Janet Jackson ist „unbreakable“

Unbreakable“ ist die siebte Welttournee von Sängerin Janet Jackson, mit dem die jüngere Schwester von King of Pop“ Michael Jackson ihr gleichnahmiges, elftes Studioalbum promotet.

Bereits im August 2014 bestätigte Produzent Ian Cross die Arbeit und die geplante Welttour für 2015 und 2016. Cross arbeitete an den letzten drei Alben mit und bestätigte zuerst dem Barfoot Sound Magazine“ die Arbeit in den Studios in Katar, Paris und dem mittleren Osten.

Janet tourt nun seit dem 31. August 2015 durch die Vereinigten Staaten und kommt für vier Konzerte im April 2016 auch nach Deutschland. Hier wird sie ihr Set über 23 Songs in Hamburg, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Berlin performen. Darunter finden sich einige ältere Klassiker wie Scream“, Rhythm Nation“ und If“.

Die bisherigen Kritiken ihrer Konzerte, unter anderem in der The New York Times“ und dem E!“ Magazine sind sehr gut. Janet kann definitiv an frühere Erfolge anknüpfen und bringt dennoch frischen Wind in ihre alten Werke, wie mit Burn it up“, einem Song, den sie mit Missy Disdemeanor Elliot aufnahm, die ebenfalls in diesem Jahr ein erfolgreiches Comeback feiert.

Bis zum 29. Juni 2016 gibt sie insgesamt 111 Konzerte; 88 in Nordamerika, drei in Asien und 20 in Europa. Tickets für die Shows in Deutschland bekommt ihr hier.

Vorschau: Am 9. Januar 2016 erwartet euch ein Gastbeitrag.

Das Phänomen Tussi – wer sie ist, woher sie kommt und wo sie eigentlich hin will

Tussis begegnen uns im Alltag regelmäßig. Ob in der Fußgängerzone, der Straßenbahn oder abends auf der Piste – letztes ist ihr bevorzugtes Territorium – sind sie aus dem Stadtbild praktisch gar nicht wegzudenken.

Da sie das genaue Gegenteil von Tarnung betreiben, lassen sie sich auch nur unschwer an den immergleichen Merkmalen erkennen: Mehrschichtig aufgetragene Foundation, schwarz getuschte oder, in fortgeschrittenem Tussi-Stadium, lange, mit Klebstoff befestigte, künstliche Wimpern zu glitzerndem Lidschatten im Smokey-Eyes-Look und feuerroten Lippen. Dank der Reizüberflutung für das menschliche Auge kaum noch wahrnehmbar sind die Maske aus Puder und die knallpink gerougten Wangen. Ein Hingucker sind außerdem die Brauen, die zumeist hauchdünn gezupft oder wahlweise abrasiert und mit Augenbrauenstift nachgezogen wurden. Die Nageldesign-Variationen reichen zudem von schrillen Farbtönen über Drachenmotive und Tribal-Verzierungen bis hin zu dramatischen Überlängen der French-Tips.

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Manche mögen’s opulenter: Tussis tragen Perlen, Strass und Diamanten im Überfluss (Foto: T.Gartner)

Doch auch in Sachen Haarstyling und Outfit lassen sich die Tussis gestern wie heute nichts anbrennen. Sie haben es gern ausgefallen, um aufzufallen und darüber hinaus eine klare Zugehörigkeit auszudrücken. Protzige Sneakers – man erinnere sich an das Aufkommen (und das ebenso schnelle wieder Versumpfen) der von Rapperin Missy Elliot designten „Respect M.E.“-Kollektion – sind schließlich nicht einfach protzige Sneakers. Sie sind auch immer ein Fashion-Statement und zugleich eine Solidarisierung mit dem Hiphop und den legeren Streetwear-Styles.

Weitaus lieber als auf leisen Sohlen sind Tussis allerdings auf hohen Hacken unterwegs. Je schwindelnder die Absatzhöhe, desto glänzender der Auftritt. Sie gewinnen damit nicht nur die Anerkennung ihrer Mitmenschen („Wow, wie kann sie auf diesen High Heels bloß laufen, ohne sich beide Beine zu brechen?“), sondern nehmen auch eine unnachahmlich imposante Körperhaltung an. Niemand würde so auch nur auf die Idee kommen, sich einer über den Asphalt staksenden Tussi in den Weg zu stellen. Ja, man muss wahrlich zugeben: Die Optik einer Tussi ist bisweilen angsteinflößend.

Der Grat zwischen Ästhetik und Alptraum scheint damit folglich ein schmaler zu sein und ist, wie so oft, höchst subjektiv. Die Tussi hält ihr Erscheinungsbild, auch wenn man bei einem Blick in ihr Kosmetiktäschchen eher auf Manhattan und Essence stößt als auf MAC und Estée Lauder, für die ausgekochte Perfektion. Diese scheinbar durch nichts in der Welt trübbare Selbstsicherheit macht eine Tussi aus – eine Eigenschaft, die sie glatt bewundernswert macht.

Doch wenn die Fassade aus Make-Up einmal gebrökelt ist und sich der Nebel des großzügig aufgetragenen Parfums erst verzogen hat, kommt das Mädchen zum Vorschein, das die Tussi durch aufwendige, oft lange Vorbereitung bedürfende Beauty-Prozeduren zu verbergen sucht. Und das ist im Wesentlichen komplexbehaftet und ganz und gar nicht selbstüberzeugt.

Es eifert aufkeimenden Trends nach, ohne mit den strassbesetzten Fake Eye Lashes zu zucken. Sie investiert in kostspielige Modelabels, sofern sie es sich leisten kann – nur wenige der oben charakterisierten Tussis haben streng genommen eine ernstzunehmende Karriere hingelegt und müssen daher auf Textilien gängiger Billighersteller zurückgreifen – und schwimmt so, bei allem zwanghaften Streben nach Individualität, doch vollständig mit dem Strom. Ihr Heischen nach Aufmerksamkeit kommt einem Schrei nach Liebe gleich, weil es ihr in erster Linie massiv an Selbstliebe mangelt.

Eine Tussi fordert durch ihr aggressives Auftreten Achtung vor ihrer Person ein, was sie jedoch hinterrücks umso mehr zum Objekt von Hohn und Spott werden lässt. Das besagte kleine Mädchen sehnt sich heimlich nach einer Umarmung. Nach einem Menschen, der ihr ungeschminktes Ich annimmt, vor dem sie Natürlichkeit nicht erst aus Cremetiegeln auftragen muss.

Vorschau: In der nächsten Woche begleiten wir Mode-Redakteurin Olivia auf die Pariser Fashion Week.