„Ich war noch niemals in New York“ – Eine musikalische Weltreise

Sänger besingen in ihren Liedern Gefühle, Menschen und manchmal auch Städte. Über welche Städte am meisten gesungen wird und warum, verraten wir euch jetzt und gehen mit euch auf eine musikalische Weltreise.

Ob Udo Jürgens, Jay-Z oder Alicia Keys – sie alle haben Noten aufs Papier gebracht, um diese eine Stadt zu besingen. Die Rede ist von New York. Der Big Apple ist neben der britischen Hauptstadt die meist besungene Stadt der Musikbranche. Insgesamt gibt es rund 2.707 Lieder, die die amerikanische Metropole musikalisch in den Mittelpunkt stellen. Aber werden eigentlich auch Städte wie Ankara, Honolulu oder gar Vaduz besungen?

Der Programmierer Javier Arce entwickelte eine interaktive Karte namens „Spotimap“. Auf dieser musikalischen Weltkarte kann man sich als Hörer von Land zu Land und von Stadt zu Stadt klicken. So kann man sich mit einem Klick beispielsweise über tausend Lieder aus der Stadt der Liebe, Paris, anhören. So hört man Audrey Hepburn mit „Bonjour, Paris“ und Frank Sinatra, der seine Liebe zur französischen Hauptstadt besang. Viele verschiedene Lieder kann man erwarten einen in der Städteplaylist  und wenn man die Augen schließt, manchmal sogar in die Stadt entfliehen.

Aber auch deutsche Städte wurden besungen, zwar nicht so oft wie London, Paris oder New York aber immerhin. So gibt es Songs über Hamburg, Köln und natürlich auch über die Bundeshauptstadt Berlin. Herbert Grönemayer besang beispielsweisedie Liebe zu seiner Heimatstadt Bochum im gleichnamigen Lied und auch der deutsche Rapper Materia widmete seiner Heimat Rostock einen Song. In 154 Lieder ist Berlin vertreten und landete im Städteranking somit auf Platz fünf.

Insgesamt kann man sich in der „Spotimap“ durch über 200 Städte klicken und nahezu 8.000 Songs hören. Da ist es kein Problem von Australien über China und Frankreich mal einen Abstecher nach Amerika zu machen.

Mithilfe unsere Reiseredaktion könnt ihr euch nun auf eine musikalische Face2Face-Weltreise machen:  

In London wandeln wir nicht nur auf den Spuren der Beatles, sondern machen zusammen mit Duffy einen Halt an der „Warwick Avenue“. Über den Ärmelkanal zurück aufs Festland genießen wir zusammen mit David Bowie den „Port of Amsterdam“. Auf ein „Altbierlied“ in der Modestadt Düsseldorf sind wir dann mit den Toten Hosen verabredet. Weiter geht es in der italienischen Modemetropole „Milano“,wo wir Ivano Fossati begegnen, um die Weitereise nach Istanbul anzutreten. Hier treffen wir uns auf einem der zahlreichen Märkte mit Loreena McKennitt, um auf „The Gates of Istanbul“ zu schauen. Lustig wird es dann für uns in Seoul, wo wir zusammen mit Psy den „Gangnam Style“ tanzen. Mit den „Perth Girls“ von Abbe May legen wir uns in Australien an den Strand und umschwärmen wenig später Elvis in Las Vegas, wenn er „Viva Las Vegas“ singt. Einmal zurück über den großen Teich gesprungen, flanieren wir durch Porto, das uns zum Abschluss unserer Reise Rui Veloso besingt.

Die Kunst ist für mich das Tor zur Freiheit

Berlin-Mitte, in der Nähe des Gendarmenmarkts und der Spreeinsel. Hier lebt und arbeitet die erfolgreiche Künstlerin Kristina Sretkova. Am 10. Juli 1984 wurde sie in Stockholm geboren, wo sie auch die ersten fünf Jahre ihres Lebens verbrachte. Ihre Eltern stammen beide aus Bulgarien. Aufgewachsen ist sie international. Bereits seit 2000 lebt sie in Deutschland. Ihr Abitur legte sie im Leistungskurs Kunst im bekannten Internatsgymnasium Schloss Torgelow ab. Danach absolvierte sie ihr Studium zur Diplom-Mediendesignerin an der Rheinischen Fachhochschule in Köln. Inzwischen lebt und arbeitet sie in Berlin und hat als Künstlerin Ausstellungen auf der ganzen Welt.

Die Kunst ist Kristinas große Leidenschaft, egal in welcher Form. Sie malt mit Herz und Seele. Zur Malerei kam sie schon in ihrer Kindheit. Dabei bevorzugt sie keinen bestimmten Stil und experimentiert viel mit Farbkombinationen. „Malen ist für mich gleichzeitig Meditation und Kreieren“, sagt die 30-Jährige. „Das lässt sich schwer in Worte fassen. Ich glaube, in diesem Sinne ist jeder Mensch ein Künstler.“

Foto: © Kristina Sretkova

Die Kunst ist Kristinas große Leidenschaft.      Foto: © Kristina Sretkova

Kristina Sretkova hatte das große Glück bei bekannten Malern aus verschiedenen Generationen unterrichtet zu werden. Sie lernte während ihres Mediendesign-Studiums an in Köln lernte sie den im Jahr 2010 verstorbenen Maler und Fotografen Sigmar Polke kennen. Seine Malerei wird dem postmodernen Realismus zuzuordnen. Mehr als 400 Arbeiten hatte er Zeit seines Lebens geschaffen. Kristina lässt sich von verschiedenen Künstlern inspirieren. Auch der französische Maler Claude Monet, einer der bedeutendsten Maler des Impressionismus, zählt zu ihren Vorbildern.

Über ihre eigenen Werke sagt sie: „Es kommt alles von innen, als ob ich das schon in einem früheren Leben gemacht hätte.“ Sie erweitert ihre Kunst und experimentiert dabei viel mit Farbkombinationen. Viele Besucher ihrer Ausstellungen sind der Meinung, dass ihre Bilder lebendig wirken und eine sehr spezielle Aura besitzen. Dabei sucht sie sich keine bestimmten Motive aus. „Alles ist eine Frage der Inspiration und der Offenbarung des Geistes“, sagt die junge Künstlerin. Sie möchte dem Betrachter ihrer Bilder Freude, Glauben, Dankbarkeit, Optimismus und die Fähigkeit zu Lieben vermitteln. „Was mich immer wieder fasziniert ist, dass sich viele junge Leute und Kinder von meiner Kunst angesprochen fühlen“, sagt sie mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht und fährt fort: „Das beeindruckt mich am meisten!“

Ihre Arbeiten zeigte sie das erste Mal bei einer Gemeinschaftsausstellung in Sofia im Jahr 2009. Nur zwei Jahre später erhielt sie unter 600 Künstlern den ersten Preis für „Abstrakte Malerei“ in Moskau. Kurz darauf hatte sie die Ehre ihre erste Soloausstellung in New York haben zu dürfen. Ihre Werke werden inzwischen weltweit verkauft. Ihre Erfolge sind beeindruckend, doch die Künstlerin wirkt nach wie vor sehr bodenständig und weiß, dass dieser Erfolg nicht nur mit viel Glück, sondern auch mit sehr viel Arbeit und Fleiß verbunden ist. Sie arbeitet sehr konsequent und zielstrebig an ihren Arbeiten. Es gehört neben Kreativität und Talent auch sehr viel Planung und Koordination dazu Ausstellungen weltweit zu organisieren. Sie sagt, sie sei ein Workaholic. Womit sie wohl recht hat, wenn man einen Blick auf ihren straffen Zeitplan wirft: 20 Kunstausstellungen pro Jahr und das weltweit.

Foto: Kristina Sretkova

Kristina Sretkova liebt ihren Beruf. Foto © Kristina Sretkova

Ihre Bilder müssen dafür immer rechtzeitig fertig sein. Sie werden sicher verpackt und in die jeweilige Stadt der Ausstellung verschickt. Flyer und Broschüren müssen erstellt werden und auch vor Ort muss alles organisiert sein. Vor einer Ausstellung hat sie gar keine Freizeit. Urlaub muss sie Monate im Voraus planen.

Kristina lehnt sich in ihrem braunen Pullover an die Wand, streicht sich eine ihrer langen, braunen Strähnen aus dem Gesicht und lächelt. Sie nimmt ihre linke Hand, legt sie wie selbstverständlich auf ihr Herz und sagt mit sanftmütiger Stimme: „Während ich male, fokussiere ich mich auf meine innere Welt und höre dabei auf meine innere Stimme, indem ich meine Intuition, Rhythmus, Intelligenz und Inspiration einsetze. Somit projiziere ich mein inneres Licht auf die Leinwand“, Kristina Sretkova. Sie deutet stolz mit ihrer rechten Hand auf ihr Bild „Elevating III“. „Das Licht sollte hier zum Bild hineinstrahlen und dann wieder herausleuchten.“

Foto: Kristina Sretkova

Kristina vor ihrem Werk „Elevating III“.  Foto © Kristina Sretkova

Dr. Sylke Wunderlich, freiberufliche Kunsthistorikerin und Designwissenschaftlerin, kennt die Berliner Künstlerin. „Kristina malt verschiedene Stufen von Lichtern, tiefe Gewässer und lodernde Feuer. Sie nutzt dabei die Kraft der Elemente und die primären Stärken der Natur. Ihre Bilder spiegeln einerseits sinnliche Momente, aber bringen auch starke Widersprüche zum Ausdruck.“ All das erzielt sie durch verschiedene Farben und Formen. Sie sei spontan, intuitiv und voller Kreativität. Ihre Werke seien spannend und leidenschaftlich, erzählt die Kunsthistorikerin weiter. „Und alles ist voll von starken Emotionen – direkt aus dem Herzen. Sie bringt so ihre künstlerische Freiheit zum Ausdruck“, sagt die 56-jährige gebürtige Leipzigerin über Kristinas Werke.

Website der Künstlerin: http://www.kristina-sretkova.com

Nas und die Renaissance des Hip Hop

Rapper Nas, mit gebürtigem Namen Nasir Bin Olu Dara Jones, veröffentlicht 20 Jahre und nach seinem Debütalbum „Illmatic“ aus dem Jahr 1994 sein elftes Album „Illmatic XX“.

Obwohl seine Karriere 1994 in Queensbridge, einem sozialen Brennpunkt in New York beginnt, gelingt ihm erst zwei Jahre später mit Lauryn Hill, Sängerin der Gruppe „The Fugees“ und „If I ruled the world“ aus seinem zweiten Album „It was written“ sein internationaler Durchbruch.

Sein Debüt vor 20 Jahren gilt auch heute noch als Meilenstein des Hip Hop der 90er Jahre. Nas war der erste seines Metiers, der sich durch Eloquenz und Aufgreifen sozialkritischer Themen auszeichnete. Sicherlich war sein Privatleben und das Leben in einem der kriminellsten Viertel New Yorks dafür ausschlaggebend.

Mit seinem Re-Release in diesem Jahr hat Nas bewiesen, dass sich die Tracks gut konserviert haben und für eine zeitlose Etablierung seines unvergleichbaren Raps stehen.

Das Album beinhaltet sämtliche Tracks seines Debüts, die trotz Remix für ein Stück Musikgeschichte des Hip Hops im New York der 90er Jahre stehen.

Und als wäre diese nostalgische Renaissance eines Masterpieces nicht genug, veröffentlicht Nas weiter einen Freestyle „The Stretch Armstrong and Bobbito Show on WKCR October 28, 1993″ und den Track „I’m a Villain“.

Sein Debüt, welches häufig als „Blueprint“, also bedeutender Vorreiter, des Hip Hop bezeichnet wird, steht für ein Stück scheinbar unzerstörbarer Kultur, die auch 20 Jahre später nichts an ihrer Wirkung verloren hat. Verkündete Nas im Jahr 2006 mit seinem Album „Hip Hop is Dead“, dass Hip Hop buchstäblich tot sei, trägt er jetzt höchstpersönlich zu einer Renaissance des Hip Hop bei.

Vorschau: Am 13. September 2014 erwartet euch ein Vergleich britischer und deutscher Casting Shows.

Mariah, die undefinierbare Sängerin

Darling, es ist wieder soweit! Nach fünf Jahren bringt Soul- und RnB-Sängerin Mariah Carey mit „Me, Mariah. The Elusive Chanteuse” ihr 14tes Studioalbum raus. Seit dem 23. Mai 2014 ist das 15-Single Werk bei iTunes erhältlich.

Haben Fans in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram monatelang über ein Release der Diva spekuliert, kündigte Mariah bereits im diesen Jahr ihr Album an und steuerte sogar eine ihrer Zeichnung, welche sie im Alter von vier Jahren zeichnete, für das Albumbooklet und die Promotion ihres Albums bei.

Es zeigt Mariah selbst als niedliches, blondes Mädchen, als sei ihr damals bereits klar gewesen, dass sie eines Tages zur Diva unserer Generation heranwachsen würde.

Der Titel spiegelt eine sexy und gleichzeitig aufregende Autobiografie der gebürtigen New Yorkerin wider, in der Liebe und Kummer thematisiert werden.

Fans und Follower konnten tagtäglich die Arbeit im Studio durch Bilder und Beiträge mitverfolgen und zeigen die Ehefrau von Produzent und Moderator Nick Cannon stets fleißig in ihrem mobilen Aufnahmestudio, wo sie ihre Songs immer dann aufnahm und an ihnen feilte, wenn sie dafür die Zeit fand.

Das Album ist am Puls der Zeit, ohne die typische Note der Sängerin zu vernachlässigen.

Das Acht-Oktaven-Wunder arbeitete unter anderem mit Größen wie Jermaine „Jay-D“ Dupri, Rodney „Darkchild“ Jerkins, Q-Tip, Hit-Boy und Miguel zusammen und liefert eine gesunde Mischung an RnB, Soul, Black und Gospel!

Den Song „Supernatural“ haben ihre drei-jährigen Zwillinge Monroe und Morocco mit Mama Mariah aufgenommen. Der Song ist eine supersüßes Liebeserklärung von Mariah an ihre größte Liebe, ihre Kinder. Die beiden kichern abwechselnd und sagen herzerwärmende Dinge wie „I love you Mommy“.

Ihr erster releaster Song „#beautiful“ kam bereits letztes Jahr heraus, ein etwas ungewohnter Titel trägt den Namen „Thirsty“ und klingt wie ein softer Twerk-Song (Anmerkung der Redaktion: Twerk ist ein aktueller Tanztrend aus den Staaten).

Mit ihrer Arbeit hat Mariah nach über zwei Jahrzehnten Musikbusiness wieder einmal bewiesen, dass sie als 44 jährige Ehefrau und Mutter von Zwillingen immer noch fähig ist, in der ersten Woche auf Platz drei der US-amerikanischen Billboard Charts aufzusteigen.

Das Album ist, wie die Sängerin stets selbst betont, ein Geschenk an ihre treuen Lambs (Anm. d. Red.: Mariah nennt ihre Fans Lambs, das englische Wort für Lämmchen) und läutet rechtzeitig den Sommer an.

Vorschau: Am kommenden Samstag erscheint ein Bericht zum letzten Mal Rock am Ring am Nürnbergring.

Willkommen in der „heißen Phase“

Während die ganze Nation über den Krankenzustand und die Erfolgsaussichten der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei den Titelkämpfen in Brasilien rätselt, läutet eine andere Sportart ihre heiße Phase ein. Über dem großen Teich stehen die NHL-Play-offs kurz vor dem Finale.

Die Russen haben gerade erst die Weltmeisterschaft in Minsk gewonnen, der Spartensender Sport1 dementsprechend die Berichterstattung über die schnellste Mannschaftssportart der Welt eingestellt, da sorgen die New York Rangers für eine Vorentscheidung in der Partie gegen den Rekordmeister Montreal Canadiens. Die Kanadier mussten sich nach zwei deutlichen Auftaktniederlagen auf heimischen Eis und einem Erfolg nach Verlängerung in Spiel drei, im Madison Square Garden erneut geschlagen geben.

Dabei hatte Montreal das Momentum, von denen die Eishockeyspieler bei einem Erfolgserlebnis gerne sprechen, auf seiner Seite. Star-Verteidiger P.K. Subban konnte nach 42 Minuten den 2:2-Ausgleichstreffer in Überzahl markieren. Hätte Alex Galchenyuks Schuss den Weg über die Linie gefunden, anstatt auf ihr entlang zu tanzen, die Canadiens hätten wohl die Serie zum 2:2 ausgeglichen.

So ging es erneut in die Verlängerung – mit dem besseren Ende für die Rangers. Exakt sechs Minuten und zwei Sekunden waren gespielt, als Martin St. Louis, der kurz vor den Play-offs aus Tampa Bay nach New York transferiert wurde, für das Team aus dem Big Apple traf.

Montreals Kapitän Brian Gionta konnte man zwar die schmerzliche Niederlage ansehen, aufgeben wollte der Leader aber noch lange nicht: „Die Serie ist noch nicht vorbei“, teilte er den umstehenden Journalisten trotzig mit und ergänzte: „am Ende des Tages sind wir immer noch in dieser Serie.“ Montreal-Trainer Michel Therrien hat sogar schon einen Ansatzpunkt ausgemacht, um New York in Spiel fünf schlagen zu können. „Wir müssen unser Überzahlspiel verbessern.“ Sollte dies, ähnlich wie beim 2:2-Ausgleichstreffer von Subban, gelingen, könnte es doch noch für den Einzug ins Stanley-Cup-Finale reichen. Die Rangers gehen mit der 3:1-Serienführung aber mit ordentlich Rückenwind in Spiel Fünf (Ende der Begegnung nach Redaktionsschluss Anm. d. Red.). Sollte dort der nächste Sieg gelingen, stünden die Broadway Blue Shirts zum ersten Mal seit 1994 wieder in einem Finale.

Gegner dort wird entweder der amtierende Champion aus Chicago oder der Ex-Meister aus Los Angeles sein, der in der Serie ebenfalls mit 3:1 führt.

Dass die Menschen aus Montreal die „heiße Phase“ bereits jetzt verinnerlicht haben und regelrecht wortwörtlich nehmen, ist an ihrem PreGame-Intro deutlich zu spüren. Gänsehaut pur: http://www.youtube.com/watch?v=vTIsuCSFuj8

Vorschau: Am 11. Juni erscheint ein Artikel über die Fehleinschätzung von Frauen, dass sie beim Krafttraining muskulös werden und aus diesem Grund beim Abnehmen drauf verzichten.

Cool sein kann nicht jeder

Gerade neigen sich die Fashion Weeks in Berlin, New York, London, Mailand und Paris dem Ende zu. Somit sind die neuen Street Style-Trends auch schon gesetzt: Überall findet man Bilder von Bloggerinnen und Stars wie Anna Dello Russo, Chefin der japanischen Vouge, mit verrückten, bunten und lustigen Handyhüllen. Sie sind das neue It-Accessoire. Ob als Pommestüte von Moschino, als Duff Beer Dose von Urban Outfitters, als Hot Dog von Asos oder als Nagellackfläschchen von Iphoria – wer solche Hüllen aus Silikon oder Hartplastik besitzt, ist up to date und liegt damit voll im Trend.

Als ob es nicht schon genügt, als Smartphone-Besitzer „in“ zu sein, muss jetzt noch eins drauf gesetzt werden: Das elektronische Spielzeug dient ab sofort auch als cooles Accessoire. Aber cool sein kann nicht jeder. Was ein blöder Zufall, dass es die meisten Hüllen nur für das Iphone 5 oder 5s gibt. Wer da nicht mithalten kann, liegt nicht im Trend und ist leider uncool.

auffallender Nagellack und Handy in der Hand - cool sein kann eben nicht jeder (Foto: T. Gartner)

 Cool sein kann eben nicht jeder

(Foto: T. Gartner)

Ein ähnliches Prinzip herrscht beim Beauty-Trend schlecht hin: Bunte Nail-Art zum Aufkleben ist ebenso wie die Handyhüllen eines der neuen It-Accessoires. Es gibt sie in tausenden verschiedenen Varianten und Farben: Als Fake-Nägel oder Nagelfolien in grafischen Mustern, mit einem hippen Moutache oder im Leo-Style. Nun reicht es auch nicht mehr aus, seine natürlich gewachsenen Nägel in nude oder fetzigen Farbtönen zu lackieren. Stattdessen müssen unechte Klebe-Nägel her, um als Accessoire zu dienen. Erscheint logisch, denn wenn man den ganzen Tag sein Smartphone in den Händen hält, um die neue Hülle zu präsentieren, müssen die Nägel natürlich mit dem Iphone konkurrieren – ein trendiges Accessoire scheint vielen nicht mehr auszureichen.

Was dann nicht fehlen darf, ist die Handtasche mit dem eigenen Namen drauf, wie es das britische Supermodel Cara Delevingne, It-Girl Alexa Chung und die US-amerikanische Sängerin Lana Del Rey vormachten. Sie alle bekamen eine nach ihnen benannte Tasche der Luxusmarke Mulberry. Cara Delevingne durfte sogar auch an deren Designs mitgestalten. Das eben noch angesagte Namenstattoo wird also mal eben von einer mit dem eigenen Namen bedruckten Tasche abgelöst und der süße Verkäufer hinter der Theke kann gleich auf der Tasche lesen, wie man heißt. Wer also so richtig cool sein will, holt sein Smartphone aus der Tasche, klebt sich in Windeseile die bunten Fake-Nägel auf und hofft, in den nächsten paar Sekunden von einem Street Style-Fotografen entdeckt zu werden.

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr das 1×1 des Modebloggins lernen.

Amerikanischer Frühling?

New York bebt. In der Weltmetropole richten sich im Moment alle Blicke auf den von Demonstranten besetzten „Zuccotti Park“ in Lower Manhatten. Seit Mitte September hat dort die Protestbewegung „Occupy Wall Street“ (zu Deutsch: „Besetzt die Wall Street“) ihre Zelte aufgeschlagen und übt Druck auf Politik und Wirtschaft aus. Werden wir hier gerade Zeugen einer Wiedergeburt der Protestkultur?

Diese Frage erscheint durchaus berechtigt, denn wie in weiten Teilen der westlichen Welt erscheint die Demonstrationskultur in den letzten Jahren und Jahrzehnten in Vergessenheit geraten zu sein. Dabei brodelt es gerade in Amerika schon länger: Seit einigen Jahren rückt das Internetkollektiv „Anonymous“ immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit, das sich durch diverse Aktionen als ernst zu nehmende Untergrundgruppierung bewiesen hat. So geht „Anonymous“ bis heute organisiert gegen eine populäre Sekte vor, stört des Öfteren – in der Regel als Reaktion auf politische Vorfälle – massiv das Tagesgeschäft großer Finanzinstitute und rief zuletzt nach den Attentaten in Norwegen dazu auf, das im Internet verbreitete Manifest des Attentäters unschädlich zu machen. Trotz zahlreicher Vorfälle, in die „Anonymous“ verwickelt war, zeichnet sich die Bewegung vor allem durch eines aus: die Anonymität ihrer Mitglieder. Innerhalb der Bewegung gibt es keinerlei Hierarchie, zu Demonstrationen erscheinen die Mitglieder in der Regel maskiert, organisiert wird spontan. So können „Anonymous“ als moderne, gewaltlose Guerilla-Krieger verstanden werden, als eine Gesellschaft unter der Gesellschaft. Und so war „Anonymous“ auch von Anfang an Unterstützer der aktuellen Protestbewegung im „Zuccotti-Park“.

Inspiriert von den als „arabischer Frühling“ bekannten Protesten in der arabischen Welt und den Unruhen in einigen europäischen Nationen ist nun die „Occupy Wall Street“-Bewegung ans Tageslicht getreten, um gegen das Tagesgeschehen in Politik und Wirtschaft zu demonstrieren. Klar formulierte Ziele gibt es kaum, was allerdings nicht an der Ideenlosigkeit der Demonstranten liegt, sondern an der dezentralen Organisation der Protestbewegung: Ohne offizielle Sprecher kann es keine offiziellen Forderungen geben. Lediglich auf die Forderung nach einer genauen Untersuchung von Korruption in der amerikanischen Regierung scheinen sich die Demonstranten geeinigt zu haben.  Durch eine hohe Medienpräsenz um den von den Demonstranten in „Liberty Plaza“ umgetauften Park gelingt es den Demonstranten allerdings dennoch, den außerordentlich interviewfreudigen Reportern klare Forderungen zu nennen: Reichensteuer, Finanzmarkttransaktionssteuer – Das sind Ideen einzelner Demonstrationsteilnehmer, die in Interviews immer wieder geäußert werden.

„Occupy Wall Street“ kann nur als relativ junge Ausprägung der Internetkultur wahrgenommen werden – denn wie die Hackergruppierung „Anonymous“ zeichnet sich die andauernde Revolte auf der „Liberty Plaza“ durch ihre Dezentralisierung, Spontaneität und auch durch eine gewisse anarchische Komponente aus. Möglicherweise sind es diese Ideen, die die politische Kultur zukünftig der Welt formen – so sind auch in Deutschland inzwischen ähnliche Proteste geplant.

Buffalo gibt beeindruckende Visitenkarte ab

Am gestrigen Dienstag (05.10.) gab die Eishockeymannschaft aus der nordamerikanischen Profiliga NHL eine beeindruckende Visitenkarte in der Mannheimer SAP-Arena ab.  

Bei der Freundschaftspartie zwischen den Adler Mannheim und den Buffalo Sabres war ein Hauch von NHL, in dem mit 13.600 Zuschauern ausverkauften Rund der Arena zu spüren. Der deutliche und völlig verdiente 8:3 (3:0, 3:2, 2:1)-Sieg für die Mannschaft aus dem Bundesstaat New York war nur eine Randerscheinung für die anwesenden Zuschauer, die über die gesamten 60 Minuten eine erstklassige Stimmung ablieferten. 

Auch für die Mannschaft von Adler-Trainer Harold Kreis war diese Niederlage keineswegs eine Enttäuschung. Der Stolz war einfach zu groß darüber, dass man nach den San Jose Sharks im letzten Jahr, mit den Buffalo Sabres abermals eine große NHL-Mannschaft in Mannheim begrüßen durfte. 

Weiterer Höhepunkt des Abends war die Tatsache, dass mit Christian Erhoff und dem gebürtigem Mannheimer Jochen Hecht, zwei aktuelle deutsche Nationalspier in den Reihen von Buffalo aufliefen. Allerdings kam Hecht nur zum Aufwärmen aufs Eis. Der Lokalmatador musste wegen seiner Gehirnerschütterung, die er sich in der zweiten Trainingseinheit zugezogen hat, mit der Rolle des Zuschauers Vorlieb nehmen. 

Beim Aufwärmen präsentierte er sich dann allerdings ohne Helm und wurde mit „Jochen Hecht ist einer von uns“-Sprechchören frenetisch gefeiert. Hecht genoss die Atmosphäre sichtlich und machte mit den Fans die Welle, nachdem er einige Pucks ins Publikum geworfen hatte.

 Das Geschehen auf dem Eis ist schnell erzählt. Den Adlern war das vierte Spiel innerhalb von vier Tagen deutlich anzumerken. Trotzdem gingen die Blau-Weiß-Roten engagiert in die Begegnung und konnten durch Yannick Lehoux (3.) und Ronny Arendt (5.) die ersten Chancen der Partie für sich verbuchen. In der Folgezeit nahm aber Buffalo die Zügel immer mehr in die Hand. Tyler Ennis mit einem Doppelschlag, so wie Luke Adems mit einem sehenswerten Treffer, bereits im ersten Drittel klar, wohin die Reise aus sportlicher Sicht an diesem Abend führen würde. Brad  Boyes, Christian Erhoff, Thomas Vanek Jason Pominville und Ville Leino markierten die weiteren Treffer für den Meisterschaftsfavoriten aus Buffalo, Yannick Seidenberg,  James Sifers und Michale Glumac ließen die Adler drei Mal jubeln.

 Ein weiterer Höhepunkt dieses ohnehin schon ereignisreichen Abends war die Würdigung und gleichzeitige Verabschiedung des langjährigen Adler-Kapitäns René Corbet. In der zweiten Drittelpause wurde sein Trikot mit der Nummer 20 unters Hallendach gezogen. Damit wird diese Nummer nach der 3 (Harold Kreis), der 15 (Marcus Kuhl) und der 25 (Stephan Richer) nicht mehr bei den Adlern vergeben. „Ein Teil meines Herzens wird immer in Mannheim bleiben“, sagte Corbet, der zu Beginn der Begegnung mit den 2007er-Meister-Mitspieler Christoph Ullman, Macus Kink und Ronny Arendt ran durfte und mit einer schönen Choreographie der Nordwestkurve geehrt wurde.