BYCO – eine echte Chance für Jungdesigner

Aller Anfang ist schwer – gerade für Jungdesigner, die in der Modebranche Fuß fassen wollen, gilt das besonders. Jobs sind rar, die Konkurrenz ist groß und die Gehälter niedrig. Deshalb stellt euch Face2Face heute eine Internetseite vor, die Mitte diesen Jahres ins Lebens gerufen wurde und Designern das Leben erleichtern soll: BYCO.

Designer haben mit allerhand Schwierigkeiten zu kämpfen. Nach einem erfolgreichen Studienabschluss oder einer Ausbildung beginnt für viele Jungdesigner ein wahrer Kampf. Jobs bei Modehäusern und etablierten Designern sind rar und oftmals sind viele unbezahlte Praktika notwendig, um sich für eine Festanstellung empfehlen zu können. Dazu kommt, dass es nur so von Mitbewerbern wimmelt, die genau denselben Job, genau dasselbe Praktikum ergattern wollen. Glücklich schätzen können sich diejenigen, die eine Assistenzstelle bei einem Modelabel ergattern können. Gleichzeitig macht sich unter diesen „Glücklichen“ aber auch Unzufriedenheit breit, da sie in ihrem Beruf ihre Kreativität nicht so ausleben können, wie sie sich das eigentlich wünschen.

BYCO ist eine Plattform, die sich genau dieser Problematik annimmt und versucht Abhilfe zu schaffen. Hinter der Internetseite verbirgt sich eine mikrofinanzierte Designer-Plattform, die von Jesse Finkelstein und dessen Schwester Meredith gegründet wurde. Mit BYCO bietet das Geschwisterpaar Designern ein Rundum-Sorglos-Paket, da Finkelstein sich um die Produktion, das Marketing und den Verkauf kümmert. Im Einzelnen funktioniert das Konzept so, dass jeder Designer seine Entwürfe bei BYCO einreichen kann und Finkelstein die Kosten für die Produktion des Musters errechnet. Nach beiderseitigem Einvernehmen werden die Muster online auf die Investitionsseite gestellt. Investoren bezahlen für das Muster und anschließend geht Finkelstein mit dem Kleidungsstück in Produktion. Aus dem Verkauf erhält der Designer 20 bis 30 Prozent des Umsatzes, Investoren zehn Prozent und der Rest verbleibt bei Finkelstein für den administrativen Part.

Durch dieses adaptierte Crowdsourcing-Vorgehen bekommen Designer die Möglichkeit, ihre Entwürfe tatsächlich in die Realität umzusetzen. Zuvor haben ihnen dazu oftmals die Mittel aber vielleicht auch das Wissen und die Kontakte Finkelsteins gefehlt, der selbst aus der Modebranche kommt. Die Seite ist aber nicht nur vorteilhaft für Designer, sondern auch für die Kunden der Plattform. Da die Preise im mittleren Preissegment liegen, ist BYCO gerade für Trendsetter, die auf limitierte Kollektionen Wert legen, besonders interessant. Das System bietet die Möglichkeit, ein Designerstück, wenn auch von einem unbekannten Designer, für ein überschaubares Budget zu erstehen. Unter den Designern der Plattform finden sich Absolventen von Modeschulen, die bisher noch ohne Job sind und so etwas Geld dazuverdienen. Unter ihnen sind aber auch Assistenten großer Modehäuser, wie zum Beispiel Randy Kabot, die für Calvin Klein arbeitet.

Alles in allem scheint BYCO ein gutes Beispiel dafür zu sein, wie die Modeindustrie auch sein kann: eine große Spielwiese für all jene großartigen Talente, die ihre Kreationen an den Konsumenten bringen wollen und für diejenigen, die gerne das ein oder andere hochwertige und einzigartige Designerstück tragen würden, ohne sich dafür in Unkosten stürzen zu müssen.

Vorschau: Nächste Woche dreht sich in der Moderedaktion alles um modische Weihnachtsgeschenke für sie und ihn.

Kämpfe stilvoll gegen Verschwendung!

Eingängig ist dieser Slogan, das muss man den Erfindern von „kleiderkreisel.de“, DER Flohmarkt-und Tausch-Plattform im Internet, einfach lassen. Doch Kleiderkreisel ist noch mehr als das: Mal als perfekter Ort für einen ausgelassenen Plausch, mal als Selbstdarstellungsstätte in reinster Form und mal als erste Anlaufstelle für Schnäppchenjäger, kommt die Webseite verdammt vielseitig daher.

Begonnen hat alles mit Sophie, Susanne und Martin, drei jungen Kreativen, und einer Osteuropareise. Ausgerechnet hier, – im littauischen Vilnius – lernten sie mit ihrem Gastgeber auch das innovative Sharing-Konzept kennen, das als Pilot-Projekt in Litauen bereits erfolgreich angelaufen war. In Deutschland geriet die Umsetzung, mit freundlicher Unterstützung aus Litauen, schnell in Gang. Die Werbetrommel wurde auf allen möglichen Social-Media-Wegen gerührt und erregte so rasend schnell die Aufmerksamkeit einiger einflussreicher Mode-Blogger. Das alles war in 2008. Heute zählt das Portal stündlich wachsende Mitgliederzahlen und virtuelle Kleiderkataloge wie Sand am Meer.

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Mal wieder richtig ausmisten: Dank kleiderkreisel kein Problem mehr. (Foto: T.Gartner)

Mich hat vor rund drei Jahren eine Freundin auf den Geschmack gebracht. Auf die altbewährte Methode der Mund-zu-Mundpropaganda scheint also selbst heute, im medialen Zeitalter, noch Verlass zu sein. Die Funktionsweise von kleiderkreisel ist zudem schnell erklärt: Wenn du auf der Suche nach einer neuen modischen Errungenschaft bist, gibst du sie ins Suchfeld ein und filterst die Kriterien für ein präziseres Ergebnis gegebenenfalls noch mithilfe der Suchmaske. So kannst du beispielsweise nach Waren, beziehungsweise nach Mitgliedern, fahnden, die ausschließlich aus deiner Stadt stammen.Im Allgemeinen genügt jedoch ein einziges Stichwort mit Größenangabe, etwa „Jeanskleid 36“, um fündig zu werden. Ähnlich unkompliziert gestaltet sich das Anbieten eigener Artikel. Das einzig Umständliche daran ist, wenn davon überhaupt die Rede sein kann, das Fotografieren seiner Kleidungsstücke, die natürlich möglichst clever in Szene gesetzt werden sollen. Oder, um es in den Worten des „Kleiderkreisel-Kommandos“ auszudrücken: Niemand will wissen, wie eure Kleider auf dem Sofa aussehen.

Da heißt es also anziehen, posieren, Bildperspektiven ausprobieren. Wer es gut machen will, braucht dafür schonmal ein Weilchen – oder eine Mutter, die gezwungenermaßen als Modell für eure jugendsündigen Outfits herhalten muss. Nur gut, dass man das missmutige Gesicht dank Photoshop nachträglich herausschneiden kann.

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Schon als Knirps stylish wie die Großen: Pendant Mamikreisel macht’s möglich.  (Foto:  Pressefoto mamikreisel.de)

Hat man also den Grundaufbau der Plattform durchdrungen, können im nächsten Schritt die Randfunktionen genauer betrachtet werden. Die wohl Wichtigste dürfte dabei das Forum sein. Dieses ist nicht nur ziemlich stark frequentiert, sondern weist auch eine Themenvielfalt auf, wie man sie sonst höchstens auf gutefrage.net oder bild.de erlebt. Bedauerlicherweise schaffen es viele thread interne Diskussionen inhaltlich häufig auch nicht über BILD-Niveau hinaus: Von „Hilfe, ich bin verliebt in meine Freundin!“ über „Welchem Star sehe ich ähnlich?“ bis hin zu „Glaubt ihr auch an Außerirdische?“ tun sich im nach Themengebieten sortierten Kleiderkreisel-Forum schon mal so einige Abgründe auf. Bleibt nur zu hoffen, einiges davon wurde mit einem intendierten Augenzwinkern verfasst.

Nichtsdestotrotz lassen sich zwischen vielen Beiträgen mit wenig Sinn auch hilfreiche Threads entdecken. So tauschen sich die KreislerInnen, wie sie sich intern nennen, nicht selten über die richtige Haarpflege oder etwaige modische Kniffe aus. Bisweilen geben die Damen und Herren, welche nicht nur innerhalb des Forums, sondern auch auf ihren persönlichen Blogs schwer aktiv zu sein scheinen, einander auch Tipps, die eine höhere Besucheranzahl für das eigene Weblog versprechen – natürlich darf dabei der Link zum Verfasser-Blog nicht fehlen.

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Kleines Logo, große Bedeutung: Das Portal ist für viele eine soziale Konsumalternative geworden. (Foto: Pressefoto kleiderkreisel.de)

Schenkt man den Stimmen aus den Erfahrungsberichten Glauben, so liegt das entscheidende Manko von Kleiderkreisel genau dort, wo auch sein Vorzug liegt, nämlich bei der Art und Weise, wie Geschäfte gemacht werden.
Die Kauf-und-Tausch-Plattform rühmt sich zurecht damit, keinerlei Gebühren zu verlangen, weder für die Anmeldung noch für die Kaufabwicklung. Kosten, für den Verkäufer inform von Versand und für den Käufer eben als Kaufpreis, entstehen lediglich im Falle eines abgeschlossenen „Kaufvertrags“ – einer, der streng genommen gar nicht existiert. Beide Seiten verlassen sich gutgläubig auf die Einhaltung der im E-Mail-Verkehr festgelegten, wenn nicht sogar von vorneherein im Nutzerprofil angegebenen Bestimmungen. Dazu zählen neben Versand-und Zahlungsart auch Fragen nach Reservierungsdauer bestimmter Artikel und eben allerhand Regeln, die jedem auf den ersten Blick furchtbar kleinkariert vorkommen dürften. In Wahrheit sind diese jedoch nötig, um dem worst case vorzubeugen: Einem Betrug – zugleich leider ein alltägliches Phänomen auf Kleiderkreisel. Betrüger sind alle, die kassieren, ohne zu versenden; schwarze Schafe, die Ware als neuwertig anbieten, welche sich schlussendlich als abgetragen und nach Schweiß miefend herausstellt.

Da sich Betrüger leider erst im Nachhinein als solche entlarven, ist für Jungs und Mädels auch bei ernstzunehmendem Tausch-Rausch Vorsicht geboten. Auf Nummer sicher geht man, indem man die bisherigen Bewertungen der potentiellen Verkäufer genauer unter die Lupe nimmt. Das mag gegenüber neuen, noch bewertungslosen Nutzern ungerecht sein, ist jedoch die einzige Methode, sich der Verlässlichkeit des Verkäufers zu vergewissern. Ist man doch einmal in die Falle getappt, so gibt es immerhin noch das Kleiderkreisel-Kommando, bestehend aus einer handvoll Administratoren, die sich um das Problem zu kümmern versprechen und dies auch zuverlässig tun – mit mal mehr, mal weniger zufriedenstellendem Erfolg. Fälle, in denen selbst ein noch so ausgebildetes Spezialeinsatzkommando nichts mehr ausrichten kann, finden wir bei sogenannten „Rachebewertungen“ vor. Diese werden typischerweise als Racheakt auf eine ebenfalls recht miese Bewertung vom Gegenüber verfasst und kommen meist Schimpftiraden voller unflätiger Ausdrücke gleich.

Spätestens hier dürfte klar geworden sein, welche Zielgruppe Kleiderkreisel bis heute vorwiegend anspricht.

Vorschau:  Beim nächsten Mal gibt es an dieser Stelle nichts geringeres zu sehen als das Lookbook für den Sommer.

Sneakermall – Willkommen im Turnschuh-Himmel

„Es war einmal ein weiser Mann, der hatte schöne Schuhe an …“ – So oder ähnlich könnte das Märchen von dieser Facebook-Gruppe beginnen, die zweifelsohne zu den nützlicheren Erfindungen zwischen all den Zeitvertreiben im sozialen Netzwerksog gehört. Protagonist in dieser Erfolgsgeschichte: Facebook-Nutzer Sascha SaXer, der es definitiv nicht bloß „for the fame“ getan hat. Seine Person im Hintergrund haltend, lenkt er den Fokus auf das Wesentliche: Den An-und Verkauf von Sneakers. Ein Angebot, das die schuhbesessene Community dankend anzunehmen scheint, betrachtet man einmal den rasanten Zuwachs von Gruppenmitgliedern seit der Gründung in 2009.

 Sneakermall – Willkommen im Turnschuh-Himmel

In ist, was drin ist: Bereits das Titelbanner, erstellt von einem User, lädt zum Schuh-Shopping ein. (Foto: Sneakermall)

Ich selbst erfuhr eher zufällig von der selbsternannten „buy/sell/ trade“-Plattform. Ein alter Schulkamerad und bekennender Verehrer sportlicher Fußbekleidung hat mich darauf gestoßen, als er erfuhr, dass ich mich seit geraumer Zeit vergebens darum bemühe, meine Nike Air Max endlich via Internet an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Dass sie nicht mehr als brandneues, sondern als getragenes, aber dafür dennoch gut in Schach gehaltenes Paar online gestellt werden sollen, schränkt die Verkaufsmöglichkeiten selbstverständlich ein. Nur gut, dass besagter Kenner mich an die SneakerMall verwies und mir eine kinderleichte Anleitung zum Posten meiner Schmuckstücke direkt mit an die Hand gab.

In der Tat erwies sich das Anbieten meines Artikels vorerst als problemlos: Foto hochladen, Marke, Modell und Preis angeben – und das war’s auch schon fast. Gestutzt habe ich kurz, als es daran ging, den Zustand meines Paares zu definieren. Offenbar vertraut das Konzept hier auf die die ehrliche Einschätzung des Verkäufers, denn es obliegt eben diesem, auf einer Skala von 1 bis 10 seine Schuhe zu bewerten, wobei 10 die Neuwertigkeit der Sneakers markiert und es bereits nach einmaligem Tragen nur noch zu einer 9 reicht. Ich habe meine Air Max im Übrigen mit einer 7 bezeichnet und mich dabei für ungeheuer fair gehalten. Einen Abnehmer habe ich dafür bislang trotzdem nicht gefunden.
Die Schuld dafür gebe ich zum einen dem erschreckend hohen Männeranteil auf der Seite – also bitte! Typen und Turnschuhe, das mag zwar gut zusammenpassen, ist aber heutzutage für die Damen der Schöpfung ebenfalls schwer angesagt – und zum anderen dem Aufbau der Gruppe selbst. Diese nämlich wird, ihrer besagten steigenden Beliebtheit sei Dank, schneller aktualisiert, als man „Nike“ sagen kann. Minutiös werden Bilder von den unterschiedlichen Modellen gepostet, wobei bei aufmerksamen Scrollen auffällig oft der bekannte Nike-Haken auf dem Schuh auftaucht. Die reale Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet mein Paar von einem der 14 580 Mitglieder (Stand: 22.Mai) entdeckt und gewollt wird, rechne ich mir daher als ziemlich gering aus. Einen Hoffnungsschimmer bieten mir dennoch die akurat angelegten Size-Ordner. Hier finden sich sämtliche Angebote der Größe nach sortiert.

Nichtsdestotrotz finde ich Gefallen am bloßen Durchstöbern der Gruppe und bin fasziniert an der ungeheuren Vielfalt an limitierten Modellen, die heutzutage den Markt kräftig aufzumischen scheinen. Andererseits ist es eigentlich kein Wunder, dass die Auswahl so gigantisch ist. Schließlich nutzen Facebook-User auf der ganzen Welt die Sneakermall zum Handel mit ihren Tretern. Dies dürfte auch erklären, wieso sämtliche Texte wie Anleitung oder FAQ ursprünglich auf Englisch verfasst und nur teilweise – und selbst dann noch mit diversen Rechtschreibfehlern gespickt – auf Deutsch hinzugefügt worden sind. Bei der Suche nach weiteren Informationen zur Gruppe sticht allerdings noch eine weitere Auffälligkeit ins Auge: Ein gewisser Marko Snkrzwrg scheint keine Mühen dabei zu scheuen, sich beinahe täglich um die Aktualisierung einer Art Danksagungsliste mit sämtlichen Nutzern, die sich im Zuge der Kaufabwicklung offenbar positiv bewährt haben, zu kümmern. Das Pendant dazu stellt ein Dokument mit dem trefflichen Namen “Wall of Shame“ dar – hier werden die Namen der schwarzen Schafe gelistet, mit denen man besser nicht ins Geschäft kommen sollte.

Ich werde wahrscheinlich meine Nikes noch einige Male posten müssen, ehe sie auch nur die Aufmerksamkeit irgendeines Nutzers erwecken. Doch da ich als Gruppenmitglied das Recht habe, pro Woche immerhin ein Mal durch das Verfassen eines Kommentars auf meinen Post hinzuweisen, möchte ich weiterhin fest daran glauben, dass auch meine Schuhe eines schönen Tages endlich den Besitzer wechseln. Wer weiß, vielleicht lasse ich mich früher oder später auch einmal selbst zum Kauf eines neuen Paars auf Sneakermall hinreißen. Wenn ich einmal die Zeit dafür aufbringen kann, gezielt nach Sneakers zu suchen, die weder mit horrenden Preisen – Shipping macht dabei einiges aus – ausgeschildert noch überhaupt verfügbar sind. Denn im Gegensatz zu einer echten „Mall“ hat die Sneakermall noch mit einem gravierenden Problem zu kämpfen, das der Adminstrator in seiner Drohung treffend auf den Punkt bringt: PLEASE DELETE YOUR SOLD SHOES! YOU MAY BE KICKED BY AN ADMIN IF NOT! (Bitte löscht eure verkauften Schuhe! Falls nicht, werdet ihr von einem Admin aus der Gruppe gekickt!)

Vorschau:  In der nächsten Woche lernen modische Männer die neuesten Sommertrends für 2013 kennen.

Wie werde ich YouTube-Star?

Es gibt viele Möglichkeiten berühmt zu werden – ob man nun eine Band gründet, in eine Model-Agentur tritt, einen Roman schreibt oder sich in Hollywood versuchen möchte. Eine weitere Möglichkeit findet sich im Internet: die Video-Plattform YouTube. Viele YouTuber wie Michelle Phan gelten in der Szene schon als wahre Größen und alte Hasen. Einige von ihnen haben ihre Bekanntheit sogar außerhalb des Mediums Internet halten können. Doch wie wird man überhaupt YouTube-Star? Was muss man auf dem Weg zum Internet-Star beachten? Darüber klärt Face2Face mit 15 nützlichen Tipps auf:

1. Der Weg ist das Ziel
Wer Videos dreht, um berühmt zu werden, kann scheitern. Wer Videos dreht, um Spaß zu haben, kann nur gewinnen. Denn so kann man trotz Kritik hinter dem stehen, was man produziert. Außerdem merkt man es den Videos hinterher an, ob jemand Spaß beim Dreh hatte. Enthusiasmus und Freude an der Arbeit verbessern somit nicht nur die Qualität, sondern sprechen zudem die Zuschauer an.

Wie werde ich YouTube-Star?

Im Trend: Das Video-Portal YouTube gilt als beliebtes Karriere-Sprungbrett (© YouTube)

2. Zeit
YouTuber, die heute zu den großen Berühmtheiten zählen, haben alle klein angefangen. Meist dauert es Jahre bis die Videos Aufmerksamkeit erregen. Falls die Videos am Anfang keine große Resonanz erzeugen, sollte man sich dadurch keinen Druck machen. Geduld und Ausdauer zahlen sich meist aus.

3. Equipment
Durch die vielen massenmedialen Angebote ist man als Zuschauer einiges gewohnt daran was die technische Qualität von Videos betrifft. Möchte man nicht gezielt „trashig“ wirken, ist eine überzeugende Ausstattung somit unabdingbar: eine hochwertige Kamera, gute Beleuchtung und ein solides Videobearbeitungsprogramm gehören mit zum Repertoire eines YouTubers.

4. Handwerk
Videos drehen und schneiden bedeutet Arbeit. Wer keine Kenntnisse in der Bearbeitung und Nachbereitung hat, sollte sich diese aneignen.

5. „Content ist King“
Eine gute Ausrüstung und professionelle Bearbeitung tragen zur Qualität der Videos bei. Letztendlich kommt es jedoch auf den Inhalt an, sei es nun Unterhaltung, Wissen oder Ratschläge. Überzeugt man hier, so ist der Zuschauer eher dazu bereit bei technischen Fehlern ein Auge zuzudrücken. Vor allem Humor und Neuigkeiten haben sich als Zuschauermagneten erwiesen.

6. Konzept
Es sollten keine Videos aus Langeweile gedreht werden. Das Produkt sollte stets ein festes Ziel verfolgen: Möchte man über den Alltag berichten? Oder geht es darum, den neuen Kinoschlager zu kritisieren? Sinn und Zweck des Ganzen sollten klar erkennbar sein, damit dies auch beim Zuschauer ankommt. Dazu dient ebenfalls eine lange und gute Vorbereitungszeit. Vor der Kamera sollte man wissen, wie man sich bewegen und was man sagen möchte. Bei der Konzeption des Videos zählt vor allem die Kreativität.

7. Kreativität
Durch die große Anzahl an medialen Reizen und Angeboten ist es schwer, Aufmerksamkeit zu erregen. Damit dies doch gelingt, muss sich das Video vom Alltag abgrenzen. Kuriose Inhalte sowie außergewöhnliche Macharten sind hierbei ein Mittel zum Zweck. Wer eine originelle Idee hat oder ungewöhnliche Talente und Interessen verfolgt, sollte darüber berichten. Denn vor allem im Video-Segment zählt es, ein Original zu sein.

8. Selbstpräsentation
Die Kamera ist der beste Freund. Für Angst und Nervosität vor der Kamera gibt es somit keinen Grund. Man sollte sich seiner eigenen Wirkung bewusst sein, auf Körperhaltung und Aussprache achten. Oft hilft es, mehrere Videos zu machen und sich selbst zu analysieren. Vor allem der Blick in die Kamera und eine verständliche und kräftige Stimme überzeugen die Zuschauer.

9. Authentizität
Oft wirken Videos gekünstelt und überspielt. Damit dies gar nicht erst geschehen kann, sollte man sich so geben wie man ist. Authentizität ist der Weg zum Erfolg.

10. Marktanalyse
Hat man kein völlig neues Konzept entwickelt, kann man sich an bereits vorhandene Formate anlehnen. Wichtig ist hierbei zu wissen, gegen welche – vielleicht schon bekanntere – YouTuber man sich durchsetzen muss und womit man punkten kann. Denn auch hier zählt: Original statt Kopie. Wer lediglich große YouTuber imitiert, wird kaum Anklang finden – es sei denn, es handelt sich dabei um eine Parodie.

11. Zielgruppenanalyse
Um möglichst viele Zuschauer zu erreichen sollte man möglichst viele Menschen mit dem Video ansprechen. Zu wissen für welche Bereiche und Diskurse sich die Zielgruppe interessiert helfen dabei. Berichtet man über ein populäres Thema, werden sich viel mehr Leute für das Video interessieren. Außerdem kann es nicht schaden, sich über die Kommentare und sozialen Netzwerke mit den Zuschauern auszutauschen.

12. Youtube
Auch auf YouTube selbst gibt es Möglichkeiten, bekannt zu werden – so beispielsweise ein eigener YouTube-Kanal. Hier kann man sich vorstellen, Werbung für die eigenen Produktionen machen und sich mit Zuschauern austauschen. Werden in regelmäßigen Abständen Videos eingestellt, hat dieser zudem einen Grund den Kanal öfter zu besuchen oder direkt zu abonnieren. Der Kanal sollte optisch ansprechend gestaltet werden. Verfügt man über keine eigenen Gestaltungsmöglichkeiten, so findet man im Internet zahlreiche frei verfügbare Designs. Die Videos wiederum sollten mit häufig genutzten Schlagwörtern, einem guten Titel und einer aussagekräftigen Videobeschreibung versehen werden. Schließlich handelt es sich bei YouTube um eine Suchmaschine. Außerdem kann man mit weiteren YouTubern Kooperationen und Koproduktionen eingehen und so auf beiden Seiten die Zuschauerzahl steigern. Wichtig ist es jedoch stets die YouTube-Regeln im Auge zu behalten.

13. Kommentare
Kommt das eigene Video bei den Zuschauern nicht gut an, sollte man sich dadurch nicht entmutigen lassen. Vielmehr sollte man die Kommentare als konstruktive Kritik aufnehmen und Verbesserungsvorschläge berücksichtigen.

14. Call to Action“
„Schreibt mir in die Kommentare“, „Daumen hoch, wenn es euch gefallen hat“, „Kommentiert und abonniert“ – eine kleine Aufforderung hat einen großen Effekt. Man sollte den Zuschauer direkt ansprechen und ihn auffordern etwas zu tun. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er auf das Video reagiert und damit weiterarbeitet.

15. Eigeninitiative
Um auf YouTube berühmt zu werden, reicht es somit nicht aus nur Videos zu drehen. Ob man nun Kontakt mit den Zuschauern hält, sich mit anderen YouTubern anfreundet oder Werbung für sich macht – stets ist Eigeninitiative gefragt. Vor allem das eigene Netzwerk sollte ausgebaut und an sich gebunden werden. So kann man die Videos auf anderen Plattformen hochladen, Freunden eine E-Mail schicken oder ähnliche Videos von anderen YouTubern kommentieren. So sind diese eher dazu bereit die „Videoantworten“ anzusehen und darauf zu reagieren.

Vorschau: Nächste Woche erwarten euch nützliche Tipps für den Umzug.

Blogg dein Buch – Bücher lesen und darüber schreiben

Das ich gerne schreibe, ist kein Geheimnis. Ob Gedicht, Kurzgeschichte oder ganze Romanmanuskripte, das Tippen gehört für mich zum Leben wie Atmen. Besonders viel Spaß habe ich dabei auch, wenn ich über Bücher schreiben kann. Gute Bücher, schlechte Bücher, faszinierende Bücher oder langweilige Bücher, ich gebe dazu gern meine Meinung bekannt und tausche mich auch über den ein oder anderen Titel aus. Dabei bin ich schon vor einiger Zeit auf „Blogg dein Buch“ gestoßen.

Blogg dein Buch – Bücher lesen und darüber schreiben

Praktisch: Kontaktmöglichkeit von Verlagen und Bloggern (Foto: Blogg dein Buch)

„Blogg dein Buch“ ist eine Vernetzungsmöglichkeit zwischen Verlagen, Autoren und Bloggern. Hierbei stellen Verlage Rezensionsexemplare zur Verfügung, für die sich die interessierten Internet-Schreiberlinge bewerben können. Nach der Bewerbungsphase wird entschieden, welcher Blogger das Glück hat und kostenlos ein Buch erhält. Damit ist das System natürlich noch nicht am Ende. Der Blogger seinerseits muss nun das Buch innerhalb eines Monats lesen und dann auf seinem Blogg eine ausführliche Rezension schreiben.

Solch eine Rezension sollte natürlich nicht einfach schnell dahingeschrieben sein. Darum gibt es bestimmte Vorgaben, die „Blogg dein Buch“ aufgestellt hat. Einige Links müssen eingearbeitet werden, so dass ein Leser, der Gefallen an dem Buch gefunden hat, auch schnellstmöglich sein eigenes Exemplar erwerben kann. Doch auch die Länge der Rezension sollte einem gewissen Maß entsprechen. Drei Sätze reichen hier eben nicht. „Blogg dein Buch“ überprüft schließlich, ob die Rezension die Richtlinien erfüllt und veröffentlicht den Anfang des Textes mit Weiterleitung zum Blog auf der eigenen Seite. Der Blogger profitiert also nicht nur davon, dass er ein kostenloses Buch erhält, sondern auch dadurch, dass auf der Plattform sein eigener Blog aufgeführt wird und er so mehr Leser gewinnen kann.

Die Verlage finden auf diese Art und Weise schnell und kostengünstig interessierte Rezensenten, die im Medium Internet arbeiten und somit einfache Werbung für den neu erschienen Titel machen können. Und weil das Konzept so einfach und gleichzeitig sinnvoll ist, finden sich schnell immer mehr Verlage und immer mehr Blogger. Natürlich prüft „Blogg dein Buch“ schon vorab, ob ein Blogger überhaupt in Frage kommt. Regelmäßige Veröffentlichungen und Besucherzahlen sind ein Muss, damit sich der Austausch später für die Verlage auch lohnt.

Blogg dein Buch – Bücher lesen und darüber schreiben

Mein zweites Rezensions-Buch: Wer kann für böse Träume (Foto: Das wilde Dutzend)

Als ich „Blogg dein Buch“ vor einem Jahr entdeckt habe, war mein Blog „Schreibtrieb“ noch sehr jung, meine Anfrage verschwand und ich hörte nichts mehr von der Plattform. Doch ich fragte nochmals nach und bekam schnell Antwort. Mein Blog wurde nochmals überprüft und freigegeben. Nun habe ich bereits das zweite Buch bei mir zu Hause liegen und verschlinge es. In spätestens zwei Wochen könnt ihr auf meinem Blog die Rezension zu „Wer kann für böse Träume“ lesen, meine Empfehlung zu „Australien, ich komme“ ist bereits seit dem ersten August zu lesen. Mit meiner ersten Rezension wurde mein Blog endgültig frei geschaltet und ins Verzeichnis von „Blogg dein Buch“ aufgenommen. Das System finde ich gut durchdacht und im Zeitalter der neuen Medien durchaus sinnvoll.

Vor allem freue ich mich, die Möglichkeit zu haben, aktuelle Bücher zu rezensieren. Da ich vorher die Wahl habe, für welches Buch ich mich bewerbe, kann ich auch in etwa abschätzen, ob die Lektüre interessant wird oder eher nicht. Wenn sich aber mehr Bewerber als Bücher vorhanden sind anmelden, wird rigoros ausgewählt. Dann kann es unter Umständen heißten: Pech gehabt, viel Glück beim nächsten Mal. Aber so tragisch finde ich das eigentlich nicht. Dann kann ich immer noch in mein Bücherregal greifen und ein anderes Buch rezensieren, oder ich veröffentliche doch ein Gedichte, eine Kurzgeschichte oder ganz was anderes auf meinem Blog.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Sascha hier für euch über die Schattenseite der Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft.

Gewinnspiel: Mit der freundlichen Unterstützung von Wall Art verlosen wir ein Wandtattoo! Auf Face2Face habt ihr die Möglichkeit exklusiv eine Version des Tattoos „Colibri-Blüten” in Beige, 70 x 105 cm von Wall Art zu gewinnen. Was ihr zum Gewinnen tun müsst findet ihr hier unten bei unserer Jubiläums-Vorstellung der Kolumne-Autoren.

Die Bekanntgabe des Gewinners erfolgt am Donnerstag, 04. Oktober via Mail.

Viel Glück!

BookCrossing – die neue Form einer weltweiten Bibliothek

„Book – was?!“
Meine Schwester sieht mich irritiert an. Ich muss lächeln und wedele mit dem Buch vor ihrer Nase herum. „Na, BookCrossing! Die neue Art, Bücher zu lesen und neue Leute kennenzulernen“, kläre ich sie auf und stoße auf noch größere Verwirrung in ihrem Gesicht. Da wird mir klar, dass „BookCrossing“ noch nicht so bekannt ist und auch etwas für die nächste Kolumne bei face2face sein könnte. Gedacht, getan. Heute möchte ich euch also mit dieser neuen Form der weltweiten kostenlosen Bibliothek bekannt machen, denn nichts anderes ist BookCrossing im Grund genommen.

BookCrossing: Buch fangen, lesen und wieder freilassen... (Foto: Julia Konrad)

BookCrossing: Buch fangen, lesen und wieder freilassen... (Foto: Konrad)

Anstelle ein Buch zu kaufen, es zu lesen und in einem Schrank abzustellen, wo es dann Staub ansetzt und vielleicht in Vergessenheit gerät, wird das Buch auf eine Reise geschickt. An einen unbekannten Leser weitergegeben, der dann wiederum die Möglichkeit besitzt, das Buch zu lesen. Mitgliedern der Plattform „BookCrossing“ ist es möglich, das jeweilige Buch zu registrieren und seinen Aufenthalt nachzuverfolgen. Empfänger eines so genannten „freigelassenen“ Buches können wiederum Empfehlungen zu dem Buch abgeben, untereinander in Kontakt treten und sich über das Buch austauschen. Womit wir auch beim Ziel wären: Menschen durch Bücher miteinander zu verbinden.

Bücher haben eine gewaltige Macht, deren wir uns manchmal gar nicht wirklich bewusst sind. Sie können uns in ihren Bann ziehen, uns langweilen, aufregen, aggressiv oder traurig machen, nachdenklich stimmen und uns ein echter Freund oder eben Feind sein. Sie tragen zu unserer Bildung bei, sind Bestandteil unseres Lebens und unserer alltäglichen Kommunikation. Daher verbinden sie uns auf gewisse Weise miteinander und prägen unser Heranwachsen.

BookCrossing wurde von Ron Hornbaker mit Unterstützung seiner Frau Kaiori sowie den Mitgründern Bruce und Heather Pedersen 2001 ins Leben gerufen. Getreu Henry Millers Aussage („Ein Buch ist nicht nur ein Freund, es schafft dir neue Freunde. Wenn du ein Buch in Gedanken und im Geist besessen hast, bist du bereichert. Aber wenn du das Buch weitergegeben hast, bist du dreifach bereichert.“) werden Bücher also nicht länger nur gesammelt und ins Regal gestellt, sondern gelesen und „freigelassen“, damit ein anderer Leser sich seine Meinung zu dem Werk bilden kann und vielleicht eine Unterhaltung auf der Plattform entsteht.

Um die ganze Welt: Ein Buch auf Reisen (Foto: Julia Konrad)

Um die ganze Welt: Ein Buch auf Reisen (Foto: Konrad)

Mittlerweile gibt es BookCrossing auf der ganzen Welt verteilt, unter anderem in den USA, Finnland oder Australien. So existieren laut der offiziellen Homepage zur Zeit 965.501 BookCrosser und 8.230.600 Bücher, die durch 132 Länder unterwegs sind. Eine ganz schön beeindruckende Anzahl, wie ich finde. Das Team hat seinen Sitz in Idaho, einem Staat in den USA. Da BookCrossing mittlerweile weltweit bekannt ist, gibt es viele Freiwillige, welche das Team unterstützen.

Eine Plattform, die ich wirklich klasse finde und die für echte Bücherwürmer doch nahezu das Paradies sein dürfte! Ich werde mich auf jeden Fall registrieren und bin schon ganz gespannt, wann ich mein erstes Buch „freilassen“ und „fangen“ werde 😉

In diesem Sinne eine schöne, unterhaltsame Woche!

Eure Lea

Vorschau: Eva fragt sich nächste Woche, wie gläsern wir durch Facebook und Co. mittlerweile sind, in Zukunft werden, und ob das tatsächlich so schlimm ist.