Nerd oder Geek? Hauptsache trendy!

Vor ein paar Jahren begann alles in Hollywood mit einem kleinen Accessoire, das die Herzen einiger Stars schnell erobern konnte.

Es war die so genannte „Nerdbrille“, die das Rampenlicht der Modebranche betrat. Diese Brille, welche eigentlich nur von den weniger coolen Kids der Schulzeit bekannt war, wurde ein immer häufiger genutztes Stilmittel, um das Outfit aufzupeppen. Irgendwann ging es sogar soweit, dass die Brillen ohne Stärke und trotz fehlender Sehschwäche getragen wurden, nur um den Look zu verfolgen.

Inspiriert von diesem Trend und ggf. auch von der Fernsehserie „Big Bang Theorie“ wurden immer mehr Geek- und Nerd-Kleidungsstücke in die Modehäuser aufgenommen.

Die Cordhose feierte ihre Reunion, Hosenträger und Fliege kamen ebenfalls zurück.

Socken in den ausgefallensten Mustern und Farben wurden nun getragen und waren überall erhältlich.

In den letzten ein zwei Jahren bedienen sich die Modehäuser nun an den Helden unserer Kindheit.

Sportlich: Under Armour Alter Ego Trainingsshirt im Batman Style (Foto: R. Obermaier)

Sportlich: Under Armour Alter Ego Trainingsshirt im Batman Stil (Foto: R. Obermaier)

Die Looney Tunes, DC- oder Marvel-Superhelden, Star Wars-Charaktere aber auch die Helden aus dem Disney-Universum erobern nach und nach die aktuellen Kollektionen.

Während das Label Eleven Paris bereits im letzten Jahr mit einer Kollektion glänzte, in der ein Bart Mickey, Minnie, Superman und Batman zierte. Haben sie dieses Jahr die Looney Tunes in Szene gesetzt. Zusätzlich gibt es auch wieder Shirts, die das Logo des Manns aus Stahl und des dunklen Ritters tragen.

Auch Jack and Jones hat in der aktuellen Kollektion ein Superman- und Batman-Shirt im Angebot und weitere Labels werden wohl noch folgen.

So zum Beispiel. auch der große Sportmode-Hersteller Under Armour, welcher in den USA bereits eine Kollektion veröffentlicht hatte, die den sportlichen Herren der Schöpfung im Training die Möglichkeit bietet, wie einer ihrer Kindheitshelden auszusehen. Die Kollektion, die den Namen „Alter Ego“ trägt, wird sicher auch bald den europäischen Markt erobern.

Manche kleineren Labels wie Otaku oder Chunk legen sogar ihre kompletten Kollektionen auf den Nerdstyle aus.

Vielleicht ist es diese Leichtigkeit, die wir aus Kindheitstagen kennen, oder der Hype um unsere Serienhelden aus „Big Bang Theorie“, vielleicht ist es auch nur der Gedanke, dass die Meinung der anderen egal ist. Was auch immer es ist, das diesen Trend so anheizt, ich hoffe, dass man noch oft die Helden seiner Kindheit auf den Shirts seiner Gegenüber erblicken kann, da es die Möglichkeit bietet diese Leichtigkeit mit dem persönlichen Stil zu kombinieren.

Vorschau:

Anime to go – ein Besuch auf der Hanami 2012

Am ersten Mai-Wochenende öffnete der Pfalzbau in Ludwigshafen seine Türen für Tausende von Besuchern. Junge Interessierte und Schaulustige sowie alte Cosplay-Hasen (Anm. d. Red: Cosplay leitet sich von „Custome play“ ab und bezeichnet das Kostümieren und Nachahmen von Idolen und Figuren aus Anime, Manga und Computerspielen) fanden sich ein, um gemeinsam an Veranstaltungen und Workshops teilzunehmen. Die Hanami (Anm. d. Red.: Hanami bedeutet soviel wie „Blüten betrachten“) findet bereits seit sechs Jahren als Anime- und Manga-Convention, sowie als Festival statt, getreu dem Motto „Con meets Festival“. Organisiert wird das Fest von dem Animexx e.V. sowie von der Deutsch-Japanischen Gesellchaft Rhein-Neckar samt ehrenamtlichen Helfern. Innerhalb dieser kurzen Zeit ließen sich, anfangs erst ein paar hundert, mittlerweile mehrere tausend Anime- und Manga-Liebhaber begeistern – sodass erstmals ein Umzug von „dasHaus“ in den Pfalzbau nötig war.

Anime to go – ein Besuch auf der Hanami 2012

Bunt und anmutig: Finn Cosplay aus dem Anime "Kamikaze Kaito Jeanne" (© Wolfgang Löffler

Für zwei Tage pulsierte mitten im Herzen Ludwigshafens die japanische Kultur in einer Symbiose von Modernem und Tradition. Zahlreiche Veranstaltungen, Wettbewerbe und Spiele fanden neben verschiedenen Workshops und Shows statt, sodass der Besucher seinen eigenen Hanami-Stundenplan zusammenstellen konnte. Das Angebot der Workshops reichte dabei von Koch-, Tanz-, Bastel-, Schreib- und Zeichenkursen, bis hin zu Fotografie und Kalligraphie-Lehrstunden.

Für musikalische Untermalung sorgte unter anderem das Gesangs-Duo „StickyDango“, die mit Humor und großer Stimme japanische Anime-Lieder sangen. Auch die sechsköpfige Musikgruppe „Ongaku no Kara“ überzeugte musikalisch mit Stimmen, Gitarren und Cajon: Nicht nur musizieren wollten die Damen und Herren, sondern eine Geschichte erzählen – sodass jedes Musikstück einer Vorgeschichte untergeordnet wurde.

Im Gegensatz zum Duo „Sticky Dango“ stimmte die Band die Anime-Lieder in deutscher Sprache an. Zudem vertonte sie Lieder aus Computerspielen, Serien und Musicals und interpretierte dabei bekannte Disney-Lieder neu. Auch die Mädchen-JPop-Gruppe „Renai Revolution“ zeugte bei ihrem Gesang, der mit einer einheitlichen Choreographie begleitet wurde, von viel Enthusiasmus.

Anime to go – ein Besuch auf der Hanami 2012

Musikalisch und amüsant zugleich: Ongaku no Kara (© Wolfgang Löffler)

Bereits seit 2008 findet auf der Hanami der Vorentscheid der „Deutschen Cosplay Meisterschaft“ statt, auf der sich Cosplayer mit ihren Kostümen und Auftritten für die Meisterschaft qualifizieren. Auch dieses Jahr gab es ein buntes Spektrum an Kostümen, jedoch auch an Auftritten: Schauspiel, Oper, Gesang und Tanz stellten die bunte Palette der Teilnehmer dar.

Bei der Lolita-Modenschau hielt man die Bühnen-Inszenierung dezenter, um bewusst die bunt geschmückten Kleider in den Vordergrund zu stellen. Neben einer kurzen Erläuterung darüber, was der Lolita-Stil ist, was diesen auszeichnet und welche Sub-Gruppen es gibt, wurden die Kleider samt Designer-Namen präsentiert und anhand ihrer Merkmale analysiert.

Neben all dem Bühnengeschehen konnte sich der Besucher auf dem japanischen Markt und im „Bring ’n‘ Buy“ mit Souvenirs eindecken, im „Gamesroom“ Computerspiele spielen, im Videoraum Anime-Originale ansehen oder aktiv im Karaoke-Raum seine eigenen Gesangsqualitäten unter Beweis stellen. Für den kleinen Hunger zwischendurch hat die Hanami durch zahlreiche Stände und Essensangebote vorgesorgt. Ein Highlight in der Festival-Gastronomie stellte dabei das Maid Café „Maido no Kisetsu“ dar, das seit zwei Jahren auf der Hanami vertreten ist.

Anime to go – ein Besuch auf der Hanami 2012

Engagiert und höflich: Maido no Kisetsu (© Wolfgang Löffler)

Als Vorbild dienen die „Maid-Cafés“ in Japan: Junge Frauen in Hausmädchen-Kostümen bedienen und erfreuen die Besucher mit kalten und warmen Getränken, Süßspeisen und Spielen. Auch an den korrekten Ton einer „Maid“ orientieren sich die Mädchen. Den Abend wiederum konnte man elegant auf einem Kostümball ausklingen lassen, wobei ein strikter Dresscode einzuhalten war.

Letztendlich ist auf dem Festival für alle Sinne etwas dabei, weshalb Fans und Laien gleichermaßen auf der Hanami etwas finden dürften. Jedoch sollte man sich als Besucher durchaus darauf einstellen, gegebenenfalls einige Stunden beim Einlass warten zu müssen. Für Fotografen wiederum eignet sich die Bühnen-Beleuchtung nur begrenzt, da diese zu schwach ausfällt. Möchte man professionelle Fotos als Andenken erhalten, muss man hierfür an den „Foto-Point“. Auch mit der Technik musste man bei einigen Auftritten erst warten, bevor es losgehen konnte. So merkt man als Besucher gelegentlich, dass das Festival von ehrenamtlichen Helfern organisiert wurde. Jedoch mag hier dasselbe Kriterium wie für Cosplayer gelten: Lieber selbstgemacht als selbst gekauft.