War for talents – oder doch nicht?

Freut sich über die Abgabe ihrer Bachelor-Arbeit - und wir freuen uns über die spannenden Ergebnisse: Alice Schweitzer (Foto: privat)

Freut sich über die Abgabe ihrer Bachelor-Arbeit – und wir freuen uns über die spannenden Ergebnisse: Alice Schweitzer (Foto: privat)

Sie sind gut ausgebildet und hochqualifiziert: Hochschulabsolventen. Ein regelrechter „war for talents“ (zu Deutsch: Kampf um Talente) ist um die Studenten der Generation Y entbrannt – so zumindest die Theorie. In ihrer Bachelor-Arbeit geht Alice Schweitzer den wirklich brennenden Fragen auf den Grund: Absolventen welcher Fächer werden zurzeit gesucht? Und liegt die größte Herausforderung von Hochschulabsolventen tatsächlich darin sich zwischen unzähligen, tollen Jobangeboten entscheiden zu müssen?

Face2Face: Wie sehen denn die Chancen für Hochschulabsolventen auf dem deutschen Arbeitsmarkt aus?
Alice: Aufgrund des demografischen Wandels stehen die Chancen für Hochschulabsolventen derzeit sehr gut. Es gibt mehr alte als junge Menschen. Vor allem  qualifizierte, junge Menschen werden deshalb händeringend gesucht.

Face2Face: In deiner Arbeit ist sogar von einem „war for talents“ die Rede. Spürst du als Hochschulabsolventin oder deine ehemaligen Kommilitonen etwas davon?
Alice: Leider nein. Das liegt wahrscheinlich an unserem Studiengang Medien- und Kommunikationsmanagement. Wirtschaftliche Studiengänge sind sehr beliebt. Hier gibt es viele qualifizierte Absolventen, daher ist die Nachfrage in diesem Bereich größtenteils gedeckt. Bei technischen Studiengängen sieht es da schon anders aus.

Face2Face: Absolventen welcher Fächer werden denn zurzeit besonders gesucht?
Alice: Absolventen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) werden dringend gesucht. Grund dafür ist unter anderem eine Rezession um 1993/94. Zu dieser Zeit fiel die Nachfrage nach Ingenieuren und es kam zu Einstellungsstopps. Daher wählten damals viele Hochschüler andere Fächer. Jetzt fehlen genau diese qualifizierten Fachkräfte. Die Auswirkungen spürt die Wirtschaft heute noch.

Face2Face: Für deine Arbeit hast du auch eine Umfrage unter Hochschulabsolventen durchgeführt und sie gefragt, was sie sich von ihrem zukünftigen Arbeitgeber wünschen. Was haben sie geantwortet?
Alice: Sie wünschen sich vor allem ein gutes Betriebsklima, einen sicheren Arbeitsplatz und Weiterbildungsmöglichkeiten. Selbstverständlich spielt auch eine gute Bezahlung eine Rolle.

Face2Face: Gibt es deiner Recherche nach Unternehmen, die sich große Mühe geben, den Anforderungen der Hochschulabsolventen gerecht zu werden? Stichwort: Employer Branding.
Alice: Ja, vor allem große Unternehmen wie Daimler, Bosch und Co. haben Ressourcen, um gutes Employer Branding zu betreiben. Kleiner Unternehmen liegen hier etwas zurück, da sie meist nicht die finanziellen Mittel haben, um die Unternehmenskultur nach außen tragen zu können.

Face2Face: Nun bist du ja selbst Hochschulabsolventin. Worauf legst du bei deinem zukünftigen Arbeitgeber besonders wert?
Alice: Als Vertreter der Generation Y lege ich vor allem Wert darauf, dass Privatleben und Beruf miteinander vereinbar sind. Flexible Arbeitszeiten finde ich besonders wichtig. Ein Beruf muss zudem Spaß machen und ein gewisses Maß an Verantwortung darf nicht fehlen.

Jetzt seid ihr dran, liebe Leser! Wie seht ihr das? Was ist euch bei der Berufswahl besonders wichtig?

Du bist das Fernsehen!

Youtube. Frei übersetzt: Du bist das Fernsehen! Hier ist der Name Programm. Gab es früher nur Musikvideos und zusammengeschnittene Pannenvideos zu sehen, gibt es heutzutage kein Thema, das nicht auf youtube hochgeladen wird. Besonders beliebt sind Do-it-yourself-Videos, Vlogs, Mode- und Beautyvideos und vor allem Coversongs. Menschen aus aller Welt trällern ihr Lieblingslied vor und verleihen dem Song eine ganz persönliche Note. Und der ein oder andere hat genau so seine internationale Karriere begonnen.

Superstars wie Justin Bieber, Lana Del Rey und nicht zuletzt PSY haben ihre ersten Fans auf youtube gefunden. Bei den unzähligen Klicks bei youtube – PSY (koreanischer Popsänger) hatte es mit dem Ohrwurm des Jahres 2012 „Gangnam Style“ auf 1 Milliarde und damit ins Guinness Buch geschafft – bleibt es natürlich nicht. Es folgen Plattenverträge und internationale Karrieren. Potenzielle Stars von morgen werden heutzutage gezielt auf youtube gesucht. So wurde Justin Bieber (kanadischer Popstar) im zarten Alter von 14 Jahre von Musikproduzenten entdeckt und feiert seitdem unglaubliche Erfolge.

Die US-amerikanische Popsängerin Lana del Ray reiste jahrelang als Nachtclubsängerin durch die Staaten, bevor ihr selbstgeschnittenes Video „Video Games“ Rekordzahlen erreichte. Hatte sie als Tochter reicher Eltern in New Yorker Clubs nur mäßig Erfolg, wird sie als Entdeckung des vergangenen Jahres gehandelt. Inzwischen modelte sie für Karl Lagerfeld, launchte eine Modekollektion mit dem schwedischen Modehaus H&M und schreibt jetzt erfolgreich Filmmusik.

Und auch die ganz Großen Stars suchen Inspiration und noch nicht entdeckte Talente im neuen Fernsehen. So kopierte keine geringere als Beyoncé Knowles (US-amerikanische R’n’B-Sängerin) eine afrikanische Tanzgruppe für ihr Video „Who run the world (Girls)“ und ließ die Tänzer zum Choreographieren extra in die Staaten einfliegen. „Les Twins“, tanzende Zwillinge aus Frankreich nahm die Dame gleich mit auf ihre Tour im Jahr 2011, nachdem die beiden auf youtube wie eine Bombe einschlugen.

Die wenigsten Youtuber setzen sich einfach vor ihre Kamera und singen einfach los. Vielmehr wird mit professionellem Licht, perfekt sitzenden Songtexten und kreativen Ideen versucht, aus der Masse herauszustechen und die Zuschauer auf sich aufmerksam zu machen. Schließlich ist youtube das neue Fernsehen!

Vorschau: Nächsten Samstag lest ihr an dieser Stelle etwas über die Arbeit bei Hamburg Records.