Mit NHL-Verstärkungen Richtung Viertelfinale?

Am Samstag, 6. Mai, beginnt die Eishockey Weltmeisterschaft im russischen St. Petersburg. Die deutsche Auswahl befindet sich dementsprechend in der Endphase der Vorbereitung auf die Titelkämpfe und hat sich mit dem Erreichen des Viertelfinales hohe Ziele gesetzt.
Doch der Reihe nach: Mit zwei Auftaktniederlagen in Tschechien (2:7 und 1:2) und einer 1:3-Niederlage und einem 3:2-Erfolg nach Penaltyschießen gegen Schweden, verlief die erste Hälfte der Vorbereitung überschaubar. Jedoch konnte sich die Auswahl von Neubundestrainer Marco Sturm in jedem Spiel sichtlich steigern.

Deutlicher Qualitätsanstieg
Erst recht, wenn man die beiden Partien im lettischen Riga betrachtet. Bei dem 4:3-Sieg und der 1:4-Niederlage war die DEB-Auswahl zum größten Teil die spielbestimmende Mannschaft. Dies hatte man vor allem den beiden NHL-Verstärkungen Tobias Rieder (Arizona Coyotes) und Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) zu verdanken. Bemerkenswert, mit welcher Selbstverständlichkeit der erst 20-jährige und damit jüngste Akteur im deutschen Kader agierende Draisaitl die Führungsrolle in der Nationalmannschaft annimmt. „Mein Ziel ist es, ein Führungsspieler zu sein. Ein Spieler, auf den die Jungs bauen können“, sagte er und zeigte dies in den Vorbereitungsspielen eindrucksvoll: Ist das wohl größte Talent im deutschen Eishockey auf dem Eis, läuft jeder Angriff über ihn. Mit 19 Toren und 32 Vorlagen hat sich Draisiatl bereits in seinem zweiten Jahr in der stärksten Liga der Welt eindrucksvoll etabliert. Und nicht etwa als Mitläufer, sondern als einer der kommenden Stars der NHL.

Großer Hoffnungsträger
Klar, dass er da automatisch zum großen Hoffnungsträger der Deutschen bei der Weltmeisterschaft wird. Sturm, der aus den derzeit 31 nominierten Spielern noch mindestens sechs für die Weltmeisterschaft streichen muss, drückt zum Wohle des Jungstars aber auf die Bremse: „Er kann wirklich alles erreichen, aber man muss die Kirche im Dorf lassen“, will Sturm nicht, dass der Druck auf den „German Gretzky“, wie Draisaitl in Nordamerika in Anlehnung an den besten Eishockeyspieler aller Zeiten, Wayne Gretzky, bereits ehrfurchtsvoll genannt wird, zu groß wird.

Weitere NHL Verstärkungen
Gut für Draisaitl, dass neben ihm und Rieder auch NHL-Veteran Christian Ehrhoff für die WM zugesagt hat und ihm so ein wenig Ballast von den Schultern nehmen kann. Der ehemalige Abwehrspieler der Krefeld Pinguine ist mit den Chicago Blackhawks in der ersten Runde der Play-offs gescheitert und kann nun der noch wackligen deutschen Hintermannschaft mehr Stabilität verleihen. „Es freut mich sehr, dass wir auf so einen starken und erfahrenen Spieler zurückgreifen können. Christian ist nach dem frühen Ausscheiden der Blackhawks ganz heiß darauf, sein Land bei der WM vertreten zu können“, freute sich Sturm, der betonte, „dass Ehrhoff es war, der sich sofort gemeldet und seine Bereitschaft erklärt hat, die deutsche Auswahl zu unterstützen.“

Zielsetzung Viertelfinale
Für die beiden Testspiele am Freitag (20 Uhr) und Samstag (19.30 Uhr/beide Spiele jeweils live bei Sport1) in Oberhausen gegen Weißrussland wird Ehrhoff allerdings noch nicht zur Verfügung stehen. Sein erster Einsatz ist für die WM-Generalprobe am 3. Mai in der Schweiz geplant. Dann soll auch wieder der derzeit wegen einer Ellenbogenverletzung geschonte und mit 699 NHL-Spielen mehr als erfahrene Marcel Goc von den Adler Mannheim zur DEB-Auswahl stoßen. Da auch die Teilnahme von NHL-Verteidiger Korbinian Holzer von den Annaheim Ducks noch im Bereich des Möglichen liegt, kann Sturm auf die wohl stärkste Auswahl bei einer Weltmeisterschaft in den letzten Jahren zurückgreifen. „Ich denke wir haben eine gute Truppe zusammen und können mit ihr das Viertelfinale erreichen,“ gibt der 23-jährige Rieder mit Blick auf die Gruppe B, in der es gegen Kanada, USA, Slowakei, Weißrussland, Frankreich und Aufsteiger Ungarn geht, die Richtung vor.

Der Kader für die Testspiele gegen Weißrussland:

Torhüter :
31 Felix Brückmann (Grizzlys Wolfsburg), 35 Mathias Niederberger (Düsseldorfer EG), 51 Timo Pielmeier (ERC Ingolstadt)

Abwehrspieler :
2 Denis Reul, 77 Nikolai Goc, 82 Sinan Akdag (alle Adler Mannheim), 5 Benedikt Brückner (Schwenninger Wild Wings), 7 Daryl Boyle (EHC RB München), 34 Benedikt Kohl (ERC Ingolstadt), 81 Torsten Ankert, 91 Moritz Müller (beide Kölner Haie), 85 Marcel Brandt (Düsseldorfer EG), 90 Constantin Braun (Eisbären Berlin)

Stürmer:
8 Tobias Rieder (Arizona Coyotes), 9 Jerome Flaake, 21 Nicolas Krämmer (beide Hamburg Freezers), 12 Brooks Macek (Iserlohn Roosters), 17 Marcus Kink, 47 Christoph Ullmann (beide Adler Mannheim), 19 Simon Danner (Schwenninger Wild Wings), 28 Frank Mauer, 36 Yannic Seidenberg, 74 Dominik Kahun (alle EHC RB München), 29 Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), 37 Patrick Reimer, 83 Leonhard Pföderl (beide Ice Tigers Nürnberg), 43 Gerrit Fauser (Grizzlys Wolfsburg), 50 Patrick Hager, 87 Philip Gogulla (beide Kölner Haie), 55 Felix Schütz (Rögle BK), 92 Marcel Noebels (Eisbären Berlin)

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Enorme Qualität und viele Schweden

Am Freitag, 11. September, ist es wieder soweit: Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) startet in ihre 22. Spielzeit. Wer sind die heißen Titelanwärter, wer besitzt Außenseiterchancen? Gelingt es dem Deutschen Meister Adler Mannheim mit Neu-Trainer Greg Ireland den Titel zu verteidigen? Und wie schlagen sich die in der Vorbereitung so starken Kölner Haie mit ihren gleich sechs (!) neuen Schweden? Die Face2Face-Sportredaktion wagt eine Prognose… 

Top-Favorit:
Adler Mannheim: Klar, dass an dieser Stelle der Meister aus Mannheim genannt werden muss. Der Kader blieb nahezu intakt und bekam durch die jüngste Verpflichtung des deutschen NHL-Spielers Marcel Goc nochmals eine zusätzliche Portion Qualität verpasst. Die größte Veränderung gab es hinter der Bande. Meistertrainer Geoff Ward erlag schnell wieder den Verlockungen der NHL. Ein Verlust, der Verein und Fans gleichermaßen hart traf. Die Kurpfälzer entschieden sich mit Greg Ireland für ein eher unbeschriebenes Blatt, aber eines, das die gleiche Spielphilosophie wie sein Vorgänger vertritt.
Fazit: Die Mannschaft strotzt vor Klasse. In Punkto Qualität und Kadertiefe kann den Adlern kaum einer das Wasser reichen. Allerdings birgt der tiefe Kader auch Gefahren. Wenn alle Spieler gesund sind, müssen vier von ihnen auf der Tribüne platznehmen. Das kann schnell zu Unzufriedenheit und Unruhe führen. Ireland möchte diesem Problem mit „ausreichender und ehrlicher Kommunikation“ entgegentreten.

Titelkandidaten:
EHC RB München: Der Etat-Krösus der Liga hat erneut seinen Kader ordentlich umgekrempelt. Das Ziel ist klar: Nach zwei verpassten Play-off-Runden möchte der Brauseklub nach der Meisterschaft greifen. Mit Steven Pinizotto, Nationalspieler Frank Mauer, AHL-Star Keith Aucoin (944 Punkte in 861 Spiele), Frédéric St-Denis und Toni Söderholm haben die Münchner dafür Hochkaräter verpflichtet.
Fazit: Der Kader strotzt für DEL-Verhältnisse nur so vor Qualität. Außerdem kann der Club jederzeit reagieren, wenn die Mannschaft Verstärkung benötigt oder ein Spieler länger ausfällt. Dennoch muss Cheftrainer Don Jackson aus dem zusammengewürfelten Haufen erst einmal eine Einheit formen. Wenn die hochkarätigen Importspieler ihr Gastspiel in München nicht als Urlaub ansehen, ist vieles möglich. 

Kölner Haie: Klotzen statt Kleckern war bei den Kölner Haien in der Sommerpause die Devise. Es wurden sieben neue Ausländer geholt. Sechs davon sind Schweden. Auch der deutsche Nationalspieler Patrick Hager wurde für viel Geld von Vizemeister ERC Ingolstadt verpflichtet. Klar, dass da vom teuersten Kader der Clubgeschichte die Rede ist. Aber wird er die Kölner nach dem letztjährigen verpassen der Playoffs auch wieder in die Nähe der Meisterschaft schießen?
Fazit: Die Mannschaft hat die dringend benötigte Blutauffrischung bekommen. Vor allem im Angriff besitzen die Domstädter eine ungewohnte Tiefe. Allerdings ist auch die Erwatungshaltung riesig. Die Geduld der Fans aufgebraucht. Ein guter Saisonstart muss her, damit die Haie eine erfolgreiche Runde absolvieren.

Hamburg Freezers: Solch ein Verletzungspech wie in der vergangenen Saison soll es in Hamburg nicht mehr geben. Dafür haben die Freezers vor allem im Sturm ordentlich aufgerüstet. Der Königstransfer von Torjäger Marcel Müller ließ die Konkurrenz aufhorchen. Auch die Rückkehr von David Wolf aus Nordamerika (vier NHL-Spiele für die Calgary Flames) sorgte für nicht weniger Aufsehen. Nun besitzen die Freezers zwei deutsche, bullige und dazu noch torgefährliche Stürmer. Damit müssen sich die Hamburger im Angriff vor keinem anderen Team in der Liga verstecken.
Fazit: Die Hamburger verfügen im Angriff über vier torgefährliche Reihen. Bitter allerdings, dass mit Kevin Clark der letztjährige Spieler der DEL, den Verein Richtung Schweiz verlassen hat. Schwachpunkt bleibt nach wie vor die Abwehr. Trotz 154 Gegentoren in der vergangenen Runde, verzichteten die Hamburger auf großartige Verstärkungen. Auch das an für sich starke Torhüterduo Sébastien Caron/Dimitrij Kotschnew wird nicht jünger. Sollte jedoch der Sprung ins Playoff-Halbfinale gelingen, scheint alles möglich.

ERC Ingolstadt: Der Meister und Vizemeister der vergangenen beiden Jahre gehört auch in dieser Saison wieder zum Kreis der Titelkandidaten. Unter den zehn Abgängen musste der ERC allerdings auch Identifikationsfiguren wie Patrick Hager (Kölner Haie) und Christoph Gawlik (Düsseldorfer EG) verkraften. Doch die neu geholten Stürmer Thomas Kubalik und Brian Lebler versprechen von ihrer Statistik her Top-Verpflichtungen zu sein. Auch die Verteidiger-Neuzugänge Brian Salcido und Patrick McNeill bringen ordentlich Offensivkraft mit.
Fazit: Auf dem Papier besitzen die Ingolstadter einen guten Kader. Allerdings muss es sich erst zeigen, wie sie die Abgänge von Hager und Gawlik verkraften und die vermeintlichen Top-Neuzugänge einschlagen werden. Auch der verletzungsbedingte Ausfall von Salcido für die ersten Wochen der neuen Saison wiegt schwer. Sollte allerdings alles nach Plan laufen, ist mit dem ERC zu rechnen.

Wer wird das Rennen um die deutsche Eishockeymeisterschaft machen: Top-Favorit, Titelkandidat, Playoff-Aspirant oder doch ein Außenseiter? Foto: Privat

Wer wird das Rennen um die deutsche Eishockeymeisterschaft machen: Top-Favorit, Titelkandidat, Playoff-Aspirant oder doch ein Außenseiter? Foto: Privat

Play-off-Aspiranten:
Thomas Sabo Ice Tigers: Mit Rob Wilson übernahm ein neuer Trainer das Ruder hinter der Nürnberger Bande. Mit David Steckel, Brandon Segal, Kurtis Foster und Colin Fraser kauften die Ice Tigers nicht nur eine Menge NHL-Erfahrung ein, sondern stärkten gleichzeitig auch das körperliche Element. Bitter: Mit Nummer-eins-Torwart Jochen Reimer fällt ein absoluter Leistungsträger für ein halbes Jahr aus. Die Suche nach einem geeigneten Ersatz läuft.
Fazit: Die Franken besitzen auf dem Papier deutlich mehr Erfahrung als in der vergangenen Runde. Schlagen die prominenten Namen ein, könnte es für Nürnberg dieses Jahr weit gehen. Dies hängt aber auch davon ab, wie sie den Ausfall von Reimer kompensieren können. 

Grizzlys Wolfsburg: Mit neuem Namen versuchen die Wolfsburger ihr überschaubares Image aufzupolieren. Auf dem Eis hat sich ebenfalls etwas getan. Mit Norman Milley, Matt Dzieduszycki und Aleksander Polaczek habe drei ehemalige Leistungsträger den Club verlassen. Die neuen Hoffnungen ruhen nun auf dem schwedischen Neuzugang Daniel Wilding. Doch kann der Stürmer die letztjährige Ladehemmungen im Angriff alleine vergessen machen?
Fazit: Die bereits in der vergangenen Saison gut stehende Defensive wurde mit dem Ex-Berliner James Sharrow nochmals zusätzlich verstärkt. André Reiß und Patrick Seifert verpassen dieser zusätzliche Tiefe. Das Sorgenkind bleibt aber weiterhin der Sturm. Schwer zu sagen, wer dieses Problem auf anhieb lösen soll. Dennoch schaffen es die Grizzlys erneut locker in die Playoffs.

Eisbären Berlin: Der Rekordmeister der DEL hat zwei Seuchenjahre hinter sich. Dennoch verzichteten die Verantwortlichen um Trainer Uwe Krupp und Manager Peter John Lee auf einen großen Umbruch. Wahrscheinlich auch, weil sich der Club die teuren Vertragsauflösungen nicht leisten konnte oder wollte. Dennoch strotzt der in die Jahre gekommene Kader noch vor Meisterspielern.
Fazit: Die deutsche Fraktion gehört in Top-Form weiter zum Besten, was die Liga zu bieten hat. Sieht man von Constantin Braun und Frank Hördler einmal ab, sucht man nach wahren Führungsspielern in den Reihen der Eisbären allerdings vergeblich. Auch, weil die Ausländer, mit Blick auf die Konkurrenz, nur noch Mittelmaß sind. Einzig Neuzugang Bruno Gervais sticht aus der Importmasse heraus. Für die Playoffs reicht es in diesem Jahr – mehr aber auch nicht.

Düsseldorfer EG: Die DEG stieg in der vergangenen Runde wie der Phönix aus der Asche bis ins Playoff-Halbfinale vor. Und das gelang mit einer größtenteils jungen und unbekümmerten Mannschaft. Dieser Weg wurde nun mit den Neuzugängen etwas verlassen, dafür aber mehr Erfahrung aufgewertet. Reicht diese aus, um den Abgang von DEL-Torhüter des Jahres Tyler Beskorowany und den langzeitverletzten Neuzugang Christoph Gawlik zu kompensieren?
Fazit: Der Abgang von Beskorowany schmerzt. Auf dem Papier hat die DEG allerdings an Qualität hinzugewonnen. Auch die zahlreichen deutschen Talente dürften diese Saison einen weiteren Schritt nach vorne machen. Einige Neuzugänge haben jedoch schon bessere Zeiten erlebt. Fraglich, ob sie an ihre alten Glanzzeiten anknüpfen können.

Iserlohn Roosters: Böse Zungen behaupten, dass kanadische Neuzugänge in Iserlohn neben einem Zweijahresvertrag auch noch gleich einen deutschen Pass in die Hand gedrückt bekommen. Aber in der Tat: Die Roosters führen gleich acht Deutsch-Kanadier, von denen keiner in der Bundesrepublik geboren ist, in ihrem Kader. Und damit haben sie noch keine der elf verfügbaren Ausländerstellen besetzt. Auf dem Eis musste Iserlohn die Abgänge von Sean Sullivan (Hamburg) und Brent Raedeke (Mannheim) verkraften, holten mit Loui Caporusso, Jason Jaspers, Robert Raymond und DEL-Rückkehrer Jean-Philippe Coté aber gleichzeitig Verstärkungen ins Team.
Fazit: Der kanadisch geprägte Stil stoßt bei den Fans im Sauerland auf viel Gegenliebe. Mit Blick auf die Feuerkraft hat der zweitbeste Sturm der zurückliegenden Vorrunde nichts eingebüßt. In der Verteidigung drückt aber nach wie vor der Schlittschuh. Auch die beiden Top-Center Mike York (37) und Jaspers (34) sind bereits in einem gehobenen Alter. Für die Pre-Playoffs reicht es aber allemal.

Außenseiter:
Krefeld Pinguine: Die Pinguine schafften es in der vergangenen Saison, allen Unkenrufen zum Trotz, bis in die Pre-Playoffs. Trotzdem erlebte das Team in der Sommerpause einen Umbruch. In die Jahre gekommene Akteure wie Meyers, Beechey oder Perrault wurden durch jüngere Ausländer ersetzt. In der Verteidigung wie im Tor blieb aber alles beim Alten. Die Krefelder setzen im Sturm ebenfalls auf einen Schweden. Der talentierte Eriksson soll den nach Hamburg abgewanderten Marcel Müller ersetzen.
Fazit: Der deutsche Meister von 2003 scheint zumindest auf dem Papier im Sturm tiefer besetzt. Dennoch gehören die Pinguine rein vom Etat nach wie vor zu den Underdogs der Liga. Somit sind entsprechende Schwachstellen im Kader, die eine Playoff-Teilnahme verhindern könnten, kaum zu verhindern.

Straubing Tigers: Die Hälfte der Mannschaft wurde nach der zurückliegenden Katastrophensaison in die Wüste geschickt. Gleichzeitig wurde der Spieler-Etat erhöht. Somit konnte sich Trainer Larry Mitchell viele Wünsche erfüllen. Mit Colton Jobke, Ryan Bayda, Michael Conolly und Martin Hinterstocker bediente sich der Ex-Augsburg-Coach dabei vor allem von seinem ehemaligen Club. Dies könnte ein Plus sein.
Fazit: Der Angriff ist teilweise prominent und tief besetzt. Die Ausleihe von Jung-Nationalspieler Mirko Höfflin (Adler Mannheim) könnte sich als goldwert erweisen. Die Abwehr ist dagegen eher unterbesetzt und rein körperlich betrachtet zu schmächtig, um effektiv etwas auszurichten. Trainer Mitchell wird der Leuchtturm in der Schlacht sein. Eine Playoff-Teilnahme wird dennoch schwer.   

Augsburger Panther: Alles neu macht der Mai dachten sich wohl auch die Panther und ließen in der Sommerpause keinen Stein auf dem anderen. 15 Neuzugänge stehen 16 Abgänge gegenüber. Mit Mike Steward wurde zudem ein neuer Cheftrainer vom Zweitligisten Bremerhaven verpflichtet. „Iron Mike“, wie der neue Coach genannt wird, soll die Panther wieder in ruhigere Gewässer führen. Helfen sollen dabei die beiden eingebürgerten Arvids Rekis und Ivan Ciernik, als auch das Torhüterduo Deslauriers/Meisner.
Fazit: Steward wird in Augsburg sicherlich für frischen Wind sorgen. Mit Mark Mancari, Drew LeBlanc, Ivan Ciernik und Michael Iggulden besitzen die Panther namhafte Spieler im Sturm, die allesamt allerdings auch schon bessere Zeiten erlebt haben. Die Panther bleiben damit eine (wenn nicht sogar die) große Wundertüte der kommenden Saison.

Schwenninger Wild Wings: Auch die Schwenninger haben einen großen Umbruch hinter sich gebracht. Es wird überwiegend auf die deutsche Karte, zusammen mit erfahrenen Ausländern, gesetzt. Bei gleich sechs verschiedenen Nationen in der Mannschaft wird auch gerne von der „Multi-Kulti-Truppe“ gesprochen. Neu-Trainer Helmut de Raaf muss diese zu einer Einheit formen.
Fazit: Von den Importspielern blieb nur Ashton Rome übrig. Aus Finnland, Tschechien und Schweden kamen im Gegenzug interessante Spieler in den Schwarzwald. Die Altersstruktur scheint zu passen. Allerdings fehlt es dem Team an spielerischer Klasse und dem lebenswichtigen Scoringpotenzial. Die Teilnahme an den Pre-Playoffs wäre bereits ein großer Erfolg.

Vorschau: Nächste Woche erscheint ein Artikel über die neue Trendsportart Headies.

   

 

Adler Mannheim sind Meister – WM voller Fragezeichen

Die Adler Mannheim haben es geschafft. Mit dem 3:1-Erfolg beim ERC Ingolstadt sicherten sich die Mannheimer zum siebten Mal die deutsche Eishockeymeisterschaft und entrissen dem Titelverteidiger, trotz zwischenzeitlichem 1:2-Serienrückstand, den Pokal. Unterdessen steht dem deutschen Eishockey eine WM voller Fragezeichen bevor 

Es war 21.59 Uhr als am vergangenen Mittwoch Helme, Stöcke, Handschuhe und sonstige Gegenstände den Weg aufs Eis fanden. Die Adler Mannheim waren zum siebten Mal deutscher Meister. Minuten später stemmte Adler-Kapitän Marcus Kink dann auch den großen Silberpokal in die Höhe. Er hatte sich zuvor mit seinen Mannen eine begeisternde Finalserie gegen den Titelverteidiger ERC Ingolstadt geliefert und diese am Ende mit 4:2-Siegen für sich entschieden.

Besser konnte es im Vorfeld dieses Finals sowieso nicht kommen: Der Vorrundenerste Adler Mannheim trifft auf den Titelverteidiger aus Ingolstadt. Mannheim galt aufgrund des beeindruckenden Saisonverlaufes zwar als Favorit, doch es waren die Ingolstadter, die in den ersten drei Partien größtenteils den Ton angaben. Glück für die Adler, dass sie die erste Begegnung zuhause mit 2:1 nach Verlängerung für sich entscheiden konnten. Ronny Arendt erlöste die 13.600 überwiegenden Adler-Anhänger in der SAP-Arena mit einem Rückhandschuss. Einen Schuss, den ERC-Torwart Timo Pielmeier später als „Wurstsemmel“ titulierte. Und in der Tat: Der ansonsten so stark haltende Pielmeier ließ ausgerechnet diesen haltbaren Puck in seinen Kasten rutschen.

Das Momentum lag nun bei den Adlern. Sollte man zumindest meinen. Es war der ERC, der in Form eines Meisters zurückschlug. 5:2 und 6:1 standen in den darauffolgenden Partien für den ERC auf der Anzeigetafel. Die Adler waren entnervt, die Meisterschaftseuphorie verflogen. Doch nun war es die Mannschaft aus der Quadratestadt, die – wie schon so oft in den diesjährigen Play-offs – zurückschlug. Mit einem beeindruckenden 6:2-Auswärtsserfolg läutete die Mannschaft von Cheftrainer Geoff Ward das Titelrennen ein. Zwei folgende 3:1-Erfolge krönten schließlich die Adler zum verdienten Meister. „ Wir haben so viel Scheiße gefressen die letzten Jahre“, sagte Arendt, aber nun: „Ich liebe diese Mannschaft!“. Adler-Schlussmann Dennis Endras gestand: „Ich hatte beim 3:1 Tränen in den Augen.“ Und „Sprachrohr“ Christoph Ullmann ließ verlauten: „Wir haben acht Jahre darauf gewartet, dann können wir jetzt auch acht Tage lang feiern!“

Eine Sause erwartete die Adler bereits bei ihrer Ankunft in der SAP-Arena. Knapp 3000 Fans harten in dieser noch aus, um dem neuen Deutschen Meister um halb vier morgens (!) einen entsprechenden Empfang zu bereiten. Bereits zuvor hatten sich 10.787 Fans in der Mannheimer Arena zum Public-Viewing getroffen und verfolgten von dort aus den Meistercoup ihrer Mannschaft.

Meisterlich: über 10.00 Fans schauten beim Public-Viewing in der SAP-Arena das entscheidende Finalspiel. Foto: Privat

Meisterlich: über 10.00 Fans schauten beim Public-Viewing in der SAP-Arena das entscheidende Finalspiel. Foto: Privat

Nach dem Empfang einen Tag später im Rathaus – inklusive anschließendem Autokorso bis zum Mannheimer Wasserturm – luden die Adler zur offiziellen Meisterfeier in der SAP-Arena. Zwei Tage waren seit dem entscheidenden Meisterschaftsspiel vergangen. Klar, dass da die einen Adler-Akteure etwas mehr, die anderen etwas weniger Schlagseite hatten. Gefeiert wurde trotzdem, als gäbe es keinen Morgen. Mit teilweise nacktem Oberkörper präsentierten die Spieler ihren Fans das Objekt der Begierde.

Am morgen erlebte Arendt bereits eine Begegnung der dritten Art: Im Café traf der Stürmer seinen Nachbarn. Dieser ist kein geringerer als Marcus Kink. Und der Adler-Kapitän hatte nicht etwa einen Kaffe oder eine Tüte Brötchen in der Hand – nein! Es war, wie sollte es auch anders sein: Der silberne Henkelpokal!…

Aber nach der Meisterschaft ist wie jedes Jahr vor der WM: Bundestrainer Pat Cortina ist bei dieser allerdings alles andere als zu beneiden. Bereits 21 Spieler, darunter die vier NHL-Legionäre Marcel Goc (St. Louis Blues), Dennis Seidenberg (Boston Bruins), Christian Erhoff und Thomas Greiss (beide Pittsburgh Penguins) haben Cortina für die Titelkämpfe in Prag (01. bis 17. Mai) bereits abgesagt. Auch die Adler-Spieler Frank Mauer, Dennis Reul (beide Knieverletzung) und Sinan Akdag (Schulter-OP) winkten ab. Mit Dennis Endras, Nikolai Goc, Christoph Ullmann, Marcus Kink, Matthias Plachta und Kai Hospelt stehen aber dennoch sechs Akteure aus der Quadratestadt für Deutschland auf dem Eis. Vom Vizemeister Ingolstadt stoßen Timo Pielmeier, Benedikt Kohl und Patrick Hager zum deutschen Aufgebot dazu. Zwei Jahre vor der Heim-WM und ein Jahr vor der Olympia-Qualifikation wird es für die Jungs mit dem Bundesadler auf der Brust dennoch schwer, sich eine gute Platzierung zu erkämpfen. Deutschland steht eine WM voller Fragezeichen bevor. Etwas Hoffnung gibt zumindest NHL-Stürmer Tobias Rieder, der es in seiner ersten Saison für die Arizona Coyotes auf 13 Tore und sieben Vorlagen brachte.

Das vorläufige deutsche WM-Aufgebot: 

Tor: Dennis Endras (Adler Mannheim), Timo Pielmeier (ERC Ingolstadt), Danny Aus den Birken (Kölner Haie)

Abwehr: Benedikt Kohl (ERC Ingolstadt), Moritz Müller (Kölner Haie), Justin Krueger (SC Bern), Nikolai Goc (Adler Mannheim), Oliver Mebus (Krefeld Pinguine), Björn Krupp (Grizzly Adams Wolfsburg), Jens Baxmann (Eisbären Berlin), Stephan Daschner (Düsseldorfer EG)

Sturm: Kai Hospelt, Marcus Kink, Matthias Plachta, Christoph Ullmann (alle Adler Mannheim), Daniel Pietta (Krefeld Pinguine), Patrick Reimer, Yasin Ehliz (beide Ice Tigers Nürnberg), Tobias Rieder (Arizona Coyotes), Michael Wolf, Yannick Seidenberg (beide EHC München), Patrick Hager (ERC Ingolstadt), Thomas Oppenheimer, Nicolas Krämmer (beide Hamburg Freezers), Brent Radeke (Iserlohn Roosters).

 Vorschau:  Basenfasten – eine andere Art um sich gesund zu ernähren. Lest mehr darüber am 06.05.

„Hockey is back“

Exakt 100 Tage nachdem die Eishockeyspieler der „National Hockey League“ (NHL) ausgesperrt wurden und es zum sogenannten „Lockout“ (wir berichteten) kam, ließen drei Worte alle Beteiligten aufatmen: „Hockey is back“- Eishockey ist zurück. Der monatelange Arbeitskampf in der besten Eishockey-Liga der Welt war Geschichte. Wichtige Details wurden geklärt, auch wenn keine der beiden Seiten, also weder die Klubbesitze, noch die Spielergewerkschaft NHLPA das bekommen hatte, was sie wollten.

Doch das war in diesem Moment nebensächlich. Für den Eishockeysport an sich ist der Beginn des Ligabetriebs von hoher Wichtigkeit. Zu sehr hätte das Image unter dem Streit eines neuen Vertrages zwischen Besitzer und Spielergewerkschaft gelitten, wäre es zu einer kompletten Spielabsage der NHL-Saison gekommen.

Doch dieser verspätete Beginn hat Folgen: Zwar wurde die Anzahl der Spieltage von ursprünglich 82 auf 48 gekürzt, doch 48 Spiele in lediglich 99 Tagen gleicht einem Mammutprogramm. Um den Vereinen größeren Reisestrapazen zu ersparen finden die Spiele nur innerhalb der Conferences (West und East) statt.

Der reguläre Spielbetrieb endet am 27. April, die Play-offs um den Stanley Cup beginnen drei Tage später. Allerletzter Play-off-Spieltag, vorausgesetzt es sollte zu einem siebten Finalspiel kommen, wäre der 21. Juni.

Der verspätete Beginn der Saison bedeutete auch gleichzeitig für die zahlreichen ausgesperrten NHL-Spieler, die sich während der Zeit des Lockouts in den europäischen Ligen tummelten, Koffer packen und nach Hause fahren. Auch den deutschen Importspielern, die den Lockout größtenteils bei ihren Heimatvereinen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) verbrachten ging es da nicht anders. Klar, dass gerade die Fans, die über mehrere Wochen ein zuvor nie dagewesenes Niveau in der Liga bestaunen durften, das Verkünden des Saisonbeginns in Nordamerika mit einem weinenden Auge entgegennahmen. Doch die Freude, endlich wieder NHL-Eishockey sehen zu können überwiegt bei den betroffenen Spielern wie bei den Fans gleichermaßen.

Trotzdem gehen auch die Spieler, die in der DEL ihr Gastspiel gaben, nicht ganz ohne Wehmut. „Es war eine tolle Zeit. Die Fans in Deutschland sind super, da können sich die Amerikaner mal eine Scheibe abschneiden“, zitierte der deutsche Nationalspieler Marcel Goc (Florida Panthers), der während des Lockouts für die Adler Mannheim auf Torejagd ging, dem Eishockey-Fachmagazin „Eishockey News“ in den Block. Und auch für die Fans, die diese tolle Zeit miterleben durften, war es ein unvergessliches Vergnügen.

Vorschau: Nächste Woche erscheint ein Bericht über Thai-Robic und wichtige Tipps zum Workout.              

Dritter Lockout – Stars flüchten nach Europa

Seit einer Woche ist es amtlich: Der für den 11. Oktober geplante Saisonstart in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL findet an diesem Datum nicht statt. In Ringen um einen neuen Tarifvertrag zwischen der Spielergewerkschaft NHLPA und den Klubbesitzern ist die letzte Frist verstrichen und der alte Vertrag ausgelaufen. Dies hat zur Folge, dass alle Profis zum dritten Mal innerhalb von 18 Jahren von der Liga ausgesperrt werden (Lockout). Wann und wie es in der besten Eishockeyliga der Welt losgeht steht nach wie vor in den Sternen, da beide Seiten nicht von ihren Forderungen abrücken wollen.

Diese Nachricht hat in Europa zu einer regelrechten Invasion von NHL-Spielern geführt. So nahm der SC Bern mit dem 34-jährigen Verteidiger und Nationalspieler Mark Streit von den New York Islanders ein Eigengewächs auf.

Für großes Aufsehen sorgten die Vereinbarungen von Joe Thornton (San Jose Sharks) und Rick Nash (New York Rangers) mit dem HC Davos, die beide schon beim vergangenen Lockout 2004/05 für den Club spielten. Wie wertvoll die beiden Superstars sind, zeigten sie bereits beim ersten Saisonspiel. Beim 9:2-Sieg gegen die Rapperswil Lakers steuerte Nash im ersten Drittel einen Hattrick bei, Thornton glänzte mit vier Vorlagen.

Neben zahlreichen Verpflichtungen in Tschechien, Russland und Schweden von größtenteils einheimischen Importspielern, nutzte auch die Deutsche Eishockey Liga DEL die Gunst der Stunde und holte ein Teil ihrer „verlorenen Söhne“ zurück nach Deutschland.

So meldeten die Krefeld Pinguine als erstes einen spektakulären Transfer. Mit Christian Erhoff (Buffalo Sabres) kam nicht nur ein Krefelder Eigengewächs in die DEL, sondern ein waschechter Superstar noch dazu. Erhoff zählt in der NHL nicht nur zu den bestbezahltesten, sondern auch zu den besten Verteidigern der Liga.

Die Versicherungssumme des Stars beläuft sich nach Angaben der Pinguine auf 20 000 Euro pro Monat. Sie berechnet sich aus dem noch ausstehenden Gehalt Ehrhoffs in der NHL. Er wird in seinem noch bis Ende der Saison 2021 laufendem Vertrag 30 Millionen US-Dollar verdienen. Nicht nur der Aufsichtsrat der Pinguine will einen Teil finanzieren, Gelder sollen auch durch Sponsoren, Fanaktionen und Fanartikelaktionen aufgebracht werden.

Ein weiterer Transfercoup gelang den Adler Mannheim. Mit Marcel Goc (Florida Panthers) und Stanley Cup-Sieger Dennis Seidenberg (Boston Bruins) fanden zwei ehemalige Adler den Weg zurück. Für Goc, wie für Seidenberg war Mannheim eine naheliegende Option: Beide würden auf einen Bruder treffen (Nicolai Goc und Yannic Seidenberg), des Weiteren wurden beide in der Quadratestadt ausgebildet und kehren damit zu ihren Wurzeln zurück.

Der momentan vertragslose Stürmer Jochen Hecht ist ebenfalls eine Option in Mannheim. Hecht, der sich noch in Nordamerika für einen neuen Vertrag empfehlen möchte sieht sich zwar nicht unter Zeitdruck, doch für den gebürtigen Mannheimer steht die Kabinentür jederzeit offen.

Während weitere deutsche Legionäre in der DEL gehandelt werden, unter ihnen Alexander Sulzer (Buffalo Sabres) bei der Düsseldorfer EG und Thomas Greis (San José Sharks) für die Kölner Haie, sucht der aktuelle deutsche Meister Eisbären Berlin nach einem ausländischen NHL-Akteur – Ausgang offen.

Fest steht dafür die Transfersensation schlechthin: Zweitligist Crimmitschau sicherte sich die Dienste der beiden NHL-Stars Chris Stewart (St. Louis Blues) und Wayne Simmonds (Philadelphia Flyers). Eispiraten-Geschäftsführer Rene Rudorisch spricht gegenüber dem Fachblatt Eishockey NEWS stolz gar vom „Transfercoup des Jahrhunderts.“ Bereits am gestrigen Dienstag wurden die beiden 24-Jährigen, die zusammen auf 591 NHL-Spiele kommen, in Deutschland empfangen und sollen am Freitag im Derby gegen Weißwasser im Sahnpark zu sehen sein. Möglich machten die Verpflichtungen glückliche Zufälle und Sponsoren. Über die genauen Summen für Gehalt, Versicherung etc. schweigt man sich jedoch noch aus. Der Vertrag läuft vorerst über 30 Tage.

Währenddessen werden die beiden deutschen NHL-Spieler Marco Sturm (vereinslos) und Korbinian Holzer (Toronto Meapel Leafs) aus familiären und sportlichen Gründen in Nordamerika bleiben.

Neue Entwicklungen gibt es mittlerweile bei den Tarifverhandlungen. So berichtet der TV-Sender TSN auf seiner Internetseite, dass für den Montag ein Treffen in Toronto zwischen NHL und NHLPA angesetzt war, auf dem der Anteil der Einnahmen am Hockeybusiness noch einmal besprochen wurde. Allerdings handelte es sich dabei noch nicht um Verhandlungen. Beide Seiten sind aber optimistisch, dass die Verhandlungen für einen neuen Rahmentarifvertrag schon bald wieder aufgenommen werden können.

Gewinnspiel: Im Rahmen unseres zweijährigen Jubiläums verlosen wir drei Eintrittskarten für die Heidelberger Schwimmbäder. Wer teilnehmen möchte, schickt  bis einschließlich Mittwoch,17.10.2012 um 23:59 Uhr eine Email mit dem Betreff „Gewinnspiel Jubiläum“ an anja.rambacher@face2face-magazin.de. In der Mail sollten euer vollständiger Name, sowie eure Adresse enthalten sein, so dass wir euch schnellst- möglichst Bescheid sagen können. Die Gewinner werden Ende September benachrichtig.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr, ob Sebastian Vettel noch Chancen auf den WM-Titel hat.

Nach den Playoffs ist vor der WM

Die gestern in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) beendeten Playoffs waren mit einem Wort: historisch. Dies fing bereits im Viertelfinale an. Während die jeweiligen Favoriten Eisbären Berlin (4:0-Sieg gegen Köln), Adler Mannheim (4:1-Sieg gegen Hamburg) und Ingolstadt (4:1 gegen Düsseldorf) für noch wenig Aufsehen in der „best of seven“ Serie sorgten, schlug der Underdog aus Straubing umso gewaltvoller ein!

Beim Duell der nach der Vorrunde siebtplatzierten Straubing Tigers gegen die drittplazierten Grizzlys Adams Wolfsburg, war mächtig im Feuer im Spiel. Dass sich am Ende die Mannschaft aus Bayern und nicht die von vielen Experten als Meisterschaftskandidat gehandelten Wolfsburgern die Serie beherrschten, war schon ein kleines Eishockeywunder.

Mit einem glatten 4:0-Erfolg, in der Eishockeysprache auch als „Sweep“ bekannt, schickte Straubing die Mannschaft aus der VW-Stadt in den Urlaub. Was folgte war die Begegnung gegen den amtierenden Titelverteidiger Eisbären Berlin. Auch hier hielten die Straubinger lange Zeit mit – konnten sogar ein Spiel in Berlin gewinnen – mussten sich am Ende der Halbfinalserie, die im best of five Modus ausgespielt wurde, aber dennoch mit 1:3 geschlagen geben.

Für die Eisbären aus Berlin bedeutet dies gleichzeitig der Einzug ins Finale. Hier wartete bereits kein geringerer Gegner, als die Adler Mannheim, die sich ebenfalls in der Halbfinalserie mit 3:1 (gegen Ingolstadt) durchgesetzt haben. Damit war das Duell der beiden DEL-Rekordmeister (jeweils fünf Titel), von vielen auch nicht zu Unrecht das „Gigantenduell“ genannt, geboren.

Diese Finalserie versprach von Anfang an Spannung und Dramatik. Da die Eisbären die reguläre Saison als Erster abschlossen, wurde das erste Spiel in der Hauptstadt ausgetragen. Nach zwei zum Teil hochklassigen Eishockeyspielen stand die Serie, nach einem 2:0-Sieg der Berliner und einem 4:1-Erfolg der Adler, 1:1-Unentschieden. Da Mannheim das dritte Duell in Berlin mit 2:1 für sich entscheiden konnte, hatte der sechsmalige Meister aus der Quadratestadt die Chance, in der eigenen SAP-Arena alles klar zu machen.

Was die 13.600 Zuschauer in der ausverkauften Arena zu sehen bekamen, war ein Wechselbad der Gefühle – ein wahres Drama eben. Nachdem die Adler vierzehn Minuten vor Schluss das 5:2 schossen, hatten sie schon mehr als eine Hand an dem Pokal. Doch die Freude währte nur kurz. Die erfahrene Berliner Mannschaft ließ sich selbst von diesem Drei-Tore Rückstand nicht beeindrucken und schlug im Stile einer Spitzenmannschaft zurück. Dass am Ende ein 6:5-Sieg nach Verlängerung für die Berliner auf der Anzeigetafel stand, hatten selbst die kühnsten Optimisten für unmöglich gehalten – ein unglaubliches Spiel!

Dieser außergewöhnliche Erfolg bescherte allen Eishockeyfans ein fünftes und entschiedenes Finalspiel in Berlin. In diesem setzten sich die Eisbären schließlich mit 3:1 durch und krönten sich zum sechsten Mal zum Deutschen Meister.

Doch nach den Playoffs ist in der Eishockeywelt bekanntlich vor der WM. In Finnland und Schweden muss die deutsche Nationalmannschaft ihr Können unter Beweis stellen. In einem neuen Modus – die altbekannte Zwischenrunde fällt zugunsten von zwei Achtergruppen weg –  kämpft die DEB-Auswahl gegen Russland, Schweden, Tschechien, Norwegen, Italien, Lettland und Dänemark um den Einzug ins Viertelfinale.

Nach den Absagen der National Hockey League (NHL)-Spieler Christian Erhoff (Buffalo Sabres, verletzt) und Alexander Sulzer (ebenfalls Buffalo, wird Vater), sowie den Absagen von Kapitän Michael Wolf (Iserlohn Roosters, verletzt) und des Noch-Krefelders Patrick Hager (aus persönlichen Gründen) wird das alles andere, als ein einfaches Unternehmen.

Ein Mutmacher für die noch junge deutsche Mannschaft kann die bisherige Vorbereitung sein. Ohne die Spieler der Finalisten aus Mannheim und Berlin, sowie ohne einen einzigen Legionär aus der NHL, der besten Liga der Welt, haben die DEB-Cracks bei den Duellen gegen Russland, Tschechien und Dänemark noch kein Spiel nach sechzig Minuten verloren.

Aber apropo NHL-Legionären: Hoffnung auf Verstärkung aus Übersee ist durchaus erlaubt. Mit Thomas Greiss (San Jose Sharks) ist der einzige deutsche NHL-Torhüter bereits aus den dort noch lange laufenden Playoffs ausgeschieden. Seine Zusage für die WM in Skandinavien steht aber noch aus. Mit Marcel Goc, Marco Sturm (beide Florida Panthers) und Dennis Seidenberg (Boston Bruins) befinden sich noch drei deutsche Spieler in den Playoffs und können je nach Ausscheiden zu den am vierten Mai beginnenden Titelkämpfen dazu stoßen.

Vorschau: Nächste Woche nimmt Christian die unglaubliche Erfolgssaison des THW Kiel in der Toyata Handball-Bundesliga für euch mal genauer unter die Lupe.