Electro aus Mannheim – Klangagenten

Klangagenten– der Name ist Programm. Es handelt sich hierbei um das DJ- und Produzentenduo Moritz Schattmann und Tim Braun aus Mannheim. Die beiden sind musikalisch im Tech House beheimatet (Anm. d. Red.:Tech House ist, wie der Name schon sagt, eine Mischung aus den elektronischen Musikstilen Techno und House, oft mit melodischen Einflüssen. Die Musik ist etwas schneller als beim traditionellen House, jedoch langsamer als beim Techno). Vertreten werden sie aktuell von der Event-Media-Art Agentur Pier33, die direkt im Herzen des Mannheimer Jungbuschs sitzt. Die Klangagenten verstehen einiges von ihrem Fach und kombinieren tanzbare Beats mit Melodien, sodass eine interessante Mischung entsteht. Ihre Musik eignet sich sowohl zum Feiern im Club als auch zum gemütlichen Loungen zu Hause.

Moritz und Tim haben sich vor etwa fünf Jahren kennengelernt und angefreundet– natürlich in der Disco. Da sie nicht nur denselben Job, sondern auch dieselben musikalischen Vorlieben hatten, fingen die beiden an, gemeinsam auf Festivals zu gehen. Doch irgendwann langweilten sich Moritz und Tim und beschlossen, einfach die Seiten zu wechseln. Von nun an wollten auch sie die Leute zum Tanzen bringen. Gesagt getan. Das Geld wurde gespart, um davon Equipment zu kaufen und erste Tracks aufzunehmen. Nach einiger Übungszeit war es dann 2008 im Schlosskeller in Weinheim Zeit für den ersten Gig vor Publikum. Damals traten beide noch als Solokünstler unter den Namen Moe van Berg und Monoton auf.

klangagentenbild

Moritz und Tim aus Mannheim sind: Klangagenten.

Der Gig lief gut und die Klangagenten waren bereit, ihre ersten Aufträge aufzunehmen, um die Electrowelt zu retten. So spielten sie unter anderem im MS Connection in Mannheim, im U60311 in Frankfurt und in der Villa Nachttanz in Heidelberg. Das Jahr 2013 fing gut an für die Klangagenten, denn sie hatten nicht nur zwei Tracks im Gepäck, sondern auch ein Label, das bereit war, ihre Musik zu veröffentlichen. Einzig der gemeinsame Name fehlte und so wurden die Klangagenten gegründet.

Aktuell arbeiten die beiden gerade an ihrem nächsten Coup: die Release von „Sun“ steht kurz bevor und ein eigenes Label wollen die beiden Mittzwanziger auch gründen.

Vorschau: Nächste Woche findet ihr hier einen ausführlichen Bericht über das Southside Festival.

Links: Klangagenten auf Soundcloud 

Pier33

Die Hommage an einen Schauspieler – Laut Kinski

Die Hommage an einen Schauspieler – Laut Kinski

Beim Nachtwandel sammelten sie Herzen ein: Laut Kinski überzeugt alle (Foto: Roman Glinka)

Ihre Wurzeln liegen in Ladenburg – gar nicht so weit weg von ihrer neuen Heimat Mannheim. Seit einigen Jahren machen sie zusammen Musik und haben sich nun endlich als Einheit formiert. Die Band, von der wir sprechen, nennt sich Laut Kinski.

Kennengelernt haben sich die sympathischen Männer Paul Brenndörfer (Gesang), Oliver Kotzan (Gitarre), Sascha Barembuch (Bass), Nils Keitzscheck (Schlagzeug), David Lörch (Keyboard), Lucas Lörch (Saxophon) und Armin Rothe (Trompete) in der Schule und durch zufällige Begegnungen auf einer Party. Sie beschließen gemeinsam Musik zu machen, Musik die sich von damals bis heute weiterentwickelt hat. Nun sind sie soweit und bringen ihr Debutalbum Casino am Ende der Welt heraus.

Back to the roots

Ihre musikalischen Anfänge liegen mehr als eindeutig beim Ska. Dabei ist es nicht geblieben, denn nach der Zusammenkunft mit Sänger Paul hat sich der Stil grundsätzlich geändert. Brenndörfer kommt aus der Drum n Bass Szene. Als MC unterwegs, hat er seine Einflüsse in die Band gebracht und ausgebaut. Doch herrscht zu Beginn ein überschaubares Durcheinander was die Stile und die Sprachen angeht. Gesungen wird zu Beginn auf Englisch, Deutsch, Spanisch und noch ein paar Sprachen mehr, doch sieht die Band ein, dass es zu verwirrend wird und so entscheiden sie sich gemeinsam für die deutsche Sprache. Die Musik wird klarer und deutlicher und es entsteht etwas Großes.

Musik

Das Album Casino am Ende der Welt entsteht über einen längeren Zeitraum in Eigenregie. Dabei steht eines schnell fest: Es gibt keine musikalischen Grenzen. Als Hommage an Klaus Kinski (Anm. d. Red.: Klaus Kinski war ein deutscher Schauspieler), hat sich der Bandname im Laufe der Zeit zu Laut Kinski entwickelt. Das Album ist ein Konzeptalbum, ein Filmalbum oder wenn man es ganz einfach halten möchte: ein richtig gutes Album. Um die Liebe zum Film nicht untergehen zu lassen, baut man Original-Filmtöne in die Platte mit ein und entwickelt eine visuelle Darstellung zur Musik. Ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Musik zieht und doch die einzelnen Songs nicht daran hindert für sich selbst zu stehen.

Selbstständig

Mit der Selbstständigkeit hat die Band nicht lange gewartet. Es entsteht nicht nur das neue Album, sondern auch der Wille selbstständig zu werden. So holen sie sich das nötige Wissen beim Clustermanagement Mannheim, kaufen sich das Material und nehmen das Album im selbst zusammengestellten Studio auf. Somit kommt auch der nächste Schritt ein Label zu gründen. Im Interview erwähnt Brenndörfer: „Wir wollten die Kontrolle über alles haben, über den Vertrieb, die Aufnahme und die gesamte restliche Arbeit, so kam schnell die Entscheidung, wir machen das am besten selbst.“ Mit der anstehenden Release-Party am Donnerstag, 20. Dezember, im Atlantis Kino gehen sie den wichtigsten und größten Schritt ihrer noch jungen Karriere ein und erobern langsam aber sicher und mit einem verstohlenen Lächeln die Welt.

Vorschau: Kommende Woche gehen wir der Frage nach, ob man Musikjournalismus wirklich noch braucht?