30 Tage meditieren – ein Selbstversuch

Beginnen möchte ich mit einem Zitat des buddhistischen Mönches, Schriftstellers und Lyrikers Thich Nhat Hanh aus seinem Buch „Jeden Augenblick genießen“:

 

Während ich einatme, bin ich mir bewusst:
Ich atme ein.
Während ich ausatme, bin ich mir bewusst:
Ich atme aus.

Während ich einatme, spüre ich:
Mein Einatmen wird tiefer.
Während ich ausatme, spüre ich:
Mein Ausatmen wird länger.

Während ich einatme, beruhige ich mich.
Während ich ausatme, fühle ich mich erleichtert.

Während ich einatme, lächle ich.
Während ich ausatme, lasse ich los.

Während ich einatme, verweile ich
im gegenwärtigen Augenblick.
Während ich ausatme, fühle ich:
dies ist ein wundervoller Augenblick.

 

Die Effekte von regelmäßigem Meditieren

Sich ganz auf seinen Atem konzentrieren, tief- ein und ausatmen – dies soll Stress reduzieren und zum Beispiel vor einer Prüfungssituation beruhigen. Meditieren kann helfen langfristig besser mit Stress und schwierigen Emotionen umzugehen.  Der amerikanische Wissenschaftler und Autor Joe Dispenza geht in seinem Buch „Du bist das Placebo“ darauf ein, dass Meditation sogar die Hirnstruktur verändert, sodass Ängste überwunden werden können. Die Hirnforschung arbeitet seit Jahrzehnten daran, die Effekte der Meditation mittels Studien sowie Hirn-Scans auf den Grund zu gehen.

30 Tage meditieren - ein Selbstversuch

Meditieren: Ein Mittel zur Stressbewältigung? (Foto: T. Gartner)

Aber wenn wir auf die Wissenschaft warten, warten wir vermutlich lange. Deshalb habe ich einen Selbstversuch gestartet:  30 Tage lang habe ich mich am Meditieren versucht und möchte meine Erfahrungen nun mit euch teilen.

Woche 1

Für die erste Woche habe ich mir vorgenommen zweimal am Tag – jeweils morgens und abends – für fünf bis zehn Minuten die gängige Sitzmeditation (Zazen) aus dem Zen-Buddhismus auszuprobieren. Ich benutzte hierfür eine Meditationsapp mit integriertem Timer, die mittels Klanggeräuschen den Anfang und das Ende der Meditation signalisiert sowie jedes Sitzen einspeichert.

30 Tage meditieren - ein Selbstversuch

Die richtige Sitzhaltung: Bequem und stabil meditieren. (Foto: ©Raab, pixelio.de)

Zu Beginn jeder Meditation rollte ich meine Yoga-Matte aus und legte das Meditationskissen darauf. Wichtig ist, dass beim Sitzen eine bequeme, gerade sowie stabile Haltung eingenommen wird. Ich habe mir zusätzlich noch ein Räucherstäbchen oder eine Kerze angezündet. Das hat für mich den Effekt der Entspannung verstärkt und ist – gerade am Abend – sehr angenehm. In den ersten Minuten habe ich mich ganz auf meinen Atem konzentriert, also tief ein- und ausgeatmet und versucht, ganz im Hier und Jetzt zu sein. Natürlich kamen nach den ersten Sekunden verschiedenste Gedanken auf. Entweder ich dachte an meine heutigen Tagesaufgaben (am Morgen) oder reflektierte kurz den Tag (am Abend). Hin und wieder kamen auch vergangene Ereignisse auf. Nicht nur Gedanken spielen beim Meditieren eine Rolle, sondern auch Emotionen. Wenn wir uns einmal nicht ablenken lassen, sei es durch unser Smartphone, den Fernseher oder auch Musik, kommt alles hoch, was wir sonst verdrängen. Deswegen kann es am Anfang der Meditation sehr überraschend sein, was da noch im Verborgenen schlummert.
Es ist wichtig, dass ihr die aufkommenden Gedanken und Gefühle nicht bewertet, sondern einfach nur beobachtet, was in euch vorgeht.

Loslassen von Gedanken und Emotionen

Eine gute Methode sowohl mit Gedanken, als auch mit Emotionen umzugehen, ist das Loslassen. Wenn ein störender Gedanke aufgetaucht ist, versuchte ich ihm nicht zu folgen und mich auf diese „Gedankenkette“ erst gar nicht einzulassen, sprich: einfach weiter atmen. Das klingt einfacher als es ist. Oftmals, gerade am Anfang, bin ich automatisch den aufkommenden Gedanken gefolgt und habe mich dann selbst geärgert, dass ich komplett rausgekommen bin. Gedanken gehören genauso zum Meditieren dazu wie das Loslassen und die erneute Fokussierung auf den Atem. Ihr könnt aber auch eine Art „Meditationstagebuch“ führen, sodass ihr wichtige Gedanken im Nachgang immer noch verfolgen und bearbeiten könnt. Schließlich kann es passieren, dass Gedanken, die doch ganz nützlich sind, nach der Meditation in Vergessenheit geraten und mit Hilfe eines „Meditationstagebuchs“ kann dies vermieden werden.

Es ist mir auch nicht jeden Tag gelungen den genannten Zeitraum von fast zehn Minuten durchzuhalten. Manchmal war ich so abgelenkt von meinen Gedanken oder zu angespannt, dass ich mich einfach nicht durchgehend auf die Meditation konzentrieren konnte. Aber schon wenige Minuten haben ihren Effekt und sollten nicht unterschätzt werden.

Woche 2 und 3

Während der zweiten Woche nahm ich mir vor, noch etwas länger, nämlich 15 Minuten zu meditieren. Für mich war es fast schon entspannter, wenn ich wusste, dass ich mehr Zeit zum Meditieren habe. Denn an manchen Tagen konnte ich mich nicht so schnell auf die Meditation einlassen und brauchte allein dafür schon einige Minuten. Mir fiel es wesentlich leichter zu beginnen, als während der ersten Tage und gegen Ende der zweiten Woche gewann mein Selbstversuch schon etwas mehr an Routine.

Die dritte Woche brachte schon erste Veränderungen mit sich. Durch die Meditation wird das Mitgefühl für sich, andere Menschen und allgemein die ganze Welt verstärkt. Das nahm ich auch an mir wahr. Allgemein fühlte ich mich zu der Zeit sehr verbunden mit der Welt und spürte eine tiefe Dankbarkeit, die an nichts Spezielles gebunden war. Durch die Achtsamkeit verlängert sich der Tag gefühlt, da man nicht von einem Gedanken zum nächsten springt.

Woche 4

Das Mitgefühl verstärkte sich in der vierten Woche noch mehr. Manchmal konnte ich selbst nicht verstehen, wieso ich keinem Menschen lange böse sein konnte. Anscheinend entwickelte ich gewissermaßen Verständnis für manche Verhaltensweisen. Das soll nicht heißen, dass ich vorher nicht auch empathisch war, sondern, dass sich mit Hilfe des Meditierens eine andere Art der Empathie entwickelte, die noch tiefgreifender war.
Was mich jedoch am meisten überraschte an diesem „Experiment“ war etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Normalerweise plagen mich während der Periode starke Schmerzen und ich bin sehr erschöpft und wenig leistungsfähig. Doch dieses Mal nahm ich viel weniger Schmerzen wahr und fühlte mich allgemein entspannter, besser sowie wesentlich leistungsfähiger im Alltag. Und das Einzige, das ich in dieser Zeit an meinem Alltag verändert habe, war das regelmäßige Meditieren.

Fazit meines Selbstversuches

Was nehme ich aus diesen 30 Tagen meditieren mit? Mir ist klar geworden, dass ich erst am Anfang meiner Reise stehe. Denn wirklich dauerhafte Effekte erreicht man nicht nach 30 Tagen, sondern nach monatelanger, wenn nicht sogar jahrelanger Praxis. Mich überraschte am meisten das tiefe Mitgefühl. Das erleichtert mir das Zusammenleben und Kommunizieren mit Mitmenschen sehr.
Wenn ich morgens meditiere, dann bin ich den Tag über produktiver und fokussierter. Je nachdem welche Aufgaben ich gerade bearbeite, lasse ich mich hin und wieder gerne ablenken. Doch durch die achtsame Praxis am Morgen fällt mir der Fokus auf meine Aufgaben leichter. Am Abend hilft mir das Meditieren vom Tag zu entspannen, alle Gedanken und Emotionen loszulassen, und so besser ein- und durchschlafen zu können. Weiterhin hat sich meine Kreativität gesteigert, da mir während der Meditation Lösungen für Alltagsprobleme oder Ideen eingefallen sind.
Ich konnte auch eine gewisse Erfolgskurve beobachten, denn am Anfang meines Selbstversuches fiel es mir sehr schwer auch nur fünf Minuten wirklich fokussiert auf meinen Atem zu achten. Je öfter ich meditierte, desto länger „hielt ich durch.“

Insgesamt waren die 30 Tage meditieren nur der Beginn meiner Meditationspraxis, die ich in den folgenden Monaten weiter ausbauen werde. Ich kann es nur jedem empfehlen, sich dieser simplen Entspannungsmethode hinzuwenden. Durch die Aufbereitung von belastenden Gedanken, Emotionen sowie Lebensmomenten kann Meditieren durchaus zur Stressbewältigung eingesetzt werden.
Als kleine, aber sehr wichtige Anmerkungen ist noch zu erwähnen, dass Menschen, die sich in psychotherapeutischer Behandlung befinden niemals ohne Absprache mit ihrem Therapeuten meditieren sollten. Denn, wie schon erwähnt, können verdrängte Emotionen hochkommen, die das Leiden kurzfristig verstärken können.

Ist die traditionelle bayerische Küche auch alltagstauglich?

Natürlich essen die Bayern nicht nur Weißwürste und Brezeln und trinken Bier, trotzdem habe ich im Restaurant oft den Eindruck, dass genau diese Gerichte die bayerische Küche ausmachen. Da muss es doch noch mehr geben, oder?

Und eignen sich bayerische Rezepte eigentlich auch für ungelernte Köche und Köchinnen in der eigenen Küche zuhause? Wie man Weißwürste zubereitet, wissen bestimmt die meisten, da sie ja oft nur in kochendem Wasser heiß gemacht werden. Das ist also eher keine große Herausforderung für die eigene Küche.

Daher habe ich drei andere bayerische Rezepten für euch ausprobiert. Ob die wohl genauso alltagstauglich sind wie die traditionellen Weißwürste?

Gericht Nummer 1: Nürnberger Rostbratwürstchen mit Röstzwiebeln und Kartoffelbrei

Dieses Gericht ist bestimmt nicht nur in Bayern bekannt und beliebt. Also ran an den Kochtopf! Zuerst habe ich mich an den Kartoffelbrei gemacht, der auf bayerisch praktischerweise Kartoffelstampf genannt wird, da man genau das machen muss. Die Kartoffeln, bevorzugt mehligkochende, habe ich geschält, gewaschen und in mittelgroße Stücke geschnitten. Das hat mir später das Stampfen erleichtert. Dann werden sie in Salzwasser 20 Minuten lang weich gekocht. Danach nur kurz abkühlen lassen. Damit sie sich besser zu einem Brei verbinden, muss man warme Milch und etwas Butter dazugeben und dann stampfen, stampfen, stampfen. Das geht hervorragend mit einem extra dafür geeigneten „Katoffelstampfer“. Wer so etwas allerdings nicht zuhause hat, kann natürlich auch eine Gabel benutzen, das dauert zwar etwas länger, aber das Ergebnis ist dasselbe. Dann fehlen nur noch die Gewürze: Ich habe geriebene Muskatnuss, Salz und Pfeffer verwendet, das reicht eigentlich schon. Aber Würzen ist ja bekanntlich Geschmackssache also kann man das ruhig etwas variieren.

Damit man nicht zu viel Zeit verliert, während die Kartoffeln kochen, kann man auf jeden Fall bereits die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Diese werden dann auf niedriger Hitze ebenfalls 20 Minuten in einer Pfanne mit Öl langsam braun angebraten.

Wenn dann die Kartoffeln fertig gekocht sind und abkühlen müssen, habe ich die Würstchen zu den Zwiebeln in die Pfanne gegeben und mitgebraten. Nur das Wenden sollte nicht vergessen werden, da sie sonst schnell anbrennen. Sobald der Kartoffelstampf fertig ist, sollten auch die Würstchen und die Röstzwiebeln soweit sein, sodass nach guten 45 Minuten das Essen auf den Tisch kann.

Ist die traditionelle bayerische Küche auch alltagstauglich?

Und so sah er aus, mein Kartoffelstampf mit Röstzwiebeln und Rostbratwürstchen

Selbst für mich als echter Anfänger in der Küche war das Gericht auf jeden Fall kochbar. Das Aufwändigste war mit Abstand der Kartoffelbrei, für den ich knappe 45 Minuten Zubereitungszeit gebraucht habe. Es war zeitlich also etwas intensiver als andere Gerichte, aber geschmacklich definitiv die Mühe wert.

Gericht Nummer 2: Obazda mit Brezeln

Bei einem bayerischen Kochversuch dürfen Brezeln natürlich nicht fehlen. Weil mir (und wahrscheinlich auch vielen von euch) das Selbstbacken allerdings ein bisschen zu aufwendig ist, habe ich Brezeln gekauft und mich in der Küche auf den „Obazda“ konzentriert.

Der Obazda hat seinen Namen durch den Herstellungsprozess erhalten, da die Zutaten mithilfe einer Gabel zusammen gedrückt, also „ogebazt“, werden. Dafür kommen Camembert und Frischkäse in eine Schüssel und werden solange zerdrückt, bis eine glatte Masse entstanden ist. Dazu kommen noch Butter, nach Geschmack etwas Bier, ganz die bayerische Art, und eine in kleine Stücke gehackte Zwiebel, sowie Gewürze.

Dieses Mal bin ich ganz nach Rezept vorgegangen und habe mit Kümmel, Paprika, Salz und Pfeffer gewürzt, da man so den besonderen Geschmack des Obazdas erreicht. Angerichtet mit Zwiebelringen, die ich vorher in Paprikapulver gewendet habe, und Brezeln eignet sich der Dip hervorragend als Vorspeise oder einfach so für zwischendurch.

Diesmal hat auch die Zubereitung nicht so lange gedauert: Etwa 25 Minuten habe ich gebraucht, wobei die meiste Zeit für das Zusammendrücken des Käses draufgegangen ist. Das lag aber vermutlich einfach an der wenigen Übung, die ich darin hatte. Das Gericht lässt sich auf jeden Fall super vorbereiten und macht satter als es aussieht.

Ist die traditionelle bayerische Küche auch alltagstauglich?

Der angerichtete Obazda mit Zwiebeln und Brezeln

Gericht Nummer 3: Bauernfrühstück auf Bayerisch

Eine deftige Hauptspeise, ein nicht weniger herzhafter Snack – fehlt noch ein typisch bayerisches Bauernfrühstück mit Knödeln, Pilzen und Spiegelei.

Zuerst schien mir das Rezept nicht so aufwändig, bis mir klar wurde, dass ich auch die Semmelknödel selbst machen sollte. Wer das am Morgen zu anstrengend oder zeitaufwändig findet, kann natürlich auch Semmelknödel fertig kaufen. Ich würde dann allerdings empfehlen, diese schon am Vortag zuzubereiten. Generell ist das eigentlich ein Gericht, was sich super vorbereiten bzw. mit Resten zubereiten lässt. Da mir das allerdings erst in der Küche, als ich loslegen wollte, so richtig klar wurde, musste ich mit den frischen Knödeln arbeiten.

Wenn ihr die Knödel ebenfalls selbst herstellt, solltet ihr Weißbrot vom Vortag verwenden, was in kleine Stücke geschnitten werden sollte. Sind die Stücke zu groß, können die Knödel später nicht gut geformt werden, was ich leider im Selbstversuch feststellen musste. Wenn das Weißbrot geschnitten ist, wird es mit heißer Milch getränkt und muss erst einmal ziehen.

In dieser Zeit konnte ich bereits die Lauchzwiebeln und die Pilze putzen und scheiden. Diese wurden dann zusammen in Öl kurz angebraten und dann beiseite gestellt.

Zum Weißbrot-Milch-Gemisch kamen dann noch Ei und Mehl dazu. Das Ganze habe ich dann mit den Händen geknetet und zu gleichmäßigen Kugeln, also Knödeln, geformt. Diese mussten dann 20 Minuten in kochendem Salzwasser ziehen, bevor sie, abgetropft, in Stücke geschnitten und auch in Butter angebraten wurden.

Zuletzt habe ich alles zusammen, also die Knödel, die Pilze und die Zwiebeln, in einer Pfanne erhitzt und zwei Spiegeleier darüber geschlagen. Kurz braten – fertig! Das Ergebnis war nicht nur lecker, sondern wird auch einem echten Bauernfrühstück auf jeden Fall gerecht.

Ist die traditionelle bayerische Küche auch alltagstauglich?

Es kann auch in der Pfanne serviert werden: Das Bauernfrühstück mit Spiegelei, Knödeln und Pilzen

Wenn ich die Knödel und Pilze bereits am Vorabend zubereitet hätte, hätte ich mir einiges an Zeit ersparen können. Denn so hat es insgesamt ca. 1 ½ Stunden für mich als Koch-Anfängerin gedauert, bis ich frühstücken konnte – für einen Morgenmuffel nicht ganz alltagstauglich. Allerdings ist das Bauernfrühstück für eine Resteverwertung absolut unschlagbar und wird trotz der Zubereitungszeit damit bei mir zuhause bestimmt in Zukunft öfter gekocht.

Ich hoffe, ich konnte euch einige Einblicke in die bayerische Küche geben, die euch jetzt vielleicht auch motivieren, das eine oder andere Gericht mal in der heimischen Küche auszuprobieren. Es ist einfacher, als es aussieht – versprochen.

Hinter dem Dauergrinsen: #fürmehrrealitätaufinstagram

Süßigkeiten statt Obst, Kopfschmerzen statt Dauergrinsen – fünf Tage lang habe ich auf meinem Instagram-Profil unter dem Hashtag #fürmehrrealitätaufinstagram Bilder und Geschichten veröffentlicht, die sonst vermutlich niemals den Weg dorthin finden würden. Ein Selbstversuch, der so gar nicht in die perfekt inszenierte Insta-Welt passen will. Ein Grund mehr ihn durchzuziehen!

Heile Insta-Welt

Themen anzusprechen, die einem selbst unangenehm sind, Bilder zu posten, die einen in einer „ungeschickten“ Situation zeigen, zuzugeben, dass man einen Fehler gemacht hat – über Social Media etwas von sich preiszugeben, das man sonst eher für sich behält oder nur mit der Familie und den engsten Freunden teilt, ist eine Herausforderung. Denn genau das Gegenteil ist es, wofür vor allem Instagram immer wieder angeprangert wird: Eine heile, viel zu perfekte Welt – gelebt und geliebt von Mädels und Jungs, die weder Pickel, noch Falten, noch Poren haben. Die wunderschön sind – auch wenn sie (angeblich) gerade erst aufgewacht sind, die dreimal in der Woche nicht nur leckere Cupcakes backen, sondern diese dann auch noch so ablichten, dass das Backergebnis der Nachahmer optisch nur enttäuschen kann und die ein geradezu asketisches Leben zwischen Reisen, Sport und gesunder Ernährung führen. Ein Träumchen, oder?

Raus aus der Komfortzone!

Mein erster Schritt, um zu zeigen, dass es auch anders und irgendwie realitätsnäher geht: Überlegen, was ich preisgeben kann und möchte. Wer jetzt mal in sich geht und überlegt, was er alles nicht über Social Media mit „der Welt“ teilt, kann sich vielleicht vorstellen, dass das alles andere als leicht war. Daher auch der spontane Entschluss aus einer ganzen Woche täglichen Postings auf fünf Tage zu verkürzen. Dann konnte es aber auch endlich losgehen:

Tag 1: Kopfschmerzen statt Dauergrinsen

Hinter dem Dauergrinsen: #fürmehrrealitätaufinstagramMeine Kopfschmerzen habe ich bisher immer fein säuberlich aus meinem Instagram-Profil herausgehalten. Trotzdem: Als ich den Text zum Bild geschrieben habe, habe ich für mich festgestellt, dass alle bisherigen Lächel-Bilder von mir nicht gestellt oder gar gelogen waren. Sie halten einen Moment fest, in dem ich die Kopfschmerzen vergesse und einfach nur glücklich bin.

Tag 2: Plastiktüten-Alarm statt Zero Waste

Hinter dem Dauergrinsen: #fürmehrrealitätaufinstagramNeben meinem Vespertüten-Geständnis habe ich an Tag 2 alles, was mir an Verpackungen im Laufe des Tages so über den Weg gelaufen ist, in meiner Story festgehalten. Beim Abendessen dann das dicke Ende: Eingeschweißte Wraps, Bohnen aus der Dose, doppelt und dreifach verpackte Avocados. Kein guter Tag für mein Gewissen, aber immerhin einer, der mir gezeigt hat, dass es noch Luft nach oben gibt. Und Herausforderungen mag ich ja bekanntlich.

Tag 3: Süßigkeiten statt Obst

Hinter dem Dauergrinsen: #fürmehrrealitätaufinstagram„Lieblingstag“ – denkt ihr euch jetzt vielleicht mit dem beruhigenden Gedanken im Hinterkopf, dass jeder mal „sündigt“. Und in Sachen Lieblingstag kann ich nur zustimmen: Da ich des Öfteren gesagt bekomme, dass ich zu dünn sei (und doch mal „was Gescheites“ essen solle), war es ein absolutes Gefühl der Genugtuung, mal zeigen zu können, dass ich genauso wie viele andere auch Süßigkeiten esse – sogar seeeeehr gerne!

Tag 4: Palmenabsturz statt Profipose

Hinter dem Dauergrinsen: #fürmehrrealitätaufinstagramNatürlich gibt es neben dem „Absturzbild“ auch eine schöne Variante, in der ich aufrecht und lächelnd auf der Palme throne, aber ich lache eben gerne auch mal über mich selbst. Dass das Bild schon ein paar Jahre alt ist, hat mir diesen Part allerdings erleichtert.

Tag 5: Sushi statt plantbased

Hinter dem Dauergrinsen: #fürmehrrealitätaufinstagramDem habe ich vorerst nichts mehr hinzuzufügen.

Der perfekte Moment

Die Bilder aus meiner Selbstversuch-Woche haben weniger Likes erzielt als meine sonstigen Beiträge. Das liegt unter anderem sicher auch daran, dass ich nur wenige und keine allgemeinen Hashtags verwendet habe. Obwohl ich etwas Gegenteiliges erwartet hätte, hat mein Account an Reichweite und Impressionen zugelegt. Ob das nun daran lag, dass ich täglich gepostet habe oder an der „Ehrlichkeit“ der einzelnen Beiträge kann ich nicht beurteilen. Das Feedback über die Kommentare war in jedem Fall positiv. Und eine Followerin hat sich nach meinem Vorbild sogar selbst getraut ein Bild #fürmehrrealitätaufinstagram zu veröffentlichen. Darüber habe ich mich ganz besonders gefreut!
Fazit: Einmal hinter die Fassade aus gesunden Obsttellern und traumhaften Urlaubsbildern zu blicken, scheint eine willkommene Abwechslung in der von Perfektion geprägten Insta-Welt zu sein. Wie auch schon vor meinem Selbstversuch #fürmehrrealitätaufinstagram werde ich in Zukunft darauf achten, realitätsnahe Bilder und Geschichten zu veröffentlichen – vielleicht sogar noch ein bisschen ehrlicher und persönlicher als zuvor. Perfekt ist wahrscheinlich einfach nichts und niemand, aber ein kleiner Moment kann es auf jeden Fall sein. Die Erinnerung daran, zum Beispiel in Form eines Bildes, kann einem auch Jahre danach noch ein Lächeln ins Gesicht zaubern, motivieren weiter zu machen und mehr zu erreichen. Und genau diese Momente machen mein Instagram-Profil für mich aus.

#Anytimeiscaketime – Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Wenn man auf der Social-Media-Plattform Instagram unterwegs ist sind sie garantiert nicht zu verfehlen: Bilder von süßen Cupcakes, wundervoll gestalteten Torten und lecker aussehenden Kuchen. Da möchte man am liebsten gleich durch den Bildschirm greifen und ein Stückchen probieren. Oder man würde zumindest gerne herausfinden, wie es den Instagram-Bäckerinnen und -Bäckern gelungen ist, ihre Kunstwerke zu backen und so toll in Szene zu setzen, dass sie einfach zum anbeißen aussehen.

Unter verschiedenen Hashtags wie #backen (bisher ungefähr 956.631 Beiträge), #backenmachtglücklich (ca. 177.380 Beiträge) oder einfach auf Englisch #cake (ca. 59.411.105 Beiträge) werden so viele Bilder von selbst gebackenen Köstlichkeiten gepostet, dass sie einfach dazu einladen, selbst etwas davon zu Hause auszuprobieren.

Diesen Versuch habe ich in der vergangenen Woche gewagt und zwei Rezepte aus der Instagram-Backstube ausprobiert. Ob die Werke am Ende genauso fotogen aus meinem Backofen kommen, wie sie auf Instagram aussehen? Welchen Herausforderungen ich mich dabei gestellt habe, verrate ich euch in meinem Selbstversuch.

Der erste Versuch: Valencia Cupcakes

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Autorin Anna-Sophie Beckerle mit den Backzutaten für den ersten Versuch – es kann losgehen (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

Als erstes habe ich die Valencia Cupcakes von lillys_cupcakery ausprobiert. Das Rezept erschien mir zwar aufwändig, aber die Cupcakes sahen auf dem Bild auf Instagram einfach zu lecker aus. Ich war also schon auf eine Herausforderung eingestellt. Obwohl ich bisher schon einige Muffins gebacken habe, habe ich allerdings noch nie eine Ganache hergestellt oder Churros selbst gemacht. Zum Glück gab es passend zum Instagram-Account einen Video-Blog zu den Rezepten, der mir beim Nachbacken sehr geholfen hat.

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Lilly Kürten mit ihren selbstgebackenen Valencia Cupcakes (Foto: lillys_cupcakery)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da ich schon Erfahrung beim Backen habe, fiel es mir eher leicht, die typisch spanischen Magdalenas in den Muffin-Förmchen zu backen. Leider sind sie etwas aus der Form gesprungen, was ihnen aber geschmacklich zum Glück nicht geschadet hat.

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

So sahen die Magdalenas aus, kurz bevor sie in den Backofen kamen (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Und so sind die Magdalenas aus dem Ofen gekommen, leider etwas aus der Form gesprungen, aber trotzdem sehr lecker (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Die Ganache wird noch mit einer Orange verfeinert und dann direkt in den Kühlschrank gestellt (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

Als nächstes machte ich mich daran, die Ganache herzustellen. Das gestaltete sich schon etwas schwieriger, da sich die heiße Sahne eher schlecht mit der Schokolade ver-binden wollte. Das Ganze musste dann nochmal zwei Stunden in den Kühlschrank, um fest zu werden. Daher habe ich für das gesamte Backexperiment viel länger gebraucht, als ich ursprünglich dachte.

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Alle diese Zutaten und Utensilien werden benötigt, um die Churros herzustellen (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

 

Zu guter Letzt musste ich noch den Churro-Teig fertigen, was schneller ging als gedacht. Allerdings musste ich feststellen, dass ich mit einer normalen Spritztülle mit Sternaufsatz die Churros mehr und mehr unförmig in das Öl spritzte. Das war natürlich später auf dem Foto für Instagram nicht so schön. Aber immerhin waren sie echt lecker und in Zukunft werde ich wohl eine feste Spritze dafür nutzen.

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Die Grundlage für den Churro-Teig ist ein Brand-Teig, der hier bereits mit den Eiern gemischt wurde (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

So sehen die Churros aus, als sie fertig gebacken und mit Zucker und Zimt bestäubt wurden (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

Der große Moment war nun also gekommen und die Cupcakes sahen dem Original auf Instagram schon ähnlich, was für mich doch sehr erleichternd war, da ich schließlich fast sechs Stunden in der Küche verbracht hatte.

Der große Vergleich:

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Und so sehen sie aus, meine nachgebackenen Valencia Cupcakes (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Ein Selfie was direkt auf Instagram gepostet werden könnte, da hat sich die ganze Arbeit doch gelohnt, oder? (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Zum Vergleich: hier nochmal die Valencia Cupcakes von lillys_cupcakery (Foto: lillys_cupcakery)

Aber ist der ganze Aufwand auch ein paar tolle Fotos auf Instagram wert? Ich habe bei Lilly Kürten (25 Jahre), der Autorin des Blogs lillys_cupcakery, nachgefragt. Sie antwortete mir, dass sie aus einem deutsch-amerikanischen Haushalt stamme, wo hauptsächlich mit Backmischungen gebacken wurde. 2012 fasste sie den Entschluss, dass es doch auch ohne gehen müsste. Nachdem sie einiges erfolgreich ausprobiert hatte, postete sie es auf Instagram und fing 2017 damit an, Videos zu den Rezepten zu veröffentlichen. Damit wollte sie ihren Abonnenten zeigen, wie einfach verschiedene Rezepte gebacken werden können, sowohl in Deutschland als auch in Amerika. Sie ist der Meinung, dass es die Arbeit definitiv wert ist. Man merkt ihr auf jeden Fall an, dass es ihr sehr viel Spaß macht. Das ist sicher ein wichtiger Erfolgsfaktor eines Instagram-Accounts, nicht nur beim Backen.

Der zweite Versuch: Erdbeer-Käsekuchen-Brownies

Für den zweiten Versuch, etwas aus Instagram nachzubacken, habe ich mir die Erdbeer-Käsekuchen-Brownies von fraeuleinmeerbackt_de herausgesucht. Sie fordert auf Ihrem Instagram-Profil ihre Follower dazu auf, ihr nachgebackene Werke zu zeigen. Daher dachte ich, eines ihrer Rezepte wäre perfekt für den zweiten Versuch. Die Erdbeer-Käsekuchen-Brownies werden auf ihrem Blog, zusätzlich zu ihrem Instagram-Account, als „bester Blechkuchen“ angepriesen, mal sehen, ob das auch so stimmt. Der Kuchen sieht auf den Instagram-Fotos einfach toll aus und nachdem ich für die Cupcakes doch sehr lange gebraucht hatte, habe ich gehofft, dass die Brownies nicht ganz so viel Zeit in Anspruch nehmen.

Zuerst habe ich den Brownie-Teig hergestellt. Das ging tatsächlich super schnell und sehr leicht, bis vielleicht auf die Schokolade, die ich schmelzen musste. Dafür musste ich schon etwas Zeit einplanen. Die geschmolzene Schokolade darf weder kochen, noch zu heiß zum restlichen Teig gegeben werden, weil es sonst klumpt.

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Aus diesen Zutaten werden gleich hoffentlich leckere Käsekuchen-Brownies entstehen (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

Nach dem Mischen wurde alles einfach in eine Form gegossen. Da ich leider keine Brownie-Form besitze hatte ich stattdessen eine Auflaufform mit Backpapier ausgelegt. Das stellte sich als schwieriger heraus, als ich dachte, da das Backpapier immer wieder knitterte.

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

So sieht der Brownie-Teig in der Form dann aus (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

Schließlich war der Teig in der Form und ich konnte mit dem Mischen des Käsekuchen-Toppings beginnen. Da ich leider keine Erdbeeren mehr kaufen konnte, habe ich stattdessen gefrorene Himbeeren genommen, was aber auch super geklappt hat. Dann musste ich nur noch die gemischten Zutaten für den Käsekuchen auf den Brownie-Teig geben und alles für eine Stunde in den Backofen stellen.

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Nun muss das Ganze nur noch in den Backofen (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

 

Als der Kuchen fertig war und kurz ausgekühlt hatte, schnitt ich ihn für die Fotos zurecht. Bis auf die Kleinigkeit, dass sich die beiden Teige nicht gleichmäßig verteilt haben, kommt er dem Instagram-Foto schon ein wenig nahe. Immerhin ging das Backen der Brownies verhältnismäßig mit wenig Arbeit und relativ schnell, wenn man die Backzeit außen vor lässt.

Die original Instagram-Brownies von fraeuleinmeerbackt_de im Vergleich mit meinem Ergebnis:

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Meine Himbeer-Käsekuchen-Brownies, auf einem Teller angerichtet, aber leider nicht so schön wie das Original auf Instagram (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Trotzdem stolz: das Selfie zum Schluss darf natürlich auch nicht fehlen (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

Alles in allem würde ich sagen, dass es auf jeden Fall einiges an Arbeit und Zeitaufwand kostet, einen eigenen Back-Blog auf Instagram zu unterhalten. Vor allem, wenn man sich die Rezepte selbst heraussucht oder erstellt und dann vielleicht sogar mehrere Anläufe braucht, um den perfekten Kuchen zu backen. Das Ganze dann auch noch schön hübsch zu fotografieren, gleicht fast einem Vollzeit-Job. Aber wenn es Spaß macht, ist ja bekanntlich keine Mühe zu viel. Dass es als Amateur-Bäckerin nicht so leicht für mich war, die verschiedenen Rezepte nach zu backen, zeigt auch, dass ein gewisses Talent und die richtige Ausstattung nicht fehlen sollten. Ich ziehe demnach auf jeden Fall meinen Hut vor all den talentierten Instagram-Bäckerinnen und –Bäckern, denn ich bin sicher, dass die Kuchen und Cupcakes genau so gut schmecken, wie sie auf den Instagram-Seiten aussehen.

Selbstmachen versus kaufen – der Saftkur-Vergleich

Im Test: eine gekaufte und eine selbstgemachte Saftkur (Foto: T. Gartner)

Im Test: eine gekaufte und eine selbstgemachte Saftkur (Foto: T. Gartner)

Das Verdauungssystem entlasten, wieder bewusster essen und genießen – mit dieser Zielsetzung im Kopf machen wir – mein Freund Daniel und ich – uns an die Vorbereitungen für unsere dreitägige Saftkur. Anders als im letzten Jahr (HIER geht´s zum Bericht), wollen wir es dieses Mal etwas anders angehen: Daniel testet die Säfte von Yuicery*, ich mache alles selbst – im großen Saftkur-Vergleich.

18 Flaschen Saft per Express

Mit kaltgepressten, unbehandelten Säften den „Reset-Knopf“ drücken, um wieder zur gewohnten mentalen und körperlichen Leistung zurückzufinden – damit wirbt das Startup Yuicery. Seit 2014 produziert die Manufaktur in München Säfte aus 2 bis 2,5 kg Obst und Gemüse je Flasche. Durch das Kaltpressen und die sofortige Abfüllung mit möglichst wenig Sauerstoffkontakt enthält der Saft angeblich besonders viele Vitamine und Enzyme – und außerdem keine Konservierungsstoffe. Das kostet natürlich. 129 Euro bezahlen wir für die dreitägige HIGH POWER Protein-Saftkur, die Daniel testen wird. Wer die Säfte nicht in der Manufaktur abholen kann oder will, zahlt weitere 9,99 Euro für den Versand per Expresslieferung. Express deswegen, weil die Säfte nur wenige Tage haltbar sind. Die Online-Bestellung geht fix: Das Lieferdatum kann man auswählen. Bis 10:30 Uhr am gewählten Tag erhalten wir 18 Flaschen Saft – sechs pro Tag.

Obst- und Gemüseshopping

Meine Saftkur-Vorbereitungen sind da schon etwas umfangreicher: Ich fahre erstmal in die Markthalle für den Obst- und Gemüseeinkauf. Alles, was gefällt und schmeckt, wandert in meinen Einkaufskorb. Auch zwei Flaschen Saft mit 100%igem Fruchtgehalt dürfen mit. Mein Plan: Pürieren, pürieren, pürieren. Morgens und nachmittags jeweils ein halber Liter Smoothie, mittags und abends eine Suppe und zwischendrin ungesüßter Tee, Wasser und Saftschorle ohne Limit.

Hinkt der Vergleich?

Saft und Smoothies – das ist doch gar nicht vergleichbar, oder? Ich behaupte doch: Zum einen, weil wir unsere selbstgesteckten Ziele – Verdauungssystem entlasten und wieder bewusster essen – mit beidem erreichen können, denn die Verdauung hat logischerweise weniger Arbeit, wenn alles schon zerkleinert und flüssig ankommt. Zum anderen sind Saft 1 und Saft 6 bei der HIGH POWER Protein-Saftkur genau genommen keine Säfte. Das bestätigt uns auch Yuicery-Mitbegründer Oliver Neuzerling: „Durch eine Saftkur wird die Kalorienzufuhr stark reduziert. Damit vor allem Menschen, die sehr viel Sport treiben, das Saftfasten nicht ganz so schwerfällt, gibt es bei unserer Proteinkur morgens und abends einen etwas gehaltvolleren Smoothie, der Buchweizenflocken, Chia-Samen und pflanzliches Protein enthält.“

Ein Hauch von Normalität

Warm und lecker: Tomatensuppe mit Guacamole-Einlage während meiner selbstgemachten Saftkur (Foto: T. Gartner)

Warm und lecker: Tomatensuppe mit Guacamole-Einlage während meiner selbstgemachten Saftkur (Foto: T. Gartner)

Tag 1 fällt uns beiden besonders schwer – ein Sonntag, an dem wir außer einem kleinen Spaziergang hauptsächlich auf dem Sofa entspannen. Die Lust auf Chips oder Schokolade ist allgegenwärtig.

Tag 2 und 3 sind da schon leichter zu verkraften: Nach meinen obstlastigen und mit Haferflocken, Sonnenblumenkernen und Amaranth doch recht nahrhaften Frühstücksshakes freue ich mich täglich auf meine herzhaften Suppen – durch das Löffeln fühlt es sich fast wie ein normales Mittag- und Abendessen an. Daniels Säfte dagegen lagern im Kühlschrank. Der eine oder andere neidische Blick in Richtung meines dampfenden und duftenden Tellers entgeht mir natürlich nicht.
Während Daniel wie gewohnt alle zwei Tage im Fitnessstudio trainiert, beschränke ich mich auf kurze, morgentliche Yoga-Einheiten. Konzentrationsschwierigkeiten, zum Beispiel bei der Arbeit, haben wir nicht und fühlen uns auch sonst (bis auf das Hungergefühl, das aber an Tag 3 nicht mehr so nagend ist) ganz „normal“.

Welche Saftkur ist günstiger?

Rechnet man die Anschaffung der kompletten Zutaten meiner selbstgemachten Saftkur, kommt man auf etwa 60 Euro. Allerdings habe ich natürlich nicht ein komplettes 500g-Kokosmus-Glas verdrückt oder eine 1-kg-Packung Tiefkühl-Grünkohl, sondern immer nur einen kleinen Bruchteil davon. Trotzdem bin ich mit der Anschaffung sämtlicher Lebensmittel für meine dreitägige Saftkur weniger als halb so teuer weggekommen wie Daniel mit seiner gekauften für knapp 140 Euro. Weiterer Wehrmutstropfen bei der Saftkur von Yuicery: 18 Plastikflaschen. Bei so viel Müll blutet mein Herz – vor allem natürlich nach meinem letzten Selbstversuch, der Zero-Waste-Woche. Deshalb hebe ich natürlich ein paar der Flaschen auf, um sie später mal für Smoothies oder Ähnliches zu verwenden. Die Flaschen sind aus einem stabilen, hochwertigen Plastik und außerdem viereckig, sodass man sie gut stapeln kann. Auf Nachfrage kann mich Neuzerling wenigstens ein bisschen beruhigen: Sie sind nämlich bereits auf der Suche nach einer umweltfreundlicheren Lösung.

Unser Fazit

Ein Hochgenuss: das erste "richtige" Essen nach drei Tagen Saftkur (Foto: T. Gartner)

Ein Hochgenuss: das erste „richtige“ Essen nach drei Tagen Saftkur (Foto: T. Gartner)

Bleibt noch der Zeitfaktor: Obst und Gemüse teilweise schälen, in Stücke schneiden und pürieren kostet Zeit. Definitiv mehr Zeit, als sich eine Flasche Saft aus dem Kühlschrank zu holen. Mir persönlich hat das allerdings wenig ausgemacht. Da ich sonst fast täglich koche, wage ich zu behaupten, dass ich nicht wesentlich mehr Zeit in der Küche verbracht habe als sonst. Mehr Zeit spart man aber definitiv mit Daniels Lösung – der gekauften Saftkur.
Abgenommen haben wir übrigens auch – jeder zwischen einem und zwei Kilo. Das ist aber natürlich kein bleibender Effekt. Das, was wir erreichen wollten, ist aber auf jeden Fall geglückt: Die erste „richtige“ Mahlzeit nach der Saftkur (natürlich etwas Leichtes, um den Körper nicht zu überfordern) war ein Hochgenuss. Egal, ob gebratenes Gemüse oder Schokokekse – nach einer Saftkur schmeckt alles einfach nur gigantisch und man weiß den Wert eines guten Essens gleich so viel mehr zu schätzen!

*Die Face2Face-Tester haben die dreitägige HIGH POWER Protein-Saftkur von Yuicery aus eigener Tasche gezahlt – kein Sponsoring! Die Entscheidung für Yuicery und damit gegen andere Anbieter war eine persönliche Entscheidung der Tester.

Gewinnspiel

Auch Lust auf eine selbstgemachte Saftkur? Rezepte für Säfte, Smoothies und pflanzliche Gerichte gibt´s im Buch „Reboot with Joe“. Und ihr könnt das gute Stück gewinnen!

Gewinnt "Das Kochbuch zur Saftkur" (© 2018, Narayana Verlag GmbH; Coverlayout: Greenleaf Book Group; Cover Photo: © Richard Lohr Studios)

Gewinnt „Das Kochbuch zur Saftkur“ (© 2018, Narayana Verlag GmbH;
Coverlayout: Greenleaf Book Group; Cover Photo: © Richard Lohr Studios)

Was ihr für die Teilnahme am Gewinnspiel tun müsst: Schreibt bis einschließlich Samstag, 31. März 2018, 23:59 Uhr eine E-Mail an sabrina.holitzner@face2face-magazin.de mit dem Betreff „Saftkur“. In der E-Mail sollten euer Vor- und Nachname sowie eure Adresse enthalten sein, da der Unimedica-Verlag das Buch per Post an den glücklichen Gewinner senden wird. Verlost wird unter allen Einsendern. Mitarbeiter von Face2Face sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe des Gewinners sowie die Information derjenigen, die leider nicht gewonnen haben, erfolgt spätestens am Dienstag, 3. April 2018 via E-Mail.

Wir drücken die Daumen!

Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel
(1) Das Gewinnspiel wird vom Online-Magazin Face2Face durchgeführt. Den Versand des Gewinns übernimmt der Unimedica-Verlag.

§ 2 Teilnahme
(1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier und im Folgenden schließt die männliche Form die weibliche ein. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-Mail-Adresse schreibt und dort ihren Namen und die Adresse bzw. den Namen und die Adresse des möglichen Gewinners hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel
(1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich das Online-Magazin Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des Weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung
(1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per E-Mail über ihren Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass der Gewinn vom Unimedica-Verlag an den Gewinner versendet wird, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz
(1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes ihr Name (keine Adresse!) öffentlich bekannt gegeben wird, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle eingesandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges
(1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

Der Zero Waste-Selbstversuch – müllfrei für eine Woche

Übelriechende Müllberge, Mikroplastik in den Mägen von Fischen und Vögeln, hilflose Schildkröten und Robben, die sich in alten Netzen und weggeworfenen Seilen verfangen haben – jeder kennt sie, die schockierenden Bilder, die so eng mit unserer „Wegwerf-Gesellschaft“ verflochten sind, dass auch wir uns bald nicht mehr daraus befreien können. Aber was sollen wir tun – gegen die Millionen Tonnen an Müll, die jährlich in Deutschland „produziert“ werden?

Jetzt geht´s los: Eine Woche Zero Waste (Foto: T. Gartner)

Jetzt geht´s los: Eine Woche Zero Waste (Foto: T. Gartner)

Nach meinem Interview mit den Gründerinnen des damals gerade frisch eröffneten Original Unverpackt-Ladens in Berlin im Herbst 2014 hatte ich so etwas wie ein Aha-Erlebnis. Vorher waren mir die Massen an Müll, die selbst ein zweiköpfiger Haushalt verursacht, gar nicht so bewusst. Seitdem maße ich mir an verhältnismäßig stark auf Müllvermeidung oder -wiederverwertung zu achten. Vor allem Lebensmittel wandern bei mir nur sehr selten in die Tonne. Ein bisschen Kreativität und aus den Resten vom Vortag und ein paar frischen Zutaten wird eine angesagte Buddha-Bowl. Bei so einem Trend mache ich doch gerne mit! Aber es gibt ja immer noch Verbesserungspotenzial. Also habe ich einen Selbstversuch gestartet: Eine Woche Zero Waste mit Tipps, die ich zuvor so noch nicht kannte. Denkanstöße dafür kamen von Heike Mack, Inhaberin des Unverpackt Landau, und Nicole Pollakowsky, die sich als freie Journalistin dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben hat. Lest hier, wie meine Zero Waste-Woche gelaufen ist:

Verpackungsmüll beim Lebensmitteleinkauf vermeiden

Geht doch: (fast) müllfreier Einkauf in der Zero Waste-Woche(Foto: T. Gartner)

Geht doch: (fast) müllfreier Einkauf in der Zero Waste-Woche (Foto: T. Gartner)

Meine Woche startet wie gewöhnlich mit einem Einkauf bei der Markthalle um die Ecke. Hier gibt es viel Regionales und das Tolle: Ich kann alles einzeln kaufen. Keine eingeschweißte Plastikschale voller Champignons, die wir zu zweit eh nicht schaffen würden, kein Netz Kartoffeln, wenn ich nur fünf brauche. Natürlich habe ich immer einen großen Korb dabei und inzwischen kennen mich auch die Verkäuferinnen und stöhnen nicht mehr, wenn sie alles einzeln raussortieren und wiegen müssen. Aber: Ein paar Sachen packe ich dann doch immer in Plastiktütchen. Zum Beispiel den Salat. Aber das geht in meiner Zero Waste-Woche logischerweise nicht. Also ziehe ich mit einer Schüssel, einem Pappkarton von irgendeinem Online-Kauf und ein paar Seiten Zeitung los. Meine sieben Champignons kommen direkt in eine Schüssel, den Salat wickle ich in das Zeitungspapier und die Kartoffeln und Zwiebeln landen im Pappkarton. Die Dunkelheit im Karton verhindert, dass die Pflanzen austreiben. Und das andere Gemüse hält sich in Papier bzw. in der Schüssel sogar länger als in den Plastiktüten, wie ich nach ein paar Tagen feststelle. So stolz war ich selten auf einen Einkauf. Abgelenkt durch mein Erfolgserlebnis greife ich an der Kasse dann aber doch noch zu Kresse im Plastikbehälter und bemerke meinen Fauxpas erst beim Nachhausefahren – zu früh gefreut. Aber der Anfang ist gemacht und meine neuen Shopping-Utensilien werden ab sofort fester Bestandteil meines montäglichen Obst- und Gemüseeinkaufs.

Peeling mit Grieß und Olivenöl

Lebensmittel für etwas anderes als zum Essen zu benutzen, widerstrebt mir. Die Idee ein Peeling aus Grieß und Olivenöl herzustellen, um Verpackung und Mikroplastik einzusparen, hat mich dann aber doch so neugierig gemacht, dass ich es einfach ausprobieren musste. Beide „Zutaten“ hatte ich ohnehin zuhause, sodass ich nichts extra kaufen musste. Ruckzuck ist das Peeling zusammengerührt. Der Geruch ist dank Olivenöl doch eher gewöhnungsbedürftig, der Peelingeffekt dafür umso erstaunlicher – ich wage sogar zu behaupten besser als bei meinem gekauften Peeling aus der Tube. Nach dem Einmassieren kommt das Abwaschen – dank Öl leider mit nur geringem Erfolg. Meine Haut glänzt fettig und der unangenehme Essensgeruch ist leider auch immer noch da… Ich wasche nochmal. Diesmal mit meinem Abschminkgel – besser! Das Ergebnis: Eine babypopozarte, glatte Haut. Das Gute beim Lebensmittel-Peeling: Um Mikroplastik, das sehr häufig in Kosmetikprodukten enthalten ist, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Und auch die Mengen, die man benötigt (halber Teelöffel Gries), sind in meinen Augen noch vertretbar. Beim nächsten Mal greife ich dann aber wohl doch eher zu Kokosöl – das wirkt nicht nur antibakteriell, sondern riecht auch noch gut.

Müsliriegel selbst backen

Puh, so eine Zero Waste-Woche kostet schon einiges an Zeit, wobei sich das Backen meiner eigenen Müsliriegel dann doch als weniger zeitaufwändig herausstellt als gedacht. Für die Basis greife ich zu einem einfachen Chefkoch-Rezept und ergänze das um die Zutaten, die ich ohnehin zuhause habe:

·       100g Mehl

·       250g Haferflocken

·       30g Zucker (ich habe Kokosblütenzucker verwendet)

·       1 Banane (mit einer Gabel zerdrücken)

·       1 TL Zimt

·       Ein paar Tropfen Vanillearoma

·       Eine Hand voll getrockneter Cranberries (hacken)

·       Eine Hand voll Erdnüsse (hacken)

·       Eine Hand voll Walnüsse (hacken)

·       Sesam

Alle Zutaten verrühre ich mit einem Löffel, dann kommt etwas Wasser dazu. Mit den Händen knete ich solange bis eine einheitliche, klebrige Masse entsteht. Die kommt dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Das klebrige Zeug zu einem maximal einen Zentimeter hohen Viereck zu formen ist eine kleine Herausforderung. Bei 180 Grad kommt das Ganze dann 30 bis 45 Minuten in den Backofen. Ich schaue immer wieder, ob es in der Mitte auch langsam fest wird. Bevor die Ränder verbrennen, kann „mein Werk“ raus. Nach einer kleinen Abkühlzeit, als die Masse noch lauwarm ist, schneide ich sie in Riegel – nicht gerade schön, aber sie duften schon mal gut. Natürlich kann ich mich nicht zusammenreißen und probiere direkt. Lecker! Mein Snack für die Woche steht! Und ein hübsches Geschenk sind die selbstgemachten Müsliriegel eigentlich auch – also vorausgesetzt ich gebe mir beim nächsten Mal mehr Mühe. In einer Tupperbox halten sie sich locker eine Woche – länger überleben sie bei mir auch gar nicht. Dass ich so wirklich viel Müll einsparen kann, glaube ich anfangs nicht. Wenn ich mir aber vorstelle, dass meine knapp 20 Riegel alle einzeln verpackt gewesen wären und das Ganze dann natürlich nochmal in einem Karton, bin ich doch ganz zufrieden mit dieser neuen Methode Müll einzusparen (und lecker zu naschen).

Kleiderkauf – Kleidertausch

Aussortieren und dann mit Freunden tauschen: "Alte" Klamotten (Foto: T. Gartner)

Aussortieren und dann mit Freunden tauschen: „Alte“ Klamotten (Foto: T. Gartner)

Gegen Ende der Woche soll es meinen Shoppinggewohnheiten an den Kragen gehen. Ich soll mir also vor jedem Kauf überlegen: Brauche ich das wirklich? Macht mich das glücklich? Außerdem gilt laut Müll-Experten: weniger kaufen, dafür hochwertiger. Schlecht für mich als Sparfuchs. Aber ich kann ja auch wirklich rein gar nichts dafür, dass gerade überall Winterschlussverkauf ist. Also erbeute ich drei Schnäppchen. Ganz objektiv betrachtet, brauche ich nur eines der drei Kleidungsstücke wirklich: Meine Lederimitathose ist nämlich kaputt. Müllfreier wäre natürlich Reparieren, aber die neue Hose ist halt auch noch schöner als die alte. Ein kleinwenig beruhigend für mein Gewissen ist die Tatsache, dass meine „alte“ Hose vorher meiner Schwester gehört hat, die sie auch schon ein paar Jahre getragen hat – immerhin. Also beim müllfreien Shoppen bin ich schon mal durchgefallen.
Jetzt kommt mein Kleiderschrank an die Reihe. Fehlkäufe und ungetragene Kleidung sollten natürlich nicht weggeworfen werden. Weiterverkaufen ist eine Methode, kostet aber viel Zeit. Deshalb entscheide ich mich für den Kleidertausch. Ich animiere also ein paar Freundinnen ihren Schrank ebenfalls auszumisten, dann treffen wir uns und durchstöbern die Sachen der jeweils anderen. Was für den einen Müll ist, ist für den anderen vielleicht ein kostenloser, kleiner Schatz! Meine Mädels freuen sich auf jeden Fall schon sehr auf unser Treffen. Was nach dem Kleidertausch übrig bleibt, bringe ich dann zum Warenkorb in Speyer – Wegwerfen ist bei Klamotten also wirklich keine Option!

Mein Fazit

Eine Woche Zero Waste. Eine Woche noch bewusster und achtsamer auf das Thema Müll schauen. Eine Woche voller Tipps, die auf den ersten Blick entweder leicht abgedreht – Stichwort Peeling – oder vielleicht sogar unangenehm wirken, zum Beispiel wenn es um die eigene Kleidung und Einkaufsgewohnheiten geht. Mal aus der Komfortzone herauskommen, Neues ausprobieren und dabei Lösungsansätze finden, die ohne großen Zeitaufwand zu einem müllfreieren Leben führen. Ich werde definitiv einige, wenn nicht sogar alle Tipps der Müll-Experten für die Zukunft übernehmen. Und wer weiß, vielleicht kann ich ja sogar den einen oder anderen von euch von einem ähnlichen Selbstversuch überzeugen. Was meint ihr?

 

Selbst ist die (Karriere-) Frau

Normalerweise bin ich ein sehr sozialer Mensch – ich nehme mir viel Zeit meine Freundschaften zu pflegen und stelle deshalb manchmal die Arbeit hinten an. Was passiert aber, wenn ich mich in verschiedenen Situationen meines Alttags so verhalten würde, wie man es von einer typischen Karrierefrau erwarten würde? Wie reagiert mein Umfeld und wie fühle ich mich selbst dabei? Startschuss für einen Selbstversuch!

Bücher und Definitionen statt Hanabi und Wizard



Selbst ist die (Karriere-) Frau

Als Karrierefrau stürze ich mich in die Arbeit und nehme keine Rücksicht auf mein Privatleben (Foto: M. Boudot)

Es ist Sonntagabend und in unserer WG ist mal wieder ein Spieleabend geplant. Normalerweise spiele ich mit Begeisterung mit, aber heute nehme ich keine Rücksicht auf mein Privatleben, sondern widme mich dem Stoff meines Studiums. Als „Karrierefrau“ steht die Arbeit bei mir nämlich an erster Stelle und Familie und Freunde finden da kaum Platz. Statt Hanabi, Wizard und Siedler zu spielen, versinke ich in meinen Büchern. Blöd nur, dass ich meine Mitbewohner immer wieder lachen höre. Sie scheinen einen spaßigen Abend zu haben – im Gegensatz zu mir. Nach getaner Arbeit bin ich zwar stolz auf meine Produktivität, aber ich gehe doch eher mit schlechterer Laune ins Bett. Am nächsten Morgen frustriert mich meine Abwesenheit am gestrigen Abend sogar noch mehr, denn das Erste, was mir meine Mitbewohner beim Frühstück mitteilen ist: „Du hast echt was verpasst!“

Herausgeputzt für Elyas M’Barek

Selbst ist die (Karriere-) Frau

Mein neues Outfit als Karrierefrau: Bluse, Blazer und Rock (Foto: M. Boudot)

Am Dienstag bin ich mit meinen Mädels im Kino verabredet. Da ich mitten im Selbstversuch stecke, nutze ich die Chance mich mal richtig herauszuputzen – eben wie eine typische Karrierefrau. Also krame ich Rock, Bluse, Blazer und hohe Schuhe aus dem Schrank und mache mich auf den Weg zum Kino. Schon unterwegs fühle ich mich etwas unwohl und werde vor allem von Jugendlichen angestarrt und begutachtet. Im Kino angekommen bekomme ich ein „Was hast du denn heute Abend noch vor?“ von meinen Freundinnen zur Begrüßung – na toll. Ist wohl nicht unbedingt das perfekte Outfit für „Fack ju Göhte“. Dass meine Abendgarderobe ein absoluter Fehlgriff war, wird mir während des Films bewusst. Der Bund vom Rock drückt auf meine Blase, mein Blazer stremmt und meine Schuhe sind auch alles andere als bequem. Das typische Selbstbewusstsein einer Karrierefrau strahle ich an diesem Abend also ganz bestimmt nicht aus.

Tennistraining à la Angelique Kerber

Zielstrebig, diszipliniert und ausdauernd – diese Merkmale einer Karrierefrau habe ich mir für mein Tennistraining am Mittwoch vorgenommen. Zehn Minuten vor Trainingsbeginn komme ich an der Halle an, um pünktlich umgezogen auf dem Platz zu erscheinen – mit vollster Motivation versteht sich. Während des Trainings tänzle ich immer wieder, bleibe nicht stehen und absolviere die Übungen öfter, als es die Trainerin gefordert hat, bis zu ihrem Kommentar „Du musst die Übungen doch garnicht so oft machen.“ Ich habe ihr nichts von meinem Selbstversuch erzählt, weshalb sich die Situation etwas merkwürdig und unangenehm anfühlt. Die Ansprüche an mich selbst habe ich bewusst extrem hochgeschraubt. Dadurch habe ich allerdings oft leichte Fehler gemacht und mich darüber geärgert. Trotzdem habe ich während des Trainings viel Lob von meiner Trainerin bekommen, habe mich am Ende richtig ausgepowert, aber gut gefühlt. Am Tag darauf folgte dann der Muskelkater…

Fazit meines Selbstversuchs

Eigenschaften einer Karrierefrau, wie schicke Kleidung zu tragen, keine Rücksicht auf das Privatleben nehmen oder diszipliniert und zielstrebig zu sein, für kurze Zeit in meinen Alltag zu integrieren, war keine schwere Aufgabe.
Allerdings möchte ich nicht immer auf Unternehmungen mit meinen Freunden verzichten und mich stattdessen in meiner Arbeit verlieren. Ich kann mir nämlich sehr gut vorstellen, dass man sich dadurch schnell einsam fühlt und das wäre nichts für mich.
Auch trage ich lieber bequemere Kleidung, als Rock und Bluse – Karrierefrauen wird nämlich nachgesagt, dass sie diese nicht nur auf der Arbeit, sondern auch in ihrer Freizeit tragen.
Zielstrebig und diszipliniert an etwas heranzugehen finde ich dagegen ein sehr gutes Merkmal. Karrierefrauen sind ja nicht ohne Grund erfolgreich. In Zukunft möchte ich versuchen diese Eigenschaften häufiger in meinen Alttag zu integrieren, ohne mich dabei selbst zu sehr unter Druck zu setzen.

Rohkost und Fitness – „FitnRaw“ im Selbstversuch

Fit werden mit Rohkost – geht das überhaupt? Sabine aus Remscheid, Gewinnerin des FitnRaw-Gewinnspiels, hat das für uns getestet. Vier Wochen lang „kochte“ und trainierte sich die 33-jährige Mediengestalterin durch das Fitness- und Ernährungsprogramm „FitnRaw“. Ihr unabhängiges Fazit – nur auf Face2Face.

Gesünder und ausgeglichener dank Rohkost?

Viermal die Woche mache ich Kraftsport – beim Fitness-Teil des Online-Kurses sehe ich also keine größeren Probleme auf mich zu kommen. Bauchschmerzen bereitet mir dagegen der Ernährungs-Part: Ich esse zwar bereits rein pflanzlich, aber komplett auf Rohkost umzustellen, wird sicher eine Herausforderung. Wieso ich „FitnRaw“ trotzdem unbedingt ausprobieren will?
Ich denke, dass ich mit dem richtigen Wissen über Rohkost noch einiges mehr an sportlicher Leistung und gesundheitlichem Wohlbefinden erreichen kann. Außerdem verspreche ich mir eine gesündere und ausgeglichenere Darmflora. Mal schauen, was sich innerhalb der kommenden vier Wochen tut!

Woche 1: Nicht zu streng mit sich sein

Kommt gut an: Rohkost-Pizza (Foto: Sabine)

Kommt gut an: Rohkost-Pizza (Foto: Sabine)

Mit einem Morgenritual in den Tag starten – das gefällt mir gleich zu Anfang richtig gut und lässt sich auch super in den Alltag integrieren. Bei den anderen Übungen fehlt es mir noch ein bisschen an Balance und Beweglichkeit, aber das kommt hoffentlich noch!
Eine Aufgabe der ersten Woche besteht darin, Rezepte für leckere Rohkost-Mahlzeiten zu suchen und sie dann auszuprobieren – das macht richtig Spaß. Weniger Spaß hatte ich dabei, meinem Partner warmes Essen vorzubereiten, während ich nur etwas Kaltes bekommen habe.
Der Appetit auf etwas Warmes war leider da – auch wenn alles, vor allem die grünen Smoothies, sehr lecker war. Außerdem hatte ich mit Verdauungsproblemen zu kämpfen und war zeitlich damit überfordert, meine Rohkosternährung richtig zu planen. Die erste Woche hat mich definitiv gelehrt, dass aller Anfang schwer ist. Aber ich habe auch gelernt, dass man nicht zu streng mit sich selbst sein darf, wenn etwas mal nicht so klappt. Also mache ich einfach weiter!

Woche 2: Altes loslassen und Platz für Neues schaffen

Die Rohkostpizza war ein Gedicht! Mein Partner war sogar neidisch, sodass ich am Wochenende nochmal eine zubereiten durfte. Neben Essen und Sport ging es die Woche auch ans Mindset: Bei einer Selbstdiagnose sollte ich unter anderem negative „Ich bin“-Aussagen treffen. Das ist mir eher schwergefallen, weil ich mich doch als sehr positiven Menschen bezeichnen würde.
Das Zubereiten der Speisen hat dagegen wieder sehr viel Spaß gemacht und ich bin wirklich überrascht, wie schnell man neue Gewohnheiten in seinen Alltag einbringen kann, wenn der Wille stark genug ist.
Ich fühle mich diese Woche viel besser als in der ersten. Die Verdauungsprobleme haben sich gelegt und ich spüre insgesamt eine Verbesserung.

Woche 3: Kleine Veränderungen, große Wirkung

Grüne Smoothie-Bowls: Richtig lecker, findet Sabine (Foto: Sabine)

Grüne Smoothie-Bowls: Richtig lecker, findet Sabine (Foto: Sabine)

Ich fühle mich super! In dieser Woche habe ich mich sehr mit Gewohnheiten und Veränderungen beschäftigt. Jeden Tag Liegestützen machen, das Handy auch mal auslassen oder den Schrank ausmisten – alles vermeintliche Kleinigkeiten, die aber doch richtig guttun.
Der sportliche Part hat mir die Woche auch sehr gut gefallen: Das leichte Beintraining ist super für zu Hause oder wenn man mal unterwegs ist, nicht so viel Zeit hat, sich aber trotzdem bewegen möchte. Insgesamt komme ich mit den Übungen gut zurecht, obwohl mir manchmal etwas die Puste fehlt. Da merke ich dann, dass Ausdauertraining auch wichtig ist.
Beim Essen bin ich zwiegespalten: Kürbissuppe schmeckt mir warm und mit Kokosmilch einfach besser als in der Rohkostversion. Dagegen waren die Zucchini-Karotten-Zoodles mit Tomatensauce und Hefeflocken richtig lecker.
Ich finde es toll, dass ich immer weiter an mir arbeiten kann, wenn ich nur erstmal die Blockaden in meinem Kopf löse.

Woche 4: Sonnengruß und Wirsing-Chips

Ich habe eine neue Lieblingsübung: Den Sonnengruß! Dabei kommt der Kreislauf in Schwung und der ganzen Körper wird gedehnt. Man kann die Übung auch einfach zwischendurch mal machen, wenn man sich gerade abgeschlagen oder müde fühlt, einem kalt ist und man sich etwas aufwärmen will. Perfekte Übung – Daumen hoch! Außerdem habe ich festgestellt, wie entspannend ein kleines Workout am Abend sein kann.
Essenstechnisch waren die marinierten Wirsing-Chips aus dem Dörrautomaten eine echte Offenbarung für mich: einfach eine super-leckere Knabberei für zwischendurch.

Fitter, frischer, wacher

Alltagstauglich: Sport im eigenen Wohnzimmer (Foto: Sabine)

Alltagstauglich: Sport im eigenen Wohnzimmer (Foto: Sabine)

Mein Fazit nach vier Wochen „FitnRaw“: Zu 100% Rohkost kann ich mir nicht vorstellen. Das wäre mir auf Dauer zu anstrengend. Vor allem das Essengehen mit Freunden und das spontane Eis in der Sonne oder Popcorn im Kino haben mir gefehlt.
Auf jeden Fall werde ich aber mehr Rohkost oder auch komplette Rohkosttage in meinen Alltag integrieren. Damit fühle ich mich einfach viel fitter, frischer und wacher.
„FitnRaw“ ist ein gutes Einsteigerprogramm: Nelly gibt einen spannenden Einblick in Sachen Rohkosternährung und Kay motiviert zum Sport und zu Veränderungen im gesamten Lebensstil.
Etwas gefehlt haben mir Angaben zu Kalorien, Nährstoffen und Vitaminen, damit ich auch weiß, wie viel von welchen Lebensmitteln ich zu mir nehmen sollte.
Was ich auf jeden Fall beibehalten werde, ist das Morgenritual, damit ich immer gut in den Tag starten kann, und die Motivation, etwas zu ändern, wenn ich es wirklich will.

Fit in den eigenen vier Wänden?

„Bodyweight-Training“ – so heißt ein Trend, der sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit erfreut. Programme von bekannten Trainern wie Mark Lauren oder Paul Wade wollen zum Sporteln in den eigenen vier Wänden animieren. Sie versprechen Fitness mit wenig Kosten und Aufwand. Doch halten sie, was sie versprechen? Wir von Face2Face haben es ausprobiert.

Immer ins teure Fitnessstudio?

Ist Muskelaufbau mit Übungen zu Hause wirklich möglich?

Ist Muskelaufbau mit Übungen zu Hause wirklich möglich? (Foto: DrSJS/pixabay.de)

Als Radsportler habe ich immer wieder mit Problemen in Rücken und Oberkörper zu kämpfen. Wer mehr als 10.000 Kilometer pro Jahr in geduckter Haltung im Sattel hockt, vernachlässigt natürlich bestimmte Muskelgruppen und bekommt prompt die Quittung dafür. Ein ausgleichendes Kraftprogramm ist für Radfahrer deshalb Pflicht. Aber immer ins teure Fitnessstudio? Das ist mir persönlich nicht nur zu kostspielig, sondern auch zu stressig. Eine vielversprechende Alternative bietet das Buch „Fit ohne Geräte“ von Mark Lauren. Dort beschreibt der ehemalige US-Militär, wie man ohne Fitnessstudio und Geräte zu Hause fit werden kann. Das will ich gleich mal ausprobieren!

Einsteiger oder Fortgeschrittener?

Zunächst einmal muss ich mir aus den angebotenen Programmen ein passendes aussuchen. Es gibt vier Level: ein Einsteigerprogramm, „First Class“, „Master Class“ und „Chief Class“. Für jedes Programm ist auch angegeben, welche Übungen man schon schaffen sollte. Die Beinübungen könnte ich vielleicht sogar in der Master oder Chief Class packen, aber meine Arme sind alles andere als durchtrainiert. Deswegen bleibe ich realistisch und fange mit der Stufe „First Class“ an, das absolute Anfängerprogramm kommt mir doch zu einfach vor.

Einarbeiten und los geht’s!

Bei einem ersten Blick ins detaillierte Trainingsprogramm bin ich froh, dass ich durch mein intensives Rennradtraining schon ein gewisses Hintergrundwissen in Sachen Trainingslehre habe. Ansonsten wäre es schon eine Herausforderung, die Beschreibung zu Strukturen wie „Stufenintervall“ oder „Supersatz“ zu verstehen. Wer ganz neu mit eigenständigem Training anfängt, sollte also mit etwas Einarbeitungszeit rechnen. Es gibt zwar auch eine App parallel zum Buch, die zusätzliche Anleitung bietet. Dafür muss man aber extra bezahlen.

Tag 1: 120 Liegestützen

Ich überfliege die Programme nur kurz und entscheide mich dann etwas ungeduldig, sofort mit dem ersten Tagesprogramm zu starten. Zunächst ein paar Liegestütze – klingt ja sehr simpel. Aber nicht, wenn man sie so macht, wie vom Plan gefordert. Eine Liegestütze, Pause – zwei Liegestütze, Pause, drei… dieses Spiel geht immer weiter, bis man fast nicht mehr kann. Dann soll man rückwärts arbeiten, also zum Beispiel zehn Liegestütze Pause – neun Liegestütze, Pause, acht…. Insgesamt dauert der Spaß 7:30 Minuten lang. Ja, ganze 7:30 Minuten. Solche Schmerzen hatte ich in den Armen schon lange nicht mehr, summa summarum komme ich schließlich auf knapp 120 Liegestütze. Eine absolut ungewohnte Belastung für mich.

Minuspunkt: Sportgeräte selbst zusammenzimmern

Skepsis: Die Konstruktion zum "Umgekehrten Bankrdücken" scheint nicht sehr vertrauenserweckend

Zweifelhaft: Die Konstruktion zum „Umgekehrten Bankdrücken“ sieht nicht sehr stabil aus (Foto: Resch)

Die nächste Übung nennt sich „Umgekehrtes Bankdrücken“. Dazu brauche ich einen Besenstiel, den ich irgendwo so hinlegen soll, dass ich eine Art tiefes Reck erhalte. Als Vorschlag sind zwei Stühle abgebildet. Eigentlich heißt das Programm ja „Fit OHNE Geräte“ und jetzt muss ich mir doch irgendwie ein eigenes Reck zimmern. Das ist einfacher gesagt als getan. Wo finde ich schon zwei gleich hohe Flächen, die beide stabil genug sind, um Sportübungen auszuhalten? Hier ist definitiv Kreativität gefragt. Irgendwie schaffe ich es zwar, das Gerät aufzubauen, aber ich vertraue der Konstruktion nicht so ganz. Lieber folge ich dem Alternativtipp im Buch und ziehe mich an der Kante meines massiven Wohnzimmertisches hoch – sicher ist sicher.

Skepsis in Sachen Reisetauglichkeit

In den eigenen vier Wänden ist es irgendwie ja möglich, so ein Behelfsgerät zu basteln. Auf Reisen stelle ich mir das aber so gut wie unmöglich vor – wer schleppt schon einen Besenstiel im Koffer mit? Das enttäuscht mich schon ein bisschen, denn immerhin wirbt das Programm damit, auch auf Reisen problemlos machbar zu sein. Der Vorschlag mit dem Tisch ist zwar ganz gut und eher reisetauglich, trotzdem bin ich nicht völlig überzeugt.

Geschafft dank Fliegengewichts

Überrascht: Die morsche Tür hält meine Klimmzüge anstandslos aus

Überrascht: Die morsche Tür hält meine Klimmzüge anstandslos aus (Foto: Resch)

Nach einer weiteren Liegestütz-Variante – meine Arme schreien um Erbarmen – soll ich nun noch Klimmzüge an der Tür machen. Die Abbildung im Buch sieht interessant aus. Sehr interessant, wenn man bedenkt, dass in meiner Münchner Altbauwohnung die Türen schon bessere Zeiten gesehen haben. Was soll’s, ich probiere es trotzdem. Und siehe da, es funktioniert. Ich habe zwar insgesamt ein mulmiges Gefühl, aber die Tür und auch die sensiblen Scharniere tolerieren mein Gezerre. Zum Glück bin ich klein und durch meine alpine Radlerei ein Fliegengewicht. Bei einem durchschnittlich schweren 70 bis 80 Kilogramm-Mann würde meine Tür sicher kapitulieren.

Zu leicht oder doch zu schwer?

Nach dem ersten Workout weiß ich schon mal eines: Effektiv sind die Übungen, meine Arme brennen wie Feuer. Neugierig schaue ich mir das Programm der folgenden Tage an und probiere schon einmal ein paar Übungen aus. Mir wird schlagartig bewusst, dass ich tatsächlich etwas ungleichmäßig trainiert bin. Die Beinübungen aus diesem Programm sind mir viel zu leicht, während mich die Oberkörperübungen an den Rand meiner Möglichkeiten bringen. Das heißt für mich persönlich, dass ich ein bisschen umdisponieren muss. Immerhin möchte ich meine Beinkraft auch verbessern. Entsprechend muss ich das Programm etwas anpassen und aus dem Buch schwerere Beinübungen aussuchen. Obwohl ich von Training und der Theorie dahinter einiges verstehe, dauert das ein gutes Weilchen. Ohne entsprechendes Vorwissen dürfte ein individuelles Maßprogramm wohl unmöglich sein.

Nach knappen zwei Tassen Kaffee habe ich dann mein individuelles Programm zusammengebastelt. Mal schauen, ob es am Ende meine Erwartungen erfüllen wird.

Mein Fazit zum Bodyweight-Training

Doch schon jetzt steht für mich fest: Sinnvoll ist das Training auf jeden Fall. Ich brauche keine Geräte im Fitness-Center, um mich so richtig müde zu machen. Zwar brauche ich auch beim Bodyweight-Training ein paar Hilfsmittel, aber mit ein bisschen Ideenreichtum kann man sich das alles zusammenbauen. Mit der Zweckentfremdung von Putzutensilien bleibt der Spaß auch kostenfrei. So spare ich definitiv Geld und auch Zeit, ich bin sehr flexibel, kann trainieren, wann ich will.

Das geht aber nur, weil ich schon ein bisschen Ahnung von Trainingslehre habe. Wer als kompletter Neuling anfängt, sollte entweder viel Zeit zum Einarbeiten einplanen oder sich den Rat von erfahrenen Sportlern suchen. Für ein individuelles und gesundes Programm muss man immerhin viele Dinge berücksichtigen. Muskuläre Dysbalancen, Gelenkprobleme, Haltungsfehler oder anderer Verletzungen muss man genauso beachten wie den eigenen Fitness-Stand und die persönliche Regenerationsfähigkeit.

Trotz kleiner Probleme im Detail, ist das Training mit dem eigenen Körpergewicht zweifelsohne einen Versuch wert. Ob man allein mit diesem Training wirklich fit werden kann, wage ich zwar zu bezweifeln. Irgendeine andere Sportart sollte man vielleicht doch machen, so wie ich definitiv meinem Rennrad treu bleiben werde, aber als Ausgleich vor allem im Winter ist es eine echt tolle Sache.

Selbstversuch: Inwiefern werden wir durch Wahlwerbung beeinflusst?

***Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Meinungsbeitrag. Er gibt die Ansichten der Autorin wieder, nicht jedoch die der gesamten Face2Face-Redaktion. Als unabhängiges Online-Magazin ermöglichen wir unseren Mitarbeitern eine uneingeschränkte Meinungsfreiheit.***

Heute ist es soweit: Die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag findet statt. Schon seit Wochen werben die Parteien für ihre Programme und hoffen die Stimmen der Bürger für sich zu gewinnen. Aber wie genau sieht diese Werbung aus und vor allem: Wie sehr werden wir dadurch beeinflusst? Mit dieser Frage habe ich mich näher befasst und einen Selbstversuch gestartet. Bewusst habe ich darauf geachtet, wo man überall mit Werbung von Parteien konfrontiert wird und inwiefern diese mich hinsichtlich meiner Stimme manipulieren kann.

Ein wohlüberlegtes Kreuzchen
Schon einige Wochen vor der Wahl rühren die Parteien kräftig die Werbetrommel. Dadurch wird man früh mit der Bundestagswahl konfrontiert und macht sich Gedanken, wo man sein Kreuz machen wird. Das finde ich auch gut, denn schließlich sollte das keine unüberlegte Handlung sein. Wir haben nämlich das Recht auf eine Stimme, dank der wir Einfluss auf die Politik nehmen können.

Wahlplakate soweit das Auge reicht

Selbstversuch: Inwiefern werden wir durch Wahlwerbung beeinflusst?

Wahlplakate soweit das Auge reicht (Foto: M. Boudot)

Seit mehreren Wochen hängen an Straßen, Fahrrad- und Gehwegen dutzende Wahlplakate. Von überall lächeln mich diese herausgeputzten Menschen an, geben Versprechen ab und behaupten, dass ihre Partei die beste für Deutschland sei. So heißt es zum Beispiel von der SPD „Die Zukunft braucht neue Ideen und einen, der sie umsetzt“ oder von der CDU „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“. Klingt doch beides auf den ersten Blick vielversprechend, aber können die Parteien ihre Versprechen auch einhalten? In diesem Punkt sind sie sich ausnahmsweise alle einig und von der Umsetzbarkeit ihrer Visionen vollkommen überzeugt.

Promis werben für „ihre“ Partei
Neben zahllosen Berichten im Fernsehen, Radio und in der Zeitung, rufen auf Social Media-Plattformen, wie Facebook, Twitter und Instagram auch Prominente dazu auf, das Kreuz für eine bestimmte Partei zu machen. Handelt es sich dabei um bezahlte Kooperation oder haben sich die Promis wirklich intensiv mit dem Wahlprogramm ihrer Partei auseinandergesetzt und sind davon überzeugt? Letzterem bin ich kritisch gestimmt, fühle mich von solcher Werbung nicht angesprochen und lasse mich dadurch auch nicht beeinflussen.

Politische Stolperfallen im Alltag
Vor allem in den letzten Wochen vor der Wahl zeigen sich die Parteien präsent. So schlendere ich an einem Samstagmorgen über den Flohmarkt und entdecke neben gebrauchter Kleidung einen Stand der SPD. Eigentlich eine gute Sache, den Bürgern in ihrem Alltag die Möglichkeit zu geben sich zu informieren. Aber muss man denn wirklich überall an die Wahl erinnert werden? Mein Vorhaben gedankenlos nach tollen Schnäppchen zu suchen ist somit nicht ganz aufgegangen.

Eine Woche später stoße ich, auf dem Weg zum Supermarkt, auf Stände der CDU und Grünen. Hier gibt es neben ehrbaren Versprechen auch Werbegeschenke. Ich freue mich über meinen neuen Kugelschreiber und Notizblock, fühle mich den Parteien gegenüber aber nicht schuldig und nicht dazu gezwungen ihnen dafür etwas zurückgeben zu müssen.

Eine ganz ähnliche Situation an einem anderen Tag: Ich genieße die letzten Sonnenstrahlen auf einer Liegewiese am Fluss. Am liebsten möchte ich die Seele baumeln lassen und mir über nichts Gedanken machen müssen. Doch kurze Zeit später baut die SPD einen Stand auf dem Rasen auf. Und schon wieder werde ich mit dem Thema Wahlen und mit Werbung einer Partei konfrontiert.

Alles freundliche Menschen, die das gleiche Ziel vor Augen haben – egal aus welcher Partei sie kommen: Meine Stimme für sich zu gewinnen und heute mein Kreuz vor ihrem Parteinamen zu erreichen. Gut ist, dass die Bevölkerung schon frühzeitig auf die bevorstehende Wahl aufmerksam gemacht wird und sich jeder somit rechtzeitig überlegen kann, welche Partei er in den Bundestag wählen möchte. Aber in meiner Freizeit will ich nicht dauerhaft mit dem Thema konfrontiert werden und ständig über Wahlwerbung stolpern.

Beeinflussung im engsten Kreis?
Während meines Selbstversuchs ist mir zudem aufgefallen, dass sogar meine Familie und Freunde mich hinsichtlich meiner Stimme in gewisser Weise beeinflussen können. Denn die Bundestagswahl ist in aller Munde und wird auch unter uns stark diskutiert. Familie und Freunde werben für „ihren“ Kandidaten. Der Vorteil: Ich werde auf einige Aspekte aufmerksam gemacht, die mir so vorher nicht bewusst waren und mich zum Nachdenken anregen.

Ich habe das Gefühl, dass vor allem die Meinung meiner Eltern mir hinsichtlich der Wahl und der Kandidaten wichtig ist. Denn sie sind für mich Vorbilder und nach den Normen und Werten, die sie mich gelehrt haben, strebe ich und lege Wert auf diese. So auch bei meiner Wahl eines Bundestagskandidaten.

Wähle ich wirklich frei? – Mein Fazit
Meiner Meinung nach sollte sich jeder selbst eine Meinung bilden. Dabei schadet es allerdings nicht, gewissen Input von außerhalb, zum Beispiel durch den engsten Kreis, zu bekommen. So könnt ihr verschiedene Eindrücke bekommen, unterschiedliche Meinungen vergleichen und neue Blickwinkel gewinnen. Auch die Werbung der Parteien ist hilfreich bei der Entscheidung, vor allem durch den direkte Kontakt im Alltag. Hier können noch offene Fragen beantwortet werden und man bekommt einen ganz anderen Bezug zu der Partei – auch wenn es in diesem enormen Maß lästig werden kann.

Meine Entscheidung habe ich nicht zuletzt getroffen, indem ich mich im Vorfeld über die verschiedenen Wahlprogramme der Parteien informiert habe. Das hat die Auswahl schon mal etwas eingegrenzt. Außerdem haben mir einige Fernseh-, Radiobeiträge und Zeitungsartikel bei meiner Entscheidung geholfen – ebenso wie Gespräche mit Verwandten und Freunden. Am Ende zählt meiner Meinung nach vor allem die Sympathie, die man für einen Kandidaten aufbringt und wie sich dieser präsentiert.

Egal, wie man sich letzten Endes entscheidet, wichtig ist es überhaupt zu wählen und sich somit für seine politischen Anliegen einzusetzen – also auf in die Wahllokale!