Sommerliche Frozen Yogurts

Gefrorener Joghurt – auch „Frozen Yogurt“ oder „Froyo“ genannt – gilt als kalorienarme Alternative zur Eiscreme, da er anstatt mit Sahne aus Joghurt hergestellt wird. Die kühle Köstlichkeit, die ursprünglich aus England und den USA stammt, ist bereits seit 2010 auch in deutschen Supermärkten und Läden anzutreffen. Dabei lässt sich das cremige Dessert – ganz ohne Eismaschine – auch blitzschnell und individuell daheim servieren. Mit natürlichen und gesunden Toppings garniert, verspricht der „Frozen Yogurt“ auch diesen Sommer eiskalten Genuss für alle Sinne.

Zutaten und Materialien:

Erfrischend: Frozen Yogurt eignet sich als gesunde Alternative zur Eiscreme (Foto: Onat)

Erfrischend: Frozen Yogurt eignet sich als gesunde Alternative zur Eiscreme (Foto: Onat)

  • 500 Gramm Vollfett-Naturjoghurt
  • 125 Gramm (Puder-) Zucker
  • eine Prise Salz
  • für den Geschmack nach Belieben Bourbon-Vanille, Zitronensäure, Minze, Ingwer, geriebene Zitronen- oder Orangen-Schale
  • als Topping nach Belieben frische Früchte wie Beeren, Kirschen, Erdbeeren, Nüsse, Marmelade, Frucht-Soßen, -Pürees oder -Sirup
  • eine Schüssel und ein Schneebesen

Zubereitung:

Um „Frozen Yogurt“ herzustellen, bedarf es lediglich an etwas Joghurt und Zucker: Beide Zutaten in eine Schüssel geben, mit einer Prise Salz verfeinern und mit einem Schneebesen kräftig verrühren, bis die Masse cremig wird. Der Zucker sorgt nicht nur für den süßen Geschmack, sondern verhindert zugleich, dass beim Gefrieren zu große Eiskristalle entstehen. So bleibt das Dessert auch nach der Kühlung cremig-leicht.

Anschließend die Schüssel für mindestens fünf Stunden ins Kühlregal stellen, währenddessen die Masse dabei alle 30 Minuten umrühren, bis sie eine cremig-durchgefrorene Konsistenz erhält. Auch das Rühren verhindert schließlich die Bildung von großen Eiskristallen während des Kühlvorgangs.

Im Prinzip wäre die sommerliche Süßspeise bereits fertig zum Verzehr, da der Joghurt allein durch den Zucker einen süßen, beerigen Geschmack erhält. Wer mag, kann die Fruchtnote jedoch durch weitere Zutaten verstärken, indem er dem „Frozen Yogurt“ Zitronen- oder Orangen-Abrieb hinzufügt, ihn mit Vanille oder Zitronensäure abschmeckt oder ihn mit Minze, Ingwer sowie Zitronensaft um eine frische Note erweitert.

Frische Toppings sorgen dabei nicht nur kulinarisch, sondern auch optisch für Akzente: Hierbei kann – wie bereits bei der Dessert-Herstellung – gänzlich auf künstliche Zusatzstoffe, Aromen und Geschmacksverstärker verzichtet werden, indem man auf Früchte der Saison, Beeren, Pürees oder Nüsse zurückgreift. Der Fantasie sind bei der Zusammenstellung keinerlei Grenzen gesetzt.

Vorschau: Nächste Woche erwarten euch Tipps für das Auslandssemester auf einem anderen Kontinent.

Kontroverse Ernährungsmythen- den Fakten auf der Spur

Der Kampf darum, welche Ernährungsform die Gesündeste ist, hält an. Was sollen wir essen und was nicht? Kann man das heutzutage noch wissen? Während wir bereits geklärt haben, dass zu hoher Fleischkonsum ungesund ist, und die Debatte zwischen Veganern und Fleischessern mit Fakten unterlegt haben, bleiben allerdings noch einige weitere Punkte im Raum stehen. Diese nehmen wir uns heute vor.

Kontroverse Ernährungsmythen- den Fakten auf der Spur

Rohkost (Foto: Face2Face)

Einige Veganer gehen nämlich noch einen Schritt weiter. Sie essen nur noch Rohkost. Rohkost-Veganer essen nichts, was über 42°C erwärmt worden ist, da dies Enzyme zerstört. Allerdings brauchen wir zum Verdauen keine Enzyme von außen, da wir Verdauungsenzyme selbst herstellen können. Auch sind die wenigsten Vitamine hitzeempfindlich und beim Kochen verlieren die Vitamine B1, B5, B9, und C nur langsam ihren Wert. Tatsächlich war Kochen sehr wichtig für unsere Vorfahren, weil so unser Essen uns mehr Netto-Energie einbrachte (die Verwertbarkeit der Proteine in Eier steigt zum Beispiel an), Bakterien abgetötet werden konnten und auch Toxine zerstört werden (wie zum Beispiel bei Kartoffeln). Trotzdem besteht natürlich nicht bei allen Lebensmitteln die Notwendigkeit sie zu kochen. Obst und einige Gemüsesorten schmecken unbehandelt hervorragend.

Auch Milch ist in Verruf geraten. Während es früher noch „Milch macht stark“ hieß, heißt es heute, dass man die Finger davon lassen sollte. Das Kalzium in der Milch, so dachte man früher, stärkt die Knochen, doch dies konnte widerlegt werden. Andere Studien vermuten sogar eine Erhöhung der Knochenbrüchigkeit, was allerdings nicht belegt ist. Kritiker warnen also vor Osteoporose. Fest steht, bei erhöhtem Konsum von Milch und Milchprodukten erhöht sich das Risiko von Akne, Diabetes (Typ1) und Krebs (Brust-, Prostata- und Eierstockkrebs). Eine geringe Aufnahme von Milch (ca. 1 Glas pro Tag) wird jedoch weiterhin als gesund angesehen, dank der gesunden Fettsäuren erniedrigt sich das Risiko für Übergewicht, Diabetes (Typ2) und Krebs (Brustkrebs).

Ist man allergisch auf Laktose (Milchzucker) oder Casein (Milchprotein) sollte man Milch meiden. Tatsächlich verlieren alle Säugetiere nach dem Säuglingsalter langsam die Fähigkeit Laktose zu spalten, beziehungsweise das dafür notwendige Enzym (Laktase) zu produzieren. Erst beim Menschen entwickelte sich eine Laktose-Persistenz, eine genetische Mutation, die besonders in höheren geographischen Lagen entstand, weil dem Körper durch die Milch mehr Vitamin D zugeführt wurde. Laktose-Intoleranz findet sich aber noch bei 95 Prozent der Asiaten, 70 Prozent der Afrikaner, 53 Prozent der Südamerikaner und 15 Prozent der Kaukasier.

Auf Gluten sollte, ähnlich wie bei Lactose, nur der achten, der eine Allergie oder Unverträglichkeit – eine Zöliakie – besitzt. Um dies zu erfahren solltet ihr zu einem Arzt gehen, allerdings einem vertrauenswürdigem, da der neue Trend der IgG Allergie Tests ebenfalls falsche Ergebnisse erbringt. Ansonsten ist es vollkommen in Ordnung Gluten zu verspeisen.

Vitamin D befindet sich, wie bereits erwähnt, in Milch, aber auch in Fisch und Sojaprodukten. Eine Unterversorgung steht mit vielen Krankheiten, wie kardiovaskuläre Erkrankungen oder Autoimmunkrankheiten in Verbindung. Doch Vitamin D ist eigentlich kein Vitamin, da unser Körper es selbst herstellen kann: treffen Sonnenstrahlen auf unsere Haut, können Zellen diese Energie zur Herstellung von Vitamin D nutzen. Ein regelmäßiges Sonnenbad nehmen ist also sehr gesund.

Gerade in den nördlichen Graden im Winter kann kein Vitamin D gebildet werden und ob eine zusätzliche Einnahme von Nöten ist, ist Gegenstand einiger Diskussionen. Eigentlich könnte der Mensch sich einen Speicher im Sommer anlegen, den er über den Winter hindurch verbraucht, doch in unseren Gesellschaften ist bei einigen Bürgern die Sonnenexpositionszeit, die Zeit, die sie im Sonnenlicht verbringen, zu gering.

Kontroverse Ernährungsmythen- den Fakten auf der Spur

Die süße Versuchung: Zucker ist in vielen Lebensmitteln (Foto: Face2Face)

Zu viel Zucker ist definitiv ungesund. Und das Problem ist, dass in vielen Produkten im Supermarkt viel Zucker versteckt ist. Von zu viel Verzehr sollte man also absehen. Aspartam, das Süßungsmittel, welches man in Diät-Cola und ähnlichem findet, wird ebenfalls oft als krankmachend und krebserzeugend verunglimpft. Doch bisher gibt es keine Studien oder Befunde, die dies beweisen.

Besonders bei der Ernährung wird oft auf krebserzeugende Wirkungen verwiesen, auch wenn die echten Studien eigentlich nur eine Korrelation gefunden haben. Die Problematik liegt bei der Interpretation der wissenschaftlichen Befunde durch Nachrichtensender und Blogger. Dabei bedeutet eine Korrelation nicht immer einen kausalen Zusammenhang. Auch wird oft in der Umgangssprache von „Chemie“ in unserer Ernährung gesprochen, wenn industriell produzierte Zusätze gemeint sind. Und auch diese Zusätze bedeuten nicht automatisch einen tödlichen „Chemie- Cocktail“.

Um sich gesund zu ernähren, gibt es viele Wege. Es gilt eigentlich nur einige Grundregeln zu beachten. Hierzu sollte Ernährungsexperte David L. Katz zitiert werden: „Esst Gemüse, esst Obst, esst Vollkornprodukte, esst keine Fertigessen, und übertreibt es nicht mit Zucker, Fleisch und Milchprodukten. Das war’s. So einfach ist es.“ und „Einen frühzeitigen Tod stirbt derjenige, der sich schlecht ernährt, keinen Sport treibt, Übergewicht hat und raucht.“

Vorschau: In zwei Wochen gibt es kleine Weltverbesserertipps für den Alltag.

Brust zeigen – vom Leben als Stillende

Stillzeit: intimie Momente zwischen Mutter und Kind (Foto: Obermann)

Stillzeit: intimie Momente zwischen Mutter und Kind (Foto: Obermann)

Seit vier Monaten gehöre ich zu einer besonderen Spezies Mensch – zu den Stillenden. Und obwohl Ärzte, Mütter, Werbung und die Welt- Gesundheits- Organisation (WHO) mittlerweile einstimmig proklamieren, dass Stillen das Beste für ein Baby ist, ist der Anblick einer Stillenden oft immer noch befremdlich. Immerhin war Stillen noch in den 80er Jahren eher verpönt. Die neu emanzipierten Mütter wollten ihre Unabhängigkeit bewahren und bei den weniger emanzipierten scheiterte der Versuch dann oft an falschen Informationen. Noch heute bekommen viele jungen Mütter schnell gesagt, sie hätten zu wenige Milch, wenn das Kind mal ein oder zwei Tage öfter Hunger hat. Tatsächlich hat jedes Kind Wachstumsschübe, in denen es vermehrt trinkt, Tage, an denen es einfach keinen Hunger bekommt, und gerade im Sommer einfach nur viel Durst. Auch Babys sind eben Menschen.

Hunger? Viele Neugeborene versuchen gleich nach der Geburt das erste Mal an der Brust zu trinken (Foto: Obermann)

Hunger? Viele Neugeborene versuchen gleich nach der Geburt das erste Mal an der Brust zu trinken (Foto: Obermann)

Zum Stillen gehört also immer noch viel Selbstsicherheit. Wer sich von dem ganzen Gerede unserer Großmütter, Väter, Bekannten nicht aus der Ruhe bringen lässt, ist schon mal klar im Vorteil. Richtig ist allerdings, dass etwas Unabhängigkeit erst mal flöten geht – Unabhängigkeit dem Neugeborenen gegenüber, denn Stillen kann nur die Mutter. Doch auch hier gibt es Möglichkeiten, wie Abpumpen und Muttermilch einfrieren. Funktioniert bestens und so kann auch mal der Papa „stillen“. Denn die intime Stillbeziehung zwischen Säugling und Mutter wird von manchem Vater auch sehr eifersüchtig beäugt.

Dass Stillen für das Kind gesund ist, wird uns oft gesagt. Tatsächlich erfährt der Säugling durch die Abwehrstoffe in der Muttermilch etwa sechs Monate lang den sogenannten Nestschutz, der vor den meisten Krankheiten schützt. Immer wieder werden statistische Untersuchungen durchgeführt, die dem gestillten Kind ein niedrigeres Potential für Allergien, Übergewicht und sonstige Probleme nachweisen. Selbst die Intelligenz soll angeblich durch das Stillen angeregt werden. Inwieweit aber solche statistischen Erhebungen tatsächlich stimmen, bleibt immer die Frage. Richtig ist aber, dass auch die Mutter vom Stillen profitiert. Das Brustkrebsrisiko sinkt erheblich und auch die angefutterten Schwangerschaftskilos schmelzen geradezu dahin.

Doch nicht alles am Stillen ist eitel Sonnenschein. Die ersten Tage sind die Brustwarzen schmerzlich gereizt, können mitunter sogar leicht reißen und bluten. Umso sorgfältiger müssen sie gepflegt werden, um Brustentzündungen zu vermeiden. Hat die Mutter viel Milch, fängt die zweite Brust oft an zu tropfen, während das Kind noch an der  ersten Brust trinkt. Ich laufe regelmäßig aus. Nebenbei ist es auch gar nicht so leicht, praktikable und hübsche Stillkleidung zu finden. Will ich als Stillende dann auch mal für mehr als zwei Stunden meine Wohnung verlassen, muss ich mir überlegen, ob ich unterwegs auch stillen kann und will.

Einfach natürlich - Gestillt werden kann immer und überall wie hier beim Arbeiten in Asien (©RK by Jerzy Sawluk/ pixelio.de)

Einfach natürlich – Gestillt werden kann immer und überall wie hier beim Arbeiten in Asien (©RK by Jerzy Sawluk/ pixelio.de)

Glücklicherweise gibt es auch viele gute Tipps und Ratschläge, die helfen können. Beispielsweise kann ein Kind im Notfall auch im Tragetuch, einem für mich unerlässlichem Helfer bis zum dritten Lebensjahr, gestillt werden. Und die Stillbibel, das Stillbuch von Hannah Lotrop, ist voller Informationen. Nicht nur der frühere Umgang mit dem Stillen wird beschrieben, auch Anlegetechniken oder homöopathische Mittel werden erklärt.

Wer stillt, muss sich aber gleich die Frage stellen: Wie lange möchte ich stillen? Mein erstes Kind hat sich mit zwei Jahren selbst abgestillt. Bis dahin hat er morgens nach dem Aufwachen immer noch etwas genascht, und irgendwann hat er nicht mehr danach gefragt. So ein sanftes Abstillen ist meiner Meinung nach wichtig. Keinem von beiden  tut es gut, wenn zu einem Zeitpunkt von 100 auf 0 umgestellt wird. Auch meinem zweiten Kind will ich die Gelegenheit bieten, selbst zu entscheiden, wann es genug hat. Schwierig wird das vor allem in der Zeit des Zahnens. Jedes Kind versucht dann, oft auch aus dem Schmerz heraus, in den Nippel zu beißen. Bei meinem Sohn hat ein klares „Nein“ Wunder gewirkt. Die Kinder merken schnell, dass sie damit niemandem einen Gefallen tun, auch sich selbst nicht. Manch einer Mutter wird es dann aber auch zu viel und sie schwenkt auf Flaschennahrung um. Und andere Kinder werden von der ersten richtigen Schimpfe so eingeschüchtert, dass sie plötzlich Angst vor der Brust haben.

Bei allem Hin und Her war für mich auch vor meiner ersten Schwangerschaft klar, dass ich stillen will. Einmal hat mir die Natur (und Gott, wenn man es so betrachten will) die Milchdrüsen nicht einfach so gegeben, sie haben ja einen Nutzen. Zum anderen gibt es kaum etwas Schöneres, als die Freude im Gesicht deines Kindes, wenn es die Brust sieht und schwungvoll anlegen kann. Wirklich.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Alexandra hier über die fortschreitende Kategorisierung unsers Lebens.

Zusammen ist man weniger allein – Willkommen im WG-Leben!

Wie sehnsüchtig habe ich den Moment der Einschulung damals erwartet. Schließlich hatte ich vom Kindergarten gegen Ende die Schnauze reichlich voll und wollte nicht einen Tag länger Mittagsschlaf neben zwanzig anderen Windelpupsern halten als nötig. Bevor es so weit war, sah mein Mini-Me sich jedoch gezwungen, hin und wieder gegen das System zu rebellieren, was sich zumeist in morgendlichem Versteckspielen vor meiner Mutter äußerte. Jedes Mal aufs Neue erstaunte es mich, in welch kurzer Zeit sie mein Geheimversteck – hinter dem Sofa hatte ich mich stets wie Iron Man in seiner Werkstatt gefühlt – entlarven konnte und mich schlussendlich an der Hand an den mir längst verhasst gewordenen Ort beförderte.

Als die mit unbändiger Vorfreude ersehnte Schulzeit endlich anbrach, wünschte ich mich allerdings nicht selten zurück in jene Kinderstube, die mich mit unbegrenzter Freizeit und Beihilfe auf dem Töpfchen verwöhnte. Ganz ähnlich verhielt es sich, als der Schulabschluss kurz bevor und ich somit vor der Entscheidung stand, wie es mit meinem – bis dahin nur mäßig selbstständigen Leben – weitergehen sollte: mit dem Unterschied, dass anstelle vom Lätzchen jetzt die Sorglosigkeit stand, die ich in der nächsten Zeit nur allzu bald aufgeben würde.

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Aller Anfang als schwer: Flügge zu werden bringt einige Herausforderungen mit sich. (Foto: C.Gartner)

Ich räume ein, dass die Bedingungen, unter denen ich auszog, um das Leben zu lernen, ziemlich zu meinem Vorteil ausfielen: Eine Wohnung in neiderregender Lage, die ich wider Erwarten direkt mein gemietetes Eigen nennen konnte. Hinzu kamen drei Mitbewohnerinnen, denen ich mich sogleich verbunden fühlte. Nichtsdestotrotz war ich mir der Tatsache von Beginn an bewusst, dass ich im gesamten Mietshaus das Küken und somit Hauptverdächtige bei sämtlichen Aus-, Un- und Vermissten-Fällen sein würde. Erstmals bestätigte sich letztere Vermutung, als das Gemeinschaftsgut Staubsauger für mehrere Tage spurlos verschwand. Wenn nun aber mein Frühjahrsputz ganz zufällig mit der heißen Klausurenphase kollidiert, bleibt für das Zurückstellen eines gewissen Haushaltsgeräts auch beileibe keine Zeit mehr! Daheim bei Mutti jedenfalls wurden früher im Treppenhaus nicht direkt verärgerte Vermisstenanzeigen aufgegeben, wenn mal etwas vergleichbar wichtiges, etwa Perlenohrstecker in ihrem Schmuckkästchen, fehlte. Es galt also, sich radikal umzugewöhnen, sprich entweder zu gestehen – ich kann erfahrungsgemäß nicht behaupten, dass die Schelte dann je milder ausgefallen wäre – oder anfängliche Faux-Pas miverschweigen beziehungsweise im Falle einer Konfrontation blütenweiße Unschuld beteuern.

Eine solche Strategie lässt sich allerdings weniger erfolgreich anwenden, wenn es um Extremsituationen in den privaten vier Wänden geht. So lässt sich niemand geringerer als man selbst dafür zur Rechenschaft ziehen, wenn sich das scheinbar harmlose Anwärmen eines Frottee-Handtuchs in der Mikrowelle plötzlich in einen Kleinbrand verwandelt. Ebenso wenig kann man sich als MieterIn aus Schuldzuweisungen herauswinden, wenn die zu ursprünglich wärmeren Füßen beitragende Schuheinlagen bei 600 Watt plötzlich Feuer fangen – nein, ich habe keinen Hang zur Pyromanie, nur einfach unsägliches Pech bei Benutzen der Mikrowelle in meinem Zimmer – und man sich nichts sehnlicher wünscht, als möglichst überzeugend anzugeben: Der Papa/Bruder/Schwester war’s!

Affenfamilie

Ein starkes Team: Im trauten Heim kann man aufeinander zählen. (Foto: T.Gartner)

Ähnlich problematisch wird es, wenn ein penibler Feuermelder beim Braten delikater Schweineschnitzel interveniert und gleich das halbe Haus mitverpflichtet wird, wenn es darum geht, den Ausschalter an diesem verflixten Querulanten ausfindig zu machen. Gerade hier erweisen sich Mitbewohner als unerlässliche Komponenten im Reifeprozess und der Vorbereitung auf das hoffentlich eines Tages unabhängige Erwachsenenleben. Sie sind (aus)-helfende Hand, ob sie Milch für den Kaffee am Morgen borgen oder in Windeseile eingeschäumt und nicht selten schäumend aus dem Badezimmer gehüpft kommen, sobald der Feueralarm wieder einmal ertönt – wo immer es brennt, sie sind als temporärer Mutterersatz, ob wider Willen oder mit größtem Vergnügen, zur Stelle und helfen dem kürzlich erstmals flügge Gewordenen aus der Patsche. Ich kann behaupten, dass meine Wohnsituation die erste Zeit in einer neuen Umgebung mit neuen Hindernissen und Herausforderungen erleichtert und mir über das anfängliche Heimweh hinweggeholfen hat. Wann immer ich mich einsam fühlte, konnte ich schließlich an jemandes Tür klopfen und zu einem Plausch in der Gemeinschaftsküche bitten – eine komfortable Gelegenheit, die ich selbst heute, als alter WG-Hase, gerne noch nutze. Und wenn ich einmal keine Gesellschaft möchte – zum Beispiel, weil ich mich gerade dafür schäme, vor einer ein-wöchigen Abwesenheit am Kühlschrank dämlicher weise den Stecker gezogen und diesen folglich vor sich hinschimmeln gelassen zu haben – verstecke ich mich einfach hinter dem Sofa; so lange, bis Mama anruft und fragt, ob ich heute auch brav an der Uni gewesen, was ich gegessen und ob ich meine Miete für den kommenden Monate schon überwiesen habe.

Vorschau: In der nächsten Woche fragt sich Kolumnist Sascha, ob Männlichkeit und Poesie miteinander vereinbar sind.

Mode aus Milch, Bananen & Co. – Der Öko-Trend auf der Überholspur

„Öko-Mode“ – für viele der Inbegriff für Wollsocken und lapprige Leinenhemdchen. Doch seit einigen Jahren geht der Modetrend immer mehr in Richtung nachhaltige, umweltfreundliche Mode und wird durch Star-Designer wie Stella McCartney und Giorgio Armani unterstützt. Da die Verarbeitung von der am häufigsten eingesetzten Faser in der Textilbranche, der Baumwolle, in der Regel mit dem Einsatz von umweltgefährdenden und gesundheitsschädlichen Chemikalien verbunden ist, wird weltweit nach alternativen Materialien geforscht.

Der deutschen Modedesignerin und Diplombiologin Anne Domaske ist diesbezüglich ein Durchbruch gelungen: Mode aus Milch! Zwar gibt es bereits seit 1930 die Möglichkeit die sogenannten Kaseinfasern aus Milch zu gewinnen, jedoch war das bisherige Verfahren extrem ressourcenaufwendig: 20.000 Liter Wasser für ein Kilogramm Fasern. Nun ist es dank Domaske möglich mit nur zwei Liter Wasser die gleiche Menge herzustellen.

Die Basis ist technisches Kasein, Milcheiweiß in Pulverform, das natürlicher Bestandteil und ein Nebenprodukt der Milch ist. Folglich werden keinerlei Lebensmittel durch die „Milchmode“ vernichtet. Zusätzlich hat der Stoff aus Milchfasern eine pflegende, beruhigende Wirkung auf die Haut. Also Wellness und Mode in einem! Da immer mehr Menschen an Allergien leiden, ist die Verwendung einer solchen antibakteriellen und antiallergischen Naturfaser in Textilien auch bezogen auf gesundheitliche Aspekte eine wirkliche Alternative.
Die Gründerin des Modelabels „Madame Chi Chi“ Domaske hat daraufhin ihr zweites Unternehmen gegründet: „Qmilch“ – und gewann bereits zwei Innovationspreise für die Entwicklung dieser ökologischen, chemikalienfreien Produktion.

Mode aus Milch ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit „grüne Mode“ herzustellen. Wie das australische Unternehmen „aussieBum“ beweist, eignen sich auch Bananen dafür. Sobald die Bananen von den Bananenpalmen geerntet werden, kann man aus der Rinde des Pflanzenstamms die Fasern herauswaschen. Anschließend wird aus diesen Fasern das Garn gesponnen. Ebenso wie bei den Milchfasern, werden auch bei der Gewinnung von Bananenfasern – auch Bananenseide genannt – keine Lebensmittel vernichtet: Da nach der Ernte die Pflanzen zurückgeschnitten werden müssen, handelt es sich bei der Produktion um Verwertung von Abfall.

Milch, Bananen und – Algen! Das deutsche Unternehmen „Twosquaremeter“ verwendet in seinen Textilien Algenfasern, sogenanntes „Seacell-Jersey“. Die positiven Eigenschaften der Algen übertragen sich auf die Textilien, sodass diese hautschützend, entzündungshemmend und atmungsaktiv sind. Darüber hinaus wird beim Tragen dieser Kleidung Kalzium, Magnesium und Vitamin E an die Haut weitergegeben, was einen Anti-Aging-Effekt hervorruft.

Wer passend zu seiner „grünen Mode“ auch „grünen Schmuck“ tragen will, ist bei „Green Age“ genau richtig: Die beiden gebürtigen Kolumbianer aus Hamburg gründeten in ihrer Heimat dieses Unternehmen und lassen seit dem vor allem von sozioökonomisch benachteiligten Frauen handgefertigten Schmuck unter sehr guten Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen in Cali produzieren. Hauptbestandteil ihres Schmucks ist dabei die Tagua-Nuss, auch pflanzliches Elfenbein genannt. Diese Nuss ist ein Palmensamen aus den kolumbianischen Regenwäldern und wird im Laufe der Zeit immer schöner. Als weiteren Bestandteil verwenden die Kolumbianer Orangenschalen in ihren Kollektionen.

Dass die Öko-Mode auch Einzug in die Fashion Weeks erhält, zeigte sich diesen Monat in Berlin. Designern wurden in Berlin gleich mehrere Plattformen für nachhaltige, ökologische Mode geboten:
Die öffentlichen Schauen des Lavera Showfloor fokusierten grüne Mode, die beweist, dass die modische Avantgarde auf Nachhaltigkeit setzt. Wesentliche Kriterien für die Auswahl der Designer waren zum Beispiel regionale Produktion unter sozialen Bedingungen sowie kurze Transportwege, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Teilnehmer waren unter anderem das österreichische Modelabel „Göttin des Glücks“ und das britische Unternehmen „Battenberg-Cartwright“.

Auch der „GREENshowroom“, der Luxus und Nachhaltigkeit verbindet, war wieder fester Bestandteil der Berliner Fashion Week. Im luxuriösen Hotel Adlon zeigten Labels, die unter nachhaltigen Aspekten produzieren, ihre aktuellen Kollektionen. Wie jedes Jahr wurden die Teilnehmer ebenfalls nach strengen Richtlinien ausgewählt, so zum Beispiel „edelziege“ und „Muriée“.

Auf der Partnermesse des „GREENshowroom“, der Ethical Fashion Show, bekamen Modelabels die Möglichkeit ihre Street- und Casualwear-Kollektionen einem großen Publikum zu präsentieren. Diese Modelabels sehen Ökologie und Ethik als selbstverständlich an und richten ihre Produktionen dementsprechend aus.

Vorschau: Was alles in den Koffer muss, um modisch durch den Urlaub zu kommen, erfahrt ihr nächsten Donnerstag in der Moderubrik.

Leben mit Laktoseintoleranz

Auf immer mehr Lebensmittelprodukten ist mittlerweile die Aufschrift „laktosefrei“ zu finden. Viele wissen, was sich dahinter verbirgt, andere hingegen zucken mit den Schultern. Wie sieht es denn mit dir aus?
Ungefähr 15-20% der Europäer sind laktoseintolerant, wobei viele Menschen gar nicht wissen, dass sie betroffen sind. Das liegt daran, dass die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen und auch recht unspezifisch sind. Während dem einen nach dem Verzehr von Milchspeisen speiübel ist, hat der andere nur leichte Bauchschmerzen oder merkt fast gar nichts. Hier ist zu erwähnen, dass Laktoseintoleranz (auch Lactoseintoleranz) eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist und nicht mit der Kuhmilchallergie verwechselt werden sollte.

Denn bei der Laktoseintoleranz verträgt man den Milchzucker nicht. Die Ursache dafür liegt darin, dass bei laktoseintoleranten Menschen das Enzym Lactase vom Körper entweder unzureichend oder gar nicht produziert wird. So kann die Spaltung von Laktose in die beiden Stoffe Galaktose und Glukose nicht wirklich funktionieren, was dann zu den verschiedenen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, und so weiter führt.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl verschiedener Laktoseintoleranz-Test, um Gewissheit zu verschaffen. So zum Beispiel der Blutzuckertest oder Belastungstest, mit dem bei mir eine Laktoseintoleranz festgestellt wurde. Bei diesem Test wird in Wasser gelöste Laktose verabreicht und dann alle 30 Minuten eine Blutprobe genommen, um den Glukosegehalt bestimmen zu können. Dieser Test dauert zwischen 2-3 Stunden.

Ist eine Laktoseintoleranz festgestellt worden, müssen die meisten Menschen ihren Ernährungsplan überdenken. Laktosefreie Produkte landen im Einkaufskorb, es wird mehr darauf geachtet, was genau im Restaurant gegessen wird und wovon man besser die Finger lässt. Anfangs war das auch für mich eine Umstellung. Mein Lieblingsessen ist plötzlich unverträglich. Also muss eine Alternative her. Zum Glück reagieren immer mehr Hersteller auf Menschen mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit und bieten dementsprechend Produkte an, die problem- und bedenkenlos gegessen werden können. So ist es kein Problem mehr, sich ein Tiramisu wieder selbst zu zaubern oder eine Pizza mit viel Käse zu belegen. An was sich vielleicht anfangs gewöhnt werden muss, ist, dass die laktosefreien Produkte meistens süßer schmecken.

Eine andere Möglichkeit für viele Betroffene ist das Zuführen der Lactase durch Tabletten. Diese Tabletten oder Kapseln werden vor dem Verzehr von milchhaltigen Speisen zu sich genommen und führen dazu, dass die mit der Nahrung aufgenommene Laktose in ihre Bestandteile zerlegt wird. Allerdings ist auch hier zu sagen, dass das nicht bei allen Menschen funktioniert.

Natürlich fällt es schwer, auf das ein oder andere zu verzichten, aber da es viele leckere Rezepte für laktosefreie Mahlzeiten gibt und auch die Auswahl an laktosefreien Produkten stetig zunimmt, kann ist mit dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit ganz gut zu leben.

In diesem Sinne: Eine schöne Woche!

Eure Lea

Vorschau: Eva beschäftigt sich nächste Woche mit der Frage, was eigentlich sexistisch an unserer Sprache ist und ob das wirklich so schlimm ist.

„Wer schlafen kann, darf glücklich sein“ (Erich Kästner) – fünf Einschlaftipps

„Wer schlafen kann, darf glücklich sein“ (Erich Kästner) - fünf Einschlaftipps

Es wird Nacht - schlafen kann trotzdem nicht jeder (Foto: Beutler)

Dem ein oder anderen dürfte das im Folgenden beschriebene Szenario durchaus bekannt vorkommen: Es ist Sonntag-Abend, ein turbulentes Wochenende – keinmal ging es vor drei Uhr früh ins Bett – liegt hinter einem und mit dem Gedanken an Schule, Uni oder Arbeit wälzt man sich nun unruhig von einer auf die andere Seite. Und obwohl man von den freizeitlichen Aktivitäten vollkommen erschöpft ist, will sich der rettende Schlaf einfach nicht einstellen.

 Im Rahmen einer Befragung von rund 3.000 Arbeitnehmern im Alter zwischen 35 und 65 Jahren hat die „Deutsche Angestellten Krankenkasse“, kurz DAK, ermittelt, dass sich beim Thema Schlafstörung etwa die Hälfte der Befragten betroffen fühlt. Auf die gesamte erwerbstätige Bevölkerung in Deutschland übertragen, hieße das, dass rund 20 Millionen Personen an leichten bis hin zu starken Schlafstörungen leiden.

 In dieser Situation aber gleich zu harten Medikamenten greifen, die einen bei überhöhter Dosierung womöglich das Weckerklingeln am nächsten Morgen verschlafen lassen – nein, danke. Deshalb hier: Die laut Internetrecherche fünf bewährtesten und am häufigsten empfohlenen Hausmittel bei Einschlafproblemen.


Tipp 1: Das richtige Getränk für süße Träume

Sie enthält nicht nur wertvolles Calcium, sondern auch die beruhigend wirkende Aminosäure Tryptophan: Milch ist ein wahres Wundermittel, wenn es um wohltuenden Schlaf geht. Vor dem Zubettgehen einfach eine Tasse warme Milch mit etwas Honig trinken. Die raffiniertere Variante: Mandelmilch. Dazu 20 Gramm Mandeln im Mixer zerkleinern, mit 200 Milliliter Milch und zwei Teelöffeln Honig erwärmen. Eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen trinken – süße Träume!


Tipp 2: Naschen erlaubt – aber wenn, dann richtig

Mit vollem Magen im Bett liegen? – Keine gute Idee. Hungrig ins Reich der Träume zu entfliehen, funktioniert aber meist auch weniger gut. Daher gilt: nach 18.00 Uhr möglichst nur noch zu den folgenden Lebensmittel greifen: Nüsse, Bananen, Datteln und Vollkornprodukte. Diese fördern die Produktion des Schlafhormons Melatonin.


Tipp 3: Hitzschlag oder Kältestarre

Auch die richtige Temperatur im Schlafzimmer kann sich positiv auf das Ein- und Durchschlafen auswirken. Das optimale Schlafklima liegt zwischen 15 und 18 Grad. Auch ein leichter Durchzug, beispielsweise durch ein schräg gestelltes Fenster kann förderlich sein.


Tipp 4: Sport ist Mord? – Nicht was das Einschlafen betrifft

Hat man das Gefühl einfach nicht zur Ruhe kommen zu könne, weil einem tausende von Gedanken durch den Kopf gehen, kann ein kleiner Spaziergang wahre Wunder wirken. Die Bewegung an der frischen Luft und die Möglichkeit die vergangenen Tage und Erlebnisse noch einmal Revue passieren zu lassen, können sich beruhigend auf Körper und Geist auswirken – so kann man entspannt ins Bett fallen. Hochleistungsport zu später Stunde sollte jedoch möglichst vermieden werden.


Tipp 5: Entspannung ist das A und O

 Mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte man anstrengende Tätigkeiten vermeiden. Ein Buch lesen, die Lieblingsserie im Fernsehen anschauen oder wie in Tipp vier spazieren gehen, geben dem Körper die Möglichkeit sich zu entspannen – so fällt das Einschlafen später um einiges leichter. Die notwendige Entspannung kann aber auch mit einem Kräuterbad erreicht werden. Das Wasser sollt hierbei nicht zu heiß – höchsten 37 Grad – sein. Badezusätze wie Melisse, Lavendel oder Baldrian beruhigen zusätzlich. Kerzenlicht und Entspannungsmusik verwandeln das Badezimmer in eine wahre Wellness-Oase. Zehn Minuten in der warmen, duftenden Wanne sind völlig ausreichend. Also dann: Gute Nacht!

Vorschau: Wie schreibt man eigentlich eine Bewerbung? Und was zieht man zum Vorstellungsgespräch an? Diese Fragen und noch einige mehr wird euch Gülcin nächsten Sonntag an dieser Stelle beantworten.

Vegetarisch essen, Teil 2: Tipps rund um den fleischfreien Genuss

Fade Sojawürstchen und verkochtes Gemüse müssen nicht unbedingt das Schicksal eines jeden Vegetariers sein. Ist der Entschluss einmal gefasst, sich aus moralischen, gesundheitlichen oder  sonstigen Gründen vegetarisch zu ernähren, stellt sich meist nur eine Frage: Wie kann ich gesund und vor allem gut essen? Daher gibt es heute Tipps zum fleischlosen Genuss. Ausgegangen wird hierbei vom Ovo-Lacto-Vegetarier – Eier, Milch und Milchprodukte sind also erlaubt.

Vegetarisch essen, Teil 2: Tipps rund um den fleischfreien Genuss

Vegetarische Produkte, die etwas taugen: Salami von "Heirler" und Tofu-Rostbräterle von "Taifun" (Foto: T. Gartner)

 Penetrant feuriger Geruch, ansprechende, rote Farbe, die von kleinen, weißen Flecken durchzogen wird – so kennt und liebt der Omnivor (zu Deutsch: Allesfresser) seine Salami. Obwohl diese Tatsache immer wieder kritisch beäugt wird: Auch für Vegetarier gibt es Wurst und in diesem Fall eben Salami. Frisch, saftig und ein bisschen scharf – so könnte man den Geschmack der etwa 3,50 Euro teuren Salami der Marke „Heirler“ – unter anderem erhältlich im Reformhaus Hug OHG, Wormserstraße 51 in Speyer – beschreiben.

 Aber was ist da eigentlich drin, in so einer „Pseudowurst“? Wasser, Rapsöl, Weizenstärke, Zwiebelpulver, Meersalz, Tomatenpulver, grüner Pfeffer gemahlen, Muskatnuss um nur einige der auf der Zutatenliste angegebenen Inhaltsstoffe zu nennen. Zudem stammt der Großteil davon aus kontrollierter ökologischer Erzeugung, wie auf der Packungsrückseite zu lesen ist.

 Natürlich dürfen an dieser Stelle auch die Tofu-Würstchen nicht fehlen. Die Rostbräterle der Marke „Taifun“ können wie gewöhnliche Würste in der Pfanne angebraten oder gegrillt werden, werden ähnlich knackig wie ihre fleischigen Verwandten, sind aber im Geschmack etwas milder. Mit pikanten Saucen kann dem aber schnell Abhilfe geschaffen werden. Die Tofu-Rostbräterle sind für etwa zwei Euro unter anderem im Biomarkt „Füllhorn“, Wormserstraße 49 in Speyer zu erstehen.

 Jetzt habe ich was zum auf´s Brot legen, aber was esse ich, wenn ich mal wirklich hungrig bin, lautet die nächste Frage. Da das Gericht nicht nur fleischlos, sondern auch schnell und einfach zubereitbar sein soll, hier zwei kleine Rezepttipps:

Rezept 1: Pellkartoffeln mit Frühlingscreme
Zutaten:
–       Kartoffeln
–       Quark
–       Creme fraiche
–       Eine halbe Salatgurke
–       Salz, Pfeffer, Schnittlauch, Petersilie (wir erinnern uns: Peterlilie enthält viel wertvolles Eisen)
–       Eine große Zwiebel
–       Nach Belieben: Paprika, Knoblauch

Zubereitung:
–       Die Kartoffeln etwa eine dreiviertel Stunde im Dampftopf garen, dann abkühlen lassen und schälen
–       Währenddessen Zwiebeln (und Knoblauch) in kleine Würfel schneiden, die Gurke waschen und in dünne Scheibchen reiben, Schnittlauch waschen und in etwa einen Zentimeter lange Stückchen schneiden, Petersilie kleinscheiden, (gegebenenfalls Paprika waschen und würfeln)
–       Kleingeschnittenes Gemüse und Kräuter in eine Schüssel geben, mit Creme fraiche und Quark vermengen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und fertig ist die Frühlingscreme
–       Die gepellten Kartoffeln können nun neben einem Klacks Frühlingscreme serviert werden, als Deko empfiehlt es sich etwas Schnittlauch aufzubewahren und diesen vor dem Servieren über den Teller zu verstreuen

Rezept 2: Kässpätzle
Zutaten:
–        Ein bis zwei Packungen Kässpätzle aus dem Kühlregal (zwei Packungen reichen für etwa vier Personen)
–       Schnittlauch, Petersilie
–       Geriebener Käse

Zubereitung:
–       Die Kässpätzle nach Packungsbeilage zubereiten (meist muss man sie etwa fünf bis zehn Minuten in kochendes Wasser geben)
–       Währenddessen Schnittlauch und Petersilie kleinschneiden
–       Fertige Kässpätzle in eine mit Olivenöl ausgestrichene Auflaufform geben, Kräuter darüber geben und mit den Nudeln vermischen
–       Geriebenen Käse drüberstreuen und für etwa 20 Minuten bei 200 Grad Umluft in den Backofen – das Gericht ist fertig sobald der Käse beginnt braun zu werden

Das verheißungsvolle Knistern und Knacken des Feuers, der Duft von Steak und Würstchen, der fettig-glänzende Saft, der aus den Poren des Fleisches tritt und einem schon beim Anblick das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt – spätestens bei der nächsten Grillparty lauert die Versuchung.

 Aber was legt ein Vegetarier auf den Grill? Neben Gemüsespießen und Schafskäse – letzteren gemeinsam mit ein paar Tomatenscheiben, Knoblauch, Zwiebelringen und Oliven in Alufolie einpacken und das würzen mit Salz und Pfeffer nicht vergessen – kann man es auch etwas exotischer angehen: Mit Peperonispießen. Einfach frische, eingelegte Peperoni kaufen, auf Schaschlik- oder metallene Spieße stecken. Nun noch etwas Knoblauchsauce zum Dippen, knuspriges Fladenbrot dazu und fertig ist der griechische Grillgenuss.

 Wer zum Sattwerden etwas mehr braucht, kann sich an Grillkäse versuchen. Den gibt´s fertig eingelegt mit Gewürzen oder ganz natura unter anderem bei „Lidl“ für knapp zwei Euro. Ist der Käse zu dick, einfach einmal quer durchschneiden, sodass die Scheiben etwas weniger als einen Zentimeter dick sind. Wer´s knackig mag, kann den Käse direkt auf den Rost legen. Eine andere Variante wäre ihn wie den Schafskäse zusammen mit beliebigen Zutaten in Alufolie einzupacken.

 Und schon kann die Grillparty steigen!

Vorschau: Nächste Woche zeige ich euch in Form eines Videos wie man französische Zöpfe flechtet.

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Teil 1 zum Thema vegetarisch Essen findet ihr hier. Dort könnt ihr alle wichtigen Fakten über die vegetarische Ernährungsweise und ihre Variationen nachlesen.