Hinter dem Dauergrinsen: #fürmehrrealitätaufinstagram

Süßigkeiten statt Obst, Kopfschmerzen statt Dauergrinsen – fünf Tage lang habe ich auf meinem Instagram-Profil unter dem Hashtag #fürmehrrealitätaufinstagram Bilder und Geschichten veröffentlicht, die sonst vermutlich niemals den Weg dorthin finden würden. Ein Selbstversuch, der so gar nicht in die perfekt inszenierte Insta-Welt passen will. Ein Grund mehr ihn durchzuziehen!

Heile Insta-Welt

Themen anzusprechen, die einem selbst unangenehm sind, Bilder zu posten, die einen in einer „ungeschickten“ Situation zeigen, zuzugeben, dass man einen Fehler gemacht hat – über Social Media etwas von sich preiszugeben, das man sonst eher für sich behält oder nur mit der Familie und den engsten Freunden teilt, ist eine Herausforderung. Denn genau das Gegenteil ist es, wofür vor allem Instagram immer wieder angeprangert wird: Eine heile, viel zu perfekte Welt – gelebt und geliebt von Mädels und Jungs, die weder Pickel, noch Falten, noch Poren haben. Die wunderschön sind – auch wenn sie (angeblich) gerade erst aufgewacht sind, die dreimal in der Woche nicht nur leckere Cupcakes backen, sondern diese dann auch noch so ablichten, dass das Backergebnis der Nachahmer optisch nur enttäuschen kann und die ein geradezu asketisches Leben zwischen Reisen, Sport und gesunder Ernährung führen. Ein Träumchen, oder?

Raus aus der Komfortzone!

Mein erster Schritt, um zu zeigen, dass es auch anders und irgendwie realitätsnäher geht: Überlegen, was ich preisgeben kann und möchte. Wer jetzt mal in sich geht und überlegt, was er alles nicht über Social Media mit „der Welt“ teilt, kann sich vielleicht vorstellen, dass das alles andere als leicht war. Daher auch der spontane Entschluss aus einer ganzen Woche täglichen Postings auf fünf Tage zu verkürzen. Dann konnte es aber auch endlich losgehen:

Tag 1: Kopfschmerzen statt Dauergrinsen

Hinter dem Dauergrinsen: #fürmehrrealitätaufinstagramMeine Kopfschmerzen habe ich bisher immer fein säuberlich aus meinem Instagram-Profil herausgehalten. Trotzdem: Als ich den Text zum Bild geschrieben habe, habe ich für mich festgestellt, dass alle bisherigen Lächel-Bilder von mir nicht gestellt oder gar gelogen waren. Sie halten einen Moment fest, in dem ich die Kopfschmerzen vergesse und einfach nur glücklich bin.

Tag 2: Plastiktüten-Alarm statt Zero Waste

Hinter dem Dauergrinsen: #fürmehrrealitätaufinstagramNeben meinem Vespertüten-Geständnis habe ich an Tag 2 alles, was mir an Verpackungen im Laufe des Tages so über den Weg gelaufen ist, in meiner Story festgehalten. Beim Abendessen dann das dicke Ende: Eingeschweißte Wraps, Bohnen aus der Dose, doppelt und dreifach verpackte Avocados. Kein guter Tag für mein Gewissen, aber immerhin einer, der mir gezeigt hat, dass es noch Luft nach oben gibt. Und Herausforderungen mag ich ja bekanntlich.

Tag 3: Süßigkeiten statt Obst

Hinter dem Dauergrinsen: #fürmehrrealitätaufinstagram„Lieblingstag“ – denkt ihr euch jetzt vielleicht mit dem beruhigenden Gedanken im Hinterkopf, dass jeder mal „sündigt“. Und in Sachen Lieblingstag kann ich nur zustimmen: Da ich des Öfteren gesagt bekomme, dass ich zu dünn sei (und doch mal „was Gescheites“ essen solle), war es ein absolutes Gefühl der Genugtuung, mal zeigen zu können, dass ich genauso wie viele andere auch Süßigkeiten esse – sogar seeeeehr gerne!

Tag 4: Palmenabsturz statt Profipose

Hinter dem Dauergrinsen: #fürmehrrealitätaufinstagramNatürlich gibt es neben dem „Absturzbild“ auch eine schöne Variante, in der ich aufrecht und lächelnd auf der Palme throne, aber ich lache eben gerne auch mal über mich selbst. Dass das Bild schon ein paar Jahre alt ist, hat mir diesen Part allerdings erleichtert.

Tag 5: Sushi statt plantbased

Hinter dem Dauergrinsen: #fürmehrrealitätaufinstagramDem habe ich vorerst nichts mehr hinzuzufügen.

Der perfekte Moment

Die Bilder aus meiner Selbstversuch-Woche haben weniger Likes erzielt als meine sonstigen Beiträge. Das liegt unter anderem sicher auch daran, dass ich nur wenige und keine allgemeinen Hashtags verwendet habe. Obwohl ich etwas Gegenteiliges erwartet hätte, hat mein Account an Reichweite und Impressionen zugelegt. Ob das nun daran lag, dass ich täglich gepostet habe oder an der „Ehrlichkeit“ der einzelnen Beiträge kann ich nicht beurteilen. Das Feedback über die Kommentare war in jedem Fall positiv. Und eine Followerin hat sich nach meinem Vorbild sogar selbst getraut ein Bild #fürmehrrealitätaufinstagram zu veröffentlichen. Darüber habe ich mich ganz besonders gefreut!
Fazit: Einmal hinter die Fassade aus gesunden Obsttellern und traumhaften Urlaubsbildern zu blicken, scheint eine willkommene Abwechslung in der von Perfektion geprägten Insta-Welt zu sein. Wie auch schon vor meinem Selbstversuch #fürmehrrealitätaufinstagram werde ich in Zukunft darauf achten, realitätsnahe Bilder und Geschichten zu veröffentlichen – vielleicht sogar noch ein bisschen ehrlicher und persönlicher als zuvor. Perfekt ist wahrscheinlich einfach nichts und niemand, aber ein kleiner Moment kann es auf jeden Fall sein. Die Erinnerung daran, zum Beispiel in Form eines Bildes, kann einem auch Jahre danach noch ein Lächeln ins Gesicht zaubern, motivieren weiter zu machen und mehr zu erreichen. Und genau diese Momente machen mein Instagram-Profil für mich aus.

Lüge oder Wahrheit?

Der „Vater der Lüge“ sei der Teufel – so zumindest steht es in der Bibel. Lügen sind demnach böse und ein Zeichen von Falschheit und durchweg schlechten Absichten. Bin ich also ein schlechter Mensch, wenn ich flunkere?

Abgestempelt: Schnell ist man als Lügner verrufen, so wie Pinocchio mit der langen Nase.

Abgestempelt: Schnell ist man als Lügner verrufen, so wie Pinocchio mit der langen Nase. (©CFalk/Pixelio.de)

Ganz so pessimistisch sollten wir die Lüge nicht sehen. Vielmehr gehört sie zum Menschsein dazu; eine Gesellschaft vollkommen der Wahrheit ergeben, ist nur schwer vorstellbar, wenn überhaupt realistisch.

Wer kennt sie nicht, die floskelhafte Frage „Wie geht es dir so?“ Auch ich stelle sie regelmäßig, es ist einfach höflich, gehört irgendwie zum Standard eines jeden Gesprächs. Was antworten die meisten auf diese Frage? „Ach, ganz gut.“ Hier wollen wir selten die Wahrheit hören, egal wie es dem anderen geht. Auf die Standardfrage folgt eine Standardantwort. Die Wahrheit ist hier zweitrangig und auch gar nicht beabsichtigt, es geht mehr um Höflichkeit.

Abgesehen von Situationen, in denen die Unwahrheit einfach Usus ist, kann eine Lüge oft angenehmer als die nackte Wahrheit sein. Manchmal wäre Ehrlichkeit einfach zu brutal und kalt, als dass wir sie unserem Gegenüber zumuten könnten. Wenn Vater und Mutter merken, dass es in der Ehe erste Probleme gibt, dann werden sie wohl kaum dem Kind die Wahrheit aufbürden. „Alles ist in Ordnung, das wird schon wieder, nur keine Sorge.“ So versuchen die Eltern so lange wie möglich das Leben des Kindes unbeschwert zu gestalten, eine Lüge ist hier Mittel zum Zweck.

Alltäglich: In so gut wie jedem Gespräch entdecken wir kleine oder große Lügen.

Alltäglich: In so gut wie jedem Gespräch entdecken wir kleine oder große Lügen. (©Paul-Georg Meister/Pixelio.de)

Auch uns selbst kann die Lüge die bittere Realität erträglich machen. So mache ich es beispielsweise im Sport. Es regnet wie so oft wie aus Eimern, ich habe einfach keine Lust, schon wieder nass zu werden. Regentraining – davon hatte ich dieses Jahr schon mehr als genug! Irgendwie muss ich mich doch aufraffen, ich kann ja nicht ewig das Training ausfallen lassen. Deshalb rede ich mir schlicht selber ein, dass der Regen schon viel leichter geworden sei. Es kübelt zwar nach wie vor, aber es fühlt sich nicht mehr ganz so schlimm an – der verzerrten Wahrheit sei Dank.

Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass die absolute Wahrheit einfach nicht möglich ist, so sehr wir uns auch bemühen mögen. Zum einen ist sowieso alles subjektiv. Ich sage die Ampel ist rot. Wer eine Rot-Grün-Schwäche hat, der würde mir sicher etwas anderes erzählen. Oder nehmen wir das Beispiel mit dem Regen von vorhin: Ich beschwere mich, dass es schon wieder schüttet. Jemand, der schwere Tropenstürme kennt, der würde bei dem bisschen Regen allerdings eher müde lächeln. Die Realität ist eben vollkommen subjektiv.

Zum anderen schafft es unser Gehirn gar nicht, ständig die Wahrheit zu erfassen und zu speichern. Das beste Beispiel sind hier Zeugenaussagen bei der Polizei oder vor Gericht. Der Befragte weiß ganz genau, dass der Unfallwagen weiß lackiert war, ein Combi, schon etwas älter. Ein anderer Augenzeuge weiß genau: „Das Auto war ein Cabrio, roter Lack, ich glaube ein Mercedes.“ Die Überwachungskamera der nächstgelegenen Sparkasse enthüllt die Wahrheit: Ein schwarzer Lieferwagen von Volkswagen.

Wir können es noch sehr wollen, die Wahrheit ist einfach nicht immer und überall möglich. Angenehm und sinnvoll ist sie ohnehin nicht. Manchmal sind Flunkereien kein Teufelswerk, sie sind allzu menschlich. Wir sind eben keine Heiligen, unsere Gesellschaft braucht auch das vermeintlich „Schlechte“, um zu funktionieren. Solange alles im Rahmen bleibt und wir nicht zu notorischen Manipulatoren und Dauer-Lügnern werden, ist ja alles in Ordnung.

Vorschau: Nächste Woche berichtet Eva hier vom selbstgemachten Wahnsinn.

Objektivität

KOMMENTAR: Der Zugang zu politischen Informationen war sicher einmal einfacher – wenn auch limitierter –, als er sich heute darstellt: Tageszeitung, Tagesschau, fertig. Heute scheint das längst nicht mehr so unkompliziert zu sein. Das Internet liefert zahlreiche neue Informationskanäle, durch deren Nutzung Wissen in einer Art und Weise greifbar wird, die früher undenkbar erschien: Potentiell top-aktuell, unabhängig, detailliert – da kann die Tages-schau natürlich kaum mithalten. Dabei stellt sich jedoch die Frage, wem man/welchen Quellen man glauben/trauen kann.
Vor einigen Tagen machte der amerikanische Journalist Mat Honan von sich die Rede, der – als eine Art Selbstversuch – jede Meldung, die ihm das soziale Netzwerk Facebook präsen-tierte, mit einem „Like“ versah. Schnell, so berichtet Honan, sah der Informationsstrom auf der Plattform ganz anders aus, als er es gewohnt war: Nachrichten von Freunden verschwan-den vollständig, angezeigte Beiträge schienen inhaltlich immer identischer zu werden. Über-raschen mag das kaum: Facebook muss einem gewaltigen Datenstrom Herr werden. Was den Nutzern angezeigt wird, basiert auf einem Algorithmus, der anhand des Nutzerverhaltens Bei-träge vorsortiert und schließlich das ausspuckt, was den Nutzer zu interessieren scheint. Fremdes Gedankengut wird hier gar nicht erst präsentiert. Facebook vorwerfen kann man das kaum – das soziale Netzwerk ist kein Organ der politischen Bildung. Der Effekt, der hier auftritt, ist allerdings eines zweiten Blickes würdig. Der Algorithmus scheint, so kann man spekulieren, Nutzer gewissen Interessensgruppen zuzuordnen. Diese Interessen werden nun mit entsprechenden Informationen bedient, während andere Inhalte ausgeblendet werden. Haltungen, die auf diese Art wieder und wieder bestätigt werden, verfestigen sich und schei-nen verabsolutierbar.
Damit steht nun aber die Frage nach der im Journalismus stets beschworenen Objektivität im Raum. Nachrichten, so wird gefordert, sollen unabhängig und wertungsfrei sein. Als journa-listischer Qualitätsstandard kann diese Forderung nun aber kaum gelten. Schließlich ist es fraglich, wie es mit der Unabhängigkeit und Wertefreiheit genau funktionieren soll. Der Ge-danke an Objektivität impliziert den Zugang zu einer tieferen Realität, in der ausnahmslos alle Informationen zugänglich und eindeutig sind. In den Geisteswissenschaften scheint man in den letzten Jahrzehnten unter dem Aufkommen konstruktivistischer Ansätze vom Gedanken einer Objektivität Abstand genommen zu haben. Auch die „harten“ Wissenschaften – etwa die Quantenphysik – kennt mit den Kopenhagener Deutungen nach Niels Bohr entsprechende Überlegungen.
Letztlich ist es ja immer ein Mensch, der hinter geschriebenen Worten steht. Was dieser äu-ßert, muss stets als subjektiv begriffen werden – ganz egal, wie sachlich und nüchtern diese Worte auch sein mögen. Erklärungsansätze dafür mag etwa die Neuropsychologie liefern: Reize und Informationen werden vom Individuum nie uninterpretiert aufgenommen. All das, was wir sehen, sind – sobald wir es sehen – durch unser Gehirn vorinterpretierte Bilder. Auch der Abgleich mit den Bildern, die andere Menschen vor Augen haben, liefert keine Objektivi-tät. Denn auch hier wird kein Zugang zu einer tieferen Realität ermöglicht.
Was also die Tagesschau um 20 Uhr ausstrahlt, mag letztlich genauso wenig Anspruch haben, die Realität darzustellen, wie die algorithmisch sortierten Meldungen im Facebook-Nachrichtenstrom. „Real“ werden die Inhalte erst in der Rezeption. Hierbei scheint die Tages-schau trotz Digitalisierungserscheinungen als Leitmedium immer noch im Vorteil –deshalb, weil sie eine sehr viel höhere Reichweite hat als ein vereinzelter Artikel in den sozialen Netzwerken.

Kampf der Konsolen, kreative Spielideen und Virtuelle Realität – die gamescom 2013

Schon am Pressetag war der Andrang groß: Die Gamescom 2013 lockten insgesamt 340.000 Besucher nach Köln. (Foto: Pollach)

Schon am Pressetag war der Andrang groß: Die Gamescom 2013 lockten insgesamt 340.000 Besucher nach Köln. (Foto: Pollach)

140.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Mehr als 635 Aussteller aus 40 Ländern. Ganze 400 Weltpremieren, darunter zwei neue Konsolen: PlayStation 4 und Xbox One.

Als weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele lockte die gamescom zwischen Mittwoch, 21. August und Sonntag, 25. August über 340.000 Besucher nach Köln. Face2Face war für euch auf dem Gelände unterwegs, hat die Highlights ausfindig gemacht und jede Menge Spiele für euch getestet.

Kampf der Konsolen – so brachte die Presse das Herzstück der gamescom 2013 auf den Punkt: Laut der gamescom-Website stellten erstmalig in der Geschichte europäischer Messen für digitale Spiele zwei Unternehmen, Microsoft und Sony, neue Spielekonsolen vor, die von den Besuchern vor Ort zum ersten Mal weltweit angespielt werden konnten. Für Face2Face testeten Denis (23) und Daniel (26) am Autorennspiel „The Crew“ die Xbox One.

Ein Highlight der Spiele-Messe: Die Xbox One. Face2Face-Mitarbeiter Denis testete sie für euch am Spiel The Crew. (Foto: T. Gartner)

Ein Highlight der Spiele-Messe: Die Xbox One. Face2Face-Mitarbeiter Denis testete sie für euch am Spiel „The Crew“. (Foto: T. Gartner)

„Die Xbox One spielt sich sehr flüssig und ähnlich zur alten Xbox 360. Der Controller liegt weiterhin sehr gut in der Hand und hat ein angenehmes Gewicht, sodass auch längere Gamingsession gut machbar sind“, ist Denis überzeugt. Die verbesserte Grafik und Bildwiederholungsrate (FPS) sowie die geringeren Ladezeiten heben die neue von der alten Xbox ab, findet Daniel. Doch in den Augen unserer Tester kassiert Microsoft für seine neue Konsole auch Minuspunkte: schlichtes, fast schon langweiliges Design, hoher Preis und die untrennbare Verbundenheit mit Kinect stoßen auf wenig Begeisterung. Mit Touch-Pad und SHARE-Taste zum Teilen von Spielergebnissen mit Freunden punktet hingegen die PlayStation 4.

Aufgrund des großen Andrangs am PlayStation 4-Stand konnte unsere Redaktion die neue Konsole von Sony leider nicht ausprobieren, eine Prognose für den Kampf der Konsolen soll an dieser Stelle trotzdem abgegeben werden: Aufgrund des Preisunterschieds von 100 Euro und dem möglichen Vertrauensverlust der Gamer in Microsoft (Anm. d. Red.: Ursprünglich sollte die Xbox One mit einer umstrittenen Online-Pflicht und Gebrauchtspielesperre vertrieben werden, was zu wütenden Protesten führte. Im Juni ruderte das Softwarehaus plötzlich zurück und ließ von seinem Vorhaben ab) scheint die PlayStation 4 von Sony im Augenblick die Nase leicht vorne zu haben – was daraus wird, bleibt abzuwarten.

Bunt und kreativ: Das PlayStation Vita-Spiel Tearaway (Foto: T. Gartner)

Bunt und kreativ wie das Spiel selbst: Am PlayStation Vita-Stand konnte man „Tearaway“ ausprobieren. (Foto: T. Gartner)

Weniger stark diskutiert, aber nicht weniger interessant kommt die PlayStation Vita und mit ihr das Spiel „Tearaway“ daher. Während sich ein Großteil der Spielehersteller mit beeindruckenden Bauten – von der Pyramide bis zum Würfel ist so gut wie jede architektonische Form vertreten –, gigantischen Leinwänden mit atemberaubend real wirkenden Bildern und wummernden Bässen auf dem Gelände der Koelmesse präsentierten, wirkte der PS Vita-Stand eher wie eine kindgerechte Spielwiese. Ein farbefroher, offen gestalteter Bereich mit Sitzgelegenheiten lud die Besucher zum Verweilen ein. Das Spiel tat sein Übriges und entführte die Gamer in eine spannende Papierwelt voller Rätsel und Abenteuer. „Selbst beim dritten und vierten Mal Durchspielen entdeckt man immer nochmal etwas Überraschendes und Neues“, weiß PlayStation-Promoterin Julia (28). Die Interaktivität sowie die Tatsache, dass sämtliche Funktionen der PS Vita – Front- und Backkamera sowie Touchscreen – angesprochen werden, machen „Tearaway“ ihrer Meinung nach zu etwas Besonderem. Auch Redaktionsleiterin Tatjana (23) hatte Spaß beim Ausprobieren des Platform-Games. „Wie beim Basteln in der Realität braucht es Einiges an Fingerspitzengefühl und Kreativität. „Tearaway“ ist bunt und macht einfach Spaß!“ Das Spiel von den Machern von „LittleBigPlanet“ erscheint am 22. November.

Die Zukunft des Gamings? Die Oculus Rift-Brille (Foto: T. Gartner)

Die Zukunft des Gamings? Die Oculus Rift-Brille (Foto: T. Gartner)

Ganz und gar in ein Spiel eintauchen, sich nur mithilfe der eigenen Augen- und Kopfbewegungen in einer virtuellen Welt umsehen – die Oculus Rift VR-Brille macht´s möglich. Auch wenn der Anblick der Spieler mit den dicken, schwarzen Brillen und den zuckenden Kopfbewegungen ein wenig an Zombies erinnert – zumindest unsere Tester sind von der Innovation in Sachen Virtual Reality überzeugt. „In einem Wort: Wahnsinn. Ich hatte schon früher einige VR- beziehungsweise 3D-Brillen, jedoch konnte keine auch nur annähernd dieselbe Erfahrung wie die Oculus Rift-Brille bieten“, findet Denis, „jede Kopfbewegung wird absolut realistisch in die Spielwelt übertragen und der Spieler taucht dadurch wesentlich tiefer in die Spielwelt ein.“ Ein wenig zurückhaltender ist dagegen Daniel: „Die Rundumsicht ist cool, allerdings wirkt das Bild teilweise unscharf und pixelig. Auf Dauer ist das Spielen anstrengend für die Augen.“ Ob die Brille zukunftsfähig ist, komme seiner Meinung nach auf den Preis und auf die Unterstützung der Spiele-Entwickler an. Denis hingegen ist sich sicher, dass der Trend stark in Richtung Augmented Reality (Anm. d. Red.: Unter Augmented Reality versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung), Virtual Reality und 3D-Technologie geht: „Der Umstieg von 3D auf VR ist nur eine Frage der Zeit und Oculus Rift ist der erste Meilenstein dahin.“

Bald ganz normal in deutschen Wohnzimmern? Der Virtualizer (Foto: T. Gartner)

Bald ganz normal in deutschen Wohnzimmern? Der Virtualizer (Foto: T. Gartner)

Und der nächste Meilenstein könnte sogar schon in Sichtweite sein: Cyberith ist ein Projekt von Studenten der Technischen Universität Wien auf dem Gebiet der virtuellen Realität. Der sogenannte Virtualizer ist ein im Rahmen dieses Projekts entwickeltes Gerät, das Bewegungen in virtuellen Welten ohne Änderung der Position in der Realität erlaubt. An dem kleinen, eher unauffälligen Stand auf der gamescom wirkte der Virtualizer wie eine Art Laufstall für das heimische Wohnzimmer. In Kombination mit der Oculus Rift scheinen sich jedoch ganz neue Dimensionen des Gamings zu eröffnen. „Cyberith wird auf jeden Fall begrüßt, wenn nicht sogar begehrt. Die Entwickler arbeiten daran, sich frei in einem Spiel zu bewegen, während man sich in seinem Wohnzimmer befindet. Ich werde es auf jeden Fall im Auge behalten“, erklärt Denis.

Der Kampf der Konsolen, kreative Spielideen und Innovationen in Sachen Virtuelle Realität – die gamescom 2013 konnte ihrem Leitthema „next generation of gaming“ mehr als gerecht werden.

Weitere Fotos von der gamescom 2013 findet ihr auf unserer Facebook-Fanseite.

Vorschau: Nach einem Auslandsjahr als Student in China wieder zurück in Deutschland – ein Kulturschock? Mehr darüber lest ihr kommenden Dienstag im Panorama.