Karneval der Kulturen – „Andere Länder, andere Sitten“

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Gehört für die Deutschen zum Karneval dazu: Konfetti, Luftschlangen, Verkleidungen und „Faschingskrapfen“ (Foto: Alexandra H./ pixelio.de)

Der Startschuss für die „jecke Zeit“ ist bereits am 11.11 um 11:11 Uhr gefallen und seitdem sind schon einige Prunk- und Kappensitzungen abgehalten worden. Das große „Finale“ der Karnevalszeit steht uns jedoch jetzt erst kurz bevor. Ein besonderes Highlight stellen dabei selbstverständlich die Rosenmontagszüge in den Fastnachtshochburgen Mainz und Köln dar, doch auch in anderen Teilen Deutschlands wird sich verkleidet, mit Kamellen geworfen und ausgelassen auf der Straße gefeiert. Doch während sich auch hierzulange die Bräuche teilweiße schon stark unterscheiden – so ist die in Köln traditionelle „Nubbelverbrennung“ am Karnevalsdienstag im Süden Deutschlands weitestgehend unbekannt – ist es noch interessanter, sich passend zur 5. Jahreszeit einmal den Karneval in anderen Kulturen anzuschauen. Klar, jeder hat schon einmal vom berühmten brasilianischen Karneval mit den farbenprächtigen Umzügen und seinen freizügigen Samba-Tänzerinnen und Tänzern gehört, doch wie sieht es aus mit den Traditionen in Russland, den USA oder unserem Nachbarn, der Schweiz?

Die „Butterwoche“ in Russland: Pfannkuchen, Volksmusik und sportliche Wettkämpfe

Karneval wird in Russland „Maslenitsa“ genannt, was so viel heißt wie „Butterwoche“. Und tatsächlich war es früher üblich, dass an diesen Tagen vorwiegend Nahrungsmittel aus Milch verzehrt wurden. Auch heute ist es noch üblich an Karneval heiße Pfannkuchen, traditionell mit Honig, Kaviar und Wodka, zu verzehren. Dabei wird zu russischer Volksmusik getanzt und sich in sportlichen Wettkämpfen gemessen, wie beispielsweise dem Hochklettern an Holzpfählen. Ähnlich wie die bereits angesprochene Nubbelverbrennung in Köln bildet auch in Russland das Anstecken der sogenannten „Maslenitsa-Puppe“ den Höhepunkt der Veranstaltung – sie soll den Winter vertreiben und das Frühjahr einläuten.

Bunte Paraden in New Orleans – Der „Mardi Gras“

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Ob „Mardi Gras“, Fasching oder Karneval: Gefeiert wird in der 5. Jahreszeit beinahe überall auf der Welt. (Foto: Timo Klostermeier/ pixelio.de)

Der Name „Mardi Gras“ für den Karneval in den USA kommt aus dem Französischen und heißt übersetzt „fetter Dienstag“. Seinen Ursprung hat diese Bedeutung im Religiösen: Früher hat man kurz vor Beginn der Fastenzeit darauf geachtet, nochmals besonders fett- und reichhaltige Nahrungsmittel zu sich zu nehmen – die sogenannte „Woche der sieben fetten Tage“. Der letzte Tag vor Aschermittwoch war demnach der „Fette Dienstag“, also „Mardi Gras“. Inzwischen werden alle Veranstaltungen zwischen dem 11.11 und dem Aschermittwoch so bezeichnet – und besonders New Orleans ist für seinen ausgelassenen „Mardi Gras“ bekannt. Die Paraden, die um diese Zeit durch die Straßen ziehen, sind von unterschiedlichsten kulturellen und musikalischen Eindrücken geprägt und sind so vielfältig wie ihre Besucher. Traditionell werden statt Süßigkeiten Perlenketten und Münzen aus Plastik von den Wägen geworfen. Gegessen wird der „Königskuchen“ (King Cake), angereicht mit Kaffee, Zimt, Beeren und Sahne – häufig eingefärbt in den Farben des „Mardi Gras“: violett, grün und gold.

Ein Umzug vor Sonnenaufgang – der düstere Karneval in Basel

Während sich der Karneval in den meisten Teilen der Welt tagsüber mit lauter Musik und bunten Kostümen abspielt, bildet in Basel der sogenannte „Morgestraich“ den Auftakt der Karnevalszeit – und das nicht nur am Montag nach Aschermittwoch, sondern auch um vier Uhr morgens! Zu diesem Zeitpunkt wird in der ganzen Stadt die Straßenbeleuchtung abgestellt, das einzige Licht kommt noch von den Laternen der sogenannten „Fastnachtscliquen“. Diese Gruppen von maskierten Pfeifern und Trommlern ziehen dann durch die Straßen von Basel und sorgen für eine einzigartige Atmosphäre. Das Spektakel geht 72 Stunden, innnerhalb derer die meisten Kneipen und Wirtschaften durchgehend geöffnet haben. Dort wird gefeiert und traditionelle Fastnachtsspeisen, wie zum Beispiel Mehlsuppe oder „Käsewähe“ (Käsekuchen) gegessen.

…. Und noch ein Tipp zum Schluss:

Wie man sieht, gibt es die unterschiedlichsten Wege und Traditionen, wie man Karneval verbringen kann, doch eines ist fast überall gleich: Die Menschen kommen zusammen, um ausgelassen zu feiern und das Leben zu genießen. Solltet ihr Lust bekommen haben, auch innerhalb Deutschlands mal ein Fest der etwas anderen Art zu feiern, würde ich den „Karneval der Kulturen“ in Berlin empfehlen – auch hier treffen die unterschiedlichsten Musik- und Lebensstile zusammen, um eine einzigartig vielfältige Parade zusammen zu stellen.

Blogger Bazaar – coole Tunes, kalte Drinks und entspanntes Networken

Die Stadt der Messe, die Stadt des Flughafens und jetzt auch für einen Tag absolute Modemetropole. In Frankfurt hat am letzten Samstag (26.04.2014) das Modeblogger-Event Blogger Bazaar stattgefunden. Ein Event nicht nur für Blogger, sondern auch für begeisterte Modeblog-Leser.

Ideenreich: Lisa Banholzer ist einer der kreativen Köpfe des Blogger Bazaars. (Foto: Eyecandy)

Ideenreich: Lisa Banholzer ist einer der kreativen Köpfe des Blogger Bazaars. (Foto: Eyecandy)

Die Idee des Blogger Bazaars ist, laut Lisa Banholzer von Blogger Bazaar, Blogger und modeinteressierte Blogleser live und in Farbe zusammen zu bringen. „Wir fanden es schade, dass Blogger mit ihren Lesern immer nur über das Internet im Kontakt waren und sich nie persönlich treffen konnten. Also war es unser Plan bloggers, people and brands in der Offline-Welt zusammen zu bringen.“ Seit Oktober 2013 tourt das Team mit dem Bloggerevent in der Bundesrepublik rum. Frankfurt ist die vierte Veranstaltung. „ Nach München, Hamburg und Berlin haben uns unsere Fans nach Frankfurt gelockt. Frankfurt ist eine coole und sympathische Stadt. Die Leute hier sind super locker und die Stimmung hier ist einfach spitze“, schwärmt Lisa begeistert von der Mainmetropole.

„Wir haben wirklich einen Traumjob, auch wenn wir natürlich viel Arbeit rein stecken müssen. Ein Startup direkt nach dem Studium birgt nach natürlich auch ein hohes Risiko. Aber wir machen was mit Mode, Bloggern und mit Freundinnen. Bei uns herrscht echte Frauenpower.“ Wir, das sind drei Freundinnen die nach ihrem Studium der Betriebswirtschaft und des Kommunikationsdesigns ihre eigenen Ideen verwirklichen wollen. Ihre Idee, ist vor allem Modebegeisterte zusammen zu bringen, ob Blogger und Blogleser oder Blogger und Marken. So haben die drei Mädels zum Beispiel auch schon ein Bloggershooting für myclassico.com organisiert. „Das tolle an unserem Job ist auch, dass wir zu einigen Bloggern, die uns als Partner zur Seite stehen, schon echte Freundschaften aufgebaut haben und das macht auch die gute Stimmung auf unseren Events aus.“

Überraschend: Mit einem Goodiebag wurden die Besucher beschenkt. (Foto: V.Wahlig)

Überraschend: Mit einem Goodiebag wurden die Besucher beschenkt. (Foto: V.Wahlig)

Die Frankfurter-Besucher ließen sich nicht zweimal bitten und stürmten den Veranstaltungsort, das Palais Frankfurt. In großer Erwartung auf ein hautnahes Treffen mit ihren Lieblingsbloggern und der Möglichkeit die angesagten Trends gleich mit nach Hause nehmen zu können, warteten die Besucher  schon vor Beginn der Veranstaltung gespannt auf den Blogger Bazaar.

Stylisch: Vor allem die weiblichen Bloggerfans gingen auf Schnäppchensuche. (Foto: V.Wahlig)

Stylisch: Vor allem die weiblichen Bloggerfans gingen auf Schnäppchensuche. (Foto: V.Wahlig)

Das stylische Design des Palais schaffte eine coole Stimmung, die von einem DJ und vielen kleinen Überraschungen begleitet wurden. Goodiebags, Eis und Sekt verführten die Modesüchtigen zum Kaufen der Styles ihrer Blogger, die sie sonst nur über Social-Media kennen. Besonders beliebt war der Stand der Jeansfirma Mavi. Zusammen mit Bloggerstar Masha Sedgwick konnten die Besucher ihr eigenes T-Shirt gestalten. So wurde aus einem einfachen T-Shirt ein echt persönliches Kleidungsstück mit Zeug zum Fashionitem. Frei nach dem Motto „Don’t call it Flohmarkt“ gab es neben einigen wenigen Designerstücken, vor allem Kleidung der großen Ketten aus Second Hand.

Modisch: Zusammen mit Masha Sedgwick hatten die Besucher viel Spaß. (Foto: V.Wahlig)

Modisch: Zusammen mit Masha Sedgwick hatten die Besucher viel Spaß. (Foto: V.Wahlig)

„Ich hätte mir mehr erwartet und dachte ich würde ein paar coole Styles shoppen“ so eine Besucherin. Eine andere Besucherin meinte hingegen:„Ich hab gerade eine mega coole Sonnenbrille, eine Tasche und eine einzigartige Statement-Kette ergattert.“

Mehr Infos zum Blogger Bazaar findet ihr auf der Internetseite des Blogger Bazaar Teams.

Vorschau: Auch im Mai geht es modisch weiter.

„Ein guter Vorsatz ist der erste Schritt“

„Ein guter Vorsatz ist der erste Schritt“

Von links: Anja Rambacher, Denis Pollach, Janita Sharifi, Sebastian Spies und Alexandra Perlowa (Fotos: privat)

Mit dem Rauchen aufhören, das Studium erfolgreich beenden, mehr Zeit mit den Liebsten verbringen – zu Beginn des neuen Jahres werden fleißig gute Vorsätze gesammelt. Was aber nehmen sich die Face2Face-Mitarbeiter für 2013 vor? Und wie haben sie Silvester verbracht? Fünf Face2Face-Autoren packen aus:

 „Ich feiere Silvester lieber mit Freunden zu Hause als in Clubs oder auf großen Plätzen“, sagt Anja Rambacher. Die Leiterin der Face2Face-Sportredaktion bevorzugt lockere Atmosphäre und gemeinsame Feierei am letzten Tag des Jahres. „Ich habe die letzten Jahre immer mit etwa zwanzig Leuten bei einer gemeinsamen Freundin Silvester verbracht und jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, sprich bei den Vorbereitungen geholfen“, erzählt sie, „ in diesem Jahr gab es gleich doppelt Anlass zum Feiern: Ein Freund von mir hat am 1. Januar Geburtstag und das haben wir mit einer riesigen Hausparty gefeiert.“ Obwohl sie sich bisher noch nie Neujahrsvorsätze gemacht habe, habe sie sich für 2013 einen Klassiker vorgenommen: Bis zum Sommer möchte sie ein paar Kilo abspecken. „Ich esse leider viel zu gerne, deswegen möchte ich in Zukunft bewusster auf meine Ernährung achten“, fügt die 22-Jährige hinzu. Was man sich vornehme, müsse man aber auch wirklich wollen und es nicht nur einfach so dahersagen, aber „ein guter Vorsatz ist der erste Schritt zur Umsetzung“, so Rambacher.

„Ein guter Vorsatz ist der erste Schritt“

Verbrachte Silvester mit seiner Verlobten in der Schweiz: Denis Pollach (Foto: privat)

 Auch Denis Pollach (22), der Face2Face beratend zur Seite steht, findet es gut Vorsätze zu haben. „Auch wenn man mal seinen Vorsatz nicht erreicht hat, so hat man dennoch einen Schritt in die richtige Richtung getan“, ist sich der Student sicher. Seine Vorsätze für 2012 – mehr Sport treiben und abnehmen – habe er erfolgreich umsetzen können: „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man zur Abwechslung auch mal einen guten Vorsatz umgesetzt hat!“ Für 2013 nehme er sich vor seine Bachelorarbeit sehr gut abzuschließen und eine Arbeitsstelle zu bekommen, erzählt er. Auch möchte er weiterhin viel Sport treiben. Die Neujahrsnacht verbrachte er gemeinsam mit seiner Verlobten und einem befreundeten Pärchen in der Schweiz. „Wir haben gemütlich etwas gegessen und danach den Nachthimmel mit Feuerwerk beobachtet – ein rundum gelungenes Silvester“, findet er.

„Ein guter Vorsatz ist der erste Schritt“

Beim gemeinsamen Silvesteressen mit Freunden: Janita Sharifi (links) (Foto: privat)

 „Feiertage wie Silvester – nein, danke!“, findet Tipps&Tricks-Mitarbeiterin Janita Sharifi. Im Dezember gebe es eindeutig zu viele Feiertage und von genießen könne da keine Rede sein, sagt sie. Die meisten befänden sich im Weihnachtsstress und jeder wolle an Silvester etwas Besonderes machen. „Was mir aber dennoch gut gefällt, ist die Tatsache, dass man zurückblicken kann“, erzählt die 22-Jährige, „selbst die Menschen verhalten sich viel herzlicher an dem Tag. Außerdem kann Silvester auch Hoffnung für ein erfolgreicheres nächstes Jahr mit noch mehr persönlichen Projekten geben.“ Deshalb hat die Studentin ein paar gute Vorsätze ins Auge gefasst: „Ich hoffe, dass ich 2013 meiner Familie und Freunden mehr Zeit widmen kann. Außerdem möchte ich noch mehr reisen, eine weitere Sprache lernen und einem weiteren sportlichen oder kreativen Hobby nachgehen. Vor allem aber, strebe ich das Organisieren eines klassischen Konzerts an.“ Vorsätze hält sie für sinnvoll, sofern die Ziele klar formuliert und realisierbar seien.

 Die Umsetzung seiner guten Vorsätze sei ihm 2012 „mehr oder weniger gelungen“, sagt Sebastian Spies, neues Mitglied der Musik-Redaktion. Für 2013 nimmt sich der 21-Jährige vor weiterhin fleißig seinen Weg zu gehen, aber auch nie zu vergessen woher er komme. „Gute Vorsätze sind in der Regel nicht schlecht“, findet er, „sie zeigen, dass sich Personen darum bemühen, sich positiv zu verändern.“ Silvester habe er gemeinsam mit Freunden in Landau verbracht. Obwohl es ein Tag wie jeder andere sei, komme es einem so vor, als würden die Karten neu gemischt – „man kann wieder mit neuem Mut neue Chancen wahrnehmen“. Weniger gut gefalle ihm, dass man meistens gar nicht weiß, wie man das vorherige Jahr eigentlich verbracht hat. „Es wird einem klar, dass man seine Vorsätze nicht eingehalten hat und dass man nicht alles tun konnte, was man vorhatte. Oft kommt es auch vor, dass man Schicksalsschläge des Jahres noch einmal durchlebt“, so der Auszubildende.

 Grenzenloses Geböller in der Nacht, das den Schützen zudem leider oft zum Verhängnis werde, kann Kolumnistin Alexandra Perlowa nicht leiden. Die vielen guten Wünsche, die man zum Jahreswechsel erhält und überhaupt das Zwischenmenschliche an Neujahr gefallen der 20-Jährigen hingegen sehr gut. „An Silvester haben wir es auf dem Dorf mit Freunden ruhig angehen lassen“, erzählt sie. Die Nähe zu lieben Menschen habe in diesem Jahr im Vordergrund gestanden. Nachdem sie in 2012 mehr geschafft habe, als sie erwartet hätte, besteht ihr einziger Vorsatz für 2013 daraus der Faulheit den Kampf anzusagen. Vorsätze können ihrer Meinung nach Start- und Orientierungshilfe geben – „alles Weitere sollte man dem Schicksal überlassen!“

Vorschau: Am Dienstag, 22. Januar, gibt es im Panorama ein erstes Review zur Speyerer Postgalerie.

Weniger prickelnd: Die Sektsteuer

Weniger prickelnd: Die Sektsteuer

Machen nur wenig aus: Die Einnahmen über die sogenannte Schaumweinsteuer (Quelle: BMF)

Vor genau einer Woche hieß es vielerorts wieder: Lasst die Korken knallen! Schließlich will das neue Jahr gebührend willkommen geheißen werden. Und was gehört zu Silvester wie Countdown und Feuerwerk? Richtig: Ein Glas Sekt.

Weniger prickelnd ist dagegen die Tatsache, dass auf den sogenannten Schaumwein seit 100 Jahren eine Steuer erhoben wird. 1902 wurde sie zur Finanzierung der deutschen Kriegsflotte eingeführt, während der Wirtschaftskrise kurzfristig ausge-setzt, um dann 1939 als sogenannter Kriegszuschlag erneut erhoben zu werden. Im Vergleich mit anderen Steuerarten machte die Schaumweinsteuer 2011 mit 454 Mio. Euro übrigens nur etwa 0,08 % der Gesamteinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden aus.

Laut Statistischem Bundesamt lag der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch an Sekt im Jahr 2011 bei etwa fünf handelsüblichen 0,75 Liter-Flaschen. Wie viel Schaumweinsteuer zahlt nun aber ein durchschnittlicher Bürger pro Jahr? Über den sogenannten Sektsteuer-Rechner auf FOCUS MONEY Online lässt sich ermitteln, dass man für eine 0,7 Liter-Flasche „Sekt, Champagner, Prosecco (mehr als 6 % Alkohol)“ pro Monat jährlich zwölf Euro an Sektsteuer bezahlt. Demzufolge entfällt etwa ein Euro pro 0,75 Liter-Flasche auf die Sektsteuer – jeder Deutsche zahlte 2011 also durchschnittlich fünf Euro an Sektsteuer.

Weniger prickelnd: Die Sektsteuer

Antworten auf die Frage: Wussten Sie, dass auch Sekt mittels der sogenannten Sekt- bzw. Schaumweinsteuer besteuert ist? (Diagramm 1: T. Gartner)

Grund genug einmal nachzufragen, wie bekannt die Schaumweinsteuer eigentlich ist, ob aufgrund der Steuer weniger Sekt gekauft wird und ob sie als gerechtfertigt empfunden wird. Hierzu hat Face2Face 100 Personen im Alter von 14 bis über 40 Jahre befragt. Ihr kanntet die Schaumweinsteuer bisher nicht? – Keine Sorge! Damit seid ihr nicht alleine. Während 58 % der Umfrage-Teilnehmer auf die Frage, ob sie sich über die Erhebung der Bier- und Branntweinsteuer bewusst wären, mit Ja antworteten, gaben nur 44 % an zu wissen, dass auch auf Sekt eine Steuer erhoben wird. Dass es starke Diskrepanzen zwischen dem Wissen von der Bier-/Branntweinsteuer und der Schaumweinsteuer gibt, wird besonders in der repräsentativsten Gruppe der Befragten, den 20- bis 30-Jährigen, deutlich (Vgl. Diagramm 1). Hier sind sich 60 % darüber im Klaren, dass auf Bier und Branntwein eine Steuer erhoben wird; jedoch wissen nur 42 %, dass eine Schaumweinsteuer existiert. Die Schaumweinsteuer ist damit wesentlich unbekannter als die Bier- und Branntweinsteuer.

Weniger prickelnd: Die Sektsteuer

Antworten auf die Frage: Kaufen Sie aufgrund der Steuer bewusst weniger Sekt bzw. kaufen Sie nun, da Sie über die Zweckungebundenheit der Steuer Bescheid wissen, weniger Sekt? (Diagramm 2: T. Gartner)

Wie das zweite Diagramm zeigt, gaben 89 der insgesamt 96 Personen, die auf die Frage „Kaufen Sie aufgrund der Steuer weniger Sekt bzw. kaufen Sie nun, da Sie über die Zweckungebundenheit der Steuer Bescheid wissen, weniger Sekt?“ antworteten, an, aufgrund der Steuer nicht weniger Sekt zu kaufen. Nur vier Teilnehmer beantworteten die Frage mit Ja. Da der Unterschied zur synonymen Frage bezüglich der Bier- und Branntweinsteuer ein ähnliches Ergebnis brachte – zwei von 96 Personen lassen sich bei der Kaufentscheidung von der Steuer beeinflussen, 90 Teilnehmern gaben an aufgrund der Steuern nicht weniger Bier und Branntwein zu kaufen – ergibt sich, dass die Steuern auf alkoholische Getränke nur minimale Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Konsumenten hat.

Aufgrund dessen könnte man vermuten, dass die Steuer als gerechtfertigt wahrge-nommen oder zumindest akzeptiert wird. Die Umfrage ergab jedoch etwas anderes: Wie in Diagramm 3 zu sehen ist, empfindet die Mehrheit der Befragten, nämlich 66 von 97 Teilnehmern, die Schaumweinsteuer als ungerechtfertigt. Die Argumentatio-nen sind vielfältig, vor allem jedoch der ursprüngliche Einsatz der Schaumweinsteuer zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte und die heutige, damit einhergehende Zweckungebundenheit stößt auf großes Unverständnis: „Genauso «unnötig» wie – mittlerweile – der Solidaritätszuschlag“, „Nicht mehr zeitgemäß“ und „Weil sie jetzt völlig ungerechtfertigt erhoben wird und auch nicht ersichtlich ist, was damit passiert, also wem oder was sie zugutekommt“ kommentieren die Umfrage-Teilnehmer.

Weniger prickelnd: Die Sektsteuer

Antworten auf die Frage: Die Sekt- bzw. Schaumweinsteuer wurde 1902 zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte eingeführt und wird heute – trotz Änderung der Verhältnisse – nach wie vor erhoben und das zusätzlich zur Mehrwertsteuer. Finden Sie das gerechtfertigt? (Diagramm 3: T. Gartner)

Die 27 Befragten, welche die Schaumweinsteuer als gerechtfertigt empfinden, argumentieren unter anderem mit der Tatsache, dass alkoholische Getränke zu den Genussmitteln zählen und diese zum Leben nicht notwendig seien. Besonders zuge-spitzt formuliert ein Teilnehmer: „Alkohol fällt unter Drogen. Muss nicht unterstützt werden“.

Die meisten der Antworten lassen jedoch auf Passivität und Resignation der Befrag-ten gegenüber der Erhebung der Schaumweinsteuer deuten: „Für irgendetwas wird es schon genutzt werden.“, „Alles wird besteuert, warum also nicht auch der Sekt?“, „Steuern werden einfach benötigt –> Sozialstaat“.

Die Umfrage hat gezeigt, dass die Schaumweinsteuer weitestgehend unbekannt ist. Darüber hinaus fühlen sich die Befragten nicht ausreichend über die Verwendung der durch die Steuer eingenommenen Gelder informiert. Um diese Problematiken zu lösen, ist es notwendig Informationen zu diesem Thema transparenter zu gestalten und somit Verständnis bei den Bürgern schaffen.

Da die Mehrheit der Befragten angab, in erster Linie durch die Medien von der Bier-, Branntwein- und Schaumweinsteuer erfahren zu haben, ist der logische Schluss daraus, dass die Medien mit der wichtigen Aufgabe der Wissensvermittlung betraut werden. Informationen zur Schaumwein- und anderen Steuern sollten dabei altersgerecht aufgearbeitet werden. Wirtschafts- und Politikmagazine sind oftmals auf älteres, überdurchschnittlich gebildetes Publikum ausgelegt; die Informationen sollten jedoch auch für Jugendliche und junge Erwachsene zugänglich gemacht werden. Dieser Lösungsansatz fördert möglicherweise die Bekanntheit der Schaumweinsteuer, aber vor allen Dingen das Verständnis und die Nachvollziehbarkeit seitens der Bürger.

Info:
Wer wissen möchte, wohin die Steuereinnahmen aus dem Jahr 2012 fließen, kann sich HIER schlau machen.

 

Umfrage zur Sektsteuer

Umfrage zur Sektsteuer

Ist besteuert: Sekt (© Katie O’Neill / pixelio.de)

Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer – in Deutschland wimmelt es nur so von Steuern.

Im Januar möchte sich die Wirtschaft&Politik-Redaktion einer ganz bestimmten Steuer widmen: Der Sektsteuer. Und dafür benötigen wir eure Hilfe! Nehmt euch fünf Minuten Zeit und beantwortet zehn kurze Fragen. Das Ergebnis der Umfrage gibt´s dann spätestens im Januar auf Face2Face.

Danke vorab für eure Mithilfe!

HIER geht´s zur Umfrage!