Gesunde Eitelkeit? – Wo fängt der Wahnsinn an

Natürlich bin ich eitel. Wer nicht? Ich freue mich, wenn ich auf einem Foto gut getroffen bin und zwinkere meinem Spiegelbild zu, wenn ich mir gerade mal selbst gefalle. Mein Kleiderschrank frustriert mich mindestens ebenso oft, wie meine Haarbürste. Meiner Tochter sage ich immer wieder wie wunderschön ihr kugelrundes Kleinkinderbäuchlein ist und über meinen Mann lächle ich, wenn er seine dicke Mütze anzieht, weil die Haare einfach nicht so wollen wie er. Wir alle sind eitel, gerade dann, wenn wir es nicht sein wollen.

Der Blick der anderen

Die Blicke der Anderen: Manchmal wird Eitelkeit von uns verlangt (© Rosel Eckstein / pixelio.de)

Die Blicke der Anderen: Manchmal wird Eitelkeit von uns verlangt (© Rosel Eckstein / pixelio.de)

Auf dem heimischen Sofa dagegen darf Kleidung und Frisur gerne leger sein. Sobald ich aber raus muss fühle ich mich unter Druck. In einer Woche startet mein erstes Seminar und ich werde eine gewisse Repräsentationspflicht haben. Kleider machen Leute, das wissen wir Germanisten sehr gut. An meinem Gymnasium hat ein Deutschlehrer seine Klasse einmal dazu gebracht, in Anzug und Abendkleid zur Schule zu kommen. Ein voller Erfolg. Alle haben gestaunt, gefragt, große Augen gemacht. Wir Menschen sind visuelle Geschöpfe, wir glauben, was wir sehen. Darum setzt uns der Blick der anderen auch so unter Druck. Nur weil mir mein Spiegelbild heute gefällt, heißt das nicht, dass die Menschen in der Öffentlichkeit das gleiche sagen. Und dann? Am Ende wird mein Lieblingspulli seines tiefen Ausschnitts wegen unpassend und meine rote Hose zum schreienden Etwas. Dabei wollte ich mich doch nur wohlfühlen.

Mehr, als wir sehen

Nicht gesellschaftsfähig? Eitelkeit ist auch eine Bürde (©JörgBrinckheger / pixelio.de)

Nicht gesellschaftsfähig? Eitelkeit ist auch eine Bürde (©JörgBrinckheger / pixelio.de)

Tatsächlich bin ich wohl eher der Typ, der als graue Maus durchgeht. Schmuck und viel Schminke ist in meinem Alltag mit kleinen Kindern einfach zu unpraktisch, nur für in die KiTa reich mir auch die Jogginghose und irgendwo habe ich immer einen Fleck, denn eine Kinderhand hingeklatscht hat. Meinen Kopf vergrabe ich in Büchern und Mode war noch nie mein Thema. Erst kürzlich habe ich mich mit meiner Mutter unterhalten, dass ich oft das Gefühl habe, nicht so recht gesellschaftsfähig zu sein, weil ich bei solchen Themen einfach nicht mitkomme und außen vor bleibe. Berufskrankheit könnte ich mir vorhalten. Doch dann frage ich mich wieder, ob ich nicht auch den auf den ersten Blick eitlen einfach Falsches unterstelle. Am Ende sind wir doch alle mehr, als wir sehen und sehen lassen. Hinter Schminke kann Unsicherheit verborgen sein, der Spaß am Bemalen oder einfach viel gendertypische Konditionierung.

Eitel und gesund?

Gesunde Eitelkeit: Manchmal hat auch Mode ihr Gutes (© Tim Reckmann / pixelio.de)

Gesunde Eitelkeit: Manchmal hat auch Mode ihr Gutes (© Tim Reckmann / pixelio.de)

Mit etwas Abstand betrachtet bin ich wesentlich gelassener was die Blicke der anderen angeht. Mein Äußeres macht weder mich aus noch spiegelt es mein Inneres. Und viele Faktoren lassen sich eben nicht so einfach pauschalisieren. Dass eine tägliche Dusche gesund ist beispielsweise, würde mancher Hautarzt eher verneinen – Haut und Haare leiden unter den Mittelchen, die wir ihnen zumuten. Auch Schminke ist kein Pflegeprogramm. Von der Bequemlichkeit mancher Kleidungsstücke ganz zu schweigen. Wenn aber unser Drumherum fürs Äußere uns am Ende nicht nur unter Druck setzt, sondern eben eigentlich auch konträr dem Bild vom gesunden, gepflegten Menschen ist, ist es Zeit etwas zu ändern. Erst gerade habe ich von einer englischen Studie gelesen, die Bartträgern einen positiven Effekt attestiert. Durch ihren Bart hätten sie quasi ein natürliches Antibiotikum, dass sie vor Erkrankungen schützt. Ein Lob auf die Hipster, die den Bart wieder modern gemacht haben.

Vorschau: In zwei Wochen blicke ich auf #regrettingmotherhood zurück.

Das Phänomen Tussi – wer sie ist, woher sie kommt und wo sie eigentlich hin will

Tussis begegnen uns im Alltag regelmäßig. Ob in der Fußgängerzone, der Straßenbahn oder abends auf der Piste – letztes ist ihr bevorzugtes Territorium – sind sie aus dem Stadtbild praktisch gar nicht wegzudenken.

Da sie das genaue Gegenteil von Tarnung betreiben, lassen sie sich auch nur unschwer an den immergleichen Merkmalen erkennen: Mehrschichtig aufgetragene Foundation, schwarz getuschte oder, in fortgeschrittenem Tussi-Stadium, lange, mit Klebstoff befestigte, künstliche Wimpern zu glitzerndem Lidschatten im Smokey-Eyes-Look und feuerroten Lippen. Dank der Reizüberflutung für das menschliche Auge kaum noch wahrnehmbar sind die Maske aus Puder und die knallpink gerougten Wangen. Ein Hingucker sind außerdem die Brauen, die zumeist hauchdünn gezupft oder wahlweise abrasiert und mit Augenbrauenstift nachgezogen wurden. Die Nageldesign-Variationen reichen zudem von schrillen Farbtönen über Drachenmotive und Tribal-Verzierungen bis hin zu dramatischen Überlängen der French-Tips.

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Manche mögen’s opulenter: Tussis tragen Perlen, Strass und Diamanten im Überfluss (Foto: T.Gartner)

Doch auch in Sachen Haarstyling und Outfit lassen sich die Tussis gestern wie heute nichts anbrennen. Sie haben es gern ausgefallen, um aufzufallen und darüber hinaus eine klare Zugehörigkeit auszudrücken. Protzige Sneakers – man erinnere sich an das Aufkommen (und das ebenso schnelle wieder Versumpfen) der von Rapperin Missy Elliot designten „Respect M.E.“-Kollektion – sind schließlich nicht einfach protzige Sneakers. Sie sind auch immer ein Fashion-Statement und zugleich eine Solidarisierung mit dem Hiphop und den legeren Streetwear-Styles.

Weitaus lieber als auf leisen Sohlen sind Tussis allerdings auf hohen Hacken unterwegs. Je schwindelnder die Absatzhöhe, desto glänzender der Auftritt. Sie gewinnen damit nicht nur die Anerkennung ihrer Mitmenschen („Wow, wie kann sie auf diesen High Heels bloß laufen, ohne sich beide Beine zu brechen?“), sondern nehmen auch eine unnachahmlich imposante Körperhaltung an. Niemand würde so auch nur auf die Idee kommen, sich einer über den Asphalt staksenden Tussi in den Weg zu stellen. Ja, man muss wahrlich zugeben: Die Optik einer Tussi ist bisweilen angsteinflößend.

Der Grat zwischen Ästhetik und Alptraum scheint damit folglich ein schmaler zu sein und ist, wie so oft, höchst subjektiv. Die Tussi hält ihr Erscheinungsbild, auch wenn man bei einem Blick in ihr Kosmetiktäschchen eher auf Manhattan und Essence stößt als auf MAC und Estée Lauder, für die ausgekochte Perfektion. Diese scheinbar durch nichts in der Welt trübbare Selbstsicherheit macht eine Tussi aus – eine Eigenschaft, die sie glatt bewundernswert macht.

Doch wenn die Fassade aus Make-Up einmal gebrökelt ist und sich der Nebel des großzügig aufgetragenen Parfums erst verzogen hat, kommt das Mädchen zum Vorschein, das die Tussi durch aufwendige, oft lange Vorbereitung bedürfende Beauty-Prozeduren zu verbergen sucht. Und das ist im Wesentlichen komplexbehaftet und ganz und gar nicht selbstüberzeugt.

Es eifert aufkeimenden Trends nach, ohne mit den strassbesetzten Fake Eye Lashes zu zucken. Sie investiert in kostspielige Modelabels, sofern sie es sich leisten kann – nur wenige der oben charakterisierten Tussis haben streng genommen eine ernstzunehmende Karriere hingelegt und müssen daher auf Textilien gängiger Billighersteller zurückgreifen – und schwimmt so, bei allem zwanghaften Streben nach Individualität, doch vollständig mit dem Strom. Ihr Heischen nach Aufmerksamkeit kommt einem Schrei nach Liebe gleich, weil es ihr in erster Linie massiv an Selbstliebe mangelt.

Eine Tussi fordert durch ihr aggressives Auftreten Achtung vor ihrer Person ein, was sie jedoch hinterrücks umso mehr zum Objekt von Hohn und Spott werden lässt. Das besagte kleine Mädchen sehnt sich heimlich nach einer Umarmung. Nach einem Menschen, der ihr ungeschminktes Ich annimmt, vor dem sie Natürlichkeit nicht erst aus Cremetiegeln auftragen muss.

Vorschau: In der nächsten Woche begleiten wir Mode-Redakteurin Olivia auf die Pariser Fashion Week.

Mode, Make Up & Accessoires: Mein Lookbook für den Herbst!

Heute werde ich euch meine absoluten Fashionhighlights für die kommenden Monate vorstellen – und zwar nicht von „Gucci“, „Prada“ und Co, sondern von bezahlbaren Marken wie „Zara“ und „Mango“. Jedes Teil ist unter 300 Euro zu bekommen!

Ein Muss für den Herbst ist die Strumpfhose in Buchstabenoptik von „H&M“, da sie richtig schöne schlanke Beine macht. Außerdem ist sie einfach mit vielen Basics zu kombinieren, sodass man mit einem neuenKleidungsstück viele verschiedene Outfits aufpeppen kann.

Damit man auch in Strumpfhosen im Herbst/Winter nicht friert, gibt es den schicken Mantel, der aufgrund seiner neutralen Farbe farblich auch zu allem möglichen passt. Sowohl für den Alltag als auch für abends in die Bar eignet sich die „H&M“-Shorts in Bordeaux-rot – DIE Farbe des Herbstes überhaupt! Und kombiniert mit der weißen Bluse und dem richtig süßen Kragen wird ein romantisches Outfit geschaffen. Ist es schon etwas kühler und man will einen sportlicheren Look, empfehle ich die Weste in der Trendfarbe von H&M. Da ich selbst Fellkragen gar nicht mag, find ich es umso besser, dass er ohne Probleme abnehmbar ist. Ein zunächst unscheinbares Top von „H&M“ ist das abgebildete schwarze. Doch ich würde es nicht mehr hergeben, da man es immer und überall tragen kann. Außerdem ist es auch nicht nur 08/15, da durch den eher ausgefallenen Ausschnitt und dem Perlenkragen Hingucker geschaffen werden. Der letzte Artikel, den ich euch von „H&M“ vorstellen möchte, sind die braunen Schuhe. Für jedes lässigere Outfit mit Style geeignet – und nebenbei schön warm!

Mal schauen was „Zara“ diesen Herbst zu bieten hat: Frieren muss man dank der tollen braunen Jackeschon mal nicht! Und wie schon erwähnt, ist es für mich ein zusätzlicher Bonus, dass es endlich mal eine Jacke OHNE Fellkragen ist! Außerdem hat man ja auch nicht immer Lust auf einen schicken Mantel und zu solchen Anlässen ist diese Jacke doch einfach perfekt. Zum Kombinieren eignet sich beispielsweise die Bordeaux-rote „Wax-Hose“, die ich bei „Zara“ entdeckt habe. Durch die eher ausgefallenere Beschichtung der Hose, bekommt sie von mir einen dicken Pluspunkt! Außerdem kann man sie richtig kombiniert sowohl bei einem sportlichen als auch einem schickeren Style anziehen! Total schick ist der schwarze, asymmetrische Rock. Nicht zu kurz, nicht zu lang – mein Geschmack! Und zu den beiden Schuhen muss ich wohl nicht viel sagen: Der eine eher schlicht, der andere Hingucker überhaupt! Aber daran denken: Das restliche Outfit eher schlicht halten bei solchen Schuhen!

Bevor ich zu Schmuck und Schminke komme, hier noch meine Schätze von „Mango“ und anderen Marken, die auf www.asos.com und www.stylebop.com erhältlich sind.

Von Promis wie der Schauspielerin Jessica Alba und dem Topmodel Alessandra Ambrosio wird der Sternen-Look geliebt – und auch bei mir war es Liebe auf den ersten Blick. Sowohl die Jeans von „Current Elliott“ als auch der Pulli von „Wildfox“ sind absolute Schätze (m)eines Kleiderschranks! Diese zwei Oberteile möchte ich euch außerdem ans Herz legen: Zum einen den Pulli von „River Island“ und zum anderen das Shirt von „Eleven Paris“, das in vielen verschiedenen Motiven erhältlich ist. Frei nach dem Motto „Kleider kann eine Frau niemals genug haben“ zeige ich euch gleich fünf meiner Lieblinge. Jedes hat dabei seine eigene Raffinesse: Das blaue Kleid von „Mango“ ist richtig süß mit Steinchen verziert und hinten etwas länger als vorne. Das schwarze „Mango“-Kleid ist nicht zu schick und trotzdem einfach schön und mit dem Spitzenstoff sowieso ein Blickfang. Figurbetonter ist das Spitzenkleid von „Asos“, ein wirklich sexy Kleid! Ebenfalls sehr sexy ist das rote Kleid von „Asos“: Dadurch, dass das Kleid vorne hochgeschlossen und hinten den Wasserfallausschnitt hat, hat es Stil und wirkt in keiner Weise „preiswert“. Und wer es etwas verspielter möchte, dem empfehle ich das schwarze Kleid von „Opulence England“, das durch den tollen gerafften Rock extravagant ist!

Der Sternenring von „Swarovski“ passt einfach perfekt zu dem Sternen-Look! Nur bitte nicht übertreiben mit den Sternen und alles moderat halten. Im Alltag trage ich gewöhnlich den goldenen Ring und die dazu passenden Ohrringe von „Swarovski“. Meiner Ansicht nach ist diese Art Schmuck einfach schlicht und schön. Und wer noch eine passende Uhr dazu möchte, der kann auf die goldene zurückgreifen. Wer an Gold jedoch gar nichts hat, dem empfehle ich den silber-schwarzen Armring, zu dem es übrigens auch den passenden Ring gibt!

Um ein Outfit perfekt zu machen, fehlt nur noch das Make-Up:
Als Basis empfehle ich euch die „Nude Magique BB Cream“ von „L’Oréal“. Sie lässt sich super leicht verteilen und wird nach kurzer Zeit pudrig leicht. Außerdem finde ich die kleinen Kügelchen darin super angenehm

auf der Haut. Als richtig toller Bonus: Keine Ränder und kein hässlicher Glanz! Die Deckkraft ist ein kleiner Minuspunkt, aber wozu gibt es Concealer. Eine weitere empfehlenswerte Basis für die Augenlider ist die „Eyeshadow Base“ von „Manhattan“: So hält das Augen-Make Up viel länger und verwischt auch nicht. Und wenn ihr keinen Lidschatten danach auftragen möchtet, entsteht durch die Base ein ganz natürlicher, erfrischender Nude-Look. Oder möchtet ihr anstatt Lidschatten lieber Eyeliner verwenden? Dann kann ich euch nur den „Dip Eyeliner“ von „Manhattan“ ans Herz legen. Er ist einfach aufzutragen, deckt perfekt ab und hält auch wirklich lange. Um das Augen-Make Up perfekt zu machen, müsst ihr nur noch die Mascara „High Lengths“ von „Clinique“ auftragen. Jetzt noch den „Glam Shine“-Lipgloss von „L’Oréal“ auf die Lippen und das Make Up ist perfekt!
Letzter Tipp von mir: Der neue „Artdeco Magnetic Nail Lacquer“! Dieser Nagellack besitzt eine Textur mit metallischen Pearlpartikeln, die mittels eines Magneten tolle Effekte auf den Nagel zaubern. Ich würde ihn nicht mehr hergeben!

Vorschau: Nächste Woche erscheint ein Interview mit der Stylistin Christina van Zon!

Karriere 2.0: Von Beruf Youtube-Star

Karriere 2.0: Von Beruf Youtube-Star

Hat über zwei Millionen Abonnenten auf Youtube: Michelle Phan (Foto: Instagram/Michelle Phan)

„Und jetzt ist endlich Zeit, um sich auszuruhen. Süße Träume und viel Glück“, sagt Michelle Phan und kuschelt sich in ihr Daunenkissen. Phan ist 25 Jahre alt, Amerikanerin mit vietnamesischem Hintergrund.

1,7 Millionen Menschen haben ihr gerade beim Zubettgehen zugesehen. Jedenfalls wurde ihr Youtube-Video mit dem Titel „Beach Beauty“  in den letzten zwei Wochen so oft angeklickt. Es ist eines von insgesamt 207 Videos, die Michelle Phan in den vergangenen fünf Jahren auf  die Internetplattform gestellt hat.

Angefangen hat Phan mit Videos über Schönheitstricks und Make-up, gefilmt in ihrem Badezimmer, dessen Wände Muschel-Kacheln zierten. Damals zeigte sie wie man mit Eiern eine Gesichtsmaske macht oder mit Papierschnipseln Locken ins Haar zaubert – ganz ohne Lockenstab. Besagtes Locken-Video wurde mittlerweile 6,3 Millionen Mal angeklickt.

Karriere 2.0: Von Beruf Youtube-Star

Ein Aufritt als Werbegesicht für „Lancôme“: Phan bei der Arbeit (Foto: Instagram/Michelle Phan)

Damals studierte Phan noch Kunst und Design und jobbte nebenbei als Sushi-Kellnerin. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen und versuchte sich so über Wasser zu halten. Ihr Vater, ein notorischer Spieler, verließ die Familie als sie sieben Jahre alt war. Das Mädchen wurde daraufhin immer verschlossener und zum Außenseiter in der Schule. Ihre Rückzugsmöglichkeit war dagegen die Kunst: Stundenlang saß sie in ihrem Zimmer und malte.

Im Teenageralter wollte sich Phan  anpassen, aussehen wie die anderen Mädchen auf der Highschool –  wünschte sich europäische Gesichtszüge, blaue Augen, blondes Haar. Deshalb begann sie mit Make-up zu experimentieren. Ein Graus für ihre Mutter, die wollte, dass sie sich voll auf das für sie vorgesehene Medizinstudium konzentriert.

Doch dazu kam es nicht. Denn da war er: dieser unbedingte Wille etwas Außergewöhnliches zu tun. Phan wollte etwas machen, das es noch nie zuvor gegeben hat. Etwas mit Make-up. Statt einfach Kosmetikerin zu werden, stellte sie also ihr erstes Video auf Youtube…

Das alles muss ihr heute wie ein weit entfernter Traum erscheinen. Heute ist Michelle Phan die bekannteste Youtuberin in Sachen Schönheit, hat über zwei Millionen Abonnenten. Sie ist außerdem Werbegesicht der Kosmetikfirma „Lancôme“, hat ihre eigene Make-up Linie und Schmuckkollektion. Sie lebt in New York und Los Angeles, jettet aber um die ganze Welt für Filmaufnahmen und Werbeauftritte. Mittlerweile kann sie ihre gesamte Familie finanziell versorgen. Aus der Kamera vor dem Badezimmerspiegel von einst ist ein ganzes Produktionsteam geworden, das für sie arbeitet.

Karriere 2.0: Von Beruf Youtube-Star

Autogrammstunde: In Asien ist Michelle Phan ein Superstar (Foto: Instagram/Michelle Phan)

Phans neustes Unterfangen: ihr neuer Channel „Fawn – for all women network“. Hier hat sie sich mit anderen bekannten Youtubern zusammengetan, die abwechselnd Videos hochladen. Außerdem werden spezielle Sendungen produziert, wie eine Reisesendung oder ein Interviewsegment. In der neusten Folge zeigt Supermodel Coco Rocha ihren Kleiderschrank. „Ich wollte das, was wir auf Youtube machen, auf das nächste Level bringen“, sagt Phan in einem Interview.

Auf das nächste Level bringen, Neues schaffen, aus dem Nichts eine Weltkarriere hinlegen – Phan ist von der Sushi-Kellnerin zur Millionärin geworden. Innerhalb von fünf Jahren. Ohne College-Abschluss, ohne Beziehungen spielen zu lassen. Sie hat ein Medienimperium geschaffen. Eines, das es so noch nie zuvor gegeben hat. Oprah 2.0 sozusagen. Wie es für sie weiter geht, steht noch in den Sternen. Aber eins ist sicher: Michelle Phans Weg führt weiter steil nach oben.

Hier stellt Michelle Phan sich selbst vor: „Introducing FAWN by Michelle Phan“

Vorschau: Nächste Woche erscheint ein Artikel zum Thema „Attraktivitätsforschung – die glücklichen 0,02 Prozent“

Models, Make-up, Modenschau – das Leben einer Make-up Artistin

Mit viel Ehrgeiz und Fleiß hat die talentierte Jackie Asaro ihren Traum Wirklichkeit werden lassen: Sie arbeitet seit einigen Jahren als erfolgreiche, selbstständige Hair- und Make-up Artistin mit Models und Stars zusammen. Ob New Yorker It-Girl Olivia Palermo, Fotografin Alex Prager oder den „Germany’s Next Topmodel“-Gewinnerinnen Sara Nuru, Lena Gercke und Barbara Meier – sie alle konnten bereits von der Kunst Asaros profitieren. Über ihren Weg zum Traumberuf und ihr aufregendes Leben als angesagte Make-up Artistin hat sie uns im Interview erzählt.

Face2Face: Bevor du uns etwas über die Zusammenarbeit mit Models und anderen Prominenten erzählst, erst einmal die Frage, wie du überhaupt zu diesem Job gekommen bist.
Asaro: Der Job als Make-up Artistin hat mich schon immer interessiert, jedoch wählte ich zunächst den klassischeren Weg und fing eine Ausbildung zur Kosmetikerin an. Nach kurzer Zeit wurde mir bewusst, dass ich lieber kreativer arbeiten würde und absolvierte daher die Make-up Artist-Ausbildung in München. Aber auch nach dieser Ausbildung habe ich noch Weiterbildungskurse gemacht, wie zum Beispiel bei „Meininghaus, Akademie der Friseure“. Solche Kurse sind immer von enormem Vorteil, da gerade in meinem Job das Hairstyling ein wichtiger Aspekt ist.


Face2Face:
Und wie kommt man als selbstständige Make-up Artistin an die heißbegehrten Jobs?
Asaro: Der Weg als Make-up Artistin ist gerade am Anfang nicht einfach. Man muss sich seine Mappe aufbauen und erst einmal viele Testshootings mit Models und Fotografen absolvieren. Wenn man gut und zuverlässig ist, spricht sich das in der Branche relativ schnell rum, sodass man immer öfter für Shootings gebucht wird. Eigentlich ist der Weg ‚nach oben‘ dem der Models sehr ähnlich, da auch diese erst ihre eigene Mappe aufbauen und sich mit dieser bei potenziellen Kunden bewerben müssen.

Face2Face: Nach welchen Kriterien wählst du das Make-up für deine Kunden?
Asaro: Jedes Make-up ist ganz individuell und wird vor allem durch die Wünsche der Kunden bestimmt. Dabei kommt es besonders darauf an, welchen Typ der Kunde verkörpern möchte, ob er eher verspielt, sportlich, elegant und so weiter auftreten möchte. Generell gilt aber, dass man nie zu viel von etwas auftragen sollte – Vor allem bei der Foundation muss man darauf achten, dass die Haut noch zu erkennen ist.

Face2Face: Was war dein absoluter Höhepunkt bisher?
Asaro: Ich durfte das Gesicht der diesjährigen Berliner Fashion Week begleiten. Die Niederländerin Lara Stone ist zurzeit das gefragteste Model der Welt. Diese Zusammenarbeit ist natürlich etwas ganz Besonderes gewesen.

Face2Face: Hattest du auch schon mit richtigen ‚Diven‘ zu tun gehabt? Was war dein negativstes Erlebnis bisher?
Asaro: Nein, bisher hatte ich noch keine negativen Erlebnisse. Entweder liegt es daran, dass ich meist mit sehr professionellen Models und Fotografen zusammen arbeite oder daran, dass ich einfach nett bin. (lacht)

Face2Face: Kommt man mit den Models auch ins Gespräch, während man sie für Shootings oder den Laufsteg zurechtmacht? Oder bleibt man danach sogar noch in privatem Kontakt?
Asaro: Man arbeitet als Make-up Artistin natürlich sehr nah an den Models und wenn diese nicht gerade gejetlegt sind und die Zeit vor der Show oder dem Shooting zum Entspannen nutzen, kommt man mit ihnen ins Gespräch. Zu sehr vielen habe ich daher auch noch regelmäßigen Kontakt.

Face2Face: Ist es denn hinter den Kulissen einer Modenschau wirklich so stressig wie immer behauptet wird? Und ist man als Make-up Artist bei Fashion Weeks nur für eine Show gebucht?
Asaro: Stressig klingt viel zu negativ. Sagen wir es mal so: Es wird einem niemals langweilig (lacht). In der Regel ist man für mehrere Shows verschiedener Designer gebucht.

Face2Face: Und zum Schluss – Wer ist die schönste Frau in deinen Augen?
Asaro: Ich finde es gibt sehr viele schöne Frauen. Wäre es noch möglich, würde ich gerne Audrey Hepburn kennenlernen und schminken, da sie für mich klassisch schön war.


Vorschau: Kommenden Donnerstag dürft ihr euch auf ein exklusives Interview mit der deutschen Modeblog-Ikone Jessica Weiss freuen