Von und Für Studierende: Ohne Stress durchs Studium

Prüfungsstress und Koffein

Prüfungsstress: wenn eine Deadline die Nächste jagt. (Foto: J. Feth)

Ich spreche aus eigener Erfahrung, wenn ich sage, dass ein Studium zu einer gewissen Zeit im Jahr mit sehr viel Stress verbunden ist. Meistens fällt dieser Zeitraum in die sogenannte Klausurenphase, in der eine Deadline die nächste jagt und Studierende sich vor Klausuren kaum retten können. Mit Tipps meiner Eltern wie „Fang doch einfach früher an zu lernen“, kann ich schon lange nichts mehr anfangen. Da wir uns nun langsam aber sicher dem neuen Jahr nähern, habe ich mich unter Studierenden mal umgehört und nachgefragt, welche Tipps sie haben, um stressfrei durchs Studium zu kommen. Ein neues Jahr bedeutet ja schließlich auch neue Vorsätze und wer freut sich nicht über ein bisschen weniger Stress während der Prüfungszeit?

Fünf Tipps für weniger Stress im Studium

Tipp Nummer 1: Genug Schlaf

Mit Schlaf während des Studiums, aber vor allem während der Klausurenphase ist das so eine Sache. Manche schaffen es tatsächlich, die von Experten empfohlenen acht Stunden einzuhalten, in denen der Körper Zeit hat seine Energiereserven wieder aufzufüllen. Andere hingegen schlagen sich mit fünf bis sechs Stunden Schlaf durch die Studienzeit. Allerdings ist genau das ein entscheidender Faktor, der in Stresssituationen beachtet werden sollte, um den Körper und auch das Gehirn nicht überzustrapazieren. Ausreichend Schlaf kann gut dabei helfen, das Stresslevel zu senken und für die nötigen Erholungsphasen zu sorgen, die der Mensch vor allem in Dauerstress-Situationen dringend braucht. Wer also von morgens bis abends am Schreibtisch verbringt und wieder einmal viel zu viel Lernstoff in viel zu kurzer Zeit in sein Hirn hämmern muss, sollte darauf achten, die Nacht mit mindestens acht Stunden Schlaf zu füllen.

Tipp Nummer 2: Organisation ist alles

Wenn die Klausur nun immer näher rückt und die Panik den Körper überfällt, ist Organisation der Schlüssel zur Stressreduzierung. Dabei helfen kann beispielsweise ein Arbeitsplan, in dem zu lernende Themen aufgelistet werden und eine Deadline bestimmt wird, bis wann die Themen gelernt sein sollen. Diese Methode unterstützt dabei, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen und die wirren Gedanken im Kopf zu ordnen. Auch Unterlagen sortieren oder To-Do-Listen schreiben kann hilfreich sein, um Struktur in den Lernprozess zu bringen.  Ist im Hirn erstmal Ordnung eingekehrt, ist es auch einfacher sich dem Lernstoff zu widmen und nach und nach die Themen abzuarbeiten. (Nur sollte das Aufräumen nicht zum Prokrastinieren genutzt werden!).
Auch ein ordentlicher Schreibtisch – befreit von jeglichen Störfaktoren wie Smartphones oder anderen elektronischen Geräten – ermöglicht eine stressfreie Lernatmosphäre.

Tipp Nummer 3: Anspannung und Entspannung

So wie ein erholsamer Schlaf in der Nacht dem Körper ermöglicht seine Energiereserven wieder aufzufüllen, ist es für den Körper während stressiger Phasen notwendig, auch einmal zu entspannen. Nach jeder Anspannungsphase sollte daher eine Entspannungsphase folgen. So ist es ratsam, nach ein bis zwei Stunden konzentrierten Lernens eine 20-minütige Pause einzulegen, in der man den Kopf auf andere Gedanken bringt und die Aufmerksamkeit auf etwas völlig anderes lenkt.

Sport, Menschen in Bewegung gegen Stress

In Bewegung: mit Sport gegen den Stress ankämpfen. (Foto: Klicker ( pixelio.de)

Da es unterschiedliche Arten von Menschen gibt, kann diese Entspannungsphase für jeden etwas anderes sein: Sport treiben, spazieren gehen, sich mit Freunden auf einen Kaffee treffen oder einfach nur etwas lesen. Das alles kann dem Körper helfen, sich einem Rhythmus anzupassen und dadurch das Stresslevel zu reduzieren. Wichtig dabei ist: Die Entspannungsphase sollte nicht zu lange dauern, da sonst der Einstieg in die Anspannungsphase erschwert wird.

Tipp Nummer 4: Einfach mal das Handy weg!

In Zeiten von sozialen Netzwerken und fortgeschrittenen Technologien kann auch das Smartphone einen der größten Stressfaktoren in unserem Leben darstellen. Das Gefühl, immer auf dem neusten Stand sein zu müssen oder einfach mal die Bilder durch zu schauen die auf Instagram gerade erscheinen kann in unserem Körper Stress auslösen, selbst wenn wir diese kurze „Auszeit“ nicht als Stress empfinden. Daher gilt: Während der Lernphase einfach mal das Smartphone auf lautlos stellen und außer Sichtweite platzieren. So wird man auch von einem aufleuchtenden Bildschirm nicht abgelenkt oder hat das Bedürfnis, schnell auf ankommende Nachrichten antworten zu müssen.

Ohne den Störfaktor Smartphone ist es besser möglich, sich auf den zu lernenden Stoff zu konzentrieren und ohne Abschweifungen bei einem Thema zu bleiben. Ganz anders sähe es aus, wenn das Smartphone durchgehend dafür sorgen würde, die Aufmerksamkeit auf alles andere zu lenken, nur nicht auf die Prüfungsvorbereitungen.
Dadurch können wir also unser Stresslevel deutlich reduzieren und uns auf eine Sache zu einem Zeitpunkt fokussieren. Pausen können dann dazu dienen, das Bedürfnis nach Neuigkeiten zu stillen oder den neuesten Trend auf Instagram, Twitter und Co. zu verfolgen.
Wer wissen will wie es sich eine Woche ohne Smartphone lebt und ob das unser Leben wirklich stressfreier macht, der kann hier mal vorbeischauen.

Tipp Nummer 5: Sport oder Meditation

Bereits zuvor wurde erwähnt, dass auf Anspannungsphasen auch Entspannungsphasen folgen sollten. Für viele Menschen ist daher Sport ein besonders guter Weg, den Kopf frei zu bekommen und für eine Weile abzuschalten. Des Weiteren wird durch Bewegung der Kreislauf angeregt und das Gehirn mit Sauerstoff versorgt. Dadurch lässt es sich nach einer kurzen Sporteinheit konzentrierter und fokussierter arbeiten, was auch den Stressfaktor lindert.

Auch das Meditieren kann eine stressreduzierende Wirkung auf den Körper haben. Durch Videos aus dem Internet ist es auf einfachstem Weg möglich zu lernen, wie man seine Atmung kontrollieren kann und sich seines Körpers bewusst wird. Besonders zwischen Lerneinheiten können ohne großen Aufwand Übungen eingelegt werden, die dem Körper auf eine spezielle Art und Weise helfen, sich zu entspannen. Mehr über das Thema Meditieren lest ihr hier.

Bloß keinen Stress!
Alles in allem kann Stress unterschiedlich bekämpft oder reduziert werden. Die hier aufgeführten Tipps stellen lediglich eine kleine Auswahl aus unzähligen Möglichkeiten dar, die anwendbar sind, aber nicht für jeden Typ geeignet sein müssen. Letztendlich ist es wohl doch besser den altbekannten Rat anzunehmen und rechtzeitig und früh genug anzufangen, für die Prüfungen zu lernen. Und wer diese Weisheit vor der nächsten Prüfungsphase wieder einmal nicht beherzigt hat, der sei beruhigt: An den meisten Universitäten gibt es einen Zweit- oder Drittversuch für Prüfungen, in denen man im ersten Durchgang durchgefallen ist. Also bloß keinen Stress, der nächste Versuch wird hoffentlich besser!

Gut geträumt?

Gut geträumt? Nächtliche Träume sind oft schemenhaft und wirr (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Gut geträumt? Nächtliche Träume sind oft schemenhaft und wirr (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Jede Nacht wünsche ich meinen Kindern süße Träume, wenn ich sie ins Bett bringe. In meiner Nachtischschublade liegt ein Notizbuch für besonders inspirierende oder bewegende Träume. Und einer der bedeutendsten Aussprüche, den wir medial immer wieder vorgespielt bekommen, ist Martin Luther Kings „I have a dream“. Selbst die knallharten Realisten unter uns können sich für ihren nächtlichen Gedanken nicht verstecken, können sie maximal ausblenden. Und auch wenn wir jede Nacht träumen, erinnern wir uns nicht immer daran.

Dabei benutzen wir den „Traum“ für zwei, ziemlich gegensätzliche Dinge. Zum einen den nächtlichen Traum, mit dem unser Gehirn die Geschehnisse des Tages versucht zu ordnen und uns manchmal damit ganz schön verwirrt. Schulstress lässt uns im Traum schon mal ohne Hosen durch die Korridore eilen, wir träumen von Prüfungen, Arztbesuchen und nicht zu Letzt von Menschen, die uns irgendwie beeinflussen. Und dann gibt es den Traum, den auch King angesprochen hat, der mehr eine Vision ist, eine Wunschvorstellung, kein unterbewusster Gehirn-Ordnungs-Mechanismus. Und wie die nächtlichen Träume gehören auch diese „Lebensträume“ fest zu unserem Sein. Ob was wir später einmal werden wollen, wie unser Leben mit diesem oder jenem Schwarm aussehen könnte, was passieren würde, wenn dies oder jenes geschehen könnte.

Geträumte Möglichkeiten. Nächtliche Träume und Wunschvorstellungen sind sich manchmal gar nicht so unähnlich (© Bernd Kaspar / pixelio.de)

Geträumte Möglichkeiten. Nächtliche Träume und Wunschvorstellungen sind sich manchmal gar nicht so unähnlich (© Bernd Kaspar / pixelio.de)

Die Wahrheit ist auch, wir können ohne beiden Arten von Träumen gar nicht bestehen. Nächtliche Träume, selbst wenn wir uns nicht daran erinnern können, ereilen uns jede Nacht. Sie nutzen uns, sorgen dafür dass bestimmte Dinge vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis gelangen. Wir brauchen unsere nächtlichen Träume. Wer nur so kurz schläft, dass er das Stadium der Träume, das REM-Stadium, nicht erreicht, fühlt sich gerädert, egal wie oft er schläft. Wir lernen dadurch, wir entspannen uns, wir verarbeiten. Ich merke immer wieder, wie mein Gehirn mehr braucht, als nur Schlaf. Wenn ich beispielsweise durch ein Kind die Nacht immer wieder nur für kurze Etappen schlafen kann, egal wie lange diese Etappen zusammengenommen sind, ist mein Gehirn danach auf Minimalleistung. Schlafe ich dagegen kurz, aber an einem Stück so lange, dass ich zumindest geträumt habe, bin ich wesentlich erholter.

Doch auch die anderen Träume, die Wunschvorstellungen, die wir uns durchaus bewusst setzten, brauchen wir. Ich möchte nie den Punkt erreichen, an dem alle meine Träume erfüllt sind. Wer keine Träume mehr hat, hat nichts mehr. Sie treiben uns an, sorgen dafür, dass wir aufstehen, dass wir den Alltag durchstehen und uns auf kleine Freuden konzentrieren. Es sind Etappen, die wir erreichen wollen. Manche können wir erreichen, denn dahinter steht gleich der nächste Traum, die nächste Etappe, die uns wieder antreibt.

Ausgeträumt? Lebensziele treiben uns an, darum brauchen wir immer wieder neue (© Peter Smola / pixelio.de)

Ausgeträumt? Lebensziele treiben uns an, darum brauchen wir immer wieder neue (© Peter Smola / pixelio.de)

Immer wenn ich jemanden jammern höre, dass er seine Träume nicht verwirklichen kann, denke ich, ob er das wirklich will. Es gibt Träume, die will ich nicht verwirklichen. Sie zu erreichen würde mich träge machen, mir schließlich Lethargie einbringen. Ich hätte nichts mehr, wonach ich streben kann. Jedes Glück existiert nur, wenn wir wissen, was Unglück ist, was der Gegensatz dazu war. Wir können nur glücklich sein, wenn noch etwas vor uns liegt, was wir erreichen können. Ich möchte viel erreichen, immer, gerne, am liebsten sofort, aber was liegt danach? Ein bisschen Utopie in unseren Träumen tut uns gut, gerade weil sie dann so unerreichbar bleiben.

Wenn mein Sohn mir sagt, er will Feuerwehrmann oder Pilot werden, Astronaut oder sonst etwas, lasse ich ihn träumen. Wenn er davon redet, mich dann in den Urlaub zu fliegen, mich zu retten oder dieses oder jenes Mädchen zu heiraten (ja, mit 6 fängt er da früh an), hoffe ich, dass er sich diese Träume bewahrt, sie abwandelt, wenn er über sie hinauswächst, und immer etwas hat, wovon er träumen kann. Ich bin glücklicher mit meinen Träumen, als ich mit ihrer Erfüllung je wäre. Weil es jene gibt, die ich realisieren kann, die mich Erfolg und Zufriedenheit spüren lassen, und jene, die immer wieder vor mir stehen und aus der Ferne winken, egal wie nah ich an sie herangekommen sein mag. Das ist mein Motor, mein Antrieb und wahrscheinlich Teil meines größten Traums.

Vorschau: Nächste Woche gibt Sascha euch einen Countdown zur Wiesn.

Warum erholsamer Schlaf so wichtig ist

Wir brauchen den Schlaf wie die Luft zum Atmen, das ist klar. Fast ein Drittel unseres gesamten Lebens verbringen wir schlafend im Bett. Doch immer häufiger kämpfen wir gegen die Müdigkeit an und verkürzen bewusst unsere Schlummerphase. Wie wichtig Schlafen für ein ausgeglichenes und gesundes Leben ist, wird dabei häufig vergessen. Denn auf Dauer ist zu wenig Schlaf gefährlich und kann krank machen – chronische Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Depressionen, Herz-Kreislauf-Störungen und vor allem Stress und schlechte Laune sind die Folgen.

Die Tipps&Tricks-Redaktion will den World Sleep Day 2014 am Freitag, 14. März nicht verschlafen: Wir wollen den Aktionstag nutzen, um euch die wichtigsten Tipps für einen erholsamen Schlaf und ein gesundes Leben zu verraten.

Erholsamer Schlaf: Wichtig für Gesundheit und Leistungsfähigkeit (© Jörg Brinckheger/ pixelio.de)

Erholsamer Schlaf: Wichtig für Gesundheit und Leistungsfähigkeit (© Jörg Brinckheger/ pixelio.de)

  • Die perfekte Schlafdauer gibt es nicht – es gibt Menschen, die sich nach sechs Stunden absolut fit fühlen, aber auch Menschen, die über zehn Stunden Schlaf benötigen, um gut gelaunt in den Tag zu starten. Die meisten Menschen schlafen jedoch sieben bis acht Stunden in der Nacht. Ideal gilt übrigens die Schlafdauer von 7,5 Stunden, denn sie verspricht laut Untersuchungen ein langes Leben.
  •  Nach Möglichkeit immer zur selben Uhrzeit ins Bett gehen und wieder aufstehen. So gewöhnt sich die „innere Uhr“ an den Rhythmus und auch das frühe Aufstehen ist leichter. Vor allem bei Schlafstörungen sollte man sich an den Takt halten. Das lange Ausschlafen am Wochenende und Mittagschlaf sind dann tabu – der Körper wird es einem jedoch danken.
  •  Das Schlafzimmer vor der Nachtruhe gut lüften, so wird die Sauerstoffversorgung gewährleistet. Dabei besser bei niedrigerer Zimmertemperatur schlafen, denn nichts ist unangenehmer für den Körper als im Schlaf zu schwitzen. Die perfekte Zimmertemperatur beträgt 16 Grad Celsius.
  •  Wichtig für einen erholsamen Schlaf sind außerdem folgende Regeln: Direkt vor dem Schlafengehen keine großen Mahlzeiten essen – am besten sollten zwei Stunden vergangen sein. Außerdem mindestens drei Stunden vor dem Schlafengehen auf Alkohol verzichten: Zwar beschleunigt er meist das Einschlafen, beunruhigt jedoch enorm die spätere Schlafphase.
Nachtruhe: Entspannung für Körper und Geist  (© Andrea Kusajda/ pixelio.de)

Nachtruhe: Entspannung für Körper und Geist (© Andrea Kusajda/ pixelio.de)

  •  Zuletzt solltet ihr  versuchen, Körper und Geist vor dem Schlafengehen in eine Ruhephase zu bringen. Schlafstörungen sind dann vorprogrammiert, wenn anstrengende geistige und körperliche Tätigkeiten kurz vorher geleistet werden – deshalb gilt es auf Sport, Horrorfilme oder anstrengende geistige Arbeit zu verzichten. Optimal ist es, ruhige Musik zu hören oder entspannt ein Buch zu lesen.

Ins Bett gehen, die Äuglein schließen, einschlafen und erholt aufwachen – das ist für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit absolut notwendig und sollte nicht unterschätzt werden.

Vorschau: Nächste Woche verraten wir euch an dieser Stelle nützliche Tipps rund um das Thema TeamViewer.

 

„Ich bin morgens immer müde, aber abends werd ich wach“ – Aufzeichnungen einer Nachteule

Sonntagabend: Es graut mir vor dem Gedanken, morgen früh das warme Nest zu verlassen, um zum Praktikum zu fahren. Bereits bei dem Wort „früh“ wird mir ganz unbehaglich. Das ist mir nämlich in Wahrheit überhaupt kein Begriff. Das, worüber sich sogenannte Frühaufsteher definieren, ist für mich, die ich mich zu diesem Zeitpunkt im Tiefschlaf befinde, ein kryptisches Konstrukt. Kein Wunder, dass mich die Vorstellung vom dudelnden Handywecker in dieser Nacht in eine Art Schockstarre versetzt. Wobei von Schlaf ohnehin nicht die Rede hätte sein können, wenn bis Mitternacht kein Anzeichen von Müdigkeit auftritt und erst gegen Zwei die letzte Folge der immergleichen Serie zum allmählichen Einschlafen angestellt wird. Das Gefühl, genau zu wissen, dass man sich morgen mehr als elend fühlen wird, ist fast noch unschöner als der Morgen an sich.

Montagmorgen: Ich muss mich korrigieren – der Morgen ist definitiv unschöner. Als es Acht schlägt, bin ich bereits hellwach, nachdem ich mich zuvor quasi in permanenter Lauerstellung befunden hatte. Ich erinnere mich vage an meine Schulzeit und die damit verbundenen unchristlichen Uhrzeiten. Unterrichtsbeginn um 07.50 Uhr? Das scheint mir heute unmenschlich, wenn nicht gar untierlich. Ich stolpere ins Bad, rüber zur Kaffeemaschine, und lasse mich schlussendlich mit einer großen Tasse Pulverkaffee zurück aufs Bett fallen. Frühstücksfeeling.  Sind Berufstätige, also all jene, die sich morgens durch den Berufsverkehr schlängeln oder, bewaffnet mit einem Coffee to go von Starbucks, im Zug die Tageszeitung aufschlagen, eigentlich auch solche Jammerlappen wie ich?

„Ich bin morgens immer müde, aber abends werd ich wach“ – Aufzeichnungen einer Nachteule

Begrüßungsritual: Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da? (Foto: T.Gartner)

Wochenmitte: Ich habe während der Fahrt in der S-Bahn Nachforschungen angestellt, habe die anderen Fahrgäste genauestens beobachtet und auf Müdigkeits-Merkmale hin untersucht. Ich kam zu dem Ergebnis, dass neben mir genug Menschen unter dieser Sonne zu wandeln scheinen, bei denen Morgenstund‘ nicht Gold, sondern Koffeintabletten im Mund hat. Dass der frühe Vogel den Wurm fängt, will auch noch nicht so recht einleuchten. Alles, was ich in den letzten Tagen zu sehen bekam, waren musikalische Einlagen semiprofessioneller Akkordeon-Spieler (ich habe ihnen dafür nichts in den Hut geworfen) – keine Würmer und erst recht keine Vögel, die diese zu fressen versuchen. Immerhin kann ich jetzt verstehen, wie Fotos von mit offenem Mund schlafenden Passagieren zustande kommen. Nach achtzehn Uhr sehe ich dank des gigantischen Schlafmangels ganz ähnlich aus; es wundert mich beinahe, dass Kinder noch nicht mit Erdnüssen in meinen Mund zu zielen versucht haben. Und doch sehne ich mich jeden Abend aufs Neue nach frischer Unterhaltung, nach sozialen Kontakten. Dem schlechten Gewissen zum Trotze verabrede mich mit Freunden, die wohlgemerkt allesamt ausgeschlafen  –  da mitten in den Semesterferien   – sind. Ich schaffe es zwar noch, auf den Barhocker zu klettern, doch so richtig bei der Sache bin ich auch hier nicht mehr. Bei „Ich bin morgens immer müde, aber abends bin ich wach“ kann ich nun definitiv nicht mehr aus Überzeugung mitsingen. Ich fühle mich am Abend nämlich ähnlich zerstört wie am Morgen nach dem Mehr-oder-minder-Wachwerden.

Wochenende: Der langersehnte Freitag ist gekommen. Die nächste Party steht schon vor der Tür. Schade nur, dass ich mich dazu beileibe nicht mehr vor eben jene bewegen kann. Meine Privatparty ist bereits um 22 Uhr ausgefeiert – in Pyjamahose habe ich noch eine Dosensuppe, das höchste der Gefühle, wenn man den ganzen Tag auf den Beinen war, genossen, bevor ich schnarchend in die Kissen gesunken bin. Von meiner Nachtaktivität ist nicht das Geringste übrig geblieben. Die Nachteule hat kapituliert zugunsten eines geregelten Biorhythmus … Vorerst.

Doch bereits am folgenden Sonntag wälze ich mich wieder unruhig in den Federn hin und her, in Panik vor dem Wochenstart. Ich schaue wieder sinnlose Serien bis in die Puppen und wünsche mir am nächsten Morgen, ich wäre wirklich eine Eule, denn dann könnte ich mich wenigstens auf einem  nahegelegenen Baum vor dem Tageslicht verstecken und müsste nicht auf einem Fensterplatz in der S-Bahn kauern, hilfesuchend meinen Coffee to go und ein Magazin umklammernd.

Vorschau:  In der nächsten Woche fragt sich Sascha, was es eigentlich mit Statussymbolen in unserer Gesellschaft auf sich hat.

„Wer schlafen kann, darf glücklich sein“ (Erich Kästner) – fünf Einschlaftipps

„Wer schlafen kann, darf glücklich sein“ (Erich Kästner) - fünf Einschlaftipps

Es wird Nacht - schlafen kann trotzdem nicht jeder (Foto: Beutler)

Dem ein oder anderen dürfte das im Folgenden beschriebene Szenario durchaus bekannt vorkommen: Es ist Sonntag-Abend, ein turbulentes Wochenende – keinmal ging es vor drei Uhr früh ins Bett – liegt hinter einem und mit dem Gedanken an Schule, Uni oder Arbeit wälzt man sich nun unruhig von einer auf die andere Seite. Und obwohl man von den freizeitlichen Aktivitäten vollkommen erschöpft ist, will sich der rettende Schlaf einfach nicht einstellen.

 Im Rahmen einer Befragung von rund 3.000 Arbeitnehmern im Alter zwischen 35 und 65 Jahren hat die „Deutsche Angestellten Krankenkasse“, kurz DAK, ermittelt, dass sich beim Thema Schlafstörung etwa die Hälfte der Befragten betroffen fühlt. Auf die gesamte erwerbstätige Bevölkerung in Deutschland übertragen, hieße das, dass rund 20 Millionen Personen an leichten bis hin zu starken Schlafstörungen leiden.

 In dieser Situation aber gleich zu harten Medikamenten greifen, die einen bei überhöhter Dosierung womöglich das Weckerklingeln am nächsten Morgen verschlafen lassen – nein, danke. Deshalb hier: Die laut Internetrecherche fünf bewährtesten und am häufigsten empfohlenen Hausmittel bei Einschlafproblemen.


Tipp 1: Das richtige Getränk für süße Träume

Sie enthält nicht nur wertvolles Calcium, sondern auch die beruhigend wirkende Aminosäure Tryptophan: Milch ist ein wahres Wundermittel, wenn es um wohltuenden Schlaf geht. Vor dem Zubettgehen einfach eine Tasse warme Milch mit etwas Honig trinken. Die raffiniertere Variante: Mandelmilch. Dazu 20 Gramm Mandeln im Mixer zerkleinern, mit 200 Milliliter Milch und zwei Teelöffeln Honig erwärmen. Eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen trinken – süße Träume!


Tipp 2: Naschen erlaubt – aber wenn, dann richtig

Mit vollem Magen im Bett liegen? – Keine gute Idee. Hungrig ins Reich der Träume zu entfliehen, funktioniert aber meist auch weniger gut. Daher gilt: nach 18.00 Uhr möglichst nur noch zu den folgenden Lebensmittel greifen: Nüsse, Bananen, Datteln und Vollkornprodukte. Diese fördern die Produktion des Schlafhormons Melatonin.


Tipp 3: Hitzschlag oder Kältestarre

Auch die richtige Temperatur im Schlafzimmer kann sich positiv auf das Ein- und Durchschlafen auswirken. Das optimale Schlafklima liegt zwischen 15 und 18 Grad. Auch ein leichter Durchzug, beispielsweise durch ein schräg gestelltes Fenster kann förderlich sein.


Tipp 4: Sport ist Mord? – Nicht was das Einschlafen betrifft

Hat man das Gefühl einfach nicht zur Ruhe kommen zu könne, weil einem tausende von Gedanken durch den Kopf gehen, kann ein kleiner Spaziergang wahre Wunder wirken. Die Bewegung an der frischen Luft und die Möglichkeit die vergangenen Tage und Erlebnisse noch einmal Revue passieren zu lassen, können sich beruhigend auf Körper und Geist auswirken – so kann man entspannt ins Bett fallen. Hochleistungsport zu später Stunde sollte jedoch möglichst vermieden werden.


Tipp 5: Entspannung ist das A und O

 Mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte man anstrengende Tätigkeiten vermeiden. Ein Buch lesen, die Lieblingsserie im Fernsehen anschauen oder wie in Tipp vier spazieren gehen, geben dem Körper die Möglichkeit sich zu entspannen – so fällt das Einschlafen später um einiges leichter. Die notwendige Entspannung kann aber auch mit einem Kräuterbad erreicht werden. Das Wasser sollt hierbei nicht zu heiß – höchsten 37 Grad – sein. Badezusätze wie Melisse, Lavendel oder Baldrian beruhigen zusätzlich. Kerzenlicht und Entspannungsmusik verwandeln das Badezimmer in eine wahre Wellness-Oase. Zehn Minuten in der warmen, duftenden Wanne sind völlig ausreichend. Also dann: Gute Nacht!

Vorschau: Wie schreibt man eigentlich eine Bewerbung? Und was zieht man zum Vorstellungsgespräch an? Diese Fragen und noch einige mehr wird euch Gülcin nächsten Sonntag an dieser Stelle beantworten.