„Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich es auch bis zum Schluss durch“ – Ein Interview mit Schauspieler und Model Jace Rashid

A Guy Next Door: Privat ist Jace bodenständig und liebt es seine Freizeit der Familie und Freunden zu widmen. (Foto: © Photography by Farhan Lautner )

Guy Next Door: Privat ist Jace bodenständig und liebt es, seine Freizeit der Familie und Freunden zu widmen. (Foto: © Photography by Farhan Lautner )

In seiner Familie und im Freundeskreis ist er der erste, der eine 180-Grad-Wendung gewagt hat, um sich der Schauspielerei zu widmen. Schon als kleiner Junge war Jace Rashid von Filmen fasziniert, doch das konkrete Ziel diesem Beruf nachzugehen, entwickelte sich erst im Teenageralter. Heute kann der 25-jährige, in Pakistan geborene Schauspieler aus Mannheim mit seinen Erfolgen glänzen, denn in „Vaterfreuden“ (2014) hat er bereits mit Matthias Schweighöfer gearbeitet und konnte in der sozialkritischen Dokumentation „Das radikal Böse“ (2013) vom Oskar-Preisträger Stefan Ruzowitzky mitwirken. Obwohl sein Kalender Monate im Voraus verplant ist, konnte Face2Face dennoch ein Interview ergattern!

Face2Face: Jace, kannst du kurz deinen steilen Karriereweg beschreiben?
Jace: Während meiner Ausbildung als Hotelfachmann, habe ich eines Tages realisiert, dass ich meinem eigentlich Traumberuf, Model und Schauspieler, nachgehen wollte. Zu dem Zeitpunkt bot sich für mich die Möglichkeit an, ins Model-Business umzusteigen. Ich nutzte diese Option und machte sie zur Chance. Mir fehlten damals die finanziellen Mittel für eine Schauspiel-Ausbildung. Ich habe mich mit sehr viel Ehrgeiz und Herzblut hochgearbeitet und bin in dem Sinne ein Quereinsteiger gewesen. Meinen Erfolg habe ich aber auch dem Schicksal zu verdanken, denn Glück gehört immer dazu.
Face2Face: Vor kurzem warst du als Teil der Filmcrew bei der Premiere von „La Petite Mort 2 – NASTY TAPES“ in Mannheim dabei, standest in der Produktion zusammen mit Micaela Schäfer vor der Kamera. Worum geht es in diesem Film und wen spielst du?

Nächste Station - Bollywood: Schafft Jace den Durchbruch als erster deutsch-pakistanische Bollywood-Star? (Foto: © Photography by Jürgen Asel)

Nächste Station – Bollywood: Schafft Jace den Durchbruch als erster deutsch-pakistanische Bollywood-Star? (Foto: © Photography by Jürgen Asel)

Jace: „La Petite Mort 2 – NASTY TAPES“ ist ein Horrorfilm vom Regisseur Marcel Walz. Ich bin mit Marcel gut befreundet und habe auch in seinem Horrorfilm „RAW2 – Das Tagebuch der Grete Müller“ (2014) mitgespielt. Marcel Walz ist ein außergewöhnlicher, toller Regisseur. Es hat Spaß gemacht, mit ihm und dem wundervollen Team zusammenzuarbeiten. Als er mich dann fragte, ob ich nicht Lust hätte, in seinem neuen Film „La Petite Mort 2“ mitzuspielen, habe ich sofort zugesagt.
In dem im Film gezeigten Etablissement werden Menschen aufs Schrecklichste gefoltert und ermordet und ich spiele einen von vielen Opferknechten, die auf brutale Art und Weise hingerichtet werden. Aber ob ich es überlebt habe, werde ich natürlich nicht verraten. Schaut euch den Film an! (lacht)

Face2Face: Wann kam der Moment, als du zum ersten Mal das Gefühl hattest: „Geschafft“? Oder ist dein momentaner Erfolg nur der Anfang? Gab es auch Tage, an denen nichts lief und du verzweifelt warst?
Jace: Ich bin ja seit ca. drei Jahren in dieser Branche aktiv und praktisch ein Newcomer. Ich habe in sehr vielen Filmproduktionen mitgewirkt und in vielen Bereichen als Schauspieler und Model gearbeitet. Für mich ist jede Rolle und jeder Dreh in einem Film ein persönlicher Erfolg. Vom großen Durchbruch kann man nicht sprechen – zumindest noch nicht (lächelt). Ich bin aber auf dem richtigen Weg. Mir war natürlich schon immer bewusst, dass der Umstieg ins Modellbusiness zwar mutig, aber auch sehr riskant gewesen ist. Aber ich war mir felsenfest sicher, dass ich es schaffen kann. Klar, es gab Höhen und Tiefen in meinem Leben, doch ans Aufhören habe ich noch nie gedacht, ich bin nun mal ein Kämpfer. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich es auch bis zum Schluss durch, egal wie hart und schwer der Weg auch sein mag.
Face2Face: In drei Worten: Was muss man haben, um in dem Business in Deutschland durchstarten zu können?
Jace: Talent, eine natürliche Ausstrahlung, und Durchhaltevermögen, was so ziemlich das A und O ist.

Ganz lässig: Wandelbar und Vielseitig sollte ein Schauspieler sein (Foto: © Photography - BY  Thomas Paul)

Ganz lässig: Wandelbar und vielseitig sollte ein Schauspieler sein. (Foto: © Photography – BY Thomas Paul)

Face2Face: Was macht Jace Rashid, wenn er mal frei hat?
Jace: Mein Beruf ist sehr stressig und man ist sehr viel unterwegs. Ich bin oftmals für mehrere Tage auf Dreharbeiten und vernachlässige dadurch meine Familie und Freunde. Daher versuche ich an meinen freien Tagen viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Nebenbei mache ich auch viel Sport und gehe gerne Billard spielen, schwimmen oder ins Kino. Ach ja, und Kochen liebe ich auch!   (lacht)
Face2Face: Was bringt die Zukunft? Verrätst du den Lesern von Face2Face an welchen Projekten du momentan arbeitest und bei welcher Premiere du vielleicht bald wieder zu sehen bist?
Jace: Für dieses Jahr sind erstmal fast alle Projekte abgedreht. Ich will mir vorerst eine kurze Pause gönnen, um danach mit frischem Wind und energiegeladen weiterzumachen. Es kommt auf jeden Fall noch einiges auf mich zu. Vor allem freue ich mich auf ein Bollywood- Fotoshooting, das demnächst kommt. Außerdem werde ich bald in einem Film als Tänzer auftreten – genau wie in den üblichen Bollywood-Filmen, schön bunt und mit sehr viel Tanz. Doch allzu viel verrate ich nicht, das wäre ja sonst langweilig! (lacht)

Ein Fotoshooting mit Bollywood-Touch: Bekommt Shah Rukh Khan etwa Konkurrenz? (Foto: © Photography by Jürgen Asel)

Ein Fotoshooting mit Bollywood-Touch: Bekommt Shah Rukh Khan etwa Konkurrenz? (Foto: © Photography by Jürgen Asel)

Was Filmpremieren betrifft, so bin ich demnächst bei „Triple F“ zu sehen. Es handelt sich um ein tolles Filmprojekt der Künstlerin und Regisseurin Nadja Verena Marcin. In diesem Film spiele ich den russischen Bodyguard Igor Baldachin, einen Gehilfen von einer der drei Spielköniginnen, die allein durch die Kraft ihrer Gedanken einen Krieg führen.
Face2Face: Jace, ich bedanke mich ganz herzlich für deine Zeit! Hast du noch ein paar inspirierende Worte  für unsere Leser?
Jace: Am Anfang sagten mir viele Menschen, dass ich es nicht schaffen werde, aufhören und stattdessen etwas Vernünftiges machen soll. Ich habe immer an mich geglaubt und heute habe ich vieles erreicht, wovon andere nur träumen. Ich habe um meinen Traum gekämpft und lebe ihn heute glücklich und zufrieden. Man darf nie aufgeben und nie aufhören zu träumen, denn wenn man es will, ist nichts unmöglich!

Alle genauen Infos zu Jace Rashid, seinen anstehenden Projekten und Premieren findet ihr auf seiner offiziellen Facebook-Seite.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr, was sich hinter dem Begriff Sunsteps verbirgt.

Kinopreview 2013

Vor nicht einmal einem Monat haben wir das Jahr 2012 hinter uns gelassen. Zwar dürfen wir im Kinojahr 2013 nichts Neues mehr von Harry Potter oder Twilight erfahren, jedoch hält die Filmindustrie auch dieses Jahr so einiges für uns bereit.

Kinopreview 2013

Hat einiges zu bieten: Das Kinojahr 2013. (Foto: Schwalb)

Erst gestern in den deutschen Kinos angelaufen ist der, aus der Feder des Drehbuchautors und Regisseurs Quentin Tarantinos stammende Western Django Unchained.
Eingebettet in die Historie der Sklaverei in den US-Südstaaten macht sich Kopfgeldjäger Dr. King Schultz mithilfe von Sklave Django auf die Suche nach einem berüchtigten Verbrechertrio. Im Gegenzug hilft Schultz Django seine Frau Broonhilda aus den Fängen des skrupellosen Plantagenbesitzers Calvin Candie zu befreien. Mit Jamie Foxx, Christoph Waltz und Leonardo Di Caprio in den Hauptrollen erwartet uns ein brutales Blutvergießen, ganz nach Tarantino-Manier. Bleibt nur noch abzuwarten in welcher amüsanten Rolle uns Tarantino selbst dieses Mal überrascht.

Marvel-Fans und Superheldenambitionierte aufgepasst: 2013 begegnen wir so einigen alten Bekannten wieder, die die Welt abermals vor drohendem Unheil und unerbittlichen Bösewichten bewahren müssen.

Ein blonder Superheld mit wallender Mähne muss das Universum vor einer dunklen Macht befreien. Thor – The Dark World befindet sich derzeit in der Produktion, soll aber schon im Oktober in die Kinos kommen. Soviel sei verraten: Thor lässt in diesem Jahr so einige Frauenherzen höher schlagen.

Er trägt zwar nicht den Namen eines Gottes aus der nordischen Mythologie, hat jedoch genug Geld um den Superkräften ein wenig auf sie Sprünge zu helfen – sarkastisch, sexistisch und brillant wie eh und je: Iron Man 3 kommt im Mai in die Kinos. Dieses Mal muss sich Tony Stark gegen den Mandarin, einen ebenbürtigen Gegner, durchsetzen und sich mit der Auswirkung seines Kampfanzuges auf seine Person auseinandersetzen.

Des Weiteren erwarten wir Superman – Man of Steel und den weniger eisernen, selbsternannten Superhelden Kick-Ass 2.

Kinopreview 2013

Gibt die Vorlage für den gleichnamigen Film: Seelen von Stephenie Meyer. (Foto: Schwalb)

Auch die Literaten, die gerne die Umsetzung ihrer Lieblingsbücher in Hollywoodstreifen verfolgen, werden dieses Jahr nicht unberücksichtigt gelassen. Zwar gibt es nichts Neues von Edward, Bella und Jacob, jedoch legt Stephenie Meyer nach. Diesmal ganz ohne Vampire und Werwölfe, dafür mit Außerirdischen, die die Körper der Menschen, nicht immer ganz ohne Widerstand, übernehmen. Seelen – der Kampf eines Menschen gegen den Besatzer seines Körpers und der eines Außerirdischen gegen die Prinzipien der eigenen Rasse, läuft im April in den deutschen Kinos an.

In einen erneuten Kampf auf Leben und Tod und gegen das Regime werden Katniss Everdeen und Peeta Mellark in Hunger Games – Catching Fire verstrickt. Kaum sind sie aus der tödlichen Arena zurückgekehrt, müssen sie sich dieser erneut stellen – trickreicher und erbarmungsloser als zuvor. Den zweite Teil der Tribute von Panem von Fantasyautorin Suzanne Collins gibt es ab November zu sehen.

Auch die deutsche Filmindustrie hat nicht geschlafen: Mit Kokowääh 2 kommt ein neuer Film von und mit Til Schweiger in die Kinos und thematisiert dieses Mal das Auf und Ab einer Patchworkfamilie. Auch der Schauspieler Matthias Schweighöfer spielt in diesem Film, den Ihr ab nächsten Monat auf der Leinwand sehen könnt, keine unbedeutende Rolle.

Für etwas mehr Action ist ebenfalls gesorgt: Stirb Langsam mit Bruce Willis geht unter Pistolenhagel in die fünfte Runde. Der New Yorker Polizist John McClane, verkörpert durch – wie sollte es anders sein – Bruce Willis, eilt seinem Sohn Jack zu Hilfe, der in Schwierigkeiten steckt. Bald muss sich das Gespann aus Vater und Sohn gegen die halbe Sovjetarmada behaupten. Ein guter Tag zum Sterben ist eindeutig der 14.02. diesen Jahres.

Zuletzt erwartet uns Der Hobbit 2. Das Gespann aus einer Meute Zwerge, einem Zauberer und einem Hobbit macht sich auf eine Schatzsuche, bei der sie nicht nur den gefürchteten Drachen Smaug erzürnen sondern auch andere Völker Mittelerdes. Dieses Fatasyabenteuer aus der Welt J.R.R. Tolkiens gibt es Ende des Jahres zu sehen.

Bleibt nur noch eins zu tun: Ab in die Kinos – für reichlich Programm ist gesorgt.

Vorschau: Für die nächste Woche könnt Ihr Euch auf einen Vergleich des deutschen und amerikanischen Fernsehprogramms freuen.

Klickt „Gefällt mir“ und gewinnt einen tollen Preis!

Klickt „Gefällt mir“ und gewinnt einen tollen Preis!

Für die 300. „Gefällt mir“-Angabe auf „Facebook“: Ein T-Shirt mir den Unterschriften von Matthias Schweighöfer, Johannes Strate und Axel Bosse (Foto: Jenowein)

Ihr stöbert gerne auf Face2Face, findet unsere Autoren sympathisch, unsere Texte interessant und wollt täglich in „Facebook“ über die aktuellsten Artikel und Aktionen unseres Online-Magazins informiert werden? Dann klickt „Gefällt mir“ auf unserer offiziellen Fanseite auf „Facebook“ !

Als kleinen Anreiz zum fleißigen Klicken, erhält der 300. Like einen ganz besonderen Preis: Face2Face schenkt ihm beziehungsweise ihr ein T-Shirt der ganz besonderen Art. Unterschrieben hat darauf nicht nur ein Promi, sondern gleich drei! Schauspieler Matthias Schweighöfer, „Revolverheld“-Sänger Johannes Strate und Singer/Songwriter Axel Bosse machen das Shirt mit ihrem Autogramm zum Unikat.

Ergreift die Chance und sichert euch das  T-Shirt in Größe  38. Der Gewinner wird innerhalb von zwei Tagen via „Facebook“ benachrichtigt. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind beim Gewinnspiel ausgeschlossen.

Die Face2Face-Redaktion wünscht euch viel Glück!

 

„Wir werden die Welt verbessern“ – Joko Winterscheidt stellt neue „German Garment“-Kollektion in Mannheim vor

Diesen Mittwoch, 20. Juni beginnt in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro der Uno-Umwelt-Gipfel „Rio+20“. Bereits vor 20 Jahren hatte sich die Staatengemeinschaft zusammengefunden und unter anderem über das Grundprinzip getagt.
Dieses Prinzip verfolgt seit der Gründung 2009 das Berliner Modelabel „German Garment“, das am Samstag, 16. Juni seine neue Kollektion im Mannheimer „Engelhorn-Trendhouse“ vorstellte. Mit Mannheim verbindet Joachim „Joko“ Winterscheidt, Repräsentant des Labels, nach eigener Aussage den weltbesten Fleischsalat, das Steigenberger Hotel und seine Moderation bei „The Dome“ in der SAP-Arena. „Das Besondere an Mannheim sind die Quadrate“, schwärmt er. Angereist ist das Team um Winterscheidt mit dem Zug. Wir er zu verstehen gibt, besitzt er eine „Bahn-Card 25“, um ein Stück die Umwelt zu entlasten.

Zuvor hatte der Moderator und Label-Mitgründer auf seiner „Facebook“-Seite mit den Worten „Facebook-Party-Zustände wären geil“ auf seine bevorstehende Promotion-Tour aufmerksam gemacht. Schauspieler Matthias Schweighöfer, der ebenfalls Mitgründer von „German Garment“ ist, konnte aufgrund der Produktion seines neuen Kinofilms „Schlussmacher“ nicht an der Präsentation teilnehmen – was vor allem von den weiblichen Besuchern sehr bedauert wurde.
Die prophezeiten „Facebook-Party-Zustände“ blieben aus, was vermutlich an der frühen Uhrzeit des angesetzten Events lag. Eine überschaubare Anzahl von Neugierigen – überwiegend weiblichen Fans – kamen um 10 Uhr dennoch um die neuen Modestücke zu beäugen. Der Rahmen war somit sehr familiär in den modern gestalten Räumlichkeiten des Modehauses.

„Wir werden die Welt verbessern“ – Joko Winterscheidt stellt neue „German Garment“-Kollektion in Mannheim vor

Gewohnt ironisch: „German Garment“-Mitgründer Joko Winterscheidt leistet Aufklärungsarbeit in Sachen Nachhaltigkeit (Foto: Deobald)

Die präsentierten T-Shirts sind salonfähig: Gut ausgearbeitete Schnitte, die auf gute Verarbeitung und Materialien schließen lassen. Sie können sowohl lässig auf Jeans, als auch auf einen sportlich geschnitten Sakko getragen werden – erhältlich in den Farben Weiß, Navy und Schwarz. Die fünf Printmotive sind auffallend und dynamisch gestaltet, jedoch keinesfalls zu vergleichen mit den Motto-T-Shirts der frühen 2000er Jahre.
Thema der aktuellen Palette ist das Leben im Digitalzeitalter: Die „Digital Age“ in ironischer Art vorgetragen, passend zu Schweighöfers und Winterscheidts Mentalität, spiegelt sich unter anderem in Informationschaos, Zensur und Identität im Internet wider.
In der vorangangenen Kollektion zierten die T-Shirts Designspielereien, die sich mit dem Labelnamen beschäftigen oder mit Berlin, dem Ursprung der ausschließlich in Deutschland produziertem Marke. Besonders hervorzuheben ist das aktuelle Motiv „Fingerprint“, das neben „NOBODY READS YOUR FUCKING BLOG“, „Edding Stripes“, „Good Morning“ und „Logo“, hervorsticht und den umweltbewussten Gedanken des Labels unterstreicht. Vermutlich bediente sich der Designer Oliver Schleith für seine Inspiration am ökologischen Fußabdruck, den er in diesem Fall durch einen überdimensionalen Fingerabdruck ersetzte. „NOBODY READS YOUR FUCKING BLOG“ stellt den Bezug zur aufkommenden Hipsterbewegung, sowie den sogenannten „Scenester“ (Anm. d. Red. „Scenester“ ist jemand, der sich auffällig in Verhalten und Kleidung einer bestimmten Szene anpasst) her. Winterscheidt sagt, er habe sich bereits die gleichnamige Domain gesichert, um anderen zuvorzukommen. Für Hipster habe er allerdings weniger übrig und zitiert den Song „Ich will nicht nach Berlin“ von der Chemnitzer Band „Kraftklub“, um seiner Abneigung Nachdruck zu verleihen.

Trotz des übersättigten Angebots auf dem T-Shirt-Markt ist es gelungen eine Nische zu finden für „German Garment“, indem man sich durch konsequent nachhaltige Produktion in Deutschland bewusst vom Mainstream absetzt. „Einzig der Anbau von Bio-Baumwolle ist aufgrund der klimatischen Bedingungen in Deutschland noch nicht möglich, räumt Winterscheidt ein, „beim Bedrucken der T-Shirts setzen wir auf schadstoffarme und rückstandsfreie Handhabung der Farben“.

Riesen der Branche, wie beispielsweise „Zara“, „H&M“ oder „Primark“, produzieren ausschließlich in Billiglohnländer, um ihre Gewinne auf Kosten günstiger Arbeitskräfte einzufahren. Aber: Wie billig darf Kleidung sein? „Wir wollen zum Nachdenken anregen, dass den Leuten bewusst wird, was sie kaufen und welchen Wert ein Produkt besitzt. Junge Menschen sollen sich fragen woher ein Produkt kommt und somit auch ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit mit unserem Label bekommen. Wer möchte schon gerne, dass seine Kinder einmal mit Gasmasken auf der Straße rumlaufen müssen“, so Winterscheidt.

„Wir werden die Welt verbessern“ – Joko Winterscheidt stellt neue „German Garment“-Kollektion in Mannheim vor

Signiert fleißig Autogrammkarten nach der Präsentation seiner Kollektion: Joko Winterscheidt, „Neoparadies“-Moderator und „German Garment“-Mitgründer (Foto: Deobald)

Qualität hat ihren Preis. „Wer eines unserer Shirts in der Hand gehabt hat, weiß, was Qualität bedeutet. Diese versuchen wir zu einem angemessenen Preis zu verkaufen. Die Intention, die dahinter steckt, ist, dass die Garderobe nicht mit billigen Fetzen gefüllt wird, sondern seltener, aber dafür überlegter eingekauft wird“, erläutert Winterscheidt das Problem der Wegwerfgesellschaft. Die Shirts der aktuellen „German Garment“-Kollektion bewegen sich in einem gehobenen Preissegment zwischen 39 und 49 Euro.

Für die Zukunft ist eine Kollektion aus Strickware geplant: eine Pullover- und Jackenkollektion sei anvisiert. Zumindest scheint dies realistischer als die Umsetzung einer Sneaker-Kollektion, da hier das Vorhaben an der Finanzierbarkeit des Produkts scheitern könnte – wer ist schon bereit für ein Paar Schuhe 500 Euro auszugeben? Auch ohne eigne Sneakers-Kollektion blickt Winterscheidt zuversichtlich in die Zukunft: „Mittelfristig möchten wir uns als deutsches Qualitätslabel auf dem Markt etablieren und ich bin davon überzeugt, wir werden die Welt verbessern.“

Wer vor dem Preis der „German Garment“-T-Shirts noch zurückschreckt , sollte sich vielleicht bei seinem nächsten Einkauf bei „H&M“ und Co. überlegen, ob ein Preis von fünf Euro für zehn T-Shirts tatsächlich realistisch ist.

Kontakt „German Garment“:
Offizielle Homepage

Vorschau: Nächste Woche geht es hier um sportliche Eleganz – einen Trend weitab von Jogginghosen und Schweißband.

„Ich liebe Berlin“ – ein Interview mit Jungschauspielerin Peri Baumeister

Nur mit dem Nötigsten bepackt quartieren sich drei Moskauer Immigranten im Sommer 1990 in einem Ostberliner Wohnheim ein und fühlen sich schon bald heimisch. Andrej (Christian Friedel) träumt vom großen Reichtum, Mischa (Friedrich Mücke) von einer glanzvollen Musikkarriere, nur Wladimir (Matthias Schweighöfer) hat noch nicht seine Berufung gefunden. Dieser trifft plötzlich auf die ebenfalls aus Russland stammende Tänzerin Olga (Peri Baumeister) – die schönste Frau, die er je gesehen hat. Bald darauf kommt ihm die zündende Idee, die Tanzveranstaltung „Russendisko“ auf die Beine zu stellen. Am Donnerstag, 29. März startete der gleichnamige Film in den deutschen Kinos.
Schauspielerin Peri Baumeister nahm sich Zeit um mit Face2Face unter anderem über Klischees, die Arbeit mit Matthias Schweighöfer und ihre Liebe zu Berlin zu sprechen.

Face2Face: Mit welchen Gefühlen und Erwartungen sind Sie zum Casting von „Russendisko“ gekommen?
Baumeister: Damals war ich noch auf der Schauspielschule und hatte keine große Hoffnung darauf, die Rolle zu bekommen. Da es mein zweites Casting überhaupt war, war ich sehr aufgeregt. Es war dann aber überraschend entspannt und hat mir viel Spaß gemacht.

„Ich liebe Berlin“ – ein Interview mit Jungschauspielerin Peri Baumeister

Interessiert sich auch abseits des Films „Russendisko“ für Theaterstücke von Tschechows: die Berliner Schaupielerin Peri Baumeister alias Olga Kaminer (Foto: Pressephoto/blackrabbit-pr.com)


Face2Face:
Was war für Sie das Ausschlaggebende diese Rolle anzunehmen?
Baumeister: Das Drehbuch hat mich fasziniert und die Zeit der 1990er Jahre in Berlin hat mich gereizt. Ein weiterer Grund war an der Seite von talentierten Schauspielkollegen zu arbeiten.

Face2Face: Was haben Sie bei der Zusammenarbeit mit Matthias Schweighöfer gelernt?
Baumeister: Er ist ein sehr erfahrener Schauspieler. Mir hat es geholfen mit jemandem zu spielen, der sich so gekonnt und selbstbewusst vor der Kamera bewegt.

Face2Face: Im Film haben Sie mehre Kuss-Szenen mit ihm. Wie unterscheidet sich ein professioneller Filmkuss von einem gewöhnlichen Kuss?
Baumeister: Für mich ist das Arbeit. Man muss sich auf sehr viele Dinge konzentrieren beim Drehen, besonders bei einer Kuss-Szene. Diese Szenen sind für alle am Set immer anstrengend.

Face2Face: Schweighöfer ist bekannt für seine fröhlich-lässige Art. Gab es am Set auch Unstimmigkeiten?
Baumeister: Nein, ganz im Gegenteil, die Jungs um Matthias haben immer für Stimmung gesorgt. Was ich toll finde, denn man musste den ganzen Tag ein gewisses Level an Konzentration aufrechterhalten. Es wurde viel rumgealbert abseits des Sets – dadurch ist man nie in diese sogenannten Energielöcher gefallen.

Face2Face: Wie haben Sie die Dreharbeiten zu den Tanzszenen empfunden?
Baumeister: Das hat mir am meisten Spaß gemacht und ich fand es großartig diese Choreographie zu lernen. Eigentlich ist die Szene wesentlich länger gewesen und es hat mich einige Stunden Unterricht gekostet.

Face2Face: Haben Sie sich, um sich vorzubereiten, verstärkt mit der russischen Kultur beschäftigt und das Buch von Wladimir Kaminer, auf dem die Story beruht, gelesen?
Baumeister: Nicht nur „Russendisko“ sondern noch drei weitere Bücher von ihm. Außerdem habe ich mich mit der echten Olga Kaminer mehrmals unterhalten. Ich war in der Vorbereitungszeit auf alles Russische fixiert, habe russische Filme geguckt, russische Musik gehört und bin auch in die Berliner Russendisko „Café Burger“ gegangen. Zusätzlich habe ich Unterricht bei meinem Sprechlehrer genommen, der sich ausschließlich mit russischem Akzent mit mir unterhalten hat.

Face2Face: „Russendisko“ ist ein Berliner Großstadtmärchen, das von Freiheit, Heimat, Liebe und den ganz großen Träume handelt. Was verbinden Sie mit Berlin?
Baumeister: In erster Linie Heimat. Ich bin hier geboren, meine Familie lebt hier und ich liebe Berlin. Manchmal tut es auch gut woanders zu sein, aber eigentlich nur weil es dann so schön ist wieder nach Hause zu kommen. Berlin bietet einfach viele Möglichkeiten und hat abgesehen davon einen ganz besonderen Charme.

Face2Face: Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Regisseur und Hollywood-Legende Arthur Cohn empfunden?
Baumeister: Wunderbar. Wir haben uns von Anfang an ausgesprochen gut verstanden. Er ist ein echter Gentleman und ich habe bereits am ersten Drehtag Pralinen und Blumen geschenkt bekommen.

Face2Face: Schauen Sie privat auch Filme oder Serien?
Baumeister: Klar, schaue ich Filme und wenn ich krank bin, verfalle ich hin und wieder auch mal meiner Serien-Sucht.

Face2Face: „Russendisko“ behandelt viele russische Klischees. Was halten Sie von deutschen beziehungsweise generell von Klischees?
Baumeister: Ich finde Klischees können etwas Humorvolles haben, aber auch verallgemeinern. Wenn ein Klischee dem Besonderen keinen Platz lässt und nicht angemessen verändert wird oder Dinge reduziert und banal macht, ist das natürlich weniger schön. Man muss gut mit ihnen umgehen können – Kaminer kann das.

Face2Face: Interessieren Sie sich durch die Dreharbeiten mehr für die russische Kultur?
Baumeister: Mir ist diese Kultur nicht völlig fremd. Ich lese gerne russische Literatur, vor allem aber Theaterstücke. Stücke von Tschechows gehören absolut zu meinen liebsten.
Das heißt nicht, dass ich behaupten kann, ich würde mich wahnsinnig gut auskennen, aber es hat mich schon immer angezogen.

Face2Face: Welche Eigenschaften bewundern Sie an Ihre Filmfigur Olga?
Baumeister: Sie ist eine temperamentvolle starke Frau, die weiß, was sie will. Ich habe sie immer als bodenständig und geerdet empfunden, aber auch als jemanden, der sich mit viel Freude, Mut und Offenheit dem Leben stellt.
Ich glaube nicht, dass sie angstfrei ist, denn das ist niemand. Aber sie ist nicht ängstlich und nimmt wie es kommt und vertraut dem Leben. Das ist etwas, was ich toll finde.

Face2Face: Noch ist es nicht spruchreif, aber würde es Sie gerne einmal eine Rolle für eine Hollywood-Produktion annehmen?
Baumeister: Natürlich. Immer her damit.

Vorschau: Nächsten Dienstag berichtet Face2Face-Mitarbeiter Johannes im Panorama über seine ganz persönlichen Erfahrungen mit der Shisha-Kultur.

„Liebe ist einfach Liebe“ – ein Interview mit Schauspielerin Josefine Preuß

„Liebe ist einfach Liebe“ – ein Interview mit Schauspielerin Josefine Preuß

Ab dem 15. März startet „Türkisch für Anfänger – Der Film“ in den deutschen Kinos (von links): Lena (Josefine Preuß) und Cem (Elyas M’Barek) (© 2012 Constantin Film Verleih GmbH)

Am Donnerstag, 15. März startet der Film „Türkisch für Anfänger“ in den deutschen Kinos. Die Geschichte ist an die gleichnamige ARD-Vorabenserie angelegt. Neben Elyas M’Barek (Cem Ötzürk) spielt Josefine Preuß (Lena Schneider) die Hauptrolle – türkisches Machotemperament trifft auf deutsche Emanzipation. Lena Schneider wird von ihrer forschen Mutter Doris (Anna Stieblich) zu einem Urlaubstripp nach Südostasien überredet. Als das Flugzeug notlanden muss, ist die Katastrophe schon vorprogrammiert – plötzlich ist nichts mehr wie es war.
Lena, der stotternde Grieche Costa (Arnel Taci), Cem und seine Schwester Yagmur (Pegah Ferydoni) finden sich auf einer einsamen Insel wieder, auf der sich die Gestrandeten einen offenen Schlagabtausch liefern. Lenas Mutter und Cems Vater Metin Öztürk (Adnan Maral) stranden in einer Ferienanlage und suchen ihre verlorenen Kinder. Der Urlaubstrip nimmt für alle Protagonisten eine unerwartete Wende.

Die Schauspielerin Josefine Preuß nahm sich Zeit um mit Face2Face über ihren aktuellen Film, die Dreharbeiten mit Franka Potente und ihre Zukunftspläne zu sprechen.

Face2Face: Viele kennen Sie noch aus Ihren Anfangszeiten als Sie in der „Kinderkanal“-Serie „Schloss Einstein“ die Rolle von Anna Reichenbach verkörperten. Denken Sie manchmal an den Beginn Ihrer Karriere zurück?
Preuß: Damals war mir noch nicht klar wie meine Karriere verlaufen würde. Ich habe einfach gemerkt, dass mir die Schauspielerei Spaß macht und da ich eine gute bis sehr gute Schülerin war, haben mich meine Eltern unterstützt soweit sie nur konnten. Wie jede normale Schülerin bin vormittags zur Schule gegangen und nachmittags wurden dann die einzelnen Szenen gedreht – sicherlich war das ein Sprungbrett um darauf aufzubauen.

Face2Face: Moderatorin, Schauspielerin, Hörbuch-Sprecherin und bei dem Musikvideo „Leuchtfeuer“ von der Band „Emma6“ haben Sie ebenfalls mitgewirkt. Gibt es irgendetwas, das sie nicht können?
Preuß: Ich will mich da nicht auf eine Sache festlegen. Im Grunde genommen sehe ich mich nicht als Schauspielerin, sondern eher als Darstellerin. Anfangs war nur geplant, dass ich im Musikvideo „Leuchtfeuer“ mitspiele, erst später hat man sich entschieden daraus einen Sing-Part zu machen.

Face2Face: Sie haben im historischen Film „Beate Uhse – Das Recht auf Liebe“ mitgespielt, wie war es für Sie neben Schauspielgrößen wie beispielsweise Franka Potente vor der Kamera zu stehen?
Preuß: Mir haben die Dreharbeiten mit Franka Potente riesigen Spaß bereitet. Mir ist das Herz in die Hose gerutscht als ich zur Leseprobe zum Beginn der Dreharbeiten eingeladen wurde. Sie ist ein undivenhafter Star, der seine Arbeit sehr schätzt und zugleich eine liebenswerte Persönlichkeit mit sich bringt. Am Set gab es kein Rumgezicke oder Starallüren. Für mich als Nachwuchsdarstellerin war das eine super Gelegenheit, um auf mich aufmerksam zu machen.

Face2Face: Ebenfalls haben Sie in „Rubbeldiekatz“ an der Seite von Matthias Schweighöfer die Rolle einer tätowierten Frau gespielt. Wie war das?
Preuß: Für diese Szene war ich länger in der Maske gestanden als es gedauert hat sie zu drehen. Obwohl der zu sehende Abschnitt kurz war, hat man mich trotzdem in den zwei Minuten zwanzig Trailer gesehen, was ich sehr amüsant finde. Mit Matthias hab ich das erste Mal zusammen gearbeitet – ein sehr lustiger und sympathischer Kollege.

„Liebe ist einfach Liebe“ – ein Interview mit Schauspielerin Josefine Preuß

Nicht nur hübsch anzusehen: die erfolgreiche Nachwuchsdarstellerin Josephine Preuß (© Constantin Film / Mathias Bothor)

Face2Face: Gibt es eine Rolle, die Sie gerne einmal spielen würden?
Preuß: Oft ist es so, dass ich mir die Rolle selbst nicht aussuchen kann. Durch das Versetzen in die Rolle will ich gefordert sein und in dieser wachsen. Interessant wäre eine Rolle mit körperlichen Einschränkungen wie blind sein oder nicht gehen können.

Face2Face: Und mit welchem Schauspieler würden Sie gerne noch zusammenarbeiten?
Preuß (lächelt): John Malkovich und Steve Buscemi – allerdings müsste ich dazu nach Hollywood gehen und das kommt für mich nicht in Frage.

Face2Face: Bereuen Sie es manchmal im Nahhinein sowohl die Schule als auch das Studium für die Schauspielschule abgebrochen zu haben?
Preuß: Dass ich die Schule abgebrochen habe, ist nur ein Gerücht. Ich bin nach der zehnten Klasse von der Schule gegangen, hatte somit meinen Realschulabschluss erfolgreich abgeschlossen. Anders hätte ich den Einstieg in die Fernsehlandschaft verpasst und meine Rolle bei der Serie „Türkisch für Anfänger“ nicht wahrnehmen können. Ursprünglich wollte ich Gerichtsmedizin oder Archäologie studieren.

Face2Face: Reden wir nun über Ihren neuen Film: „Türkisch für Anfänger“. Wie sind die Dreharbeiten verlaufen?
Preuß: Für mich war es die schönste Möglichkeit für einen deutschen Film im Ausland zu drehen. In Thailand habe ich viel abseits des Drehorts erlebt. Beispielsweise das thailändische Neujahrsfest „Songkran“, das auch als Wasserfest bekannt ist. Für die Thai ist es ein Riesenspaß sich gegenseitig und besonders die Touristen großzügig mit Wasser zu begießen. Das Wasser wird als Zeichen der Säuberung und Erneuerung zum Reinwaschen der Süden gesehen.

Face2Face: Und wie war für Sie die veränderte Esskultur?
Preuß: Die thailändische Esskultur war für mich furchtbar, da ich nichts aus dem Meer esse – jeder, der Fisch mag, ist dort genau richtig. Die Kombination Reis und Hühnchen ging mir schon nach einer Woche auf den Sack, da war es ein richtiger Segen, dass ich auf einer Sightseeing-Tour eine Bäckerei entdeckt habe, die Brot nach deutscher Tradition backt. Das erste, was mir meine Mutter zu Hause gekocht hat, waren süß-saure Eier mit Kartoffeln.

Face2Face: Wie weit erinnert Sie das Drehbuch an Filmklassiker oder Serie?
Preuß: In ein paar Momenten des Films hat man Szenen von „Die blaue Lagune“, „The Beach“ oder der Erfolgsserie „Loft“ im Kopf.

Face2Face: Finden Sie, dass in jedem Mann manchmal ein türkischer Macho wie Cem Öztürk steckt?
Preuß: Ich hoffe doch nicht – allerdings muss das jeder für sich entscheiden. Mit zunehmendem Alter sollten die Partner ihre Rock-’n’-Roll-Allüren ablegen und sich mehr zur Ruhe setzen.

„Liebe ist einfach Liebe“ – ein Interview mit Schauspielerin Josefine Preuß

Zurück mit einem Kinoabenteuer vor paradiesischer Kulisse: Lena (Josefine Preuß) und Cem (Elyas M'Barek) (© 2011 Constantin Film Verleih GmbH / Mathias Bothor)

Face2Face: Haben Sie eine eigene Relativitätstheorie der Liebe?
Preuß: Vielleicht kann man es mit Liebe = Loyalität + Freundschaft hoch zwei + Vertrauen und Verlangen nach dem anderen erklären. Aber im Grunde genommen ist Liebe etwas ganz Abstraktes, wo auch Herz und Seele eine Rolle spielen, und das ist mit keiner Formel der Welt erklärbar – Liebe ist einfach Liebe.

Face2Face: Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Preuß: Nach den Presseterminen und der bevorstehenden „Türkisch für Anfänger“-Kinotour, beginnt für mich der Drehstart zur Verfilmung des erste Bandes der „Edelstein-Trilogie: Rubinrot“ von der Autorin Kerstin Gier.

Face2Face: Gibt es irgendeinen Traum, den Sie sich gerne noch erfüllen würden?
Preuß: Jedes Jahr nehme ich mir vor den Führerschein zu machen, mir fehlt dazu der letzte Arschtritt, da ich in Berlin kein eigenes Auto benötige. Bis ich 30 bin habe ich es hoffentlich geschafft.

Weitere Informationen zur „Türkisch für Anfänger“-Kinotour gibt es hier.

Kontakt Josefine Preuß:
Offizielle Facebook-Seite
Offizielle Homepage zum Film „Türkisch für Anfänger“

Vorschau: Am Dienstag, 20. März, startet im Panorama eine neue Serie zum Thema „Verkannte Berufe – stille Helden des Alltags“. In Teil 1 spricht eine Kassiererin über ihren Beruf und die Anerkennung, die diesem gezollt wird.

„Johnny Depp finde ich großartig“ – ein Interview mit Schauspieler und Regisseur Matthias Schweighöfer

2011 ist sein Jahr: Matthias Schweighöfer gehört zur obersten Riege der deutschen Schauspieler. Im Sommer diesen Jahres feiert der Berliner sein Regiedebüt mit seinem ersten selbstproduzierten Film „What a Man“. Seit Donnerstag, 15. Dezember ist er in der Romantik-Komödie von Detlev Bucks „Rubbeldiekatz“ zu sehen. Dort schlüpft er in die Doppel-Hauptrolle von Alexander beziehungsweise Alexandra Honk.
Schweighöfer sprach mit Face2Face unter anderem über Weihnachten, die Aussichten nach Hollywood und seine Pläne für das Jahr 2012.

Face2Face: Wie war es für Sie in die Rolle einer Frau zu schlüpfen?
Schweighöfer: Es war eine schöne Erfahrung eine Frau zu spielen. Vor allem wie man in High Heels läuft. Der Schuh macht schöne Beine und einen schönen Po, nur habe ich mir dabei die Knöchel verengt.

„Johnny Depp finde ich großartig“ – ein Interview mit Schauspieler und Regisseur Matthias Schweighöfer

Zum Anfassen: Schauspieler Matthias Schweighöfer auf seiner Kinotour zu „Rubbeldiekatz“ im Mannheimer „Cineplex“ (Foto: Jenowein)

Face2Face: Und von wem kam die ursprüngliche Idee, dass Sie eine Frau spielen?
Schweighöfer: Die Drehbuchautorin Annika Decker (Anm. d. Red.: Annika Decker schrieb auch schon zusammen mit Til Schweiger die Drehbücher zu den Filmen „Keinohrhase“ und „Zweiohrkücken“) ist eine gute Freundin von mir. Vielleicht weil sie gesehen hat, dass ich gewisse feminine Züge besitze.

Face2Face: Können Sie jetzt sagen, dass Sie die Frauenwelt durch Ihre Filmrolle als „Alexandra“ besser verstehen?
Schweighöfer: Ich habe gehofft, ich würde nach den Dreharbeiten Frauen besser verstehen, das hat aber leider nicht geklappt.

Face2Face: Welche Szene in „Rubbeldiekatz“ war für Sie die lustigste?
Schweighöfer: Die Szene, bei der ich immer wieder lachen muss, ist die, in der ich Max Giermann küsse.

Face2Face: Ist Max Giermann denn ein guter Küsser?
Schweighöfer (lächelt): Ja, er küsst phantastisch. Sehr stürmisch und intensiv. Gesagt habe ich ihm das aber so direkt jedenfalls nicht. Nur der doch sehr haarige Bart störte mich etwas.

Face2Face: Würden Sie in einem Ihrer nächsten Filme wieder einen Mann küssen?
Schweighöfer: Ich hoffe, dass es das letzte Mal war, dass ich einen Mann küssen musste.

Face2Face: Im Moment besuchen Sie drei verschiedene Städte am Tag und sehen täglich mehrere tausend Leute auf Ihrer Kinotour – wird das auf Dauer nicht zum Stressfaktor oder überwiegt die Freude?
Schweighöfer: Die Kinotour zu „Rubbeldiekatz“ macht mir auch Spaß, aber wenn ich ehrlich bin, freue ich mich jetzt auf Weihnachten und ein wenig Ruhe.

Face2Face: Wie gefällt Ihnen Mannheim und was haben Sie bisher von der Stadt gesehen?
Schweighöfer: Ich finde Mannheim ist eine wunderschöne Stadt. Ich habe bisher zwei Kinos gesehen.

„Johnny Depp finde ich großartig“ – ein Interview mit Schauspieler und Regisseur Matthias Schweighöfer

„Rubbeldiekatz“: die Romantik-Komödie des Winters von Detlev Buck mit Matthias Schweighöfer und Alexandra Maria Lara (Foto: Jenowein)

Face2Face: Wie kommen Sie mit dem kurpfälzischen Dialekt zu recht?
Schweighöfer: Es ist ein sympathischer Dialekt, der teilweise schwer zu verstehen ist, für einen Berliner.

Face2Face: Wie sieht Weihnachten bei der Familie Schweighöfer aus?
Schweighöfer: So wie bei fast jedem anderen auch: Christbaum, Geschenke, Plätzchen und Kirche.

Face2Face: Ich habe gelesen, Sie feiern Weihnachten von Ihrer Frau getrennt, stimmt das?
Schweighöfer: Ja, das stimmt. Wir haben so viele Verwandte und jeder will eben auch mal seine Familie sehen, deshalb haben wir uns in diesem Jahr so entschieden.

Face2Face: Wie schaffen Sie es sich immer fit zu halten bei all dem Stress berühmt zu sein?
Schweighöfer: Ich mache viele unterschiedliche Sportarten: Schwimmen, Joggen, Muskeltraining, Gymnastik oder Badminton spielen. Demnächst will mich mal an einem Teamsport versuchen.

Face2Face: Welcher ist für Sie der „Film des Jahres 2011“?
Schweighöfer: Für mich persönlich ist „What a man“ der Film des Jahres 2011, weil er einfach mein Werk ist, bei dem ich das erste Mal die Hauptrolle spiele und Regie geführt habe. Aber „Rubbeldiekatz“ von Detlev Buck ist ehrlich gesagt der bessere Film.

Face2Face: Wenn Sie die Wahl hätten, mit wem würden Sie gerne mal vor der Kamera stehen?
Schweighöfer: Johnny Depp finde ich großartig.

Face2Face: In der FAZ haben Sie einmal gesagt, dass Sie gerne in Hollywood spielen würden. Sind Sie durch den Erfolg dieses Jahr diesem Ziel ein wenig näher gekommen?
Schweighöfer: Ja spielen… Hollywood interessiert mich jetzt nicht wirklich – man kann auch in Deutschland gute Filme machen. Dadurch, dass ich mir jetzt in Deutschland etwas aufbauen möchte mit meiner Produktionsfirma „Pantaleon Films“ hat sich das geändert. Diese Arbeit beansprucht viel Zeit und füllt mich aus, ich habe jetzt sehr viele Möglichkeiten, darauf konzentriere ich mich.

Face2Face: Welches Filmgenre schauen Sie sich privat an?
Schweighöfer: Ich schaue mir alles an, was mir so in die Finger fällt. Zu Hause auf meiner großen Leinwand schaue ich mir die Filme auf DVD an. Dafür gucke ich mir nie einen Film oder eine Serie im Fernsehen an.

Face2Face: Welchen Film haben Sie als letztes gesehen?
Schweighöfer: Der letzte Film, den ich zu Hause geschaut habe, war „Blue Valentine“ mit Ryan Gosling.

Face2Face: Was haben Sie sich für das Jahr 2012 vorgenommen?
Schweighöfer: Im nächstes Jahr will ich viel mehr Zeit mit meiner Familie verbringen – insbesondere mit meiner Tochter Greta.

Face2Face: Mehr Zeit mit ihrer Tochter verbringen – was schwebt Ihnen da vor?
Schweighöfer: Ganz normale Dinge tun wie mit ihr einzukaufen oder ihr eine Brotstulle schmieren. Am meisten freue ich mich darauf meine Tochter von der Kita abzuholen, da kräht kein Hahn nach meinem Bekanntheitsgrad. Ich habe mir fest vorgenommen mit der Familie Reisen zu machen, Parks zu besuchen und dafür die Arbeit ein wenig ruhen zu lassen.

Face2Face: Wann können wir mit Ihrem neuen Film „Russendisko“ rechnen?
Schweighöfer: „Russendisko“ wird Ende März 2012 in die Kinos kommen.

Vorschau: Wie sieht eigentlich der Alltag einer Gogotänzerin aus? Das und vieles mehr lest ihr am Dienstag, 10. Januar im Portrait über Tänzerin „Kimstyle“. Am Dienstag, 03. Januar gibt´s außerdem das nächste Rätsel des Monats.