Vom Fernsehen auf die Festivalbühne – Wiesbaden feiert deutsche Fernsehkrimis

Krimis sind nicht nur im Buchformat ein beliebtes Genre. Verschiedene deutsche Fernsehkrimis, wie zum Beispiel „Ein Fall für zwei“, „Der Kriminalist“, „Tatort“ oder „Polizeiruf 110“, locken von Freitag bis Sonntag Millionen von Zuschauern vor die Bildschirme. In Wiesbaden gibt es ein eigenes Festival dafür und das findet vom 12. bis zum 17. März 2019 schon zum 15. Mal statt. Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden und wird vom Hessischen Rundfunk und der HessenFilm und Medien GmbH unterstützt. Im Rahmen des Festivals wird jedes Jahr auch der Deutsche FernsehKrimi-Preis verliehen. Sender und Produktionsfirmen können dafür noch bis Anfang November ihre aktuellen deutschen Krimiproduktionen einreichen. Die zehn besten Krimis werden dann nächstes Jahr auf dem Festival gezeigt. Abgesehen von den verschiedenen Krimis, die dort präsentiert werden, gibt es noch einen Fernsehkrimi-Drehbuchwettbewerb für Nachwuchsautoren sowie Diskussionen, Gespräche und Lesungen mit Filmschaffenden.

Vom Fernsehen auf die Festivalbühne – Wiesbaden feiert deutsche Fernsehkrimis

Verantwortlich für das Deutsche FernsehKrimi-Festival: Leiterin Cathrin Ehrlich (Foto: Barbara Dietl)

Wir haben mit Leiterin Cathrin Ehrlich über deutsche Fernsehkrimis und das Deutsche FernsehKrimi-Festival gesprochen.

Face2Face: Wie kam es zur Gründung des Deutschen FernsehKrimi-Festivals in Wiesbaden?

Ehrlich: Man hat mir erzählt, dass Liane Jessen (Fernsehfilmchefin des Hessischen Rundfunks), ihr damaliger Mann und die damalige Kulturdezernentin aus Wiesbaden, Rita Thies, diese schöne Idee bei einem oder auch zwei Gläschen Wein entwickelt haben.

Face2Face: Wieso wurde Wiesbaden als Veranstaltungsort ausgewählt?

Ehrlich: Rita Thies hat an der Idee festgehalten und ermöglicht, dass das Festival in Wiesbaden Fuß fassen konnte.

Face2Face: An welchen Orten im Rhein-Main-Gebiet werden die meisten Fernsehkrimis gedreht?

Ehrlich: Ich denke in Frankfurt, Wiesbaden und Offenbach.

Face2Face: Was ist das Besondere an deutschen Fernsehkrimis, dass es dafür ein eigenes Festival gibt?

Ehrlich: Die hohe Qualität, was z. B. Drehbuch, Regie, Kamera und DarstellerInnen betrifft.

Face2Face: Welche Themen sind derzeit in deutschen Fernsehkrimis am beliebtesten bei Filmemachern?

Ehrlich: Das wechselt natürlich ständig. Im letzten Jahr war das Thema Kindesmissbrauch und Kindesentführung sehr „beliebt“, aber auch die Themen Banden- und Cyberkriminalität und Fälle von rechtsextremem Terror waren häufig zu finden.

Face2Face: Was zeichnet das Deutsche FernsehKrimi-Festival aus?

Ehrlich: Es gibt sehr sehr viele Fernsehkrimis im deutschsprachigen Fernsehen, zu viele. Das Deutsche FernsehKrimi-Festival widmet sich dem anspruchs- und qualitätsvollen Fernsehkrimi.

Face2Face: Wofür sind Sie als Leiterin des FernsehKrimi-Festivals zuständig?

Ehrlich: Tja, eigentlich für alles: die Teamzusammenstellung, das Programm, die Gäste, die Finanzierung, Presse und Marketing und organisatorische Dinge wie Catering, Reisen und Hotel. Glücklicherweise habe ich ein wundervolles Team und dies schon seit Jahren. Es nimmt mir inzwischen die meiste Arbeit ab, hat großartige eigene Ideen und immer eine große Portion Humor, was mir sehr wichtig ist.

Face2Face: Auf dem Festival wird jährlich der Deutsche FernsehKrimi-Preis verliehen. Welche Fernsehkrimis haben eine Chance auf den Preis bzw. nach welchen Kriterien wird ausgewählt?

Ehrlich: Auch hier wird nach Qualität und Anspruch gesucht. Und wenn eine Produktion etwas Neues, Experimentelles wagt. Pro Jahr gibt es in etwa 60 Einreichungen dafür.

Face2Face: Wer sitzt in der Jury, die über die Vergabe des Preises entscheidet?

Ehrlich: Ich versuche immer eine heterogene Gruppe aus „Fachleuten“, wie SchaupielerInnen, RegisseurInnen, AutorInnen etc., aus der Branche zusammenzusetzen. Gerne fragen wir auch ehemalige PreisträgerInnen an. Dann suchen wir aber auch „Branchenfremde“. Diesmal wird zum Beispiel ein Strafverteidiger aus Frankfurt dabei sein. Fest gesetzt ist die oder der Krimistipendiat(in) der Stadt Wiesbaden. Das war beim letzten Mal Volker Kutscher und ist jetzt Zoë Beck.

Vom Fernsehen auf die Festivalbühne – Wiesbaden feiert deutsche Fernsehkrimis

Keine einfache Aufgabe: die fünfköpfige Jury, die 2018 über die Vergabe des Deutschen FernsehKrimi-Preises entschieden hat, v.l.n.r. Hanna Doose, Dennenesch Zoudé, Alexander Schubert, [Moderatorin Bärbel Schäfer], Roswitha Ester und Volker Kutscher (Foto: Martin Ohnesorge)

Face2Face: Welche Fernsehkrimis haben 2018 gewonnen?

Ehrlich: In der Jury waren Regisseurin und Drehbuchautorin Hanna Doose, Produzentin Roswitha Ester, Schriftsteller Volker Kutscher, Schauspieler Alexander Schubert und Schauspielerin Dennenesch Zoudé. Sie haben über die Preisvergabe entschieden. Den Hauptpreis hat „Tatort: Stau“ (SWR) von Dietrich Brüggemann (Regie, Buch) und Daniel Bickermann (Buch) gewonnen. Außerdem gab es Sonderpreise für herausragende Einzelleistungen: Petra Schmidt-Schaller wurde als beste Darstellerin für „Keine zweite Chance“ (Sat.1), Heino Ferch als bester Darsteller für „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/Arte) und Hans-Christian Schmid für die Gesamtleistung (Regie, Buch, Produktion) in „Das Verschwinden“ (BR/ARD Degeto/NDR/SWR) ausgezeichnet. Der Publikumspreis ging an „Ein Kind wird gesucht“.

Vom Fernsehen auf die Festivalbühne – Wiesbaden feiert deutsche Fernsehkrimis

Strahlende Gesichter: die Preisträger des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2018 (Foto: Martin Ohnesorge)

Face2Face: 2019 wird außerdem zum dritten Mal Deutschlands spannendster Fernsehkrimi- Drehbuchnachwuchs gesucht. Was hat es damit im Detail auf sich?

Ehrlich: Wir suchen unverfilmte Krimi-Drehbuchstoffe talentierter und kreativer Nachwuchs-Drehbuchautorinnen und -Drehbuchautoren, die ideenreich unterhalten, fesseln und mitfiebern lassen. Eine fachkundige Jury wählt aus allen Einreichungen vier vielversprechende Vorschläge aus, die dem Publikum während der Festivalwoche im Rahmen einer Lesung vorgestellt werden. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird bei der Preisverleihung des Festivals bekannt gegeben und erhält die Chance, unter professioneller Betreuung den Drehbuchstoff vom Exposé bis zum Treatment weiterzuentwickeln und vor Fachpublikum zu pitchen.

Face2Face: Wieso kam es 2017 zu dem Entschluss, erstmals einen Drehbuchwettbewerb für Nachwuchsautoren zu veranstalten?

Ehrlich: Ich hatte diese Idee. Drehbuchautoren fristen häufig ein Schattendasein. Es gab sogar Preisverleihungen, bei denen sie gar nicht eingeladen waren. Dabei ist das Drehbuch doch das Wichtigste für einen guten Film bzw. guten Krimi. Wir wollen deswegen die Drehbuchautoren hervorheben und junge Menschen fördern. Ich habe die Idee vor vier Jahren bei Herrn Mendig von der HessenFilm und Medien GmbH vorgetragen und er hat uns sofort seine Unterstützung zugesagt.

Vom Fernsehen auf die Festivalbühne – Wiesbaden feiert deutsche Fernsehkrimis

Vertieft in ein Nachwuchskrimi-Drehbuch: Synchronsprecher und Schauspieler Max Felder bei der Lesung auf dem Deutschen FernsehKrimi-Festival 2018 (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: 2018 wurden die vier vielversprechendsten Nachwuchskrimi-Drehbücher dem Publikum während der Festivalwoche im Rahmen einer Live-Lesung von Synchronsprecher und Schauspieler Max Felder vorgestellt. Wie und nach welchen Kriterien wählen Sie aus, wer diese Live-Lesung machen darf?

Ehrlich: Auch hier entscheiden wir gemeinsam. Max Felder hatten wir ausgesucht, weil er als Schauspieler und Synchronsprecher einfach sehr gut vortragen kann und er vielen bekannt ist.

Face2Face: Was waren die Highlights des Deutschen FernsehKrimi-Festivals der letzten drei Jahre?

Ehrlich: Das sind immer wieder unsere Filmgäste und die Gespräche mit ihnen. Wir konnten zum Beispiel Ulrich Tukur, Senta Berger, Hannelore Hoger, Heino Ferch oder Desirée Nosbusch beim Festival begrüßen. Das war jedes Mal ein Highlight.

Face2Face: Welche Veranstaltungen sind bereits jetzt für das Deutsche FernsehKrimi-Festival 2019 geplant?

Ehrlich: Wir werden wieder zehn spannende, tolle Krimis zeigen und prominente und interessante Filmgäste zu Gast haben. Außerdem gibt es einen Serien- und einen Dokutag und wir planen eine größere Ausstellung.

Face2Face: Ist schon bekannt, welche Schauspielerinnen und Schauspieler 2019 vor Ort sein werden?

Ehrlich: Bisher nicht, da die Filme für den Wettbewerb noch nicht ausgewählt wurden, weil die Jurysitzung erst Mitte Dezember ist, und auch die JurorInnen noch nicht zugesagt haben.

Face2Face: Was kostet der Eintritt für die Veranstaltungen 2019?


Ehrlich: Zwischen 7 und 9 Euro. Eventuell wird es im nächsten Jahr einen Festivalpass geben.

Face2Face: Haben Sie selbst einen Lieblingsfernsehkrimi?

Ehrlich: Ich finde immer wieder einen neuen Liebling. Ich mag eher kleine, kluge Krimi- Geschichten mit überraschenden Wendungen. Ich mag eher nicht, wenn zu viel Brutalität gezeigt wird.

Mehr Infos zum Deutschen FernsehKrimi-Festival gibt es auf der Homepage oder der Facebookseite der Veranstaltung.

Musik für jede Lebenslage, Teil 5

Mein erstes Album:

Wer wie ich in den 90ern aufgewachsen ist, kam an einem Phänomen nicht vorbei: den Boygroups. Eine hatte es mir ganz besonders angetan: Caught in the Act. So dauerte es nicht lange, bis Mitte der 90er meine erste CD in mein Regal wanderte. Dabei handelte es sich um „Caught in the Act of Love“. Noch heute höre ich diese und all die anderen Alben, die Caught in the Act im Laufe der Jahre veröffentlicht haben, immer noch gerne, um mich auf eine musikalische Zeitreise zurück in meine Kindheit zu begeben.

Bestes Album national:

Viele kennen Tom Beck aus der Serie „Alarm für Cobra 11“ oder aus Kinofilmen wie „Vaterfreuden“ und „Alles ist Liebe“. Beck ist aber nicht nur ein guter Schauspieler, sondern ein ebenso hervorragender Sänger. Nach zwei englischsprachigen Alben hat er im Februar diesen Jahres seine erste Platte komplett auf Deutsch veröffentlicht. Die nennt sich „So wie es ist“ und zeichnet sich durch großartige Songtexte aus. Auf Deutsch gelingt es Beck noch viel besser als auf Englisch über Themen wie Liebe, Freundschaft und die Beziehung zwischen Vater und Sohn zu singen. Man nimmt ihm jede einzelne Songzeile ab. „So wie es ist“ ist äußert authentisch und damit für mich das beste deutsche Album.

Ein Album, das in jede CD-Sammlung gehört – ganz klar:

Das Album „Yes!“ von Jason Mraz. Es ist sein fünftes Album und steckt voller positiver Energie. Die 14 Songs darauf sind sehr gefühlvoll und berühren den Hörer daher besonders. Was das Album zudem auszeichnet sind die durchweg akustischen Songs. Egal ob man eher Balladen wie „It´s so hard to say goodbye to yesterday“ oder schnellere Songs wie „Everywhere“ bevorzugt – auf „Yes!“ findet wohl jeder einen Lieblingssong, denn dieses Album ist rundum gelungen.

Bestes Album international:

Das meiner Meinung nach beste internationale Album ist „Herinneringen: Het beste van Nick & Simon“. Dabei handelt es sich um das 2014 erschienene Best-Of-Album der niederländischen Band Nick en Simon. Auf zwei CDs sind ihre 20 größten Hits, die von Fans bestimmt worden sind, sowie vier neue Tracks und einige Live-Aufnahmen ihres Konzerts „Sterker in GelreDome“ zu finden. Nick en Simon machen hervorragende niederländische Popmusik und daher ist auf dieser Platte durch die große Songauswahl für jeden etwas dabei, der mit Musik auf Niederländisch etwas anfangen kann.

Bestes Geschenk:

Das beste CD-Geschenk habe ich vor zwei Jahren von meinem Kumpel Chris zum Geburtstag bekommen: Das Album „We’re Not the Ones We Thought We Were“ von der Alin Coen Band. Chris hatte die Band zuvor live erlebt und war total begeistert von der Musik. Daher wählte er besagte CD als Geschenk für mich aus. Eine super Entscheidung, die er da getroffen hat, denn das Album gehört seitdem zu meinen liebsten.

Eine CD, die ich selbst verschenken würde, ist das gleichnamige Album der Band The Common Linnets. In Deutschland wurde die Band im letzten Jahr vor allem durch den Eurovision Song Contest (ESC) bekannt, als sie für die Niederlande Platz zwei erreichte. Natürlich darf auf dem Album daher auch der ESC-Hit „Calm after the storm“ nicht fehlen. Darüber hinaus überzeugt das Country-Pop-Album der Common Linnets sowohl durch mitreißende Songs wie „Lovers & Liars“ als auch durch emotionale, tief gehende Balladen wie „Love goes on“.

Optimales Album für den Sommer:

Gute-Laune-Musik für den Sommer: Das Album  „Almost Hits“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Gute-Laune-Musik für den Sommer: Das Album „Almost Hits“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Absolute Gute-Laune-Garantie bietet „Almost Hits“. Dabei handelt es sich um das Best-Of-Album der achtköpfigen Band Jamaram aus München, das im Frühjahr 2014 auf den Markt gekommen ist. Best-Of: Das soll in diesem Fall heißen, dass die Band selbst ihre Favoriten aus 14 Jahren Bandgeschichte ausgewählt hat. Nebst bekannten Songs haben es auch zwei neue Tracks, „La Mala“ und „Somewhere“, sowie vier Live-Versionen auf die Platte geschafft. Manche der Songs versetzen einen in Partystimmung, andere wiederum eignen sich bestens zum Chillen. Daher ist „Almost Hits“ optimal geeignet für den Sommer.

Musikalischer Geheimtipp:

Noch recht unbekannt in Deutschland und damit ein musikalischer Geheimtipp ist der US-amerikanische Sänger Tyrone Wells. Erstmals gesehen habe ich ihn beim Konzert von Nick Howard in Frankfurt letztes Jahr im Oktober. Dort hat er als Support-Act gespielt und mich von Anfang an mitgerissen. Von seinen Alben sind insbesondere „Where We Meet“ und „This Love“ zu empfehlen.

„Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich es auch bis zum Schluss durch“ – Ein Interview mit Schauspieler und Model Jace Rashid

A Guy Next Door: Privat ist Jace bodenständig und liebt es seine Freizeit der Familie und Freunden zu widmen. (Foto: © Photography by Farhan Lautner )

Guy Next Door: Privat ist Jace bodenständig und liebt es, seine Freizeit der Familie und Freunden zu widmen. (Foto: © Photography by Farhan Lautner )

In seiner Familie und im Freundeskreis ist er der erste, der eine 180-Grad-Wendung gewagt hat, um sich der Schauspielerei zu widmen. Schon als kleiner Junge war Jace Rashid von Filmen fasziniert, doch das konkrete Ziel diesem Beruf nachzugehen, entwickelte sich erst im Teenageralter. Heute kann der 25-jährige, in Pakistan geborene Schauspieler aus Mannheim mit seinen Erfolgen glänzen, denn in „Vaterfreuden“ (2014) hat er bereits mit Matthias Schweighöfer gearbeitet und konnte in der sozialkritischen Dokumentation „Das radikal Böse“ (2013) vom Oskar-Preisträger Stefan Ruzowitzky mitwirken. Obwohl sein Kalender Monate im Voraus verplant ist, konnte Face2Face dennoch ein Interview ergattern!

Face2Face: Jace, kannst du kurz deinen steilen Karriereweg beschreiben?
Jace: Während meiner Ausbildung als Hotelfachmann, habe ich eines Tages realisiert, dass ich meinem eigentlich Traumberuf, Model und Schauspieler, nachgehen wollte. Zu dem Zeitpunkt bot sich für mich die Möglichkeit an, ins Model-Business umzusteigen. Ich nutzte diese Option und machte sie zur Chance. Mir fehlten damals die finanziellen Mittel für eine Schauspiel-Ausbildung. Ich habe mich mit sehr viel Ehrgeiz und Herzblut hochgearbeitet und bin in dem Sinne ein Quereinsteiger gewesen. Meinen Erfolg habe ich aber auch dem Schicksal zu verdanken, denn Glück gehört immer dazu.
Face2Face: Vor kurzem warst du als Teil der Filmcrew bei der Premiere von „La Petite Mort 2 – NASTY TAPES“ in Mannheim dabei, standest in der Produktion zusammen mit Micaela Schäfer vor der Kamera. Worum geht es in diesem Film und wen spielst du?

Nächste Station - Bollywood: Schafft Jace den Durchbruch als erster deutsch-pakistanische Bollywood-Star? (Foto: © Photography by Jürgen Asel)

Nächste Station – Bollywood: Schafft Jace den Durchbruch als erster deutsch-pakistanische Bollywood-Star? (Foto: © Photography by Jürgen Asel)

Jace: „La Petite Mort 2 – NASTY TAPES“ ist ein Horrorfilm vom Regisseur Marcel Walz. Ich bin mit Marcel gut befreundet und habe auch in seinem Horrorfilm „RAW2 – Das Tagebuch der Grete Müller“ (2014) mitgespielt. Marcel Walz ist ein außergewöhnlicher, toller Regisseur. Es hat Spaß gemacht, mit ihm und dem wundervollen Team zusammenzuarbeiten. Als er mich dann fragte, ob ich nicht Lust hätte, in seinem neuen Film „La Petite Mort 2“ mitzuspielen, habe ich sofort zugesagt.
In dem im Film gezeigten Etablissement werden Menschen aufs Schrecklichste gefoltert und ermordet und ich spiele einen von vielen Opferknechten, die auf brutale Art und Weise hingerichtet werden. Aber ob ich es überlebt habe, werde ich natürlich nicht verraten. Schaut euch den Film an! (lacht)

Face2Face: Wann kam der Moment, als du zum ersten Mal das Gefühl hattest: „Geschafft“? Oder ist dein momentaner Erfolg nur der Anfang? Gab es auch Tage, an denen nichts lief und du verzweifelt warst?
Jace: Ich bin ja seit ca. drei Jahren in dieser Branche aktiv und praktisch ein Newcomer. Ich habe in sehr vielen Filmproduktionen mitgewirkt und in vielen Bereichen als Schauspieler und Model gearbeitet. Für mich ist jede Rolle und jeder Dreh in einem Film ein persönlicher Erfolg. Vom großen Durchbruch kann man nicht sprechen – zumindest noch nicht (lächelt). Ich bin aber auf dem richtigen Weg. Mir war natürlich schon immer bewusst, dass der Umstieg ins Modellbusiness zwar mutig, aber auch sehr riskant gewesen ist. Aber ich war mir felsenfest sicher, dass ich es schaffen kann. Klar, es gab Höhen und Tiefen in meinem Leben, doch ans Aufhören habe ich noch nie gedacht, ich bin nun mal ein Kämpfer. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich es auch bis zum Schluss durch, egal wie hart und schwer der Weg auch sein mag.
Face2Face: In drei Worten: Was muss man haben, um in dem Business in Deutschland durchstarten zu können?
Jace: Talent, eine natürliche Ausstrahlung, und Durchhaltevermögen, was so ziemlich das A und O ist.

Ganz lässig: Wandelbar und Vielseitig sollte ein Schauspieler sein (Foto: © Photography - BY  Thomas Paul)

Ganz lässig: Wandelbar und vielseitig sollte ein Schauspieler sein. (Foto: © Photography – BY Thomas Paul)

Face2Face: Was macht Jace Rashid, wenn er mal frei hat?
Jace: Mein Beruf ist sehr stressig und man ist sehr viel unterwegs. Ich bin oftmals für mehrere Tage auf Dreharbeiten und vernachlässige dadurch meine Familie und Freunde. Daher versuche ich an meinen freien Tagen viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Nebenbei mache ich auch viel Sport und gehe gerne Billard spielen, schwimmen oder ins Kino. Ach ja, und Kochen liebe ich auch!   (lacht)
Face2Face: Was bringt die Zukunft? Verrätst du den Lesern von Face2Face an welchen Projekten du momentan arbeitest und bei welcher Premiere du vielleicht bald wieder zu sehen bist?
Jace: Für dieses Jahr sind erstmal fast alle Projekte abgedreht. Ich will mir vorerst eine kurze Pause gönnen, um danach mit frischem Wind und energiegeladen weiterzumachen. Es kommt auf jeden Fall noch einiges auf mich zu. Vor allem freue ich mich auf ein Bollywood- Fotoshooting, das demnächst kommt. Außerdem werde ich bald in einem Film als Tänzer auftreten – genau wie in den üblichen Bollywood-Filmen, schön bunt und mit sehr viel Tanz. Doch allzu viel verrate ich nicht, das wäre ja sonst langweilig! (lacht)

Ein Fotoshooting mit Bollywood-Touch: Bekommt Shah Rukh Khan etwa Konkurrenz? (Foto: © Photography by Jürgen Asel)

Ein Fotoshooting mit Bollywood-Touch: Bekommt Shah Rukh Khan etwa Konkurrenz? (Foto: © Photography by Jürgen Asel)

Was Filmpremieren betrifft, so bin ich demnächst bei „Triple F“ zu sehen. Es handelt sich um ein tolles Filmprojekt der Künstlerin und Regisseurin Nadja Verena Marcin. In diesem Film spiele ich den russischen Bodyguard Igor Baldachin, einen Gehilfen von einer der drei Spielköniginnen, die allein durch die Kraft ihrer Gedanken einen Krieg führen.
Face2Face: Jace, ich bedanke mich ganz herzlich für deine Zeit! Hast du noch ein paar inspirierende Worte  für unsere Leser?
Jace: Am Anfang sagten mir viele Menschen, dass ich es nicht schaffen werde, aufhören und stattdessen etwas Vernünftiges machen soll. Ich habe immer an mich geglaubt und heute habe ich vieles erreicht, wovon andere nur träumen. Ich habe um meinen Traum gekämpft und lebe ihn heute glücklich und zufrieden. Man darf nie aufgeben und nie aufhören zu träumen, denn wenn man es will, ist nichts unmöglich!

Alle genauen Infos zu Jace Rashid, seinen anstehenden Projekten und Premieren findet ihr auf seiner offiziellen Facebook-Seite.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr, was sich hinter dem Begriff Sunsteps verbirgt.

Die Welt ist ein Theater

Gut gespielt? Theater gibt es nicht nur auf der Bühne (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Gut gespielt? Theater gibt es nicht nur auf der Bühne (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Wann wart ihr eigentlich zuletzt im Theater? Wisst ihr es nicht mehr? Oder gehört ihr gar zu den wenigen regelmäßigen Theatergängern? Vielleicht graust es euch auch bei der Vorstellung an eine Bühne weit vorne, auf der Menschen schreien, damit auch der Zuschauer in der letzten Reihe sie noch verstehen kann. Und zugegeben, Theater ist nicht gleich Theater.
Als Studentin der Universität Mannheim komme ich um das Nationaltheater meiner Universitätsstadt nicht herum. Auf hinteren Reihen habe ich mit Kommilitoninnen, ab und an hat sich auch mal ein Kommilitone in unsere Mitte verirrt, klassische und moderne Stücke, Uraufführungen und Neuauflagen angesehen. Als Journalistin habe ich Schultheater und sogenannte Performances besucht und darüber geschrieben, habe Kabarett und Improvisationen erlebt. Nein, Theater ist nicht Theater und die Bretter, die die Welt bedeuten sind ganz einfach die Welt selbst.
„Mach nicht so ein Theater“, hat mein Vater früher oft zu uns Kindern gesagt. Der Spruch ist zeitlos. Großeltern und Eltern nutzen ihn immer noch. Wandeln ihn ab, treiben die Metapher weiter. „Showmaker“, sagt mein Mann gerne. Denn schon als Kleinkinder, als Babys, lernen wir, Theater zu spielen. Die ersten Versuche im Lügen, das laute Weinen, wenn ein winziger Kratzer die oberste Hautschicht verändert hat, der leichte Plumps aus den mit Windel ausgepolsterten Hintern. Alles genügt, um zu schreien, um zu weinen. Denn, so schlau sind wir schon als Babys: Wenn wir weinen, kommt Mama, kommt Papa, werden wir hochgenommen, geknuddelt, sie spielen mit uns und wir sind im Mittelpunkt.
Das verlernen wir nie. Ja, manch einer kann besser lügen, anderen sieht der Gegenüber die Unwahrheit nicht nur an der Nase an, sondern am Blick, am Grinsen, am Erröten. Sind sie deshalb schlechtere Theaterspieler? Nicht im Mindesten! Zwar ist ihr Versuch, zu flunkern, erkennbar, doch das Erröten und die eindeutigen Zeichen, das ist Teil des Theaters. Eine Lüge, die nicht wirklich eine ist, beinahe niedlich, irgendwie süß. Und ganz große Kunst.

Alles nur Theater! Unser Verhalten hängt davon ab, welche Rolle wir spielen müssen (©S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Alles nur Theater! Unser Verhalten hängt davon ab, welche Rolle wir spielen müssen (©S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Und statt dass wir mit zunehmendem Alter weiser werden und Theater auf der Bühne lassen, reift unser Schauspieltalent. Jungs, die einen auf starker Mann machen, Mädchen, die rosa mögen und Einhörner. Das sind Rollen, Rollen, die wir verteilen und nach denen wir uns richten. Rollen, die wir spielen. Und auch das burschikose Mädchen mit Stoppelhaaren und Fußball unterm Arm wird zur Figur, zum Gegenpart, den es auf jeder Bühne braucht, sonst wird es langweilig. Nein, Erwachsene sind mitnichten besser. Frauen spielen Mütter, spielen Karrierefrau, spielen Erotikvorstellung. Männer spielen Handwerker, spielen Sportbegeisterte, spielen Ernährer. Die Welt ist ein Theater und wir sind die armen Schauspieler, die Rollen vorgesetzt bekommen und sich nach ihnen zu richten haben.
Es gibt kein Entkommen. Kein Aber, kein „Ich nicht“, kein Wegbleiben. So ist das bei gutem Theater, wir können nicht nicht mitmachen, wir können nicht nicht reagieren. Selbst der Ausstieg aus der Gesellschaft ist Teil des Stücks. Und wir wissen es. Über unseren Rollen haben wir vergessen, wer wir selbst sind. Schlimmer noch: Wir definieren uns über unsere Rollen. Aber: Ist es ohne sie überhaupt möglich? Was wäre das für eine Welt ohne Zuordnungen und Gruppenzugehörigkeiten? Traum oder Albtraum? Denn unsere Rollen bieten uns auch einen Rahmen der Orientierung, einen Schutz. Und solange theoretisch jeder alles erreichen kann – wäre es nicht schön, wenn es so wäre – sind wir zufrieden mit der Theorie und vergessen gnädig, dass die Praxis uns doch wieder in Rollen zwängt.
Und das Theater? Das richtige also, mit Bühne und bezahlten Schauspielern und Stücken, mit Geschichten und Drama? Das zeigt uns, was es uns immer schon zeigt. Die Welt. Mal als Spiegel, mal als Wunschvorstellung, mal als Ausblick, mal als Erinnerung. Und wir nehmen die Rolle der Zuschauer ein und applaudieren, wenn die Schauspieler sich verbeugen. Essen Popcorn im Kino, improvisieren vielleicht mal mit. Je nachdem, was unsere Rolle alles zulässt. Denn unsere Rolle, das sind wir.

Vorschau: Nächste Woche ist Sascha für euch hier mit einem neuen Thema bereit.

Das Odeon Kino in Mannheim – ein Stück Individualität

Neuste 3D-Technik, hochmoderne Innenausstattung und Filme direkt aus Amerikas bekanntester Filmewerkstatt. So präsentieren sich uns die meisten Kinos dieser Tage – nicht jedoch das Odeon-Kino in Mannheim.

Es befindet sich in G7, 10, nur einen Katzensprung entfernt vom Herzen der Quadratestadt und damit am Rande des Jungbuschs, dem aufstrebenden Künstlerviertel Mannheims. Das kleine Kino, mit lediglich 128 Sitzplätzen macht der Bezeichnung eines „Filmtheaters“ noch alle Ehre: Ein samtener Vorhang verdeckt die Leinwand und öffnet sich, sobald der Film beginnt. Ein Lichtkasten, in den man einzelne Lettern schieben kann, ziert den Eingang und gibt Aufschluss über das aktuelle Programm.

Das Odeon Kino in Mannheim - ein Stück Individualität

Immer wieder ein Blickfang: Die Reklametafel des Odeon Kinos. (Foto: Schwalb)

In diesem findet man zwar auch einige große Kinoproduktionen, vielmehr jedoch Programmkino abseits des üblichen Hollywood-Mainstreams. Zusätzlich werden hier regelmäßig Sondervorstellungen geboten, wie zum Beispiel Regisseurgespräche, die uns an eine Tatsache erinnern, die wir im Strudel der Abfertigung und der Gewinnmaximierung nur allzu gerne vergessen – dass Kino tatsächlich immer noch Kunst ist.

Das Odeon-Kino wurde 1928 als „Volkskino“ eröffnet, es trotzte der Zerstörung des 2. Weltkrieges, die fast ganz Mannheim in Schutt und Asche legte und präsentiert sich auch heute noch – als ältestes Kino Mannheims – mit einem analogen Filmprojektor. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass während eines Filmes die Spule gewechselt werden muss. Das heißt jedoch nicht, dass man auf den gewohnten Dolby Surround-Sound oder gute Bildqualität verzichten muss.

Das Odeon-Kino überzeugt durch das Stück Individualität, das es in der heutigen modernisierten Welt bewahren konnte. Das findet auch der Mannheimer Germanistikstudent Felix Stämmler (21): „Ich gehe gerne ins Odeon, weil mich die Atmosphäre dort überzeugt. Ich bekomme dort hochwertige Filme gezeigt, die in anderen Kinos nicht laufen und die ich mir so wahrscheinlich auch nicht anschauen würde.“  Dienstags ist nebenbei bemerkt Kinotag, an dem man sich für nur 5 Euro in Sessel, die zwar schon einige Jahre auf dem Buckel haben, aber nicht minder bequem sind, zurücklehnen und Programmkino vom Feinsten erleben kann.

Das perfekte Bond-Girl – ein Interview mit Schauspielerin Nora Tschirner

Eigentlich ist der Weg von Meike Pelzer längst vorbestimmt: Das erfolgreich abgeschlossene BWL-Studium, die Übernahme des väterlichen Betriebs und die bevorstehende Heirat ihres langjährigen Freundes. Doch ihr großer Traum ist es auszubrechen und „offroad“ zu fahren. Nora Tschirner ist aktuell in einer Mischung aus Roadmovie und Liebeskomödie in den deutschen Kinos zu sehen.
Mit Face2Face sprach die 30-Jährige unter anderem über ihre aktuelle Rolle, die Angst vor der Kamera zu stehen und ihre Qualitäten als Bond-Girl.

Das perfekte Bond-Girl – ein Interview mit Schauspielerin Nora Tschirner

Nora Tschirner: Aktuell in ihrem Film „Offroad“ zu sehen (Foto: Deobald)

Face2Face: Sie haben in über 30 Fernseh- und Kinoproduktionen mitgespielt. Wirken Sie lieber in Serien- oder Kinofilmen mit?
Tschirner: Das kommt immer auf das Drehbuch an. Statistisch gesehen habe ich in mehr Kinofilmen mitgewirkt, aber die Dreharbeiten von „Ijon Tichy“ und der Gastauftritt in „Doctor’s Diary“ haben mir auch sehr viel Freude bereitet.

Face2Face: Denken Sie dabei auch gerne an die Zeit der ARD-Vorabendserie „Die Sternenfänger“ zurück?
Tschirner: Ja, Wahnsinn, das ist jetzt schon zwölf Jahre her. Alles war sehr jugendlich melancholisch und mit wirklich guter Musik hinterlegt. Ich erinnere mich gerne daran zurück, die Dreharbeiten waren eine tolle Zeit.

Face2Face: Welche Szene finden Sie in ihrem aktuellen Kinofilm „Offroad“ besonders amüsant?
Tschirner: Da gibt es mehrere. Es sind meist Szenen, in denen man nicht mich sieht, sondern meine Schauspielkollegen. Die Szene mit dem Gazastreifen und dem daraus entstehenden dilettantischen Gangster-Dialog zwischen Julian (Thomas Fränzel), Ulf (Stefan Rudolf) und Tuschi (Tonio Arrango) ist momentan mein Favorit. Da breche ich schon mal ab. Und bei Max von Pufendorf kann ich mich auch schlapplachen.

Face2Face: Modisch gehören Sie zu den eher ordentlich gekleideten Schauspielerinnen. Wie war es für Sie die unvorteilhaft angezogene Meike Pelzer zu spielen?
Tschirner: Schlichtweg super. Meike Pelzer ist für mich der Inbegriff der Grauzone. Mir ist es wichtig, dass das Äußere den Charakter meiner Figur unterstreicht. Bei den Kostümproben war ich stets involviert und konnte beobachten, wie sich meine Figur im Laufe des Films charakterlich verändert.

Face2Face: Wie kann man sich den Ablauf der Dreharbeiten vorstellen?
Tschirner: Es werden zwei bis drei Szenen pro Tag gedreht. Insgesamt waren es bei „Offroad“ 35 Drehtage.

Das perfekte Bond-Girl – ein Interview mit Schauspielerin Nora Tschirner

Beantworteten jede Frage von ihren Fans im Mannheimer Cineplex: Thomas Fränzel, Nora Tschirner, Stefan Rudolf und Elyas M’Barek (von links) bei der Kinotour zum Film „Offroad“ (Foto: Deobald)

Face2Face: Welche Lebensweisheit kann der Zuschauer aus „Offroad“ gewinnen?
Tschirner: Man sollte im Leben öfter mal Zwischenbilanzen ziehen, nicht erst warten bis Weihnachten alles eskaliert.

Face2Face: Mal etwas ganz anderes: Was halten Sie vom aktuellen James Bond, Daniel Craig?
Tschirner: Daniel Craig gefällt mir richtig gut in seiner Rolle als James Bond – ein Schauspieler, der mehr Coolness mitbringt als seine Vorgänger.

Face2Face: Welche Eigenschaften bringen Sie als Bond-Girl mit und welches Bond-Girl favorisieren Sie?
Tschirner (verstellt ihre Stimme): Meinen Top-Body. Ich kann mich super räkeln, glänze im Sonnenlicht und ich kann die Haare werfen. Mein Favorit ist Eva Green aus „Casino Royale“.

Face2Face: Haben Sie einen Tipp für Menschen, die vor der Kamera schüchtern sind, aber trotzdem gerne Schauspieler werden möchten?
Tschirner: Naja, das Wichtigste ist, dass man aus Freude an der Sache Schauspieler werden möchte. Wenn man merkt, dass man Probleme hat mit Kameras, dann ist es vielleicht einfach nicht der richtige Beruf. Zur Sicherheit würde ich mich dazu nochmal im Berufsinformationszentrum beraten lassen – der Beruf des Floristen muss nicht unbedingt schlecht sein (lacht).

Face2Face: Aber Ihr Traumberuf ist nach wie vor Schauspielerin?
Tschirner: Ich finde das Aufgabenfeld extrem spannend und abwechslungsreich – demnach bin ich für einen Nine-to-five Job nicht geschaffen.

Face2Face: Sind Sie demnach auch kein Freund von Routine?
Tschirner: Am Set muss ich mich natürlich an die zeitlichen Abläufe halten, jedoch entsteht dabei nie wirklich eine Art von Routine. Ich mag es lieber, meinen Tag selbst zu strukturieren.

Verlosung von handsignierten Autogrammkarten von Nora Tschirner:

Das perfekte Bond-Girl – ein Interview mit Schauspielerin Nora Tschirner

Gewinnspiel: Mit etwas Glück gehört eine der vier handsignierten Autogrammkarten euch (Foto: Jenowein)

Im Rahmen des Interviews mit Nora Tschirner verlosen wir vier handsignierte Autogrammkarten. Was ihr für eine der vier Karten tun müsst: Schreibt bis einschließlich Freitag, 30. März, 23:59 eine Mail an jean-claude.jenowein@face2face-magazin.de mit dem Betreff „Nora“. In der E-Mail enthalten sein sollte eurer Name sowie eure Postadresse.

Verlost wird unter allen Teilnehmern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt am Freitag, 6.April via E-Mail.


Vorschau: Nächste Woche könnt ihr im Panorama einen Testbericht über legale Drogen lesen.

„Johnny Depp finde ich großartig“ – ein Interview mit Schauspieler und Regisseur Matthias Schweighöfer

2011 ist sein Jahr: Matthias Schweighöfer gehört zur obersten Riege der deutschen Schauspieler. Im Sommer diesen Jahres feiert der Berliner sein Regiedebüt mit seinem ersten selbstproduzierten Film „What a Man“. Seit Donnerstag, 15. Dezember ist er in der Romantik-Komödie von Detlev Bucks „Rubbeldiekatz“ zu sehen. Dort schlüpft er in die Doppel-Hauptrolle von Alexander beziehungsweise Alexandra Honk.
Schweighöfer sprach mit Face2Face unter anderem über Weihnachten, die Aussichten nach Hollywood und seine Pläne für das Jahr 2012.

Face2Face: Wie war es für Sie in die Rolle einer Frau zu schlüpfen?
Schweighöfer: Es war eine schöne Erfahrung eine Frau zu spielen. Vor allem wie man in High Heels läuft. Der Schuh macht schöne Beine und einen schönen Po, nur habe ich mir dabei die Knöchel verengt.

„Johnny Depp finde ich großartig“ – ein Interview mit Schauspieler und Regisseur Matthias Schweighöfer

Zum Anfassen: Schauspieler Matthias Schweighöfer auf seiner Kinotour zu „Rubbeldiekatz“ im Mannheimer „Cineplex“ (Foto: Jenowein)

Face2Face: Und von wem kam die ursprüngliche Idee, dass Sie eine Frau spielen?
Schweighöfer: Die Drehbuchautorin Annika Decker (Anm. d. Red.: Annika Decker schrieb auch schon zusammen mit Til Schweiger die Drehbücher zu den Filmen „Keinohrhase“ und „Zweiohrkücken“) ist eine gute Freundin von mir. Vielleicht weil sie gesehen hat, dass ich gewisse feminine Züge besitze.

Face2Face: Können Sie jetzt sagen, dass Sie die Frauenwelt durch Ihre Filmrolle als „Alexandra“ besser verstehen?
Schweighöfer: Ich habe gehofft, ich würde nach den Dreharbeiten Frauen besser verstehen, das hat aber leider nicht geklappt.

Face2Face: Welche Szene in „Rubbeldiekatz“ war für Sie die lustigste?
Schweighöfer: Die Szene, bei der ich immer wieder lachen muss, ist die, in der ich Max Giermann küsse.

Face2Face: Ist Max Giermann denn ein guter Küsser?
Schweighöfer (lächelt): Ja, er küsst phantastisch. Sehr stürmisch und intensiv. Gesagt habe ich ihm das aber so direkt jedenfalls nicht. Nur der doch sehr haarige Bart störte mich etwas.

Face2Face: Würden Sie in einem Ihrer nächsten Filme wieder einen Mann küssen?
Schweighöfer: Ich hoffe, dass es das letzte Mal war, dass ich einen Mann küssen musste.

Face2Face: Im Moment besuchen Sie drei verschiedene Städte am Tag und sehen täglich mehrere tausend Leute auf Ihrer Kinotour – wird das auf Dauer nicht zum Stressfaktor oder überwiegt die Freude?
Schweighöfer: Die Kinotour zu „Rubbeldiekatz“ macht mir auch Spaß, aber wenn ich ehrlich bin, freue ich mich jetzt auf Weihnachten und ein wenig Ruhe.

Face2Face: Wie gefällt Ihnen Mannheim und was haben Sie bisher von der Stadt gesehen?
Schweighöfer: Ich finde Mannheim ist eine wunderschöne Stadt. Ich habe bisher zwei Kinos gesehen.

„Johnny Depp finde ich großartig“ – ein Interview mit Schauspieler und Regisseur Matthias Schweighöfer

„Rubbeldiekatz“: die Romantik-Komödie des Winters von Detlev Buck mit Matthias Schweighöfer und Alexandra Maria Lara (Foto: Jenowein)

Face2Face: Wie kommen Sie mit dem kurpfälzischen Dialekt zu recht?
Schweighöfer: Es ist ein sympathischer Dialekt, der teilweise schwer zu verstehen ist, für einen Berliner.

Face2Face: Wie sieht Weihnachten bei der Familie Schweighöfer aus?
Schweighöfer: So wie bei fast jedem anderen auch: Christbaum, Geschenke, Plätzchen und Kirche.

Face2Face: Ich habe gelesen, Sie feiern Weihnachten von Ihrer Frau getrennt, stimmt das?
Schweighöfer: Ja, das stimmt. Wir haben so viele Verwandte und jeder will eben auch mal seine Familie sehen, deshalb haben wir uns in diesem Jahr so entschieden.

Face2Face: Wie schaffen Sie es sich immer fit zu halten bei all dem Stress berühmt zu sein?
Schweighöfer: Ich mache viele unterschiedliche Sportarten: Schwimmen, Joggen, Muskeltraining, Gymnastik oder Badminton spielen. Demnächst will mich mal an einem Teamsport versuchen.

Face2Face: Welcher ist für Sie der „Film des Jahres 2011“?
Schweighöfer: Für mich persönlich ist „What a man“ der Film des Jahres 2011, weil er einfach mein Werk ist, bei dem ich das erste Mal die Hauptrolle spiele und Regie geführt habe. Aber „Rubbeldiekatz“ von Detlev Buck ist ehrlich gesagt der bessere Film.

Face2Face: Wenn Sie die Wahl hätten, mit wem würden Sie gerne mal vor der Kamera stehen?
Schweighöfer: Johnny Depp finde ich großartig.

Face2Face: In der FAZ haben Sie einmal gesagt, dass Sie gerne in Hollywood spielen würden. Sind Sie durch den Erfolg dieses Jahr diesem Ziel ein wenig näher gekommen?
Schweighöfer: Ja spielen… Hollywood interessiert mich jetzt nicht wirklich – man kann auch in Deutschland gute Filme machen. Dadurch, dass ich mir jetzt in Deutschland etwas aufbauen möchte mit meiner Produktionsfirma „Pantaleon Films“ hat sich das geändert. Diese Arbeit beansprucht viel Zeit und füllt mich aus, ich habe jetzt sehr viele Möglichkeiten, darauf konzentriere ich mich.

Face2Face: Welches Filmgenre schauen Sie sich privat an?
Schweighöfer: Ich schaue mir alles an, was mir so in die Finger fällt. Zu Hause auf meiner großen Leinwand schaue ich mir die Filme auf DVD an. Dafür gucke ich mir nie einen Film oder eine Serie im Fernsehen an.

Face2Face: Welchen Film haben Sie als letztes gesehen?
Schweighöfer: Der letzte Film, den ich zu Hause geschaut habe, war „Blue Valentine“ mit Ryan Gosling.

Face2Face: Was haben Sie sich für das Jahr 2012 vorgenommen?
Schweighöfer: Im nächstes Jahr will ich viel mehr Zeit mit meiner Familie verbringen – insbesondere mit meiner Tochter Greta.

Face2Face: Mehr Zeit mit ihrer Tochter verbringen – was schwebt Ihnen da vor?
Schweighöfer: Ganz normale Dinge tun wie mit ihr einzukaufen oder ihr eine Brotstulle schmieren. Am meisten freue ich mich darauf meine Tochter von der Kita abzuholen, da kräht kein Hahn nach meinem Bekanntheitsgrad. Ich habe mir fest vorgenommen mit der Familie Reisen zu machen, Parks zu besuchen und dafür die Arbeit ein wenig ruhen zu lassen.

Face2Face: Wann können wir mit Ihrem neuen Film „Russendisko“ rechnen?
Schweighöfer: „Russendisko“ wird Ende März 2012 in die Kinos kommen.

Vorschau: Wie sieht eigentlich der Alltag einer Gogotänzerin aus? Das und vieles mehr lest ihr am Dienstag, 10. Januar im Portrait über Tänzerin „Kimstyle“. Am Dienstag, 03. Januar gibt´s außerdem das nächste Rätsel des Monats.

Interview mit dem Regisseur des preisgekrönten Kurzfilms “I remember Yesterday” Oliver Siegel, Teil ll

Teil ll des Interviews, diesmal redet Oliver Siegel über Schauspieler, technisches Know-How und neue Projekte und seine Pläne für die Zukunft.

Face2Face: Haben die Darsteller Schauspielunterricht genommen, oder sind sie wie du auch alle Autodidakten?
Siegel: Das weiss ich leider nicht im Detail für jeden Darsteller, aber es waren definitiv Leute dabei, die zum ersten mal an einem Film mitgearbeitet haben, andere hatten bereits mehrere Jahre Erfahrung durch Bühnenstücke oder andere Filme. Der/die ein oder andere war dabei, der irgendwelche Trainings vorher hatte – bei einigen Leuten aus der Crew bin ich mir sogar sicher, dass die auf ’ner Filmakademie, beziehungsweise an Filmtrainingsprogrammen mitgemacht haben.
Ich halte Erfahrung für sehr viel wichtiger, als eine formelle Ausbildung. Manchmal würde ich gerne zur Filmschule gehen, um einige der theoretischen und geschichtlichen Hintergründe des Films und Storytellings besser kennen zu lernen.

Face2Face: Was war der Grund, dass du das Thema Alzheimer in dem Film thematisieren wolltest?
Siegel: Das Filmprojekt ist aus einer „Movie Class“ entstanden, die ich am Senior Center gestartet habe. Wir haben zunächst nur Filme angeschaut und analysiert, erkundet wie Filme und Geschichten funktionieren und überlegt was nötig ist, um einen Film zu machen.
Dann habe ich die Teilnehmer motiviert sich Ideen für eine eigene Geschichte auszudenken. Ich wollte mit der Klasse eine Geschichte schreiben, bei der ich lediglich die Ideen der lebenserfahrenen Seniors in eine Form giesse, und ich selbst nur wenig Inhalt beitrage. Also meine Aufgabe war nur sicherzustellen, dass die Einwürfe die von den Seniors kommen, auch in ein Filmkonzept passen.
Das eigentliche Thema für den Film wurde von einem Ereignis ausgelöst, als eine ältere Frau aus dem Senior Center in den Raum kommen wollte, in dem wir gerade waren, aber die hat die Tür ausversehen zugedrückt, anstatt zu öffnen und sich dadurch ausgeschlossen hat. Diese Szene haben wir so tatsächlich im Film übernommen, und es gibt auch einige biographische Ähnlichkeiten zwischen dieser Frau und dem Part der „Mary Lapinsky“.

Face2Face: Denkst du mit dieser Krankheit und vor allem mit den Patienten wird heutzutage angemessen umgegangen?
Siegel: Nunja, was soll ich sagen… Wie geht man angemessen mit einem Erwachsenen, lebenserfahrenen Menschen um, der die meiste seiner Lebenserfahrung vergessen hat und sich sonst auch eher wie ein Kind verhält?
Ich habe Interviews geführt und dabei habe ich mit einigen Leuten geredet, die mit Alzheimerpatienten zu tun haben – nahe stehende Familienmitglieder, die plötzlich unter diesem Umstand leiden. Die Geschichten, die mir dabei erzählt wurden, sind sehr tragisch, traurig, manchmal frustrierend und niederschlagend. Anscheinend kann man medizinisch leider nichts wirksames tun…
Und das ist nur eines von vielen Beispielen, von Leuten die freiwillig ihre Zeit für andere opfern, und sich so liebevoll um andere Menschen kümmern. Meine Gastmutter ist ebenfalls sehr besorgt um die Tanten ihres Mannes, ein von ihnen ist fast 100 Jahre alt. Obwohl meine Gastmutter nicht mal direkt mit den beiden verwandt ist, ist sie mindestens einmal pro Woche die 20 Meilen zu den beiden gefahren, um sich um sie zu kümmern. Mein Gastvater hat das natürlich auch gemacht, und auch seine Geduld und Ausdauer habe ich bewundert.
Diese Hingabe, die viele Menschen für ihre Angehörigen zeigen, finde ich mehr als angemessen. Auf diesem Weg möchte ich erwähnen, dass es auf der DVD unseres Films zusätzliche 1.5 Stunden Interviewmaterial gibt, unter anderem von Leuten, die mit Alzheimerpatienten zu tun haben. Die DVD wird online erhältlich sein auf
www.irememberyesterdaymovie.com und der Erlös vom Verkauf geht an zwei Wohltätigkeitsorganisationen, die sich für Menschen mit Alzheimer einsetzen. Eine Organization kümmert sich dabei eher um die Pflege, die andere um die Erforschung von Alzheimer.

Interview mit dem Regisseur des preisgekrönten Kurzfilms “I remember Yesterday” Oliver Siegel, Teil ll

Nostalgisch: Das Filmplakat von "I Remember Yesterday" (Grafik: Siegel)

Face2Face: Wie lange dauert eigentlich so eine Filmentwicklung – vom ersten Drehbuchentwurf bis zum fertigen Filmschnitt?
Siegel: Das kommt ganz darauf an… Es ist so ziemlich alles möglich und hat alles schon gegeben.
Es gibt einen Wettbewerb, der heisst „Das 48 Stunden Filmprojekt“ In dem soll eine Gruppe einen Film in 48 Stunden erstellen – von der Drehbuchentwicklung bis hin zu Musikproduktion und allem drum und dran. Verrückt, ja!
Auf der anderen Seite weiß ich, dass Christopher Nolan seine erste Idee zu „Inception“ hatte, als er 16 war. Der Film wurde kurz vor seinem 40sten Geburtstag veröffentlicht.
Auch „Avatar“ von James Cameron war 12 Jahre in der Planung, und weitere 3 Jahre in der Produktion bis er endlich veröffentlicht wurde.
Meinen ersten 20 minütigen Kurzfilm „Self Confidence“ hatte ich innerhalb von 2 Wochen geschnitten, innerhalb von 4 Tagen gedreht. 1 oder 2 Wochen instensivste Preproduction gingen voraus, davor habe ich ca. 2 Monte mit anderen am Drehbuch gearbeitet, und einige Preproduction Schritte eingeleitet.
„I Remember Yesterday“ hatte sozusagen seinen Anfang mit Beginn der Movie class, die im Januar 2010 losgehen sollte. Bis ich erstmal genügend Teilnehmer hatte, verging so einige Zeit, bis wir einen Storyentwurf hatten, das war irgendwann im Frühjahr, bis das geschehen ist. Dann war auch wieder Preproduction auf Sparflamme, bis die richtig intensive Preproduction ca. 6 bis 8 Wochen vor Drehbeginn angefangen hat – der 28. August war dann unser erster Drehtag. Dreharbeiten waren genau 2 Wochen mit einem Tag Drehpause. Dann habe ich geschnitten und bearbeitet und am 7. Dezember 2010 war der Film Fertig zur Premiere. Jedoch habe ich mich nochmal mit dem Musikern zusammengetan und bis März 2011 am Soundtrack gearbeitet. Dann kam erstmal ’ne weile nix und Anfang Juli hab ich die DVD erstellt, die am 25. August 2011 endlich veröffentlicht wird.

Face2Face: Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Siegel: Reich und berühmt werden, ist doch klar!? (lacht)
Ich will erstmal “I remember Yesterday” abschließen, hoffe dass das mit dem Fundraising durch DVD verkauf noch ein bisschen ’nen Publicity Schub bekommt.
Zwischendurch noch an anderen Produktionen mitarbeiten, um mehr Erfahrung zu sammeln.
Mit diesen Referenzen will ich dann mein nächstes eigenes Projekt starten, was dann u.a. hoffentlich ein Budget hat, sowie eine lange Liste von zusätzlichem Produktionspersonal und Crew.
Ich habe von “Self Confidence” nach “I remember Yesterday” schon einen grossen Schritt gemacht und bin von ein bis maximal fünf Personen Crew auf zehn bis 15 Personen Crew gestiegen – hatte sogar ’nen Production Manager, was sehr hilfreich war wenn es darum geht am Set den Überblick zu behalten, während ich mich auf’s Regie führen konzentriere. Aber für das nächste Projekt muss unbedingt ein Produzent her, nochmal Regie und Production in einer Person will ich mir nicht zumuten. Auch ein richtiger „Director of Photography“, ein Kameramann, wäre toll!
Also zusammengefasst: Expandieren!
Und natürlich auch irgendwie Geld verdienen mit der ganzen Filmsache, …wär‘ auch irgendwie ’n Pluspunkt.

Face2Face: Hast du bereits neue Projekte? Wenn ja, auf was dürfen wir uns freuen?
Siegel: Hab ’ne ganze Liste von Ideen, habe mich noch nicht eindeutig entschieden – ich will nicht meine Ideen herausschleudern wenn ich eigentlich noch nicht die nötigen Rescourcen dazu habe. Lieber bisschen warten, dafür dann die Idee richtig gut umsetzen.
Mein nächstes Projekt wird vielleicht ein Actionabenteuer über einen Mann, der seinem langweiligen Alltag ausbricht und sich einer Bikergang anschließt.

Face2Face: Kannst du Hobbyfilmemachern abschließend noch irgendwelche Tips geben? Softwareempfehlungen oder ähnliches?
Siegel: Puh, jetzt stell mich mal nicht so hin als sei ich dem „Hobbyfilmemacher“ schon so weit überlegen…! (lacht)
Softwareempfehlungen? Versuche etwas zu finden was nicht ständig abstürzt und schnell arbeitet. Am besten finde jemanden, der das technische Know-how hat, wie das alles am besten funktioniert.
Außerdem: Lies „Rebel without a Crew“ von Robert Rodriguez! (Auch wenn er dir sagen wird, dass du dir das Tech-Know-How selber aneignen sollst, sodass du nicht auf andere Leute angewiesen bist).
Danke an Flo, der mir vor ein paar Jahren dieses Buch geschenkt hat, es hat mir sehr viel über die Filmindustrie beigebracht!
Außerdem (und das sage ich weil es mir gesagt wurde, aber es stimmt einfach) glaub an dich! Zieh dein Ding durch, überwinde die Hindernisse die nötig sind, um dahin zu kommen wo du hin willst. Mach dir einen Plan und dann handle nach diesem Plan! Auf dem Weg wird zwar einiges schief gehen, aber gib trotzdem nicht auf, die harte Arbeit wird sich irgendwann lohnen. Sei du selbst und mache was du für richtig hälst, lass dir nicht von anderen reinreden, versuche nicht etwas zu imitieren oder nachzuahmen, nur weil du denkst weil man es so machen müsste. Tu was du für richtig hältst, glaube an dich selbst, lass dir von niemandem reinreden, zieh dein Ding durch, sei du selbst und glaube an deine Träume.
Zu dem Thema hab ich auch ein Video gemacht, es heisst „Here I Am“ und kann auf meinem Youtube-Channel auf englisch und deutsch gefunden werden. Die deutsche Version hat sogar einen Preis gewonnen!

Hier geht’s zu Teil l des Interviews.

Interview mit dem Regisseur des preisgekrönten Kurzfilms “I remember Yesterday” Oliver Siegel, Teil l

Wenn man nach dem Abitur für ein Jahr nach Amerika geht, erlebt man einiges – so auch Oliver Siegel. Er allerdings hat sich einem eher exotischen Projekt gewidmet und einen Film gedreht. Face2Face gab er ein exklusives Interview über sein preisgekröntes Filmprojekt und erzählt darin, wie man Filme macht, über den Unterschied zwischen dem deutschen und amerikanischen Kulturkreis und wieso Regisseure eher Organisatoren sind als weltfremde Künstler.

Face2Face: Du hast ja bereits an Projekten hier in Deutschland gearbeitet. Inwiefern unterschied sich die Arbeit zu deinem Dreh in Amerika? Was war besser, was war weniger gut?
Oliver Siegel:
Grosse Frage… Geht in das Thema „Kultur“ mit dem ich mich seit der Vorbereitung meines Auslandsjahres im Sommer 2009 intensiv beschäftigen durfte! Also ich muss dazu sagen, dass ich nur an einem Projekt in Deutschland gearbeitet habe, welches ich nicht selbst organisiert habe. Dadurch kann ich natürlich kaum ein objektives Bild über die allgemeine Filmmaking-Kultur in Deutschland geben. Ausserdem hab ich auch nur Erfahrung im low/no budget/Independent-Bereich. Wie sehr sich deutsche Produktionen mit Hollywoodproduktionen vergleichen lassen, kann ich auch nicht sagen.

Aber: Der Ablauf und die Struktur sind quasi identisch, alles was anders ist sind die Worte. Statt „Ton läuft“ ist es „sound rolling“ statt „Scene Four, Shot two Take Three“ „Szene Vier, Einstellung Zwei die Dritte“ und statt „Action!“ sagt man „und Bitte!“. „Cut“ bleibt „Katt“ (lacht)
Das ist in der Hinsicht hilfreich und auch irgendwie beeindruckend, dass ich an Sets mitarbeiten konnte und auch meine eigenen Drehs organisieren konnte, mit wildfremden Leuten aus einem anderen Land – aber wir wussten trotzdem genau was zu tun ist. Interessant ist glaube ich auch an den Gemeinsamkeiten, dass es einige Filmtechnische Dinge gibt, die aus Deutschland in die Staaten importiert wurden. Eine ziemlich lustige Sache ist z.B. die Option „MOS“ die man bei einem Take auf der Klappe markieren kann. Das steht für „mit ohne Sound“ was eigentlich total Sinn macht, wenn man an „with out sound“ denkt…

Interview mit dem Regisseur des preisgekrönten Kurzfilms “I remember Yesterday” Oliver Siegel, Teil l

Klappe die erste! MOS - "mit ohne Sound" (Foto: Siegel)

Ein weiterer interessanter sprachlicher Unterschied ist „Director“ vs. „Regisseur“. Das interessante daran ist, dass es im amerikanischen viele Jobpositionen gibt, die „Direktor“ heißen – Filialleiter, Chefs, Führungskräfte, … alles „Directors“. Im Deutschen hat der Filmregisseur zusammen mit dem Theaterregisseur so ziemlich das Wortmonopol, soweit ich weiß. In der Realität so wie ich sie erfahren habe, finde ich dabei das Wort „Regisseur“ im Sinne von jemand der dem ganzen eine künstlerische Note verleiht und den Schauspielern unterschwellige Anweisungen gibt und artistische Entscheidungen trifft viel weniger angebracht als das Wort „Leiter“ im Sinne von jemand, der den kompletten Überblick über alles behalten muss und jedem einzelnen am Set eine Aufgabe gibt und dafür sorgt dass alles läuft, viel treffender. „Bring mir mal das Kabel von da hinten“ klingt eigentlich nicht so als hätte es viel mit „Regie“ zu tun – hat’s aber. Liegt wohl auch daran, dass ich bisher meistens vieles selber gemacht habe – Regie, Produktion und dann noch Kamera. Wenn ich erstmal bei einer Crew mit First Assistant Director, Second Assistant Director, Director of Photographie, First Assitant Camera, Second Assistant Camera, Unit Production Manager und Key Grip bin, dann hab ich wahrscheinlich meine Leute, die anderen Leuten sagen wo die Kabel hinzubringen sind… (lacht)

Was ist sonst anders… Wie ich schon sagte hat das viel mit Kultur zu tun. Kultur ist geprägt davon, was Menschen einer Gruppe umgibt, was sie dadurch prägt, und wonach sie dementsprechend handeln, und dadurch wieder ihre eigene Umgebung formen, die dann weitere Generationen prägt. Kultur hat etwas mit der Umwelt, also der Geographie usw. zu tun. Amerika ist riesig, es gibt viel Platz. In Hollywood, Kalifornien, ist das Wetter sehr beständig mit gemäßigten Temperaturen, Sonnenschein und nur wenigen Tagen im Jahr regen. Filmstudios hatten viel Platz sich auszubreiten und Bühnen zu bauen. Die USA haben fast alle Klimazonen, die es gibt – Kalifornien hat ebenso fast alles was es gibt. Ist also unglaublich praktisch dort zu filmen aus vielerlei Hinsicht. Das hat Hollywood zur führenden Metropole gemacht, was wiederum viele Filmschaffende dazu bewegt hat sich in dieser Gegend niederzulassen. Das gibt heute eine sehr gute Infrastruktur zum Filmemachen. Was auch immer man braucht, es ist alles da – egal ob Leute oder andere Resourcen.
Der Platz und die Einfachheit/Unkompliziertheit, aber auch Offenheit und Begeisterungsfähigkeit der Menschen hat mir hier drüben beim Filmemachen sehr gut gefallen. Weiterhin schien es mir als gäbe es mehr Leute, die gerne als Schauspieler im Film sein würden, oder sich leicht dazu überreden lassen. Leute, egal welchen Alters. Ich wüsste nicht auf Anhieb wie man „Ach nee du, lass mal, das ist nicht so mein Ding“ auf Englisch sagt. Ich war überrascht wie viele Erwachsene Menschen es gab, die sich freiwillig dafür gemeldet haben, mir kostenlos ihre Zeit zur Verfügung zu stellen, sogar Terminkalender neu zu strukturieren, und dann auch noch das zu machen was ich Ihnen sage – obwohl ich „just a kid“ bin. Ausserdem: Ein Amerikaner, der für längere Zeit in Deutschland war hat in seinem Blog geschrieben, dass „das geht nicht“ eine häufig verwendete Redewendung in Deutschland ist. Ich stimme ihm da zu. Im Bezug auf Filmemachen ist das dann natürlich problematisch, wenn man gerne etwas machen würde aber „das geht nicht“.
Ich muss allerdings auch sagen, dass ich in Amerika an Grenzen gestossen bin – und zwar aus dem dummen Grund, dass hier so gerne geklagt wird. Manchmal kann es passieren, dass jemand in eine sture, unlogische Angst verfällt, dass er verklagt werden könnte, wenn er dich auf sein Grundstück lässt. In Deutschland sind die Leute zwar auch besorgt wegen Versicherungsschutz „falls was passiert“, aber die Amerikaner scheinen mir in der Hinsicht paranoider.

Interview mit dem Regisseur des preisgekrönten Kurzfilms “I remember Yesterday” Oliver Siegel, Teil l

Ausgezeichnet: Regisseur Oliver Siegel (Mitte) mit seiner Hauptdarstellerin Linda C. Luke (links) und einem Model auf dem Huston International Filmfestival (Foto: Siegel)

Dann scheint es mir auch noch, als ob es im Land der Dichter und Denker – wie der Name schon sagt – mehr Theoretiker gibt. Das wirkt sich in der Filmbranche (und Filmkultur) dann meiner Meinung nach so aus, dass deutsche Filme häufig als Kunstwerk gemacht wurden, statt als Produkt dass sich verkaufen lässt und Mainstream Unterhaltung bringt. Das ist meine Beobachtung vom Filme ansehen, ich kann das nur mit sehr wenig Erfahrung belegen aus der Arbeit mit Filmemachern, aber doch scheint es mir, dass die Amerikaner mit denen ich gearbeitet habe eher „Macher“ sind als Denker. Das Machen des Films steht mehr im Vordergrund, anstatt wie man das Drehbuch später interpretieren könnte.
Die vielen kulturellen Nuancen passen einfach nur zu gut zu Filmen, die Art der Leute lässt sich perfekt auf die Leinwand übertragen – man kann es sogar übersetzen und in anderen Ländern und anderen Kulturen macht es auch noch Sinn! Für mich gehörte die unnatürliche, aber filmtypische Art und Weise wie Leute in den deutsch synchronisierten Filmen reden zum Kino, wie das Popcorn! Jetzt habe ich mich natürlich so an die Originalversionen gewöhnt, dass die Asynchronität verwirrend ist.

Deutsche Filme fand ich immer grau, langweilig und habe sie nicht so richtig verstanden. Bitte nicht falsch verstehen, es gibt natürlich auch Deutsche Filme, die mir sehr gut gefallen! Und letztendlich sind die synchronisierten, perfekten, vollen Bassreichen Stimmen, die wir im deutschen Kino hören etwas sehr einmaliges, was mich – nachdem ich es längere Zeit nicht mehr gehört hatte – sofort an die Einmaligkeit eines Besuchs im Deutschen Kino mit gesüßtem Popcorn erinnert hat.
Aber am Ende finde ich, wie gesagt, dass Amerika das perfekte Land zum Filme machen ist. Das Land passt, die Leute passen, die Kultur passt. Und Hollywood, die Nummer eins im Filmbusiness, befindet sich sogar in den USA.

Face2Face: Wie wurde der Filmdreh organisatorisch für dich und dein Team überhaupt möglich?
Siegel:
Durch verdammt gute Organisation meinerseits: Am Abend vorher, so kurz nach Mitternacht, bekam jeder in einer E-mail gesagt wo sie am nächsten Tag um 8 Uhr morgens sein sollen! Nein, Spass beiseite, es war wirklich nicht immer leicht… Mir wurde zwar gesagt, dass das einer der besser organisierten Drehs gewesen sei – und letztendlich sind wir auch im Zeitrahmen und Budget geblieben (ach nee, hatten ja kein Budget!) Aber es war auch mir sehr viel Stress meinerseits verbunden, und manchmal wusste ich tatsächlich nicht bis am Abend vorher wo wir drehen würden.

Ich hatte bewusst VIEEEL Zeit für Preproduction (die Planungsphase vor Drehbeginn) eingeräumt, nachdem ich von meinem vorherigen Projekt gemerkt hatte, dass eine Woche nicht genug ist um alles auf die Reihe zu bekommen, aber trotzdem gehen immer wieder Dinge schief, man vergisst was usw.

Obwohl wir no budget waren hatten wir aber verdammt viel Glück alles so hinzubekommen, wie es am Ende passiert ist. Das Senior Center als Organisationszentrale zu haben war natürlich sehr vorteilhaft – dazu noch den lokalen Fernsehsender, der im selben Verwaltungsgebäude (Township) ist wie das Senior Center: Gold wert!! Dadurch konnten wir viel Equipment, viele Freiwillige zum Helfen und auch viele Kostüme und Requisiten kostenlos bekommen. Vom Senior Center konnte ich ausserdem Rescourcen wie einen Van und einen Bus bekommen.

Und es haben sich glücklicherweise einige Leute für das Projekt gemeldet, die sehr engagiert waren und auch schon einige Connections hatten um an Locations oder Requisiten heranzukommen.
Und ich sage es noch einmal: Viele Leute waren vom Projekt so begeistert, beziehungsweise ließen sich begeistern, „they went out of their way to help us“.

Homepage von I Remember Yesterday

Vorschau: Im zweiten Teil des Interviews erfahrt ihr mehr über die Hintergründe der Filmthematik Alzheimer und Oliver Siegels Plänen für die Zukunft.

Das Kinojahr 2010

Endlich geschafft! Die guten Vorsätze gepackt, starten wir ins neue Jahr, um am Ende doch nicht viel anders zu machen. Deswegen blicken wir doch einmal zurück um zu sehen, was uns da letzte Jahr an Unterhaltung bieten konnte.

… Und an manchen Ecken wird man sagen: Es kann ja nur besser werden!

Der Januar begann mit einem Meilenstein der Filmgeschichte – das letzte Mal, dass Heath Ledger vor der Kamera stand: „Das Kabinett des Dr. Parnassus“. Nicht nur dass den hilflosen Zuschauer der Trailer absolut verwirrt hat, da wurde das weibliche Publikum mit Hollywoods „Sahneschnitten“ überschwemmt! Colin Farrell, Johnny Depp und Jude Law in einem Film! Was jedoch längst nicht der einzige Grund ist den Film zu schauen.

Weiterhin wurde das Vampirliebhaberherz verwöhnt, mit „New Moon“. Für einen geistig „normalen“ und nicht Robert Pattinson oder Taylor Lautner verfallenen Teenie, kein großes Ereignis. Selbst wenn aus Interesse geschaut, hat der Film nicht viel zu bieten und ist im Vergleich zum ersten Teil eher ein plumper Witz.Zu guter letzt wäre da noch „Sherlock Holmes“, der uns im Januar in Spannung versetzt hat. Robert Downey Jr. als neurotischer und geistig leicht verwirrter Detektiv ist definitiv die 128 Filmminuten wert. Und wen das nicht überzeugt, der sollte sich Jude Law mit Schnautzer vorstellen. Das muss man doch gesehen haben!Im Februar wurde uns erneut eine Fantasybuchverfilmung vorgesetzt, mit „Percy Jackson – Diebe im Olymp“. Nachdem sich „Die Chroniken von Narnia“ wacker gehalten haben, ist Percy Jackson die reinste Enttäuschung. Und dass es eine Buchreihe gibt, lässt uns bangen und hoffen: Bitte, bitte lasst es gut sein!!Einen Erfolg allerdings kann der zweite Monat des Jahres mit dem Film „The Book of Eli“ verbuchen. Um den ein oder anderen zu überzeugen müsste man eigentlich nur Denzel Washington sagen.Die Einen sagen März, Kinofans sagen „Alice im Wunderland“. Erneut hat sich Tim Burton mit einer seiner Produktionen selbst übertroffen. Sein Film enthält Größen wie Johnny Depp als Hutmacher, Helena Bonham Carter als Herzkönigin und Anne Hathaway als weiße Königin.Es verschlägt einem die Sprache wie gut Burton’s bizarre Darstellung mit der Vorstellung des Wunderlandes, die Lewis Carol in ihrem Buch vermittelt hat, harmoniert.Der April hielt weniger atemberaubendes bereit. In der Neuverfilmung „Kampf der Titanen“ kriegen übergroße Skorpione mächtig auf die Mütze. Jennifer Aniston widmete sich wieder ihrem liebsten Hobby, der romantischen Komödie und holte sich für „Der Kautions- Cop“ noch Gerard Butler ins Boot. Der Film startete übrigens am 1. April… was sagt uns das?Auch „Kick-Ass“ feierte im April sein Coming out. Eine erneute Verfilmung eines gleichnamigen Comics, mit einer Menge „Gekloppe“. Allerdings kommen auch die Lachmuskeln nicht zu kurz.

Der Mai war ein Monat der Fortsetzungen, wie es scheint. „Sex and the City 2“, „Iron Man 2“, “Shrek 4” und “Robin Hood”, der ein bisschen aus der Reihe tanzt. Doch nichts desto trotz leisteten die Meisten eine solide Zwei ab, mit einem Augenzwinkern versteht sich. Sarah Jessica Parker brachte den Frauen erneut modische Offenbarungen, wobei man sich doch fragt, was sich die Kostümbildner bei dem Reifrock zum lila Top nur gedacht haben?! Robert Downey Jr. verkörperte erneut auf glaubwürdige Art den arroganten Tony Stark. Und auch, wenn es eine Neubesetzung gab, tut es dem Werk an sich nicht weh.

Bei „Shrek 4“ so lasst es endlich gut sein, irgendwann ist auch der Grüne mal kein Kassenschlager mehr.
Im Juni meldete sich Pixar mit „Toy Story 3“ zurück, was so notwendig jetzt auch nicht war. Allerdings hat einem das „Bis zu Unendlichkeit und noch viel weiter!“, doch irgendwo gefehlt. Und selbst Barbies Ken hatte einmal einen Auftritt.

Auch das „A-Team“ rückte wieder an. Nicht genug, dass es Sonntags auf RTL II Sonntags den ganzen Nachmittag hoch und runter läuft. Was nun aber Liam Neeson da zu suchen hatte, ist bis heute unklar.

Dem Juli muss man allerdings sagen, er war nicht schlecht. Mit „Knight & Day“ nahm die ganze Sache zwar einen etwas holprigen Anfang und man fragte sich was Tom Cruise jetzt schon wieder gebissen hatte, aber mit „Eclipse“ war die Sache schon fast wieder vergessen. Denn dieser gestaltete sich als weitaus eindrucksvoller als der zweite Teil der Verfilmungen S. Meyers Bücher.

Auch Disney legte wieder vor und schuf mit „Prince of Persia“ einen Film zum gleichnamigen Computerspiel. Sicher waren tägliche Zocker von dem Ergebnis nur mäßig begeistert, aber als sei (auch von mir persönlich) gesagt: Disney hat es einfach drauf!

Das Highlight kam mit Angelina Jolie. „Salt“ ist ohne wenn und aber einer der besten und spannendsten Filme des gesamten letzten Jahres!

Im August frönte Julia Roberts dann ihrer neu entdeckten Essstörung, „Eat Pray Love“. Kathrine Heigl und Ashton Kutcher bildeten eine Neuauflage von „Mr. und Mrs. Smith“, allerdings ohne den Trennungsschmerz und Gerüchte nach dem Dreh. „Kiss & Kill“ schimpft sich der Streifen und ist, wie Katherine, einfach irgendwie charmant.

Mit „Kung Fu Kid“ steht nun auch Jaden Smith mal ohne seinen Vater auf der Bühne. Wie man das allerdings finden soll? Bleibt dran.
„Inception“ bleibt im August dennoch unübertroffen. Ein actiongeladenes Highight, das seines Gleichen sucht. Für jeden zu empfehlen, der sich nicht nur gern berieseln lässt, sondern „aktiv“ zuschaut.

Der Septemper lockte uns mit George Clooney in „The American“. Allerdings sagte der Film eher: kauf mich, wenn ich als DVD günstig im Regal stehe.
Auch „Resident Evil 4“ erschien in diesem Monat, wo man sich allmählich fragt ob es nicht allmählich genug Zombiefilme gibt. Da müssen es nicht auch noch mutierte sein.
“Machete“ allerdings zog tausende ins Kino. Ich selbst war am Tag als der Film anlief im Kino und ich hatte Angst um mein Leben.

Den Oktober würde man im Wetterbericht als durchwachsen beschreiben. Filme wie „Social Network“ ernten nur Kommentare wie: „Naja…“, „Das muss doch nicht sein.“, „Nicht mit mir!“ oder „Ich bin bei facebook nicht einmal angemeldet.“. Zusammengefasst, schlicht und ergreifend unnötig!
„Jackass 3D“ war da schon was ganz anderes und zog auffallend großes männliches Publikum an. Warum nur?
Auch die Filme „RED“ und „Die etwas anderen Cops“ markierten ihr Revier. Hier ist jedoch zu sagen: Der eine TOP, mit Sternchen, und er andere FLOP!
Und last but not least „SAW 7“, wo die Meinungen sich wahrlich scheiden. Von „Gott sei Dank!“ bis „Oh bitte nicht schon wieder!“ ist alles vertreten.

Im November erfreute und erneut ein Robert Downey Jr. in „Stichtag“. Dazu kann man einfach nur sagen let’s party und Daumen hoch!
Und wer sich allmählich gefragt hat wo bei all dem Angelina hier und Angelina da, der Brad bleibt, der hatte zumindest in der englischen Version von „Megamind“ an Metro Man verliehen. Das ist doch schon mal ein Anfang.
Aber der Headliner dieses Monats ist „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 1)“. Man fragt sich wie es nach so einem Auftakt zum letzten Teil der Reihe noch besser werden sollte. Von Film zu Film hat sich die Spannung gesteigert und steht nun mehr an einem unmöglichen Höhepunkt.

Der Dezember, und das Jahr ist fast rum, pries „The Tourist“ an. In den Hauptrollen Johnny Depp und Angelina Jolie. Sah an sich auch viel versprechend aus, doch was der Trailer zeigt, führt auf die vollkommen falsche Bahn. Statt einem actiongeladenen Blockbuster, plätschert das Geschehen so vor sich hin bis – schau mal einer guck – Ende! Leider erfüllt der Streifen auch noch jedes Klischee eines deutschen Spielfilms, da deutscher Drehbuchschreiber. Ein absoluter Reinfall.

Und damit ist auch die Reise durch das Kinojahr 2010 beendet. Falls einiges Fehlen sollte, so seht es mir nach. Ihr würdet nicht fertig werden mit lesen und ich nicht mit schreiben.

Damit alles Gute und bis zum nächsten Mal.


Anm. d. Red.: Dieser Artikel wurde von unserem ehemaligen Redaktionsmitglied Franziska Stein verfasst.