Die schönsten Hochzeitslocations in der Rhein-Neckar-Region

Am Strand, zwischen Weinreben oder auf einem Schloss – wir haben sie für euch aufgestöbert: Die schönsten und teilweise sogar noch unentdeckten Juwelen unter den Hochzeitslocations in der Rhein-Neckar-Region.

Heiraten in Speyer

Die Domstadt gilt als Hochzeitshochburg. Zwischen 400 und 450 Trauungen führt das Standesamt hier pro Jahr durch. Doch nicht nur die Eheschließungsquote hier hoch ist, sondern auch die Scheidungsrate auffällig niedrig. Ein gutes Omen? Als erstes Standesamt in Rheinland-Pfalz hat Speyer zudem den Online-Traukalender eingeführt. „Damit können Paare ihren Wunschtermin ganz bequem online von zuhause aus verbindlich bis zu einem Jahr im Voraus buchen“, erklärt Standesamt-Leiter Hartmut Jossé. Für 2018 seien die drei Hochzeitslocations der Stadt an Samstagen zwar bereits ausgebucht, werktags sind aber noch vereinzelt Termine frei und 2019 sei die Auswahl noch recht groß, verrät er. Also schaut doch mal, ob etwas für euch dabei ist!

Trauturm: Über den Wolken

In 15 Metern Höhe und mit Blick auf die Maximilianstraße mit ihren kleinen Cafés, die sich wie Perlen an einer Kette aneinanderreihen, bietet das Standesamt Speyer seinen Brautpaaren eine ganz besondere Hochzeitslocation: Im Trauturm alias Altpörtel ist Platz für 30 Personen (25 Sitzplätze). Natürlich ist der Zugang zur Empore frei. Eindrucksvollen Hochzeitsfotos mit Domstadt-Hintergrund steht also nichts im Wege – außer vielleicht Höhenangst. Da es 77 Stufen zu überwinden gilt, sollte die Hochzeitsgesellschaft jedoch möglichst mobil sein. 470 Euro beträgt die Sondertraugebühr an Freitagen im Altpörtel. Die Eintrittsgelder für die Hochzeitsgesellschaft sind dabei inklusive.

77 Stufen zum Glück: der Trauturm ist nur eine von vielen Hochzeitslocations in Speyer (Foto: Michael Paul photowerkstattspeyer.de)

77 Stufen zum Glück: der Trauturm ist nur eine von vielen Hochzeitslocations in Speyer (Foto: Michael Paul, www.photowerkstattspeyer.de)

Trauzimmer: Historisches Ambiente

Dem über 300 Jahre alten, ehemaligen Archivraum im historischen Rathaus sieht man sein Alter nicht an – wohl aber seine Geschichte. Der imposante Raum bietet Platz für 50 Personen (25 Sitzplätze) und ist barrierefrei zugänglich. Dienstags, während der Trausaison zwischen April und Oktober, donnerstags und Freitagvormittags führt das Standesamt Speyer hier Trauungen durch. Die Eheschließungsgebühr liegt bei 44 Euro. Die Sondertraugebühr an ausgewählten Samstagen beträgt 250 Euro.

Geschichtsträchtig: Das Trauzimmer in Speyer (Foto: Michael Paul, www.photowerkstatt.de)

Geschichtsträchtig: Das Trauzimmer in Speyer (Foto: Michael Paul, www.photowerkstatt.de)

Kapelle im Adenauerpark

Umgeben von einer blühenden Parkanlage liegt die ehemals gotische Traukapelle mit ihren farbenfrohen Bleikristallfenstern. 140 Personen finden hier Platz (130 Sitzplätze, barrierefrei). Der Park kann samstags im Anschluss an die Trauung bis spätestens 18 Uhr für Fotos, Feierlichkeiten usw. genutzt werden. Die Sondertraugebühr in der Traukapelle beträgt 600 Euro.

Tradition und Naturverbundenheit: Die Traukapelle liegt inmitten einer grünen Parkanlage (Foto: Michale Paul, www.phozowerkstatt.de)

Tradition und Naturverbundenheit: Die Traukapelle liegt inmitten einer grünen Parkanlage (Foto: Michael Paul, www.photowerkstatt.de)

Rheinstrand: Beachwedding am Fluss

In Süddeutschland am Strand heiraten kann man vergessen? Glücklicherweise nicht! Der Rheinstrand Speyer verbindet das Edle einer Hochzeit mit der Lässigkeit einer Strandbar. Die Füße im Sand, den tropischen Cocktail in der Hand können 120 Gäste hier gemeinsam eine freie Trauung feiern. Der Preis ergibt sich unter anderem aus der Speisen- und Getränkeauswahl. „Bei einem ersten, persönlichen Gespräch ermitteln wir die ungefähre Dauer der Veranstaltung, mit wie vielen Personen gerechnet wird und ob es zusätzliche Wünsche gibt“, erklärt Michael Wieland von Foonax Events, „daraus ergibt sich dann ein Pro-Kopf-Preis, mit dem der Kunde rechnen kann.“ Termine können via E-Mail abgestimmt werden: veranstaltungen@rheinstrand-speyer.de
Aus Lärmschutzgründen darf am Rheinstrand nur bis 24 Uhr gefeiert werden.

Strandhochzeit leicht gemacht: Am Rheinstrand Speyer (Foto: Fräulein K sagt Ja)

Strandhochzeit leicht gemacht: Am Rheinstrand Speyer (Foto: Fräulein K sagt Ja)

Heiraten in Mannheim

Ganze 17 Traustandorte hat die Quadratestadt Mannheim zu bieten. Darunter natürlich das beeindruckende Barockschloss. Aber es gibt auch noch echte Geheimtipps für außergewöhnliche Locations: zwei davon befinden sich im Luisenpark, wie uns Maren Brysch-Enghofer, Abteilungsleiterin des Mannheimer Standesamts, verrät. Von Mai bis September kann dort geheiratet werden. Bei der Terminfindung hilft der Traukalender des Mannheimer Standesamts.

Klangoase im Luisenpark: Im Grünen

Trotz Industriecharme – die Quadratestadt hat auch einiges an Grünfläche zu bieten. Im 42 Hektar großen Luisenpark, am Fuße des Fernmeldeturms liegt eine ganz besondere Ruheinsel: die Klangoase. In den Wipfeln der umstehenden Bäume verstecken sich Lautsprecher. So entsteht ein geradezu sphärischer, runder Klang. Hier mitten im Grünen können sich Brautpaare mit einer Hochzeitsgesellschaft von bis zu 50 Personen (30 Sitzplätze) ab 800 Euro das Ja-Wort geben. Nähere Informationen bekommt ihr bei Andreas Dauth vom Stadtpark unter Tel.: 0621 4100515.

Verborgenes, grünes Fleckchen inmitten der Quadratestadt: Die Klangoase im Luisenpark (Foto: Louisenpark Mannheim)

Verborgenes, grünes Fleckchen inmitten der Quadratestadt: Die Klangoase im Luisenpark (Foto: Luisenpark Mannheim)

Teehaus im Luisenpark: Ein kleines Stück China

Die asiatische Kultur fasziniert euch? Wie wäre es dann mit einer Hochzeit im original chinesischen und angeblich größten Teehaus Europas? Das im südchinesischen Stil gehaltene Gebäude mit dem geschwungenen Pagodendach steht inmitten einer natürlich wirkenden Wasserlandschaft. Das Trauzimmer für maximal 50 Personen (30 Sitzplätze) befindet sich im zweiten Stockwerk. Die Gebühr beträgt 400 Euro. Auch hier könnt ihr Nachfragen an Andreas Dauth vom Stadtpark richten.

Ein Stück China in Mannheim: Das Teehaus im Luisenpark (Foto: Luisenpark Mannheim)

Ein Stück China in Mannheim: Das Teehaus im Luisenpark (Foto: Luisenpark Mannheim)

Heiraten in Heidelberg

Gemächlich schlängelt sich der Neckar entlang der malerischen Altstadt. In seiner Erhabenheit nur von den geschichtsträchtigen Mauern des Schlosses übertroffen, das hoch oben thront – Heidelberg ist für viele der Inbegriff von Romantik. Neben dem historischen Trauzimmer im Rathaus hat die Stadt zwei weitere, im wahrsten Sinne des Wortes majestätische Locations zu bieten.

Heidelberger Schloss: Eine königliche Trauung

Gut, das Heidelberger Schloss ist vielleicht nicht gerade ein Geheimtipp. Die Tatsache, dass eine märchenhafte Traumhochzeit auf einem Schloss aber genau hier bei uns und nicht nur im Disney-Film stattfinden kann, hat die Location dann aber doch in die Liste katapultiert. Zwischen Sandsteinplatten, bleiverglasten Fenstern und Eichenholzdecke können sich Paare in der Brunnenstube, einem der ältesten Teile des Schlosses, das Ja-Wort geben. Mindestens 15 und maximal 70 Gäste haben hier Platz. Bis zu einer Gesellschaft von 40 Personen kostet die Trauung 640 Euro zzgl. Sektempfang. Ab 40 Gästen erhöht sich der Grundpreis auf 740 Euro.
2018 sind standesamtliche Trauungen im Schloss noch am Freitag, 9. November, und Samstag, 10. November möglich. Terminanfragen könnt ihr per E-Mail an hochzeiten@heidelberg-marketing.de schicken.

Im Herz Prinz(essin)? Dann ist das Heidelbergerschloss vielleicht genau die richtige Hochzeitslocation für euch (Foto: Jan Becke)

Im Herz Prinz(essin)? Dann ist das Heidelbergerschloss vielleicht genau die richtige Hochzeitslocation für euch (Foto: Jan Becke)

Heiraten in der Pfalz

Weingut Schloss Janson: Romantik zwischen Weinreben

Umgeben von romantischen Reben lässt das Weingut Schloss Janson in Bockenheim an der Deutschen Weinstraße nicht nur Pfälzer Herzen höher schlagen. Ein gepflegter Innenhof, drei Gärten und der Rittersaal, in dem 80 Personen Platz finden, bieten viel Platz zum Feiern. Die Weddingplanerinnen von „Marry Moments“ verraten außerdem: „Die Besitzer des Weingutes sind sehr freundlich und versuchen alles zu ermöglichen.“ Bei Fragen oder einem Termin für eine Besichtigung hilft euch Friedrich Wittmann unter 06359 4148 oder per Mail an info@schloss-janson.de gerne weiter.

Drei Gärten und ein Rittersaal: Das Weingut Schloss Janson liegt romantisch an der Deutschen Weinstraße (Foto: Weingut Schloss Janson)

Drei Gärten und ein Rittersaal: Das Weingut Schloss Janson liegt romantisch an der Deutschen Weinstraße (Foto: Weingut Schloss Janson)

Germersheim: Rudern ins Eheglück

16 erwachsene Ruderer braucht es, um das fünf Tonnen schwere, original getreu nachgebaute Römerschiff zu bewegen. Zwischen April und Oktober könnt ihr die „Lusoria Rhenana“ nicht nur für Freizeitfahrten, sondern auch als außergewöhnliche Hochzeitslocation buchen. In Zusammenarbeit mit dem Standesamt Jockgrim ermöglicht der Verein zur Förderung von Umweltbildung und römischer Geschichte standesamtliche Trauungen auf dem Schiff. Kosten entstehen dabei nur beim Standesamt – da das Schiff selbst einem gemeinnützigen Verein gehört, könnt ihr hier aber gerne etwas spenden. Bis zu 26 Personen haben auf dem Schiff Platz. Das Brautpaar muss übrigens nicht mitrudern. Spielt das Wetter nicht mit, könnt ihr bis wenige Stunden vor dem Trautermin auf eine andere Location in der Verbandsgemeinde ausweichen. Fragen zum Ablauf der Trauung könnt ihr an lusoria.rhenana@t-online.de schicken. Ihr wollt gleich Nägel mit Köpfen machen? Dann wendet euch einfach an das Standesamt Jockgrim.

Wirklich außergewöhnlich: Mit der "Lusoria Rhenana" ins Eheglück schippern (Foto: Wigand Schneiderheinze)

Wirklich außergewöhnlich: Mit der „Lusoria Rhenana“ ins Eheglück schippern (Foto: Wigand Schneiderheinze)

Heiraten im Odenwald

Hofgut Hohenstein: Sonnenuntergang im Grünen

Heuboden, Scheune oder ehemaliger Kuhstall – beim Hofgut Hohenstein im Lautertal habt ihr die Qual der Wahl. Jede Location ist anders, aber alle hochmodern ausgestattet. Wild-romantisch wird’s am Teich – hier könnt ihr euch ebenfalls trauen lassen oder im Anschluss an das Ja-Wort tolle Hochzeitsbilder machen. Im ehemaligen Kuhstall haben bis zu 90, in der Scheune bis zu 130 und auf dem Heuboden bis zu 200 Personen Platz. Besonderes Highlight: Das Brautpaare und seine Gäste können hier mitten im Grünen einen atemberaubenden Sonnenuntergang genießen. „Der Preis für die Hochzeit ergibt sich letztendlich aus den Wünschen des Brautpaares“, erklärt Annette Voss vom Hofgut Hohenstein. Hochzeiten können zu jeder Jahreszeit und an jedem beliebigen Wochentag im Hofgut Hohenstein gefeiert werden. Eine Anfrage per E-Mail an kontakt@hofgut-hohenstein.de genügt.

Nur eine von drei Locations im Hofgut Hohenstein: Die ehemalige Scheune (Foto: Hofgut Hohenstein)

Nur eine von drei Locations im Hofgut Hohenstein: Der ehemalige Heuboden (Foto: Hofgut Hohenstein)

Trauen lassen oder Bilder schießen: Am Tecih des Hofguts Hohenstein (Foto: Hofgut Hohenstein)

Trauen lassen oder Bilder schießen: Am Teich des Hofguts Hohenstein (Foto: Hofgut Hohenstein)

Zur frischen Quelle: Waldidyll pur

Ihr plant eine romantisch-verträumte Wald- und Wiesenhochzeit und möchtet anschließend mit euren Lieben in einem rustikal-gemütlichen Gasthaus feiern? Dann ist das Waldlokal „Zur frischen Quelle“ in Nieder-Liebersbach vielleicht genau die richtige Location für euch. Von April bis Oktober könnt ihr euch hier standesamtlich, frei oder auch konfessionell das Ja-Wort geben. Trauungen sind samstags mit einer Gesellschaft von 70 bis 120 Personen möglich sowie donnerstags ab 50 Gästen. Auf Wunsch gibt´s Beratung in Sachen Catering, Konditorei, musikalische Unterhaltung, Floristik und Fotografie. Die Kosten pro Person liegen zwischen 90 und 130 Euro. Auskünfte erteilt euch gerne Sonja Roth unter 06201 3909545 oder per E-Mail: roth@frische-quelle.eu

Wald und Wiese im Odenwald: Im Lokal "Zur frischen Quelle" wird's wild-romantisch (Foto: Roth)

Wald und Wiese im Odenwald: Im Lokal „Zur frischen Quelle“ wird’s wild-romantisch (Foto: S. Roth/ Frische Quelle)

Danke an die Weddingplaner Romina Certa, Filmo Yemame und Kerstin von Marry Moments, die uns – natürlich unentgeltlich – ihre Lieblingslocations verraten haben.
Weder für die Erwähnung, noch für die Verlinkung zu den Website der Locations erhalten wir als Face2Face-Redaktion Geld.

Das Heidelberger Schloss

Aus der Sicht der Altstadt: Das Schloss (Foto: Isabelle Hohmann)

Aus der Sicht der Altstadt: Das Schloss (Foto: Isabelle Hohmann)

Mystisch thront die Bauruine über der Altstadt von Heidelberg. Die Stadt und das dazugehörige Schloss wurden bereits im 12. Jahrhundert namentlich erwähnt, der gesamte Ausbau der Anlage hat sich jedoch über Jahrhunderte hinweg gezogen. Das Schloss an sich besteht aus mehreren Einzelbauten und weist einen nahezu riesigen Schlossgarten auf. Das Heidelberger Schloss galt jahrhundertelang als Residenz der Pfalzgrafen und Kurfürsten am Rhein. Im 17. Jahrhundert wurde das Schloss während des Dreißigjährigen Kriegs stark beschädigt, sodass die Kurfürsten das Interesse an ihrer Residenz verloren und nach Mannheim umsiedelten. Durch die teilweise starke Zerstörung erfreute sich die Sehenswürdigkeit

Deutlich sichtbar: Die Beschädigungen des 30-jährigen Krieges (Foto: Isabelle Hohmann)

Deutlich sichtbar: Die Beschädigungen des 30-jährigen Krieges (Foto: Isabelle Hohmann)

immer mehr Beliebtheit bei Malern, Schriftstellern oder Poeten – sie war der Inbegriff für die Romantik. Nach Überlegungen um 1900 das Schloss sanieren zu lassen, wurde diese jedoch widerlegt, da man den Charme des Schlosses in seiner Ruinenpracht bewahren wollte.

Besuch des Heidelberger Schlosses

Den Schlossgarten kann man kostenlos betreten und eignet sich ideal für einen

Atemberaubend: Der Ausblick vom Schloss (Foto: Isabelle Hohmann)

Atemberaubend: Der Ausblick vom Schloss (Foto: Isabelle Hohmann)

Spaziergang. Auch die Aussicht von oben ist atemberaubend: Heidelberg liegt einem quasi zu Füßen und man genießt einen traumhaften Ausblick auf die Alte Brücke und den Neckar. Nach etwa 10-15 Minuten erreicht man den Schlosseingang. Für die eher Bequemen unter uns gibt es auch eine Bergbahn, die jedoch kostenpflichtig ist. Das Schlossticket ist ein Kombiticket und beinhaltet die Bergbahn, den Eintritt zum Schlosshof, die Besichtigung des Großen Fasses und den Eintritt in das Deutsche Apothekenmuseum. Das Ticket kostet für Erwachsene gerade mal  7 Euro, für Ermäßigte (Kinder, Schüler, Studenten etc.) 4 Euro. Wem eine alleinige Besichtigungstour nicht ausreicht, kann sich noch einen Audioguide, der in verschiedenen Sprachen erhältlich ist, für 5 Euro ausleihen. Auch spezielle Führungen sind möglich, hierfür erkundigt ihr euch am besten direkt auf der Homepage (www.schloss-heidelberg.de).

Vorschau: Im April berichten wir vom Gardasee-Torbole und dem Riva del Garda!

Ein einzigartiges Projekt für eine einzigartige Stadt – Das HOTEL shabbyshabby

Die Atmospähre von Hotelzimmern ist jedem bekannt: Ein funktional eingerichteter Raum, der einem in einer fremden Stadt, abgeschirmt von neugierigen Augen, den nötigen Rückzugsort und ein paar Stunden ungestörten Schlaf, sowie eine heiße Dusche verspricht. Das Projekt HOTEL shabbyshabby, das im Rahmen des Theaters der Welt 2014 in Mannheim stattfand, versprach nichts davon und doch viel mehr.

Erst letzten Sonntag, den 08. Juni, feierte das Theater der Welt in Mannheim mit einer positiven Bilanz seinen Abschluss. Das Internationale Theaterfestival, das seit 1981 alle zwei, beziehungsweise drei Jahre in einer anderen Stadt Deutschlands stattfindet, gastierte dieses Jahr vom 23. Mai bis zum 08. Juni in der Szenerie der ehemaligen Industrie- und Arbeiterstadt im Nordem Baden-Württembergs.

Unter der Programmdirektion von Matthias Lilienthal, der schon 2002 das die Festivalleitung innehatte, bot das Festival in diesem Jahr 25 Programmpunkte, die trotz internationalem Aufgebot einen klaren Bezug zur Stadt Mannheim aufweisen konnten. Neben dem Projekt „X Firmen“, in dem es den Zuschauern möglich war, in einer Tour die Zentren des wirtschaftlichen Motors Mannheims kennenzulernen, hatte vor allem das Projekt HOTEL shabbyshabby einen starken Bezug zur Stadt.

Bietet Platz für ein Hotelzimmer: Ein Haufen Regenschirme (Foto: Christian Kleiner)

Bietet Platz für ein Hotelzimmer: Ein Haufen Regenschirme (Foto: Christian Kleiner)

In Zusammenarbeit mit dem raumlaborberlin, einem Zusammenschluss von Architekten und dem Nationaltheater Mannheim, das zum großen Teil den Austragungsort des Festivals gestellt hatte, wurden im Rahmen des HOTEL shabbyshabby an den ungewöhnlichsten Orten Mannheims 20 Hotelzimmer errichtet. Recyclingprodukte, wie zum Beispiel altes Bühnenmaterial des Nationaltheaters oder Altglascontainer stellten das Baumaterial.Ob auf der Schillerstaute, die am Schillerplatz in der Innenstadt auf den Ort des abgebrannten ehemaligen Nationaltheaters hinweist, direkt an der Neckarspitze, wo der Neckar in den Rhein mündet und man die Industrieidylle der BASF genießen kann, oder inmitten der Baumwipfel des Luisenparks, die von Papageien bewohnt werden, konnte kein gewöhnliches Hotelzimmer mit dem HOTEL shabbyshabby mithalten.

Die Studentin Anne (22) hatte sich schon im Vorfeld eins der Hotelzimmer reserviert und konnte trotz riesigem Ansturm

Fügt sich in die Umgebung ein: Das Hotelzimmer auf dem Gelände der Turley Barracks (Foto: Arthur Bauer)

Fügt sich in die Umgebung ein: Das Hotelzimmer auf dem Gelände der Turley Barracks (Foto: Arthur Bauer)

eine Nacht in einem der begehrten Hotelzimmern ergattern. Ein Auto, abgestellt am Straßenrand in der Schwetzinger Vorstadt, ein Gartenschlauch als Dusche, ein Münztelefon als Kontakt zur Außenwelt. „Immer wieder sind neugierige Leute vorbeigelaufen und haben teilweise sehr direkt in das Auto gestarrt, in dem ich eben mit meinem Freund übernachtet habe. Viele Leute dachten, wir wären Schauspieler“, schildert sie ihre Eindrücke. „Geschlafen habe ich in dieser Nacht nicht viel, aber es kommt ja auf das Erlebnis an. Und das war es eindeutig. Sich am nächsten Morgen beim Frühstück im Nationaltheater mit den anderen Hotelgästen auszutauschen war auch ein tolles Angebot, das wir natürlich in Anspruch genommen haben“, so die 22-jährige.

Ob nun über den Dächern Mannheims, in der Fassade des Modehauses Engelhorn direkt in der Innenstadt, mitten auf der Wiese der Turley Barracks oder an der Neckarpromenade – das HOTEL shabbyshabby trug mit seinen ausgebuchten Hotelzimmern maßgeblich zur positiven Bilanz des Theaterfestivals „Theater der Welt“ bei und auch wenn die Gäste wohl wenig geschlafen haben, werden sie diese Nacht in Erinnerung behalten.

Von Pazifikinseln, Weltuntergang, mangelnder Mainstreamkonformität und Selbstfindung – Ein Interview mit der Band Traversay

Im Jahre 2010 gründeten der Pianist Niklas Blumenthaler (21), Sänger und Gitarrist Simon Lindner (22) und Schlagzeuger Johannes Lindner (21), die Band Traversay. 2013 veröffentlichten sie ihre erste EP, mit dem pragmatischen Namen #EP. Seitdem spielten sie zahlreiche Gigs in der Metropolenregion Rhein-Neckar und haben sich mit ihrem Wechsel aus harten Gitarrenriffs und melodischen Klavierpassagen mittlerweile eine passable Fangemeinde aufgebaut. In ein spezifisches Genre lässt sich die Band nur schwer einordnen, jedoch kommt die Bezeichnung Progressive Rock der Musik noch am nähesten.Face2Face sprach mit zwei der drei Bandmitglieder über ihre Bandgeschichte und nahe Zukunft.

Face2Face: Traversay ist nicht nur der Name eurer Band, sondern auch die Bezeichnung für eine Inselgruppe im Südpazifik. Aus welchem Grund habt ihr diese unbewohnten Inseln für eure Namensgebung herangezogen?

Das Cover der ersten CD der Band Traversay: #EP (Foto: Traversay)

Das Cover der ersten CD der Band Traversay: #EP (Foto: Traversay)

Simon: Wie es so häufig vorkommt, haben wir zuerst unsere Band gegründet und uns dann auf Namenssuche gemacht. Wir hatten 40 oder 50 Namensvorschläge, die aber alle nicht unseren Vorstellungen entsprachen. In einer Bar beim Blick auf die Weltkarte haben wir dann entschieden, dass unsere Band jetzt Traversay heißt. Diese unbewohnten Inseln erschienen uns ideal, denn sie werden mit nichts anderem verbunden, als dass sie jetzt auch noch Namensgeber für unsere Band sind.

 Face2Face: Womit verbringt ihr eure Zeit, wenn ihr nicht gerade auf der Bühne steht oder an neuen Songs tüftelt?

Niklas: Ich studiere Lehramt an Gymnasien für die Fächer Mathe und Politik an der Universität Mannheim. Simon studiert Medizin und Johannes Realschullehramt für die Fächer Mathe, Physik und Musik. Nimmt man Studium und Musik zusammen, dann bleibt eigentlich nicht mehr viel Zeit für andere Dinge. Natürlich haben wir dennoch vielseitige Interessen, wie Sport treiben, Freunde treffen und was man eben so macht, dem gehen wir natürlich auch nach. Unser großes gemeinsames Hobby ist aber tatsächlich die Musik.

Face2Face: Die Gründe der Zusammenkunft von vielen Bands reichen über zufällige Begegnungen bis hin zu langen Sandkastenfreundschaften. Dass Johannes und Simon verwandt sind, kann man ja zumindest erahnen. Wie genau habt ihr drei nun zueinandergefunden?

Verkörpern die Band Traversay: Niklas Blumenthaler, Johannes Lindner und Simon Lindner (von links nach rechts) (Foto: Traversay)

Verkörpern die Band Traversay: Niklas Blumenthaler, Johannes Lindner und Simon Lindner (von links nach rechts) (Foto: Traversay)

Simon: Meine Freundin ist Niklas‘ Krabbelgruppenfreundin, irgendwann hat sie Niklas mal ins Schwimmbad mitgenommen und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Umso mehr hat es uns gefreut zu merken, dass wir die gleiche Musik hören und idealerweise auch noch verschiedene Instrumente spielen.

Face2Face: Schon 2011, nur knapp zwei Jahre nach eurer Gründung, habt ihr den 1. Platz beim Newcomer-Festival des Café Central in Weinheim belegt und seitdem auch viele Gigs gespielt. Bei welchen Leuten kommt eure Musik an?

Niklas: Es ist auffallend, dass eher männliche als weibliche Personen auf unsere Musik stehen. Dadurch, dass wir etwas anspruchsvollere Musik machen, sprechen wir auch Leute an, die nicht die typischen Radiohörer sind. Traversay lässt sich wohl eher abseits des Mainstreams ansiedeln, weshalb diese Art von Musik vielleicht keine Massen anspricht.

Face2Face: Eure Songs erinnern mitunter an Radiohead und Muse. Welche Künstler haben euch beeinflusst oder inspiriert?

Simon: Gerade am Anfang hatten wir tatsächlich eine Phase, in der wir exzessiv Muse und Radiohead gehört haben, was wohl auch Einfluss in unsere Musik gefunden hat. Mittlerweile haben sich die Einflüsse erweitert, Muse und Radiohead nahmen aber in der Anfangszeit auf jeden Fall eine vorrangige Stellung ein. Inzwischen sind wir freier von direkten Einflüssen, ganz lassen sich diese wohl aber nie vermeiden.

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Über den Dächern Mannheims: Die Band Traversay (Foto: ChrisArtography)

Niklas: Dazu muss noch gesagt werden, dass es keine Band gibt, der wir nachgeeifert haben und uns gedacht haben „wir wollen so wie sie sein“. Zwar wäre es wohl einfacher sich eine Band als Ideal zu nehmen, aber wir haben schon immer versucht, unseren eigenen Stil zu finden. Mittlerweile ist uns das auch ganz gut gelungen.

Face2Face: Hört man sich beispielsweise den Track „Omega“ an, kann man sagen, dass eure Musik doch sehr sphärisch ist. Wie finden Musik und Lyrics bei euch zueinander?

Niklas: Wir versuchen, viele Dinge thematisch umzusetzen. Der Song Omega mit seinen Chören soll eine gewisse Endzeit und Weltuntergangsstimmung rüberbringen. Bei dem Lied Redeption dachte ich persönlich an den arabischen Frühling, aber das kommt bei jedem vielleicht anders rüber.

Bei den Lied Mirror 7 haben wir uns mathematisch mit der Zahl sieben auseinandergesetzt. Das Lied ist in sieben Teile aufgeteilt, besteht aus 7 Takten und das ganze Stück ist im 7/8 Takt geschrieben. Außerdem lässt sich das Stück inhaltlich in der Mitte spiegeln, zum Beispiel sind Anfang und Ende gleich. Das sind ein paar Spielereien, die uns wirklich Spaß gemacht haben.

Simon: Der Fokus liegt bei uns auf jeden Fall auf der Musik und nicht auf den Texten. Wir machen die Musik, um der Musik willen und nichts anderes. Wir wollen kein autobiographisches Material in unsere Texte mit einbringen. Vielmehr interessieren uns gesellschaftsrelevante aber auch abstrakte Themen, unter denen sich jeder etwas Eigenes vorstellen kann.

Face2Face: Schaut man sich eure Besetzung an, so seid ihr mit drei Mitgliedern und mit Gitarre, Schlagzeug und Keyboard doch spärlich besetzt. Viele Musikergeister scheiden sich in dieser Hinsicht, aber vermisst ihr manchmal einen Bassisten unter euren Reihen?

Im Rampenlicht: Traversay bei ihrer EP-Release im Peer23 in Mannheim (Foto: ChrisArtography)

Im Rampenlicht: Traversay bei ihrer EP-Release im Peer23 in Mannheim (Foto: ChrisArtography)

Niklas: Wir hatten schon zwei Anläufe, in denen wir einen Bassisten für uns gewinnen wollten, bisher hat es aber menschlich einfach nicht gepasst. Wir wollen jemanden finden, der sich perfekt in unser Team einspielt, und lassen uns dafür auch Zeit. Nachdem wir so lange Zeit ohne Bass unterwegs waren, ist es zudem schwer, sich aus diesem eingespielten Team herauszubewegen.

Face2Face: Was sind eure Pläne für die Zukunft? Gebt uns doch einen kurzen Ausblick!

Niklas: Im Herbst haben wir vor, eine neue Single und ein dazugehöriges Video rausbringen. Wir wollen uns neu erfinden, vielleicht mit einem komplett neuen Auftreten, sowohl medial als auch unser Bühnenauftritt. Wir gehen sogar so weit, dass wir unseren Bandnamen infrage stellen.

Simon: Kurz und knapp kann man sagen: Wir sind im Begriff, alles zu hinterfragen: Unsere Besetzung, unseren Auftritt und unseren Namen. Wir wollen unser Songwriting als Grundlage für diesen Prozess nehmen und von dem ausgehend Veränderungen durchführen. Erstmal sind jetzt keine neuen Konzerte geplant. Wir wollen uns auf eine Sache konzentrieren, das heißt, im Moment liegt der Fokus auf dem Songwriting. Erst danach können weitere Schritte eingeleitet werden.

Wem dieser Artikel nun Lust auf mehr gemacht hat, kann sich auf Bandcamp einige Lieder von Traversay aufhören. Hier geht es außerdem zur Facebook-Seite der Band.

Aber dem nicht genug. Ihr habt bis zum 03.05. die einmalige Möglichkeit, eines von 2 Traversay-Paketen zu gewinnen. Dieses enthält nicht nur die EP der Band, sondern auch ein Poster mit Unterschriften aller Bandmitglieder. Schreibt dazu eine Email mit eurem Namen und warum ihr das Paket gerne gewinnen würdet an nadine.schwalb(at)face2face-magazin.de.