Neuster Trend in den Supermärkten: Plastikmäntelchen – jetzt auch für Fairtrade-Bananen

Die Welt droht im Müll zu ersticken. Wenn unsere „Wegwerfgesellschaft“ so weiterlebt, wird die Menge an Plastikmüll bis 2050 auf zwölf Milliarden Tonnen steigen. Zwar sind Plastiktüten in den Supermärkten nun kostenpflichtig und werden dadurch seltener genutzt, doch den Großteil des Plastikmülls machen die Lebensmittelverpackungen aus. Nicht jeder Müll wird am Ende recycelt, verbrannt oder landet auf einer Mülldeponie. Ein Großteil liegt oder schwimmt irgendwo in der Umwelt. Die Folgen sind fatal: qualvoll verendende Meerestiere, die sich in Netzten verfangen und ertrinken oder das Plastik als Nahrung aufnehmen. Dieses Plastik endet dann letztendlich wieder auf unseren Tellern.

Kaum Produkte ohne Lebensmittelverpackungen

Neuster Trend in den Supermärkten: Plastikmäntelchen – jetzt auch für Fairtrade-Bananen

Doppel und dreifach verpackte Lebensmittel (Foto: M. Boudot)

Beim Einkaufen im Supermarkt findet man kaum noch Produkte, die nicht in Plastik umhüllt sind. Und wenn doch, wird einem dazu die entsprechende Plastiktüte für den Transport angeboten. Lebensmittel werden immer aufwendiger verpackt. Die Plastikhüllen sollen die Lebensmittel schützen und sind zeitgleich sehr hygienisch. Kekse, Teebeutel und Schokolade sind häufig doppelt und dreifach eingepackt. Vor allem auch Obst und Gemüse werden vorverpackt angeboten. Eingeschweißte Gurken, portionierte Äpfel oder Beeren umhüllt von Plastik. Auch Wurst und Käse verursachen durch ihre Verpackungen viel Müll. Früher wurden sie am Stück gekauft, heute findet man Wurst und Käse in wenigen portionierten Scheiben, wodurch das Verpackungsaufkommen etwa verdreifacht wird. Das liegt daran, dass die Haushalte kleiner und auch älter werden. Heutzutage bestehen Haushalte aus ein bis zwei Personen, die wie zum Beispiel Senioren weniger Nahrungsmittel benötigen.

Fairtrade trotz Plastikverpackung

Aber Fairtrade-Bananen in Plastik? Wie passt das zusammen? Claudia Brück vom Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt (TransFair) erklärt warum das so ist:
Als unabhängige Initiative handelt TransFair nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte auf der Grundlage von Lizenzverträgen. Auf die Verpackungsgestaltung kann TransFair grundsätzlich nur in Bezug auf die Verwendung des Fairtrade-Siegels Einfluss nehmen.
„Wir erhielten die Rückmeldung aus dem Lebensmitteleinzelhandel, dass die Plastik-Umverpackung für die Bananen notwendig sei“, erzählt Brück. Anscheinend hatten einige Kunden Fairtrade-gekennzeichnete Bananen als „konventionelle“ Bananen abgewogen und an der Kasse vorgelegt und somit entsprechend weniger bezahlt. Allerdings arbeitet TransFair, gemeinsam mit den Importeuren, schon seit einiger Zeit an genau diesem Thema. „Bisher gibt es jedoch noch kein belastbares Bio-Material, das die hohe Feuchtigkeit – denn Bananen schwitzen – und die großen Temperaturunterschiede von 10 – 36°C während der zwei bis drei Wochen langen Reise aus Lateinamerika bis in die deutschen Supermärkte übersteht“, sagt Brück. Immerhin nutzen immer mehr Supermärkte eine Klebebandrolle, um die Bananen einzuwickeln und das produziert deutlich weniger Abfall.

Tipps zur Müllvermeidung

Um in Zukunft Mensch, Tier und Umwelt zu schützen, können im Alltag schon kleine Veränderungen hilfreich sein:

  • Statt von weit hergekommene Lebensmittel zu kaufen, auf lokale und regionale Lebensmittel zurückgreifen, zum Beispiel durch einen Einkauf auf dem Wochenmarkt.
  • Keine Plastik-, sondern Glasflaschen kaufen. Oder sogar noch besser: Leitungswasser trinken. Das ist qualitativ nicht nur genauso gut wie Wasser aus der Flasche – man spart auch bares Geld: 1.000 Liter Leitungswasser kosten gerade mal sechs Euro.
  • Etwas Neues ausprobieren, eine Zero Waste-Woche einlegen, so wie unsere Autorin Tatjana oder mal in einem Unverpacktladen einkaufen gehen.
  • Im Supermarkt bevorzugt lose und Frischware kaufen, statt doppelt und dreifach verpackte Produkte.

 

Der Zero Waste-Selbstversuch – müllfrei für eine Woche

Übelriechende Müllberge, Mikroplastik in den Mägen von Fischen und Vögeln, hilflose Schildkröten und Robben, die sich in alten Netzen und weggeworfenen Seilen verfangen haben – jeder kennt sie, die schockierenden Bilder, die so eng mit unserer „Wegwerf-Gesellschaft“ verflochten sind, dass auch wir uns bald nicht mehr daraus befreien können. Aber was sollen wir tun – gegen die Millionen Tonnen an Müll, die jährlich in Deutschland „produziert“ werden?

Jetzt geht´s los: Eine Woche Zero Waste (Foto: T. Gartner)

Jetzt geht´s los: Eine Woche Zero Waste (Foto: T. Gartner)

Nach meinem Interview mit den Gründerinnen des damals gerade frisch eröffneten Original Unverpackt-Ladens in Berlin im Herbst 2014 hatte ich so etwas wie ein Aha-Erlebnis. Vorher waren mir die Massen an Müll, die selbst ein zweiköpfiger Haushalt verursacht, gar nicht so bewusst. Seitdem maße ich mir an verhältnismäßig stark auf Müllvermeidung oder -wiederverwertung zu achten. Vor allem Lebensmittel wandern bei mir nur sehr selten in die Tonne. Ein bisschen Kreativität und aus den Resten vom Vortag und ein paar frischen Zutaten wird eine angesagte Buddha-Bowl. Bei so einem Trend mache ich doch gerne mit! Aber es gibt ja immer noch Verbesserungspotenzial. Also habe ich einen Selbstversuch gestartet: Eine Woche Zero Waste mit Tipps, die ich zuvor so noch nicht kannte. Denkanstöße dafür kamen von Heike Mack, Inhaberin des Unverpackt Landau, und Nicole Pollakowsky, die sich als freie Journalistin dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben hat. Lest hier, wie meine Zero Waste-Woche gelaufen ist:

Verpackungsmüll beim Lebensmitteleinkauf vermeiden

Geht doch: (fast) müllfreier Einkauf in der Zero Waste-Woche(Foto: T. Gartner)

Geht doch: (fast) müllfreier Einkauf in der Zero Waste-Woche (Foto: T. Gartner)

Meine Woche startet wie gewöhnlich mit einem Einkauf bei der Markthalle um die Ecke. Hier gibt es viel Regionales und das Tolle: Ich kann alles einzeln kaufen. Keine eingeschweißte Plastikschale voller Champignons, die wir zu zweit eh nicht schaffen würden, kein Netz Kartoffeln, wenn ich nur fünf brauche. Natürlich habe ich immer einen großen Korb dabei und inzwischen kennen mich auch die Verkäuferinnen und stöhnen nicht mehr, wenn sie alles einzeln raussortieren und wiegen müssen. Aber: Ein paar Sachen packe ich dann doch immer in Plastiktütchen. Zum Beispiel den Salat. Aber das geht in meiner Zero Waste-Woche logischerweise nicht. Also ziehe ich mit einer Schüssel, einem Pappkarton von irgendeinem Online-Kauf und ein paar Seiten Zeitung los. Meine sieben Champignons kommen direkt in eine Schüssel, den Salat wickle ich in das Zeitungspapier und die Kartoffeln und Zwiebeln landen im Pappkarton. Die Dunkelheit im Karton verhindert, dass die Pflanzen austreiben. Und das andere Gemüse hält sich in Papier bzw. in der Schüssel sogar länger als in den Plastiktüten, wie ich nach ein paar Tagen feststelle. So stolz war ich selten auf einen Einkauf. Abgelenkt durch mein Erfolgserlebnis greife ich an der Kasse dann aber doch noch zu Kresse im Plastikbehälter und bemerke meinen Fauxpas erst beim Nachhausefahren – zu früh gefreut. Aber der Anfang ist gemacht und meine neuen Shopping-Utensilien werden ab sofort fester Bestandteil meines montäglichen Obst- und Gemüseeinkaufs.

Peeling mit Grieß und Olivenöl

Lebensmittel für etwas anderes als zum Essen zu benutzen, widerstrebt mir. Die Idee ein Peeling aus Grieß und Olivenöl herzustellen, um Verpackung und Mikroplastik einzusparen, hat mich dann aber doch so neugierig gemacht, dass ich es einfach ausprobieren musste. Beide „Zutaten“ hatte ich ohnehin zuhause, sodass ich nichts extra kaufen musste. Ruckzuck ist das Peeling zusammengerührt. Der Geruch ist dank Olivenöl doch eher gewöhnungsbedürftig, der Peelingeffekt dafür umso erstaunlicher – ich wage sogar zu behaupten besser als bei meinem gekauften Peeling aus der Tube. Nach dem Einmassieren kommt das Abwaschen – dank Öl leider mit nur geringem Erfolg. Meine Haut glänzt fettig und der unangenehme Essensgeruch ist leider auch immer noch da… Ich wasche nochmal. Diesmal mit meinem Abschminkgel – besser! Das Ergebnis: Eine babypopozarte, glatte Haut. Das Gute beim Lebensmittel-Peeling: Um Mikroplastik, das sehr häufig in Kosmetikprodukten enthalten ist, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Und auch die Mengen, die man benötigt (halber Teelöffel Gries), sind in meinen Augen noch vertretbar. Beim nächsten Mal greife ich dann aber wohl doch eher zu Kokosöl – das wirkt nicht nur antibakteriell, sondern riecht auch noch gut.

Müsliriegel selbst backen

Puh, so eine Zero Waste-Woche kostet schon einiges an Zeit, wobei sich das Backen meiner eigenen Müsliriegel dann doch als weniger zeitaufwändig herausstellt als gedacht. Für die Basis greife ich zu einem einfachen Chefkoch-Rezept und ergänze das um die Zutaten, die ich ohnehin zuhause habe:

·       100g Mehl

·       250g Haferflocken

·       30g Zucker (ich habe Kokosblütenzucker verwendet)

·       1 Banane (mit einer Gabel zerdrücken)

·       1 TL Zimt

·       Ein paar Tropfen Vanillearoma

·       Eine Hand voll getrockneter Cranberries (hacken)

·       Eine Hand voll Erdnüsse (hacken)

·       Eine Hand voll Walnüsse (hacken)

·       Sesam

Alle Zutaten verrühre ich mit einem Löffel, dann kommt etwas Wasser dazu. Mit den Händen knete ich solange bis eine einheitliche, klebrige Masse entsteht. Die kommt dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Das klebrige Zeug zu einem maximal einen Zentimeter hohen Viereck zu formen ist eine kleine Herausforderung. Bei 180 Grad kommt das Ganze dann 30 bis 45 Minuten in den Backofen. Ich schaue immer wieder, ob es in der Mitte auch langsam fest wird. Bevor die Ränder verbrennen, kann „mein Werk“ raus. Nach einer kleinen Abkühlzeit, als die Masse noch lauwarm ist, schneide ich sie in Riegel – nicht gerade schön, aber sie duften schon mal gut. Natürlich kann ich mich nicht zusammenreißen und probiere direkt. Lecker! Mein Snack für die Woche steht! Und ein hübsches Geschenk sind die selbstgemachten Müsliriegel eigentlich auch – also vorausgesetzt ich gebe mir beim nächsten Mal mehr Mühe. In einer Tupperbox halten sie sich locker eine Woche – länger überleben sie bei mir auch gar nicht. Dass ich so wirklich viel Müll einsparen kann, glaube ich anfangs nicht. Wenn ich mir aber vorstelle, dass meine knapp 20 Riegel alle einzeln verpackt gewesen wären und das Ganze dann natürlich nochmal in einem Karton, bin ich doch ganz zufrieden mit dieser neuen Methode Müll einzusparen (und lecker zu naschen).

Kleiderkauf – Kleidertausch

Aussortieren und dann mit Freunden tauschen: "Alte" Klamotten (Foto: T. Gartner)

Aussortieren und dann mit Freunden tauschen: „Alte“ Klamotten (Foto: T. Gartner)

Gegen Ende der Woche soll es meinen Shoppinggewohnheiten an den Kragen gehen. Ich soll mir also vor jedem Kauf überlegen: Brauche ich das wirklich? Macht mich das glücklich? Außerdem gilt laut Müll-Experten: weniger kaufen, dafür hochwertiger. Schlecht für mich als Sparfuchs. Aber ich kann ja auch wirklich rein gar nichts dafür, dass gerade überall Winterschlussverkauf ist. Also erbeute ich drei Schnäppchen. Ganz objektiv betrachtet, brauche ich nur eines der drei Kleidungsstücke wirklich: Meine Lederimitathose ist nämlich kaputt. Müllfreier wäre natürlich Reparieren, aber die neue Hose ist halt auch noch schöner als die alte. Ein kleinwenig beruhigend für mein Gewissen ist die Tatsache, dass meine „alte“ Hose vorher meiner Schwester gehört hat, die sie auch schon ein paar Jahre getragen hat – immerhin. Also beim müllfreien Shoppen bin ich schon mal durchgefallen.
Jetzt kommt mein Kleiderschrank an die Reihe. Fehlkäufe und ungetragene Kleidung sollten natürlich nicht weggeworfen werden. Weiterverkaufen ist eine Methode, kostet aber viel Zeit. Deshalb entscheide ich mich für den Kleidertausch. Ich animiere also ein paar Freundinnen ihren Schrank ebenfalls auszumisten, dann treffen wir uns und durchstöbern die Sachen der jeweils anderen. Was für den einen Müll ist, ist für den anderen vielleicht ein kostenloser, kleiner Schatz! Meine Mädels freuen sich auf jeden Fall schon sehr auf unser Treffen. Was nach dem Kleidertausch übrig bleibt, bringe ich dann zum Warenkorb in Speyer – Wegwerfen ist bei Klamotten also wirklich keine Option!

Mein Fazit

Eine Woche Zero Waste. Eine Woche noch bewusster und achtsamer auf das Thema Müll schauen. Eine Woche voller Tipps, die auf den ersten Blick entweder leicht abgedreht – Stichwort Peeling – oder vielleicht sogar unangenehm wirken, zum Beispiel wenn es um die eigene Kleidung und Einkaufsgewohnheiten geht. Mal aus der Komfortzone herauskommen, Neues ausprobieren und dabei Lösungsansätze finden, die ohne großen Zeitaufwand zu einem müllfreieren Leben führen. Ich werde definitiv einige, wenn nicht sogar alle Tipps der Müll-Experten für die Zukunft übernehmen. Und wer weiß, vielleicht kann ich ja sogar den einen oder anderen von euch von einem ähnlichen Selbstversuch überzeugen. Was meint ihr?

 

Alles Bio für die Tonne: Tipps zum richtigen Befüllen der Biotonne

Biotonne: Hier gehören vor allem spiesereste und Pflanzenabfälle rein

Biotonne: Hier gehören vor allem Speisereste und Pflanzenabfälle rein (Foto: Möller)

In fast allen Landkreisen in Deutschland gibt es sie mittlerweile: Die Biotonne. Sie wurde als Ergänzung zur Kompostierung im eigenen Garten eingeführt. In ihr können Abfälle, die im Garten Probleme bereiten können – wie etwa Schimmel- oder Pilzbefall – entsorgt werden. Der Inhalt der Tonne wird dann in eine technische Kompostierungsanlage gebracht, in der im Prinzip die gleichen Prozesse ablaufen, wie bei der Kompostierung im Garten. Dabei wird der Abfall durch Mikroorganismen und unter Einfluss von  Temperatur, Luft und Feuchtigkeit werden zu Kompost umgesetzt. Dieser kann dann zum Beispiel als Dünger verwendet werden. Doch welche Art von Abfällen gehört eigentlich in eine Biotonne? Und wie befüllt man diese am besten?

1. Was darf rein? Und was nicht?

Wie der Name der Tonne bereits sagt, gehören in die Biotonne organischen Abfälle, das heißt  alle pflanzlichen und tierischen Rohstoffe, die im  Haushalt, in der Küche oder im Garten gesammelt werden. Dazu gehören Salat, Gemüse- und Obstreste,  verdorbene Nahrungsmittel,  Speisereste,  Küchenpapier, Papiertaschentücher, Schnittblumen, Topfpflanzen und Blumenerde oder auch Fallobst, das nicht verwendet werden kann.  Nicht in die Biotonne gehören  Fremdstoffe wie Glas, Kunststoff und Metall, da diese nicht verrotten und somit auch nicht kompostiert werden können. Eine nachträgliche Fremdstoffauslese ist nicht nur sehr teuer, sie funktioniert auch meist nicht vollständig, sodass zum Beispiel kleine Glassplitter im Kompost verbleiben können.   Zu den Stoffen, die nicht in eine Biotonne geworfen werden sollen, gehören neben Gläsern und Metall auch Plastikartikel, große Mengen Papier, sowie Windeln, Fette oder Flüssigkeiten. Wer seine Biotonne dauerhaft falsch befüllt, muss damit rechnen, dass die Müllabfuhr die Tonne nicht mitnimmt und man somit auf dem  Müll sitzen bleibt. Je nach Haushaltsgröße bieten die Kommunen verschiedene Tonnengrößen an. Damit soll gewährleistet werden, dass jede Familie die passende Tonne hat und nicht etwa eine zu kleine oder zu große.

2. Was tun, wenn der Müll einfriert?

Tonnenfutter: Speisereste wie Banannenschalen gehören in die Biotonne (Foto: Möller)

Tonnenfutter: Speisereste wie Banannenschalen gehören in die Biotonne (Foto: Möller)

Gerade jetzt im Winter kann es öfter passieren, dass die Abfälle in der Biotonne gefrieren. Dann kann die Müllabfuhr diese natürlich nicht mitnehmen und der Müll bleibt wo er ist. Doch auch dagegen kann man etwas tun. Zunächst einmal sollte man darauf achten, den Müll an frostgeschützten Orten, wie etwa nahe an der Hauswand aufzubewahren. Dann kann er nicht so schnell einfrieren, da die Hauswand immer etwas Wärme durchlässt und an die Mülltonne abgibt. Zudem kann man kleine Mengen Papier in die Biotonne legen, damit diese die Feuchtigkeit aufsaugen, wodurch diese nicht mehr einfrieren kann. Zwar darf man eigentlich kein Papier in die Biotonne legen, doch das gilt nur für große Mengen. Gerade im Winter raten viele Kommunen dazu die Biotonne vor allem an den Rändern mit Papier auszukleiden, um das Ein- und Festfrieren der Abfälle zu vermeiden. Dafür sollte man allerdings kein Hochglanzpapier nehmen, da dieses sehr schwer kompostierbar ist. Einfaches Zeitungspapier ist für das Auskleiden der Biotonne am besten geeignet. Im Sommer hat man übrigens das gegenteilige Problem. Dann ist es manchmal so heiß, dass der Biomüll anfängt zu stinken. Da hilft ebenfalls das Auslegen mit Zeitungspapier, dass die Flüssigkeit und somit auch Teile des unangenehmen Gestanks aufsaugt. Außerdem sollte man die Tonne dann regelmäßig Auswaschen, damit schlecht riechende Ablagerungen entfernt werden.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier einen neuen Teil unserer Traumberufreihe. Dieses Mal geht es um den Beruf der Theater-Schauspielerin.

Die Überreste des Sommers

Schönes Wetter, Sonne, ein genialer Sommertag. Saftig grüne Wiese am Ufer – wunderbar. Nichts ahnend gehe ich am See entlang. Doch plötzlich ekelt es mich bei diesem Anblick. Inmitten der Natur schon wieder Überreste einer wilden Grillparty. Leere Bierflaschen, Plastikfolie vom Eis aus der Tiefkühltruhe und dort neben einem zerfledderten Pappkarton sogar eine angebissene Bratwurst. Ich weiß nicht recht, welches Gefühl überwiegt, der Brechreiz oder die Wut. Denn das Ärgerlichste: Nur zehn Meter weiter steht einsam und verlassen ein Mülleimer. In ihm herrscht gähnende Leere, während sich draußen der Abfall zu kleinen Gebirgen auftürmt.

Die Überreste des Sommers

Respektlos: Nach der Party bleibt der Müll leider oft einfach liegen (©PIXELIO/Jennifer Piepenbring)

Leider scheint das inzwischen schon ganz normal und alltäglich geworden zu sein, es herrscht eine allgemeine Sorglosigkeit im Umgang mit Abfällen. Da wirft der eine nach dem Einkauf seinen Beleg einfach ins Gebüsch, der andere spuckt seinen ausgelutschten Kaugummi mitten auf die Straße. Über leere Getränkedosen in der U-Bahn brauchen wir ja gar nicht zu sprechen, an die haben wir uns ja schon alle wohl oder übel gewöhnt. Doch ausgerechnet im Sommer, der schönsten Zeit des Jahres, wird die Sache mit dem Müll noch schlimmer. Nach kleinen Partys in öffentlichen Anlagen, am See oder im Park kommt keinem in den Sinn, die Reste der Feier in die Mülltonne zu befördern. Stattdessen bleibt der Abfall einfach liegen, mal mehr, mal weniger weit in alle Richtungen verstreut.

Niemand hat etwas gegen kleine Feste im Park. Schließlich hat jeder das gute Recht, draußen in der Natur mit seinen Freunden zusammen zu sitzen. Aber es gibt immer mehr Schmutzfinke, die nicht einsehen wollen, dass jeder selbst für seinen Müll verantwortlich ist und diesen auch wegschaffen sollte. Und wenn erst einmal ein paar anfangen, dann denken sich logischerweise die nächsten: „Warum soll ich aufräumen, wenn die da drüben das auch nicht machen?“ So werden es immer mehr, die die Natur verdrecken. Nach und nach entsteht eine regelrechte Müllkultur und anders als zum Beispiel in Neapel können wir uns nicht damit rechtfertigen, dass der Abfall ein politisches Problem ist, bei dem die Mafia mitspielt. Unser Dreck ist einfach nur respektlos – der Natur gegenüber, genauso wie den Mitmenschen, die sich auf etwas Erholung freuen und stattdessen von üblem Geruch belästigt werden.

Die Überreste des Sommers

Ordentlich: Der Müll gehört in die Tonne (©PIXELIO/ Jan-Rio Krause)

Soll das Ordnungsamt nun Geldbußen verhängen? Was ist mit Appellen an die Vernunft des Einzelnen? In der Regel hilft alles Strafen und Appellieren aber nur wenig, es fördert eher eine Protesthaltung. Was dann? Wenn nicht sowieso schon der Fall, dann sollte ein jeder von uns ein gutes Beispiel abgeben und auch Kleinkram artig in den Mülleimer werfen. Das ist schon ein guter Anfang, denn Kleinigkeiten machen bekanntlich die Summe des Lebens aus. Je mehr bewusst mit ihrem Unrat umgehen, desto besser, desto größer die Wirkung. Das ist dasselbe, wie bei den Glühbirnen: Wenn jeder das Licht ausmacht, wenn er einen Raum verlässt, dann spart das in der Summe irrsinnig viel Strom. Dazu muss der Einzelne den ersten Schritt tun und die Initiative ergreifen, anstatt darauf zu warten, dass jemand anderes anfängt.

Auch eine tolle Idee, wie ich finde: Das sogenannte „RamaDama“, also in etwa „Räumen tun wir“, das regelmäßig in meinem Stadtteil München-Moosach stattfindet. Das ist eine Aktion der „Aktionsgemeinschaft Moosach“, bei der Freiwillige in kleinen Gruppen ausschwärmen und mal wieder etwas Ordnung schaffen. Auch wenn der Effekt oft nur von kurzzeitiger Natur ist, so geht davon doch ein klares Signal aus: Wir wollen keinen Dreck, weder auf den Straßen, noch auf Wiesen oder in Parks. Das „RamaDama“ schärft ein bisschen das Bewusstsein und vermittelt, dass Müll eben keine Nebensache ist. Wir produzieren ohnehin zu viel Abfall und gerade deshalb ist ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit dem Thema wichtig und notwendig; egal ob bei Partys im Park oder „nur“ im Alltag.

Vorschau: Dinner en Blanc, Supper Club & Co. – die neue Essklasse – das ist das Thema der nächsten Woche