Erholung – In der Ruhe liegt die Kraft

Viele Sportler trainieren jeden Tag sehr hart um Muskeln aufzubauen. Ihr Trainingsplan ist voll bepackt mit verschiedenen Kraft- und Ausdauerübungen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Natürlich wird auch auf eine spezielle Ernährung geachtet. Doch das Wichtigste vergessen sie dabei oft: die Erholung.

Disziplin: Um erfolgreich im Sport zu sein, gehört nicht nur hartes Training, sondern auch die Regeneration des Körpers dazu (Foto:Privat)

Disziplin: Um erfolgreich im Sport zu sein, gehört nicht nur hartes Training, sondern auch die Regeneration des Körpers (Foto:Privat)

Eine sich permanent steigernde Leistung zu erbringen ist im Sport das A und O. Dies ist jedoch ohne regelmäßiges, hartes Training nahezu unmöglich. Beispielsweise stehen im Bodybuilding Muskelmasse, Kraft und ein niedriger Körperfettanteil an oberster Stelle. Und wer dafür regelmäßig schwere Gewichte hebt, muss sich auch angemessen erholen, sonst drohen unangenehme Folgen.

Das Training aber, greift unsere Muskulatur an, wodurch die muskeleigenen Eiweiße beschädigt werden. Erst nach der Trainingseinheit beginnt der Körper die Schäden zu reparieren und das Ausgangsniveau zu rekonstruieren. Diese Verletzung ist aber für den Organismus sehr wichtig. Es ist ein Signal für ihn sich in Zukunft besser davor zu schützen und gleichzeitig der Reiz für einen Muskelaufbau. Dieser Reiz wird jedoch erst zu einem Aufbau führen, wenn der Bodybuilder sich ausreichend erholt und ausgewogen ernährt.
Trainiert er jedoch zu oft und ohne Pausen, hemmt er damit nicht nur sein Muskelwachstum, sondern befindet sich im schlimmsten Fall im Übertrainingsbereich.

Die Folgen eines Übertrainings sind Muskeldefizit, Verminderung an Kraft und Ausdauer, Fettzunahme und daraus resultierend Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper. Dabei unterscheidet man  zwischen Kurzzeit- und Langzeitübertraining. Ein Kurzzeitübertraining kann mit ausreichender Erholung die Leistung eines Bodybuilders erhöhen. Wer zum Beispiel vor seinem Urlaub täglich intensiv eine Woche lang trainiert, und sich danach zwei Wochen lang, Erholung gönnt, erfährt einen kräftigen Muskelzuwachs. Langzeitübertraining ist weitaus problematischer und kann zu den oben genannten Schäden führen.

Meistens geben die Sportler ein Übertraining jedoch nicht zu. Ihre Argumentation lautet häufig: Verschiedene Muskelgruppen werden an verschiedenen Tagen beansprucht und dadurch bleibt genügend Erholung für die einzelnen Partien. Leider sieht das in der Realität anders aus. Denn jedes Training belastet den Körper, unabhängig davon, ob man den ganzen Organismus oder nur eine Muskelgruppe trainiert. Es beeinflusst den Stoffwechsel sowie den Hormonhaushalt. Der gesamte Körper muss sich daher von den Anstrengungen des Trainings erholen.

Um Übertraining dauerhaft zu vermeiden ist ein gut durchdachter Trainingsplan, eine gesunde Ernährung und nicht zuletzt ausreichende Erholung notwendig. Auch sollte man auf seinen Lebensstil achten: Stress im Arbeits- und Privatleben wirkt sich negativ auf den Stoffwechsel aus, hemmt dadurch den Muskelaufbau und sollte deshalb reduziert werden. Sportler, die diese Aspekte beherzigen, erzielen eine Steigerung ihrer Leistungskraft und holen das Beste aus ihrem Körper heraus.

(Quelle: Christian von Loeffelholz: Leistungsernährung für Kraftsportler, Novagenics, Arnsberg 2014)

Vorschau: Am Mittwoch, den 10.6., lest ihr einen Artikel über die typischen Fitnessstudio-Besucher.

Bodybuilding – Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Sie sind stark, ihre Muskeln definiert und vor allem extrem ausgeprägt. Überall wo sich Profi-Bodybuilder befinden, ziehen sie die Blicke auf sich. Disziplin und Ehrgeiz spiegeln sich in ihrem Körper wider. Ihr Geheimnis: Anabole Steroide. Das sind künstlich hergestellte männliche Hormone, die eine muskelaufbauende Wirkung besitzen. Je mehr man davon konsumiert, desto besser sind Ergebnis und Erfolg und desto mehr Geld lässt sich mit dem eigenen Körper verdienen. Doch der fatale Zusammenbruch lässt sich nicht immer vermeiden…

Ganz ohne Steroide: Der Natural Bodybuilder präsentiert stolz seinen Körper (Foto: Privat)

Ganz ohne Steroide: Der Natural Bodybuilder präsentiert stolz seinen Körper (Foto: Privat)

In dieser Branche gibt es aber auch das Natural Bodybuilding. Hierbei trainieren die Sportler strikt ohne verbotene Aufputschmittel, um einen möglichst natürlichen Aufbau von Muskeln durch gesunde Ernährung, hartes Training und erholsamer Regeneration zu erreichen. Wer aber in Zukunft den Titel „Mr. Universe“ oder „Mr. Olympia“ tragen möchte, muss leider zu härteren Mitteln wie eben Steroide greifen.
Da der eigene Körper nach zirka zwei bis fünf Jahren intensivem Krafttraining seine genetische Grenze erreicht, ist danach ein weiterer natürlicher Muskelaufbau nicht mehr möglich.

Und dann kommen die effektiven Steroide im Einsatz. Man nimmt sie entweder in Form von Tabletten ein oder injiziert sie mit einer Spritze ins Muskelgewebe. Rund 62 Prozent der Männer und Frauen in Deutschland geben bei der Kolibri Studie 2010 vom Robert-Koch Institut an, beim Trainieren leistungssteigernde Mittel zu nehmen.
Auch Reza A.*, (23), hat Erfahrungen damit gemacht und entdeckte verborgene Kräfte in sich: „Ich habe schon nach einer Woche die Wirkungen von Steroiden gespürt und war verblüfft wie wirkungsvoll dieses Zeug ist. Mit einem Schlag hatte ich einen riesengroßen Appetit und war viel stärker als zuvor.“

Dass diese Art von Aufputschmittel sehr effektiv ist, wissen die meisten Sportler. Bei regelmäßiger Einnahme von Steroiden wird die Leistungskraft beim Training erhöht, indem die Muskeln in deutlich kürzerer Zeit enorm aufgebaut werden. Die Wahrscheinlichkeit, diverse Bodybuilding- Meisterschaften zu gewinnen, steigt folglich und damit auch die Chance auf mögliche Gewinnsummen von bis zu 50.000 Euro. -Welcher junger Bodybuilder würde dieses Angebot auf den ersten Blick ablehnen? Diejenigen, die sich darüber im Klaren sind, welchen Preis man für diesen kurzzeitigen Erfolg bezahlt.

Wer Steroide verwendet, greift in seinen Hormonhaushalt ein, was unangenehme Folgen haben kann: steigende Gewaltbereitschaft, Haarausfall, Akne, Wachstum des Brustdrüsensystems und Schädigung der Leber-, Nieren- und Herzfunktion sind nur einige der vielen gesundheitlichen Konsequenzen.
Auch Reza berichtet von unschönen Nebenwirkungen: „Es wurde einfach nur noch schlimmer mit meiner Akne und Haarausfall. Deshalb habe ich aufgehört Steroide zu nehmen. Was bringt mir die Muskelmasse, wenn das Zeug mich fast schon umbringt? Ich würde jedem Bodybuilder davon abraten. Es lohnt sich einfach nicht, wenn die eigene Gesundheit den Bach runter geht.“

Setzt man dann die Einnahme ab, kann dies sogar zu Depression und Antriebslosigkeit führen.
Hans Sachs vom Forensisch-Toxikologischen Zentrum in München erklärt gegenüber der SPIEGEL: „Es kommt zu einer verminderten Potenz. Es kommt zu einer verminderten Spermienproduktion, was den Jugendlichen oft zunächst nicht auffällt.“ Die Testosteronproduktion findet überwiegend in den Hoden statt. Wird nun Testosteron von außen in den Körper eingeführt, kann es sein, dass die körpereigene Produktion eingestellt wird -und der Hoden schrumpft.

Bodybuilding wird ausgeübt, um den Körper dauerhaft fit und muskulös zu halten. Oft trainieren Sportler bis an ihre physischen Grenzen und in vielen Fällen darüber hinaus. Jedoch sollte genau darauf geachtet werden, was man seinem Körper während dieser Zeit zuführt, denn bei einer Verwendung von anabolen Steroiden wird schnell das krasse Gegenteil eines gesunden und schönen Körpers erreicht.

*Name geändert

Vorschau: Am Mittwoch, 22. April  lest ihr hier ein Interview mit Louisa Winstel, amtierende Rheinland Pfalz-Meisterin in Karate.