Als Straßenmusiker kann ich doch spielen, wo ich will – oder nicht?

„Bei schönem Wetter schnappe ich mir einfach meine Gitarre und stelle mich ein paar Stunden in die Stadt, um Straßenmusik zu machen und mein Gehalt ein bisschen aufzubessern.“ – Was so einfach klingt, ist nicht in jeder deutschen Stadt möglich und ist oft mit bestimmten Regelungen verbunden, die es Straßenmusikern teilweise erheblich erschweren, ihre Musik öffentlich an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Wir haben uns für euch schlau gemacht, welche Auflagen es unter anderem in der Rhein-Main-Region gibt und außerdem einen jungen Straßenmusiker nach seinen Erfahrungen und Tipps gefragt.

Sondernutzungserlaubnis nötig

Jede Stadt in Deutschland hat ihre eigenen Bestimmungen im Hinblick auf musikalische Darbietungen auf der Straße. Wer zum Beispiel in Darmstadt an einem öffentlichen Platz musizieren will, darf das generell nur in der Fußgängerzone zwischen 10 und 20 Uhr. Dazu kommt, dass man vorher beim Bürger- und Ordnungsamt einen sogenannten „Antrag auf eine Sondernutzungserlaubnis für Straßenmusik und Straßenkunst in der Fußgängerzone“ stellen und eine Verwaltungsgebühr von fünf Euro pro Tag zahlen muss. Außerdem vergibt die Stadt täglich überhaupt nur fünf Genehmigungen.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Als Straßenmusiker kann ich doch spielen, wo ich will – oder nicht?

Auf dem Weg zum nächsten Straßengig: Musiker Johannes Marschall (Foto: S. Holitzner)

Noch komplizierter ist es beispielsweise in München. Bevor man dort Straßenmusik machen kann, muss man sich eine Erlaubnis in der Stadtinformation im Rathaus holen. Und wer so eine bekommen möchte, muss früh aufstehen: Die Stadtinformation erteilt gegen eine Verwaltungsgebühr von zehn Euro nur zehn Lizenzen pro Werktag und die gehen an diejenigen, die zuerst und das heißt ab 8 Uhr vor Ort sind. Ein Straßenmusiker, der zum ersten Mal in München spielen will, muss darüber hinaus zunächst sein Können im Rathaus präsentieren, bevor entschieden wird, ob er auf der Straße zugelassen wird. Weitere kleinteilige Regelungen, wie ein Spielverbot während des Glockenspiels am Marienplatz oder ein Ausschluss bestimmter Instrumente, kommen hinzu. Dieses strenge Reglement hängt damit zusammen, dass viele Geschäftsbetreiber und Anwohner sich von zu viel Straßenmusik gestört fühlen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass sich die Musizierenden den einen oder anderen dummen Spruch anhören müssen. Johannes Marschall, der als Nebenerwerb zum Studium seit 2013 häufig mit einem oder zwei Freunden Rock’n’Roll- und Rockabilly-Klassiker aus den 50er Jahren mit Gesang und Gitarren auf der Straße performt, wurde schon öfter mit Sätzen wie „Hey guck mal, da ist Elvis“ konfrontiert. So etwas nimmt er sich allerdings nicht zu Herzen. Er ist der Meinung, dass sich diejenigen, die sich beschweren, erst einmal selbst trauen sollten, vor fremden Leuten auf der Straße zu spielen. Auf Anfeindungen von Anwohnern reagiert er mit dem Hinweis auf die Regelungen der Stadt für Straßenmusiker.

Es geht auch ohne Genehmigung

Solche Beschwerden waren in Wiesbaden der Grund für eine Verschärfung der Vorschriften im Dezember 2017. Dort darf ein Künstler seitdem einen Standort am gleichen Tag kein zweites Mal nutzen und nur noch zwischen 11 und 18 Uhr statt wie bisher zwischen 8 und 20 Uhr musizieren. Im Vergleich zu München ist Wiesbaden aber dennoch bei Straßenmusikern beliebt, weil keine Genehmigungen notwendig sind. Insbesondere Frankfurt schätzt Straßenmusik als kulturelle Bereicherung und belebendes Element, weshalb die Mainmetropole die kreativen Talente eher fördert als ihnen durch viele verwirrende Regelungen Steine in den Weg zu legen. Von Montag bis Samstag dürfen dort die Straßen zwischen 7 und 20 Uhr (von 1. Mai bis 31. August sogar bis 21 Uhr) bespielt werden, wenn nach maximal einer Stunde ein Standortwechsel erfolgt. Zwischen zwei Straßenkonzerten an der gleichen Stelle muss zudem knapp eine Stunde Pause liegen.

Nicht alles ist schlecht an einer Straßenmusikordnung

Als Straßenmusiker kann ich doch spielen, wo ich will – oder nicht?

Voll im Element: Johannes Marschall beim Konzert auf der Straße in Mainz (Foto: J. Marschall)

In Mainz brauchen Straßenmusiker ebenfalls keine Genehmigung, um auf der Straße aufzutreten. Trotzdem gibt es eine Straßenmusikordnung mit verbindlichen Regeln. Diese besagt, dass man genügend Abstand zu öffentlichen Veranstaltungen halten sollte. Des Weiteren ist die Stadt in verschiedene Spielzonen aufgeteilt, die nur an Werktagen zu festgelegten Zeiten für maximal 30 Minuten zum Musizieren genutzt werden dürfen. Johannes, der primär in Mainz Straßenmusik macht, kritisiert, dass sich nicht immer alle Künstler an diese Vorschriften halten. Viele wissen aber auch gar nicht, dass es einen solchen Regelkatalog für Straßenmusiker gibt. Positiv daran findet der 27-Jährige, dass man sich unter den Straßenmusikern nicht direkt in die Quere kommt oder sich sogar gegenseitig die Zuschauer abjagt. Insgesamt sorgt die Verordnung in Mainz für einen fairen Umgang miteinander und damit für einen fairen Wettbewerb.“ Aber solche Regelungen haben auch ihre Schattenseiten: „Wenn man gerade so richtig schön in Fahrt gekommen ist, muss man schon wieder umziehen. Wenn außerdem an bestimmten Tagen viele Straßenmusiker unterwegs sind, kann es schwer werden, den Ort immer gleich im Halbstundentakt zu wechseln, da viele Plätze belegt sind.

Haltet den Dieb!

Unabhängig von den Vorschriften sollte man als Straßenmusiker allgemein aufpassen, dass man nicht Opfer eines Diebstahls wird. Vielfach legen die Künstler einen Gitarrenkoffer oder einen Hut auf die Straße, in den Fußgänger bei Gefallen einen kleinen Obolus werfen können. Johannes hat in Mainz die Erfahrung gemacht, dass ein Mann, der rein äußerlich den Anschein eines Obdachlosen erweckte, mehrmals im Vorrrübergehen versucht hat, Geld aus dem Gitarrenkoffer zu nehmen. Da sie zu dritt musizierten, konnten zwei weiterspielen, während der Dritte den Diebstahl vereitelte, indem er den Mann anschrie und somit verscheuchte.

Wie werde ich ein erfolgreicher Straßenmusiker?

Abgesehen von den Regelungen, welche die Städte Straßenmusikern vorschreiben, gibt es verschiedene Dinge, die laut Johannes alle, die ihre Musik an öffentlichen Plätzen präsentieren wollen, beachten sollten: „Man sollte sein musikalisches Handwerk verstehen. Außerdem sollte man denselben Song nicht zu oft hintereinander spielen. Ich betrachte Straßenmusik auch immer als ein Konzert mit einem gewissen Grad an künstlerischem Anspruch. Außerdem spielt der Ort, an dem man sich auf der Straße aufstellt, eine große Rolle. Wenn man sich eher in die Mitte der Straße als an die Straße stellt, hat man größere Chancen wahrgenommen zu werden – und darum geht es ja auch: präsent sein, die Leute mit seiner Ausstrahlung und Musik fesseln und sich nicht in Seitengassen verstecken.

Straßenmusik = eine Bereicherung?

Neben denjenigen Passanten, denen die Johnny Cash-Coversongs von Johannes ein Lächeln ins Gesicht zaubern, gibt es aber immer noch viele, die Straßenmusik skeptisch beäugen. Der junge Musiker würde sich deshalb wünschen, dass sich Städte und vor allem die Anwohner und Menschen auf der Straße mehr der Straßenmusik öffnen. Er sieht eine lebendige Straßenmusikkultur als große Bereicherung für eine Stadt, denn „was gibt es Schöneres als an einem sonnigen Tag durch die Straßen zu flanieren und dabei gute Straßenmusik zu genießen.“ Andere Länder, wie zum Beispiel Italien, scheinen Straßenmusik offener gegenüberzustehen. So hat es zumindest Johannes erlebt: „Als ich vor zwei Jahren auf Studienfahrt in Neapel war, begannen auf einmal mehrere Straßenmusiker ein Konzert mitten unter den Restaurantgästen auf der Straße. Die haben fast eine Stunde eine Canzone Napoletana nach der anderen geschmettert und alle haben mitgemacht. Ich glaube, so etwas würde in Deutschland nicht so schnell passieren.

Deutschlandkarte für Straßenmusiker

Damit Straßenmusiker auf einen Blick sehen können, ob sie beim öffentlichen Musizieren in den einzelnen Städten Deutschlands mit Einschränkungen rechnen müssen oder erwünscht sind, hat DIE ZEIT im August 2017 eine hilfreiche Karte erstellt. Darin sind zum Beispiel auch Mannheim und Heidelberg zu finden. Etwas kleinere Städte, wie beispielsweise Speyer, sind dort jedoch nicht verzeichnet.

Amokläufe und Terrorismus – Eine Annäherung an das Phänomen

KOMMENTAR: Das Ergebnis der R+V-Studie „Die Ängste der Deutschen 2016“ zeigt, wie die Angst vor terroristischen Anschlägen anwächst: Im 25. Jahr der Studie liegt der Wert auf 73 Prozent und nimmt damit in einem Jahr um 21 Prozentpunkte zu. Damit markiert die Angst vor Terroranschlägen den ersten Platz des Angstindex. Dabei beinhalten diese Zahlen nicht einmal die neusten Entwicklungen: Ein Einkaufszentrum und ein Schnellrestaurant in München oder ein Zug bei Würzburg – überall kann die undefinierbare Gefahr zuschlagen. Sogar ein Minderjähriger kann mit einer Axt das ganze Land in Schrecken versetzen.

Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen dem, was als Terrorismus begriffen wird – nämlich definitionsgemäß Angriffe auf die öffentliche Ordnung – und Amokläufe, die vielmehr als Taten von Einzelnen zu verstehen sind. Allerdings zeigt die Betrachtung des Phänomens Attentat deutlich, dass es hier grundsätzlich keine Trennungsschärfe zwischen den Begriffen gibt. Da Terror eine ideologische Aufladung einer Tat bedeutet, die auf die Motivation des oder der Täter abhebt, ist sie dem Vollzug meist nicht abzulesen. Terror zeigt sich nämlich als getragen durch Symbole. Findet man bei einem Täter eine selbstgezeichnete IS-Flagge, so scheint der Fall klar: Die Psychologisierung macht den Täter zum Terroristen.

Aber auch, wenn sich Organisationen nachträglich zu Anschlägen bekennen und sie damit für sich vereinnahmen, wird der Tat eigentlich nur ein Symbol beigefügt, was auf die eigentliche Funktion von Terror hindeutet. Es ist keine militärische Strategie im klassischen Sinne, es wird kein Raum in Anspruch genommen, vielmehr geht es um das Erschaffen und das Schüren von Angst auf Seite der Betroffenen. Gleichzeitig sollen dabei – wie eine Art Bumerang-Effekt – die Sympathien derer gestärkt werden, die sich bereits im ideologischen Umfeld der Organisationen herumtreiben. Terror ist demnach ein Prinzip der Kommunikation. Er liegt sehr nahe am Feld des politischen Widerstandes und traditionsgemäß wird damit auch auf Oppositionelle verwiesen. Eindrucksvoll ist dies derzeit in der Türkei zu sehen, wo nach einem gescheiterten Militärputsch der türkische Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan eine „Säuberungsaktion“ durchführt.

Aber wie kann ein Anschlag, bei dem Menschen sterben, in jemandem Sympathien wecken? Um dies zu verstehen, muss grundsätzlich ein Weltbild angenommen werden, das eben nicht darauf abzielt, alle Menschen als gleichwertig zu verstehen. Vielmehr muss für einen Sympathisanten ein gewisses, arbiträres Merkmal vorhanden sein – und Religion ist hierfür nur das populärste Beispiel – welches alle diejenigen abwertet, die dieses Merkmal nicht teilen. Eine solche Weltsicht impliziert ein Denken in Schubladen, das uns alle berührt. Ob man sich nun für besonders hält, weil man Deutscher ist, oder Veganer – ein jeder interpretiert gewisse Eigenschaften als Beleg für die eigene Überlegenheit. Besonders relevant werden diese Eigenschaften vor dem Hintergrund von Diskriminierungserfahrungen, die sich oftmals gerade auf solche besonderen Merkmale beziehen.

Eine Zurückweisung der Besonderheit löst in Betroffenen häufig eine Überbetonung aus. Studien, wie die vom Bundeskriminalamt 2004 in Auftrag gegebene, legen weiterhin nahe, dass ein potenzieller Attentäter von seinem schützenden verwandtschaftlichen Umfeld abgelöst ist – also einer relativ geringen sozialen Kontrolle, aber auch Fürsorge unterliegt. Sprich: Er hat nichts zu verlieren. Prototypisch folgt darauf die Suche nach einer Ersatzfamilie, die – und hier wird das überbetonte Merkmal wiederum interessant – auf ungeahnte Weise das widerzuspiegeln scheint, was der Suchende in sich für besonders hält. Diese gemeinsame Interessenslage verknüpft der vormaligen Einzelgänger dann mit Werthaltungen, die das Verhalten regulieren und die Anpassung begünstigen. Sie bieten dem Suchenden eine Art Ergänzung zu dessen Identität an. Häufig schließen die Gruppen damit auch an bereits gegebene Problembewältigungsmuster an, wie das Konsumieren von Drogen oder Gewalt. Sehr häufig hört man in solchen Zusammenhängen, dass die betreffenden Personen in das Umfeld „hineingerutscht“ seien. Das erklärt sich wiederum – wenn auch nicht ausschließlich – aus Schutz- und Wiedererkennungsfunktionen. Der Suchende stellt dann die Ideale der Gruppe und deren Ideologie über das eigene Leben und schon kann aus ihm ein Täter werden.

Meist geschieht dies im Verborgenen. Es entzieht sich auch der Nachvollziehbarkeit für den Einzelnen und zeigt sich oft erst dann, wenn es zu spät ist. Prozesse der Radikalisierung verlaufen hochgradig individuell und können deshalb nie pauschalisiert werden. Nichtsdestoweniger übernehmen radikalisierungsanfällige Personen oft die ideologische Rhetorik einer solchen Gruppe. Dies kann als Ansatzpunkt gesehen werden, aber nicht als Beleg bestehen. Der Einzelne scheint immer nur noch Halt und Zustimmung zu streben und Werthaltungen sind nicht sichtbar oder regulierbar. Dabei hat es schon immer Terrorismus und Angriffe auf die gesellschaftliche Ordnung gegeben, weil es immer Ungleichheit in der selbigen gibt. Diese werden auch nicht einfach wegzureden sein.

Das Wunderkind kommt nach Deutschland

„Der Tag ist mein Feind“ (im Original: „The day is my enemy“): Mit diesem Album gehen die drei Jungs von The Prodigy nun im Herbst auf Welttour und geben auch in Deutschland vier Konzerte.

Bekannt wurde die englische Band in den 1990ern mit Ohrwürmern wie „Out of space“, „No good (start the dance)“ und „Poison“. In Deutschland erlangten sie ihren Durchbruch mit den durchaus partytauglichen Tracks wie „Firestarter“ und „Breathe“.

Die Band besteht aus den Mitgliedern Liam Howlett, Keith Flint und Maxim und wurde nach dem Synthesizer Moog Prodigy benannt. The Prodigy übersetzt heißt „Wunder“, beziehungsweise „Wunderkind“. Und bei ihrem einzigartigen Stil kann alle Mal von einem Wunder gesprochen werden.

Keine Band vor oder nach ihnen vereint Breakbeats, Acid House und Techno so gut zusammen und fügt Drum und Bass und Jungle hinzu.  Aktuell mischen sie auch Big Beat und Trip Hop, sowie Alternative und Punk in ihre unvergleichbare Musik.

„The day is my enemy“ ist das bereits sechste Studioalbum der Jungs und erschien am 27. März 2015.

 Am 07. Oktober 2015 beginnen sie ihre Welttour auf dem UKA Festival in Norwegen und touren sich durch Russland, Finnland, Schweden und Dänemark, bis sie am 06. November 2015 dann Deutschland erreichen. Hier starten sie in Oberhausen und treten noch in Hamburg, München und Frankfurt am Main auf.

Karten für die Shows gibt es beim Ticketverkäufer deines Vertrauens oder hier.

Vorschau: Am nächsten Samstag gibt es passend 25 Songs zum Tag der Deutschen Einheit.

Sommer, Sonne und Musik: Der Sound zur Urlaubsstimmung

Naturschauspiel: Sonnenuntergang am Meer (Foto: S. Holitzner)

Naturschauspiel: Sonnenuntergang am Meer (Foto: S. Holitzner)

Sommer. Die perfekte Zeit, um endlich wieder einmal ans Meer zu fahren, am Strand Sonne zu tanken oder an einem schönen Bergsee zu entspannen. Was aber, wenn der Urlaub noch in weiter Ferne liegt oder auf dem heimischen Balkon verbracht wird? In diesem Fall schafft eine gute Auswahl an Sommermusik Abhilfe.

So versetzt uns der Berliner Sänger Yasha gesanglich an den nächsten „Strand“. Die im Mai 2013 erschienene Single schafft es, einen binnen weniger Sekunden den stressigen Alltag vergessen und vom Meer träumen zu lassen. Yasha ist durch das Lied „Lila Wolken“ bekannt, das er zusammen mit Marteria und Miss Platnum sang.

Beeindruckende Pflanzen: Palmen (Foto: T. Gartner)

Beeindruckende Pflanzen: Palmen (Foto:               T. Gartner)

Obwohl der Hit „Summer Jam“ schon 15 Jahre alt ist, macht er immer noch gute Laune und lässt uns den Sommer musikalisch genießen. 2000 stieg der Song bis auf Platz drei der deutschen Singlecharts. Es war die erste und zugleich erfolgreichste Single von The Underdog Project, das von Musik-produzent und Rapper Toni Cottura ins Leben gerufen wurde.

Ein Song aus dem letzten Jahr, der sich bestens zum Tanzen bei lauen Sommerabenden eignet, ist „Summer“ des schottischen DJs, Produzenten und Sängers Calvin Harris. Tolle Stimmung ist mit diesem Hit vorprogrammiert. Laut einer 2014 vom US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ erstellten Liste gilt der mittlerweile 31-jährige Harris als bestbezahlter DJ der Welt.

Mit „Chan Chan“ aus der Feder des kubanischen Musikers Compay Segundo kann man bestens seinen Gedanken an ferne Länder nachhängen. Obwohl er das Lied bereits 1987 geschrieben und aufgenommen hatte, wurde es erst 1997 ein weltweiter Erfolg, als er es gemeinsam mit Eliades Ochoa und Ibrahim Ferrer als Teil des kubanischen Musikprojekts Buena Vista Social Club veröffentlichte.

Entspannung pur: Rauschende Wellen des Meeres (Foto: S. Holitzner)

Entspannung pur: Rauschende Wellen des Meeres (Foto: S. Holitzner)

Wer seinen Sommerurlaub am liebsten auf Rhode Island verbringen würde, der sollte sich den gleichnamigen Song der achtköpfigen Münchener Band Jamaram anhören. Bei diesem Lied fällt es einem leicht, sich malerische Sonnenuntergänge, Strand und rauschende Wellen vorzustellen. „Rhode Island“ ist perfekt für einen entspannten Sommertag.

Mit der richtigen Musik auf dem Ohr kann man sich also auch von zu Hause aus an ferne Sandstrände träumen.

Musik für jede Lebenslage, Teil 5

Mein erstes Album:

Wer wie ich in den 90ern aufgewachsen ist, kam an einem Phänomen nicht vorbei: den Boygroups. Eine hatte es mir ganz besonders angetan: Caught in the Act. So dauerte es nicht lange, bis Mitte der 90er meine erste CD in mein Regal wanderte. Dabei handelte es sich um „Caught in the Act of Love“. Noch heute höre ich diese und all die anderen Alben, die Caught in the Act im Laufe der Jahre veröffentlicht haben, immer noch gerne, um mich auf eine musikalische Zeitreise zurück in meine Kindheit zu begeben.

Bestes Album national:

Viele kennen Tom Beck aus der Serie „Alarm für Cobra 11“ oder aus Kinofilmen wie „Vaterfreuden“ und „Alles ist Liebe“. Beck ist aber nicht nur ein guter Schauspieler, sondern ein ebenso hervorragender Sänger. Nach zwei englischsprachigen Alben hat er im Februar diesen Jahres seine erste Platte komplett auf Deutsch veröffentlicht. Die nennt sich „So wie es ist“ und zeichnet sich durch großartige Songtexte aus. Auf Deutsch gelingt es Beck noch viel besser als auf Englisch über Themen wie Liebe, Freundschaft und die Beziehung zwischen Vater und Sohn zu singen. Man nimmt ihm jede einzelne Songzeile ab. „So wie es ist“ ist äußert authentisch und damit für mich das beste deutsche Album.

Ein Album, das in jede CD-Sammlung gehört – ganz klar:

Das Album „Yes!“ von Jason Mraz. Es ist sein fünftes Album und steckt voller positiver Energie. Die 14 Songs darauf sind sehr gefühlvoll und berühren den Hörer daher besonders. Was das Album zudem auszeichnet sind die durchweg akustischen Songs. Egal ob man eher Balladen wie „It´s so hard to say goodbye to yesterday“ oder schnellere Songs wie „Everywhere“ bevorzugt – auf „Yes!“ findet wohl jeder einen Lieblingssong, denn dieses Album ist rundum gelungen.

Bestes Album international:

Das meiner Meinung nach beste internationale Album ist „Herinneringen: Het beste van Nick & Simon“. Dabei handelt es sich um das 2014 erschienene Best-Of-Album der niederländischen Band Nick en Simon. Auf zwei CDs sind ihre 20 größten Hits, die von Fans bestimmt worden sind, sowie vier neue Tracks und einige Live-Aufnahmen ihres Konzerts „Sterker in GelreDome“ zu finden. Nick en Simon machen hervorragende niederländische Popmusik und daher ist auf dieser Platte durch die große Songauswahl für jeden etwas dabei, der mit Musik auf Niederländisch etwas anfangen kann.

Bestes Geschenk:

Das beste CD-Geschenk habe ich vor zwei Jahren von meinem Kumpel Chris zum Geburtstag bekommen: Das Album „We’re Not the Ones We Thought We Were“ von der Alin Coen Band. Chris hatte die Band zuvor live erlebt und war total begeistert von der Musik. Daher wählte er besagte CD als Geschenk für mich aus. Eine super Entscheidung, die er da getroffen hat, denn das Album gehört seitdem zu meinen liebsten.

Eine CD, die ich selbst verschenken würde, ist das gleichnamige Album der Band The Common Linnets. In Deutschland wurde die Band im letzten Jahr vor allem durch den Eurovision Song Contest (ESC) bekannt, als sie für die Niederlande Platz zwei erreichte. Natürlich darf auf dem Album daher auch der ESC-Hit „Calm after the storm“ nicht fehlen. Darüber hinaus überzeugt das Country-Pop-Album der Common Linnets sowohl durch mitreißende Songs wie „Lovers & Liars“ als auch durch emotionale, tief gehende Balladen wie „Love goes on“.

Optimales Album für den Sommer:

Gute-Laune-Musik für den Sommer: Das Album  „Almost Hits“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Gute-Laune-Musik für den Sommer: Das Album „Almost Hits“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Absolute Gute-Laune-Garantie bietet „Almost Hits“. Dabei handelt es sich um das Best-Of-Album der achtköpfigen Band Jamaram aus München, das im Frühjahr 2014 auf den Markt gekommen ist. Best-Of: Das soll in diesem Fall heißen, dass die Band selbst ihre Favoriten aus 14 Jahren Bandgeschichte ausgewählt hat. Nebst bekannten Songs haben es auch zwei neue Tracks, „La Mala“ und „Somewhere“, sowie vier Live-Versionen auf die Platte geschafft. Manche der Songs versetzen einen in Partystimmung, andere wiederum eignen sich bestens zum Chillen. Daher ist „Almost Hits“ optimal geeignet für den Sommer.

Musikalischer Geheimtipp:

Noch recht unbekannt in Deutschland und damit ein musikalischer Geheimtipp ist der US-amerikanische Sänger Tyrone Wells. Erstmals gesehen habe ich ihn beim Konzert von Nick Howard in Frankfurt letztes Jahr im Oktober. Dort hat er als Support-Act gespielt und mich von Anfang an mitgerissen. Von seinen Alben sind insbesondere „Where We Meet“ und „This Love“ zu empfehlen.

„Heavy Heavy“ – afrikanische Klänge treffen auf typischen Jamaram-Sound

Musikalische Kooperation: Jamaram und die Acoustic Night Allstars (Foto: „Jamaram“)

Musikalische Kooperation: Jamaram und die Acoustic Night Allstars (Foto: „Jamaram“)

Jamaram – das sind Tom Lugo, Sam Hopf, Murxen Alberti, Lionel Wharton, Benni Beblo, Nik Thäle, Hannes Beblo und Daniel Noske. Die achtköpfige Band aus München gibt es bereits seit 2000. Am 13. März 2015 haben Jamaram ihr neuntes Album veröffentlicht, das den Titel „Heavy Heavy“ trägt. Dabei handelt es sich um eine musikalische Kooperation mit den Acoustic Night Allstars. Das sind mehrere Sänger aus Harare in Simbabwe, die sich einmal pro Monat treffen, um sich öffentlich ihre neuesten Songs vorzuspielen.

Kennengelernt haben sich Jamaram und die Acoustic Night Allstars im Mai 2012, als sie zusammen auf dem Harare International Festival of the Arts (HIFA) in Simbabwe gespielt haben. 2013 luden Jamaram dann drei der Acoustic Night Allstars ein, um mit ihnen auf Deutschlandtour zu gehen. Dabei entstand die Idee zu einem gemeinsamen Album. Das wurde mit sechs Musikern der Acoustic Night Allstars im Sommer 2014 in Deutschland aufgenommen. Die Finanzierung des Albums erfolgte per Crowdfunding.

Herausgekommen ist eine Mischung aus dem typischen Jamaram-Sound – Reggae, Dub, Ska, Latin, Pop – und traditionellen, afrikanischen Klängen, die wiederum gepaart sind mit Soul, Hip Hop und Swing. Auch der Albumtitel „Heavy Heavy“ nimmt Bezug auf Afrika, denn „Heavy Heavy“ ist in Simbabwe eine typische Antwort auf die Frage „Wie geht’s dir?“ und bedeutet, dass alles in Ordnung ist.

Neues Album: „Heavy Heavy“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Neues Album: „Heavy Heavy“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Auf dem Album sind 16 Songs, die alle sehr unterschiedlich klingen. Das liegt vermutlich auch an den verschiedenen Songwritern, die entweder Mitglied von Jamaram oder von den Acoustic Night Allstars sind. Ein absoluter Ohrwurm auf dem Album ist der Song „I´m Ready“, den Murxen Alberti von Jamaram geschrieben hat. Aus der Feder des afrikanischen Künstlers Fungai Nengare stammt die großartige Soulnummer „Why“. „Go Away“ macht große Lust zum Tanzen. Den Song haben Sam Hopf und Nik Thäle von Jamaram geschrieben. Bei „Miles Away“ handelt es sich um ein besonders gefühlvolles Lied, das der afrikanische Musikers Prayersoul beigesteuert hat. Die traditionellen, afrikanischen Klänge kommen vor allem beim Track „Ndikakutarisa“ zum Ausdruck, den Rutendo Machiridza von den Acoustic Night Allstars geschrieben hat.

Doch das sind nur fünf Songs von einem empfehlenswerten Album, das einfach gute Laune macht. Zurzeit sind Jamaram auf Deutschlandtour und präsentieren ihr neues Album „Heavy Heavy“ live. Tourtermine und mehr Infos zur Band gibt es auf www.jamaram.de.

Hoffnung trotz schwacher Jugendarbeit – Teil 2

Während hierzulande der Kampf um die deutsche Eishockey-Meisterschaft in die heiße Phase geht – Mannheim, Wolfsburg, Ingolstadt und Düsseldorf sind noch im Rennen – stehen die Play-offs in Nordamerika kurz bevor.

In Teil 2 unserer Serie über die deutschen Nachwuchshoffnungen in der Nordamerikanischen Hockey League (NHL) blickt Face2Face auf den Saisonverlauf von Verteidiger Korbinian Holzer, Raubein David Wolf und Torhütertalent Philipp Grubauer.

Korbinian Holzer. Der Verteidiger, der in dieser Saison den endgültigen Durchbruch in der NHL geschafft hat, kann auf eine bewegende Spielzeit zurück blicken. Dabei zeichnete ihn vor allem eine Fähigkeit aus, die nicht viele deutsche Akteure haben, die lange auf ihre Chance in der NHL warten müssen: Durchhaltevermögen. 2012 schnupperte er bereits heftig an der Tür zur besten Liga der Welt. Für die Toronto Maple Leafs schaffte er in 22 Spielen zwei Tore und überzeugte mit starken Defensivleistungen. Doch sein Weg führte dennoch zurück in die zweitklassige AHL. Erst zu Beginn der laufenden Spielzeit kam der erneute Anruf aus Toronto. Holzer war dabei und spielte NHL. Zwar musste der gebürtige Münchner zwar das ein oder andere Mal von der Tribüne aus zuschauen, doch in 34 Spielen standen sechs Vorlagen für den körperlich starken Deutschen auf der Habenseite. Kurz vor der Trade-Deadline (nach diesem Termin dürfen die NHL-Teams bis zum Rookie-Draft keine Spieler oder Draft-Picks mehr untereinander tauschen) fiel Holzer mit einer Gehirnerschütterung aus. Dennoch wurde er vom Sorgenkind Toronto, das keine Chancen mehr auf die Play-offs hatte, zum Titelmitfavoriten Anaheim Ducks transferiert. Sportlich ein klarer Schritt nach vorne für den Verteidiger. Perspektivisch allerdings mindestens einer zurück. Die Konkurrenz in der Defensive der Ducks ist um eine vielfaches höher als in Toronto. Bislang kam Holzer zu keinem einzigen Einsatz für sein neues Team und ist zum zuschauen verdammt. Ob der Deutsche nach dieser Saison in die Heimat zurückkehrt oder weiter in Nordamerika sein Glück versucht ist momentan völlig offen. Genug Durchhaltevermögen, um weiter über dem großen Teich erfolgreich zu sein hat er ja.

David Wolf.  Der 25-Jährige wechselte vor dieser Saison von den Hamburg Freezers nach Kanda zu den Calgary Flames, um sich seinen Traum von der NH zu erfüllen. Von einem Star in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zu einem unter vielen in Nordamerika. Der gebürtige Düsseldorfer hängte sich in der Vorbereitung voll rein, wollte den Sprung zu den Flames unbedingt schaffen. Doch sein Weg führte ihn zunächst zum Farmteam Calgarys, den Adirondack Flames, in die AHL. Das schmeckte dem 1,90 Meter großen, ehrgeizigen Stürmer überhaupt nicht. „Ich bin eigentlich zu gut für das hier“, gab er in einer Fernsehdokumentation des NDR über seinen Wechsel nach Nordamerika offen zu. Verletzungen und Probleme mit dem Trainer vergrößerten die Sorgen Wolfs. Doch er überwand seine Startschwierigkeiten. Mit seinen Torjägerqualitäten und seinen Kampffähigkeiten, durch die er in Deutschland berüchtigt wurde, machte er sich in Adirondack einen Namen. Ende Januar kam dann der Anruf aus Calgary. Der Traum vom NHL-Debüt rückte in greifbare Nähe und erfüllte sich bei der Partie gegen die Edmonton Oilers, das Team des deutschen Ausnahmetalents Leon Draisaitl, endgültig. Wolf enttäuschte keineswegs, traf einmal den Pfosten und wurde von seinen Teamkollegen mit dem Feuerwehrhelm symbolisch für den besten Arbeiter des Spiels ausgezeichnet. Nach einer weiteren Partie musste der Angreifer dann allerdings wieder zurück nach Adirondack. „Ich wollte einmal in der NHL spielen und das habe ich jetzt geschafft“, strahlte er dennoch über das ganze Gesicht. Geduld und Durchhaltevermögen sind jetzt gefragt. Mit 33 Punkten aus 51 Spielen (17 Tore und 16 Vorlagen) hat Wolfs zumindest das ein oder andere Argument, um wieder in die NHL berufen zu werden.

Die deutschen Eishockey-Nachwuchshoffnungen versuchen ihr Glück in der NHL. Foto: Koehl

Die deutschen Eishockey-Nachwuchshoffnungen versuchen ihr Glück in der NHL. Foto: Koehl

Philipp Grubauer. Der Rosenheimer ist das momentan wohl größte deutsche Torwarttalent im Eishockey. 2010 gewann er mit dem Juniorenteam Windsor Spitfires den berühmten Memorial Cup in Nordamerika. In der vergangenen Saison sorgte er dann für großes Aufsehen in der NHL. Knapp zwei Monate war er die Nummer eins der Washington Capitals. Erst profitierte er von der Verletzung Michael Neuvirths und dann von den schlechten Leistungen Braden Holtbys. Grubauer enttäuschte dagegen ganz und gar nicht. In 17 Spielen schaffte es der Youngster auf eine eindrucksvolle Fanquote von 92,5 Prozent. Dennoch entschieden sich die Capitals den Deutschen wieder zurück in die AHL zu schicken, um ihn in dieser Spielzeit noch einem „Lehrjahr“ bei den Hershey Bears zu unterziehen. Und auch hier zeigte Grubauer, der im vergangenen Jahr bereits für die deutsche Nationalmannschaft bei der WM zwischen den Pfosten stand, seine ganze Klasse. Der Torwart, der mit einer ausgezeichneten Athletik und einer hervorragenden Einstellung ausgestattet ist, schaffte es in 45 Spielen auf einen Gegentorschnitt von 2,27 und einer Fanquote von 92,2 Prozent. Der verdiente Lohn war ein weiterer Einsatz bei den „Caps“. Auch, um sich kurz vor der Trade-Deadline nochmals den anderen Teams zu präsentieren. Zu einem Tausch oder einer endgültigen Berufung in die NHL kam es letztlich zwar nicht, doch Grubauers Weg wird schon in der nächsten Saison in die National Hockey League führen. Ob in Washington oder bei einem anderen Team.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr einen Artikel über „Gut aussehen um jeden Preis – mit Anabolika“.

Wie man ein Modelabel gründet – das lernst du in keiner Vorlesung!

Die Abkürzung für My father kicks asses oder doch nur eine rein zufällige Buchstabenfolge – wofür MFKA wirklich steht wissen die Gründer des Modelabels angeblich selbst nicht. Dafür wissen sie sehr genau, was sie einzigartig macht und wie man den Party-Faktor erfolgreich in die Verkaufsstrategie miteinbezieht. Jan Krikava (25) und Michael Klamerski (24) stehen Face2Face Rede und Antwort.

Frech und provokant: MFKA Clothing (Foto: Julian Schröpel & Christopher Weis)

Frech und provokant: MFKA Clothing (Foto: Simbayu)

Face2Face: Stellt euch vor!
Jan: Wir sind MFKA Clothing, ein junges Bekleidungsunternehmen, das seit drei Jahren seine Ideen in Form von verschiedenen Prints umsetzt. Unser Team ist seit Ende letzten Jahres auf fünf Mann angewachsen: Erschad ist zuständig für Online-Shop, Lager und Social Media, Julian ist unser Designer und Fotograf, der mit mir zusammen die Motive entwirft, Basty kümmert sich als gelernter Schneider und Stylist um den passenden Schnitt unserer Stücke und Michael ist nur für Social Media, Marketing und PR zuständig.
Michael: Mit Mannheim, München und Berlin sind wir über ganz Deutschland verteilt und können so den einen oder anderen Trend schnell erkennen. Das bringt natürlich gewisse Vorteile mit sich.

Face2Face: Ihr seid keine hauptberuflichen Existenzgründer – du, Jan, studierst Wirtschaftsinformatik, Michael, du bist im Online Marketing tätig. Würdet ihr anderen empfehlen ein Unternehmen zu gründen oder ratet ihr eher zu geregelter Ausbildung und Festanstellung?
Jan: Jeder sollte nach Möglichkeit den Mut fassen und selbst gründen. Man kann das ja auch etwas lockerer und nebenbei angehen – wir sind der Beweis dafür. Die Festanstellung bietet natürlich immer Sicherheit, aber was spricht denn gegen das Abenteuer Unternehmensgründung?
Michael: Indem wir alles nebenher machen und nur Kapital einsetzen, dass wir in der Gruppe entbehren können, ist unser Risiko relativ gering. Wobei das auch heißt, dass man die Kohle anstatt in den Wochenendtrip nach Prag lieber in die neue Kollektion steckt. Allerdings kann ich jedem raten, eigene Sachen auf die Beine zu stellen. Die Erfahrungen, die du dabei sammelst, sind Gold wert, das lernst du in keiner Vorlesung.

Entwirft die Motive für MFKA: Jan Krikava (Foto Simbayu)

Entwirft die Motive für MFKA: Jan Krikava (Foto Simbayu)

Face2Face: Wer ist eure Zielgruppe?
Michael: Unsere Zielgruppe ist der modebewusste, szenekundige Mitzwanziger, der sich für Urban Music, Streetart, Skaten und Co. interessiert. Nein, in solch festen Definitionen denken wir nicht. Wir machen Mode, die uns gefällt. Unsere Zielgruppe sind diejenigen Personen, die sich damit identifizieren können. Allerdings kommen viele unserer Kunden tatsächlich aus dem oben genannten Gebiet.

Face2Face: Es gibt eine riesige Auswahl an Modelabels – was macht MFKA Clothing zu etwas besonderem?
Jan: Zum einen sind wir gut vernetzt. Aufstrebende Künstler wie Johnny Rakete und Kex Kuhl tragen nicht nur unseren Stuff, sondern feiern das richtig – ob auf Festivals, Gigs oder in Musikvideos. Aber auch verschiedene DJs aus der deutschen Clubszene feiern uns, zum Beispiel DJ Silence und DJ Maaleek.
Michael: Zum anderen sehen wir uns selbst als Lifestyle-Brand und werden so auch wahrgenommen. Wir feiern hin und wieder unseren eigenen Partys. So wird es zum Beispiel zu unserer neuen Kollektion, die im April kommen soll, auch eine Release-Party geben. Ihr dürft also gespannt sein!

Für das Marketing bei MFKA Clothing zuständig: Michael Klamerski (Foto: Sebastian Pitsch)

Für das Marketing bei MFKA Clothing zuständig: Michael Klamerski (Foto: Sebastian Pitsch)

Face2Face: Welche Schritte erfolgen, bis ein Produkt über euren Onlineshop vertrieben werden kann?
Jan: Zuerst ist da die Idee. Die entsteht meistens bei irgendwelchen Skype-Meetings oder beim gemeinsamen Feiern. Dann wird das skizziert und anschließend innerhalb der Gruppe vorgeschlagen. Wenn das dann gutes Feedback findet, fangen wir an das Motiv als Vektorengrafik umzusetzen. Währenddessen werden verschiedene Textilien ausgewählt – je nach Jahreszeit. Anschließend lassen wir das Motiv dann zur Probe drucken, gefällt uns das Ergebnis dann lassen wir das Ganze in unserer Druckerei des Vertrauens als Großauflage drucken. Julian fotografiert unsere neusten Werke, Erschad und ich tragen das dann im Online-Shop ein. Michael legt parallel schon mal einen Plan zurecht, wie man das alles promoten könnte.
Michael: Wichtig für uns ist, dass wir durch unsere Community sehr gute Unterstützung bekommen. So bauen wir eine Beziehung zu den Leuten auf. Ich vermisse anonyme Massenverkäufe via Ebay und Co. im Moment überhaupt nicht. Wir haben lieber eine kleine und exklusive Produktpalette, anstatt viele austauschbare Shirts. Ebenfalls ist es wichtig, gute Beziehungen zu Modebloggern und anderen Labels aufzubauen, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Face2Face: Die Auswahl in eurem Online-Shop ist derzeit noch recht klein – was soll demnächst noch dazukommen? Was sind eure Pläne für die Zukunft?
Jan: Wenn unsere neue Kollektion im April kommt, sollte der Online-Shop wieder etwas mehr befüllt sein. Zudem planen wir auch noch einen Blog, der mit verschiedenen Lifestyle-Themen berichtet – zum Beispiel Musik, Fashion und Kunst.

Hier geht´s zum MFKA Onlineshop, zum Facebook-Auftritt und zum Instagram-Account des Modelabels.

Vorschau: Am Dienstag, 10. Februar, berichtet Becky hier von ihrem Besuch bei einer Kartenlegerin.

Bringt euch garantiert stylish und warm durch den Winter: Gewinnt einen Beanie von MFKA Clothing (Foto: ...)

Bringt euch garantiert stylish und warm durch den Winter: Gewinnt einen Beanie von MFKA Clothing (Foto: Simbayu)

Gewinnspiel:
Stylisch und warm durch den Winter kommen? Gewinnt mit Face2Face einen exklusiven MFKA-Beanie! Was ihr dafür tun müsst: Schreib bis einschließlich Sonntag, 25. Januar 2015, 23:59 Uhr eine Mail an gewinnspiel@face2face-magazin.de mit dem Betreff „MFKA“. Darin enthalten sein sollte dein Vor- und Nachnamen, eine Adresse (Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort) sowie eine gültige E-Mail-Adresse. Verlost wird unter allen Einsendern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe des Gewinners erfolgt dann am Montag, 26. Januar 2015 via Mail.

Viel Glück euch allen!
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Nutzungsbedingungen
§ 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-Mailadresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner sowie eine Adresse für die Übersendung des Gewinns hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebe-dingungen behält sich die Online-Zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des Weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung (1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz. (5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz (1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges (1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

Der „Nachtkonsum“ – Ein Ortsbericht über einen nächtlichen Flohmarkt mit Musik, Getränken und vielen tollen Schnäppchen

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Stöbern, und das egal bei welchem Wetter: Der Flohmarkt „Nachtkonsum“ macht es dank überdachter Lagerhalle möglich! (Quelle: Privat)

Durch die Gassen der Flohmarkttische zu schlendern, ein altes Schätzchen aus der Wühlkiste hervor zu zaubern und das ein oder andere Schnäppchen ergattern. Soviel steht fest: Ein Flohmarkt ist für alle Nostalgie-Liebhaber, Schnäppchenjäger und co. immer einen Besuch wert. Aber am Wochenende den wohlverdienten Schlaf schon in aller Frühe beenden, um noch an die besten Teile zu geraten? Und dann noch bei diesen aktuellen winterlichen Temperaturen im Halbdunkel auf dem Marktplatz zu frieren? Das sind die eher weniger erfreulichen Nachteile eines Flohmarktes – zumindest zur jetzigen Jahreszeit! Gut, dass es für dieses Problem eine einfache Lösung gibt: Der Flohmarkt „Nachtkonsum“.

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Egal ob Jeans, Kleider, Schmuck und mehr: Bei dieser Auswahl ist für jeden Geschmack das Richtige dabei! (Quelle: privat)

Das Konzept ist einfach und erklärt sich bereits durch den Namen: Beginn des Trödelmarktes der etwas anderen Art ist erst um 17 Uhr, wenn es bereits zu dämmern beginnt. Das ist allerdings kein Problem, denn im Gegensatz zu einem „gewöhnlichen“ Flohmarkt findet dieser in einer Lagerhalle statt, wo man sich dank des elektrischen Lichts auch nach Einbruch der Dunkelheit in aller Seelenruhe umsehen kann. Aussteller sowie Besucher haben somit die Möglichkeit, im Trockenen und Warmen nach Herzenslust zu Stöbern. Eine Stärkung für zwischendurch ist auch kein Problem, dafür gibt es Getränke und Snacks zu kaufen. Und als ob das nicht schon genug wäre, spielen auch über den Abend verteilt verschiedene Live-Bands, die dazu einladen, aus einem Flohmarktbesuch ein ganz besonderes Erlebnis werden zu lassen!
„Das klingt doch alles gar nicht mal so schlecht!“ denkt ihr euch? Genau diesen Gedanken hatte auch Face2Face-Autorin Vanessa Betz und stattete diesem besonderen Flohmarkt mal einen Besuch ab, um sich selbst von dem Konzept zu überzeugen.

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Zaubert eine ganz besondere Atmosphäre: Live-Musik auf dem Flohmarkt! (Quelle: privat)

Zunächst sei zu erwähnen, dass es sich bei dem „Nachtkonsum“ um eine Veranstaltungsreihe handelt, die neben Mannheim auch in Köln und München läuft. Ich persönlich befand mich zum Zeitpunkt des letzten Flohmarktes in Köln und mein Bericht bezieht sich daher auch auf diese Location. Laut Veranstalter sind die anderen Orte aber ungefähr gleich aufgebaut.

Ich erreiche das weiträumige Gelände um 19.30 Uhr, als es bereits völlig dunkel ist. Nachdem ich mich an der – für einen Flohmarkt doch recht langen – Schlange an der Kasse angestellt und meine 3 Euro Eintritt bezahlt habe, komme ich in eine gut beheizte Lagerhalle. Dort erwarten mich zwei Etagen voller Stöbermöglichkeiten. Durch sein eher an die Bedürfnisse der jüngeren Generation angepasstes Konzept tummeln sich viele junge Leute vor und hinter den Verkaufsständen. Dies hat zur Folge, dass auch das Angebot genau meinen Geschmack trifft. Und die Ausbeute kann sich sehen lassen: Nach gut zweieinhalb Stunden später habe ich eine Hose, zwei Partykleidern, ein paar Schuhe, zwei paar Ohrringe, ein paar Armreifen, zwei dicke Winterpullover, ein Langarmshirt und ein luftiges Sommertop ergattern können – und das gerade mal für einen sagenhaften Schnäppchen-Preis von 24€!

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Lädt neben dem Bummeln auch zum Verweilen ein: Die vielen Sitzmöglichkeiten inklusive Essen, Trinken und Live-Musik. (Quelle:privat)

Sehr zufrieden mit meinen tollen Angeboten gönnte ich mir anschließend noch einen Glühpunsch und habe auf einem der Sofas, mit vielen weiteren begeisterten Besuchern, der Band zugehört, die aktuell gespielt hat. Als ich die Lagerhalle mit einem guten Gefühl verlasse, beginnen die jungen Bandmitglieder sich gerade für den einzigartigen Abend zu bedanken. Und da kann ich mich nur anschließen! Vielen Dank, liebe Veranstalter, für diesen schönen Flohmarkt-Besuch 🙂

Wenn ihr neugierig geworden seid: Am Samstag, den 10. Januar findet der „Nachtkonsum“ in Mannheim in der Baumhainhalle im Luisenpark statt. Eine Freundin und ich werden ebenfalls mit einem Stand vertreten sein. Über mein erstes Flohmarkt-Erlebnis als Ausstellerin – und welchen Erfolg das Ganze hattet – werdet Ihr hier nächsten Monat lesen. Ich bin selbst schon sehr gespannt!

Schon wieder Wiesn

Eindeutig: Bayern ist bekannt für seine auffälligen Traditionssymbole

Eindeutig: Bayern ist bekannt für seine auffälligen Traditionssymbole. (©Rainer Sturm/Pixelio.de)

Die Uhr tickt mal wieder. In nur wenigen Tagen fängt es an, das größte Volksfest der Welt, das Münchner Oktoberfest, in Bayern kurz die Wiesn. Alle sind schon ganz gespannt: Mit wie vielen Schlägen wird Dieter Reiter, der neue Oberbürgermeister Münchens, das erste Fass Bier anzapfen? Gibt es einen neuen Besucherrekord? Wird das Wetter gnädig sein?

Es ist wie vor Weihnachten, alles ist ganz aus dem Häuschen. Nur ich gehöre zu der seltenen Speziesderer, die sich nicht vom Volksfest-Fieber anstecken lassen. Ich gehe an der Wiesn vorbei, wie ein echter Münchner das Glockenspiel am Marienplatz nur beiläufig im Blickwinkel registriert – ist ja nichts Besonderes.

Die Wiesn, das heißt heutzutage vor allem ungeheure Menschenmassen. Selbst einem Menschenfreund wird der Trubel und das Gedränge auf der Theresienwiese einfach zu bunt. Um fünf Uhr vor dem Zelt Schlange stehen, nur damit ich um zehn Uhr noch einen Platz im Zelt bekomme? Oder gar ein Jahr im Voraus einen Platz reservieren? Nein danke, da verzichte ich lieber.

Sollte ich es tatsächlich schaffen, einen Platz im Zelt oder Biergarten zu erkämpfen, dann geht es ja erst richtig los. Eine Maß Bier kostet 2014 zum ersten Mal über zehn Euro. Wer meint, ein Wasser oder eine Cola seien billiger, weit gefehlt. Die ein, zwei Euro weniger, sind die mitleidigen Blicke auch nicht wert: „Das ist also der arme Chauffeur.“ Selbst das Essen ist maßlos überteuert. Ein halbes, ja ein halbes Hendl, das heißt halbe Brust, nur ein Flügel, ein Schenkel, kostet auch schon rund zehn Euro. Da bleibt einem die Hähnchenbrust im Halse stecken, egal wie saftig sie auch sein mag.

Überhaupt bedeutet das Oktoberfest heute nur noch, möglichst viele Besucher möglichst schrill und bunt zu bespaßen. Das, was der Wiesn-Gänger zu sehen bekommt, hat mit echter bayerischer Natur nicht mehr viel gemeinsam. Übergroße Hüte in Form von Bierkrügen, neueste Designer-Dirndl in quietschbunten Leucht-Farben oder wankende Bierleichen, die lallend „Viva Bavaria“ gröhlen. Leider ist das alles nur noch eine Karikatur der bayerischen Tradition. Echtes „Mia san mia“ und urig-kerniges Volkstum suchen wir auf der Wiesn vergebens.

Doch auch wenn ich die Theresienwiese fern meide, komme ich dem Trubel nicht aus. Wer schon einmal versucht hat, während der Wiesn in München mit den Öffentlichen zu fahren, weiß, wovon ich spreche. Wenn es durch die Innenstadt gehen soll, wird die sonst entspannte Fahrt zur reinsten Nervenprobe. Da hilft es auch nur wenig, dass die gesamte Belegschaft der Münchner Verkehrsbetriebe Urlaubssperre hat und Überstunden schiebt. Bus und Bahn sind überfüllt, überall Verspätungen, den Fahrplan kann der Pendler vergessen.

Gemütlich: Im Biergarten ist die Atmosphäre noch nartürlich gesellig

Gemütlich: Im Biergarten ist die Atmosphäre noch nartürlich gesellig. (©Olga Meier-Sander/Pixelio.de)

Klar ist es schön, dass so viele Menschen nach München kommen. Doch häufig ist der Grund nur noch einer: Möglichst viel Alkohol und möglichst wilde Party. Leider kommt es mir so vor, als ob die Theresienwiese immer mehr zum Ballermann verkommt. Daran ändert auch die „Oide Wiesn“ nichts, wo das Oktoberfest so nachgestellt wird, die es früher einmal war. Allein der Fakt, dass wir die Tradition spielen müssen, ist für mich traurig genug.

Ich bleibe der Münchner Wiesn lieber fern. Ja, ich bin ein Münchner, durch und durch. Doch das halte ich einfach nicht aus. Da lobe ich mir kleinere Feste wie das Dachauer Volksfest. Dort finde ich noch traditionelle Stimmung und das Bier kostet in etwa die Hälfte im Vergleich zur Wiesn-Maß. Dann schmeckt die Halbe gleich doppelt so gut.

Vorschau: Nächste Woche sind die Sommerferien wieder überall in Deutschland vorbei. Passend dazu wird Eva ihre Erfahrungen über Schulkinder und Lehrergatten mit uns teilen.