Party-Knigge: Benimmregeln für Nachtschwärmer

Vom Vorglühen bis zum Abgesang, vom Antanzen bis zum Flirt – eine Party bietet genug Gelegenheiten für Fehltritte und Fettnäpfchen. Um Peinlichkeiten zu vermeiden und schöne Abende zu garantieren, bietet euch die Tipps&Tricks-Redaktion den Party-Knigge. Nachteulen, aufgehorcht:

Muss man einer Einladung ab-/ zusagen?
Macht sich der Gastgeber die Mühe, jemanden schriftlich einzuladen, sollte man als Gast dementsprechend reagieren. So kann in der Planung auf genug Sitzplätze, Getränke und Essen geachtet werden. Außerdem ist es unhöflich, unangemeldet auf einer Feier zu erscheinen. Bei mündlichen Einladungen reicht die verbale Antwort vollkommen aus.

Sollte man pünktlich erscheinen?
Die Regel, verspätet auf einer Feier zu erscheinen, um nicht der Erste zu sein, gilt nur bedingt. Impliziert die Festivität eine Essenseinladung, sollte man als Gast rechtzeitig erscheinen – am besten noch, bevor das Essen auf dem Herd anbrennt oder bereits kalt geworden ist.

Ist ein Gastgeschenk Pflicht?
Bei kleinen und privaten Feiern sollten Gastgeschenke mitgebracht werden, um sich für die Einladung zu bedanken und den Gastgeber für seine Mühen zu entlohnen. Darunter fallen auch Getränke oder Speisen, die man auf Wunsch des Initiators mitbringt. Die Mitbringsel sollten nicht zu überladen wirken – eine Kleinigkeit reicht vollkommen aus, gerne auch mit persönlichem Bezug.

Zurückhaltend: Beim Buffet sollte man Rücksicht auf andere nehmen (© Rainer Sturm / pixelio.de)

Zurückhaltend: Beim Buffet sollte man Rücksicht auf andere nehmen (© Rainer Sturm / pixelio.de)

Kämpft beim Buffet jeder für sich allein?
Das Buffet ist keine Kriegszone. Gutes Benehmen ist auch dort gern gesehen. Ist der Hunger auch noch so groß, sollte man sich weder vordrängeln noch die Gäste hetzen. Außerdem sollte auf dem Teller kein Turm aus Kartoffelbrei gebaut werden. Mehrfaches Anstellen vermeidet peinlich-berührte Blicke. Gerne darf man sich aber als Erster anstellen, um den anderen Gästen die Überwindung zu erleichtern. Ein nettes Gespräch mit den Hungrigen verkürzt dabei die Wartezeit ungemein.

Muss man Speisen, die einem nicht munden, aufessen?
Hier sollte man gute Miene zum bösen Spiel zeigen und tapfer das Gericht verköstigen. Allerdings kann man dieser Zwickmühle ganz entkommen, indem man das Essen dankend ablehnt.

Darf man auch mit Fremden anstoßen?
Mit Unbekannten das Glas zu erheben, schafft Nähe und bietet einen guten Einstieg in Gespräche. Selbst die größten Wortakrobaten und Poeten sollten aber auf reimende Trinksprüche verzichten.

Wie spricht man fremde Menschen am besten an?
Sich im Getümmel und in Konversationen zu integrieren, garantiert den Erfolg eines Partybesuchs und erlaubt den ein oder anderen Flirt. Um Abweisungen zu vermeiden, sollten größere Gruppen vermieden und gezielt eine Person angesprochen werden. Vor allem Fragen signalisieren dem Gesprächspartner, dass man zuhört und Interesse hat. Für den weiteren Gesprächsverlauf ist es hilfreich, nach Gemeinsamkeiten zu suchen, auf die man eingehen kann. Eine gute Einstiegsfrage wäre beispielsweise, woher man den Gastgeber kennt. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht und einem Glas in der Hand wirkt man dabei viel entspannter.

Ausgelassen: Eine Party bietet neue Bekanntschaften (© Nik Styles / pixelio.de)

Ausgelassen: Eine Party bietet neue Bekanntschaften (© Nik Styles / pixelio.de)

Was tun, wenn einem der Name entfällt?
Es ist völlig in Ordnung, sich erneut nach dem Namen zu erkundigen. Erinnert man sich an Details der letzten Unterhaltung, kann dies die Frage erleichtern. So symbolisiert man, dass man zwar den Namen vergessen hat, nicht jedoch den Menschen. Auch die letzte Begegnung kann als Anlass verwendet werden: „Haben wir uns nicht auf … kennengelernt?“.

Wie beendet man unangenehme Gespräche?
Auch hier ist es löblich, dem Anderen gegenüber Interesse zu zeigen. Entwickelt sich die unerwünschte Konversation allerdings zu einer Tragödie in fünf Akten, sollte man sie beenden – sonst verdirbt man sich nur den Abend damit. Zudem scheint der Sprecher sich dabei für den Zuhörer nur wenig zu interessieren, da er alle Anzeichen von Desinteresse ignoriert. Der vorgetäuschte Gang zur Toilette, ein Phantom-Anruf oder die Integration eines weiteren Akteurs ins Gespräch könnten die unangenehme Situation entschärfen. Wichtig ist: Weiterhin höflich bleiben und sich für das schöne Gespräch bedanken.

Welche Themen sollten vermieden werden?
Konfliktträchtige Themen wie Politik und Religion, die die Gefühle und Ansichten von Personen verletzen könnten, sollten möglichst außen vor gelassen werden. Private Angelegenheiten wie Beziehungsprobleme oder Arbeitsstress interessieren Unbekannte nur gering. Außerdem sollte kein Dritter diffamiert werden, da der Zuhörer die betroffene Person kennen könnte. Themen wie der Tod von Haustieren oder Verwandten mindern nur die Feierlaune. Schließlich handelt es sich bei Partygängern weder um Therapeuten noch um Kummerkästen.

Darf man sich als Paar präsentieren?
Besucht man als frisch verliebtes Paar eine Feier, sollte die Zuneigung dosiert und auf Kosenamen in der Öffentlichkeit verzichtet werden. Händchenhalten und kleine Küsse reichen völlig aus, um die Liebe zueinander zu bekunden. Beziehungsprobleme und Streitereien wiederum sollten zu Hause gelassen werden – nicht nur, um die Situation für Außenstehende angenehmer zu gestalten, sondern auch, um den Abend zu zweit genießen zu können.

Gefährlich: Energydrinks mit Alkohol (© Oli Müller / pixelio.de)

Gefährlich: Energydrinks mit Alkohol (© Oli Müller / pixelio.de)

Wie steht es mit Alkohol und Energydrinks?
Spirituosen finden bei einer feucht-fröhlichen Feier durchaus ihre Berechtigung. Allerdings gilt – um peinlichen Auftritten vorzubeugen – in Sachen Alkohol die Redewendung: „Weniger ist mehr“. Die Kombination mit Energydrinks wiederum ist weder angesagt noch gesundheitlich unbedenklich und sollte daher vermieden werden.

Sind Handys und Fotos genehm?
Solange es der Unterhaltung der Gruppe dient, das Handy zu betätigen, ist nichts dagegen einzuwenden. Andernfalls wird dadurch jedoch Desinteresse signalisiert. Auch Erinnerungsfotos sollten in der Regel vermieden werden, da sie die Besucher – je später der Abend wird – in einer ungünstigen Situation verewigen.

Gelten hohe Absätze als ein Muss?
Schreibt die Einladung keine Kleiderordnung vor, so liegt die Entscheidung ganz beim Gast. High-Heels sind zwar schön anzusehen, jedoch ungünstig für lange Tanzabende. Viele greifen daher zu Ersatzschuhen, die sie in ihrer Tasche verstauen. Allerdings kann man auch ganz auf das hohe Paar verzichten: Studien haben ergeben, dass Frauen in flachen Schuhen genauso attraktiv sind.

Wann ist es Zeit, zu gehen?
Es ist vorteilhaft, nicht als Letzter die Feier zu verlassen. Somit entgeht man der Gefahr, als ewiger Sitzenbleiber hingestellt zu werden, der partout nicht heimgeht. Die Signale der Lokalität oder des Gastgebers müssen diesbezüglich unbedingt beachtet werden; Fallen allen bereits die Augen zu, sollte man dies nicht ignorieren und als Anlass nehmen, zu gehen. Wie groß die Party auch sein mag: Sich beim Gastgeber persönlich mit einem Händeschütteln zu verabschieden  ist Pflicht. Bei den übrigen Gästen genügt ein allgemeiner Abschiedsgruß.

Vorschau: Nächste Woche präsentieren wir euch eine Umfrage bezüglich Paaraktivitäten.

Sport-Chic und Presswurstalarm – die Trends und No-Gos des Frühlings und Sommers 2012

Von links: Nadine Kollmar, Eva-Maria Obermann, Simon Deobald und Sonja Lukenda (Fotos: privat)

Von links: Nadine Kollmar, Eva-Maria Obermann, Simon Deobald und Sonja Lukenda (Fotos: privat)

Sonne satt – so wünscht sich die Face2Face-Redaktion die kommende Frühlings- und Sommersaison. Doch mit welchem Outfit startet man beziehungsweise frau am besten in die warme Jahreszeit und was geht gar nicht? Um das in Erfahrung zu bringen, haben sich fünf Face2Face-Mitarbeiter auf die Suche nach Trends und No-Gos gemacht. Und hier ist das Ergebnis:

Sport-Chic und Presswurstalarm – die Trends und No-Gos des Frühlings und Sommers 2012

Das Lieblingsstück von Modejournalistin Nadine Kollmar: Ihr bunter Sommerstrickpullover von COS (Foto: Kollmar)

Was der Trend im Frühling und Sommer 2012 ist? „Ganz klar: der lässige Sport-Chic mit Basic-Oberteilen, Blousonjacken, Shorts und Sneakers“, ist sich Modejournalistin Nadine Kollmar sicher, „außerdem werden Pastellfarben, Sommerstrick, Pyjamahosen und für Mutige gerne auch Wide Leg-Hosen in den Sommerkleiderschrank wandern.“ Obwohl viele No-Gos einer Saison wenige Jahre später als Trends gefeiert werden würden und sie sich daher ungern festlege, seien die unschönen „Presswurst-Looks“ frei nach dem Motto knapp, knapper, am knappsten jeden Sommer zu sehen – „bei hitzigen Temperaturen darf es ruhig luftig sein – aber doch bitte immer mit Geschmack!“ Während ein luftiger Maxirock, ein Sommerhut und eine coole, hochgeschnittene Jeansshorts zum Startschuss des Sommers noch vom Einkaufszentrum in den Kleiderschrank wandern sollen, enthält dieser schon jede Menge Lieblingsstücke: „Ganz allgemein freue ich mich zu Sommerbeginn endlich wieder auf flache, offene Schuhe. Nichts strahlt für mich mehr Sommergefühl aus als hübsche, braungebrannte Füße in flachen Sandalen! Zudem habe ich mir erst vergangene Woche einen wunderbar bunten Sommerstrickpulli von COS gekauft – der machte mir bereits beim Anprobieren Sommerlaune!“
Pastelltöne wie Mint oder Zitronengelb werden laut Kollmar der Farbtrend der Frühling- und Sommersaison. Und was tragen die Männer dieses Jahr? „Ich mag lässige Outfits an Männern: Basic-Shirts, Chinos, kurze Shorts, Sneaker von Nike oder New Balance“, erzählt die 22-Jährige, „trägt der Mann dann noch einen Bart, bin ich verzückt!“

„Nach dem dominierenden Grau im Winter werden erst mal weiche Farben im Trend sein – Pastelltöne oder kräftige Farben mit Weiß kombiniert“, meint Kolumnistin Eva-Maria Obermann. Besonders freue sie sich darauf ihre beiden Lieblingsröcke wieder aus dem Kleiderschrank holen zu können – „sie sind sehr romantisch, leider nicht so klassisch und mehr für die Freizeit geeignet, aber ich fühle mich sehr wohl in beiden.“ Für die Arbeit brauche sie jedoch noch etwas Klassischeres. „Meine Röcke sind alle sehr verspielt, da muss etwas Einfacheres her“, erklärt sie, „auf der Suche nach vernünftigen Blusen bin ich seit Jahren und mache mich auch dieses Jahr wieder dran.“ Der Frühjahrs- und Sommertrend 2012 werde ihrer Meinung nach hin zu weiten Röcken und Sommerkleidern gehen. Enge Leggins in Kombination mit ebenso engen Oberteilen sind in den Augen der 24-Jährigen hingegen ein No-Go. Männer sollten im Frühling und Sommer zu lockeren Hemden und dünnen Shirts greifen – „ da kann man sich super dran kuscheln und meist betonen sie den Oberkörper besser, als zu enge, dickere T-Shirts.“

Als bekennender Modemuffel bevorzugt Face2Face-Fotograf Simon Deobald auch im Frühling und Sommer 2012 den zeitlosen Look: „Ein paar Jeans und dazu ein schlichtes T-Shirt oder Polo-Hemd. Falls es kühler werden sollte, wird passend zur Hose eine Jeans-Jacke übergeworfen.“ T-Shirts mit Aufdrucken, mit denen sich der Träger nicht identifizieren kann, sind für den 24-Jährigen ein No-Go. In der kommenden Jahreszeit freue er sich weniger auf ein bestimmtes Kleidungsstück als vielmehr über die Tatsache, dass die Pullover bald im Schrank bleiben werden. „Was ich wieder öfter auspacken werde – gerade, solange es noch nicht wieder so heiß ist – ist meine Outdoor-Weste. Das hat allerdings weniger mit Style, als mit den praktischen Taschen zu tun“, erzählt er, „ein Accessoire, das ich auch gerne trage, ist ein zum Stirnband umfunktioniertes Bandana, wahlweise in rot, weiß oder schwarz.“ Passend dazu sind seine Prognosen für die Trendfarben des Sommers schwarz und rot – „rot leuchtet schön und wirkt frisch“, ergänzt er. Als jemand, der sich modisch wahrscheinlich außerhalb des Trends befinde, wage er es nicht, ein Urteil darüber abzugeben, was die Frauen in diesem Jahr tragen sollen. „Ich bevorzuge aber auch bei Frauen einen schlichten, natürlichen Look mit wenigen Accessoires.“ In seinem Kleiderschrank fehle es bisher an kurzen Jeans – „auf die Dauer sind lange Jeans doch etwas warm bei 30°C im Schatten“, sagt Deobald lachend.

Sport-Chic und Presswurstalarm – die Trends und No-Gos des Frühlings und Sommers 2012

Liebt ihre verspielten Röcke: Kolumnistin Eva-Maria Obermann (Foto: privat)

Ganz im Gegensatz zu den übrigen befragten Face2Face-Mitarbeiterinnen findet Kolumnistin Sonja Lukenda den Pastellfarben-Trend schrecklich. „Nach dem tristen Winter gehören bunte Farben in Frühling und Sommer einfach dazu. Natürlich immer gut dosiert, sonst wirkt es schnell überladen“, erklärt sie, „eine ausgefallene Tasche vom Flohmarkt, ein oder zwei schöne Ketten und eine Retro-Uhr machen das Outfit komplett.“ Auch die Männer der Schöpfung können ihrer Meinung nach mal „in den Farbtopf greifen“, weiße Hosen und weiße Schuhe sollten dabei aber tabu bleiben. Außerdem sollten sie auf den Modefauxpas-Klassiker, weiße Socken in Sandalen verzichten. „Das ist echt schlimm!“, fügt die 26-Jährige an. Die No-Gos bei Frauen seien zu viel Glitzer, zu viel rosa und zu viele Rüschen – „zu viel ist meistens nicht gut.“ In ihrem eigenen Kleiderschrank freue sie sich am meisten auf bunte Kleider, Röcke und Sandalen. „Mein liebstes Kleid habe ich gleich in zwei Farben vor Jahren im Sale bei Zara erstanden“, sagt sie. Trotzdem fehle auch ihr noch das ein oder andere Kleidungsstück für die warme Jahreszeit: „Ich brauche definitiv mehr Basics. Ich habe zu viele Sachen, die irgendwie speziell und zu vielem anderen wiederrum nicht gut kombinierbar sind. Außerdem brauche ich schöne schwarze Ballerinas – die sind echt schwer zu finden, die meisten sehen einfach zu langweilig aus.“

Vorschau: Nächste Woche berichtet Sonja von der Internationalen Designmesse „Blickfang“ in Stuttgart. Ihr dürft gespannt sein!