Neuster Trend in den Supermärkten: Plastikmäntelchen – jetzt auch für Fairtrade-Bananen

Die Welt droht im Müll zu ersticken. Wenn unsere „Wegwerfgesellschaft“ so weiterlebt, wird die Menge an Plastikmüll bis 2050 auf zwölf Milliarden Tonnen steigen. Zwar sind Plastiktüten in den Supermärkten nun kostenpflichtig und werden dadurch seltener genutzt, doch den Großteil des Plastikmülls machen die Lebensmittelverpackungen aus. Nicht jeder Müll wird am Ende recycelt, verbrannt oder landet auf einer Mülldeponie. Ein Großteil liegt oder schwimmt irgendwo in der Umwelt. Die Folgen sind fatal: qualvoll verendende Meerestiere, die sich in Netzten verfangen und ertrinken oder das Plastik als Nahrung aufnehmen. Dieses Plastik endet dann letztendlich wieder auf unseren Tellern.

Kaum Produkte ohne Lebensmittelverpackungen

Neuster Trend in den Supermärkten: Plastikmäntelchen – jetzt auch für Fairtrade-Bananen

Doppel und dreifach verpackte Lebensmittel (Foto: M. Boudot)

Beim Einkaufen im Supermarkt findet man kaum noch Produkte, die nicht in Plastik umhüllt sind. Und wenn doch, wird einem dazu die entsprechende Plastiktüte für den Transport angeboten. Lebensmittel werden immer aufwendiger verpackt. Die Plastikhüllen sollen die Lebensmittel schützen und sind zeitgleich sehr hygienisch. Kekse, Teebeutel und Schokolade sind häufig doppelt und dreifach eingepackt. Vor allem auch Obst und Gemüse werden vorverpackt angeboten. Eingeschweißte Gurken, portionierte Äpfel oder Beeren umhüllt von Plastik. Auch Wurst und Käse verursachen durch ihre Verpackungen viel Müll. Früher wurden sie am Stück gekauft, heute findet man Wurst und Käse in wenigen portionierten Scheiben, wodurch das Verpackungsaufkommen etwa verdreifacht wird. Das liegt daran, dass die Haushalte kleiner und auch älter werden. Heutzutage bestehen Haushalte aus ein bis zwei Personen, die wie zum Beispiel Senioren weniger Nahrungsmittel benötigen.

Fairtrade trotz Plastikverpackung

Aber Fairtrade-Bananen in Plastik? Wie passt das zusammen? Claudia Brück vom Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt (TransFair) erklärt warum das so ist:
Als unabhängige Initiative handelt TransFair nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte auf der Grundlage von Lizenzverträgen. Auf die Verpackungsgestaltung kann TransFair grundsätzlich nur in Bezug auf die Verwendung des Fairtrade-Siegels Einfluss nehmen.
„Wir erhielten die Rückmeldung aus dem Lebensmitteleinzelhandel, dass die Plastik-Umverpackung für die Bananen notwendig sei“, erzählt Brück. Anscheinend hatten einige Kunden Fairtrade-gekennzeichnete Bananen als „konventionelle“ Bananen abgewogen und an der Kasse vorgelegt und somit entsprechend weniger bezahlt. Allerdings arbeitet TransFair, gemeinsam mit den Importeuren, schon seit einiger Zeit an genau diesem Thema. „Bisher gibt es jedoch noch kein belastbares Bio-Material, das die hohe Feuchtigkeit – denn Bananen schwitzen – und die großen Temperaturunterschiede von 10 – 36°C während der zwei bis drei Wochen langen Reise aus Lateinamerika bis in die deutschen Supermärkte übersteht“, sagt Brück. Immerhin nutzen immer mehr Supermärkte eine Klebebandrolle, um die Bananen einzuwickeln und das produziert deutlich weniger Abfall.

Tipps zur Müllvermeidung

Um in Zukunft Mensch, Tier und Umwelt zu schützen, können im Alltag schon kleine Veränderungen hilfreich sein:

  • Statt von weit hergekommene Lebensmittel zu kaufen, auf lokale und regionale Lebensmittel zurückgreifen, zum Beispiel durch einen Einkauf auf dem Wochenmarkt.
  • Keine Plastik-, sondern Glasflaschen kaufen. Oder sogar noch besser: Leitungswasser trinken. Das ist qualitativ nicht nur genauso gut wie Wasser aus der Flasche – man spart auch bares Geld: 1.000 Liter Leitungswasser kosten gerade mal sechs Euro.
  • Etwas Neues ausprobieren, eine Zero Waste-Woche einlegen, so wie unsere Autorin Tatjana oder mal in einem Unverpacktladen einkaufen gehen.
  • Im Supermarkt bevorzugt lose und Frischware kaufen, statt doppelt und dreifach verpackte Produkte.

 

Stubenhocker – na und?

Habt ihr es schon gemerkt? Es wird Frühling! Die Temperaturen steigen, die Blumen sprießen, die Bienlein summen. Von überall her tönt es: „Hinaus mit euch, hinaus in die Welt, in die Natur, in die Sonne!“ Meine Mutter meinte neulich mit einem skeptischen Blick auch, ich könnte etwas öfter rausgehen. „Es würde ja reichen, eine halbe Stunde auf die Terrasse zu gehen“, meinte sie und probierte es auch gleich mit dem schlechten Gewissen, meinen Kindern nicht genug Natur zu bieten. Denn eines ist klar: Ich bin ein Stubenhocker.

Wohlfühlbereich

Wohlfühlbereich: Für Stubenhocker das gemütliche Sofa (© Rainer Sturm / pixelio.de)

Wohlfühlbereich: Für Stubenhocker das gemütliche Sofa (© Rainer Sturm / pixelio.de)

Mein Wohlfühlbereich ist in meinen vier Wänden, am liebsten mit einem Buch. Sofa, Sessel, Kuscheldecke, dampfender Tee – meinetwegen auch ein kühler Saft. Dabei ist es nicht so, dass ich nicht gerne rausgehe. Ich genieße auch die Gartenarbeit, einen Spaziergang, Joggen oder einfach eine Decke auf dem Rasen. Lieber bin ich aber drinnen. Dort, wo kein Hundegebell oder Rasenmähergebrüll vom Nachbarn tönt, wo die Sonne nicht blendet und mir im Sommer regelmäßig den Hitzekoller bereitet, wo meine Kinder mit ihrem Spielzeug am Boden spielen, statt auf Klettergerüst und Rutsche zu turnen. Ich bin, verdammt nochmal, gerne ein Stubenhocker.

Raus aus dem Haus?

Raus ihr Stubenhocker? Auch draußen ist es schön (Andreas Hermsdorf / pixelio.de)

Raus ihr Stubenhocker? Auch draußen ist es schön (©Andreas Hermsdorf / pixelio.de)

Wichtig ist doch, das eigene Maß zu finden. Nach einem anstrengenden Nachmittag im Garten kann ich mich abends immer noch hin kuscheln. Und natürlich kann ich auch draußen lesen oder arbeiten, wenn ich dort meine Ruhe habe. Dann kann es ganz inspirierend sein, frische Luft um sich zu haben. Die gibt es aber auch drinnen, wenn die Fenster offen sind. Und auch wenn ich gerne drinnen bin, genieße ich genauso die Zeit draußen und freue mich darauf, bevor die Sommerhitze mich ohnehin wieder in die kühleren Innenräume zwingt. Auf Teufel komm raus aber hinaus zu gehen, nur um „an der Luft“ gewesen zu sein, macht das Naturerlebnis zum Zwang.

Kranker Stubenhocker

Kranker Stubenhocker: Mach drinnen bleiben krank? (© Stefan Bayer / pixelio.de)

Kranker Stubenhocker: Mach drinnen bleiben krank? (© Stefan Bayer / pixelio.de)

Die Vorstellung des blassen, kränklichen Stubenhockers ist ohnehin überholt. Unsere leistungsorientierte Gesellschaft hat uns so darauf getrimmt, unsere Gesundheit im Auge zu behalten, dass wir die Notwendigkeit zum Ausgleich der Innenstunden quasi mit der Muttermilch aufgesogen haben. Wir sind optimiert darin, vitaminreiche Nahrungsmittel zu uns zu nehmen, in Bewegung zu bleiben, mit Armbändern unser Schlafverhalten zu messen und unsere Schritte zählen zu lassen. Demnächst werden unsere Geräte festhalte, wie viele Sonnenstunden wir am Tag gesammelt hatten, um uns nach draußen zu schicken, wenn es zu wenig waren.

Drinnen genießen

Einfach nur Ruhe: Stubenhocker haben ihre Gründe (© Rainer Sturm / pixelio.de)

Einfach nur Ruhe: Stubenhocker haben ihre Gründe (© Rainer Sturm / pixelio.de)

Vielleicht bin ich ja auch deswegen so gerne drinnen, weil ich dann das Draußen ausschließen kann. Ich kann mich abschotten und jegliche Beobachtung von außen vermeiden. Rechner aus, Mobiltelefon aus, Stecker ziehen, Ruhe. Jede einsame Berghütte kann in meinem Zuhause sein, wenn ich es nur will. Draußen aber, da lauern immer fremde Blicke. Nicht nur die der Nachbarn, sondern neuerdings ja auch Drohnen mit Kameras, Satellitenaufnahmen und was weiß ich noch alles. In meiner Stube aber kann ich, ohne die anderen, einfach mal ich sein.

Vorschau: In zwei Wochen schreibe ich hier über die Ära Obama und warum ich sie vermissen werde.

Haute Couture Ostern: Eier im Kochtopf dekorieren

Bunt dekoriert: Verzierte Ostereier gehören zu jedem Osterfest (Foto: Onat)

Bunt dekoriert: Verzierte Ostereier gehören zu jedem Osterfest (Foto: Onat)

Ein Osterfest ohne bunte Eier wäre zwar undenkbar. Doch wie verwandelt man Otto-Normal-Eier nicht nur innerlich zu Wundertüten, sondern auch optisch zu „egg-cellenten“ Festtags-Accessoires? Die Tipps&Tricks-Redaktion verrät, wie ihr – ganz ohne Pinsel und Stifte – bereits beim Kochen die weiße Schalen-Leinwand in Kunstwerke verwandelt. So werden die runden Gesellen dieses Jahr garantiert zu modebewussten Trendsettern auf dem Ostereier-Laufsteg.

Chic: Modische Eier mit Krawatten-Motiven (Foto: Onat)

Chic: Modische Eier mit Krawatten-Motiven (Foto: Onat)

Zutaten und Materialien für Seiden-Eier:

  • weiße Eier
  • zwei Esslöffel weißer Essig
  • etwas Wasser
  • pure Seide – beispielsweise in Form von Krawatten
  • weißer Stoff – beispielsweise in Form alter T-Shirts oder Kissenbezüge
  • eine Schnur oder Gummibänder
  • ein Topf, ein Löffel und eine Schere
  • gegebenenfalls eine Nadel und Schüssel zum Ausblasen sowie etwas Öl

Zubereitung:

  1. Zunächst wird – falls das Ei ausgeblasen werden soll – dieses mit Löchern an beiden Enden versehen. Hierfür mit einer Nadel die Löcher hineinstechen und das Ei über einer Schüssel auspusten. Falls das Ei nicht ausgeblasen werden soll, wird direkt mit dem folgenden Schritt verfahren.
  2. Die Krawatten und den weißen Stoff mit einer Schere in Stücke schneiden, die groß genug sind, um das Ei zu umhüllen. Anschließend das Ei in den Seidenstoff wickeln und mit einer Schnur oder Bändern zubinden, wobei die vordere Seite die Schale berühren muss. Bei einer Krawatte ist dies die Seite, die nach außen zeigt. Mit dem weißen Stoff ebenso verfahren und die Krawatten-Eier darin verhüllen.
  3. Den weißen Essig mit etwas Wasser in einen Topf geben und auf mittlerer Stufe erhitzen. Die verpackten Eier hineingeben und für mindestens 20 Minuten auskochen. Anschließend die gefüllten Säckchen mit einem Löffel aus dem Wasser nehmen, auskühlen lassen und mit einer Schere aus ihrer Stoffhülle befreien. Wer die bunten Eier noch zum Glänzen bringen möchte, kann diese mit etwas Öl bestreichen.

 

Haute Couture Ostern: Eier im Kochtopf dekorieren

Natürlich: Sowohl beim Motiv als auch bei der Farbe wurde auf die Natur zurückgegriffen (Foto: Onat)

Zutaten und Materialien für Zwiebelschalen-Eier:

  • weiße oder braune Eier
  • zwei Esslöffel weißer Essig
  • etwas Wasser
  • Stretch- oder Nylon-Strümpfe
  • braune oder violette Zwiebelschalen
  • Blätter, Blüten oder Spitze
  • ein Topf, ein Löffel und eine Schere
  • gegebenenfalls eine Nadel und Schüssel zum Ausblasen sowie etwas Öl

Zubereitung:

  1. Auch hier muss das Ei nach Bedarf zuerst ausgeblasen und von seinem Inhalt befreit werden. Die Zwiebelschalen-Methode eignet sich aber für gefüllte Eier und Eierschalen gleichermaßen.
  2. Etwas Essig in einen Topf mit Wasser und den Zwiebelschalen geben und alles aufkochen lassen.
  3. Nun die Motive wie Blätter, Blüten oder Spitze an das Ei legen und fixieren: Hierfür die Strümpfe mit einer Schere in kleine Stücke schneiden und das Ei darin einwickeln. Der Nylon-Mantel lässt sich einfach verschließen, indem man beide Enden des Stoffes am Ei zusammendreht und miteinander verknotet.
  4. Die verpackten Eier in das kochende Wasser geben und für 15 Minuten kochen. Anschließend die Eier mit kaltem Wasser abschrecken, mit einem Löffel aus dem Wasser nehmen und auspacken. Auch hier sorgt etwas Öl für Glanz auf den bunten Ostereiern.

Tipps:

  • Mit dieser Methode lassen sich Motive ebenfalls durch Lebensmittelfarbe an das Ei anbringen. Wer weiterhin auf natürlichem Wege die Ostereier färben möchte, kann auch hier mit den Farben variieren: Spinat sorgt für ein sattes Grün, Rote-Bete-Saft für einen kräftigen Rot-Ton und Kurkuma wiederum für gelbe Eier.
  • Falls keine Vorlage vorhanden ist, einfach die Eier ohne Essig kochen und mit einem in Essig getauchten Pinsel direkt bemalen.

Vorschau: Nächste Woche gibt es ein leckeres Rezept für Käsekuchen à la Mama.

Mein kleiner Garten

Frühlingshaft. Eine schöne Blumenwiese sorgt für eine tolle Atmosphäre im Garten (Foto: Obermann)

Frühlingshaft. Eine schöne Blumenwiese sorgt für eine tolle Atmosphäre im Garten (Foto: Obermann)

Ein Heim ohne Garten wäre für mich nur ein halbes. Aber ich will gleich Entwarnung geben. Ich bin keine von denen, die stundenlang mit der Nagelschere den Rasen trimmen und jedes Kräutlein, das abseits anfängt zu wachsen sofort ausreist. Mit Mühe und Not schaffe ich es zwischen Studium, Arbeit und Kindern die alten Sonnenblumen rauszumachen und Büschel von Löwenzahn, die meine Erdbeeren einengen, zumindest oberflächlich auszureißen. Und doch gehört ein kleiner Garten für mich zum perfekten Heim dazu.

Vielleicht liegt es daran, dass ich schon so aufgewachsen bin. Meine Mutter schickte mich des Öfteren hinaus in unsere kleinen Beete (viel war es wirklich nicht) mit dem Auftrag dieses oder jenes Gewürzkraut mit hineinzubringen. Nach zehn Minuten wagte ich mich wieder in die Küche wagte – mit leeren Händen – und fragte zerknirscht, wie denn Liebstöckel aussehe oder ob das, was ich gefunden hatte, auch wirklich Oregano war. Das ist auch wirklich nicht immer so leicht. Erst kürzlich haben sowohl meine Mutter als auch ich, den Kerbel aus meinem Garten für Petersilie gehalten. Kann passieren, geschmeckt hat es trotzdem.

Reift heran: die grüne Tomate wird bald in der Sonne rot (Foto: Obermann)

Reift heran: die grüne Tomate wird bald in der Sonne rot (Foto: Obermann)

Frische Gartenkräuter sind für mich schon beinahe essentiell. Besonders im Sommer, wenn es fast jeden Tag Salat gibt. Keine Gewürzmischung bringt die Aromen hervor, wie frisch geschnittene Kräuter, und ich kann sie bequem nach meinem Geschmack mischen. Oder selbst eingelegtes Grillfleisch, marinierter Schafskäse, würziges Brot, alles bekommt mit frischen Kräutern eben genau das: Frische.

Genauso wichtig aber sind mir Obst und Gemüse. Viel braucht es da nicht, sodass ich glücklich werde. Ein paar Salatpflanzen, von denen ich meine Blätter nach Gebrauch abzupfen kann, Kohlrabi für die Kinder, Tomaten, die in der Sonne süß geworden sind. Und erst die Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren: ein Traum für Kinder und alle, die Obst mögen. Die reifen Früchte einfach abzupfen und aus Mangel an Spritzmittel können sie einfach so in den Mund gestopft werden, noch warm von der Sonne. Frischer geht es nicht mehr. Und wer so etwas mal probiert hat, weiß, leckerer geht es auch nicht.

Wenn mein Ertrag zum Naschen reicht, ist mir das schon genug. Ich will ja keine Früchte auf dem Markt verkaufen und zum Marmeladekochen kauf ich schon mal etwas dazu oder ernte eben noch bei meinen Großmüttern, die beide große und volle Gärten haben. Aber ich arbeite etwas in und mit der Natur und bekomme tatsächlich etwas zurück. Selbst die blühenden Blumen meiner Frühlingswiese erfüllen mich mit tiefer Zufriedenheit, denn wegen mir sind diese Blumen dort und strahlen in die Welt hinaus. Schön ist auch, dass meine Kinder lernen, dass unser Essen von der Erde kommt, dass es nicht vom Himmel fällt oder im Supermarkt in den Regalen wächst, sondern dass Arbeit dahinter steckt, Geduld und Zeit. Aber auch, wie wetterabhängig die Pflanzen sind, wie ein Sturm die Hälfte der noch unreifen Früchte abschlagen kann, oder Schnecken die Salatblätter zerfressen.

Junger Hüpfer? Durch den Garten können auch Große immer noch etwas lernen (Foto: Obermann)

Junger Hüpfer? Durch den Garten können auch Große immer noch etwas lernen (Foto: Obermann)

Warum ist mir das so wichtig? Das ist einfach erklärt. Wir sind billige Preise gewohnt, wir wollen keinen Euro für einen Kopfsalat bezahlen, kaufen billigere Erdbeeren in billigeren Geschäften, statt im Gemüsegeschäft nebenan, wo das Ganze eben etwas teurer ist. Und ich bin da skeptisch. Wenn so viel Arbeit dahinter steckt, dann ist die Sache auch ihr Geld wert. Eigentlich bezahle ich lieber ein bisschen mehr und weiß, woher mein Gemüse kommt, weiß, dass die Arbeiter auch tatsächlich mehr als einen Hungerlohn bekommen. Bei der aktuellen Diskussion um Mindestlohn wird klar, dass vieles nicht so billig bleiben kann, wie es noch ist, dass wir aber eigentlich auch kein Recht haben, das zu verlangen, wenn dabei die Arbeiter und Bauern auf der Strecke bleiben.

Aus meinem kleinen Garten kann ich somit immer noch viel lernen und meine Kinder ebenso. An einem sonnigen Tag kann ich einmal richtig arbeiten und mich am nächsten auf die Wiese legen und einfach nur freuen, dass dieses kleine Stückchen Natur sozusagen auf meinem Mist gewachsen ist. Und das finde ich einfach nur schön.

Vorschau: Sascha erklärt hier nächste Woche, warum das Gedächtnis in den unpassensten Momenten versagt und wir vergesslich werden.

Irland: Ein Land mit vielen Facetten – Teil 1

Kaum eine andere Insel in Europa bietet Geschichte, Kultur und atemberaubende Landschaften zugleich: Irland. Das überwiegend römisch-katholische Land mit etwa 4,5 Millionen Einwohnern besticht potenzielle Besucher mit seiner Einzigartigkeit.

Auch das wohlbekannte Kulturviertel Temple Bar in Irlands Hauptstadt Dublin ist ein wahrhaftiger Touristenmagnet. Besucher aus aller Welt treffen sich hier, um gemeinsam Nächte durchzumachen oder das irische Guiness-Bier zu genießen. Guiness gehört zu den dunklen Biersorten. Täglich werden rund um den Globus etwa 60 Millionen Pints (ein Pint entspricht ca. 0,5 Liter) dieser Biersorte verzehrt. Wer Interesse an der Geschichte des Biers und seiner Herstellung hat und selbst einmal eines zapfen möchte, dem sei das Guiness Storehaus wärmstens empfohlen. Hier bekommt man am Ende des interaktiven Museums sogar ein Pint Guiness umsonst. In der Regel kostet ein Pint in der Hauptstadt Dublin rund 6 Euro. Ein Besuch lohnt sich also!

Fantastische Aussicht: Die Wicklow Mountains (Foto:Hohmann)

Fantastische Aussicht: Die Wicklow Mountains (Foto:Hohmann)

Kommen wir nun zurück zu den überwältigenden Landschaften, die in ganz Irland zu finden sind: Ein echter Geheimtipp sind die Wicklow Montains, die man in einer rund 30-minütigen Autofahrt in östliche Richtung von Dublin aus erreichen kann. Das Gebirge offeriert grandiose Aussichten und unvergessliche Bilder, auch wenn es dort teilweise sehr stürmisch zugeht. Ein besonderer Höhepunkt für alle Romantiker: In den Wicklow Mountains befindet sich die Brücke, auf der eine Szene des berühmten Filmdramas P.S. I love you gedreht wurde. Und nicht nur das: Auch der US-amerikanische Film Braveheart mit Mel Gibson in der Hauptrolle, der unter anderem fünf Oscars erhielt, wurde teilweise in diesem Gebiet verfilmt.

Doch nicht nur die Wicklow Montains sind lohnenswert: Auch der so genannte

Giant's Causeway: Die Legende Nordirlands (Foto:Hohmann)

Giant’s Causeway: Die Legende Nordirlands (Foto:Hohmann)

Giant‘s Causeway (zu Deutsch: Damm des Riesens). Er befindet sich an der nördlichen Küste von Nordirland, ca. 80 km von Belfast, der nordirischen Hauptstadt, entfernt. Einer Legende nach wurde der Damm von einem Riesen namens Fionn mac Cumhaill gebaut, da er diesen dafür nutzen wollte, seinen schottischen Feind zu besiegen. Heutzutage kann man den Damm immer noch bewundern: Um die 40.000 Säulen, die etwa 60 Millionen Jahre alt sind, bieten hervorragende Vorrausetzungen, um auf ihnen zu klettern und von einem kleinen Aussichtspunkt das peitschende Meer zu betrachten.

Irland bietet natürlich noch viel mehr an Landschaften, Ausgehmöglichkeiten und Kultur. Aus diesem Grund wird es einen zweiten Teil meiner Irland-Serie in naher Zukunft geben! Also seid wieder mit dabei, wenn es heißt: Irland: Ein Land mit vielen Facetten.

Vorschau: Nächste Woche entführen wir euch in die Main-Metropole Frankfurt!

Weihnachtsinsel – Die Wanderung der Krabben

Vorweihnachtszeit – das heißt Glühwein in der Hand und Wham im Radio. Doch kann eine Tier&Umwelt Rubrik zur weihnachtlichen Stimmung beitragen? Im begrenzten Sinne ja. Denn heute geht es um die Weihnachtsinsel.

Die Weihnachtsinsel liegt im Indischen Ozean südlich von Java und gehört zu Australien. Sie ist 135 km2 groß und hat 1400 Einwohner. Ihren Namen hat sie eigentlich nur, weil William Mynors sie am 25. Dezember 1643 entdeckte .

Interessant ist jedoch die Flora und Fauna der Insel. Die Insel ist zum großen Teil vom tropischen Regenwald bedeckt und steht unter Naturschutz. Der Weihnachtsinsel- Nationalpark nimmt 85 km2 der Insel ein. Da die Natur ein eigenständiges Ökosystem auf der Insel gebildet hat, ist sie sehr anfällig für Störungen. Früher wurde sie durch den Phosphatabbau gestört, heute jedoch bedroht die aus Afrika eingeschleppte Gelbe Spinnerameise das Gleichgewicht. Insgesamt wurden 53 Tierarten eingeschleppt.

Die Insel beherbergt 23 Vogelarten darunter neun Meeresvögel. Zwei Fledermausarten sind kaum noch vorhanden, ebenso die anderen ursprünglichen Säugetierarten. Zehn Reptilien, 14 Schnecken und unzählige Insekten sind ebenfalls auf der Insel beheimatet .

Die größte Sensation auf der Insel sind jedoch die roten Krabben. Diese Tiere sind nur auf der Weihnachtsinsel und der benachbarten Kokosinsel zu finden und führen jedes Jahr, ungefähr im November, wenn die Regenzeit beginnt, eine Massenwanderung durch, die weltweit seinesgleichen sucht. Bei diesem Spektakel bewegen sich alle geschlechtsreifen leuchtend roten Krabbler, fast 50 Millionen Tiere, aus dem Wald zur Küste, um zu brüten. Die Männchen starten die erste Migrationswelle gefolgt von den Weibchen. Der Zeitpunkt ist auch mit der Mondphase synchronisiert, sodass das Krabbenweibchen während des letzten Mondviertels, wenn nämlich der geringste Unterschied zwischen der höchsten Flut und der niedrigsten Ebbe ist, ihre Eier ins Meer entlassen kann . Die Hauptmigration kann bis zu 18 Tage andauern.

Von den Larven, die in die Weiten des Meeres entlassen werden, werden viele gefressen. Nach einem Monat und dem Durchlaufen einiger Larvenstadien wandern die überlebenden nur fünf Millimeter großen Jungkrabben von der Küste in das Innere der Insel ein.

Da einige Jährgänge was die Überlebensrate der Jungen angeht erfolgreicher sind, erhalten sie die Population, wenn auch andere fast vollständig gefressen werden. Doch durch den modernen Menschen entstehen weitere Gefahren für die Krabbe. Durch den Autoverkehr werden viele Krabben überfahren. Doch da die Krabben ebenfalls eine große Touristenattraktion darstellen, gibt es bereits Bemühungen, den Krabben zu helfen. Ähnlich wie bei der Krötenwanderung werden für die Krabben Tunnel oder Brücken gebaut zur sicheren Überquerung der Straße.

 Vorschau: Nächste Woche geht es um die Veränderungen der Atmosphäre wärhend des Winters.

Pflanzenwelt, Gefühlswelt?

Schon unsere Großmütter haben es getan: Mit der Gießkanne in der Hand durch den Gemüsegarten streifend hier einer Tomatenpflanze ein tröstliches Wort zugeflüstert und dort den Kartoffeln etwas vorgesummt. Pflanzen sollen nach Volksglauben unsere Stimmen wahrnehmen können und darauf reagieren – jedenfalls glauben das 49 Prozent der deutschen Bundesbürger (Quelle: Emnid-Untersuchung, Zeit Wissen).

Pflanzen haben zwar kein Gehirn wie Säugetiere, können aber – nach der Meinung vieler – Gefühle empfinden und sind nicht nur reine Biomasse, die auf Wind und Wetter reagiert. Aus dieser Überlegung heraus haben sich vor einigen Jahren einige Wissenschaftler zur „Society für Plant Neurobiology“ zusammengetan, um die Pflanzenneurobiologie zu erforschen. Dieser neue Forschungszweig der Botanik untersucht, wie Pflanzen Umwelteinflüsse wahrnehmen und darauf reagieren. Hauptsächlich geht es dabei um Botenstoffe, die Pflanzen aussenden und empfangen, um daraus Informationen über Gefahren zu erhalten. Aber auch das Wetter mit Wind, Regen und Sonne, übermittelt Signale, die von den grünen Gewächsen interpretiert werden.

So kann die Botanik nicht nur durch die Umwelt beeinflusst werden, sondern auch von uns Menschen. Hier ein paar Beispiele:

Pflanzen spüren nicht nur den Wind, sondern auch, wenn man sie mit Baumwollfasern vorsichtig streichelt. Dabei werden die Berührungsgene, „touch genes“ genannt, stimuliert, welche die Wachstumsrichtung beeinflussen können.

Gewächse haben in jeder Zelle eine Membran, die empfindlicher ist als das menschliche Ohr. Dass sie wirklich darauf reagieren, wenn man mit ihnen spricht, hat der Biologe Stefano Mancuso von der Universität Florenz in der Toskana untersucht. Mit Musik, bevorzugt Mozart, in den pflanzlichen Ohren, wachsen diese laut seinen Forschungsergebnissen schneller und entwickeln größere Früchte.

Aber nicht nur wir Menschen können mit unseren grünen Mitbewohnern kommunizieren, sie unterhalten sich auch untereinander. Das machen sie zwar nicht mir Lauten, stattdessen sie nutzen dafür verschiedene Duftstoffe, die in unterschiedlichen Mengen jeweils eine Bedeutung haben.

Also müssten sich Pflanzen, die nicht mehr zu hören wollen, eher die Nasen als die Ohren zuhalten und hätten damit wohl unsere Großmütter zum Staunen gebracht.

Vorschau: Nächste Woche erscheint an dieser Stelle ein Artikel über Urban Gardening.

Dankt der Ernte

Am ersten Sonntag im Oktober ist das Erntedankfest. Dieses Jahr wird das  der 06.10. sein. Ein Fest, das immer mehr in Vergessenheit gerät, immer mehr verdrängt wird und nur teilweise mit dem amerikanisch-populären Thanksgiving überein kommt. Immerhin ist der bei uns christliche Feiertag zum Dank für die eingebrachte Ernte dort ein Erinnerungsfest an die Pilgerväter. Doch was feiern wir an Erntedank?

Erntereif: die Früchte im eigenen Garten (Foto: C. Gartner)

Erntereif: die Früchte im eigenen Garten (Foto: C. Gartner)

Klar, denkt ihr, wir danken für die Ernte. Und schon da müssen die meisten schmunzeln. Ernte? Wer von uns erntet denn noch? Gut, meine drei Tomatenstöcke werfen mit Früchten nur so um sich, aber davon kann ich doch keine Familie ernähren, wie es die Erne früher musste. Die Ernte, das war das Großereignis. Ihr haben wir zu verdanken, dass die Sommerferien so lang sind, mussten die Kinder doch beim Abernten mitanpacken. Es ging da nie um Sommer, Sonne, Stau, vielmehr um das nackte Überleben, denn ohne die Feldfrüchte hatten die Familien nicht nur nichts zu essen, sondern auch kein Geld, um sich welches zu kaufen.

Was für uns selbstverständlich ist, war noch für unsere Großeltern undenkbar. Einfach alles im Laden kaufen? Woher das Geld nehmen? Und wieso auch, wenn man doch beinahe alles im Garten oder auf dem Feld anbauen kann. Doch unsere Gärten werden zu Steinlandschaften ohne Grün, die Felder liegen brach. Was früher Überleben sicherte, reicht heute nur noch wenigen. Bauern sind heute Großbauern, die für den breiten Markt anbauen, nicht für den Stand auf dem Dorfplatz. Und auch sie müssen immer mehr haushalten. Denn keiner will für eine Zwiebel einen Euro zahlen, selbst wenn sie durch ganz Deutschland gefahren werden musste. Was dem sogenannten Agrarökonom bleibt, ist mehr als hart verdient. Ich jedenfalls bin froh, dass es Menschen gibt, die täglich ihre Felder bestellen, die Erntehelfer aus dem Ausland engagieren, weil sich manche deutschen Arbeitslosen zu gut dafür sind, die ihre kostbaren Erzeugnisse viel zu billig an den Großhändler abgeben, weil ihnen keine andere Wahl bleibt. Die all dies ertragen, ertragen müssen, und dennoch Felder bestellen, ernten können. Ihnen können wir an Erntedank danken.

Mehr als nur Dank wert: Frisches Gemüse (Foto: T. Gartner)

Mehr als nur Dank wert: Frisches Gemüse (Foto: T. Gartner)

Dabei gebe ich zu, ich kaufe mein Gemüse und Obst lieber beim Kleinhändler um die Ecke, der regionale Früchte verkauft, die nicht um die halbe Welt geschifft wurden. Wenn ich es mir leisten kann, hole ich dort Salat und Kartoffeln, den Apfel für die Kindergartentasche meines Sohnes. Ja, es kostet mehr und vielleicht kaufe ich dort auch mal weniger. Doch ich achte auch mehr darauf, dass es auch gegessen wird, gehe sorgsamer damit um, als mit dem 50- Cent-Apfel vom Discounter. Dankbar für die Ernte sein heißt eben nicht nur an einem Sonntag im Jahr mal an die Landwirtschaft denken, sondern das ganze Jahr über. Lange Transportwege schaden der Umwelt, die Umwelt ernährt uns eben mithilfe  der Ernte. Jedes Brot, das wir essen, jeder Schluck Saft, jedes Salatblatt auf einem Burger, alles hängt doch davon ab, dass die Felder anständig bestellt werden. Wir legen Wert auf schadstoffarme Landwirtschaft, kaufen Bio, protestieren gegen Massentierhaltung.

Und doch scheint das alles zu wenig für die Ernte, für unsere Nahrung, für den Dank an die Natur, die wir tagtäglich zerstören. Will man in unserer Stadt ein neues Haus bauen, schreibt die Stadt vor, dass ein einheimischer Baum im Garten gepflanzt wird. Mein Mann meint dazu, er pflanzt auf jeden Fall mehr. Ich meine, wir sollten alle mehr pflanzen. Bäume, Sträucher, Früchte. Von einer Rasenfläche wird keiner satt. Und wer kein komplettes Feld umpflügen muss, sondern nur ein paar Salatköpfe oder Tomaten abmachen will, muss sich auch nicht stundenlang in den Garten stellen und um seine Freizeit bangen (die aber an der frischen Luft gar nicht mal schlecht verbracht wäre). Er könnte auch am ersten Sonntag im Oktober wirklich dankbar sein, dafür, dass die Früchte rot und saftig waren, der Salat frei von Schnecken, die Äpfel am einheimischen Baum ohne Würmer. Er könnte Erntedank feiern und wissen, warum. Was wäre mehr bio? Was wäre ökologischer? Und er würde wissen, dass gute Landwirtschaft eben seinen Preis hat und darum auch auf dem Dorfplatz oder im Gemüseladen um die Ecke einkaufen.

Mehr zum Thema Umwelt lest ihr in unserer Tier&Umwelt-Rubrik.

Vorschau: Nächste Woche erklärt Alexandra euch an dieser Stelle die Abwechslung des Alleinseins.

Natürlich dunkleres Haar – Schwarztee im Selbstversuch

Natürlich dunkleres Haar – Schwarztee im Selbstversuch

Vor dem Schwarztee-Selbstversuch deutlich zu sehen: Die hellen Reflexionen in Tatjanas Haar (Foto: T. Gartner)

Dünn, kraus, trocken, glanzlos – aber wessen Haarpracht ist schon perfekt? Nein, auch meine nicht. Als Teenie ließ ich mir mein langes, braunes Haar nach dem Vorbild einer Klassenkameradin kurz schneiden und färbte es dunkelrot. Zumindest war das der Plan. Da ich aber schon damals ein Fan natürlicher Produkte war, griff ich zu Henna (Anm. d. Red.: Henna ist ein pflanzlicher Farbstoff) – und sah aus wie Pumuckel. Nachdem ich mich von diesem haarigen Unfall erholt hatte, – da ich Farbe, keine Tönung verwendet hatte, dauerte das seine Zeit – beschloss ich: Mit blonden Strähnchen kann man nichts falsch machen. Irgendwann war aber auch der Streifenhörnchen-Look passé und ich entschied mich ab sofort für ein einheitliches Dunkelbraun. Das Problem: Alle paar Wochen blitzte meine Naturhaarfarbe am Ansatz in einem etwas helleren Ton hervor.

Aber ständig färben, das Haar damit strapazieren und noch dazu jede Menge Geld investieren? Nein, danke! Ganz moderne Frau konsultierte ich deshalb Alleswisser Google und fand heraus: Schwarztee soll die Haare dunkler machen. Aber nicht nur das: Das Wundermittelchen reduziert angeblich Haarausfall und verleiht dem Haar Glanz und Geschmeidigkeit.

In diversen Beauty-Foren diskutieren Mädels über die Wirksamkeit der natürlichen Tönung und auch auf verschiedenen Hausmittel-Websites finden sich vielfältige Anwendungstipps. Einen ausführlichen Erfahrungsbericht kann ich jedoch nirgends finden und beschließe kurzerhand mein eigenes Versuchskaninchen zu sein.

Natürlich dunkleres Haar – Schwarztee im Selbstversuch

Testet für die Face2Face-Leser, ob Schwarztee die Haare wirklich dunkler tönt: Tatjana (Foto: C. Gartner)

Die einzige Investition vorerst: Etwa drei Euro für eine Packung Schwarztee. Da ich mich vor Start des Selbstversuches ausgiebig in die leider recht lückenhafte Berichterstattung im Internet eingelesen habe, weiß ich, dass es mit einer Anwendung wahrscheinlich nicht getan sein dürfte. Also beschließe ich, meine wöchentliche Haarkur viermal hintereinander durch eine Schwarztee-Kur zu ersetzen. Und schon kann es losgehen!

Die im Internet ausgewiesene Vorgehensweise befinde ich gleich nach der ersten Anwendung für – sagen wir einmal – unpraktikabel. Für einen halben Liter Tee ist selbst in langem Haar kein Platz, sodass ein Großteil davon ungenutzt in die Badewanne fließt und der kleine Rest während der Einwirkzeit unaufhörlich vom Kopf trieft und tropft. Daher hier meine persönliche Anwendungsempfehlung, für die zusätzlich eine Sprühflasche (hier tut es eine Blumenspritze oder auch eine ehemalige Sprühkurflasche) benötigt wird:

1. Vier Beutel Schwarztee in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen und für eine halbe Stunde bis Stunde ziehen lassen bis der Tee nur noch lauwarm ist.

2. Während der Ziehzeit die Haare wie gewohnt waschen und anschließend in ein Handtuch wickeln, damit sie im nächsten Schritt möglichst viel Flüssigkeit aufnehmen können.

3. Einen kleinen Teil des Tees in die Sprühflasche füllen. Jetzt die Haare aus dem Handtuch befreien, den Kopf über die Badewanne hängen und den restlichen Tee aus der Tasse langsam über die Haare gießen, sodass diese vollständig durchnässt sind.

4. Das Haar gut ausdrücken, um das Tropfen zu vermeiden, dann locker am Oberkopf feststecken, ein Handtuch um die Schultern legen und etwa eine Stunde einwirken lassen.

5. Während der Einwirkzeit die Haare mehrfach mit dem Tee aus der Sprühflasche besprühen, sodass sie immer gut durchfeuchtet sind.

6. Die Haare mit klarem Wasser auswaschen, bis keine Farbe mehr herauskommt.

Aufgepasst: Der Tee färbt leider nicht nur das Haar, sondern auch Badewanne, Handtuch und Kleidung. Deshalb lieber nicht das Lieblingstop während der Kur tragen. Die Badewanne lässt sich übrigens mit herkömmlichen Reinigern ohne viel Aufwand wieder blitzblank putzen.

Natürlich dunkleres Haar – Schwarztee im Selbstversuch

Eine kleine Veränderung ist zu sehen: Tatjanas Haare im Vorher-Nachher-Vergleich (Fotos: T. Gartner)

Nun zur Frage aller Fragen: Was hat sich nach vier Wochen Anwendung getan?

Was die Farbe betrifft, ist eine leichte Veränderung zu sehen. Die hellen Reflexionen in meinem Haar wurden geringfügig dunkler. Leider konnte der Schwarztee seinem Ruf das Haar geschmeidig zu machen dafür aber gar nicht gerecht werden. Ganz im Gegenteil: Schon nach der ersten Anwendung war das Durchkämmen trotz Sprühkur ein harter Kampf. Mein Haar fühlte sich rau an und war total verknotet – Struwwelpeter-Look par excellence. Nach der vierten Anwendung war ich trotz einigermaßen zufriedenstellendem Farbergebnis froh, keinen weiteren Versuch wagen zu müssen – nach gefühlt dreistündigem Kämmen hätte man aus dem ausgerissenen Haar locker eine komplette Perücke herstellen können.

Mein Fazit: Schwarztee zur Farbauffrischung oder zum minimalen Nachdunkeln der Naturhaarfarbe funktioniert in Maßen. Eine pflegende Wirkung ist leider nicht spürbar, weshalb ich von einer längerfristigen Anwendung abraten würde.

Vorschau: Nächsten Sonntag verrät euch die Tipps&Tricks-Redaktion, wie ihr eine gelungene Babyparty veranstaltet.

 

Des Jahres eigene Vollendung – Christoph Gross / mit Gewinnspiel

Des Jahres eigene Vollendung

Das Jahr – ein Kreis
Von Jahreszeiten… Über
Geht der Winter in
Den Frühling, aus welchem
Hervorgeht der Sommer, ehe
Tag und Nacht,
Dunkel und Hell
Sich die Waage halten:
Und des Jahres
Eigene Vollendung eintritt…

Es ist Herbst,
Es ist Erntezeit!
Denn jetzt trägt Früchte,
Was im Frühling
Ausgesät wurde und
Im Sommer genährt!
– Die Lebenskraft nimmt ab.
Die Blätter fallen,
Fallen wie von weit…
Das vegetative Leben geht
Zurück in die Erde.
Die kalte sowie dunkle
Hälfte des Jahres beginnt.

© Christoph Gross

Des Jahres eigene Vollendung - Christoph Gross / mit Gewinnspiel

Schreibt Gedichte und Kurzgeschichten: Christoph Gross (Foto: Gross)

Der Autor:

Christoph Gross wurde 1980 in Müntschemier im Berner Seeland geboren. Schon früh zeigte sich seine philosophische und künstlerische Ader. Neben dem Schreiben und Malen arbeitet er hauptberuflich als Pfleger in einem Altenheim. Sein bisher größtes literarisches Projekt ist ein Fantasy-Kinder-Roman, viele seiner Gedichte und Kurzgeschichten sind bereits in Anthologien veröffentlicht. Veröffentlichungen unter anderem:

2007 – die Kurzgeschichten „Die Rückkehr“ und „Die Augen des Klingsor“ in der Jahresanthologie „Collection deutscher Erzähler“ im R.G. Fischer Verlag
2008 – der Artikel „US-amerikanische Terrorismusunterstützung und Arroganz“ von Henryk M. Broder unter dem Titel „Antiamerikanismus aus Schweizer Sicht“ auf der Website www.achgut.com
2009 – das Gedicht „Vor neunzig Jahren“ im Faltblatt „Lyrische Saiten“ im Verlag Edition Wendepunkt ISBN 3-935841-07-8
2010 – das Gedicht „In einer zerschnittenen Nacht“ in der Berliner Literaturzeitschrift „Wortspiegel
2011 – die Gedichte „Älter als Babylon“, „Kleine, seufzende Ruine“ und „Ödes Elementarteilchen“ auf www.lyrik.ch
2012 – der Gedichtband „Maschinen-Gedichte“ im Mauer Verlag.
2012 – die Kurzgeschichte „Sick Lovestory“ in der Anthologie „Mörderische Begierde“ im Schweitzerhaus Verlag

Des Jahres eigene Vollendung - Christoph Gross / mit Gewinnspiel

Bei uns zu gewinnen: Die Anthologie Mörderische Begierden (Foto: Gross)

Zu Gewinnen

Exklusiv auf Face2Face verlosen wir ein Exemplar der Anthologie „Mörderische Begierde„. Was ihr zum Gewinnen tun müsst: Schreibt bis einschließlich Sonntag, 30. Dezember, 23:59 eine Mail an eva-maria.obermann@face2face-magazin.de. In der Mail enthalten sein sollte eurer Vor- und Nachname, euer Alter und natürlich eure Adresse. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt am Montag, 31. Dezember via Mail.

Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-mailadresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich die Online-zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung (1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz. (5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz (1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges (1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.