Bodybuilding – Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Sie sind stark, ihre Muskeln definiert und vor allem extrem ausgeprägt. Überall wo sich Profi-Bodybuilder befinden, ziehen sie die Blicke auf sich. Disziplin und Ehrgeiz spiegeln sich in ihrem Körper wider. Ihr Geheimnis: Anabole Steroide. Das sind künstlich hergestellte männliche Hormone, die eine muskelaufbauende Wirkung besitzen. Je mehr man davon konsumiert, desto besser sind Ergebnis und Erfolg und desto mehr Geld lässt sich mit dem eigenen Körper verdienen. Doch der fatale Zusammenbruch lässt sich nicht immer vermeiden…

Ganz ohne Steroide: Der Natural Bodybuilder präsentiert stolz seinen Körper (Foto: Privat)

Ganz ohne Steroide: Der Natural Bodybuilder präsentiert stolz seinen Körper (Foto: Privat)

In dieser Branche gibt es aber auch das Natural Bodybuilding. Hierbei trainieren die Sportler strikt ohne verbotene Aufputschmittel, um einen möglichst natürlichen Aufbau von Muskeln durch gesunde Ernährung, hartes Training und erholsamer Regeneration zu erreichen. Wer aber in Zukunft den Titel „Mr. Universe“ oder „Mr. Olympia“ tragen möchte, muss leider zu härteren Mitteln wie eben Steroide greifen.
Da der eigene Körper nach zirka zwei bis fünf Jahren intensivem Krafttraining seine genetische Grenze erreicht, ist danach ein weiterer natürlicher Muskelaufbau nicht mehr möglich.

Und dann kommen die effektiven Steroide im Einsatz. Man nimmt sie entweder in Form von Tabletten ein oder injiziert sie mit einer Spritze ins Muskelgewebe. Rund 62 Prozent der Männer und Frauen in Deutschland geben bei der Kolibri Studie 2010 vom Robert-Koch Institut an, beim Trainieren leistungssteigernde Mittel zu nehmen.
Auch Reza A.*, (23), hat Erfahrungen damit gemacht und entdeckte verborgene Kräfte in sich: „Ich habe schon nach einer Woche die Wirkungen von Steroiden gespürt und war verblüfft wie wirkungsvoll dieses Zeug ist. Mit einem Schlag hatte ich einen riesengroßen Appetit und war viel stärker als zuvor.“

Dass diese Art von Aufputschmittel sehr effektiv ist, wissen die meisten Sportler. Bei regelmäßiger Einnahme von Steroiden wird die Leistungskraft beim Training erhöht, indem die Muskeln in deutlich kürzerer Zeit enorm aufgebaut werden. Die Wahrscheinlichkeit, diverse Bodybuilding- Meisterschaften zu gewinnen, steigt folglich und damit auch die Chance auf mögliche Gewinnsummen von bis zu 50.000 Euro. -Welcher junger Bodybuilder würde dieses Angebot auf den ersten Blick ablehnen? Diejenigen, die sich darüber im Klaren sind, welchen Preis man für diesen kurzzeitigen Erfolg bezahlt.

Wer Steroide verwendet, greift in seinen Hormonhaushalt ein, was unangenehme Folgen haben kann: steigende Gewaltbereitschaft, Haarausfall, Akne, Wachstum des Brustdrüsensystems und Schädigung der Leber-, Nieren- und Herzfunktion sind nur einige der vielen gesundheitlichen Konsequenzen.
Auch Reza berichtet von unschönen Nebenwirkungen: „Es wurde einfach nur noch schlimmer mit meiner Akne und Haarausfall. Deshalb habe ich aufgehört Steroide zu nehmen. Was bringt mir die Muskelmasse, wenn das Zeug mich fast schon umbringt? Ich würde jedem Bodybuilder davon abraten. Es lohnt sich einfach nicht, wenn die eigene Gesundheit den Bach runter geht.“

Setzt man dann die Einnahme ab, kann dies sogar zu Depression und Antriebslosigkeit führen.
Hans Sachs vom Forensisch-Toxikologischen Zentrum in München erklärt gegenüber der SPIEGEL: „Es kommt zu einer verminderten Potenz. Es kommt zu einer verminderten Spermienproduktion, was den Jugendlichen oft zunächst nicht auffällt.“ Die Testosteronproduktion findet überwiegend in den Hoden statt. Wird nun Testosteron von außen in den Körper eingeführt, kann es sein, dass die körpereigene Produktion eingestellt wird -und der Hoden schrumpft.

Bodybuilding wird ausgeübt, um den Körper dauerhaft fit und muskulös zu halten. Oft trainieren Sportler bis an ihre physischen Grenzen und in vielen Fällen darüber hinaus. Jedoch sollte genau darauf geachtet werden, was man seinem Körper während dieser Zeit zuführt, denn bei einer Verwendung von anabolen Steroiden wird schnell das krasse Gegenteil eines gesunden und schönen Körpers erreicht.

*Name geändert

Vorschau: Am Mittwoch, 22. April  lest ihr hier ein Interview mit Louisa Winstel, amtierende Rheinland Pfalz-Meisterin in Karate.

Kleine Helden des Alltags

Was hat uns EHEC in den letzten Wochen auf Trab gehalten. Kaum einer wusste noch, was gegessen werden kann und wovon man besser die Finger lässt. Mittlerweile hat sich die allgemeine Panik gelegt und in den Supermärkten wird wieder mehr Gemüse gekauft. Dass das Bakterium sich aber nicht nur auf die Wirtschaft niedergeschlagen, sondern auch Auswirkungen auf den Bedarf von Blutspenden hatte mag dem ein oder anderen entgangen sein. Anfang Juni wurde sogar dazu aufgerufen, mehr Blut spenden zu gehen.

 Das gefährliche Darmbakterium EHEC hat es geschafft, das Thema „Blutspenden“ wieder in den Vordergrund zu rücken. Ein Thema, das es verdient, genannt zu werden. Denn statistisch gesehen ist jeder Bundesbürger mindestens einmal in seinem Leben auf das Blut eines anderen Menschen angewiesen. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass jemand vorher zum Blutspenden gegangen ist und sein Blut zur Verfügung gestellt hat. Wer also mit dem Gedanken herumläuft: „Mir kann so etwas nicht passieren!“, der läuft etwas naiv durch die Welt. Zu schnell passieren Unfälle, hat man eine einfache Operation oder kann sich das Leben durch Krebs oder andere Krankheiten verändern. Der Bedarf an Blutspenden steigt stetig!

 Blutspenden tut nicht weh und eine Ansteckungsgefahr besteht auch nicht, da großen Wert auf Hygiene und Kontrolle gelegt wird. Außerdem wird mit eurem gespendeten Blut nicht nur das Leben anderer gerettet, sondern es ist für euch zugleich ein Gesundheitscheck. Denn das von euch gespendete Blut wird auf Hepatitis, HIV und andere Infektionen geprüft, um nur gesunde Spenden zu verwenden.

 Vor der Blutspende solltet ihr aber ein paar Kleinigkeiten beachten: So müsst ihr zwischen 18 und 68 Jahre alt sein und ein Mindestgewicht von 50 kg haben. Ebenfalls ist es wichtig, dass ihr vorher genügend esst und trinkt – nicht, dass ihr während der Spende umkippt. Zudem dürft ihr keinen Alkohol in den letzten 12 Stunden und keine Drogen in den letzten 4 Wochen konsumiert haben. Hattet ihr eine OP in den letzten 6 Monaten oder habt ihr euch in den letzten 5 Monaten tätowieren oder piercen lassen, schließt euch das als Spender ebenso aus. Und natürlich solltet ihr auch gesund sein, was heißt, dass eure Blutwerte stimmen müssen. Blut spenden könnt ihr in jedem Krankenhaus oder in Spendezentralen. Bei manchen Einrichtungen gibt es Geld für eure Spende, bei anderen wiederum nicht.

 Damit ihr einen ungefähren Eindruck von einer Blutspende bekommt, nehme ich euch einfach jetzt zu einer mit: Nachdem wir am Ort des Geschehens angekommen sind, gilt es, sich zu registrieren: Dazu einfach den Personalausweis oder Führerschein vorzeigen. Dann gibt es ein Formular, auf dem die persönlichen Daten eingetragen werden, bevor es mit einem Informationsblatt und einem medizinischen Fragebogen weitergeht. Und schon haben wir den ersten Schritt hinter uns gebracht.

 Ein kleiner Pieks in die Fingerkuppe oder das Ohrläppchen reicht aus, um zu überprüfen, ob wir auch genügend rote Blutkörperchen haben. Anschließend werden wir von einem Arzt untersucht, der darüber entscheidet, ob eine Spende ohne weitere Bedenken durchgeführt werden kann.

 Es zeigt sich, dass bei der Blutspende keiner auf sich alleine gestellt ist und alles seine Ordnung hat. Bei der Blutentnahme werden ungefähr 500ml Blut und drei weitere Ampullen für den Gesundheitscheck entnommen. Die drei Röhrchen kommen ins Labor, damit sie auf verschiedene Infektionen getestet, der Rhesusfaktor und die Blutgruppe bestimmt werden können. Danach werden diese Proben nicht weiter verwendet.

 Nach 5 – 10 Minuten ist die Blutspende auch schon geschafft; es gibt noch ein Pflaster und eine kurze Ruhephase. War doch gar nicht so schlimm, oder?

 Nach der Spende ist Zeit für einen Imbiss. Dieser ist wichtig, weil er den Blutverlust ausgleicht. Das heißt für uns: Ordentlich zuschlagen! Dabei können wir uns entweder mit anderen Spendern unterhalten oder noch ein wenig unseren eigenen Gedanken nachhängen, bevor wir gestärkt und mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.

 Wenn ihr wissen möchtet, was genau mit eurem Blut nach der Spende passiert, und wer noch weitere Informationen zu dem Thema haben möchte, dem sei die Homepage des Deutschen Roten Kreuzes ans Herz gelegt. Auf dieser Seite könnt ihr euch auch erkundigen, wann das nächste Mal ein Blutspendetermin ganz bei euch in der Nähe stattfindet.

 Für mich steht auf jeden Fall fest: Menschen, die Blut spenden, sind für mich kleine Helden des Alltags. Denn sie geben wenig von sich, aber können damit eine Menge bewirken. An dieser Stelle sei diesen Menschen von Herzen gedankt.

 Seid ihr schon einmal Blutspenden gewesen? Und wie steht ihr zu dem Thema? Schreibt mir von euren Erfahrungen, ich freue mich darauf!

Eure Lea

Vorschau: Eva verrät uns nächste Woche, warum Verreisen nicht immer das Beste ist, und wie man auch zu Hause richtig gut Urlaub machen kann.