Hip-Hop ist nicht tot!

Seit Jahrzehnten äußern sich unzählige Rapper über die stetige Veränderung im Hip Hop. Einer der einflussreichsten US-amerikanischen Künstler Nas hat ihn bereits sogar für tot erklärt. Hip-Hop dreht sich schon lange nicht mehr um das Leben auf der Straße, die Armut, die Gewalt und die Hoffnungslosigkeit junger Seelen. Hip Hop ist mehr zum Lifestyle geworden und wird mit teuren Immobilien, Autos, Schmuck und Plattenverträgen in Millionenhöhe assoziiert.

Zurück zu den Wurzeln

Neben dieser schillernden Welt der unbegrenzten Möglichkeiten gibt es noch Künstler, die Probleme aus dem realen Leben thematisieren und so im Mainstream nicht mehr zu finden sind. So zum Beispiel Clear Soul Forces. Die fünf jungen Männer aus Detroit bringen Hip-Hop dorthin zurück, wo große Raplegenden ihn begründet haben: Auf der Straße!

Aus dem Underground hin zu namenhaften Produzenten

Clear Soul Forces haben sich bereits im Jahr 2010 in der Untergrund-Szene etabliert. Mixtapes wie „Fab Five“, „Clear Soul Collection“ und „Beats, Rhymes & Life“ machten die Runde. Mit namenhaften Produzenten wie Royce 5’9″ und Flying Lotus haben sie 2012 das Album „Detroit Revolution(s)“ veröffentlicht. Im darauffolgenden Jahr kam die Platte „Gold PP7’s“ raus.

Die Jungs selbst geben an von Künstlern wie Little Brother, Nas, The Roots, J Dilla, Slum Village, Black Milk und eLZhi inspiriert zu sein. Ihre Musikvideos sind mit einfachem Equipment gedreht und spielen meist auf den Straßen Detroits oder in ihren Lieblings-Plattenläden.

DJ Khaled’s Schlüssel zum Erfolg

Was Ende 2015 mit einigen einfachen Snaps zum Thema „Erfolg“ begann, erschien gestern in Form eines neunten Studioalbums „Major Key“. Auf seinen Social Media-Profilen postet DJ Khaled seit geraumer Zeit Bilder, Videos und Zitate. Dabei spielten Phrasen wie „Key to success“ (zu Deutsch: Schlüssel zum Erfolg) und „We the best“ (zu Deutsch: Wir sind die Besten) durchweg eine Rolle. Auch das Schlüssel-Emoji kam häufig zum Einsatz – wir klären, wieso.

Schlüssel und Slogan zum Erfolg

Mittlerweile ist eine Reihe an Merchandising-Artikeln mit dem Slogan „We the Best“ oder schlichtweg mit Schlüssel-Emoji erhältlich. Diesen trägt Khaled übrigens in Gold um den Hals. Die Idee kommt allerdings nicht von ungefähr. DJ Khaled, der mit bürgerlichem Namen Khaled Mohamed Khaled heißt, gründete bereits im Jahr 2008 sein Musiklabel „We the Best Music Group“ und ist seither als Produzent, Radiosprecher, DJ und Geschäftsführer ebendieses Labels unterwegs. Auf Instagram sind unter dem Hashtag #WetheBest unzählige Bilder und Videos von seiner Fangemeinde zu finden.

DJ Khaled’s endlose Liste erfolgreicher Freunde

Einen richtigen Hype gibt es seit Monaten, da der DJ durch seine Posts immer wieder erahnen ließ, mit wem er gerade kollaboriert. Rap-Mogul Jay-Z, Hip-Hop-Newcomer Kendrick Lamar und der derzeit erfolgreichste Rapper Drake sind da nur Beispiele. Der 40-Jährige arbeitete an „Major Key“ mit Größen wie Nas, Gucci Mane, French Montana, Rick Ross, Wiz Khalifa, Chris Brown, Busta Rhymes und Faboulous zusammen, bevor er im April diesen Jahres erstmals sein Album ankündigte. Bis zum Release gestern hat Khaled bereits drei Tracks veröffentlicht, darunter „I got the Keys“ mit Jay-Z und Rapper Future.

Vorschau: Am nächsten Samstag berichtet Sabrina über das „Airpley“ Festival.

 

Rap und Hip-Hop aus Frankreich

Spätestens 1998, als keine geringere als Missy Misdemeanor Elliot mit Timabaland und Nicole Wray für ihre Hitsingle „All in my grill“ den französischen Rapper MC Solaar featurte, hatten französisch-sprachiger Rap und Hip-Hop auch international ihren Durchbruch erlangt.

Bereits in den 1980er Jahren bildeten sich die ersten Gruppen. Diese waren stark an US-Vorbildern orientiert. Hip-Hop und Rap wurden als Modewelle wahrgenommen, die schnell verebbten. Erst seit den frühen 1990ern gibt es wieder eine eigene Szene, die sich stärker von den USA absetzt und in Frankreich hauptsächlich in den Banlieues, den französischen Vorstädten und Stadträndern, verwurzelt ist.

1990 erschien der erste Rap-Sampler Rapattitude in einer größeren Auflage und wurde insgesamt 40.000 mal verkauft. MC Solaar und IAM waren die ersten erfolgreichen Rapper.

MC Solaar war ebenfalls der erste Rapper, der 1992 den nationalen Musikpreis „Victoire de la musique“ erhielt. Die Szene orientiert sich heute an künstlerischen Polen wie Suprême NTM im Pariser Norden oder 500 One im Pariser Süden. Wichtige Zentren der Szene sind Paris (Suprême NTM, La Cliqua), Marseille (IAM), Toulouse (KDD), Strasbourg (NAP) oder die Bretagne (Manau).

Die Szene und auch die meisten Gruppen sind im Gegensatz zu den US-amerikanischen Vorbildern absichtlich multikulturell und nicht ethnisch festgelegt. Sie selbst betiteln sich oft als Black-Blanc-Beur-Gruppen. Black für die Schwarzen, Blanc für die Weißen und Beur für die Araber aus dem Maghreb. Dennoch sind heutzutage die größten französischen Rap-Künstler meist Farbige mit Migrationshintergrund aus Nord- und Westafrika sowie den französischen Überseegebieten DOM und TOM; Aber auch einige Weiße französischer oder anderer Abstammung gelangten zu Bekanntheit, wie Rocking Squat von der Gruppe Assassin oder die Rapperin Diam’s. Sie orientieren sich am sogenannten Message oder Knowledge Rap, der sich an der Ostküste der USA parallel zum Gangsta-Rap der Westküste entwickelte.

Thematisch wurde in den französischen Rapsongs zunächst der Lebensalltag in der Banlieue beschrieben: Arbeitslosigkeit, Gewalt, Zurückweisung und Chancenlosigkeit, Rassismus, Drogenhandel und Beschaffungskriminalität sowie Kritik an der Polizei waren die Hauptthemen.

Diese Auseinandersetzung trug zur Identitätsfindung bei. Rapper haben in Frankreich meist einen gemeinsamen Erfahrungshorizont, sie werden von der Gesellschaft ausgeschlossen und haben kaum Lebensperspektiven. Rap bietet ihnen daher einem symbolischen, aber durchaus auch materiellen Entfaltungsraum. Diese Bedeutung des Rap für das eigene Leben wird in den Songs immer wieder thematisiert, zum Beispiel in „Petite Banlieusarde“ aus dem Album „Dans ma Bulle“ von Diam’s aus dem Jahr 2006.

Auch wenn sich einige französische Rapper vom US-amerikanischen Gangsta-Rap inspirieren lassen, dem sogenannten Hardcore-Rap, in dem es hauptsächlich um Kriminalität und Gewalt geht sowie um die täglichen Erlebnisse und das Repräsentieren in den Stadtvierteln, gibt es in Frankreich nach wie vor Gruppen, die den engagierten Message Rap weiterführen. Sie zeichnen sich durch einen ausgeprägt metaphorischen Sprachgebrauch aus, der immer wieder zu Missverständnissen führt oder von Politik und der medialen Öffentlichkeit genutzt wird, um ein negatives Bild des Rap zu vermitteln.

Was in vielen Berichten und Studien in den Hintergrund tritt, ist die aktive Szene der in Frankreich rappenden Frauen. Sie waren, wenn auch in geringerer Zahl, von Anfang an dabei und sie reagieren auf die Konstruktion des Raps als eine männliche Domäne. So kam bereits 1995 die Rap-Compilation Lab’ Elles auf den Markt. 1999 brachten Lady Laistee, Diam’s, Bams und Princess Aniès ihre ersten Alben heraus.

Rapper und Crews wie zum Beispiel Booba, Rohff, Mc Solaar, IAM, dessen Album „L’école du micro d’argent“ sich über 1,5 Mio. mal verkaufte, Supreme NTM, Sinik und 113 verkauften jeweils schon Millionen von Alben, weshalb viele Künstler auch außerhalb von Frankreich wie zum Beispiel in Kanada, Belgien, Schweiz und weiteren französisch-sprachigen Ländern den Durchbruch schafften. Durch ihren internationalen Erfolg arbeiteten sie auch häufiger mit bekannten amerikanischen Rappern und Produzenten wie unter anderem Dr. Dre, Game, Wu-Tang Clan, Mobb Deep, Nas zusammen.

 Vorschau: Nächsten Samstag erscheint ein Bericht über Giorgio Moroder.

Nas und die Renaissance des Hip Hop

Rapper Nas, mit gebürtigem Namen Nasir Bin Olu Dara Jones, veröffentlicht 20 Jahre und nach seinem Debütalbum „Illmatic“ aus dem Jahr 1994 sein elftes Album „Illmatic XX“.

Obwohl seine Karriere 1994 in Queensbridge, einem sozialen Brennpunkt in New York beginnt, gelingt ihm erst zwei Jahre später mit Lauryn Hill, Sängerin der Gruppe „The Fugees“ und „If I ruled the world“ aus seinem zweiten Album „It was written“ sein internationaler Durchbruch.

Sein Debüt vor 20 Jahren gilt auch heute noch als Meilenstein des Hip Hop der 90er Jahre. Nas war der erste seines Metiers, der sich durch Eloquenz und Aufgreifen sozialkritischer Themen auszeichnete. Sicherlich war sein Privatleben und das Leben in einem der kriminellsten Viertel New Yorks dafür ausschlaggebend.

Mit seinem Re-Release in diesem Jahr hat Nas bewiesen, dass sich die Tracks gut konserviert haben und für eine zeitlose Etablierung seines unvergleichbaren Raps stehen.

Das Album beinhaltet sämtliche Tracks seines Debüts, die trotz Remix für ein Stück Musikgeschichte des Hip Hops im New York der 90er Jahre stehen.

Und als wäre diese nostalgische Renaissance eines Masterpieces nicht genug, veröffentlicht Nas weiter einen Freestyle „The Stretch Armstrong and Bobbito Show on WKCR October 28, 1993″ und den Track „I’m a Villain“.

Sein Debüt, welches häufig als „Blueprint“, also bedeutender Vorreiter, des Hip Hop bezeichnet wird, steht für ein Stück scheinbar unzerstörbarer Kultur, die auch 20 Jahre später nichts an ihrer Wirkung verloren hat. Verkündete Nas im Jahr 2006 mit seinem Album „Hip Hop is Dead“, dass Hip Hop buchstäblich tot sei, trägt er jetzt höchstpersönlich zu einer Renaissance des Hip Hop bei.

Vorschau: Am 13. September 2014 erwartet euch ein Vergleich britischer und deutscher Casting Shows.

Seid ihr hungrig? Kelis* serviert „Food“

Kelis*, mit bürgerlichem Namen Kelis Rogers, veröffentlicht mit „Friday Fish Fry“ den bereits dritten Song ihres aktuellen Studioalbums „Food“. Vier Jahre nach ihrem letzten Album „Flesh Tone“ aus dem Jahre 2010 erschien das neue Werk im Februar diesen Jahres.

„Food“ wird von ihrem vier-jährigen Sohn Knight Jones, der auf dem Track „Breakfast“ mit „Hey guys! Are you hungry? My mom made Food!“ fragt, was übersetzt soviel wie: „Hey Leute, seid ihr hungrig? Meine Mama hat Essen gemacht!“ bedeutet. Buchstäblich. Denn die 34-jährige tourte in einem kleinen Van durch die Staaten und promotete ihr Album aus einem Imbisswagen, der ihre Musik spielt. Neben Mini Burgern, Pommes Frites und Spare Ribs mit selbstkreierten Saucen war es Kelis* höchstpersönlich, die für zufriedene Kunden sorgte, indem sie die Speisen selbst servierte.

Zu ihrer gewohnten Mischung aus RnB, Neo Soul, House und Alternative Hip Hop, kommen Richtungen wie Electronic Dance und Dance Pop dazu. Songs wie „Jerk Rips“ und „Rumble“, in dem sie die Scheidung von Rapper Nasir Jones, besser als Nas bekannt, verarbeitet, veröffentlichte sie bereits im Februar und April. Ihr Track „Cobbler“ ist ein der ultimative Dance Floor Song, den Billboard (Anm. d. Red.: Fach- und Branchenblatt für Musik und Entertainment in den USA)bereits als „Bobbi-Brown-esque-Funk“-Workout betitelte.

Ihre Leidenschaft für das Kochen entdeckte Kelis* vor einigen Jahren, als sie sich 2006 als Saucier, als Saucenkoch, in der Le Courdon Bleu culinary School ausbilden ließ. In dieser Zeit schrieb sie sogar ein Kochbuch, welches zusammen mit einer Saucen-Linie, auf dem Las Vegas Food und Wine Festival im April vorgestellt wurde. All das, führte dazu, dass Kelis* ihrer Liebe zum Essen und Kochen ein ganzes Album widmete.

Im August kommt die Ex-Frau von Rapper Nas, mit dem sie den gemeinsamen Sohn Knight hat, auf Europa Tour auch nach Deutschland.

Hierzu gibt es Termine in Frankfurt, Köln und Berlin. Tickets gibt es unter www.eventim.de/kelis.

Vorschau: Am Samstag, dem 02. August, gibt es es einen Bericht über den Festivalsommer und seinen Festivaltypen.

Mariah, die undefinierbare Sängerin

Darling, es ist wieder soweit! Nach fünf Jahren bringt Soul- und RnB-Sängerin Mariah Carey mit „Me, Mariah. The Elusive Chanteuse” ihr 14tes Studioalbum raus. Seit dem 23. Mai 2014 ist das 15-Single Werk bei iTunes erhältlich.

Haben Fans in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram monatelang über ein Release der Diva spekuliert, kündigte Mariah bereits im diesen Jahr ihr Album an und steuerte sogar eine ihrer Zeichnung, welche sie im Alter von vier Jahren zeichnete, für das Albumbooklet und die Promotion ihres Albums bei.

Es zeigt Mariah selbst als niedliches, blondes Mädchen, als sei ihr damals bereits klar gewesen, dass sie eines Tages zur Diva unserer Generation heranwachsen würde.

Der Titel spiegelt eine sexy und gleichzeitig aufregende Autobiografie der gebürtigen New Yorkerin wider, in der Liebe und Kummer thematisiert werden.

Fans und Follower konnten tagtäglich die Arbeit im Studio durch Bilder und Beiträge mitverfolgen und zeigen die Ehefrau von Produzent und Moderator Nick Cannon stets fleißig in ihrem mobilen Aufnahmestudio, wo sie ihre Songs immer dann aufnahm und an ihnen feilte, wenn sie dafür die Zeit fand.

Das Album ist am Puls der Zeit, ohne die typische Note der Sängerin zu vernachlässigen.

Das Acht-Oktaven-Wunder arbeitete unter anderem mit Größen wie Jermaine „Jay-D“ Dupri, Rodney „Darkchild“ Jerkins, Q-Tip, Hit-Boy und Miguel zusammen und liefert eine gesunde Mischung an RnB, Soul, Black und Gospel!

Den Song „Supernatural“ haben ihre drei-jährigen Zwillinge Monroe und Morocco mit Mama Mariah aufgenommen. Der Song ist eine supersüßes Liebeserklärung von Mariah an ihre größte Liebe, ihre Kinder. Die beiden kichern abwechselnd und sagen herzerwärmende Dinge wie „I love you Mommy“.

Ihr erster releaster Song „#beautiful“ kam bereits letztes Jahr heraus, ein etwas ungewohnter Titel trägt den Namen „Thirsty“ und klingt wie ein softer Twerk-Song (Anmerkung der Redaktion: Twerk ist ein aktueller Tanztrend aus den Staaten).

Mit ihrer Arbeit hat Mariah nach über zwei Jahrzehnten Musikbusiness wieder einmal bewiesen, dass sie als 44 jährige Ehefrau und Mutter von Zwillingen immer noch fähig ist, in der ersten Woche auf Platz drei der US-amerikanischen Billboard Charts aufzusteigen.

Das Album ist, wie die Sängerin stets selbst betont, ein Geschenk an ihre treuen Lambs (Anm. d. Red.: Mariah nennt ihre Fans Lambs, das englische Wort für Lämmchen) und läutet rechtzeitig den Sommer an.

Vorschau: Am kommenden Samstag erscheint ein Bericht zum letzten Mal Rock am Ring am Nürnbergring.