenrasierer auch kein Kunststück ist. Trotzdem gibt es beim „Dunkelduschen“ ein paar Dinge zu beachten. Einerseits sollte man aufpassen, dass nichts herunterfällt. Als ich mein Deo aus dem Schrank krame, kommt mir gefühlt der halbe Inhalt des Faches entgegen. Nach langem Getaste und Gefühle im Dunkeln sind zwar alle Sachen wieder beisammen. Ich werde mir aber meine Sachen besser schon am Abend zuvor zurechtstellen, dann spare ich mir das riskante Gewühle im Schrank.

Skeptische Mitbewohner

Andererseits sollte man seine Mitbewohner im Vorfeld informieren, bevor man sich im Dunkeln der Morgentoilette widmet. In unserer Wohnung kommt nämlich erschwerend hinzu, dass das Bad kein Fenster hat. Um also das Dunkelduschen halbwegs auf die Reihe zu kriegen, muss ich die Badezimmertür leicht geöffnet lassen. Deswegen gibt es bei meinem ersten Versuch im Dunkeln zu duschen auch mehrere Störungen. Kann ja keiner wissen, dass schon einer im Bad ist. Außerdem ernte ich skeptische Blicke, ein Mitbewohner meint sogar, ich sei jetzt vollkommen übergeschnappt. Aber so schnell gebe ich nicht auf!

Sarkasmus oder wirklich ernst gemeint?

Trotz Sparwut - ein bisschen Kultur muss sein, z.B. ab und an ein Theaterbesuch

Trotz Sparwut – ein bisschen Kultur muss sein, z.B. ab und an ein Theaterbesuch (Foto: Sascha Resch)

Zugegeben, das mit der Dusche ist schon grenzwertig. Auch andere Tipps in dem Buch muten extrem an und mancher „Ratschlag“ kann nur sarkastisch und nicht ernst gemeint sein. So wie die Idee, einfach immer die Hälfte zu essen. In der Tat stopfen wir oftmals viel zu viel in uns hinein. Aber kategorisch einfach nach dem Motto „Friss die Hälfte“ zu leben, ist ja genauso ungesund. Oder der Rat, einfach auf kulturelle Unterhaltung wie Theater oder Kino zu verzichten. Man könne ja auch ein Buch lesen oder einfach spazieren gehen. Schön, ich muss nicht jede Woche ins vornehme Münchner Residenztheater, aber ab und zu muss auch das sein. Immer nur im Wald zu laufen schadet irgendwie auch dem Sozialleben.

Nicht alles persönlich umsetzbar

Dann sind da noch Tipps, die für meinen persönlichen Alltag einfach nicht relevant sind. So z.B. die Idee, auf das Auto zu verzichten. Da kann ich absolut nichts mehr einsparen, denn ich bin ohnehin nur mit dem Fahrrad oder den Öffentlichen unterwegs. Oder der Vorschlag, statt eines elektrischen Rasenmähers (oder noch moderner eines Rasenmähroboters) einen mechanischen zu kaufen. Nun ja, wo kein Garten, da kein Rasen – dieser Tipp ist also auch nichts für mich. Andere Dinge habe ich schon selbst herausgefunden. So gehe ich seit Jahren nicht mehr zum Friseur. Stattdessen schneide ich meine Haare selbst. Das ist der Vorteil, wenn man auf den pflegeleichten 4-Millimeter-Schnitt setzt.

Kompromiss zwischen Sparen und Lebensqualität

Unterm Strich muss ich sagen: „Wie werde ich ein echter Geizhals?“ ist ein ganz nettes Buch. Viele plausible Ideen, die man gut und gerne ausprobieren kann. Trotzdem sollte man seine persönliche Schmerzgrenze wahren – nicht jeder kann und will jeden Cent einsparen, ein bisschen Lebensqualität muss schon sein. Trotzdem hat mich das Buch dazu animiert, etwas bewusster durch den Alltag zu gehen. Es gibt überall Potenzial zum schmerzlosen Sparen. Und sei es nur, dass man Fehlkopien als Notizzettel wiederverwertet und erst dann entsorgt. Ich werde definitiv weiter versuchen, zu sparen – ein kleiner  Geizhals zu sein, macht eben auch ein bisschen Spaß.

Eine Karrierefrau packt aus

Kinderlos, egozentrisch, kaltblütig und karrieregeil – genau das ist Constance Hahn nicht. Und trotzdem bezeichnet sich die 26-jährige Unternehmerin und Mutter einer kleinen Tochter als Karrierefrau. Wie sie sich selbst sieht, wie andere sie wahrnehmen und welche Tipps sie für angehende Karrierefrauen parat hat, verrät sie uns im Interview.

Kalt und egozentrisch: Ist das die typische Karrierefrau? (Foto: Hahn)

Kaltblütig und egozentrisch: Ist das die typische Karrierefrau? (Foto: Hahn)

Face2Face: Du bist Gründerin und Chefin einer Wirtschaftsberatung – gibt es in deinem geschäftlichen Umfeld mehr Männer oder mehr Frauen?
Constance: Die Kollegen aus meiner Branche sind hauptsächlich Männer. Meine Klientel aus der Beratung ist gemischt. Allerdings beobachte ich bei den Existenzgründungsberatungen, dass immer mehr Frauen den Mut haben sich selbstständig zu machen.

Face2Face: Was zeichnet eine „Karrierefrau“ deiner Meinung nach aus und würdest du sagen, du bist eine?
Constance: Leider ist der Begriff „Karrierefrau“ mittlerweile sehr negativ behaftet. Eine Karrierefrau wie sie sich heute die meisten vorstellen, ist kinderlos, egozentrisch, kaltblütig und karrieregeil. Aber nur weil eine Frau beruflich erfolgreich sein will, heißt es nicht, dass sie diesen charakterlich negativen Einschlag hat. Für mich zeichnet sich eine nach beruflicher Weiterentwicklung strebende Frau durch Charakterstärke, Durchhaltevermögen und Konsequenz aus. Und ja, ich würde sagen, diese Eigenschaften bringe ich definitiv mit.

Face2Face: Wieso hast du ein eigenes Unternehmen gegründet? Wie kam es dazu?
Constance: Das besondere an der von mir gegründeten Wirtschaftsberatung ist, dass wir sowohl Privatpersonen und Unternehmen als auch Existenzgründer beraten. Und das in diversen Bereichen – von der klassischen Wirtschaftsberatung, über Familienberatung bis hin zu Karriereplanung. Diese Beratungsvielfalt plus die Tatsache, dass wir keine Finanzprodukte vertreiben, fehlte bisher auf dem deutschen Markt. Das habe ich nach meinem Auslandsaufenthalt gemerkt, als ich immer wieder auf solche Dienstleistungen angesprochen wurde. Mittlerweile kann ich mit Stolz sagen, dass wir über 200 Partnern weltweit betreuen.

Face2Face: Du bist auch Mutter einer kleinen Tochter – fällt es dir schwer, Job und Privatleben unter einen Hut zu bekommen?
Constance: Mutter einer anderthalbjährigen Tochter zu sein, ist natürlich aufregend und macht viel Freude, ab und zu kann es aber auch mal anstrengend werden. Erst letzte Woche ist mir beim Kochen mit Kind auf dem Arm das Handy in die heiße Pfanne gefallen, als ein Kunde anrief. Aber das sind eben solche Alltagssituationen, die eine Woche später beim Plausch mit Freunden für Lacher sorgen.
Ich versuche gleichermaßen für mein Unternehmen, meine Klienten und meine Tochter da zu sein. Am Wochenende zum Beispiel ist mein Handy aus und ich bin nur für Familie und meinen Sport da – alles nur eine Frage der Einstellung und des Zeitmanagements. Wenn es zeitlich dann doch mal kritisch wird, kann ich auf die Unterstützung meiner Nanny zählen. Sie kümmert sich wundervoll um meine Tochter und den Haushalt und ich kann ihr zu 100 % vertrauen.

Karrierefrau und Mutter: Constance Hahn (Foto: Hahn)

Karrierefrau und Mutter: Constance Hahn (Foto: Hahn)

Face2Face: Mit welchen Vorurteilen hast du als Unternehmenschefin und Mutter zu kämpfen? Wie reagierst du auf negative Kommentare?
Constance: Die ersten Worte, die ersten Schritte – als ich Mutter wurde, hat mir eine Bekannte vorgehalten, dass ich durch meinen Job die Entwicklung meiner Tochter verpassen würde. Aber nur weil man arbeitet, heißt es nicht, dass man eine schlechte Mutter ist. Arbeiten ist anspruchsvoll, Mutter sein ist anspruchsvoll – beides zusammen ist am anspruchsvollsten. Vor allem wenn man ein Unternehmen leitet und Mutter ist, muss man eben manchmal die Augen zu machen und weiterkämpfen. Auch ich hatte den ein oder anderen Rückschlag. Immer wieder gibt es Dinge, die nicht so funktionieren wie ich es gerne hätte.
Es wird immer Menschen geben, die Vorurteile haben. Wenn ich mir alle Vorurteile zu Herzen nehmen würde, könnte ich mich unter der Bettdecke verkriechen und einfach gar nichts mehr machen, aber selbst dann würden die Leute reden, also ist mein Tipp: immer locker bleiben.

Face2Face: Zurück zum Geschäft: Ihr bietet auch Karriereberatung an. An wen richtet sich dieses Angebot?
Constance: Mit der Karriereberatung wollen wir vor allem junge Menschen bis 30 Jahre ansprechen. Egal ob es um die Wahl des richtigen Studiums oder des Berufes geht oder auch um den Start in die Selbstständigkeit – wir möchten junge Menschen bei ihrem beruflichen Werdegang unterstützen. Menschen mit klaren beruflichen Zielen kommen schneller weiter und das schaffen sie am besten mit einem kompetenten Ansprechpartner an ihrer Seite. Wir arbeiten mit vielen großen Unternehmen zusammen, sodass wir schön häufiger ein Plätzchen für junge, engagierte und motivierte Menschen gefunden haben beziehungsweise sie dabei unterstützen konnten, sich mit Ihrem eigenen Unternehmen am Markt zu etablieren. Um junge Menschen zu erreichen, sind wir nicht nur auf Gründermessen in ganz Deutschland unterwegs, sondern auch Kooperationspartner der Gründerwoche Deutschland, die jedes Jahr bundesweit stattfindet.

Face2Face: Wie unterscheiden sich weibliche und männliche Beratungssuchende?
Constance: Männliche Klienten sind meist sehr rational. Hier steht der finanzielle Aspekt im Vordergrund sowie das schnelle Vorankommen auf der Karriereleiter. Weibliche Beratungssuchende sind dagegen sehr emotional in ihren Entscheidungen. Sie denken an viele Aspekte, zum Beispiel auch an die Work-Life-Balance. Außerdem denken sie eher sicherheitsorientiert, sind oft gut strukturiert und wollen ihre Wünsche zeitnah umsetzen.

Face2Face: Gibt es einen Rat, den du allen jungen Menschen, die sich mit der Planung ihrer Karriere auseinandersetzen, mit auf den Weg geben kannst?
Constance: Macht euch Gedanken, wie ihre euer Ziel erreichen wollt. Um Rückschläge besser zu verkraften, macht Plan A und B.
Wichtig ist, niemals seine Persönlichkeit zu vergessen. Wer nicht gerne delegiert, ist in einem Angestelltenverhältnis vielleicht genau richtig aufgehoben. Lasst euch von niemandem einreden wie ihr am besten sein sollt. Wichtig ist, dass IHR mit eurem beruflichen Alltag zufrieden seid, denn das ist das, was ihr jeden Tag macht.

Sport im Winter – so schützt ihr euch in der kalten Jahreszeit

Der Winter naht und mit ihm Kälte, Schnee und Dunkelheit. Für viele ein Grund das Sportprogramm einzustellen oder nach drinnen zu verlagern. Doch das muss nicht sein: Auch im Winter brauchen wir sportliche Betätigung – gerade im Hinblick auf den kommenden Festschmaus aus Gänsebraten, Plätzchen und Glühwein. Zudem schüttet Sport das Glückshormon Serotonin aus, welches grade in der dunklen Jahreszeit Depressionen vorbeugt. Und Sport im Freien hilft unserem Körper beim bilden von Vitamin D, was unser Immunsystem stärkt und vor Erkältungen schützt. Also nichts wie raus – aber mit der richtigen Vorbereitung.

Schichtenlook beim Sport im Freien

Sport im Winter – so schützt ihr euch in der kalten Jahreszeit

Eisige Kälte: Da hilft Funktionskleidung in mehreren Schichten beim Sport an der frischen Luft. (Foto: Möller)

Gerade bei Kälte spielt die Kleidung beim Sport im Freien eine entscheidende Rolle. Sie sollte nicht zu dick sein, denn sonst schwitzt man zu schnell, was die Erkältungsgefahr erhöht. Beim Rausgehen sollte man eher frieren und erst nach einigen Minuten warm bekommen. Zudem ist es empfehlenswert Funktionskleidung zu benutzen die Feuchtigkeit nach außen abgibt und Reflektorstreifen hat, damit Auto- und Radfahrer Jogger in der Dunkelheit nicht übersehen. Baumwollkleidung ist eher schlecht geeignet, sie saugt sich voll Schweiß und der Körper friert dann schnell. Mehrere Lagen an Kleidung sind übrigens super, da sich die Wärme dann zwischen den Schichten sammeln kann. Auch Handschuhe und Mütze sind unbedingt zu empfehlen, schließlich sollen auch Hände und Ohren – die eher schlecht durchblutet sind – schön warm bleiben.

Bei Kälte: Aufwärmen!

Sport im Winter – so schützt ihr euch in der kalten Jahreszeit

Nicht einfach losrennen: Vor dem Sport im Winter ist ein Aufwärmprogramm unverzichtbar (Foto: Möller)

Ohne Aufwärmprogramm loszurennen oder mit Höchstgeschwindigkeit loszuradeln birgt eine hohe Verletzungsgefahr. Gerade bei Kälte müssen Sehnen und Bänder ausreichend aufgewärmt werden zum Beispiel durch ein Dehnprogramm in dem die Hacken Richtung Po gezogen werden oder ein Läufer sich vor eine Wand stellt und die Fußspitze hochzieht und dagegen stellt. Danach sollten Sportbegeisterte auch nicht gleich losspurten sondern erst einmal langsam lostraben um sich an die Temperatur zu gewöhnen. Grundsätzlich solltet Ihr bei Kälte nicht durch den Mund sondern die Nase zu atmen um ein Schmerzen der Atemwege durch diese Kälte zu vermeiden. Die Nase hingegen wirkt wie ein Filter und wärmt und feuchtet die Luft an bevor die in die Lunge und die Atemwege gelangen.

Eine Erkältung vermeiden

Da direkt nach dem Sport die Erkältungsgefahr am größten ist, sollten Läufer nachdem sie ihr Programm beendet haben sofort ins Warme gehen und sich warm duschen. Wer verschwitzt in der Kälte stehen bleibt um beispielsweise noch einige Minuten mit dem Trainingspartner zu quatschen, riskiert eine böse Erkältung. Bei Eisglätte hilft übrigens noch nicht einmal gutes Profil: Um Verletzungen zu vermeiden sollten Jogger und Fahrradfahrer lieber auf den Sport im Freien verzichten und auf Gymnastik oder den Hometrainer zurück greifen.

Schnelles Rezept für Spinatnudeln mit Feta und Pinienkernen

Die Arbeit ruft, Freunde wollen was unternehmen, der Haushalt möchte auch gemacht werden und die Familie wünscht sich ebenfalls Beachtung. In diesem Spannungsfeld stehen viele junge Menschen heute. Gleichzeitig wollen sie auch noch auf gesunde, ausgewogene Ernährung achten. Diese sollte jedoch am besten schnell zuzubereiten sein, denn Zeit ist nun einmal Mangelware. Damit dies gelingt, verraten wir euch heute ein ganz einfaches schnelles Rezept für Spinatnudeln mit Feta und Pinienkernen. Es geht nicht nur wahnsinnig schnell sondern schmeckt super lecker und ist auch für gemütliche Abende mit Freunden geeignet.

Zutaten:

  • 500 Gramm Nudeln
  • Ein Feta
  • Eine Packung Rahmspinat
  • Pinienkerne nach belieben
  • Kirschtomaten nach belieben
  • Salz und Pfeffer nach belieben

Zubereitung:

Die Nudeln in sprudelndem, leicht gesalzenem Wasser nach Packungsanweisung kochen lassen. Währenddessen den Feta in kleine Stücke schneiden und ungefähr ein Viertel zur Seite legen. Anschließend die Kirschtomaten vierteln.

Den Rahmspinat in einer tiefen Pfanne oder einem Topf erwärmen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Gleichzeitig die Pinienkerne in einer Pfanne goldgelb rösten und anschließend abkühlen lassen.

Dreiviertel des kleingeschnittenen Fetas zu dem Spinat geben und schmelzen lassen. Sobald die Nudeln gar sind diese abtropfen lassen und zu der Spinat-Feta-Mischung geben. Alles gut miteinander vermischen. Abschließend vorsichtig die Kirschtomaten unterheben und darauf achten, diese nicht zu zerquetschen. Beim servieren die Pinienkerne und den restlichen Feta über der Nudelmischung verteilen. Wer will, kann das Gericht noch mit frischen Kräutern verfeinern.  Viel Spaß beim Genießen!

Vorschau:

Eine Hommage an den inneren Schweinehund

Wir alle kennen ihn, den inneren Schweinehund. Das kleine Tier in uns, das uns erzählt „Es ist in Ordnung, noch ein Stück Schokolade zu essen“, „Sport wird wirklich überbewertet“ und „Der Wäschehaufen ist morgen immer noch da“. Wir alle hassen und lieben ihn – manchmal ist es schön, die Welt einfach sein zu lassen und sich zurückzulehnen. Es stimmt ja: die Wäsche ist auch morgen da und das eine Stück Schokolade macht den Bauch auch nicht dick(er).

Eine Hommage an den inneren Schweinehund

Der innere Schweinehund: Manchmal bringt er uns dazu einfach nur faul sein zu wollen (Foto: Möller)

Dem Schweinehund in den Hintern treten

Doch manchmal muss man dem inneren Schweinehund auch Einhalt gebieten und an der Leine führen. Sonst liegt man ewig auf der Couch, vertilgt Unmengen ungesunden Essens und die Wäsche bekommt irgendwann Beine und absolviert das Training, für das man selber zu faul ist. Das kostet dann Überwindung: Ran an die Sportklamotten und weg mit der Schokolade. Ran an das Bügeleisen und weg mit der Wäsche. Motivationshilfen gibt es viele: Von dem entspannenden Bad, das nach dem Sport wartet, bis hin zum Glas Rotwein als Belohnung für das erfolgreiche Bügeln. Mit einer kleinen Motivationshilfe klappt das Überwinden viel leichter.

Mit dem Schweinehund leben

Das Gute an der Überwindung: Ist es erst einmal geschafft, fühlt man sich besser und der innere Schweinehund ist zufrieden. Denn er weiß: Seine Zeit wird wiederkommen. Manchmal muss man einfach auf seinen Schweinehund hören und die ganze Welt außen vorlassen. Dann kann man Kraft tanken für kommende Aufgaben – oder einfach mal abschalten. Das kleine Tier in einem drin wird es freuen.

Vorschau: Nächste Woche verraten wir, wie ihr Fotos auf Holz übertragen könnt.

Selbstgemachte Bagel für Arbeit oder Uni

Keine Lust auf Kantine? Der Asiate neben dem Büro hat auch immer nur dasselbe Zeug? Wir zeigen euch heute, wie ihr ganzeinfach leckere Bagels selber herstellen könnt, die euch dann die Pause auf der Arbeit und in der Uni versüßen.

Zutaten:

  • 500 Gramm Mehl
  • 1 Paket Hefe
  • 1 Esslöffel Zucker
  • 1 Teelöffel Salz
  • 2 Esslöffel Öl
  • 1 Ei

Zubereitung:

Mehl mit Hefe, Zucker, Salz, Wasser und Öl mischen und zu einem Teig. Diesen mindestens eine Stunde an einem warmen Ort aufgehen lassen. Anschließend den Teig in circa 10 Stücke teilen, diese zu kleinen Würsten ausrollen und dann zu einem Kreis mit einem Loch in der Mittel zusammenlegen. Die Rohlinge vor dem Backen noch mit Eigelb bestreichen, damit sie eine schöne goldgelbe Farbe bekommen. Jetzt könnt ihr je nach Belieben noch Mohn oder Sesam drüber streuen. Danach den Ofen auf 200 Grad Ober- Unterhitze vorheizen und die Teigrohlinge circa 20 Minuten backen. Anschließend die Bagels vorsichtig aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Schon sind sie fertig zum genießen. Ein kleiner Tipp: Besonders gut sind sie noch leicht warm.

Lecker schmecken die Bagel als herzhafte Variante mit Lachs, Frischkäse und Kräutern wie Petersilie oder mit Schinken, Käse und Gurkenscheiben. Doch auch als süße Variante mit leckerer Marmelade sind sie einfach ein Genuss.

Urlaub der ewig hält – das könnt ihr mit euren Urlaubsbildern machen

Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres. Immer ist er zu schnell vorbei und am Ende schaut man sehnsuchtsvoll auf die Bilder und wünscht sich in die freie Zeit zurück. Doch schnell kommt der Alltag wieder und die Bilder landen in der Fotokiste oder lagern auf der Festplatte. Doch mit diesen drei Tipps könnt ihr die Urlaubsbilder in euren Alltag integrieren.

Urlaub im Auge: Mit schönen Bildern erlebt man die schöne Zeit wieder (Quelle: Möller)

Urlaub im Auge: Mit schönen Bildern erlebt man die schöne Zeit wieder (Quelle: Möller)

1: Klassisch – Album, Aufstellen, Aufhängen

Ganz altmodisch könnt ihr euch natürlich eure besten Bilder in einem Rahmen setzen und aufstellen oder aufhängen lassen. So seht ihr die Urlaubserinnerung jeden Tag. Auch ein Fotoalbum ist heutzutage sehr beliebt. Hier könnt ihr jederzeit durch das Umblättern die tolle Zeit wieder aufleben lassen. Besonders schön werden solche Alben, wenn ihr nicht nur Fotos, sondern auch Eintrittskarten, Muscheln, Flyer oder ausländische Münzen mit einklebt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

2: Digital – Bewegt, Background

Wollt ihr eure Bilder immer bei euch haben? Dann helfen euch diese digitalen Kniffe. Arbeitet ihr zum Beispiel viel am Rechner, könnt ihr die Einstellungen so ändern, dass euer Hintergrund zu einer Urlaubserinnerung wird. Auf Wunsch der Bildschirm sogar in einem festgelegten Zeitintervall die Bilder. Alternativ könnt ihr euch einen digitalen Bilderrahmen kaufen, der eure Urlaubserinnerungen zeigt.

3: Selbstgemacht – Kreativ, Kunterbunt, Künstlerisch

Wollt ihr aus eurem Urlaubsbild etwas ganz besonderes und individuelles machen? Alles was ihr dafür braucht ist etwas künstlerisches Talent. Einfach euer Lieblingsurlaubsbild auf eine Leinwand – die es unter anderem im Künstlerbedarfsladen zu kaufen gibt – übertragen und ausmalen. Noch ein Tipp für nicht-hundertprozentige-Picassos: Etwas einfacher wird es, wenn ihr das Bild groß ausdruckt und auf die Leinwand paust.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier wie ihr aus euren Bildern Foto-Seifen herstellen könnt.

 

Cellulite: Eine Tüte voller Trauben

Kritisch betrachte ich mich im Spiegel, nehme jeden Zentimeter meiner Haut genauestens unter die Lupe. Sieht eigentlich ganz ok aus… Man soll sich ja so lieben, wie man ist, oder? Wenn ich lange Hosen trage, würde ich glatt behaupten, mein Körper und ich führen eine durchaus passable Beziehung. Aber bei näherer Betrachtung, zum Beispiel hier im Badezimmer nach dem Duschen ist das was anderes. Resigniert begutachte ich die unschönen Dellen am Hintern und an den Oberschenkeln. Offensichtlich gehöre ich nicht zu denen, die in der Praxis über dem weiblichen Schönheitsideal stehen. „Orangenhaut“ ist da doch noch eine Verniedlichung, denke ich trotzig.

Der Hintern: Problemzone vieler Frauen - wir zeigen, welche einfachen Tricks gegen Cellulite helfen (Foto:Hans-Peter Reichartz / pixelio.de)

Der Hintern: Problemzone vieler Frauen – wir zeigen, welche einfachen Tricks gegen Cellulite helfen (Foto:Hans-Peter Reichartz / pixelio.de)

Das Problem

Kurze Röcke, Shorts und Bikini geben den Blick frei auf die weibliche Problemzone Haut. Denn die ist – in dem Fall „leider“ – ganz anders gestrickt als beim Mann. Die Haut bei Frauen ist dünner, die Fettzellen darunter dafür dicker. Das kann man sich ähnlich vorstellen wie eine dünne Plastiktüte (Haut) voller Trauben (Fettzellen). Und wie sieht das aus? Richtig: irgendwie hubbelig. Dass sich die Natur dabei etwas gedacht hat – in der Schwangerschaft können sich die durch das Bindegewebe nur locker vernetzten Fettzellen flexibel auf den wachsenden Bauch einstellen – ist für den Moment nur ein schwacher Trost. Soweit das Problem. Kommen wir zur guten Nachricht: Mit nur geringem Zeitaufwand lässt sich Cellulite wesentlich reduzieren. Und so geht´s!

Trick 1: Ein bisschen Sport muss sein

Stellt euch vor ihr habt unter den Trauben in eurer Plastiktüte etwas, das die Trauben von innen nach außen drückt. Die Abstände zwischen den Früchten werden kleiner, die Hubbel außen an der Tüte ebenfalls. Dieses wunderbare Etwas, das da drückt, ist euer Muskel. Besonders effektiv gegen Cellulite soll das sogenannte HIIT-Training sein. Face2Face-Autorin Vritti hat das für euch mal ausprobiert (HIER). Wer jetzt die Augen verdreht, weil er keine Zeit oder auch einfach nur keine Lust auf intensives, schweißtreibende Training hat, den können wir beruhigen. Einmal am Tag die Treppe statt den Aufzug nehmen oder mit dem Fahrrad zur Uni anstatt mit dem Bus ist schon mal ein guter Anfang. Auf YouTube gibt es außerdem zahlreiche Fitness-Videos, die euch in nur 10 bis 15 Minuten tolle Übungen für die betroffenen Körperregionen vermittelt, hier zum Beispiel eines für die Beine und eines für den Hintern*. Wenn ihr die Programme ein paarmal mitgemacht habt, sind die Übungen im Kopf und ihr könnt variieren. Täglich mindestens fünf der Übungen – ob morgens zum Wachwerden oder abends vor dem TV – und ihr legt eine gute Grundlage für eine straffe Haut.

Trick 2: Heißkalte Duschen für eine straffe Haut

Das sogenannte Bindegewebe vernetzt die Fettzellen miteinander – ähnlich wie die Stängel der Trauben in unserem Plastikbeutel. Stärken wir diese Verbindungen, wird das Gewebe stabiler und die sichtbare Haut optisch straffer. Dabei können Wechselduschen hilfreich sein. Aber Vorsicht: Zu heißes und zu kaltes Wasser strapazieren den Kreislauf. Unser Tipp: Bevor ihr aus der Dusche steigt, lasst ihr abwechselnd sehr warmes und kaltes Wasser über die betroffenen Stellen laufen. Drei bis fünf Wechsel genügen. Solange ihr es mit der Temperatur nicht übertreibt, bringt ihr so ganz nebenbei euren Kreislauf in Schwung und fühlt euch anschließend erfrischt und munter – der perfekte Start in den Tag.

Trick 3: Die klassische Orangenhaut-Massage

Teure Cellulite-Cremes? Braucht ihr gar nicht! Eine ganz normale Bodylotion genügt völlig. Denn beim Einreiben der betroffenen Körperstellen geht es weniger um die Inhaltsstoffe der Creme, sondern vielmehr um die Berührung an sich. Klar, die Lotion spendet Feuchtigkeit, aber den größeren Effekt erzielt ihr durch die Massage. Sie fördert die Durchblutung und stärkt so wiederum das Bindegewebe. Dabei dürft ihr ruhig auch ein bisschen grober sein und leicht auf die Haut klopfen oder daran zupfen, bis sie ein bisschen rot wird – das Indiz für eine gute Durchblutung.

*Für die Erwähnung der Videos erhält Face2Face keinerlei Gegenleistung. Es handelt sich um eine persönliche Empfehlung der Autorin dieses Beitrags.

Vorschau: Nächste Woche verrät euch Nina Tricks&Tipps dazu, was ihr mit den Massen an Urlaubsbildern machen könnt.

 

Anleitung zur Faulheit

„Faul sein ist wunderschön“ heißt es in einem Kinderlied. Auch wenn Müßiggang oft negativ assoziiert wird, machen wir alle von Zeit zu Zeit gerne davon Gebrauch. Das ist auch notwendig, um die inneren Akkus wieder aufzuladen, neue Kraft zu tanken und den Alltag auszublenden. Denn oft ist dieser stressig, von Terminen und Aufgaben geprägt. Da vergisst man schon einmal faul zu sein. Hier einige Tipps, wie das Nichtstun am besten gelingt:

  1. Abschalten
Faul sein ist wunderschön: Manchmal sollten wie einfach abschalten und uns ausruhen (Foto: Möller)

Faul sein ist wunderschön: Manchmal sollten wie einfach abschalten und uns ausruhen (Foto: Möller)

Einer der großen Stressfaktoren sind Smartphones und andere mobile Endgeräte. Wir sind überall und immer erreichbar, werden mit Anfragen überhäuft und mit Neuigkeiten erschlagen. Um richtig entspannen zu können heißt es deshalb: Abschalten. Einfach eine Zeit lang – einen Tag oder ein ganzes Wochenende – nicht erreichbar sein, sich Zeit für sich nehmen und sich dabei nicht stören lassen.

  1. Zeit für sich nehmen

Um abzuschalten lohnt es sich einen Tag lang nur das zu machen, was man gerne mag – und sich dabei von keinem anderen reinreden zu lassen. Dazu zählt durchaus auch etwas Zeit alleine zu verbringen, um zu sich selbst zu finden. Sei es  das lange Ausschlafen, ein schöner Spaziergang, ein Buch, Sport oder einfach mal nichts zu tun – diese Zeit sollte man sich so oft wie möglich nehmen. Sich solche Zeiten im Terminplan einzutragen motiviert nicht nur und steigert die Vorfreude, sondern sorgt auch dafür, dass man sich die Zeit auch wirklich freihält.

  1. Rituale pflegen

Wiederkehrende Dinge, auf die man sich freut, erleichtern den Alltag. Daher sollte man Tätigkeiten oder Ereignisse, die man gerne hat, regelmäßig durchführen. Das kann alles sein: Angefangen vom Lieblingsessen, das man sich an bestimmten Tagen gönnt, bis hin zu einer Folge der Lieblingsserie oder einem heißen Bad nach besonders stressigen Phasen. Hauptsache ist, man freut sich daran und darauf.