Wieso fahren alle großen Marken so auf das Model Cara Delevingne ab? – Wir haben die Antworten

Cara Delevingne ist 22 und ein Supermodel.

Wir haben einmal die wichtigsten Fakten über Cara und ihr Leben zusammengestellt.

Die gebürtige Londonerin ist die jüngste Tochter von Charles Delevingne und des ehemaligen It-Girls und Models Pandora Stevens. Sie kommt aus gutem Haus und ging unter anderem auf die Hempshire Boarding School Bedales, wo sie sich mit den Jagger-Kindern und der Familie von Lily Allen anfreundet. Schon immer hatte das in Mayfair aufgewachsene Mädchen mit den Medien zu tun, denn als Tochter eines It-Girls, Schwester eines Models und Enkelin eines Zeitschriftenherausgebers bekam sie viel von der Medienwelt mit.

Seit sie fünf Jahre alt ist, ist sie mit der Tochter von Sarah Doukas befreundet. Doukas ist die Gründerin der Modelagentur Storm. Wie Supermodel Kate Moss wurde auch Cara von ihr entdeckt. 2009 unterschrieb Cara dann bei Storm Models und begann 2010 ihre Modelkarriere mit Katalogaufnahmen für die Herbst-/Winter-Kollektion von ASOS, dem größten britischen Online-Versandhandel im Bereich Mode und Beauty.

Im selben Jahr läuft sie zum ersten Mal auf der Pre-Fall Show für die britische Modemarke Burberry, bis sie ein halbes Jahr später das Gesicht des Labels wird. Zuvor habe sie noch nie an das Modeln gedacht, es sei einfach so passiert, behauptet die Britin. Somit folgte sie ihrer zweitältesten Schwester Poppy ins Modelbusiness. Ihre Schwester hatte damals schon für große Marken wie Chloé, Louis Vuitton oder Balenciaga gemodelt.

Vitamin B ist immer ein Geheimnis zum Durchbruch, das ist klar. Doch auch ihre eigene, spezielle Art machte Cara zu dieser Persönlichkeit, die sie heute ist. Sie ist frisch und witzig, hat Humor und nimmt sich selbst nicht zu ernst. Das ist es, was die Modewelt unter anderem an dem jungen Model so liebt. Auf Instagram oder Facebook postet die 22-Jährige häufig Bilder von sich, auf denen sie Grimassen schneidet. Diese Albernheit tut gut in einem Business, das sonst so sehr auf Perfektion bedacht ist. Die Menschen wollen keine Models mehr, die nur straight ihren Job machen und ihr perfektes, makelloses Gesicht in die Kamera halten. Sie wollen eher eine freche Art und sehen, dass die Mädels auch noch Spaß an ihrem Beruf haben und es für sie durchaus auch noch andere Dinge im Leben gibt. Cara twittert gerne Bilder mit ihren Freundinnen Sängerin Rihanna und den Models Jourdan Dunn und Karlie Kloss, auf denen sie verrückte Kostüme anhaben oder Grimassen schneiden. Dass das gut ankommt, zeigen ihre 1.418.635 Follower (Stand: Januar 2014).

Zudem sind es ihr markantes Gesicht, die hellblauen Augen und ihre auffallenden Augenbrauen, die sie unverwechselbar machen.

Ihr persönlicher Kleidungsstil ist ein weiteres Markenzeichen von Cara. Sie ist flippig und cool, und deswegen auch fast immer auf Streetstyle-Fotos zu sehen. Am liebsten trägt sie Röhrenjeans und Bikerboots, die sie mit Vintage-Shirts kombiniert. Aber auch ein elegantes Kleid kann sie mit derben Boots schnell mal aufpeppen und edgy aussehen lassen. Wahrscheinlich liebt sie deshalb jeder, weil sie ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Stil hat und damit die Massen begeistert.

Obwohl Cara Delevingne nur 1,73 Meter groß ist, läuft sie auf den Top-Laufstegen der Welt: Sie läuft unter anderem für Marken wie Oscar de la Rente, Karl Lagerfeld, Fendi, Burberry, Chanel oder Stella McCartney. Sie stand außerdem mit ihren jungen Jahren schon für Editorials der Vogue oder des V Magazine vor der Kamera.

Cara besucht nebenbei auch eine Schauspielschule, und kommt unter anderem in die letzte Runde des Castings zum KInofilm „Alice im Wunderland“. Sie spielte auch in einem Musikvideo von Musiker Bryan Ferry mit und wird bald neben Schauspielerin Keira Knightley im Kino zu sehen sein. Wahrscheinlich ist es ihre wunderbare Gabe, in ganz unterschiedliche Rollen zu schlüpfen, weshalb so viele große Designer auf sie abfahren. Sie ist wandelbar und bleibt trotzdem noch sie selbst.

Vorschau: Nächste Woche gibt es ein Interview mit der Modedesignerin Duygu Ay von Elenora zu lesen.

Model mit 40? – Aber hallo!

Supermodel Kate Moss ist dieses Jahr am 16. Januar 40 Jahre alt geworden. Doch zu alt zum Modeln ist sie nicht. Die Britin ist auch im hohen Model-Alter noch Gesicht einer großen Modemarke: Nicht zum ersten Mal präsentiert sie die Kollektionen des italienischen Modelabels Liu Jo wie immer sehr sexy und sinnlich.

 

Zudem wurde sie pünktlich zu ihrem 40. Geburtstag und dem 60. des Männermagazins von den Fotografen Mert & Marcus für den Playboy abgelichtet und vor kurzem Contributing Fashion Editor bei der britischen Vogue. In London soll es außerdem eine Ausstellung rund um Kate Moss geben und im April wird sie eine weitere Kollektion für das Einzelhandelunternehmen Topshop entwerfen.

 

Kate Moss ist nicht das typische Model: Sie ist nur 1,70 Meter groß. Doch seit rund 25 Jahren ist sie ein wichtiger Teil der Modewelt und gilt als eines der erfolgreichsten Models überhaupt. Dieses Glück und auch ihr Glück im Privatleben sind ein Grund zum Feiern.

 

Genau das tat sie auch an ihrem Geburtstag: Laut der britischen Tageszeitung „Daily Mirror“ feierte Kate Moss am Donnerstag, den 16. Januar ihren runden Geburtstag in der Karibik auf der Privatinsel Necker Island des Unternehmers Richard Branson und floh somit vor dem grauen Januarwetter in London. In der Karibik feierte sie mit engen Freunden wie Designerin Sadie Frost, PR-Managerin Fran Cutler und Hairstylist James Brown und schmiss eine Kostümparty unter dem Motto „Marie Antoinette“.

 

Ihr Mann, „The Kills“- Gitarist Jamie Hince (45), schenkte ihr zum Geburtstag eine Wohnung in Paris. Egal, ob von großen Magazinen, Marken oder ihrem Ehemann: Von allen Seiten wurde die Mode-Ikone beschenkt und gefeiert – und das zurecht!

 

Keiner sonst ist dem Model-Business so treu geblieben wie Kate Moss.

 

Eine Woche lang soll Kate Moss mit ihren Freunden auf der Insel Urlaub gemacht haben, die erst seit kurzem wieder zu vermieten ist. Im Jahr 2011 gab es auf der Insel des Unternehmers, die er für rund 227.300 Euro gekauft haben soll, wegen eines Blitzeinschlags einen Brand in der großen Villa. Daher vermietet Branson seine Insel erst seit Oktober wieder an Gäste, unter denen sich auch Prinz Harry und Stars wie die Schauspieler Kate Winslet und Eddie Murphy befinden.

 

Richard Branson soll seiner langjährigen guten Freundin Kate Moss den einwöchigen Urlaub zum Geburtstag geschenkt haben.

 

Dann hoffen wir doch mal, dass das 40-jährige Supermodel ihren Geburtstag so richtig genießen konnte und somit für die nächsten 40 Jahre Kraft und Energie tanken konnte.

 

Happy Birthday, Kate!

 

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr einiges über 125 Jahre Lanvin.

Neues Jahr – neue Mode! Wie kleidet sich frau im Sommer 2014?

Obwohl sich hierzulande die Temperaturen langsam aber sicher Richtung Winter bewegen, wagt die Mode-Redaktion heute eine kleine Vorschau auf den Sommer 2014.

Wer auch im neuen Jahr 2014 die Mode-Trends nicht verpassen will, der sollte bei seiner Klamotten-Wahl auf Maxi-Rüschen oder totale Transparenz setzen. Denn das ist es, was unter anderem im neuen Jahr in keinem Kleiderschrank fehlen darf.

transparente Bluse

Foto: Zara

Große Marken, wie zum Beispiel Bottega Veneta, Fendi, Hermès, Dior oder Chanel, setzen die neuen Trends und zeigen auf den Laufstegen, wie frau sie zu tragen hat. Mut zur Dekoration ist gefragt, denn die schon fast skulptural aussehenden Volants auf kurzen Spitzenkleidern in pastelligen Tönen sind ein Must-Have für diesen Sommer. So wirkt die Trägerin durch das Volumen der Kleider und die angesagten Blumenprints manchmal wie ein verpacktes Geschenk. Doch wer freut sich nicht über ein Geschenk?

Im Sommer 2014 heißt es auch: Weg von den Maxi-Kleidern und hin zu mehr Beinfreiheit. Denn auch das wird ein neuer Trend sein. Man hat genug von Skinny-Hosen und versucht nun, Alternativen dafür zu finden. Die sogenannten Culottes (zu Deutsch „Schlüpfer“) sind sehr weit und knie- oder wadenlang und oft fast nicht vom Rock zu unterscheiden. Wer sich eher sportlich kleiden möchte, greift zum knielangen Modell, wer es jedoch eher elegant mag, der sollte Ausschau nach dem wadenlangen Modell halten. Mit dem richtigen Styling können die bequemen Culottes auch vorteilhafter sein, als die beliebte Röhre.

typische, wandenlange Culotte

Foto: Zara

Auch Kleider aus Seidenplissées sind sehr gefragt in diesem Sommer. Marken wie Lanvin oder Givenchy sind begeistert vom formbaren Faltenmaterial und schicken ihre Models damit auf den Laufsteg.

Dass Kunst und Mode noch nie weit voneinander entfernt waren, wird in diesem Sommer besonders deutlich. Bunte, von der Kunst inspirierte Prints machen Kleider zu einer Leinwand. Besonders Karl Lagerfeld setzte dieses Thema in seiner neuen Kollektion konsequent um: Er ließ seine Models teilweise mit einem Zeichenblock und einem Pinsel über den Catwalk laufen. Solche Prints wirken frisch und bereiten uns im Sommer gute Laune.

Wenn ihr wissen wollt, welche Trends die Herren der Schöpfung im Sommer 2014 erwarten, lest es einfach HIER nach.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr alles rund um die Berliner Fashion Week.

Wertheim Village – Ein gallisches Konsumdorf

Als wäre der Sommerschlussverkauf per se nicht alle Jahre wieder Grund zum Jubeln – dem Shopping-Tempel Wertheim Village gelingt da gewissermaßen ein Rabatt-Coup. Satte sechzig Prozent im ganzjährigen SALE! Ein Versprechen, das sich selbst in Kreisen professioneller Wühltischplünderer sehen lassen kann. Eine Adresse für Schnäppchenjäger soll das ominöse Dorf, in dem es statt Tante-Emma-Lädchen und Biobauer laut Webpräsenz über 110 Luxusläden zu finden gibt, neben den namhaften Outletcentern Metzing und Zweibrücken in jedem Falle sein. Meinem Freund und mir kam diese fast schon provokante Offerte, auf die das Wertheim Village dank Sommerschlussverkauf noch zehn weitere Prozent packt, gerade recht, schließlich ist er auf der Suche nach einem preisgünstigen Anzug und ich nach einer Alternative zum ernüchternden Online-Shopping. Die einzige Erwartung, die ich an das rund 50 Autominuten von Frankfurt am Main gelegene Einkaufsdorf stelle, ist die, dort auf annehmbare Outfits zu angenehmen Preisen zu stoßen – idealerweise sollten diese, anders als schon nach kürzester Zeit im Internet, auch in Standardgrößen verfügbar sein und nicht bloß als Restposten für Magermodels und Moppelchen herhalten.

Da die unfreundliche Navigationsgerätstimme im Auto uns zunächst nicht ins Outlet-Mekka, sondern lediglich nach Original-Wertheim fehllotst, vermuten wir dort, an der bayerischen Grenze, zunächst das vermeintliche Konsumparadies. Übel wäre das durchaus nicht, immerhin liegt Wertheim direkt am Wasser und steht jeder niedlichen, kopfsteingepflasterten deutschen Altstadt in Nichts nach. Nur wenig später erreichen wir allerdings endlich DAS Wertheim Village – offenbar ist Dorf hier nicht gleich Dorf – das aufgrund seines pompösen, mit Weintrauben-Logo geschmückten „Ortsschilds“ sogar unser untaugliches Navi kaum verfehlen kann. Gigantisch ist nicht nur die Einfahrt: Auch die Fahrgestelle der vermögenden oder zumindest um jeden Preis nach außen hin vermögend wirken wollenden Konsumenten scheinen auf dem Parkplatz miteinander wetteifern zu wollen. Harder, better, faster, stronger muss wohl das offizielle Motto der Karosserien und vor allem ihrer Besitzer lauten. Die Vermutung bestätigt sich beim Eintritt in diese schöne neue Welt, die für mich amerikanischer nicht sein könnte. Wie in einem stilisierten Disneyland – ohne Fahrgeschäfte, aber dafür mit ganz viel Mode – reihen sich die Warenhäuser aneinander. Eines bietet mehr Auswahl als das andere, man übertrumpft einander in Preis, Aufmachung und Lautstärke der aus den Lautsprechern dröhnenden Pop-Musik. Labels von Rang und Namen geben sich hier die Klinke in die Hand: Vom Trendsetter Nike über Dauerbrenner Hugo Boss bis hin zum Spezialisten wie etwa Seidensticker ist alles vorhanden, was das textilaffine Herz begehrt.

Geldbeutel

Boss und Co.: Markenwahnsinnige sind im Wertheim Village gut aufgehoben. (Foto: T.Gartner)

Schnell kommt Urlaubsfeeling bei demjenigen auf, der eine Weile durch das schier makellose Dorf flaniert ist. Die Straßen sind in den Augen eines Städters und wahrscheinlich selbst für Landeier unnatürlich sauber und mit Restaurants gespickt, deren Speisen und Getränke sich – und das überrascht nur wenig – in ähnlichen Preiskategorien bewegen wie die angebotene Bekleidung. Man muss es ganz deutlich sagen: Outlet-Center ist eben nicht gleich Discounter. Unter den rund 110 Boutiquen wird man H&M oder Zara vergeblich suchen. Entsprechend begegnet man im Wertheim Village auch nur echten Shopping-Touristen, sprich all jenen, die einen ganzen Tag lang dem Konsum fröhnen und sich selbst als gewöhnliche Mittelständische zumindest für kurze Zeit als etwas Besseres fühlen möchten. Immerhin ist hier der Kunde noch tatsächlich König.
Allerdings bedeutet dies noch lange kein königliches SALE-Angebot. Die besten Sachen waren längst vergriffen oder nur noch in Mini-oder und Übergrößen zu bekommen und auch den nahezu perfekt sitzenden Anzug hat mein Freund nicht auf Anhieb gefunden. Vielleicht haben Asterix und Obelix ja im nächsten Sommer mehr Erfolg –ob im Internet oder in einem der anderen gallischen Outlet-Dörfer, in denen man bundesweit Kurzurlaub machen kann.

Vorschau:  In der nächsten Woche geht es um den ältesten Kopfschmuck der Welt – den guten alten Hut.

Kämpfe stilvoll gegen Verschwendung!

Eingängig ist dieser Slogan, das muss man den Erfindern von „kleiderkreisel.de“, DER Flohmarkt-und Tausch-Plattform im Internet, einfach lassen. Doch Kleiderkreisel ist noch mehr als das: Mal als perfekter Ort für einen ausgelassenen Plausch, mal als Selbstdarstellungsstätte in reinster Form und mal als erste Anlaufstelle für Schnäppchenjäger, kommt die Webseite verdammt vielseitig daher.

Begonnen hat alles mit Sophie, Susanne und Martin, drei jungen Kreativen, und einer Osteuropareise. Ausgerechnet hier, – im littauischen Vilnius – lernten sie mit ihrem Gastgeber auch das innovative Sharing-Konzept kennen, das als Pilot-Projekt in Litauen bereits erfolgreich angelaufen war. In Deutschland geriet die Umsetzung, mit freundlicher Unterstützung aus Litauen, schnell in Gang. Die Werbetrommel wurde auf allen möglichen Social-Media-Wegen gerührt und erregte so rasend schnell die Aufmerksamkeit einiger einflussreicher Mode-Blogger. Das alles war in 2008. Heute zählt das Portal stündlich wachsende Mitgliederzahlen und virtuelle Kleiderkataloge wie Sand am Meer.

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Mal wieder richtig ausmisten: Dank kleiderkreisel kein Problem mehr. (Foto: T.Gartner)

Mich hat vor rund drei Jahren eine Freundin auf den Geschmack gebracht. Auf die altbewährte Methode der Mund-zu-Mundpropaganda scheint also selbst heute, im medialen Zeitalter, noch Verlass zu sein. Die Funktionsweise von kleiderkreisel ist zudem schnell erklärt: Wenn du auf der Suche nach einer neuen modischen Errungenschaft bist, gibst du sie ins Suchfeld ein und filterst die Kriterien für ein präziseres Ergebnis gegebenenfalls noch mithilfe der Suchmaske. So kannst du beispielsweise nach Waren, beziehungsweise nach Mitgliedern, fahnden, die ausschließlich aus deiner Stadt stammen.Im Allgemeinen genügt jedoch ein einziges Stichwort mit Größenangabe, etwa „Jeanskleid 36“, um fündig zu werden. Ähnlich unkompliziert gestaltet sich das Anbieten eigener Artikel. Das einzig Umständliche daran ist, wenn davon überhaupt die Rede sein kann, das Fotografieren seiner Kleidungsstücke, die natürlich möglichst clever in Szene gesetzt werden sollen. Oder, um es in den Worten des „Kleiderkreisel-Kommandos“ auszudrücken: Niemand will wissen, wie eure Kleider auf dem Sofa aussehen.

Da heißt es also anziehen, posieren, Bildperspektiven ausprobieren. Wer es gut machen will, braucht dafür schonmal ein Weilchen – oder eine Mutter, die gezwungenermaßen als Modell für eure jugendsündigen Outfits herhalten muss. Nur gut, dass man das missmutige Gesicht dank Photoshop nachträglich herausschneiden kann.

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Schon als Knirps stylish wie die Großen: Pendant Mamikreisel macht’s möglich.  (Foto:  Pressefoto mamikreisel.de)

Hat man also den Grundaufbau der Plattform durchdrungen, können im nächsten Schritt die Randfunktionen genauer betrachtet werden. Die wohl Wichtigste dürfte dabei das Forum sein. Dieses ist nicht nur ziemlich stark frequentiert, sondern weist auch eine Themenvielfalt auf, wie man sie sonst höchstens auf gutefrage.net oder bild.de erlebt. Bedauerlicherweise schaffen es viele thread interne Diskussionen inhaltlich häufig auch nicht über BILD-Niveau hinaus: Von „Hilfe, ich bin verliebt in meine Freundin!“ über „Welchem Star sehe ich ähnlich?“ bis hin zu „Glaubt ihr auch an Außerirdische?“ tun sich im nach Themengebieten sortierten Kleiderkreisel-Forum schon mal so einige Abgründe auf. Bleibt nur zu hoffen, einiges davon wurde mit einem intendierten Augenzwinkern verfasst.

Nichtsdestotrotz lassen sich zwischen vielen Beiträgen mit wenig Sinn auch hilfreiche Threads entdecken. So tauschen sich die KreislerInnen, wie sie sich intern nennen, nicht selten über die richtige Haarpflege oder etwaige modische Kniffe aus. Bisweilen geben die Damen und Herren, welche nicht nur innerhalb des Forums, sondern auch auf ihren persönlichen Blogs schwer aktiv zu sein scheinen, einander auch Tipps, die eine höhere Besucheranzahl für das eigene Weblog versprechen – natürlich darf dabei der Link zum Verfasser-Blog nicht fehlen.

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Kleines Logo, große Bedeutung: Das Portal ist für viele eine soziale Konsumalternative geworden. (Foto: Pressefoto kleiderkreisel.de)

Schenkt man den Stimmen aus den Erfahrungsberichten Glauben, so liegt das entscheidende Manko von Kleiderkreisel genau dort, wo auch sein Vorzug liegt, nämlich bei der Art und Weise, wie Geschäfte gemacht werden.
Die Kauf-und-Tausch-Plattform rühmt sich zurecht damit, keinerlei Gebühren zu verlangen, weder für die Anmeldung noch für die Kaufabwicklung. Kosten, für den Verkäufer inform von Versand und für den Käufer eben als Kaufpreis, entstehen lediglich im Falle eines abgeschlossenen „Kaufvertrags“ – einer, der streng genommen gar nicht existiert. Beide Seiten verlassen sich gutgläubig auf die Einhaltung der im E-Mail-Verkehr festgelegten, wenn nicht sogar von vorneherein im Nutzerprofil angegebenen Bestimmungen. Dazu zählen neben Versand-und Zahlungsart auch Fragen nach Reservierungsdauer bestimmter Artikel und eben allerhand Regeln, die jedem auf den ersten Blick furchtbar kleinkariert vorkommen dürften. In Wahrheit sind diese jedoch nötig, um dem worst case vorzubeugen: Einem Betrug – zugleich leider ein alltägliches Phänomen auf Kleiderkreisel. Betrüger sind alle, die kassieren, ohne zu versenden; schwarze Schafe, die Ware als neuwertig anbieten, welche sich schlussendlich als abgetragen und nach Schweiß miefend herausstellt.

Da sich Betrüger leider erst im Nachhinein als solche entlarven, ist für Jungs und Mädels auch bei ernstzunehmendem Tausch-Rausch Vorsicht geboten. Auf Nummer sicher geht man, indem man die bisherigen Bewertungen der potentiellen Verkäufer genauer unter die Lupe nimmt. Das mag gegenüber neuen, noch bewertungslosen Nutzern ungerecht sein, ist jedoch die einzige Methode, sich der Verlässlichkeit des Verkäufers zu vergewissern. Ist man doch einmal in die Falle getappt, so gibt es immerhin noch das Kleiderkreisel-Kommando, bestehend aus einer handvoll Administratoren, die sich um das Problem zu kümmern versprechen und dies auch zuverlässig tun – mit mal mehr, mal weniger zufriedenstellendem Erfolg. Fälle, in denen selbst ein noch so ausgebildetes Spezialeinsatzkommando nichts mehr ausrichten kann, finden wir bei sogenannten „Rachebewertungen“ vor. Diese werden typischerweise als Racheakt auf eine ebenfalls recht miese Bewertung vom Gegenüber verfasst und kommen meist Schimpftiraden voller unflätiger Ausdrücke gleich.

Spätestens hier dürfte klar geworden sein, welche Zielgruppe Kleiderkreisel bis heute vorwiegend anspricht.

Vorschau:  Beim nächsten Mal gibt es an dieser Stelle nichts geringeres zu sehen als das Lookbook für den Sommer.

Hilfe, ich bin krebserregend!

Ich frönte wieder einmal der Sinnlosigkeit, indem ich mich durch zahllose Internetforen klickte, die sich mit essentiellen Fragestellungen wie den trockenen Haarspitzen, der Namensgebung von Haustieren oder den fruchtigsten Teesorten bei Rewe beschäftigen. Gerade in solchen Momenten scheint unverhofft eben doch oft zu kommen: Ich entdeckte einen Thread namens „Hilfe, meine Kleidung ist giftig!“, begann mich bereits händereibend auf Debatten über Markenwahn und überteuerte T-Shirts zu freuen, und stieß auf einen Link von Greenpeace. Krebserregende Chemikalien in Zara-Jeans gefunden! Dann ein weiterführender Artikel mit sämtlichen Testergebnissen. Mango! Vero Moda! Ekelhaft!

Hilfe, ich bin krebserregend!

Geht unter die Haut: Krebs bei der Arbeit.
(Foto: Föhr)

Nicht gerade beruhigend wirkt da ein Blick in meinen Kleiderschrank… Hier dürfte mittlerweile mehr Krebs drin sein als in der gesamten Nordsee! Vor gar nicht allzu langer Zeit stand ein Großeinkauf bei Zara an, bei dem ich offenbar meine Gesundheit an der Kasse mit abgegeben habe.

Grandios, da kann man die Sachen wohl so oft waschen, wie man lustig ist – Krebs ist Krebs. Meine Waschmaschine hätte außerdem auch gerne noch ein paar erregerfreie Rohre auf ihre besten Jahre. Schön, dann also weg mit Zara und Co. Einfach mehr essen an den Feiertagen, dann passen die verseuchten Kleider schon irgendwann nicht mehr.

Wenn wir schon beim Thema Mahlzeit sind: Ich hätte nichts gegen ein paar Pommes. Auf einen Besuch in der Frittenbude meines Vertrauens folgt allerdings nackte Verzweiflung. Fritteusen und ihr Fett sind nach neuesten Erkenntnissen nämlich ebenfalls krebserregend. Wenn die sündigen Kartoffelstängel dann auch noch angebrannt sind, kann man gleich Gute Nacht sagen. Einer panischen Mutter und den hysterischen Medien sei Dank habe ich von dieser ungeheuren wissenschaftlichen Errungenschaft überhaupt Wind bekommen. Ich habe mir seither noch ein weiteres aufregendes Hobby zugelegt: Die hypochondrische Recherche weiterer krebserregender Lebensmittel. Milch soll beispielsweise dazu gehören… Oder Leitungswasser. Ganz zu schweigen von jeglichem Fastfood, was mich wiederum mit Übelkeit an meine Pommes Frites zurückdenken lässt.

Puh, auf den Schock erst einmal eine Zigarette draußen vor der Tür. Ich wohne an einer befahrenen Straße mitten in der Stadt – garantiert bis oben hin bedeckt mit Abgasen. Da macht mein eigener Qualm den Kohl wirklich nicht mehr fett. An meinem Glimmstängel ziehend bewege ich mich gegen Abend dann auf die Piste. Vor der ersten Kneipe begegnen mir gleichgesinnte Feierwütige, allesamt mit Fluppe im Mund und eingehüllt in feinste Fell – äh – Krebsparkas, die ich bei meinem letzten Einkauf bei Zara schon ins Auge gefasst hatte.

Ich stelle sie mir vor, wie sie anstelle der Kippen an laktosefreien Schokozigaretten nuckeln, eingekleidet in edle handgenähte Kartoffelsäcke. In den wärmeren Sommermonaten dürfen sie dann die Hüllen fallen lassen und sich zu organisierten Nudistentreffs zusammenschließen. Offenbar war damals in Woodstock ja nur selten von mutierten Krebszellen die Rede. Bis zum Schluss fraglich bliebe dann allerdings, wohin mit den Kartoffeln aus den Kartoffelsäcken.

Eine unbändige Lust auf Pommes überkommt mich. Ich habe die gesunden Vorsätze über Bord geworfen und mache mich frohen Mutes auf den Weg in die Frittenbude. Vielleicht begegnet mir ja unterwegs der ein oder andere Krebs. Alles kann, nichts muss.

Vorschau:  Und nächste Woche geht’s schmierig zu, wenn Kolumnist Sascha sich uns unsere Beziehung zum lieben Öl vornimmt.