Das Phänomen Tussi – wer sie ist, woher sie kommt und wo sie eigentlich hin will

Tussis begegnen uns im Alltag regelmäßig. Ob in der Fußgängerzone, der Straßenbahn oder abends auf der Piste – letztes ist ihr bevorzugtes Territorium – sind sie aus dem Stadtbild praktisch gar nicht wegzudenken.

Da sie das genaue Gegenteil von Tarnung betreiben, lassen sie sich auch nur unschwer an den immergleichen Merkmalen erkennen: Mehrschichtig aufgetragene Foundation, schwarz getuschte oder, in fortgeschrittenem Tussi-Stadium, lange, mit Klebstoff befestigte, künstliche Wimpern zu glitzerndem Lidschatten im Smokey-Eyes-Look und feuerroten Lippen. Dank der Reizüberflutung für das menschliche Auge kaum noch wahrnehmbar sind die Maske aus Puder und die knallpink gerougten Wangen. Ein Hingucker sind außerdem die Brauen, die zumeist hauchdünn gezupft oder wahlweise abrasiert und mit Augenbrauenstift nachgezogen wurden. Die Nageldesign-Variationen reichen zudem von schrillen Farbtönen über Drachenmotive und Tribal-Verzierungen bis hin zu dramatischen Überlängen der French-Tips.

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Manche mögen’s opulenter: Tussis tragen Perlen, Strass und Diamanten im Überfluss (Foto: T.Gartner)

Doch auch in Sachen Haarstyling und Outfit lassen sich die Tussis gestern wie heute nichts anbrennen. Sie haben es gern ausgefallen, um aufzufallen und darüber hinaus eine klare Zugehörigkeit auszudrücken. Protzige Sneakers – man erinnere sich an das Aufkommen (und das ebenso schnelle wieder Versumpfen) der von Rapperin Missy Elliot designten „Respect M.E.“-Kollektion – sind schließlich nicht einfach protzige Sneakers. Sie sind auch immer ein Fashion-Statement und zugleich eine Solidarisierung mit dem Hiphop und den legeren Streetwear-Styles.

Weitaus lieber als auf leisen Sohlen sind Tussis allerdings auf hohen Hacken unterwegs. Je schwindelnder die Absatzhöhe, desto glänzender der Auftritt. Sie gewinnen damit nicht nur die Anerkennung ihrer Mitmenschen („Wow, wie kann sie auf diesen High Heels bloß laufen, ohne sich beide Beine zu brechen?“), sondern nehmen auch eine unnachahmlich imposante Körperhaltung an. Niemand würde so auch nur auf die Idee kommen, sich einer über den Asphalt staksenden Tussi in den Weg zu stellen. Ja, man muss wahrlich zugeben: Die Optik einer Tussi ist bisweilen angsteinflößend.

Der Grat zwischen Ästhetik und Alptraum scheint damit folglich ein schmaler zu sein und ist, wie so oft, höchst subjektiv. Die Tussi hält ihr Erscheinungsbild, auch wenn man bei einem Blick in ihr Kosmetiktäschchen eher auf Manhattan und Essence stößt als auf MAC und Estée Lauder, für die ausgekochte Perfektion. Diese scheinbar durch nichts in der Welt trübbare Selbstsicherheit macht eine Tussi aus – eine Eigenschaft, die sie glatt bewundernswert macht.

Doch wenn die Fassade aus Make-Up einmal gebrökelt ist und sich der Nebel des großzügig aufgetragenen Parfums erst verzogen hat, kommt das Mädchen zum Vorschein, das die Tussi durch aufwendige, oft lange Vorbereitung bedürfende Beauty-Prozeduren zu verbergen sucht. Und das ist im Wesentlichen komplexbehaftet und ganz und gar nicht selbstüberzeugt.

Es eifert aufkeimenden Trends nach, ohne mit den strassbesetzten Fake Eye Lashes zu zucken. Sie investiert in kostspielige Modelabels, sofern sie es sich leisten kann – nur wenige der oben charakterisierten Tussis haben streng genommen eine ernstzunehmende Karriere hingelegt und müssen daher auf Textilien gängiger Billighersteller zurückgreifen – und schwimmt so, bei allem zwanghaften Streben nach Individualität, doch vollständig mit dem Strom. Ihr Heischen nach Aufmerksamkeit kommt einem Schrei nach Liebe gleich, weil es ihr in erster Linie massiv an Selbstliebe mangelt.

Eine Tussi fordert durch ihr aggressives Auftreten Achtung vor ihrer Person ein, was sie jedoch hinterrücks umso mehr zum Objekt von Hohn und Spott werden lässt. Das besagte kleine Mädchen sehnt sich heimlich nach einer Umarmung. Nach einem Menschen, der ihr ungeschminktes Ich annimmt, vor dem sie Natürlichkeit nicht erst aus Cremetiegeln auftragen muss.

Vorschau: In der nächsten Woche begleiten wir Mode-Redakteurin Olivia auf die Pariser Fashion Week.

Kinderleicht ein paradiesisch-schönes Augenmakeup zaubern

Mal was Neues ausprobieren, die Augen mit bunten Farben betonen, aber nicht überschminken aussehen? – mit dieser Anleitung kinderleicht!In der kalten und grauen Jahreszeit (wer es immer noch verdrängt: auch wenn´s weh tut, einfach mal aus dem Fenster schauen), macht sich ein farbenfrohes, frisches Augenmakeup umso besser. Inspiriert wurde ich bei diesem Look durch Sängerin Rihanna in ihrer Anfangszeit., speziell in ihrem Musikvideo zu “If it´s lovin´that you want”. Also ab an´s Schminkköfferchen und ausprobiert!

Schritt 1:Mascara. Wimperntusche sollte man grundsätzlich mindestens zweimal auftragen. Meine Devise

Kinderleicht ein paradiesisch-schönes Augenmakeup zaubern

Schritt 2: Den braunen Lidschattenton von Außen nach Innen auftragen (Foto: T. Gartner)

hier: Einmal bevor die ganze Chose losgeht und einmal ganz am Schluss, da der feinen Lidschattenstaub die Wimpern optisch noch ein bisschen mehr verlängern. Das Mascara immer in kleinen, ruckelnden Bewegungen vom Auge weg auftragen. Außerdem: Bevor man mit dem Schminken der Augen beginnt, immer erst die Grundierung – sprich Concealer, Abdeckstift, Puder und was man sonst noch so für´ganze Gesicht verwendet – auftragen.

Schritt 2: Grünäugige Mädels sollten wie Rihanna Orange/Gold- und Blautöne verwenden. Ladies mit blauen Augen sollten sich an braunen und grünen Lidschatten halten, wie ich es im Folgenden via Fotos dokumentieren werde. Die Braunäugigen und die mit Mischfarben haben es hier eindeutig am besten: Sie können frei wählen bzw. beides ausprobieren! Also: Nun den orangenen/goldenen bzw. braunen Lidschatten vom äußeren Rand des Augenlids nach innen verteilen. An der äußeren Seite des Auges sollte sich IMMER (auch bei anderen Augenmakeups) die dunkelste bzw. die meiste Farbe befinden. Die Farbe nach oben hin sanft auslaufen lassen.

Kinderleicht ein paradiesisch-schönes Augenmakeup zaubern

Schritt 3: Jetzt den grünen Lidschatten auf den unteren und äußeren, oberen Wimpernkranz auftragen (Foto: T. Gartner)

Schritt 3: Jetzt mit einem dünneren Pinsel die blaue bzw. grüne Farbe am unteren Wimpernkranz auftragen. Außerdem auch noch ein kleines Stück (etwa 1/3) am oberen, äußeren Wimpernkranz entlang.

Schritt 4: Wer will, kann nun alá Rihanna noch einen schwarzen Kayal benutzen. Mein Tipp hier: Nur bei sehr großen Augen machen, da zu viel dunkle Farbe das Auge optisch kleiner wirken lässt!

Schritt 5: Zum Abschluss nochmal Mascara auftragen und mit einem breiten Puderpinsel überflüssigen Lidschattenstaub, der vom Auge herunter gebröselt ist, wegwischen. Und fertig ist das paradiesisch-schönes Augenmakeup für jeden Anlass!

Ich hoffe, ich konnte euch weiterhelfen! In der nächsten Woche erfahrt ihr, welches Kraut gegen Halsschmerzen und Grippe allgemein gewachsen ist.