Jamaram – von München nach Kolumbien

Seit 2000 bereichern Jamaram aus München die Musikszene mit ihrem Mix aus Reggae, Dub, Ska, Latin und Hiphop. Was für viele deutsche Musiker sicher ein großer Traum wäre, hat sich die achtköpfige Band bereits zweimal erfüllt: Konzerte in Südamerika zu spielen. 2010 waren sie gemeinsam in Brasilien und 2017 in Kolumbien unterwegs. Dort haben Jamaram nebenbei auch noch ein Musikvideo für einen ihrer Songs gedreht. Wir haben mit Keyboarder und Sänger Lionel Wharton über ihre Tourerlebnisse in Kolumbien gesprochen.

Face2Face: Ihr wart im Februar 2017 auf Tour in Kolumbien. Wie kam es dazu?

Lionel: Unser Drummer Murxen ist mit Anita Thirkettle zur Schule gegangen. Sie ist mittlerweile die Direktorin der Casa Cultural Colombo Alemana in Cartagena/Kolumbien. Seit Jahren gab es den Traum, zusammen eine Tour in Kolumbien zu realisieren. Aufgrund der Tatsache, dass uns vom Goethe-Institut, der Landeshauptstadt München und dem Kulturfonds Oberbayern Fördergelder zugesprochen wurden, konnte die Reise im Frühjahr 2017 nach mehr als einem Jahr Vorarbeit endlich stattfinden. Ausgerechnet Murxen, der den Stein ursprünglich vor vielen Jahren durch seinen Traum, in Südamerika touren zu wollen, ins Rollen gebracht hat, konnte zu dem Zeitraum nicht mitreisen. An seiner Stelle flog Uwe Breunig mit uns mit – eine würdige Vertretung.

Face2Face: In wie vielen verschiedenen Städten habt ihr dort gespielt?

Jamaram – von München nach Kolumbien
Vorfreude auf die Konzerte in Kolumbien: Gastmusiker Carlos Segura sowie Sam und Lionel von Jamaram (Foto: Jamaram)

Lionel: Wir hatten das Glück, alle großen Städte des wunderschönen Landes bereisen und bespielen zu dürfen. Einige von uns sind zwei Wochen früher angereist und konnten richtig eintauchen in die Kultur und Schönheit des Landes. Mit der Band spielten wir in Cali, Cartagena, Medellín, Barranquilla und Bogotá.

Face2Face: Welcher Ort hat dir am besten gefallen?

Lionel: Schwierige Frage! Die Städte Kolumbiens sind so unterschiedlich. Aber Cali war vermutlich meine Lieblingsstadt. Leider hatten wir dort nur zwei Tage Zeit. Da es unsere erste Station war und wir quasi vom Flieger auf die Bühne gesprungen sind, musste ich erstmal meinen Jetlag überwinden. Also konnte ich es nicht so genießen wie ich es gerne getan hätte.

Face2Face: Was ist der größte kulturelle Unterschied zwischen Deutschland und Kolumbien?

Lionel: Ich würde sagen die Kolumbianer sind begeisterungsfähiger. Wir Deutschen sind etwas nüchterner. Und sie können alle besser tanzen als wir.

Face2Face: Habt ihr dort eine eigene Fanbase?

Lionel: Aufgrund unserer zahlreichen Auftritte denke ich mittlerweile schon, dass wir eine breitgefächerte Fanbase gewonnen haben. Das merkt man auch auf unseren Social Media-Kanälen. Da kommen sehr viele Kommentare und Likes aus Südamerika und insbesondere aus Kolumbien.

Face2Face: Was unterscheidet die südamerikanischen Konzertbesucher von den europäischen?

Jamaram – von München nach Kolumbien
Gute Stimmung: Jamaram bei einem ihrer Konzerte in Kolumbien (Foto: Jamaram)

Lionel: Sie haben auf ganz andere Elemente unserer Show reagiert. Beim Salsa-Teil, der in Deutschland manchmal nicht ganz so abgefeiert wird, hat plötzlich der ganze Saal gejubelt und getanzt. In Cali kam spontan ein junges Paar auf die Bühne zum Tanzen – das sah so bezaubernd aus. Das kann man in unserem Reisefilm „Jamalombia“ sehen.

Face2Face: Mit welchen Erwartungen seid ihr nach Kolumbien gefahren?

Lionel: Wir haben uns gewünscht, vor vielen Leuten zu spielen und mit vielen Musikern zu arbeiten und all das ist in Erfüllung gegangen.

Face2Face: Ihr habt das Video zu eurem Song „Easy life“ auch in Kolumbien gedreht. Wieso habt ihr euch dafür entschieden?

Jamaram – von München nach Kolumbien
Herausforderung: der Videodreh zum Song „Easy life“ in Kolumbien (Foto: Jamaram)

Lionel: Der Song geht darum, dass man keine Abkürzung nehmen soll, um zu Reichtum zu kommen; beispielsweise mit Drogenhandel. Es ist zwar klischeehaft, aber wir dachten uns, es gibt kein besseres Land dafür als Kolumbien. Und wenn man schon in so einem perfekten Setting ist, dreht sich ein Musikvideo fast von selbst. Es war nicht ganz ungefährlich in dem Viertel von Cali, wo wir gedreht haben. Da wir aber mit einer Gruppe Einheimischer unterwegs waren, waren wir bestens beschützt.

Face2Face: Wie groß ist die musikalische Vielfalt in Kolumbien?

Lionel: Riesig natürlich. Allein der Unterschied zwischen den Musikstilen der Karibik und der Pazifik-Küste ist gewaltig. Wir haben bloß einen kleinen Einblick erhalten, aber der ließ schon erahnen, dass es mindestens dreihundert verschiedene Rhythmen und Stile gibt.

Face2Face: Habt ihr auch mit kolumbianischen Musikern vor Ort zusammengearbeitet?

Lionel: Natürlich! Die lokale Musik(er)szene zu erleben liegt uns auf unseren Auslandsreisen neben den eigenen Konzerten am meisten am Herzen. Wir trafen zum Beispiel Charles King an der Karibikküste. Er wird auch „El Rey de la Champeta“ genannt. Er hat diese Musik, die derzeit in Südamerika sehr populär ist, quasi erfunden. Mit Zarysamba verbindet uns mittlerweile eine enge Freundschaft. Sie war schon mit uns in Deutschland auf Tour seither und es gibt ein paar Songs, die wir mit ihr im Studio aufgenommen haben. Die schlummern noch in der Schublade, bis der richtige Zeitpunkt da ist, um sie zu veröffentlichen.

Face2Face:Welche Erfahrungen nimmst du aus Kolumbien mit?

Lionel: Salsa ist die geilste Musik der Welt. Wir haben eine Musikrichtung namens Champeta kennengelernt und erfahren, dass die Musikwelt da draußen unendlich ist.

Face2Face: Was war dein schönstes Erlebnis in Kolumbien?

Lionel: Lulo-Saft. Das ist eine Frucht, die ich dort kennengelernt habe. Der Saft einer frisch gepressten Lulo mit Zucker und Crushed Ice ist ein Hochgenuss. Da die Frucht sehr schnell schlecht wird, sobald sie geerntet wurde, schaffen es diese Früchte nicht über den Atlantik. Daher kennt man sie bei uns gar nicht.

Face2Face: Und was war weniger schön?

Lionel: Uns wurde eingetrichtert, dass möglicherweise Drinks, die uns angeboten werden, KO-Tropfen enthalten können. Eines Abends auf einer Champeta-Party wurde mir ein Drink angeboten. Ich wollte nicht unhölfllich sein und nahm an. Also habe ich angestoßen und dachte, ich könnte heimlich den Drink verschütten. Leider habe ich der Dame das Getränk auf die Füße geschüttet. Sie war sehr aufgebracht und ich konnte mein Verhalten in schlechtem Spanisch und bei der lauten Musik einfach nicht erklären. Sie lief sofort zum Türsteher und sprach mit ihm. Beide schauten mich böse an und ich rannte zur Bar und kaufte den beiden ein überteuertes Bier. Wir haben angestoßen und alles war vergessen. Was aber fast noch dramatischer war: Koko, unsere Tourmanagerin, hat in Bogotá mit den letzten Pesos ein Glas Lulo-Marmelade für mich gekauft, weil sie wusste, wie sehr ich auf diese Frucht abfahre. Obwohl es ein Duty-Free-Einkauf am Flughafen nach der Sicherheits-Kontrolle war und die Marmelade extra in einer versiegelten Duty-Free-Tasche transportiert wurde, wurde sie uns in London beim Umsteigen abgenommen.

Face2Face: 2010 habt ihr schon mal in Südamerika gespielt, nämlich in Brasilien. Inwiefern ähneln sich die beiden Länder kulturell?

Lionel: Brasilien und Kolumbien sind zwei vollkommen verschiedene Kulturen. Das Einzige, was sie gemeinsam haben, ist besseres Wetter als Deutschland und fantastische Musik.

Face2Face: Welches der beiden Länder hat dir besser gefallen?

Lionel: Beide Länder sind auf ihre Art großartig und beide bieten eine riesige musikalische, kulturelle und kulinarische Vielfalt. Wegen mir können wir gerne zuerst nochmal nach Brasilien reisen, aber bloß, weil das schon länger her ist, dass wir dort waren. Die anderen Jungs von der Band wollen sicher alle erst mal wieder nach Kolumbien, weil sie gerade alle Spanisch lernen.

Bevor es mit ihrem neuen Album „To the moon and the sun“, das im März erscheint, vielleicht irgendwann in Südamerika noch einmal auf Tour geht, werden Jamaram in diesem Jahr vor allem in Deutschland Konzerte spielen. Termine und mehr Infos gibt es auf ihrer Homepage oder ihrer Facebookseite.

Reggae trifft Elektro – Patrice in Mannheim

In familiärer Atmosphäre gab der Reggae-Sänger Patrice am Freitag, 18. November in der Alten Feuerwache in Mannheim seine Hits zum Besten. Die Performance bot nicht nur den Mädels einiges zum Staunen.

 Das Herz auf der Zunge

 Dafür ist der Londoner Jake Issac bekannt, der als Support von Patrice zuerst die Bühne betrat und für Bewegung in der Menge sorgte. Inspiriert von Paul Simon, Ray Charles und den Temptations brachte der Sänger die Frauenherzen reihenweise zum Schmelzen. Vor allem die Nummern „Long Road“ und „Carry you home“ riefen Begeisterung bei den Konzertbesuchern hervor.

Altbekanntes und erfrischend Neues

Schon angeheizt durch Jake Issac gab es tosenden Applaus für Patrice,

Patrice in Mannheim

Patrice live in der alten Feuerwache

als er mit seiner Band die Bühne betrat. Zunächst gab es neue Klänge mit elektronischem Einfluss aus seinem Ende September erschienenen Album „Life´s Blood“ zu hören.

Natürlich kamen auch die altbekannten Hits nicht zu kurz: bei der Nummer „Soulstorm“ erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Die Menge tanzte, sang mit und klatschte vor Begeisterung. Die Lichter blinkten mit wechselnden Farben im Takt und erleuchteten die freudestrahlenden Gesichter der Konzertbesucher.

Ein besonderes Highlight waren die Gesangeinlagen der einzelnen Bandmitglieder, die ihr musikalisches Talent unter Beweis stellten. Vor allem Patrice´ Backround-Sängerin verzauberte die männlichen Besucher mit ihrer hellen Stimme, mit der sie gekonnt die höchsten Tonlagen sang.

Ein Star zum Anfassen

Nach etlichen Zugabe-Rufen erschien Patrice mit seinem DJ in den hinteren Rängen zwischen den Zuschauern. Er spielte inmitten seiner begeisterten Fans noch einige Hits, wie „Clouds“. Mit seinem verschmitzten Lächeln und seiner lockeren, bodenständigen Ausstrahlung verzauberte er die Mädchen und man konnte sehen, wie sie ihren Star anhimmelten.  Ein richtiger Musiker zum Anfassen eben.

„Heavy Heavy“ – afrikanische Klänge treffen auf typischen Jamaram-Sound

Musikalische Kooperation: Jamaram und die Acoustic Night Allstars (Foto: „Jamaram“)

Musikalische Kooperation: Jamaram und die Acoustic Night Allstars (Foto: „Jamaram“)

Jamaram – das sind Tom Lugo, Sam Hopf, Murxen Alberti, Lionel Wharton, Benni Beblo, Nik Thäle, Hannes Beblo und Daniel Noske. Die achtköpfige Band aus München gibt es bereits seit 2000. Am 13. März 2015 haben Jamaram ihr neuntes Album veröffentlicht, das den Titel „Heavy Heavy“ trägt. Dabei handelt es sich um eine musikalische Kooperation mit den Acoustic Night Allstars. Das sind mehrere Sänger aus Harare in Simbabwe, die sich einmal pro Monat treffen, um sich öffentlich ihre neuesten Songs vorzuspielen.

Kennengelernt haben sich Jamaram und die Acoustic Night Allstars im Mai 2012, als sie zusammen auf dem Harare International Festival of the Arts (HIFA) in Simbabwe gespielt haben. 2013 luden Jamaram dann drei der Acoustic Night Allstars ein, um mit ihnen auf Deutschlandtour zu gehen. Dabei entstand die Idee zu einem gemeinsamen Album. Das wurde mit sechs Musikern der Acoustic Night Allstars im Sommer 2014 in Deutschland aufgenommen. Die Finanzierung des Albums erfolgte per Crowdfunding.

Herausgekommen ist eine Mischung aus dem typischen Jamaram-Sound – Reggae, Dub, Ska, Latin, Pop – und traditionellen, afrikanischen Klängen, die wiederum gepaart sind mit Soul, Hip Hop und Swing. Auch der Albumtitel „Heavy Heavy“ nimmt Bezug auf Afrika, denn „Heavy Heavy“ ist in Simbabwe eine typische Antwort auf die Frage „Wie geht’s dir?“ und bedeutet, dass alles in Ordnung ist.

Neues Album: „Heavy Heavy“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Neues Album: „Heavy Heavy“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Auf dem Album sind 16 Songs, die alle sehr unterschiedlich klingen. Das liegt vermutlich auch an den verschiedenen Songwritern, die entweder Mitglied von Jamaram oder von den Acoustic Night Allstars sind. Ein absoluter Ohrwurm auf dem Album ist der Song „I´m Ready“, den Murxen Alberti von Jamaram geschrieben hat. Aus der Feder des afrikanischen Künstlers Fungai Nengare stammt die großartige Soulnummer „Why“. „Go Away“ macht große Lust zum Tanzen. Den Song haben Sam Hopf und Nik Thäle von Jamaram geschrieben. Bei „Miles Away“ handelt es sich um ein besonders gefühlvolles Lied, das der afrikanische Musikers Prayersoul beigesteuert hat. Die traditionellen, afrikanischen Klänge kommen vor allem beim Track „Ndikakutarisa“ zum Ausdruck, den Rutendo Machiridza von den Acoustic Night Allstars geschrieben hat.

Doch das sind nur fünf Songs von einem empfehlenswerten Album, das einfach gute Laune macht. Zurzeit sind Jamaram auf Deutschlandtour und präsentieren ihr neues Album „Heavy Heavy“ live. Tourtermine und mehr Infos zur Band gibt es auf www.jamaram.de.

Der Sommer unseres Lebens – Festivals 2014

Der Sommer ist nun endlich auch bei uns in Deutschland angekommen. Und wie kann man die warme Jahreszeit besser genießen als mit dem Besuch von einem oder mehreren Festivals? Ob Reggae, Elektro oder Popmusik – für alle Musikliebhaber gibt es die passenden Festivals. Und so unterschiedlich die Festivals sind, so unterschiedlich sind auch die Besucher.

Beliebt: Festivals sind das Sommerhighlight für Viele. (Foto: V. Wahlig

Beliebt: Festivals sind das Sommerhighlight für Viele. (Foto: V. Wahlig)

Heute stellt euch die Face2Face Musikredaktion die angesagtesten Festivals des Sommers vor.

Festival-Highlights in Deutschland

Gerade auf Hochtouren läuft eins der beliebtesten Elektro-Festival Deutschlands das Nature One, auf der Raketenbasis Pydna in Kastellaun / Hunsrück. Vom 1. Bis 03.August wird dieses Jahr unter dem Motto „The Golden Twenty“ zu Newcomer wie Alle Farben abgetanzt. Aber auch die festen Größen der Branche Paul von Dyk, Axell oder Sven Väth werden die Festivalgänger mit ihren Klängen beschallen.

Die Hauptstadt zieht uns ja immer in ihren Bann, aber wenn dort das rs2 Sommerfestival steigt gibt es kein Halten mehr für Popmusik-Fans. Am 16.August  treten in Berlin-Wuhlheide neben Anastacia, Hermes House Band, Luxuslärm und Madcon auch Berliner Originale wie Tim Bendzko und Culcha Candela auf.

Von Norden bis Süden finden im August zahlreiche Festivals statt. Eins der bekanntesten Festivals Bayerns ist das Afrika Karibik Festival, das vom 14. Bis 17.August in Aschaffenburg stattfindet. Die Stars der Reggae-Szene geben sich hier die Klinke in die Hand. Von Gentleman über Wyclef Jean bis hin zu Samy Deluxe sind alle dabei.

Wem Deutschland zu klein ist, oder wer seinen Urlaub gerne mit einem Festival verbinden möchte, der sollte sich diese Festivals nicht entgehen lassen.

Kreativ: Tolle Grafiken zum Thema Festivals findet ihr auf der Seite von CAMP4.de (Foto: Camp4.de)

Kreativ: Tolle Grafiken zum Thema Festivals findet ihr auf der Seite von CAMP4.de (Foto: Camp4.de)

Europäische Festivalszene

Ende Augst richtet Migros, einer der größten schweizer Supermärkte, das Festival SummerDays aus. Das Festivalgelände liegt direkt am Bodensee bei den Quaianlagen Arbon im Kanton Thurgau. Mit dabei niemand Geringeres als Jamiroquai, The Boss Hoss und Tim Bendzko. Vom 29. bis 30. August wird am Bodensee mit viel Popmusik der passende Sommersound geschaffen.

Wer lieber noch weiter weg will, dem sei vom 8. bis 11.August ein Trip nach Barcelona geraten. Unter dem Motto 3 DAY PARTIES – 3 NIGHT PARTIES findet in der spanischen Metropole das Borders Control statt. Mit dabei Nicolaz und Dimitri Vegas & Like Mike, die für tanzbare Musik bekannt sind.

Zum Last Summer Dance wird in Mersch/ Luxemburg geladen. Das Last Summer Dance Festival ist ein alternatives Musikfestival. Neben einem abwechslungsreichen Musikprogramm, gibt es auch Kunstaustellungen, Workshops und Diskussionsrunden. Vom 30.bis 31.August gibt es von Balkan Punk über Folk und Chanson jede Menge Musik auf die Ohren.

Im Netz gibt es zahlreiche Artikel, die diesen Festivalsommer bestücken. Tolle Grafiken zum Thema Festivals findet ihr auf der Seite von CAMP4.de. Uns hat besonders gut die Grafik zum Thema Festivalgänger gefallen.

Vorschau: Am 16. August erfahrt ihr hier in der Musikrubrik, welche Musik auf keinem Roadtrip fehlen darf.

Erleuchtend:  vor allem in den Abendstunden ist die Stimmung einzigartig. (Foto: M. Denziger)

Erleuchtend: vor allem in den Abendstunden ist die Stimmung einzigartig. (Foto: M. Denziger)

Hindi Zahra – eine musikalische Kosmopolitin

Blues, Soul und jazzige Rhythmen, World Folk, nordafrikanische Klänge und orientalische Harmonien – das musikalische Erbe der jungen marokkanisch-französischen Sängerin Hindi Zahra schlägt weite Wellen. Doch egal wohin die sanft fließenden Melodien ihrer Songs und die Billie Holiday-ähnliche Stimme den Zuhörer tragen – Hindi Zahras Musik enthält vor allem eines: Eine geballte Ladung Originalität.

Zahra Hindi kommt 1979 als Tochter einer Marokkanerin und eines französischen Militärs im marokkanischen Khouribga auf die Welt. Musik, Kreativität und Kunst beherrschen Zahras Leben von Anbeginn, da sich bereits in ihrer Familie zahlreiche Künstler und Musiker finden lassen.
Zahra wächst zunächst bei ihrer Mutter – einer Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin – auf. Auch drei ihrer Onkel sind selbst Musiker und machen die junge Zahra bereits in frühen Jahren nicht nur mit traditionellen Klängen der Gnawa (Anm. der Redaktion: Ethnische Minderheit in Marokko)  bekannt, sondern bringen sie auch mit Stücken von Bob Dylan, Reggae-Songs und populären Melodien aus dem Orient in Berührung.
Mit nur 14 Jahren lässt Zahra Marokko hinter sich, um ihrem Vater – einem ehemaligen Armeeangehörigen – nach Paris zu folgen. Knapp vier Jahre später verlässt sie die Schule und beginnt im Alter von 18 Jahren im Louvre zu arbeiten. „Das war mein großes Treffen mit der Kunst. Als Kind war ich nachdenklich und eng mit der Natur verbunden. Die Gemälde haben bei mir ganz ähnliche Empfindungen ausgelöst“ (Quelle: laut.de), so die Musikerin.

Hindi Zahra – eine musikalische Kosmopolitin

Beherbergt eine Sammlung von Schätzen aus aller Welt: Hindi Zahras wunderschöner World Folk (Foto: A.Boss)

Und auch weiterhin erweisen sich Kunst und Musik als ihre ewigen Wegbegleiter: Tagsüber umgeben sie die Gemälde von Delacroix, Vermeer und da Vinci, nachts widmet sie sich Melodien und Texten und beginnt eigene Songs zu schreiben.
Ende der 90er Jahre ist sie hauptsächlich als Backgroundsängerin in Hip Hop- und Soul-Bands quer durch Europa unterwegs und lernt so nicht nur Singen, sondern auch unterschiedliche musikalische Einflüsse kennen, die ihren Musikstil später bedeutend prägen werden.
2005 hat sie bereits über 50 eigene Songs geschrieben, von denen „Beautiful Tango“, „Oursoul“, „Try“ and „Stand Up“ auf ihrer EP „Hindi Zahra“ im Jahr 2009 veröffentlicht werden.
Von da an steht die Welt Kopf – und das nicht nur im musikalischen Sinne, denn Zahra Hindi schafft ihren Künstlernamen, indem sie einfach Vor- und Nachnamen invertiert. Die Dame mit der bezaubernden Gipsy-Stimme betört fortan unter dem Namen „Hindi Zahra“ ihre Fans rund um den Globus.
2010 erscheint dann ihr Debütalbum „Handmade“, das Zahra weitestgehend selbst geschrieben und produziert hat, beim Jazz-Label „Blue Note Records“.
Kurz darauf gewinnt sie den „Prix Constantin“ für das beste Album und im Februar 2011 den „Victoires de la Musique Qward“ für das beste „World Music Album“ – ihr musikalischer Erfolg ist nun besiegelt.

Durch stark artikulierte Gitarrenschläge, leichtes Klatschen sowie den Rhythmus der Bendir (Anm. der Redaktion: Rahmentrommel, die einem europäischen Tamburin ähnelt) kreiert die junge Sängerin, die von Berbern und Tuareg abstammt, in ihren Songs eine Welt voller Leidenschaft, die eine bemerkenswerte musikalische Tiefe an den Tag legen. Denn egal wie oft man ihrer sinnlichen Stimme – die mal sanft, mal ein wenig rau klingt – und den bukolischen Klängen ihrer Musik lauscht, die mittlerweile zu ihrem Markenzeichen geworden sind – jedes Mal scheint sich eine neue Welt aufzutun. So singt Hindi Zahra ganz nonchalant mit immerwährender Unergründlichkeit von den Geheimnissen der Wüsten und Städte, von Liebe und den Launen des Lebens. Obwohl viele ihrer Songs in Englisch geschrieben sind, besticht ihre Musik vor allem durch Stücke wie „Imik Simik“, die teilweise in Berber gesungen werden.

Die junge Sängerin bedient sich in ihren Songs nicht nur des Chansons, Folks, Hip Hops und Souls, sondern schöpft ebenso aus dem Repertoire traditioneller nordafrikanischer Rhythmen und Melodien und macht sich somit ihren multikulturellen Hintergrund zum Vorteil. Musikalisch vielseitig und immer wandelbar birgt ihre Musik so einen authentischen Charakter, der durch Persönlichkeit und künstlerische Einzigartigkeit besticht.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier ein Portrait des australischen Soul-Sängers Chet Faker.

Die große Frage

Die große Frage

Stimmungsvoll ins Jahr 2012: Silvester in Ludwigshafen (Foto: Hagen)

Das Jahr endet wie es angefangen hat – mit einem großen Knall. Jedes Jahr sucht man nach dem perfekten Ausklang und jedes Mal suchen die Menschen, ohne zu wissen wonach.

Die Musikredaktion von Face2Face zeigt euch perfekte Möglichkeiten das alte Jahr in Mannheim enden zu lassen und voller Hoffnungen und guter Vorsätze zu beginnen.

Wie beendet man ein aufregendes Jahr?
Als erstes sollte man die Menschen zusammen trommeln die man liebt. Als zweites sollte man einen Plan haben, wo es überall hingehen könnte.

Wenn man einen runden Abschluss herbeisehnt, sollte man sich früh treffen und im engsten Kreis die Stimmung aufbauen. Empfehlenswert, egal ob an Silvester oder jedem anderen Tag ist die „Filmrissbar“ im mannheimer Jungbusch. Dort kann man gemütlich mit den Freunden in den Abend starten und „Pacman“, einem alten Automatenspiel, spielen.

Ab 21 Uhr, wenn die Stimmung gehoben ist, kann man, um den Abend vollkommen zu machen und abzurunden, auf ein Konzert gehen, zum Beispiel in der Alten Feuerwache in Mannheim oder aber auch in den Karlstorbahnhof in Heidelberg. In der Alten Feuerwache erwartet euch dieses Jahr die „Disko Esperanto Silvester Special“-Reihe mit „Un poquito Soundsystem“ einem Dj-Duo, das eure Ohren und Herzen mit Musik aus dem Balkan und der ganzen tanzbaren Welt benetzt. Im Karlstorbahnhof zur selben Zeit erwartet euch auch ein Silvester-Special. Für Indie-, Elektro- und Pop-Liebhaber ist was dabei und die Djs der regulären Partyreihen werden euch zum Tanzen, Hüpfen und Strahlen bringen.Wer es wild mag, geht auf alle Partys, wer den Start ins neue Jahr lieber „familiär“ begehen will, geht zur Party seines Vertrauens.

Ein Highlight in Mannheim ist auf jeden Fall „La Nuit Boheme“ im Arkadentheater im Schloss. Die Djs „Costa le Gitan“ und „Patrrice“ beglücken euch mit elegantem Swing, Elektrojazz und Glücksspiel – daher bitte gepflegt erscheinen und mindestens 21 Jahre alt sein.

Ein weiterer Höhepunkt in Mannheim ist „Rock am Luisenring“ –Rock´n´Roll und Indiepop auf zwei Clubs aufgeteilt, dem „Soho“ und dem „Genesis“.
Doch es soll ja auch Menschen geben, die es etwas souliger und funkiger mögen – für die gibt es die perfekte Party im Jungbusch. Viele Bars und Partys warten dort auf euch. Der „Soulbusch“ findet in der „O-Ton Bar“ statt. Die Djs „Nick Loaded“, „Florian H.“ und „Sir Thorsten“ bringen eure Hüften mit Musik aus den 60ern, 70ern, mit frühem Reggae und Northern Soul in Schwung.

Alles in allem steht der Plan fest: feiern, pogen, trinken, tanzen. Besser kann das neue Jahr 2012 nicht anfangen. Für alle, die nach weiteren Alternativen suchen: die findet ihr auf www.schneckenhof.de
Hiermit wünscht euch die Musikredaktion von Face2Face frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Vorschau: Und nächste Woche erwartet euch an dieser Stelle der Jahrespoll: die besten Singles, Alben und Konzerte aus 2011.

Ein Abend mit Culcha Candela

„Die Botschaft in unseren Songs steckt zwischen den Zeilen“

„Das ist das beste Album aller Zeiten“, sagt Itchy schon vorab zu dem Radiomoderator. Angst vor der Hörprobe in Darmstadt, bei der am Montag, 14.November um die fünfzig Jugendliche die Songs aus dem Album exklusiv elf Tage vor der Veröffentlichung hören durften, hatten die Berliner Bandkollegen also nicht. Auch Face2Face durfte mit den Künstlern über ihre Musik, die neue Tour und die Zusammenarbeit mit anderen Musikern sprechen.

Face2Face: Wie kam es dazu, dass sich euer Musikstil von eher chilligen Reggae-Songs zu solchen elektronischeren Partyliedern entwickelt hat?
Culcha Candela:Das ist eine exzellente Frage. Die wollen wir alle beantworten. Also eigentlich haben wir gar keinen festen Musikstil, wir werden von den Leuten nur immer in die Schublade „Reggae“ geschoben. Wir wollten schon immer unsere eigene Musik machen, Stile und Sprachen mischen. Das ist seit dem ersten Album unser wahres Programm. Die ersten Jahre haben wir in der Reggae-Branche sehr viel Erfolg gehabt, das stimmt. Aber je nachdem, worauf wir Lust hatten, hat sich unser Genre von Album zu Album verändert. Wir wollten immer alle Stile zusammenbringen, Reggae, Dancehall, Hip Hop, Pop, Rock. Das ist die einzige Konstante, die wir immer verfolgt haben.

Ein gemütlicher Abend mit drei Stars aus der Musikbranche: Itchy, Reedoo und Chino nehmen sich Zeit zum Erzählen mit den Fans (Foto: Poensgen)

Ein gemütlicher Abend mit drei Stars aus der Musikbranche: Itchy, Reedoo und Chino nehmen sich Zeit zum Erzählen mit den Fans (Foto: Poensgen)

Man muss aber auch klassische Dancehall-Tunes wie „Hamma“ sehen, der glaube ich der einzige Reggae-Dancehall Titel ist, der sich in Deutschland bisher so oft verkauft hat.
Wer Fan von Reggae und Dancehall ist, für den ist das neue Album absolut perfekt.

Face2Face: Ihr habt den Song „Mehr Gewicht“, indem es um den Schlankheitswahn in Deutschland geht, zusammen mit der Band Luxuslärm aufgenommen. Wie kam es dazu und was haltet ihr von den Musikern?
Culcha Candela: Ich finde, Gini, die Frontsängerin, ist eine der krassesten weiblichen Stimmen Deutschlands. Ich stehe auf diesen kratzigen Gesang a la Pink. Die Band hat den Vorschlag für das Feature gemacht, wir haben sofort zugesagt. Leider kam es noch nicht zu einem Live-Auftritt zusammen. Wir finden es aber natürlich toll, mehr mit anderen Künstlern zusammen zu arbeiten und uns da weiter zu entwickeln.

Face2Face: Verratet ihr ein bisschen was zu eurer neuen Tour?

Culcha Candela in Heppenheim bei der letzten Tour: In Uniformen und mit fester Choreopgraphie (Foto: Lobig)

Culcha Candela in Heppenheim bei der letzten Tour: In Uniformen und mit fester Choreopgraphie (Foto: Lobig)


Culcha Candela: Wir werden natürlich andere, neue Lieder spielen, aber auch ein paar Evergreens. Wir werden auch wieder irgendwelche Sachen anhaben, denn wir wollen ja nicht von der Musik ablenken. Ich kann dir sagen, dass es auf jeden Fall Überraschungen geben wird, wir werden aufstocken.
Mehr können wir noch gar nicht sagen, weil wir es selbst noch nicht wissen. In den nächsten Monaten arbeiten wir an unserem Set und der Choreographie und überlegen uns gemeinsam die Details.

Das Album heißt „Flätrate“, ebenso der erste Song, bei dem die drei der sechs Künstler bei der Vorhörung am Montag, 14.November schon ordentlich mit grooven. „So hat man uns bisher glaube ich noch nie gehört“, sagt Itchy, nachdem der erste sehr poppig-punkige Titel abgespielt wurde. Sein absoluter Lieblingstrack von dem Album sei aber „Wildes Ding“. Der Inhalt: Party und Frauen. Er selbst steht eher auf die Rockerbräute, im Gegenteil zu dem DJ Chino, der eher eine „Reggaemaus“ bevorzugt. Reedoo hat keinen festen Frauentyp, glaubt aber, dass „Gegensätze sich anziehen“.

Haben Spaß und beantworten jede Frage: Die Band ist alles andere als abgehoben (Foto: Poensgen)

Haben Spaß und beantworten jede Frage: Die Band ist alles andere als abgehoben (Foto: Poensgen)

„Du machst meine Hardware ganz weich mit deinem Megaherz“: Besonders gut kam auch der vierte Song, „Megaherz“, an. Dieser Song sei die Art der Band, ein Liebeslied auf eine coolere und modernere Art und Weise zu verkaufen.

Ansonsten ist auf dem Album für jeden Musikgeschmack etwas dabei: Culcha Candela erntet auch für den chilligen Titel „Millionäre“, den Song mit Reggae-Rhythmus „Big fat smile“, den sehr positiven Song „Dieses Gefühl“ und die nachdenkliche Nummer „Morgen fliegen“ viel Begeisterung von Seiten der ersten Zuhörer des Albums.
„Peinlich ist uns keiner der Songs, wir haben alle lieb, denn diese Musik hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind“, erzählt Reedoo.

Ein Fan fragt, ob die Berliner nicht einmal auf dem Schlossgrabenfest in Darmstadt spielen könnten: „Wir kriegen viele Anfragen und würden eine solche auch gerne annehmen. Am liebsten spielen wir nämlich live. Aber da müssen die Organisatoren des Schlossgrabenfests auf unsere Agentur erst einmal zukommen, dann können wir entscheiden“, antwortet Itchy.
Entgegen der Meinung einiger Kritiker hält die Band auch das aktuelle Album für kritisch, auch wenn es darin viel um oberflächliche Themen wie Party, Sex und Frauen geht. „Man muss nur zwischen den Zeilen lesen. Die Songs sind natürlich lockerer als beispielsweise die in dem Album ‚Schöne neue Welt’. Doch da wurde von den Fans zu viel Ernsthaftigkeit kritisiert“, so Itchy.

Auch zu der aktuellen Diskussion um Bushidos Bambi für Integration hat Itchy etwas zu sagen: „Eigentlich ist Bushido zu unwichtig für mich, als dass ich über ihn reden will. Aber ich muss einfach sagen, dass diese Preisverleihung ein sehr schlechtes Zeichen für die Öffentlichkeit ist. Streetworker und Sozialarbeiter beispielsweise arbeiten Tag für Tag an der Integration, aber eine solche menschenverachtende Kreatur wird dafür ausgezeichnet. Dann soll doch bitte auch Thilo Sarrazin einen Bambi bekommen.“

Vorschau: Nächsten Samstag erwartet euch an dieser Stelle eine Winterplaylist. Ihr dürft gespannt sein!

„Zu schnell vorbei“ – „Clueso“ und Band in Mannheim

Schon beim Anblick des imposanten Rosengartens in Mannheim am Freitag, 21. Oktober kann man unschwer erkennen, dass hier nur die richtig Großen auftreten. Hier spielten schon „AC/DC“, „Eric Clapton“ und „Udo Lindenberg“. Wer etwas seitlich um die Ecke schaut, sieht eine Karawane von roten Bussen mit „Ich bin fürs Rollen“-Aufschrift. Die eingefleischten „Clueso“-Fans wissen natürlich, dass es sich dabei um einen Songtitel handelt. Der kleine, zierliche Erfurter, der eigentlich Thomas Hübner heißt, ist genau dort angekommen: bei den ganz Großen.

„Zu schnell vorbei“ – „Clueso“ und Band in Mannheim

Immer Vollgas geben: "Clueso" live (Foto: Zughafen)

Vor einem guten Jahrzehnt sprang er noch rappend in Baggy Pants durch die Gegend und glaubte nur halbherzig an eine Karriere als Hip-Hopper. Doch die Zeit hat ihn verändert. Nicht nur ihn, sondern auch seinen Musikstil. Wer sich chronologisch durch die „Clueso“-Alben hört, wird selbst Teil dieses Wandels. Von Hip Hop über Reggae zu Jazz bis hin zu Rockpop und Indie vermischt „Clueso“ alles, was ihn irgendwie begeistert und bewegt. Das außergewöhnliche an ihm ist, dass er dies alles sehr glaubwürdig und mit Herzblut tut. „Clueso“ ist ein Ausnahmekünstler, der sich in scheinbar jeder Musikrichtung zu Hause fühlt.

Das merkt man umso mehr, wenn man den Rosengarten betritt und sich die „Clueso“-Fans anschaut: So ziemlich jede Altersklasse und jede soziale Gruppe ist vertreten: Teenies, deren Eltern, Pärchen, Hip Hopper, Studentinnen mit Jutebeutel und sogar der ein oder andere Reggae-Fan mit Dreadlocks. Sie alle finden Zugang zu „Cluesos“ Musik.

Dass der Einundreißigjährige Vollblutmusiker ist, merkt man allein an der Tatsache, dass er Teil des „Zughafens“ ist. In dieser Talentschmiede in Erfurt treffen und tauschen sich junge Musiker aus, nehmen Songs zusammen auf und inspirieren sich gegenseitig. So auch Singer-Songwriter „Max Prosa“, der mit seinen 21 Jahren bereits Vorband bei der diesjährigen „Clueso“-Tour ist. Er begeistert das Publikum mit seinem ganz eigenen Charme.

Die Spannung steigt und „Clueso“ zeigt auch bei diesem Auftritt seinen Perfektionismus: nach nur zehnminütiger Umbaupause legen er und seine Band auch schon los.

„Zu schnell vorbei“ – „Clueso“ und Band in Mannheim

Begeistern die Massen: "Clueso" und Band (Foto:Zughafen)

Die Band auf die Bühne und macht auch gleich Stimmung. Ganz in schwarz kommt ein fröhlicher „Clueso“ hinterher gesprungen und fängt an zu singen. Ab diesem Moment hat er seine Fans bereits voll im Bann. Alle tanzen, singen mit und klatschen. Der Kontakt zum Publikum ist „Clueso“ seit je her sehr wichtig. Immer wieder erkundigt sich der Erfurter nach dem Wohlbefinden seiner Zuhörer, fordert sie zum Mitsingen auf oder erzählt Geschichten aus seinem Leben auf Tour. Ohne Zweifel ist die talentierte Band ein sehr wichtiger Faktor für den Erfurter. Ohne das Zusammenspiel der verschiedenen Musiker wäre „Clueso“ wohl sicherlich nicht so erfolgreich und so experimientierfreudig. Die Band trägt einen Großteil seines Programms und unterstüzt ihn merklich. Genau das ist es, was ein „Clueso“ und Band Konzert so einzigartig macht. Hier steht nicht nur der Musiker sondern auch die Band im Mittelpunkt.

„Clueso“ spielt nicht nur die Songs seines aktuellen Albums „An und für sich“, sondern gibt zur Begeisterung vieler Fans auch einige sehr alte Songs wie „Wart mal“ zum Besten. Klassiker wie „Gewinner“ oder „Mitnehm“ dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Sehr beeindruckend ist allerdings die Lightshow. Auf einer großen Leinwand werden passend zu jedem Song verschiedene Videosequenzen oder Projektionen gezeigt. Mal läuft ein Musikvideo von „Clueso“, mal leuchtet ein endloser Sternenhimmel und mal läuft man zusammen mit „Clueso“ durch einen herbstlichen Wald. Doch „Clueso“ setzt noch einen drauf und hat eine zusätzliche durchsichtige Leinwand vor der Bühne installiert, auf die ebenfalls Videosequenzen projiziert werden. Das Konzert wird so zum wahren Erlebnis für Auge und Ohr.

„Zu schnell vorbei“ – „Clueso“ und Band in Mannheim

Begeisterung: Die Band bedankte sich vielmals (Foto:Zughafen)

Volle zwei Stunden geben „Clueso“ und seine Band sich die Ehre und verwöhnen das Mannheimer Publikum. Zum Schluss gibt es einen tosenden Applaus und Schlangen am Merchandising-Stand. Fazit: Wer „Clueso“ noch nie live gesehen hat, sollte das schleunigst ändern!

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr hier das “Emil Bulls”-Interview lesen.