Von Resten zum Besten

Eigentlich wollte ich ja einen Selbstversuch starten und die Tipps von Monika aus der letzten Woche ausprobieren. Aber dann kam mir das Leben dazwischen – in Form eines kleinen Hundes, der mich vergessen ließ, wiederverwertbare Frischhaltfolie zu bestellen, und die Zeit, die ich zum Herstellen eines eigenen Duschgels gebraucht hätte, anderweitig „verplante“.

Aber für eines der Stichworte in Monikas Artikel brauche ich nicht viel Zeit und ganz nebenbei schlägt mein Herz dafür: Resteverwertung. Hier also meine Tipps für nachhaltiges Essen:

Planung ist das halbe Leben

Schon vor ziemlich langer Zeit habe ich hier bei Face2Face über die Win-win-win-Situation geschrieben. Dabei geht es um geschicktes Zeitmanagement in Form von Einkaufs- und Essensplanung. Und das geht so: Investiert am Wochentag eurer Wahl ein paar Minuten und notiert für jeden Tag ein Gericht, gleicht die Zutatenliste mit den vorhandenen Produkten in Kühlschrank und Regal ab und schreibt einen Einkaufszettel. Damit spart ihr nicht nur Zeit und Geld, esst bewusster und ausgewogen, sondern werft auch weniger Lebensmittel weg. Sehr nachhaltig also. 0 List Tab

Aufwärmen

Unter dem Hashtag #bestereste befülle ich fast täglich meine Insta-Story. Wieso „beste“? Weil sich aus Resten einfach die leckersten, neuen Gerichte zaubern lassen. Natürlich geht´s auch ganz ohne Aufwand: Wenn genügend Essen vom Vortag übrig ist, wärme ich mir das auf. Übrigens: Keine Angst (mehr) vor aufgewärmtem Spinat – sofern ihr den am Vortag nach dem Abkühlen direkt in den Kühlschrank stellt und nur einmal aufwärmt, braucht ihr keine Angst vor dem giftigen Nitrit zu haben, das zu Durchfall und Erbrechen führen kann. Bei Zimmertemperatur wird aus dem gesunden Nitrat im Spinat ganz schnell Nitrit – bei Kühlschranktemperatur geht das sehr viel langsamer, sodass die geringen Mengen für einen erwachsenen, gesunden Menschen nicht gefährlich sind.

Aus Alt mach Neu

Lecker, gesund und nachhaltig: Buddha Bowl aus Resten (Foto: T.Gartner)
Lecker, gesund und nachhaltig: Buddha Bowl aus Resten (Foto: T.Gartner)

Auch wenn gefühlt nur zwei Löffel vom Essen am Vortag übrig sind, hebe ich sie auf. Da es sich dabei überwiegend um Gemüse handelt, halten sich die Reste im Kühlschrank locker zwei bis drei Tage. Wenn es ein Gericht mit soßiger Konsistenz war, genügen ein bisschen Wasser und Gewürze und die Reste werden zur leckeren Nudelsauce. Wer noch frisches Gemüse im Kühlschrank hat, kann das auch einfach anbraten und ganz zum Schluss die Essensrest vom Vortag dazugeben. Ihr wollt nicht nur Reste verwerten, sondern dabei auch noch cool sein? Wie wär´s mit einer Buddha Bowl? Dazu erwärmt ihr einfach eure Reste und kocht bzw. bereitet noch ein paar weitere Kleinigkeiten zu, zum Beispiel einen Tomatensalat mit den fünf restlichen Maiskörnern aus der Dose. Als Sättigungsbeilage könnt ihr nach Belieben Quinoa, Hirse, Reis und so weiter nehmen. Alles auf einen Teller (oder in eine Schüssel, um dem Titel dieses gehypten Foodtrends gerecht zu werden) und fertig ist eure Reste-Bowl.

Zwei Champignons, drei traurige Oliven im Glas und eine Tomate – was soll man daraus noch machen? Easy: Schnippelt alles klein, während ihr eine Packung Mikrowellenreis erwärmt. Vermischen und losessen – #bestereste in zwei Minuten ganz ohne Abfall.  

Nachhaltigkeit im Alltag

Heutzutage hören wir es überall und es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht über dieses Thema gesprochen wird: Nachhaltigkeit. Dabei stellt es nicht nur eine momentane und zukünftige Aufgabe für die Politik und Wirtschaft dar, sondern auch für das alltägliche Leben. Aber wie sieht Nachhaltigkeit genau aus und was können wir konkret dafür tun?
Auf diese Fragen wird im Folgenden, unter unserem Oberthema im April „Nachhaltiger Lebensstil“, eingegangen.

Der Begriff Nachhaltigkeit

Der Nachhaltigkeitsbegriff umfasst sowohl die Gegenwart als auch die Zukunft und soll es auch künftigen Generationen ermöglichen, nicht schlechter auf dieser Erde gestellt zu sein als wir gegenwärtig. Dabei werden umweltpolitische Themen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung gleichgestellt, deren Ziele für alle Länder der Welt und alle Generationen gelten.

Nachhaltigkeit im Alltag
Eine Fahrradstation: Nachhaltigkeit geht über den Verzicht auf das Auto hinaus.
(Foto: ©Petra Weishaar/Pixelio)

Aber was können wir nun im Alltag tun, um nachhaltig zu leben und unseren Beitrag an dieser Entwicklung zu leisten?
Ein erster Aspekt ist die Ressourcenschonung. Das fängt schon beim Papierverbrauch an. Nicht jedes Blatt Papier muss direkt entsorgt werden, nur, weil eine Seite beschriftet wurde. Die andere Seite kann für Notizen verwendet werden, sodass wir jedes Blatt Papier im vollen Umfang nutzen können, sogar kleine Papierschnipsel.

Tipps und Tricks zum Einkaufen

Um das Klima zu schützen und lange Transportwege von Waren zu vermeiden, kann auf saisonale und regionale Produkte wert gelegt werden, – vor allem bei Obst und Gemüse –.
Ein Besuch auf dem Wochenmarkt oder ein Bauer in der Nähe lohnen sich hierfür allemal, jedoch legen auch immer mehr Supermärkte wert darauf regionale und saisonale Produkte zu kennzeichnen. Hilfreich ist auch der Blick in einen Gemüsekalender, sodass beispielsweise heimische Äpfel zur Erntezeit gekauft werden können, anstatt importierte Äpfel aus weit entfernten Ländern. Ein weiterer Aspekt, auf den schon beim Einkauf geachtet werden kann, ist die Verwendung von Baumwolltüten oder -netzen. Letztere eignen sich für den Obst- und Gemüseeinkauf, da so auf die Plastiktüten im Supermarkt verzichtet werden kann.

Nachhaltigkeit im Alltag
Wochenmarkt: Saisonales Obst und Gemüse gibt es wöchentlich auf den Wochenmärkten.
(Foto: ©Thomas Beckert/Pixelio)

Nachhaltigkeit im Alltag zeichnet sich zudem dadurch aus,nur so viel einzukaufen, wie man auch wirklich verbrauchen kann. Das gilt besonders für frische und schnell verderbliche Waren, die entweder im Kühlschrank verloren gehen oder, aufgrund des überschrittenen Haltbarkeitsdatums, entsorgt werden müssen. Resteverwertung ist hier ein gutes Stichwort. Daraus lassen sich, mit ein wenig Fantasie, schmackhafte Gerichte zubereiten und übrig gebliebene Produkte verwerten.
Küchenutensilien, die vielfach verwendet werden, sind Frischhalte- und Alufolien. Diese belasten sowohl bei der Herstellung als auch bei der Entsorgung stark die Umwelt. Hierbei kann auf wiederverwendbare Frischhaltefolie gesetzt werden. Diese bestehen aus Bienenwachs und sollen mindestens ein Jahr halten. Zu finden ist die nachhaltige Alternative im Handel oder in nachhaltigen Onlineshops.

Nachhaltigkeit im Bad

Im Badezimmer kann auf feste Seife umgestiegen werden, anstatt Handseifen in Plastikflaschen zu kaufen, die zudem auch eine kürzere Verwendbarkeit haben.
Für die Dusche können Duschgel und Co. selbst hergestellt werden – auch mit verschiedenen Duftrichtungen–. Zahlreiche Anleitungen sind im Internet zu finden. Die verschiedenen Zutaten können auch mehrmals verwendet werden, sodass ein gewisser Spielraum vorhanden ist.  

Insgesamt gibt es sehr viele Möglichkeiten, um Nachhaltigkeit in den Alltag zu integrieren. Und wie die vorgestellten Beispiele zeigen, gehen die Alternativen weit über den verstärkten Gebrauch von öffentlichen Verkehrsmitteln hinaus. Dabei bringen viele Tipps eine Menge Spaß mit sich und stärken die Kreativität, andere wiederum wirken sich positiv auf den Geldbeutel aus. Allgemein wirkt sich ein minimalistisches Leben günstig auf die Umwelt aus, ganz nach dem Motto: „Weniger ist mehr“. Oftmals hilft es schon zu schauen, was man im Alltag wirklich braucht. Hier kann man zum Beispiel neben den Lebensmitteln auch mit der Kleidung anfangen. Danach kann sich der Minimalismus auf andere Lebensbereiche ausweiten.

Digitale Technologien erobern die Laufstege

Ein Shirt-Ärmel, auf dem man SMS lesen kann, oder ein integriertes Headset in einer Krawatte?! Aktuell sind dies noch Zukunftsvisionen, doch auch vor der Modebranche macht die Digitalisierung nicht halt – Technologie und Mode nähern sich immer weiter an.

Elektronische Kleidungsstücke ermöglichen die Verbindung digitaler Technologien mit Modedesigns. „Wearables“ werden die stylishen Geräte genannt, die unsere Outfits in Form von multifunktionalen Armbändern oder Brillen aufpeppen. Bei Stoffen, sogenannten „E-Textilien“, ist die Software direkt im Gewebe integriert. Das neue Luxussegment der Mode ist zukünftig also nicht mehr Kaschmir oder Pelz, sondern qualitativ hochwertige „E-Mode“.

Viele Modehäuser reagieren bereits auf die Entwicklung und stellen Apps zur Unterstützung des Shopping-Erlebnisses bereit. So brachte Nike die App „Making“ auf den Markt, die es ermöglicht Kleidungsstücke einzuscannen und Informationen über deren Material, Produktionsbedingungen und Nachhaltigkeit abzufragen. Die „Picalook-App“ hilft bei der Suche nach einem bestimmten Kleidungsstück, indem man dieses abfotografiert und eine Produktsuche startet.

Aber auch Unternehmen machen große Fortschritte, indem sie marktreife Ideen und Produkte entwickeln, die elektrische Geräte in Textilien integrieren. Bereits 2010 stellte das Fraunhofer-Institut ein Fitness-Shirt vor, das die Atmung des Sportlers erfasst. Die Möglichkeiten sind hier fast grenzenlos und bieten nicht nur Sportlern einen Mehrwert.

Tragbare Elektronik wird bald fester Bestandteil der Modeindustrie sein. Solargeladene Kleidung mit integriertem iPod ist also nicht mehr lange ein Traum der Zukunft.

Vorschau: Nächste Woche geht es um den Bloggerbazar in FFM