Der große Mentalitätencheck, Teil 7: Ungarn

Wie sieht es in einem fremden Land aus? Sind Impfungen notwendig, um dorthin zu reisen? Und: Was kann man dort unternehmen? Das sind nur einige der Fragen, die man sich vor Antritt einer Reise nur allzu häufig stellt. Mit eine der interessantesten Fragen ist jedoch die nach dem Verhalten der Einheimischen, ihren Bräuchen und Sitten, ihrem Umgang mit Fremden – kurzum: die Frage nach ihrer Mentalität. Im großen Mentalitätencheck stellt euch die Face2Face-Reiseredaktion daher die Bevölkerung der verschiedensten Länder der Erde und ihre individuellen Mentalitäten vor. Heute: Ungarn.

Der große Mentalitätencheck, Teil 7: Ungarn

Thronend über der ganzen Stadt: Der jahrhunderte alte Regierungssitz über Ungarn, der Burgpalast in Buda (Foto: Homolka)

Ungarn gehört mit Finnland zu den beiden einzigen Ländern in Europa, die eine Sprache sprechen, die weder mit den romanischen, noch mit den germanischen, noch mit den slawischen Sprachen in irgendeiner Art und Weise etwas gemeinsam hat. Auch 300 Jahre österreichische Herr- und Mitregentschaft haben daran wenig geändert. Wahrscheinlich liegt es teilweise daran, dass die Ungarn ihre eigene kulturelle Identität größtenteils bewahrt haben und sowohl im ehemaligen Ostblock, als auch im heutigen Europa eine Sonderrolle spielten und immer noch spielen. Doch wie wirkt das sich auf das Verhalten der Ungarn gegenüber neugierigen Besuchern wieder?

Zuerst einmal ist die Kommunikation mit den Ungarn gar nicht so kompliziert. Je nach Alter sprechen die meisten Ungarn als Zweitsprache entweder deutsch, wenn sie zur älteren Generation gehören, oder englisch, wenn sie eher zur jüngeren Generation zählen. Weiterhin stellt auch für die russisch Sprechenden die Sprache der ehemaligen Sowjetunion eine Alternative dar.
Nichtsdestotrotz geht mit der besonderen Sprache auch ein besonderer Nationalstolz einher, der sich zurzeit im politischen Rechtsrutsch der regierenden Partei wiederspiegelt.  Dennoch trifft das bei Weitem nicht auf die ganze Bevölkerung zu. Geprägt von einer jahrhundertelangen ungarisch-deutsch-jüdischen Tradition in ganz Ungarn sind die meisten Menschen aufgeschlossen und auch am Austausch mit ausländischen Besuchern interessiert. Auch schließt der aufkeimende Nationalismus nicht aus, dass sich der Großteil der ungarischen Bevölkerung für eine stärkere Integration in die europäischen Union ausspricht.
Ihr könnt euch also auf einer Reise durch Ungarn auf interessante politische Gespräche gefasst machen.

Der große Mentalitätencheck, Teil 7: Ungarn

Reichhaltig und farbenfroh: Die große Markthalle in Budapest (Foto: Homolka)

Als empfehlenswert ist weiterhin die Küche Ungarns.  Fleisch und Paprika sind  die beiden kulinarischen Hauptattraktionen der ungarischen Küche. Nichts wird gekocht ohne eine Prise schärfsten Paprikagewürzes oder eines gut durchgebratenen Stück Fleischs. Dies kann man im Restaurant oder auf dem Markt im Vergleich zu Deutschland relativ billig erstehen. Inzwischen ist jedoch  ein langsamer Anstieg der Preise zu beobachten. Für ausgesprochene Nicht-Scharf-Esser ist übrigens abstandzuhalten von jeglichem Paprikagewürz, da ein feuriges Gefühl im Mund nicht ausgeschlossen werden kann.

Beliebte Reiseziele in Ungarn stellt neben der Metropole Budapest mit ihrer ganz eigenen Szene und Stadthistorie vor allem die Plitvicer Seenplatte im Norden des Landes dar. Traumhaft in der Natur gelegen gehörte diese Gegend schon zu Kaiserin Sissis Erholungsgebieten und ist auch heute noch eine hochfrequentierte Urlaubsregion von Österreichern und Deutschen.

Falls ihr jetzt Lust bekommen habt, eine Reise nach Ungarn anzutreten, ist nur noch ein kurzes Wort über die Reisejahreszeit zu verlieren: Tendenziell ist das Wetter einen Tick besser als in Deutschland, dennoch ist der Sommer als beste Reisezeit zu empfehlen. Aber wer jetzt Lust bekommen hat auf eine Winterreise, zum Beispiel zu  den heißen Thermalquellen nach Budapest, dem sei dies natürlich auch wärmstens empfohlen.

Mehr  über Budapest lest ihr HIER nach.

Vorschau: Am Dienstag, 18. Dezember geht es in der Reiserubrik weiter mit der Mentalitätencheckserie – dieses Mal geht es um die Türkei.