Vom Fernsehen auf die Festivalbühne – Wiesbaden feiert deutsche Fernsehkrimis

Krimis sind nicht nur im Buchformat ein beliebtes Genre. Verschiedene deutsche Fernsehkrimis, wie zum Beispiel „Ein Fall für zwei“, „Der Kriminalist“, „Tatort“ oder „Polizeiruf 110“, locken von Freitag bis Sonntag Millionen von Zuschauern vor die Bildschirme. In Wiesbaden gibt es ein eigenes Festival dafür und das findet vom 12. bis zum 17. März 2019 schon zum 15. Mal statt. Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden und wird vom Hessischen Rundfunk und der HessenFilm und Medien GmbH unterstützt. Im Rahmen des Festivals wird jedes Jahr auch der Deutsche FernsehKrimi-Preis verliehen. Sender und Produktionsfirmen können dafür noch bis Anfang November ihre aktuellen deutschen Krimiproduktionen einreichen. Die zehn besten Krimis werden dann nächstes Jahr auf dem Festival gezeigt. Abgesehen von den verschiedenen Krimis, die dort präsentiert werden, gibt es noch einen Fernsehkrimi-Drehbuchwettbewerb für Nachwuchsautoren sowie Diskussionen, Gespräche und Lesungen mit Filmschaffenden.

Vom Fernsehen auf die Festivalbühne – Wiesbaden feiert deutsche Fernsehkrimis

Verantwortlich für das Deutsche FernsehKrimi-Festival: Leiterin Cathrin Ehrlich (Foto: Barbara Dietl)

Wir haben mit Leiterin Cathrin Ehrlich über deutsche Fernsehkrimis und das Deutsche FernsehKrimi-Festival gesprochen.

Face2Face: Wie kam es zur Gründung des Deutschen FernsehKrimi-Festivals in Wiesbaden?

Ehrlich: Man hat mir erzählt, dass Liane Jessen (Fernsehfilmchefin des Hessischen Rundfunks), ihr damaliger Mann und die damalige Kulturdezernentin aus Wiesbaden, Rita Thies, diese schöne Idee bei einem oder auch zwei Gläschen Wein entwickelt haben.

Face2Face: Wieso wurde Wiesbaden als Veranstaltungsort ausgewählt?

Ehrlich: Rita Thies hat an der Idee festgehalten und ermöglicht, dass das Festival in Wiesbaden Fuß fassen konnte.

Face2Face: An welchen Orten im Rhein-Main-Gebiet werden die meisten Fernsehkrimis gedreht?

Ehrlich: Ich denke in Frankfurt, Wiesbaden und Offenbach.

Face2Face: Was ist das Besondere an deutschen Fernsehkrimis, dass es dafür ein eigenes Festival gibt?

Ehrlich: Die hohe Qualität, was z. B. Drehbuch, Regie, Kamera und DarstellerInnen betrifft.

Face2Face: Welche Themen sind derzeit in deutschen Fernsehkrimis am beliebtesten bei Filmemachern?

Ehrlich: Das wechselt natürlich ständig. Im letzten Jahr war das Thema Kindesmissbrauch und Kindesentführung sehr „beliebt“, aber auch die Themen Banden- und Cyberkriminalität und Fälle von rechtsextremem Terror waren häufig zu finden.

Face2Face: Was zeichnet das Deutsche FernsehKrimi-Festival aus?

Ehrlich: Es gibt sehr sehr viele Fernsehkrimis im deutschsprachigen Fernsehen, zu viele. Das Deutsche FernsehKrimi-Festival widmet sich dem anspruchs- und qualitätsvollen Fernsehkrimi.

Face2Face: Wofür sind Sie als Leiterin des FernsehKrimi-Festivals zuständig?

Ehrlich: Tja, eigentlich für alles: die Teamzusammenstellung, das Programm, die Gäste, die Finanzierung, Presse und Marketing und organisatorische Dinge wie Catering, Reisen und Hotel. Glücklicherweise habe ich ein wundervolles Team und dies schon seit Jahren. Es nimmt mir inzwischen die meiste Arbeit ab, hat großartige eigene Ideen und immer eine große Portion Humor, was mir sehr wichtig ist.

Face2Face: Auf dem Festival wird jährlich der Deutsche FernsehKrimi-Preis verliehen. Welche Fernsehkrimis haben eine Chance auf den Preis bzw. nach welchen Kriterien wird ausgewählt?

Ehrlich: Auch hier wird nach Qualität und Anspruch gesucht. Und wenn eine Produktion etwas Neues, Experimentelles wagt. Pro Jahr gibt es in etwa 60 Einreichungen dafür.

Face2Face: Wer sitzt in der Jury, die über die Vergabe des Preises entscheidet?

Ehrlich: Ich versuche immer eine heterogene Gruppe aus „Fachleuten“, wie SchaupielerInnen, RegisseurInnen, AutorInnen etc., aus der Branche zusammenzusetzen. Gerne fragen wir auch ehemalige PreisträgerInnen an. Dann suchen wir aber auch „Branchenfremde“. Diesmal wird zum Beispiel ein Strafverteidiger aus Frankfurt dabei sein. Fest gesetzt ist die oder der Krimistipendiat(in) der Stadt Wiesbaden. Das war beim letzten Mal Volker Kutscher und ist jetzt Zoë Beck.

Vom Fernsehen auf die Festivalbühne – Wiesbaden feiert deutsche Fernsehkrimis

Keine einfache Aufgabe: die fünfköpfige Jury, die 2018 über die Vergabe des Deutschen FernsehKrimi-Preises entschieden hat, v.l.n.r. Hanna Doose, Dennenesch Zoudé, Alexander Schubert, [Moderatorin Bärbel Schäfer], Roswitha Ester und Volker Kutscher (Foto: Martin Ohnesorge)

Face2Face: Welche Fernsehkrimis haben 2018 gewonnen?

Ehrlich: In der Jury waren Regisseurin und Drehbuchautorin Hanna Doose, Produzentin Roswitha Ester, Schriftsteller Volker Kutscher, Schauspieler Alexander Schubert und Schauspielerin Dennenesch Zoudé. Sie haben über die Preisvergabe entschieden. Den Hauptpreis hat „Tatort: Stau“ (SWR) von Dietrich Brüggemann (Regie, Buch) und Daniel Bickermann (Buch) gewonnen. Außerdem gab es Sonderpreise für herausragende Einzelleistungen: Petra Schmidt-Schaller wurde als beste Darstellerin für „Keine zweite Chance“ (Sat.1), Heino Ferch als bester Darsteller für „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/Arte) und Hans-Christian Schmid für die Gesamtleistung (Regie, Buch, Produktion) in „Das Verschwinden“ (BR/ARD Degeto/NDR/SWR) ausgezeichnet. Der Publikumspreis ging an „Ein Kind wird gesucht“.

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Strahlende Gesichter: die Preisträger des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2018 (Foto: Martin Ohnesorge)

Face2Face: 2019 wird außerdem zum dritten Mal Deutschlands spannendster Fernsehkrimi- Drehbuchnachwuchs gesucht. Was hat es damit im Detail auf sich?

Ehrlich: Wir suchen unverfilmte Krimi-Drehbuchstoffe talentierter und kreativer Nachwuchs-Drehbuchautorinnen und -Drehbuchautoren, die ideenreich unterhalten, fesseln und mitfiebern lassen. Eine fachkundige Jury wählt aus allen Einreichungen vier vielversprechende Vorschläge aus, die dem Publikum während der Festivalwoche im Rahmen einer Lesung vorgestellt werden. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird bei der Preisverleihung des Festivals bekannt gegeben und erhält die Chance, unter professioneller Betreuung den Drehbuchstoff vom Exposé bis zum Treatment weiterzuentwickeln und vor Fachpublikum zu pitchen.

Face2Face: Wieso kam es 2017 zu dem Entschluss, erstmals einen Drehbuchwettbewerb für Nachwuchsautoren zu veranstalten?

Ehrlich: Ich hatte diese Idee. Drehbuchautoren fristen häufig ein Schattendasein. Es gab sogar Preisverleihungen, bei denen sie gar nicht eingeladen waren. Dabei ist das Drehbuch doch das Wichtigste für einen guten Film bzw. guten Krimi. Wir wollen deswegen die Drehbuchautoren hervorheben und junge Menschen fördern. Ich habe die Idee vor vier Jahren bei Herrn Mendig von der HessenFilm und Medien GmbH vorgetragen und er hat uns sofort seine Unterstützung zugesagt.

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Vertieft in ein Nachwuchskrimi-Drehbuch: Synchronsprecher und Schauspieler Max Felder bei der Lesung auf dem Deutschen FernsehKrimi-Festival 2018 (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: 2018 wurden die vier vielversprechendsten Nachwuchskrimi-Drehbücher dem Publikum während der Festivalwoche im Rahmen einer Live-Lesung von Synchronsprecher und Schauspieler Max Felder vorgestellt. Wie und nach welchen Kriterien wählen Sie aus, wer diese Live-Lesung machen darf?

Ehrlich: Auch hier entscheiden wir gemeinsam. Max Felder hatten wir ausgesucht, weil er als Schauspieler und Synchronsprecher einfach sehr gut vortragen kann und er vielen bekannt ist.

Face2Face: Was waren die Highlights des Deutschen FernsehKrimi-Festivals der letzten drei Jahre?

Ehrlich: Das sind immer wieder unsere Filmgäste und die Gespräche mit ihnen. Wir konnten zum Beispiel Ulrich Tukur, Senta Berger, Hannelore Hoger, Heino Ferch oder Desirée Nosbusch beim Festival begrüßen. Das war jedes Mal ein Highlight.

Face2Face: Welche Veranstaltungen sind bereits jetzt für das Deutsche FernsehKrimi-Festival 2019 geplant?

Ehrlich: Wir werden wieder zehn spannende, tolle Krimis zeigen und prominente und interessante Filmgäste zu Gast haben. Außerdem gibt es einen Serien- und einen Dokutag und wir planen eine größere Ausstellung.

Face2Face: Ist schon bekannt, welche Schauspielerinnen und Schauspieler 2019 vor Ort sein werden?

Ehrlich: Bisher nicht, da die Filme für den Wettbewerb noch nicht ausgewählt wurden, weil die Jurysitzung erst Mitte Dezember ist, und auch die JurorInnen noch nicht zugesagt haben.

Face2Face: Was kostet der Eintritt für die Veranstaltungen 2019?


Ehrlich: Zwischen 7 und 9 Euro. Eventuell wird es im nächsten Jahr einen Festivalpass geben.

Face2Face: Haben Sie selbst einen Lieblingsfernsehkrimi?

Ehrlich: Ich finde immer wieder einen neuen Liebling. Ich mag eher kleine, kluge Krimi- Geschichten mit überraschenden Wendungen. Ich mag eher nicht, wenn zu viel Brutalität gezeigt wird.

Mehr Infos zum Deutschen FernsehKrimi-Festival gibt es auf der Homepage oder der Facebookseite der Veranstaltung.

Die Magie des Geldes

Das Thema Finanzen ist zuweilen eine komplexe Angelegenheit. Ist es tatsächlich so, dass wir immer mehr zahlen und gleichzeitig weniger für unser Geld bekommen? Wäre es nicht besser, wenn alles einfach halb so viel kosten würde? Und warum gibt es überhaupt Preise, und wer bestimmt über sie? Nur ein paar von ganz vielen Fragen, die man sich im Alltag immer wieder stellt. Face2Face nimmt euch mit auf den heimatlichen Wochenmarkt, um euch einen kleinen Überblick über die wichtigsten Fragen zu geben.

Buntes Markttreiben

Es ist Donnerstagmorgen. Wie jeden Donnerstag, gastiert auch heute wieder der große Wochenmarkt auf dem geräumigen Platz vor dem städtischen Rathaus. Bevor es zur Arbeit oder zur Schule geht, machen wir dort wie immer einen kleinen Abstecher, um uns mit dem Nötigsten an Fleisch, Fisch, Käse, Backwaren und Obst einzudecken. Auf die Finanzwelt übertragen, ist der Markt der Ort, an dem sich Menschen, die etwas brauchen, mit denen treffen, die dieselbe Sache loswerden wollen. Hier entsteht der Preis. Er richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Wir wollen etwas kaufen, also sind wir der Kunde. Oder wie es im Jargon besser heißt: der Nachfrager. Wie jedes Mal gehen wir auch heute zum Stand der netten Obstverkäuferinnen. Sie besitzen einen Bauernhof ganz in der Nähe und bauen dort  Birnen, Pflaumen, Kirschen und vor allem sehr viele Äpfel an. Auf den verschiedensten Wochenmärkten wollen sie all diese Köstlichkeiten verkaufen. Sie sind damit der Anbieter.  Natürlich gibt es noch viel mehr Märkte als nur den Wochenmarkt. Es gibt Supermärkte, Elektromärkte, Holzmärkte, Öl- und Benzinmärkte, Märkte für Eisen, Gold. Es gibt Märkte für Containerschiffe, Düsenjets und für Häuser, selbst wenn es nur noch Bruchbuden sind. Viele Märkte finden nicht mehr auf Marktplätzen statt, sondern im Internet. Manchmal schon deshalb, weil Unsichtbares verkauft wird, wie Strom oder Anteile von Firmen. Auf unserem heimischen Wochenmarkt treffen dagegen Angebot und Nachfrage aufeinander wie schon seit Jahrhunderten. Da wir einen Apfelkuchen backen wollen, kaufen wir ein Kilo Äpfel für 1,50 €. Diesen Preis haben uns die netten Obstfrauen genannt, nachdem sie die Äpfel gewogen haben. Die Obstfrauen können selbst bestimmen, welchen Preis sie für ihre Waren haben möchten. Aber warum sagen sie dann 1,50 € und  nicht gleich 1.500 Euro? Nun ja: Sie könnten zwar theoretisch jeden Preis verlangen, den sie möchten, aber wenn der Kunde nicht genug Geld hat, um diesen auch zu bezahlen, bringt es ihnen nichts.

Bares für Rares: Wie viel ist unser Geld noch wert?

Bares für Rares: Wie viel ist unser Geld noch wert? (Foto: Wikimedia Commons)

Deshalb müssen sie erst den Preis finden, bei dem am meisten Geld in ihre Kasse wandert. Und wie hoch dieser ist, bestimmen eben Angebot und Nachfrage: Wenn sich neben uns noch zig andere Kunden auf dem Wochenmarkt wegen den Äpfeln drängeln und die Obstfrauen über die einzige Kiste Äpfel auf dem ganzen Markt verfügen, dann ist die Nachfrage größer als das Angebot – die Obstfrauen können also einen höheren Preis verlangen, weil sich alle um die wenigen Äpfel streiten. Sollten wir allerdings der einzige Kunde auf dem Wochenmarkt sein, dann recken alle Obsthändler die Hälse und versuchen uns mit Billigangeboten zu ihrem Stand zu locken. Ergo: Die Nachfrage ist kleiner als das Angebot – der Preis sinkt. Es kann aber auch sein, dass Angebot und Nachfrage sich die Waage halten und der Preis sich trotzdem ändert: Wenn die Obstfrauen mehr Geld ausgeben müssen, weil zum Beispiel der Sprit für den Traktor teurer wird, müssen sie auf dem Markt mehr Geld verlangen. Die Kosten steigen. Und damit auch der Preis.

Wenn die Preise stetig steigen

Wenn fast alles immer teurer wird, nennt man das Inflation. Unsere Obstfrauen kennen das. „Eine Freundin von uns lebt mit ihrem Mann von 1.800 Euro Rente. Aber weil fast alle Preise steigen, können sie sich von dem Geld immer weniger kaufen“, berichten sie. Allerdings sind nicht nur die Waren teurer geworden. Die meisten Menschen verdienen heute auch mehr als früher. Für ihren Lohn müssen sie auch nicht mehr 60 Stunden in der Woche arbeiten, sondern vielleicht nur noch 40. Die meisten Menschen haben an Kaufkraft gewonnen in den vergangenen Jahrzehnten.
Trotzdem ist Inflation ungerecht. Denn sie bestraft die Braven und belohnt die Dreisten. Die Obstfrauen verraten uns, dass sie jede Woche ein paar Euro für den Fall zurücklegen, wenn sie mal eine neue Erntemaschine brauchen. Doch wegen des Preisanstiegs wird ihr Erspartes mit den Jahren immer weniger wert und sie können sich am Ende vielleicht gar keine Erntemaschine mehr davon leisten. Andere dagegen, die sich bei Freunden oder Banken Geld borgen, lachen sich ins Fäustchen. Sie kaufen sich vom geliehenen Geld heute eine Wohnung oder ein Auto – und geben das Geld irgendwann zurück, wenn man davon nur noch viel weniger kaufen kann.
Außerdem spielt der Staat bei der Inflation eine besondere Rolle: Er baut Straßen, Schulen und Krankenhäuser mit geliehenem Geld. Und er kann selbst dafür sorgen, dass seine Schulden weniger wert werden. Denn der Preis hängt nicht nur von Angebot und Nachfrage für einzelne Waren ab, sondern auch von der Geldmenge. Je mehr Scheine die Menschen haben, desto mehr können sie auf dem Markt hinblättern – prompt steigen die Preise.

Riesige Mengen Geld – nichts wert

Der deutsche Staat kann ein Lied davon singen. In den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts war er einmal so verschuldet, dass er riesige Mengen Geld druckte. Damit konnte er zwar Löhne und Schulden bezahlen, doch die Menschen trugen Tüten voll Geld mit sich herum, das praktisch nichts wert war. Der Grund: die Preise stiegen immer schneller. Wenn man beispielsweise Milch und Eier verkauft hatte, um sich dafür einen Sack Viehfutter zu kaufen, hast du am nächsten Tag für das gleiche Geld nur noch einen halben Sack bekommen. Dies nennt man Hyperinflation und führt dazu, dass niemand etwas sparen kann und kein Unternehmen aus dem Ausland mehr der (deutschen) Wirtschaft vertraut.

Das Preisniveau kontrollieren

Das Positive: Die Staaten haben daraus gelernt. Heute versuchen sie zu verhindern, dass das Preisniveau stark steigt. In Europa versucht man die jährliche Inflation unter zwei Prozent zu halten. Auf der anderen Seite will die dafür zuständige Europäische Zentralbank auch sicherstellen, dass das Preisniveau nicht fällt. Denn wenn alles billiger wird, ist das nur scheinbar gut. Denn dann horten die Menschen ihr Geld, statt es auszugeben. Schließlich ist in solch einer Deflation – wie man solch ein Szenario nennt – morgen alles günstiger zu haben als heute und übermorgen alles günstiger als morgen. Mögliche Folge: Das Wirtschaftsleben kommt regelrecht zum Erliegen.
Und was passiert, wenn niemand mehr kaufen will, wissen auch die netten Obstfrauen. Wenn Äpfel zu früh vom Baum fallen und auf dem Boden herumliegen, bekommen sie nur noch einen ganz niedrigen Preis dafür. Von diesem können sie nicht mal die  Löhne der Erntehelfer bezahlen. Und um alle Äpfel allein einzusammeln, sind sie mittlerweile zu alt. Also müssten sie die Äpfel in diesem Fall einfach liegen lassen…

Kampf der Konsolen, kreative Spielideen und Virtuelle Realität – die gamescom 2013

Schon am Pressetag war der Andrang groß: Die Gamescom 2013 lockten insgesamt 340.000 Besucher nach Köln. (Foto: Pollach)

Schon am Pressetag war der Andrang groß: Die Gamescom 2013 lockten insgesamt 340.000 Besucher nach Köln. (Foto: Pollach)

140.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Mehr als 635 Aussteller aus 40 Ländern. Ganze 400 Weltpremieren, darunter zwei neue Konsolen: PlayStation 4 und Xbox One.

Als weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele lockte die gamescom zwischen Mittwoch, 21. August und Sonntag, 25. August über 340.000 Besucher nach Köln. Face2Face war für euch auf dem Gelände unterwegs, hat die Highlights ausfindig gemacht und jede Menge Spiele für euch getestet.

Kampf der Konsolen – so brachte die Presse das Herzstück der gamescom 2013 auf den Punkt: Laut der gamescom-Website stellten erstmalig in der Geschichte europäischer Messen für digitale Spiele zwei Unternehmen, Microsoft und Sony, neue Spielekonsolen vor, die von den Besuchern vor Ort zum ersten Mal weltweit angespielt werden konnten. Für Face2Face testeten Denis (23) und Daniel (26) am Autorennspiel „The Crew“ die Xbox One.

Ein Highlight der Spiele-Messe: Die Xbox One. Face2Face-Mitarbeiter Denis testete sie für euch am Spiel The Crew. (Foto: T. Gartner)

Ein Highlight der Spiele-Messe: Die Xbox One. Face2Face-Mitarbeiter Denis testete sie für euch am Spiel „The Crew“. (Foto: T. Gartner)

„Die Xbox One spielt sich sehr flüssig und ähnlich zur alten Xbox 360. Der Controller liegt weiterhin sehr gut in der Hand und hat ein angenehmes Gewicht, sodass auch längere Gamingsession gut machbar sind“, ist Denis überzeugt. Die verbesserte Grafik und Bildwiederholungsrate (FPS) sowie die geringeren Ladezeiten heben die neue von der alten Xbox ab, findet Daniel. Doch in den Augen unserer Tester kassiert Microsoft für seine neue Konsole auch Minuspunkte: schlichtes, fast schon langweiliges Design, hoher Preis und die untrennbare Verbundenheit mit Kinect stoßen auf wenig Begeisterung. Mit Touch-Pad und SHARE-Taste zum Teilen von Spielergebnissen mit Freunden punktet hingegen die PlayStation 4.

Aufgrund des großen Andrangs am PlayStation 4-Stand konnte unsere Redaktion die neue Konsole von Sony leider nicht ausprobieren, eine Prognose für den Kampf der Konsolen soll an dieser Stelle trotzdem abgegeben werden: Aufgrund des Preisunterschieds von 100 Euro und dem möglichen Vertrauensverlust der Gamer in Microsoft (Anm. d. Red.: Ursprünglich sollte die Xbox One mit einer umstrittenen Online-Pflicht und Gebrauchtspielesperre vertrieben werden, was zu wütenden Protesten führte. Im Juni ruderte das Softwarehaus plötzlich zurück und ließ von seinem Vorhaben ab) scheint die PlayStation 4 von Sony im Augenblick die Nase leicht vorne zu haben – was daraus wird, bleibt abzuwarten.

Bunt und kreativ: Das PlayStation Vita-Spiel Tearaway (Foto: T. Gartner)

Bunt und kreativ wie das Spiel selbst: Am PlayStation Vita-Stand konnte man „Tearaway“ ausprobieren. (Foto: T. Gartner)

Weniger stark diskutiert, aber nicht weniger interessant kommt die PlayStation Vita und mit ihr das Spiel „Tearaway“ daher. Während sich ein Großteil der Spielehersteller mit beeindruckenden Bauten – von der Pyramide bis zum Würfel ist so gut wie jede architektonische Form vertreten –, gigantischen Leinwänden mit atemberaubend real wirkenden Bildern und wummernden Bässen auf dem Gelände der Koelmesse präsentierten, wirkte der PS Vita-Stand eher wie eine kindgerechte Spielwiese. Ein farbefroher, offen gestalteter Bereich mit Sitzgelegenheiten lud die Besucher zum Verweilen ein. Das Spiel tat sein Übriges und entführte die Gamer in eine spannende Papierwelt voller Rätsel und Abenteuer. „Selbst beim dritten und vierten Mal Durchspielen entdeckt man immer nochmal etwas Überraschendes und Neues“, weiß PlayStation-Promoterin Julia (28). Die Interaktivität sowie die Tatsache, dass sämtliche Funktionen der PS Vita – Front- und Backkamera sowie Touchscreen – angesprochen werden, machen „Tearaway“ ihrer Meinung nach zu etwas Besonderem. Auch Redaktionsleiterin Tatjana (23) hatte Spaß beim Ausprobieren des Platform-Games. „Wie beim Basteln in der Realität braucht es Einiges an Fingerspitzengefühl und Kreativität. „Tearaway“ ist bunt und macht einfach Spaß!“ Das Spiel von den Machern von „LittleBigPlanet“ erscheint am 22. November.

Die Zukunft des Gamings? Die Oculus Rift-Brille (Foto: T. Gartner)

Die Zukunft des Gamings? Die Oculus Rift-Brille (Foto: T. Gartner)

Ganz und gar in ein Spiel eintauchen, sich nur mithilfe der eigenen Augen- und Kopfbewegungen in einer virtuellen Welt umsehen – die Oculus Rift VR-Brille macht´s möglich. Auch wenn der Anblick der Spieler mit den dicken, schwarzen Brillen und den zuckenden Kopfbewegungen ein wenig an Zombies erinnert – zumindest unsere Tester sind von der Innovation in Sachen Virtual Reality überzeugt. „In einem Wort: Wahnsinn. Ich hatte schon früher einige VR- beziehungsweise 3D-Brillen, jedoch konnte keine auch nur annähernd dieselbe Erfahrung wie die Oculus Rift-Brille bieten“, findet Denis, „jede Kopfbewegung wird absolut realistisch in die Spielwelt übertragen und der Spieler taucht dadurch wesentlich tiefer in die Spielwelt ein.“ Ein wenig zurückhaltender ist dagegen Daniel: „Die Rundumsicht ist cool, allerdings wirkt das Bild teilweise unscharf und pixelig. Auf Dauer ist das Spielen anstrengend für die Augen.“ Ob die Brille zukunftsfähig ist, komme seiner Meinung nach auf den Preis und auf die Unterstützung der Spiele-Entwickler an. Denis hingegen ist sich sicher, dass der Trend stark in Richtung Augmented Reality (Anm. d. Red.: Unter Augmented Reality versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung), Virtual Reality und 3D-Technologie geht: „Der Umstieg von 3D auf VR ist nur eine Frage der Zeit und Oculus Rift ist der erste Meilenstein dahin.“

Bald ganz normal in deutschen Wohnzimmern? Der Virtualizer (Foto: T. Gartner)

Bald ganz normal in deutschen Wohnzimmern? Der Virtualizer (Foto: T. Gartner)

Und der nächste Meilenstein könnte sogar schon in Sichtweite sein: Cyberith ist ein Projekt von Studenten der Technischen Universität Wien auf dem Gebiet der virtuellen Realität. Der sogenannte Virtualizer ist ein im Rahmen dieses Projekts entwickeltes Gerät, das Bewegungen in virtuellen Welten ohne Änderung der Position in der Realität erlaubt. An dem kleinen, eher unauffälligen Stand auf der gamescom wirkte der Virtualizer wie eine Art Laufstall für das heimische Wohnzimmer. In Kombination mit der Oculus Rift scheinen sich jedoch ganz neue Dimensionen des Gamings zu eröffnen. „Cyberith wird auf jeden Fall begrüßt, wenn nicht sogar begehrt. Die Entwickler arbeiten daran, sich frei in einem Spiel zu bewegen, während man sich in seinem Wohnzimmer befindet. Ich werde es auf jeden Fall im Auge behalten“, erklärt Denis.

Der Kampf der Konsolen, kreative Spielideen und Innovationen in Sachen Virtuelle Realität – die gamescom 2013 konnte ihrem Leitthema „next generation of gaming“ mehr als gerecht werden.

Weitere Fotos von der gamescom 2013 findet ihr auf unserer Facebook-Fanseite.

Vorschau: Nach einem Auslandsjahr als Student in China wieder zurück in Deutschland – ein Kulturschock? Mehr darüber lest ihr kommenden Dienstag im Panorama.

Preview: Oktober 2012

Die Tage werden kürzer und kälter – auf den Ideenreichtum der Face2Face-Redaktion hat das jedoch keinerlei Auswirkung. Dass der Herbst uns gar nichts kann, zeigt die Artikelvielfalt des Monats September: Unsere Sport-Redaktion befasste sich mit der Frage, ob Erfolg käuflich ist, in der Reiserubrik stand Kroatien zum Mentalitätencheck auf dem Prüfstand und die europäische Bankenaufsicht wurde von der Wirtschaft&Politik-Redaktion unter die Lupe genommen.

Außerdem prägten gleich zwei besondere Events den September bei Face2Face: Zum einen feierte das Online-Magazin sein zweijähriges Bestehen und beschenkte seine Leser fleißig (einige der Gewinnspiel laufen übrigens noch wenige Tage – also nutzt eure Chance!) und zum anderen richteten einige unserer Redakteure einen Seifenblasenflashmob in Mannheim aus, über den wir selbstverständlich aus erster Hand berichteten.

Auch im Oktober soll es wieder rund gehen: Nachdem die Kolumnen-Redaktion anlässlich des zweijährigen Jubiläums ein tolles Kolibri-Wandtattoo verlost hat, testet sie nun selbst die hübsche Wanddekoration und wird ihre Erfahrungen mit den Face2Face-Lesern teilen. Die Mode-Redaktion berichtet über Deutschlands It-Girl Nummer 1, Bonnie Strange, und Eva Helms, Teilnehmerin des Ironman auf Hawaii, steht der Sport-Redaktion im Interview Rede und Antwort.

Die Panorama-Redaktion wird die neue Datingplattform betterdate, bei der sich Frauen ihren Traummann zusammenstellen und diesen „einkaufen“ können, kritisch betrachten, in der Tier&Umwelt-Rubrik erwartet den Face2Face-Leser eine Auflistung der 100 am stärksten bedrohten Arten und in der Reiserubrik führt uns ein weiterer Teil der Mentalitätencheck-Serie nach Ägypten.

Die Tipps&Tricks-Redaktion liefert praktische Ratschläge zum Thema BaFög und als besonderes Highlight berichten zwei Mitarbeiterinnen der FilmKunstKultur-Redaktion exklusiv von der Frankfurter Buchmesse – nicht verpassen!

Gewinnspiele:

Noch bis heute Nacht, 23:59 Uhr könnt ihr mithilfe der Tipps&Tricks-Redaktion eine Kochbox mit 333 Rezepten gewinnen. Was ihr dafür tun müsst, lest ihr HIER.

Das Gewinnspiel der Sport-Rubrik anlässlich des zweijährigen Jubiläums wird außerdem um zwei Wochen verlängert. Wenn ihr also Interesse an einer von drei Eintrittskarten für die Heidelberger Schwimmbäder habt, dann schreibt bis einschließlich Mittwoch, 17. Oktober, 23:59Uhr eine E-Mail mit dem Betreff „Gewinnspiel Jubiläum“ an anja.rambacher@face2face-magazin.de – die Sport-Redaktion drückt allen Teilnehmern die Daumen!