„In jedem Teil steckt ein kleines Stückchen Oma oder Opa“ – Designerin Nadine Psotta im Interview

Von Indonesien ins waschechte Schwabenland. Schwabenkind Designerin Nadine Psotta legte einen langen Weg für ihren Modetraum zurück. Bereits mit 12 Jahren entdeckte sie ihre Liebe zur Mode und arbeitete ab diesem Zeitpunkt hart an ihrem Traum. Nach einer Second-Hand-Boutique, Arbeiten für die Filmbranche und die Produktion ihrer ersten Kollektion in Indonesin, ist die Modedesignerin an ihrem großen Traum angekommen und führt nicht nur eine erfolgreiche Modelinie, sondern produziert inzwischen, ganz getreu dem Namen, ausschließlich im Schwabenland.

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Schwabenkind ganz privat: Designerin Nadine Psotta in ihrem Atelier. (© Ilona Schneider)

Face2Face: Wann wusstest du, dass du etwas mit Mode machen möchtest?
Nadine: Ganz genau am 06.07.1989, meinem ersten Tagebucheintrag. An diesem Tag habe ich Modeschöpferin gespielt. Von meinen Eltern habe ich viel Lob bezüglich meines Talents erhalten. Auch wenn dies eher große Elternliebe war, mein Weg ebnete sich damals genau in diesem Moment. Am Abend dieses Tages interviewte ich mich selbst und beendet des Interview mit folgendem Satz: „Und heute ist sie eine ganz bekannte Modeschöpferin“. Jedes mal, wenn ich diesen Satz lese, muss ich schmunzeln – Ich möchte definitiv einmal die Entwürfe von damals mit meinem heutigen Wissen umsetzen.

„In jedem Teil steckt ein kleines Stückchen Oma oder Opa“ – Designerin Nadine Psotta  im Interview

Verspielt und unkonventionell: Schwabenkind-Dirndl mit Blumenschmuck. (© www.lichtformstudios.de)

Face2Face: Dein Modelabel wurde ja nach deinen Großeltern benannt, welche Geschichte steckt da dahinter?
Nadine: Meine Großeltern hießen Karl und Maria. Meine Oma war eine ganz begeisterte Näherin und hat viele Dinge mit mir umgesetzt. Aufgrund ihrer gradlinigen Phantasie, haben wir haben uns zwar immer die Köpfe eingeschlagen, ich konnte mich am Schluss aber immer gut durchsetzen. Wir haben sehr viel zusammen gearbeitet. Meine Oma war auch diejenige, die mir die Liebe zum Nähen und Designen beibrachte. Leider ist sie ein halbes Jahr vor meinem Modedesign Abschluss verstorben. In Anlehnung an meine Oma und meinen Opa habe ich deshalb die Modelinie Karla Maria begonnen, wobei Schwabenkind heute präsenter ist bzw. Karla Maria die Exklusivmarke von Schwabenkind ist.

Face2Face: Neben den Basics und Kindersachen gibt es auch die Kollektionen King Karl und Queen Maria. Wofür stehen diese Kollektionen?
Nadine: King Karl steht für meinen Opa den Karl und Queen Maria für meine Oma Maria.

Face2Face: Wie wird denn dein ganz eigener Stil und damit auch deine Kollektionen beeinflusst?
Nadine: Ich reise sehr viel und schaue mir auch gerne Dokumentationen über andere Länder und Kulturen an. Darüber erhalte ich immer ganz witzige Ideen.

Face2Face: Deine Kollektionen sind ja sehr farbenfroh – welche ist denn deine Lieblingsfarbe?
Nadine: Meine Lieblingsfarbe ist Petrol. Petrol oder Türkis, das sind meine persönlichen Favoriten.

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Ein Traum in Pink: Eines der vielen farbenfrohen Designs von Nadine Psotta. ( © www.lichtformstudios.de)

Face2Face: Was möchtest du mit deinen Designs ausdrücken?
Nadine: Ich möchte zeigen, dass alles was nicht zusammen passt, am Schluss definitiv passend gemacht werden kann. Für meine Phantasie gibt es keine Grenzen und ich vertrete die Meinung, dass Schönheit immer im Auge des Betrachters liegt. Was mich auch immer genervt hat ist, dass wenn ich in einen Kinderladen rein gegangen bin, ich immer so viele Kleidungsstücke gesehen habe, die ich auch so gerne haben wollte, allerdings gab es diese natürlich nie in meiner Größe. Deshalb habe ich beschlossen, dass ich auch solch eine bunte und verrückte Mode machen möchte, allerdings für Erwachsene.

Face2Face: Symbolisieren diese Kollektionen deine Großeltern?
Nadine: In den Kollektionen steckt meistens ein kleines Stück Oma oder Opa. Sei es ein alter Stoff den ich verarbeite oder Rüschen und Knöpfe, die ich noch von meiner Oma geerbt habe.

Face2Face: Deine Kleidungsstücke werden ausschließlich im Schwabenland produziert. Was ist dir daran besonders wichtig?
Nadine: Die Produktion im Schwabenland ist mir auf Grund meiner guten Zusammenarbeit mit meinen Geschäftspartnern Brigitte und Gerhard von der Schwäbischen Alb besonders wichtig. Die hohe Qualität die sie mir bieten, ist einfach unschlagbar. Auch der kurze Anfahrtsweg und der rechtliche Schutz der mir im Inland zusteht, sind grundlegende Kriterien für meine Wahl. Was mir natürlich auch gefällt ist, dass man mich hier versteht, wenn ich „schwätze“, was in Asien generell nicht der Fall war, vor allem wenn ich „gemotzt“ habe.

Face2Face: Soll die Produktion im Schwabenland auch die Marke Schwabenkind symbolisieren?
Nadine: Ich will Schwabenkind definitiv nur noch im Schwabenland produzieren.

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Traditionell und doch verrückt: Das Waldmädchen von Schwabenkind. (© www.lichtformstudios.de)

Face2Face: Wie sieht denn der typische Kunde/die typische Kundin aus, die Schwabenkind kauft?
Nadine: Typische Kunden gibt es bei mir gar nicht. Bei mir kauft wirklich von der kleinen Prinzessin, die von ihrer Mutti etwas bekommt, bis zur Oma mit lila gefärbten Haaren. Das beste Erlebnis war auf einer Messe, als ich von weitem zwei Personen gesehen habe, die komplett in Lack und Leder gekleidet waren. Ich wunderte mich schon wo diese hin möchten, als ich an ihrem Namen erkannte, dass sie Stammkunden von mir waren. Im Endeffekt richtig geile Leute. Ich habe noch nie einen meiner Kunden kennengelernt der mir unsympathisch war.

Face2Face: Was hast du, was andere nicht haben?
Nadine: Ich denke meine Stärke liegt darin, dass ich mich nicht darum schäre was gerade Mode ist. Ich höre auf mein Herz und mache nur die Dinge, die mir Spaß machen. Mein großes Geheimrezept liegt wohl darin, dass es mir nicht darum geht das große Geld zu machen, sondern mich selbst in meiner Arbeit widerzuspiegeln.

Danke Nadine Psotta für den Einblick, dass hinter der Mode nicht nur Trends und schöne Schnitte stecken, sondern auch viel tiefgründige Bedeutung und ganz viel Herz.

http://schwabenkind.com

Vorschau:

Wie man ein Modelabel gründet – das lernst du in keiner Vorlesung!

Die Abkürzung für My father kicks asses oder doch nur eine rein zufällige Buchstabenfolge – wofür MFKA wirklich steht wissen die Gründer des Modelabels angeblich selbst nicht. Dafür wissen sie sehr genau, was sie einzigartig macht und wie man den Party-Faktor erfolgreich in die Verkaufsstrategie miteinbezieht. Jan Krikava (25) und Michael Klamerski (24) stehen Face2Face Rede und Antwort.

Frech und provokant: MFKA Clothing (Foto: Julian Schröpel & Christopher Weis)

Frech und provokant: MFKA Clothing (Foto: Simbayu)

Face2Face: Stellt euch vor!
Jan: Wir sind MFKA Clothing, ein junges Bekleidungsunternehmen, das seit drei Jahren seine Ideen in Form von verschiedenen Prints umsetzt. Unser Team ist seit Ende letzten Jahres auf fünf Mann angewachsen: Erschad ist zuständig für Online-Shop, Lager und Social Media, Julian ist unser Designer und Fotograf, der mit mir zusammen die Motive entwirft, Basty kümmert sich als gelernter Schneider und Stylist um den passenden Schnitt unserer Stücke und Michael ist nur für Social Media, Marketing und PR zuständig.
Michael: Mit Mannheim, München und Berlin sind wir über ganz Deutschland verteilt und können so den einen oder anderen Trend schnell erkennen. Das bringt natürlich gewisse Vorteile mit sich.

Face2Face: Ihr seid keine hauptberuflichen Existenzgründer – du, Jan, studierst Wirtschaftsinformatik, Michael, du bist im Online Marketing tätig. Würdet ihr anderen empfehlen ein Unternehmen zu gründen oder ratet ihr eher zu geregelter Ausbildung und Festanstellung?
Jan: Jeder sollte nach Möglichkeit den Mut fassen und selbst gründen. Man kann das ja auch etwas lockerer und nebenbei angehen – wir sind der Beweis dafür. Die Festanstellung bietet natürlich immer Sicherheit, aber was spricht denn gegen das Abenteuer Unternehmensgründung?
Michael: Indem wir alles nebenher machen und nur Kapital einsetzen, dass wir in der Gruppe entbehren können, ist unser Risiko relativ gering. Wobei das auch heißt, dass man die Kohle anstatt in den Wochenendtrip nach Prag lieber in die neue Kollektion steckt. Allerdings kann ich jedem raten, eigene Sachen auf die Beine zu stellen. Die Erfahrungen, die du dabei sammelst, sind Gold wert, das lernst du in keiner Vorlesung.

Entwirft die Motive für MFKA: Jan Krikava (Foto Simbayu)

Entwirft die Motive für MFKA: Jan Krikava (Foto Simbayu)

Face2Face: Wer ist eure Zielgruppe?
Michael: Unsere Zielgruppe ist der modebewusste, szenekundige Mitzwanziger, der sich für Urban Music, Streetart, Skaten und Co. interessiert. Nein, in solch festen Definitionen denken wir nicht. Wir machen Mode, die uns gefällt. Unsere Zielgruppe sind diejenigen Personen, die sich damit identifizieren können. Allerdings kommen viele unserer Kunden tatsächlich aus dem oben genannten Gebiet.

Face2Face: Es gibt eine riesige Auswahl an Modelabels – was macht MFKA Clothing zu etwas besonderem?
Jan: Zum einen sind wir gut vernetzt. Aufstrebende Künstler wie Johnny Rakete und Kex Kuhl tragen nicht nur unseren Stuff, sondern feiern das richtig – ob auf Festivals, Gigs oder in Musikvideos. Aber auch verschiedene DJs aus der deutschen Clubszene feiern uns, zum Beispiel DJ Silence und DJ Maaleek.
Michael: Zum anderen sehen wir uns selbst als Lifestyle-Brand und werden so auch wahrgenommen. Wir feiern hin und wieder unseren eigenen Partys. So wird es zum Beispiel zu unserer neuen Kollektion, die im April kommen soll, auch eine Release-Party geben. Ihr dürft also gespannt sein!

Für das Marketing bei MFKA Clothing zuständig: Michael Klamerski (Foto: Sebastian Pitsch)

Für das Marketing bei MFKA Clothing zuständig: Michael Klamerski (Foto: Sebastian Pitsch)

Face2Face: Welche Schritte erfolgen, bis ein Produkt über euren Onlineshop vertrieben werden kann?
Jan: Zuerst ist da die Idee. Die entsteht meistens bei irgendwelchen Skype-Meetings oder beim gemeinsamen Feiern. Dann wird das skizziert und anschließend innerhalb der Gruppe vorgeschlagen. Wenn das dann gutes Feedback findet, fangen wir an das Motiv als Vektorengrafik umzusetzen. Währenddessen werden verschiedene Textilien ausgewählt – je nach Jahreszeit. Anschließend lassen wir das Motiv dann zur Probe drucken, gefällt uns das Ergebnis dann lassen wir das Ganze in unserer Druckerei des Vertrauens als Großauflage drucken. Julian fotografiert unsere neusten Werke, Erschad und ich tragen das dann im Online-Shop ein. Michael legt parallel schon mal einen Plan zurecht, wie man das alles promoten könnte.
Michael: Wichtig für uns ist, dass wir durch unsere Community sehr gute Unterstützung bekommen. So bauen wir eine Beziehung zu den Leuten auf. Ich vermisse anonyme Massenverkäufe via Ebay und Co. im Moment überhaupt nicht. Wir haben lieber eine kleine und exklusive Produktpalette, anstatt viele austauschbare Shirts. Ebenfalls ist es wichtig, gute Beziehungen zu Modebloggern und anderen Labels aufzubauen, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Face2Face: Die Auswahl in eurem Online-Shop ist derzeit noch recht klein – was soll demnächst noch dazukommen? Was sind eure Pläne für die Zukunft?
Jan: Wenn unsere neue Kollektion im April kommt, sollte der Online-Shop wieder etwas mehr befüllt sein. Zudem planen wir auch noch einen Blog, der mit verschiedenen Lifestyle-Themen berichtet – zum Beispiel Musik, Fashion und Kunst.

Hier geht´s zum MFKA Onlineshop, zum Facebook-Auftritt und zum Instagram-Account des Modelabels.

Vorschau: Am Dienstag, 10. Februar, berichtet Becky hier von ihrem Besuch bei einer Kartenlegerin.

Bringt euch garantiert stylish und warm durch den Winter: Gewinnt einen Beanie von MFKA Clothing (Foto: ...)

Bringt euch garantiert stylish und warm durch den Winter: Gewinnt einen Beanie von MFKA Clothing (Foto: Simbayu)

Gewinnspiel:
Stylisch und warm durch den Winter kommen? Gewinnt mit Face2Face einen exklusiven MFKA-Beanie! Was ihr dafür tun müsst: Schreib bis einschließlich Sonntag, 25. Januar 2015, 23:59 Uhr eine Mail an gewinnspiel@face2face-magazin.de mit dem Betreff „MFKA“. Darin enthalten sein sollte dein Vor- und Nachnamen, eine Adresse (Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort) sowie eine gültige E-Mail-Adresse. Verlost wird unter allen Einsendern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe des Gewinners erfolgt dann am Montag, 26. Januar 2015 via Mail.

Viel Glück euch allen!
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Nutzungsbedingungen
§ 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-Mailadresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner sowie eine Adresse für die Übersendung des Gewinns hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebe-dingungen behält sich die Online-Zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des Weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung (1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz. (5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz (1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges (1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

„Wir werden die Welt verbessern“ – Joko Winterscheidt stellt neue „German Garment“-Kollektion in Mannheim vor

Diesen Mittwoch, 20. Juni beginnt in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro der Uno-Umwelt-Gipfel „Rio+20“. Bereits vor 20 Jahren hatte sich die Staatengemeinschaft zusammengefunden und unter anderem über das Grundprinzip getagt.
Dieses Prinzip verfolgt seit der Gründung 2009 das Berliner Modelabel „German Garment“, das am Samstag, 16. Juni seine neue Kollektion im Mannheimer „Engelhorn-Trendhouse“ vorstellte. Mit Mannheim verbindet Joachim „Joko“ Winterscheidt, Repräsentant des Labels, nach eigener Aussage den weltbesten Fleischsalat, das Steigenberger Hotel und seine Moderation bei „The Dome“ in der SAP-Arena. „Das Besondere an Mannheim sind die Quadrate“, schwärmt er. Angereist ist das Team um Winterscheidt mit dem Zug. Wir er zu verstehen gibt, besitzt er eine „Bahn-Card 25“, um ein Stück die Umwelt zu entlasten.

Zuvor hatte der Moderator und Label-Mitgründer auf seiner „Facebook“-Seite mit den Worten „Facebook-Party-Zustände wären geil“ auf seine bevorstehende Promotion-Tour aufmerksam gemacht. Schauspieler Matthias Schweighöfer, der ebenfalls Mitgründer von „German Garment“ ist, konnte aufgrund der Produktion seines neuen Kinofilms „Schlussmacher“ nicht an der Präsentation teilnehmen – was vor allem von den weiblichen Besuchern sehr bedauert wurde.
Die prophezeiten „Facebook-Party-Zustände“ blieben aus, was vermutlich an der frühen Uhrzeit des angesetzten Events lag. Eine überschaubare Anzahl von Neugierigen – überwiegend weiblichen Fans – kamen um 10 Uhr dennoch um die neuen Modestücke zu beäugen. Der Rahmen war somit sehr familiär in den modern gestalten Räumlichkeiten des Modehauses.

„Wir werden die Welt verbessern“ – Joko Winterscheidt stellt neue „German Garment“-Kollektion in Mannheim vor

Gewohnt ironisch: „German Garment“-Mitgründer Joko Winterscheidt leistet Aufklärungsarbeit in Sachen Nachhaltigkeit (Foto: Deobald)

Die präsentierten T-Shirts sind salonfähig: Gut ausgearbeitete Schnitte, die auf gute Verarbeitung und Materialien schließen lassen. Sie können sowohl lässig auf Jeans, als auch auf einen sportlich geschnitten Sakko getragen werden – erhältlich in den Farben Weiß, Navy und Schwarz. Die fünf Printmotive sind auffallend und dynamisch gestaltet, jedoch keinesfalls zu vergleichen mit den Motto-T-Shirts der frühen 2000er Jahre.
Thema der aktuellen Palette ist das Leben im Digitalzeitalter: Die „Digital Age“ in ironischer Art vorgetragen, passend zu Schweighöfers und Winterscheidts Mentalität, spiegelt sich unter anderem in Informationschaos, Zensur und Identität im Internet wider.
In der vorangangenen Kollektion zierten die T-Shirts Designspielereien, die sich mit dem Labelnamen beschäftigen oder mit Berlin, dem Ursprung der ausschließlich in Deutschland produziertem Marke. Besonders hervorzuheben ist das aktuelle Motiv „Fingerprint“, das neben „NOBODY READS YOUR FUCKING BLOG“, „Edding Stripes“, „Good Morning“ und „Logo“, hervorsticht und den umweltbewussten Gedanken des Labels unterstreicht. Vermutlich bediente sich der Designer Oliver Schleith für seine Inspiration am ökologischen Fußabdruck, den er in diesem Fall durch einen überdimensionalen Fingerabdruck ersetzte. „NOBODY READS YOUR FUCKING BLOG“ stellt den Bezug zur aufkommenden Hipsterbewegung, sowie den sogenannten „Scenester“ (Anm. d. Red. „Scenester“ ist jemand, der sich auffällig in Verhalten und Kleidung einer bestimmten Szene anpasst) her. Winterscheidt sagt, er habe sich bereits die gleichnamige Domain gesichert, um anderen zuvorzukommen. Für Hipster habe er allerdings weniger übrig und zitiert den Song „Ich will nicht nach Berlin“ von der Chemnitzer Band „Kraftklub“, um seiner Abneigung Nachdruck zu verleihen.

Trotz des übersättigten Angebots auf dem T-Shirt-Markt ist es gelungen eine Nische zu finden für „German Garment“, indem man sich durch konsequent nachhaltige Produktion in Deutschland bewusst vom Mainstream absetzt. „Einzig der Anbau von Bio-Baumwolle ist aufgrund der klimatischen Bedingungen in Deutschland noch nicht möglich, räumt Winterscheidt ein, „beim Bedrucken der T-Shirts setzen wir auf schadstoffarme und rückstandsfreie Handhabung der Farben“.

Riesen der Branche, wie beispielsweise „Zara“, „H&M“ oder „Primark“, produzieren ausschließlich in Billiglohnländer, um ihre Gewinne auf Kosten günstiger Arbeitskräfte einzufahren. Aber: Wie billig darf Kleidung sein? „Wir wollen zum Nachdenken anregen, dass den Leuten bewusst wird, was sie kaufen und welchen Wert ein Produkt besitzt. Junge Menschen sollen sich fragen woher ein Produkt kommt und somit auch ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit mit unserem Label bekommen. Wer möchte schon gerne, dass seine Kinder einmal mit Gasmasken auf der Straße rumlaufen müssen“, so Winterscheidt.

„Wir werden die Welt verbessern“ – Joko Winterscheidt stellt neue „German Garment“-Kollektion in Mannheim vor

Signiert fleißig Autogrammkarten nach der Präsentation seiner Kollektion: Joko Winterscheidt, „Neoparadies“-Moderator und „German Garment“-Mitgründer (Foto: Deobald)

Qualität hat ihren Preis. „Wer eines unserer Shirts in der Hand gehabt hat, weiß, was Qualität bedeutet. Diese versuchen wir zu einem angemessenen Preis zu verkaufen. Die Intention, die dahinter steckt, ist, dass die Garderobe nicht mit billigen Fetzen gefüllt wird, sondern seltener, aber dafür überlegter eingekauft wird“, erläutert Winterscheidt das Problem der Wegwerfgesellschaft. Die Shirts der aktuellen „German Garment“-Kollektion bewegen sich in einem gehobenen Preissegment zwischen 39 und 49 Euro.

Für die Zukunft ist eine Kollektion aus Strickware geplant: eine Pullover- und Jackenkollektion sei anvisiert. Zumindest scheint dies realistischer als die Umsetzung einer Sneaker-Kollektion, da hier das Vorhaben an der Finanzierbarkeit des Produkts scheitern könnte – wer ist schon bereit für ein Paar Schuhe 500 Euro auszugeben? Auch ohne eigne Sneakers-Kollektion blickt Winterscheidt zuversichtlich in die Zukunft: „Mittelfristig möchten wir uns als deutsches Qualitätslabel auf dem Markt etablieren und ich bin davon überzeugt, wir werden die Welt verbessern.“

Wer vor dem Preis der „German Garment“-T-Shirts noch zurückschreckt , sollte sich vielleicht bei seinem nächsten Einkauf bei „H&M“ und Co. überlegen, ob ein Preis von fünf Euro für zehn T-Shirts tatsächlich realistisch ist.

Kontakt „German Garment“:
Offizielle Homepage

Vorschau: Nächste Woche geht es hier um sportliche Eleganz – einen Trend weitab von Jogginghosen und Schweißband.

„Monte Miau“ – Tragbare Haute Couture aus Mannheim

In Sachen Mode setzt sie auf Individualität und schlichte Eleganz: Heike Katzenberger, Damen- und Herrenschneidermeisterin aus Mannheim und auf keinen Fall zu verwechseln mit ihrer Namensvetterin Daniela Katzenberger.

Ihre Mode soll den Stil und die Persönlichkeit des Trägers unterstreichen, Überflüssiges vermeiden. Bei der Auswahl der Stoffe wird auf die unterschiedlichsten Materialen zurückgegriffen: von Jersey über Kaschmir bis hin zu Seide. Mit ihrem Label „Monte Miau“ will sich Katzenberger deutlich von der herkömmlichen Stangenware, der sogenannten Prêt-à-porter-Mode abheben – hin zur etablierten Haute Couture. Wo andere Designer Polospieler oder Krokodile platzieren, werden die Kleidungsstück bei Katzenberger mit einer markanten Katzensilhouette versehen. Zu ihrem Sortiment zählen Herrenmaßkonfektion sowie Maßanfertigung jeglicher Art.

Face2Face: Wie sind Sie dazu gekommen, das Modelabel „Monte Miau“ ins Leben zu rufen?
Katzenberger: Ich bin gelernte Schneiderin, danach habe ich meine Meisterprüfung gemacht. Schon in der Ausbildung habe ich ein Label benötigt, um meine Kleidungsstücke zu benennen. Vor etwa fünf Jahren saß ich in der Straßenbahn und mir ist spontan der Name „Monte Miau“ eingefallen – Monte der Berg, Miau die Katze und mein Nachname ist Katzenberger. Seit 2004 gibt es den Namen „Monte Miau“. Als Label selbstständig gemacht habe ich mich vor zwei Jahren.

Face2Face: Wie würden Sie Ihre eigene Mode definieren?
Katzenberger: Wenn ich für „Monte Miau“ Kleidungsstücke entwerfe, arbeite ich grundsätzlich wenig mit flattrigen Chiffon-Stoffen. Romantisch und Rüschen gibt es bei mir nicht. Ich würde meine Mode als zeitlos, geradlinig und grafisch bezeichnen. Jedes Werkstück hat ein Detail, zum Beispiel, dass der Schnitt, die Kragenform oder die Naht etwas außergewöhnlicher ist. Bewusst soll es so sein, dass man es erst bei näherem Hinschauen erkennt. Das kommt daher, dass ich sehr detailverliebt bin.

Face2Face: Durch was lassen Sie sich bei Ihrer Mode inspirieren?
Katzenberger: Man ist immer grundsätzlich von allem inspiriert was man sieht – bei mir sind das hauptsächlich Leuten, die ich auf der Straße sehe. Über Modemagazine und über diverse Modenschauen schaue ich mir auch an was große Designer machen, meistens gefällt mir das aber eher weniger – das dient für mich eher als Anregung. Manchmal gefällt mir auch eine Idee gut und es bleibt in meinem Kopf hängen. Hauptsächlich geht es mir darum, dass man die Stücke anziehen kann. Haute Couture heißt übersetzt hohe Schneiderkunst. Ich praktiziere sozusagen tragbare Schneiderkunst. Wenn ich Entwürfe mache, höre ich Musik dabei. Es kommen unterschiedliche Kreationen dabei raus je nach Musikrichtung: wenn die Musik eher beruhigend auf mich wirkt dann ist mein Entwurf auch dementsprechend. Habe ich allerdings einen Agro-Tag geht es in eine andere Richtung. Dieser Prozess ist gefühls- und eindrucksabhängig.

Face2Face: Hat Sie die Stadt Mannheim an sich ebenfalls inspiriert?
Katzenberger: Jeder findet Mannheim hässlich: Arbeiterstadt, Industrie, dreckig – ich dagegen finde Mannheim toll. Heidelberg kann ich nicht mehr sehen – kleines Städtchen mit so viel Flair. Ich habe irgendwie das krasse Gegenteil davon gebraucht. Aus einer Laune heraus habe ich mich für Mannheim entschieden, was ich bis heute nicht bereut habe. Die Stadt an sich hat mich sehr inspiriert, was daran liegt, dass es viele Leute aus verschiedenen Schichten gibt. In Mannheim gibt es keine Schmerzgrenze, da sieht man auch Leute die rumlaufen wie sie wollen. Hier spiele ich besonders auf die Assi-Jogginghosenfraktion an (lacht). Diese Art von Mode hat mich schon des Öfteren bei meinen Entwürfen inspiriert. Aber auch die vielen kleinen Künstler, die durch die Gegend laufen – gerade hier im Stadtteil Jungbusch.

Face2Face: Bevor Sie auf die Meisterschule gegangen sind, haben Sie beim Modelabel „Zara“ als Verkäuferin gearbeitet. Was können Sie über deren Mode sagen?
Katzenberger: Bei „Zara“ gibt es drei Kategorien: Zara Women, Zara Basic und Zara Trafaluc. Mir haben immer die Kollektionen der Trafaluc sehr gut gefallen, die sportlicheren, extravaganteren Stücke. Die Verarbeitung ist aber relativ schlecht – ein Industrieprodukt das schnell kaputt geht.

Face2Face: In welchem Jahrzehnt sind Sie zu Hause?
Katzenberger: Mein Lieblingsjahrzehnt sind die 20er Jahre. Da gab es den burschikosen Frauen-Typ mit kurzen Bobfrisuren, wenig auf weibliche Formen eingehend – mehr die gerade Linie. Vielleicht mal eine erhöhte Taille. Damit kann ich mich am ehesten identifizieren. Das liegt daran, dass ich es extrem schlimm finde, immer einem gewissen Schönheitsideal entsprechen zu müssen, was die Figur angeht. Ich finde beispielsweise die Buntfaltenhosen vorteilhaft, weil es das genaue Gegenteil ist von „ich zeig jetzt jedem das ich einen schönen Arsch und große Titten habe“ – ich kann auch so schön sein, ohne dass ich zeige was für eine tolle Figur ich habe. In den 20ern lässt man die Weiblichkeit nicht so demonstrativ raus hängen – da ist man weiblich, weil man es eben wirklich ist. Viele Menschen definieren sich über die Kleidung. Das sieht in meinen Augen verkleidet aus. Die Mode soll eher den Charakter des Trägers unterstreichen, es soll zusammen wirken.

Face2Face: Trifft man Sie morgens beim Bäcker auch mal mit Jogginghose an?
Katzenberger: (lacht) Ich habe absolut keine Schmerzgrenze. Wenn ich weiß, ich bin auf irgendeiner Veranstaltung eingeladen, dann achte ich selbstverständlich darauf, dass ich etwas Selbstgenähtes anhabe. Wenn ich privat ausgehe oder zum Bäcker, ist mir das egal.

Face2Face: Zum Schluss hätten wir gerne noch ein paar Tipps für unsere Leser erfahren: Was sind die angesagtesten Frühjahr- und Sommertrends dieses Jahr?
Katzenberger: Wenn man sich die Laufstege anschaut, dann sieht es ganz stark nach Fruchtprinz aus – Orangen, Erdbeeren als Print. Federn und Fransen sind auch stark im Kommen dieses Jahr. Rockträgerin kann man 2011 alles tragen, was man möchte. Normalerweise gibt es diesbezüglich immer einen Trend beispielsweise zu Maxiröcken und dann werden diese von Miniröcken abgelöst. Der Folklore- und Hippie-Look dagegen ist durch. In Sachen Hosenpassform sind immer noch die unvorteilhaften Buntfaltenhosen, Sarouel-Hosen stark verbreitet. Grundsätzlich tendiert man zu weiten Varianten wie Chinos. Röhrenjeans waren da eher ein kurzfristiger Trend, man achtet bei Hosen jetzt mehr auf fließendere Stoffe.

Kontakt „Monte Miau“ Mannheim:
E7, 9
68159 Mannheim
Homepage: www.monte-miau.com
Tel.: 0621 / 9764196