Mainstream – Musik ohne Message?

Vor allem im Radio läuft Mainstream-Musik. (Foto: V.Wahlig)

Eintönig: Vor allem im Radio läuft Mainstream-Musik. (Foto: V.Wahlig)

Das ist ja mal wieder voll Mainstream, das neueste Lied in den Charts!“ – diesen Satz habt ihr bestimmt schon mal gehört, wenn ihr gerade beschwingt einen aktuellen Song im Radio gehört habt. Aber was ist eigentlich Mainstream und was soll daran so schlecht sein?

Unter Mainstream (zu Deutsch: Hauptstrom) versteht man den Geschmack, der einem Großteil der Gesellschaft gefällt. Aber bedeutet dies, dass Musik die von einer breiten Masse gehört wird, dann auch inhaltsleer ist?

Die meisten Lieder in den aktuellen Charts drehen sich um Liebe, Tanzen oder Party. Hinzu kommt noch eine Brise von Gute-Laune-Klängen und fertig ist der Song. So singt uns Pharrell Williams gut gelaunt ein „Happy“ (zu Deutsch: glücklich) entgegen und Miley Cyrus scheint nur mit ihrer halbnackten Performance auf einer Abrissbirne noch schockieren zu können. Muss man dann die Frage nach inhaltsleerer Mainstream-Musik klar mit einem Ja beantworten? Ist Gesellschaftskritik in Mainstream-Musik ein Tabuthema?! Ist das Ziel der Musiker wirklich nur schnell reich und berühmt zu werden? Müssen wir uns fragen, ob wir als Hörer lieber die inhaltsleeren Gute-Laune-Lieder kaufen und ob uns der Style des Musikers wichtiger ist, als der Text des Liedes?

Es wäre zu schnell geurteilt, wenn man behauptet, dass die Lieder in den Charts fern von Gesellschaftskritik sind. Unser Anspruch an politischer Beteiligung nimmt zu und so äußern sich auch viele Musiker in ihren Songs zu aktuellen Themen wie Gewalt oder Homophobie. Natürlich handelt nicht jedes Lied in den Charts von solch schwerer Kost. Doch es werden eben auch Gefühle zu den meist diskutierten Themen von Musikern in ihren Songs verarbeitet.

Bestes Beispiel ist der momentan bekannte und erfolgreiche Rapper Mackelmore zusammen mit seinem Produzenten Ryan Lewis. Mit dem Song „Same Love“ (2012) äußerte er sich öffentlich zum Thema Homophobie. „Same Love“ erschien während eines Volksentscheids in Washington zur Legalisierung der Homo-Ehe. Zudem ist Mackelmore ein Beispiel dafür, dass man mit kritischen Liedern die breite Masse für sich gewinnen kann. In 17 verschiedenen Charts konnte sich der Song über mehrere Wochen halten. Außerdem erhielt der Song einen VMA (MTV Video Music Award) für das beste Video mit einer sozialen Botschaft. Nach diesem Preis stieg „Same Love“ nochmals in den Charts auf, da immer mehr Leute den Song kauften.

Mackelmore ist keineswegs ein Einzelfall in der Mainstream-Musik. Pink griff 2006 mit ihrem Song „Dear Mr. President“ den damaligen Präsidenten der USA – George W. Bush an und landete damit in Europa und Kanada Chartplatzierungen. Aber auch deutsche Musiker stehen ihren amerikanischen Kollegen in nichts nach. Xavier Naidoo ist einer von ihnen. Er singt über Ungerechtigkeit, Ausländerfeindlichkeit oder Drogenmissbrauch und ist dabei einer der erfolgreichsten Musiker, der auch die breite Masse für sich begeistern kann.

Schlussendlich lässt sich also sagen, dass Mainstreammusik zwar hauptsächlich gute Laune und Liebe in den Fokus stellt. Aber sie kann eben auch gesellschaftskritisch sein und den Hörer auffordern, über diese Kritik nachzudenken.

Vorschau:     Nächsten Samstag gibt es einen Ausgeh-Tipp für das Rhein-Main-Gebiet.