„Ein Stück Berliner Kultur“ – Das Deutsche Currywurst Museum Berlin

„Vergessen Sie den Plural: Zwei Currywurst, bitte“. Gleich beim Eintritt unterrichten sprechende Ketchupflaschen den Besucher, wie man als Muttersprachler eine Bestellung aufgeben kann. Neben Berliner Dialekt und Imbissbuden-Phrasen gibt es jedoch mehr in der Welt der Wurst zu entdecken. Die Erfindung des Gerichts, seine kulturelle Bedeutung und sein Einfluss auf Film- und Fernsehen – all dem geht das Deutsche Currywurstmuseum in Berlin nach und lässt dabei eine Reise ins antike Griechenland nicht aus.

Hörbar: Ketchupflaschen führen den Besucher ein (© Deutsches Currywurst Museum Berlin)

Hörbar: Ketchupflaschen führen den Besucher ein (© Deutsches Currywurst Museum Berlin)

Was als Jamaika-Urlaub begonnen hatte, wurde zur Geburtsstunde der kulinarischen Institution: Eine Ausstellung über die Yamswurzel inspirierte den Kurator dazu, das Konzept auf die heimische Hauptstadt zu übertragen. Da die Currywurst eine traditionsreiche Historie und tiefe Verbundenheit zu Berlin aufweist, war das Ausstellungsobjekt schnell gefunden. Dennoch ist „Currywurst nicht gleich Currywurst“ – das weiß auch die 28-jährige Bianca Wohlfromm, die im Kooperations- und Media Management des Museums tätig ist. So werden dem Besucher einige beliebte Varianten des Fast Foods vorgestellt – ob Berliner-, Ostdeutsche-, Rheinländer- oder die Luxusvariante mit Blattgold und Büffelfleisch.

In Berlin heimisch: Herta Heuwer gilt als Erfinderin der Currywurst (© Deutsches Currywurst Museum Berlin)

In Berlin heimisch: Herta Heuwer gilt als Erfinderin der Currywurst (© Deutsches Currywurst Museum Berlin)

Neben der Vielfalt steht aber auch die Herstellung im Mittelpunkt, sodass an Geruchsstationen die einzelnen Bestandteile des Currypulvers errochen werden können. An einem Imbissstand kann sich der Besucher als Betreiber versuchen oder virtuell in einem Computerspiel die eigene Wurst zubereiten. Schnell wird somit ersichtlich, welches Konzept das Museum verfolgt – interaktiv will es sein, ein Erlebnis für alle Sinne. Dabei stehe die „Wissensvermittlung mit Spaßfaktor“ im Vordergrund und somit die „Zusammenführung von Lerninhalten und Unterhaltung“, so Wohlfromm. Besuchern aller Altersklassen (ab Lesealter) wird ein „innovatives Raum- und Gesamterlebnis“ geboten, das sowohl Geschichte als auch „ein Stück Berliner Kultur erlebbar“ macht. Seit nunmehr vier Jahren öffnet das Deutsche Currywurst Museum Berlin seine Türen für nationale und internationale Gäste, die mehr über den urbanen Snack erfahren wollen. Neben der Dauerausstellung werden verschiedene Aktionen und Angebote offeriert, sodass der Verzehr einer Currywurst-Kostprobe, der im Eintrittspreis mit inbegriffen ist, den Besuch abrundet.

Zum Anfassen: Die begehbare Imbissbude (© Deutsches Currywurst Museum Berlin)

Zum Anfassen: Die begehbare Imbissbude (© Deutsches Currywurst Museum Berlin)

Da die Currywurst, eine Berliner Erfindung, unmittelbar mit ihrem Standort verbunden ist, gibt das Museum ebenfalls einen kurzen Überblick über die Vergangenheit und (Nachkriegs-) Geschichte der Stadt. Aber auch der Blick in die Zukunft bleibt durch die Präsentation von Themen wie Ressourcenfragen und umweltfreundlicher Produktion nicht aus. Literarische Zeugnisse wie Uwe Timms „Die Entdeckung der Currywurst“, Funk- und Fernseh-Auftritte wie Herbert Grönemeyers Lied „Currywurst“ oder Ausschnitte des Berliner Tatorts zeugen nicht nur von der Aktualität des traditionsreichen Themas, sondern ebenfalls vom kulturellen und gesellschaftlichen Einfluss der Currywurst. Zum Identifikationsobjekt der gesamten Metropole avanciert, stellt sie selbst nach 60 Jahren eine Inspirationsquelle für deutsche Künstler und Musiker dar und prägt somit die Geschichte der Stadt nachhaltig mit. Daher sei das Kultobjekt laut Wohlfromm „traditionell und experimentell“ zugleich – und „mehr als nur Fast Food“. Der Leibspeise, die sich über mehrere Dekaden behaupten konnte, wird mit dem Deutschen Currywurst Museum Berlin nun ein interaktives und zeitgemäßes Denkmal gesetzt.

Vorschau: Nächste Woche wird es bunt: Die Film-, Kunst- und Kultur-Redaktion berichtet über das Holi Festival of Colors in Mannheim.

Leben mit Laktoseintoleranz

Auf immer mehr Lebensmittelprodukten ist mittlerweile die Aufschrift „laktosefrei“ zu finden. Viele wissen, was sich dahinter verbirgt, andere hingegen zucken mit den Schultern. Wie sieht es denn mit dir aus?
Ungefähr 15-20% der Europäer sind laktoseintolerant, wobei viele Menschen gar nicht wissen, dass sie betroffen sind. Das liegt daran, dass die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen und auch recht unspezifisch sind. Während dem einen nach dem Verzehr von Milchspeisen speiübel ist, hat der andere nur leichte Bauchschmerzen oder merkt fast gar nichts. Hier ist zu erwähnen, dass Laktoseintoleranz (auch Lactoseintoleranz) eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist und nicht mit der Kuhmilchallergie verwechselt werden sollte.

Denn bei der Laktoseintoleranz verträgt man den Milchzucker nicht. Die Ursache dafür liegt darin, dass bei laktoseintoleranten Menschen das Enzym Lactase vom Körper entweder unzureichend oder gar nicht produziert wird. So kann die Spaltung von Laktose in die beiden Stoffe Galaktose und Glukose nicht wirklich funktionieren, was dann zu den verschiedenen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, und so weiter führt.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl verschiedener Laktoseintoleranz-Test, um Gewissheit zu verschaffen. So zum Beispiel der Blutzuckertest oder Belastungstest, mit dem bei mir eine Laktoseintoleranz festgestellt wurde. Bei diesem Test wird in Wasser gelöste Laktose verabreicht und dann alle 30 Minuten eine Blutprobe genommen, um den Glukosegehalt bestimmen zu können. Dieser Test dauert zwischen 2-3 Stunden.

Ist eine Laktoseintoleranz festgestellt worden, müssen die meisten Menschen ihren Ernährungsplan überdenken. Laktosefreie Produkte landen im Einkaufskorb, es wird mehr darauf geachtet, was genau im Restaurant gegessen wird und wovon man besser die Finger lässt. Anfangs war das auch für mich eine Umstellung. Mein Lieblingsessen ist plötzlich unverträglich. Also muss eine Alternative her. Zum Glück reagieren immer mehr Hersteller auf Menschen mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit und bieten dementsprechend Produkte an, die problem- und bedenkenlos gegessen werden können. So ist es kein Problem mehr, sich ein Tiramisu wieder selbst zu zaubern oder eine Pizza mit viel Käse zu belegen. An was sich vielleicht anfangs gewöhnt werden muss, ist, dass die laktosefreien Produkte meistens süßer schmecken.

Eine andere Möglichkeit für viele Betroffene ist das Zuführen der Lactase durch Tabletten. Diese Tabletten oder Kapseln werden vor dem Verzehr von milchhaltigen Speisen zu sich genommen und führen dazu, dass die mit der Nahrung aufgenommene Laktose in ihre Bestandteile zerlegt wird. Allerdings ist auch hier zu sagen, dass das nicht bei allen Menschen funktioniert.

Natürlich fällt es schwer, auf das ein oder andere zu verzichten, aber da es viele leckere Rezepte für laktosefreie Mahlzeiten gibt und auch die Auswahl an laktosefreien Produkten stetig zunimmt, kann ist mit dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit ganz gut zu leben.

In diesem Sinne: Eine schöne Woche!

Eure Lea

Vorschau: Eva beschäftigt sich nächste Woche mit der Frage, was eigentlich sexistisch an unserer Sprache ist und ob das wirklich so schlimm ist.