In Liebe verbunden – Hochzeitstraditionen auf einen Blick

In Liebe verbunden - Hochzeitstraditionen auf einen Blick

Wohl eine der bekanntesten Hochzeitstraditionen: Der Brautstraußwurf.
(Foto: hochzeitsfotograf / pixelio.de)

Es ist heiß in Ludwigshafen. Die Hitze flackert über dem Asphalt. Es geht kaum ein Wind. Wir haben August. Einen der beliebtesten Monate für Hochzeiten. Auch ich lerne diesen August in der Rolle einer Trauzeugin worauf es bei einer Hochzeit ankommt. Neben Blumengestecken, Probefrisuren und Hochzeitskleidern dürfen auch traditionelle Bräuche nicht fehlen. Sie können zwar von Region zu Region variieren, einige unter ihnen sind jedoch fester Bestandteil auf vielen deutschen Hochzeiten. Für euch habe ich mir einige dieser Bräuche mal genauer angeschaut.

„Scherben bringen Glück“

Einen Tag vor der Hochzeit – heutzutage auch schonmal ein paar Tage oder sogar Wochen zuvor – versammeln sich Familie, Freunde und Bekannte des Brautpaares und vertreiben bis in die Nacht hinein böse Geister und Dämonen: Der Polterabend dient als ein Ritual zum Schutz des Paares und gehört zu den ältesten Hochzeitsbräuchen schlechthin. Durch den Lärm beim Zerschmettern von altem Porzellan soll das Grauen vom Brautpaar ferngehalten werden. Doch auch Zweifeln oder gar Ängsten wird der Garaus gemacht. Das Zerbrechen von etwas Altem symbolisiert dabei einen neuen Lebensabschnitt, dem das zukünftige Ehepaar entgegensieht. Getreu dem alten Sprichwort: Scherben bringen Glück.
Ganz im Gegenteil zum Porzellan am Polterabend bringen die Scherben von Spiegeln und Glas kein Glück, stattdessen aber sieben Jahre Unglück über das Brautpaar. Überschüssige Energie also lieber an Tellern und Co. auslassen.
Wer sich jetzt fragt, wie das Chaos am Ende wieder beseitigt werden soll, der kann sich auch hier auf die Tradition berufen. Diese besagt, dass das Brautpaar durch gemeinsames Fegen am Ende des Abends den Herausforderungen entgegentritt, mit denen es sich auch in der Ehe konfrontiert sieht. Ihr als Gäste oder Organisatoren seid beim Aufräumen also fein raus – Glück gehabt!

„Something old, something new, something borrowed, something blue“

In Liebe verbunden - Hochzeitstraditionen auf einen Blick

Am Anfang meistens auch etwas gruselig: Etwas Neues wie das Brautkleid 
(Foto: Bedenkzeit Fotografie)

Der große Tag ist da und die Braut und ihr Outfit stehen im Vordergrund. Auf einen alten englischen Brauch stützend besteht die Brautgarderobe aus etwas Altem, etwas Neuem, etwas Geliehenem und etwas Blauem.
Dabei hat jeder Gegenstand, wie wir gleich sehen werden, seine ganz eigene Bedeutung.
Etwas Altes: Ihre Verbundenheit zur eigenen Familie und ihre Herkunft kann die Braut an ihrem besonderen Tag durch Familienschmuckstücke oder ein Kleid von vergangenen Hochzeiten zum Ausdruck bringen. Gleichzeitig soll etwas Altes zur Dauerhaftigkeit der Ehe beitragen und das Paar in eine glückliche Beziehung führen.
Etwas Neues: Zu einer Hochzeit gehört bei vielen Bräuten auch der Besuch im Brautmodengeschäft. Etwas Neues wird somit durch das Brautkleid oder auch durch Schmuck symbolisiert und steht für den neuen gemeinsamen Lebensabschnitt.
Etwas Geliehenes: Dem Glauben folgend, dass Glück übertragbar sei, liegt es nahe, sich am Tag der Hochzeit etwas von einer guten Freundin zu leihen, die ihr Glück in der Ehe bereits gefunden hat. Es vermittelt neben der Unterstützung der Braut durch die Freundin auch Geborgenheit und soll der frischen Ehe Glück bringen. Etwas Geliehenes können zum Beispiel Schuhe oder Schmuck der Freundin sein.
Etwas Blaues: Die Farbe Blau steht für Treue, Reinheit und Ehrlichkeit. Diese Werte sollen auch die Grundpfeiler einer Ehe bilden und werden oftmals durch ein blaues Strumpfband symbolisiert. Auch blaue Schleifen oder Knöpfe können diesen Zweck erfüllen.

Ein Regen aus Reis

Das Brautpaar verlässt das Standesamt oder die Kirche nach der Trauung und wird empfangen von einem Regen aus Reis, der keinesfalls negativ verstanden werden sollte. Stattdessen wurde Reis bereits im traditionellen Asien als ein Hauptnahrungsmittel gesehen und gleichzeitig als Symbol für Fruchtbarkeit und eine reiche Kinderschar betrachtet. Die besondere Bedeutung von Reis lässt sich einmal mehr dahingehend erkennen, weil in Asien zu besonderen Anlässen Speisen aus Reis angefertigt werden. So auch der Reiskuchen.
Da man mit Lebensmitteln jedoch sorgsam und auf keinen Fall verschwenderisch umgehen sollte, bieten sich alternativ auch Rosenblätter, Konfetti oder Seifenblasen an, um das Brautpaar nach der Eheschließung in Empfang zu nehmen und zu beglückwünschen. Besonders Seifenblasen können die Träume und Wünsche des Ehepaares, die in Erfüllung gehen, sollen symbolisieren und bieten somit eine schöne Alternative zu Reis.

Ein Wink des Schicksals

Im Laufe des Abends folgt meist eine ursprünglich aus den Vereinigten Staaten stammende und in Deutschland bereits weit verbreitete Tradition: der Brautstraußwurf. Traditionell findet dieser am Ende der Feier gegen Mitternacht statt. Dabei versammelt sich eine Gruppe der noch unverheirateten Frauen vor der Braut, die ihren Hochzeitsstrauß über die Schulter in die Gruppe wirft. Wer den Strauß fängt wird laut der Tradition als Nächste vor den Traualtar treten. Das Fangen wird also als ein Wink des Schicksals gesehen und kann auch dazu dienen, dem Partner der Fängerin einen mehr oder weniger unauffälligen Hinweis zu geben, dass die Zeit allmählich reif für einen Antrag ist. Aus diesem Grund wird oftmals bereits vorab geklärt, wer den Strauß fangen wird.
Um dem Zufall nicht im Wege zu stehen, kann die Braut sich alternativ auch mit verbundenen Augen im Kreise drehen und somit die neue Braut bestimmen. Der Brautstraußwurf kann ebenfalls als der Beginn von etwas Neuem gedeutet werden.
Um der Braut eine Erinnerung an ihren besonderen Tag zu lassen, wird bei vielen Hochzeiten ein sogenannter Zweitstrauß angefertigt, der eigens zum Wurf gedacht ist. Dieser Strauß wird dann fester gebunden und mit besonders robusten Blumen, beispielsweise Rosen, bestückt, um zu verhindern, dass er durch den Wurf beschädigt wird.
Und wer sich nun fragt, ob es ein solches Ritual auch für Männer gibt, der kann erleichtert aufatmen. Um den nächsten Bräutigam zu bestimmen, wird statt einem Strauß das Strumpfband der Frau, der Schlips oder auch die Fliege des Mannes geworfen. Die nächste Hochzeit lässt sich somit relativ einfach bestimmen.

Der Schritt über die Schwelle

Der Abend neigt sich dem Ende zu, die Gäste verabschieden sich nach und nach und machen sich auf den Heimweg. Auch das frisch vermählte Ehepaar schließt die Feier und begibt sich in das Hotelzimmer. Die letzte Tradition am Hochzeitstag befolgend, trägt der frisch gebackene Bräutigam seine Vermählte über die Türschwelle und bewahrt sie somit vor bösen Geistern die unter der Türschwelle lauern. Was danach folgt, bleibt der eigenen Vorstellungskraft überlassen…

Natürlich sind die hier aufgeführten Hochzeitsbräuche nur eine kleine Auswahl. Welche der Traditionen tatsächlich am Tag der Trauung in Gebrauch kommen, liegt allein in den Händen des Brautpaares und der Trauzeugen, die die Planung der Feier unterstützen. Bewährte und beliebte Bräuche sorgen so für ausgelassene Stimmung und natürlich ein unvergessliches Erlebnis für das Brautpaar.

Straßenmusiker: Musikalische Bettler oder kreative Talente?

Straßenmusiker: Musikalische Bettler oder kreative Talente? (Foto: Karl-Heinz Laube  / pixelio.de)

Straßenmusiker: Musikalische Bettler oder kreative Talente? (Foto: Karl-Heinz Laube  / pixelio.de)

In einer Zeit, in der Straßenmusiker zu Stars avancieren, frage ich mich, ob ich vielleicht die Einzige bin, die beim Stichwort „Straßenmusik“ an ältere Männer mit Zopf, Hund und Gitarre denkt, oder die beim ersten Klang in der Fußgängerzone sofort eine Panflöte und Trommel spielende Gruppe vor Augen hat. Nicht falsch verstehen: Mit der Qualität der Musik oder dem Talent der Musizierenden hat das rein gar nichts zu tun. Es ist schlicht das Bild, das mir in den Kopf schießt, wenn ich das Stichwort „Straßenmusiker“ höre. Aber damit bin ich scheinbar längst nicht mehr „up to date“. Wie hat sich die Wahrnehmung von Straßenmusikern in unserer Gesellschaft gewandelt? Über Facebook, Twitter und Instagram wollten wir von euch wissen: Was sind Straßenmusiker in euren Augen?

Vom Straßenmusiker zum Star

Rund 83% von euch sehen Straßenmusiker als „kreative Talente“, für knapp 17% sind sie eher „musikalische Bettler“. Wobei sich die zwei Umschreibungen ja nicht zwingend ausschließen. Wieso auch sollte jemand musikalisch Begabtes bei seinen Zuhörern nicht um einen kleinen Obolus bitten dürfen? Oder anders herum gefragt: Warum sollten wir anstatt Geld für Musikdownloads auszugeben, nicht auch einmal dem Straßenmusiker ein paar Euro zustecken, wenn uns die Musik gefällt? Und wer weiß – vielleicht wird aus ihm ja mal ein großer Star? Wikipedia führt eine ganze Liste von erfolgreichen Musikern, die mal auf der Straße angefangen haben. Neuzugang, wenn auch nicht mehr taufrisch (natürlich in Bezug auf den Newswert dieser Info) ist Michael Hirte. Nach einem Unfall wurde der ehemalige LKW-Fahrer arbeitslos. Durch sein Mundharmonikaspiel auf der Straße konnte er sich über Wasser halten. 2008 gewann er die zweite Staffel der Castingshow „Das Supertalent“.

Talentscout dank Social Media

Was? Castingshows sind genauso oldschool wie mein Bild von Straßenmusikern? Heute, zehn Jahre nach Michael Hirte ist es das World Wide Web, genauer: die Sozialen Medien, die aus Straßenmusikern Stars machen.

Sieht so der Straßenmusiker von heute aus? (Foto: S. Holitzner)

Sieht so der Straßenmusiker von heute aus? (Foto: S. Holitzner)

Das kann selbst ich nicht verpassen. Erst vor zwei Tagen hat mir mein Facebook-Feed ein Video angezeigt, in dem eine bunte Truppe Musiker aus einem Lied eine ganze Show macht. Überall scheinen sie aus dem Boden zu sprießen, ihre zarten Äste in die Sozialen Netzwerke zu bohren und in unseren Köpfen Wurzeln zu schlagen: Meist junge – Spießer würden sagen „hippe“ Leute – mit (teilweise) umwerfendem Talent. Wo sie auftauchen, drängen sich binnen Minuten die Massen, tanzen oder singen mit und – ganz wichtig – zücken ihre Smartphones, um das Erlebte aufzuzeichnen. So sind wir eben. Mir selbst fällt es oft schwer einen Moment einfach „nur“ zu genießen ohne ihn aufzuzeichnen – für meine Freunde, meine Familie, meine Instagram-Follower. Bescheuert, oder?

Straßenmusik im Trend

Und wahrscheinlich kommt genau daher das Gefühl – das Gefühl, dass Straßenmusik plötzlich zum Trend wird. Aus älteren Männer mit Zopf, Hund und Gitarre werden wahre Showacts, die ihre Stimme und/ oder Instrumente in Vollendung beherrschen, ihre Zuhörer unterhalten und mitreißen. Aus musikalischen Bettlern werden kreative Talente – dass diese Wahrnehmung längst in unserer Gesellschaft angekommen ist, zeigt ja auch unsere Umfrage. Tausende Follower, vielleicht ein Plattenvertrag und irgendwann die große Bühne – der Traum vom Straßenmusiker zum Star zu werden, war gefühlt noch nie so greifbar nah.

Zurück zur Realität

So neu ist das Phänomen aber gar nicht – wer erinnert sich nicht wenigstens düster an die Kelly Family? Von bettelarm zu stinkreich in den 1970er Jahren – so schnell kann´s gehen. Und da ist es auch wieder: Mein Bild vom verzottelten, leicht abgeranzten Straßenmusiker. Übrigens: Einer der Kellys kehrte nach den großen Erfolgen auf die Straße zurück. Um seine Familie zu ernähren, war Jimmy Kelly gezwungen, das Gitarrespielen, das er vorher laut eigener Aussage nur „leidlich“ beherrschte, zu üben und natürlich sich durchzuschlagen – auf dem harten (Straßen-)Pflaster. Man kann also nicht nur die Stars von morgen, sondern auch die von gestern auf der Straße treffen…

Multikulturelle Erziehung – funktioniert sie oder nicht?

Kinder großzuziehen gehört nicht gerade zu den einfachsten Dingen. Erfahrungen in der eigenen Kindheit und unzählige, unterschiedliche Erziehungsstile stellen das Elternsein auf eine harte Probe. Jeder würde es anders machen. Was aber passiert, wenn bei der Erziehung zwei völlig unterschiedliche Kulturen aufeinander prallen? Kann das gut gehen? Wir haben mit dem 26-jährigen Parmjit Singh aus Köln gesprochen. Er ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Seine Mutter kommt aus der Türkei, sein Vater  aus dem nordindischen Bundesstaat Punjab.

Face2Face: Meistens haben Kinder, deren Eltern aus unterschiedlichen Ländern kommen, Namen aus beiden Nationen. Du hast aber einen rein indischen Namen. Wie kam es dazu?

Parmjit: Meine Mutter war bei der Namensgebung sehr offen, während mein Vater unschlüssig war, welcher es sein soll. Zum Schluss gab mir meine Tante diesen Namen.

Face2Face: Welche Sprachen sprichst du zu Hause?

Parmjit: Als ich noch ein Kind war, konnte ich beide Sprachen – Türkisch und Punjabi. Mit der Zeit wurde aber immer mehr Deutsch gesprochen. Warum auch immer. Heute verstehe ich diese Sprachen nach wie vor, nur das Sprechen fällt mir nicht so leicht, weil ich sie nicht perfekt beherrsche. Wenn aber meine Verwandten mit mir in deren Sprache reden, dann komme ich wieder in den Fluss.

 

Multikulturelle Erziehung – funktioniert sie oder nicht?

Der türkische Tee ist ein wichtiger Bestandteil der türkischen Kultur. Foto: pixabay.com

Face2Face: Das Thema Essen ist bekanntlich ein wichtiges Kulturgut. Was wird denn bei euch gekocht? Und wer übernimmt das Kochen?

Parmjit: Es ist immer unterschiedlich. Mal macht meine Mutter frischen Börek. Das ist Yufka-Teig mit einer würzigen Füllung aus Rinder-Hackfleisch oder Schafskäse. Dazu serviert sie auch gerne Çay, also türkischen Schwarztee, den ich so sehr liebe. Und mal kocht mein Vater duftenden Basmati-Reis mit Tandoori Hähnchen. Das Fleisch wird zuvor in einer würzigen Joghurt-Marinade eingelegt und anschießend gebraten oder gegrillt. Ein Klassiker der indischen Küche, den ich nur empfehlen kann.

Face2Face: Und welche Glaubensrichtung haben sie?

Parmjit: Mein Vater ist ein Sikh. Kurz gesagt: Der Sikhismus ist eine monotheistische Religion. Der Prophet Guru Nanak Dev hat sie ins Leben gerufen. Ihre Anhänger glauben an den einen höchsten Gott. Die Schriften der insgesamt zehn Gurus wurden im heiligen Buch „Sri Guru Granth Sahib“ festgehalten. Das Gurdwara ist das Gebetshaus der Sikhs. Meine Mutter ist Muslimin.

 

Face2Face: Welche Werte haben dir dein Vater und deine Mutter vermittelt?

Parmjit: Die Familie steht an erster Stelle. Von der Familie erfährst du Zusammenhalt, Geborgenheit, Solidarität, Liebe und so vieles mehr. Sie ist der größte und stärkste Halt, den ich im Leben habe. Ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich eine Familie habe, auf die ich mich – unabhängig in welcher Situation ich mich befinde – jederzeit verlassen kann. Und natürlich die Gastfreundschaft. Sie und die Nächstenliebe sind wichtige Tugenden im Sikhismus, aber auch im Islam. Wenn Gäste uns zu Hause besuchen, wird immer reichlich gekocht und getrunken. Manchmal bleibt nach dem Essen so viel übrig, dass wir die Gäste darum bitten gerne noch was mitzunehmen. Man genießt die gemeinsame Zeit einfach. Es ist uns wichtig, dass sich unsere Gäste bei uns wohl fühlen.

 

Multikulturelle Erziehung – funktioniert sie oder nicht?

Das „Golden Temple“ in Amritsar in Indien ist das höchste Heiligtum der Sikhs. Foto: pixabay.com

Face2Face: Religion spielt bei der Erziehung oft eine wichtige Rolle. Wie haben das deine Eltern geregelt?

Parmjit: Wir besuchen sonntags das Gurdwara, das Gebetshaus der Sikhs. Meine Mutter trägt dabei gerne einen Salwar Kameez, eine traditionelle Punjabi-Kleidung. Man kann sich das so vorstellen: Das lange Oberteil geht meist bis zum Knie und wird locker über dem Salwar, der Stoffhose, getragen. Das Dupatta, ein langer, breiter Schal, was auch als Kopfbedeckung genutzt wird, rundet das „Outfit“ ab. Den Salwar Kameez gibt es in unterschiedlichen Farben, Mustern und Stilen. Auch betet meine Mutter im Gurdwara mit uns. Wir haben auch gemeinsam den goldenen Tempel in Amritsar in Indien besucht. Das war für mich ein ganz emotionaler Moment. Ich war noch nie so überwältigt von meinen Gefühlen. Es war mir eine Ehre und ein unbeschreibliches Gefühl, als Sikh, das höchste Heiligtum der Sikhs zu besuchen, um dort zu beten. Der Islam wird bei uns nicht gelebt, aber als Kulturgut verstanden.

Face2Face: Kommen wir zu einem anderen Thema: Wenn du mal heiraten möchtest, muss es denn eine Inderin oder Türkin sein? Oder keins von beidem?

Parmjit: Also, ich weiß von Freunden und Bekannten, die verheiratet sind, dass eine Ehe auf Dauer kein Zuckerschlecken ist. Und mir ist bewusst, dass nicht jeder so ein Glück hat wie meine Eltern. Mir ist es wichtig, dass die gemeinsame Basis gegeben ist – spätestens bei der Kindererziehung. Aber da ich sowieso glücklich an eine Inderin vergeben bin, erübrigt sich die Frage.

Face2Face: Wie möchtest du heiraten – traditionell indisch oder türkisch?

Parmjit: In dieser Sache bin ich mir ganz sicher. Als Sikh möchte ich gerne traditionell indisch heiraten.

 

Face2Face: Sind Frauen für dich gleichberechtigt?

Parmjit: Meine Mutter, Tanten und Cousinen sind alle unabhängig im Leben: Sie besitzen einen Führerschein, studieren oder sind berufstätig, unabhängig davon, ob sie hier, in der Türkei oder in Indien leben. Darüber bin ich froh. Ich kenne es auch gar nicht anders. Daher ja, sind sie.

Face2Face: Und als was fühlst du dich?

Parmjit: Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen. Habe auch deutsche Freunde und Kollegen, die ich sehr schätze. Deutschland ist meine Heimat. Wenn ich aber gefragt werde, woher meine Wurzeln sind, sage ich, dass sie in der Türkei und in Indien liegen. Und die möchte ich auch behalten.

Face2Face: Wie stehst du persönlich zur multikulturellen-Erziehung?

Parmjit: Natürlich finde ich es gut, wenn es klappt. Ist aber trotzdem eine Herausforderung, den man sich im Klaren sein soll. Ich denke, damit sie langfristig funktioniert, muss man Kompromisse eingehen. Wenn jeder nur seinen Willen durchsetzen will, wird es bestimmt für die beteiligten schwer.

Face2Face: Wie würdest du deine Kinder erziehen? Sind deine Eltern diesbezüglich ein Vorbild für dich?

Parmjit: Meine Eltern sind definitiv ein Vorbild für mich, vor allem meine Mutter. Weil sie immer und gerne bei allem dabei ist und auch teilnimmt. Trotzdem hat sie nie das Gefühl, etwas von sich oder ihrer Identität herzugeben. Bis es soweit ist, dass ich eigene Kinder habe, dauert es wahrscheinlich noch ein bisschen. Von daher habe ich mir darüber noch nicht so viele Gedanken gemacht. Soviel kann ich aber sagen: Ich bzw. Wir werden sie mit Verständnis, Respekt und Liebe erziehen.

Stadt der Tempel, Affen und Wasserfälle

Nikko ist eine Stadt in der Präfektur Tochigi wenige Stunden von Tokio entfernt. Japan ist in mehrere Präfekturen aufgeteilt, ähnlich wie bei uns Bundesländer. Aufgrund ihrer guten Lage im Nikko-Nationalpark, wunderbarer Naturschauspiele sowie seiner schönen Tempelanlagen ist Nikko bei Japanern und Touristen als Ausflugsziel sehr beliebt. Wir zeigen euch, was ihr dort Stadt alles erleben könnt.

Stadt der Tempel, Affen und Wasserfälle

Besonders bekannt ist Nikko für seine schönen Tempelanlagen (Quelle: Möller)

Berühmte Affen: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen

Besonders bekannt ist Nikko für seine großen Tempelanlagen. Diese sind vom Hauptbahnhof sowohl zu Fuß, in einem ca. 40-Minütigen Spaziergang, als auch mit dem Bus gut zu erreichen. Bedenken sollten Besucher nur, dass es im Winter und auch noch zur beliebten Reisezeit zur Kirschblüte im Frühling in Nikko sehr kalt werden kann, sodass dann dicke Winterkleidung dringend von Nöten ist. Zu den bekanntesten Tempeln in Nikko gehören der Nikkō Futarasan-Schrein, ein Shintō-Schrein, der Teil einer Stätte des UNESCO-Weltkulturerbes, ist.

Stadt der Tempel, Affen und Wasserfälle

Nichts hören, Nichts sehen, Nichts sagen: Das Ursprungsbild der berühmten Affen ist in Nikko (Quelle: Möller)

In der Weltkulturstätte – eine Zusammenhängende Fläche mehrerer Tempel – ist ebenfalls eine weltweite Bekanntheit zu finden: An einem kleinen, eher unscheinbaren Gebäude – der Stall der heiligen Pferde – befindet sich als Fassadenschnitzerei das Wahrzeichen Nikkōs, die drei Affen, die nichts (Böses) sehen, hören und sagen. Ein Foto hiervor lohnt sich ebenso wie ein Besuch der Drachenhalle, in der neben einem tollen Deckengemälde ein einzigartiges Echo zu hören ist.

Für die Tempelanlage sollten Besucher sich genügend Zeit einplanen. Einerseits ist sie

Stadt der Tempel, Affen und Wasserfälle

Die Brücke befindet sich in der Nähe der Tempelanlagen (Quelle: Möller)

sehr großflächig verteilt, andererseits ist sie sehr imposant, sodass man an vielen Orten stehen bleibt, um Schnitzereien zu betrachten oder Fotos zu schießen. Auf dem Weg zurück in die Stadt lohnt sich ein Blick auf die Shinkyo-Brücke, die über den Fluss Daiya führt. An der Stelle, an der die Shinkyo-Brücke steht, hat der Legende nach der Priester Shodo Shonin, der den ersten budhistischen Tempel in Nikko errichtete, den Daiya auf zwei Schlangen überquert.

Nationalpark: Kegon Wasserfälle und unberührte Natur

Stadt der Tempel, Affen und Wasserfälle

Naturspektakel: Die Kegon Wasserfälle nahe Nikko (Quelle: Möller)

Mit dem Bus gelang man vom Busbahnhof Nikko in den Nationalpark zu dem berühmten Kegon-Wasserfällen, die für viele Reiseführer zu den drei schönsten Wasserfällen Japans zählen. Die Fallhöhe des aus Vulkan-Gestein kommenden Wasserfalls beträgt knapp 100 Meter.  Zwölf kleinere Wasserfälle liegen unterhalb der Kegon-Fälle oder parallel zu ihnen. Das Wasser tritt durch zahlreiche Spalten zwischen dem Gebirge und den erkalteten Lavaströmen aus.

Der Nationalpark umfasst  eine Fläche von 114.753 Hektar und erstreckt sich über die drei Präfekturen Tochigi, Gunma und Fukushima. Der Park bietet neben einer reichen Tier- und Pflanzenwelt auch eine große Zahl von Bergen und heißen Quellen – sogenannte Onsen. Ein Besuch und ein ausgedehnter Spaziergang lohnen sich hier. Auch ein Besuch des Chūzenji-See, der in der Nähe der Kegon-Fälle liegt, ist empfehlenswert, da dieser malerische See wunderschön gelegen ist und zum Träumen einlädt. Zudem finden sich auf dem Weg von den Wasserfällen zum See

Stadt der Tempel, Affen und Wasserfälle

Wunderschöner Ausblick im Nationalpark (Quelle: Möller)

einige kleine Geschäfte und Restaurants, bei denen Besucher leckere, traditionell japanische Gerichte genießen können.

Gut vorbereitet ins Auslandsssemester – eine Checkliste

Mittlerweile gehört es fast schon bei jedem Studenten zum Studiumsverlauf dazu: Das Auslandssemester. Ein halbes Jahr an einer Universität im Ausland studieren, neue Leute, Länder und Kulturen kennen lernen. Das klingt nach einem großen Abenteuer, das viel Spaß machen kann. Eine gute Vorbereitung sollte dabei aber nicht unterschätzt werden. Face2Face hat euch daher eine Checkliste mit den Dingen zusammengestellt, die man vor seinem Start in das Auslandssemester unbedingt noch erledigt haben sollte, damit man seine Zeit vor Ort anschließend unbekümmert genießen kann.

1. Dokumente beantragen: Wenn ihr in ein außereuropäisches Land reist, braucht ihr einen Reisepass. Dieser hat eine Bearbeitungszeit von mindestens 6 Wochen, also rechtzeitig beantragen! Gleiches gilt für ein Visum und den Antrag für ein mögliches Auslandsbafög. Einen internationalen Führerschein bekommt ihr direkt ausgestellt, wenn ihr bereits einen EU-Scheckkarten-Führerschein und ein biometrisches Passbild besitzt.

2. Impfen lassen: Ein wenig Vorlaufzeit (8-6 Wochen) solltet ihr auch bei notwendigen Impfungen einplanen. Es gibt Ärzte, die sich auf Reisemedizin spezialisiert haben. Dort gibt man in der Regel seinen Impfass ohne Termin ab, füllt einen Fragebogen aus und bekommt dann seinen Termin bzw. seine Termine für die notwendigen Impfungen. Hinweise, welche Impfungen benötigt werden, erhaltet ihr auch auf der Internetseite des auswärtigen Amtes.

3. Kreditkarten beantragen: In fremden Ländern herrscht auch ein anderes Zahlungsmittel (Ausnahme in der EU), demnach müsst ihr euch auch darüber informieren, wie ihr am besten kostenlos Geld abheben und mit einer Karte bezahlen könnt. Beides liefert euch die Kreditkarte von Number26, die auch eine sehr gute App bereitstellt, mit der ihr eure Ausgaben im Ausland immer völlig unter Kontrolle und auf einem Blick habt. Eine sehr gute Ergänzung zur Number26 ist die Kreditkarte der DKB. Mit diesem Paket habt ihr sowohl eine Visa- (DKB), als auch eine MasterCard (Number26) und seid damit gegen eventuelle Ausfälle einer der beiden Karten abgesichert. Beide Karten kosten kein Geld und sind leicht online per Web-ID zu beantragen.

4. Auslandskrankenversicherung abschließen: Bei einem Auslandssemester befindet ihr euch länger im Ausland, als es durch eure Reise-Krankenversicherung abgesichert wäre. Ihr braucht demnach eine spezielle Auslandskrankenversicherung für diese Zeit. Informiert euch im Voraus gut über die einzelnen Konditionen der verschiedenen Versicherungen. Besonderen Wert solltet ihr auf einen 24-Stunden-Notruf-Service legen. Außerdem unterscheiden sich viele Krankenversicherungen im Falle eines Rücktransportes. Achtet darauf, dass eure Versicherung einen „medizinisch sinnvollen“ Rücktransport mit einschließt, und nicht nur einen „medizinisch notwendigen“. Alle weiteren Unterschiede solltet ihr direkt vergleichen. Die Young Travel Versicherung der „Hanse Merkur“ wurde an vielen Stellen empfohlen.

5. Handyvertrag stilllegen lassen: Woran viele im ersten Moment nicht denken, ist es, den Handyvertrag (falls vorhanden) für die Zeit im Ausland pausieren zu lassen oder zu kündigen, da man in dieser Zeit eine Prepaid-Karte des jeweiligen Landes verwenden wird. Hier räumt o2 beispielsweise eine Vorlaufzeit von zwei Wochen ein.

6. Informationen sammeln: Wenn man in ein fremdes Land reist, sollte man sich vorher auch unbedingt über dessen Kultur, Religion und Gepflogenheiten informieren. Wie sieht es beispielsweise mit der Kleiderordnung in der Universität aus? Welche Verhaltensweisen aus Deutschland sind dort eventuell verpönt? Informiert euch vorher über solche Dinge, damit ihr euer Auslandsssemester nicht direkt mit einem Sprung ins Fettnäpfchen beginnt. Außerdem kann ein Reiseführer nicht schaden, der euch schon einmal einen Überblick darüber gibt, was ihr gerne in eurem Zielland sehen würdet.

7. Unterkunft buchen: Ob ihr lieber vor Ort nach einer dauerhaften Unterkunft suchen wollt oder schon vorab in Deutschland etwas fest gemietet habt: Kümmert euch auf jeden Fall darum, dass ihr die erste Nacht irgendwo untergebracht seid. Wenn ihr beispielsweise nachts erst am Flughafen ankommt, ist es gold wert, wenn man bereits eine Unterkunft gemietet hat. Klärt auch ab, ob euer Hotel eventuell einen Flughafentransfer anbietet.

Das Literaturcamp, c’est nous

Eigentlich ist es noch nicht vorbei. Das sehe ich jeden Tag, wenn ich auf Twitter #litcamp16 lese, wenn ein neues Protokoll zu einer Sitzung eingestellt wird, wenn wir uns im Netz oder real wiedersehen. Dieses Gefühl der anhaltenden Verbundenheit hat das Literaturcamp Heidelberg, das am 11. und 12. Juni 2016 seine Tore geöffnet hatte, in mir hinterlassen. Dabei wäre ich um ein Haar gar nicht hingegangen.

Was ist das Literaturcamp?

Nicht alles ernst nehmen: Gilt auch für die Organisatoren beim Literaturcamp (Foto: Valentin Bachern, Litcamp-HD-247, Lizenz: CC-BY 2.0)

Nicht alles ernst nehmen: Gilt auch für die Organisatoren beim Literaturcamp (Foto: Valentin Bachern, Litcamp-HD-247, Lizenz: CC-BY 2.0)

Das Literaturcamp Heidelberg ist ein BarCamp zum Thema Literatur. Ein BarCamp wiederum ist eine Veranstaltung mit sehr freien Strukturen, bei der jeder Besucher Teilnehmer, Vortragender und Hörer zugleich ist. Die einzelnen Sitzungen – die Sessions – werden erst am Tag des Camps selbst festgelegt und eingeteilt. Jeder kann darum auch eine anbieten, spontan oder geplant. Alle Teilnehmer sind darum auch von Anfang an auf Augenhöhe. Alle für alle für das BarCamp. Aus Amerika herübergeschwappt ist das BarCamp eine Ableitung des 2003 zum ersten Mal veranstalteten FooCamps und kann prinzipiell zu jedem Thema veranstaltet werden. Das Literaturcamp hatte in dieser Form 2016 seine Prämiere. Und gerade weil so vieles erlaubt ist, ist die Organisation dahinter nicht wenig.

Frei, vegan und kinderlieb

Hinter dem Literaturcamp Heidelberg steckt keine riesige Gruppe, kein Konzern oder Verein, der die Strippen zieht, sondern im Grunde Menschen, die sich dann auch in Heidelberg getroffen haben. Literaturmenschen. Susanne von Literaturschock, in deren Session – es war meine letzte des Camps, die vom Regen ins Treppenhaus vertrieben ihren eigenen Kultstatus beanspruchte – es um die Professionalisierung von Blogs ging,

Spontan ins Treppenhaus gezogen: Session beim Literaturcamp Heidelberg (Foto: Valentin Bachern)

Spontan ins Treppenhaus gezogen: Session beim Literaturcamp Heidelberg (Foto: Valentin Bachern, Litcamp-HD-295 , Lizenz: CC-BY 2.0)

den Bloggern Nathan, Nils und Valentin, dem Medienmenschen Dirk und vielen, vielen weiteren, die lektorierten oder Marmelade kochten. Dass das Essen komplett vegan war, ahnte ich bereits, als einige Organisatoren sich beim Vorstellen als vegan bekannten. Geschmeckt hat es trotzdem. Auch den Kindern, die ich kurzerhand mitgenommen habe, denn außer Verpflegung gab es auch Kinderbetreuung und kein Murren, als mein Jüngster beim der Session von Dagmar Eckard zu „offline Aktionen für Buchblogger“ kurzerhand meine Tasche ausräumte und bei meinem eigenen Vortrag zur Mutterfigur in der Gegenwartsliteratur schließlich auf meinem Arm einschlief.

Vielfalt auf vielen Wegen

Spontane Vielfalt: Beim Literaturcamp werden die Vorträge erst am morgen vorgestellt (Foto: Valentin Bachern)

Spontane Vielfalt: Beim Literaturcamp werden die Vorträge erst am morgen vorgestellt (Foto: Valentin Bachern, Litcamp-HD-119, Lizenz CC-BY 2.0)

Vor allem aber war das Literaturcamp Heidelberg großartig. Großartig organisiert, großartig unkompliziert und offen, großartig vielfältig. Von Beiträgen für (Buch)Blogger, Autoren, Schreibende, Verlagsmenschen, Lektoren und Selbstveröffentlicher bis hin zu Meditationsübungen, einer Abendsitzung zu Sex und eine Begehung der alten Feuerwache, in der unser Camp untergebracht war, irgendwo war immer für jeden etwas dabei, schon allein, da sechs Sessions gleichzeitig stattfanden. Dass ich nicht alle besuchen konnte, die ich wollte, war dabei aber genauso inbegriffen. Trotzdem ging ich jeden Tag mit einem Haufen Eindrücke nach Hause, die ich jetzt noch nicht alle habe in Worte fassen können.

Immer wieder gern

Das Literaturcamp Heidelberg war aber gleichzeitig eine Veranstaltung, die vor allem auf Twitter ihre Kreise zog. Über 6500 Tweets wurden mittlerweile dazu abgegeben und es werden immer noch täglich mehr. Die Vernetzung der Teilnehmer, die sich bisher noch nicht gefolgt oder sonst irgendwie digital verbunden hatten, geschah so schnell und reibungslos, das ein berauschendes Wir-Gefühl uns noch immer zusammenhält. Das Literaturcamp, c’est nous. Dass es nächstes Jahr ein neues Literaturcamp geben wird, davon waren wir beim gemeinsamen Abschluss des Wochenendes bereits überzeugt. Und ich, die ich dieses Mal über ein Gewinnspiel an meine Karte gekommen bin, fiebere bereits dem nächsten Jahr entgegen, dem nächsten Literaturcamp Heidelberg.

Life in Japan: Tipps zum zurechtfinden in einer fremden Welt

Kunterbunte Lichter, viele Menschen, eine laute Geräusch-Kulisse, fremde Gerüche – der erste Eindruck auf den Straßen Tokios ist überwältigend. Die Mega-Stadt besticht durch schiere Masse. Überall ist man von leuchtenden Neon-Schilder, herumlaufenden Menschen und dudelnder Musik umgeben . Gleichzeitig ist aber – wie überall in Japan – alles sehr sauber und die Menschen super höflich – auch wenn die Verständigung etwas schwierig ist. Doch wie wie findet man sich zurecht in der fremden Welt?

Sitten kennen

Aufpassen: Wer immer die Augen aufhält, kann nicht viele Fehler machen (Foto: Möller)

Aufpassen: Wer immer die Augen aufhält, kann nicht viele Fehler machen (Foto: Möller)

Vor allem in Ländern, mit anderen Traditionen und Sitten ist es wichtig ich mit den Gepflogenheiten des Landes vertraut zu machen. So gilt es in Japan etwa als unschicklich, sich geräuschvoll auf der Straße die Nase zu putzen. Das laute schlürfen einer Suppe aber gehört zum guten Ton und signalisiert dem Gastgeber, dass es einem gut schmeckt. Auch nach dem Weg fragen kann in Japan schwierig werden – nicht nur herrscht eine große Sprachbarriere: Japaner verlieren nicht gerne ihr Gesicht und geben zu, dass sie etwas nicht wissen. Deswegen kann es passieren, dass einem ein freundlicher Passant – obwohl er den gesuchten Ort nicht kennt – zielsicher eine bestimmt Richtung zeigt. Diese muss jedoch nicht unbedingt stimmen.

Anpassen

Ausprobieren: Natp-Bohnen und Seetang-Salat zum frühstpck? Warum nicht (Foto: Möller)

Ausprobieren: Nato-Bohnen und Seetang-Salat zum Frühstück? Warum nicht (Foto: Möller)

Manchmal muss man ins kalte Wasser springen und sich anpassen. Etwa wenn es heißt, dass vor einem Besuch des Tempels, einer Wohnung, oder eines Restaurants mit Tatami-Matten die Schuhe ausgezogen werden müssen. Ganz einfach gelingt dies, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht und die Menschen links und rechts beobachtet. Und im Zweifel gilt: Wenn etwas falsch läuft, wird einen schon jemand darauf hinweisen. Auch beim Essen gilt: Anpassen und Ausprobieren. Lokale Spezialitäten – wie etwa die fermentierten Nato-Bohnen – mögen nicht jedem schmecken. Ein Erlebnis ist ihr Genuss aber auf jeden Fall und am Ende der Reise hat man eine Geschichte mehr.

Kommunizieren

Vor allem in Ländern, deren Sprache man nicht spricht fällt das Kommunizieren oft schwer. Wenn dann noch eine gewisse Englisch- Unverständigkeit hinzukommt, will man anfangs gerne mal verzweifeln. Doch auch das gehört zum Urlaubsfeeling dazu. Einfach ein kleines Wörterbuch einstecken und im Falle eines Falles – etwa bei Allergien und Unverträglichkeiten beim Essen – dem Gegenüber  den Begriff im Wörterbuch zeigen. Auch mit Händen und Füßen lässt sich sehr gut kommunizieren – wobei man hier darauf achten sollte, dass für uns normale Gesten nicht überall auf der Welt das gleiche bedeuten.

Vorschau: Nächste Woche gibt es hier ein Rezept für einen leckeren Auberginen Salat.

Karneval der Kulturen – „Andere Länder, andere Sitten“

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Gehört für die Deutschen zum Karneval dazu: Konfetti, Luftschlangen, Verkleidungen und „Faschingskrapfen“ (Foto: Alexandra H./ pixelio.de)

Der Startschuss für die „jecke Zeit“ ist bereits am 11.11 um 11:11 Uhr gefallen und seitdem sind schon einige Prunk- und Kappensitzungen abgehalten worden. Das große „Finale“ der Karnevalszeit steht uns jedoch jetzt erst kurz bevor. Ein besonderes Highlight stellen dabei selbstverständlich die Rosenmontagszüge in den Fastnachtshochburgen Mainz und Köln dar, doch auch in anderen Teilen Deutschlands wird sich verkleidet, mit Kamellen geworfen und ausgelassen auf der Straße gefeiert. Doch während sich auch hierzulange die Bräuche teilweiße schon stark unterscheiden – so ist die in Köln traditionelle „Nubbelverbrennung“ am Karnevalsdienstag im Süden Deutschlands weitestgehend unbekannt – ist es noch interessanter, sich passend zur 5. Jahreszeit einmal den Karneval in anderen Kulturen anzuschauen. Klar, jeder hat schon einmal vom berühmten brasilianischen Karneval mit den farbenprächtigen Umzügen und seinen freizügigen Samba-Tänzerinnen und Tänzern gehört, doch wie sieht es aus mit den Traditionen in Russland, den USA oder unserem Nachbarn, der Schweiz?

Die „Butterwoche“ in Russland: Pfannkuchen, Volksmusik und sportliche Wettkämpfe

Karneval wird in Russland „Maslenitsa“ genannt, was so viel heißt wie „Butterwoche“. Und tatsächlich war es früher üblich, dass an diesen Tagen vorwiegend Nahrungsmittel aus Milch verzehrt wurden. Auch heute ist es noch üblich an Karneval heiße Pfannkuchen, traditionell mit Honig, Kaviar und Wodka, zu verzehren. Dabei wird zu russischer Volksmusik getanzt und sich in sportlichen Wettkämpfen gemessen, wie beispielsweise dem Hochklettern an Holzpfählen. Ähnlich wie die bereits angesprochene Nubbelverbrennung in Köln bildet auch in Russland das Anstecken der sogenannten „Maslenitsa-Puppe“ den Höhepunkt der Veranstaltung – sie soll den Winter vertreiben und das Frühjahr einläuten.

Bunte Paraden in New Orleans – Der „Mardi Gras“

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Ob „Mardi Gras“, Fasching oder Karneval: Gefeiert wird in der 5. Jahreszeit beinahe überall auf der Welt. (Foto: Timo Klostermeier/ pixelio.de)

Der Name „Mardi Gras“ für den Karneval in den USA kommt aus dem Französischen und heißt übersetzt „fetter Dienstag“. Seinen Ursprung hat diese Bedeutung im Religiösen: Früher hat man kurz vor Beginn der Fastenzeit darauf geachtet, nochmals besonders fett- und reichhaltige Nahrungsmittel zu sich zu nehmen – die sogenannte „Woche der sieben fetten Tage“. Der letzte Tag vor Aschermittwoch war demnach der „Fette Dienstag“, also „Mardi Gras“. Inzwischen werden alle Veranstaltungen zwischen dem 11.11 und dem Aschermittwoch so bezeichnet – und besonders New Orleans ist für seinen ausgelassenen „Mardi Gras“ bekannt. Die Paraden, die um diese Zeit durch die Straßen ziehen, sind von unterschiedlichsten kulturellen und musikalischen Eindrücken geprägt und sind so vielfältig wie ihre Besucher. Traditionell werden statt Süßigkeiten Perlenketten und Münzen aus Plastik von den Wägen geworfen. Gegessen wird der „Königskuchen“ (King Cake), angereicht mit Kaffee, Zimt, Beeren und Sahne – häufig eingefärbt in den Farben des „Mardi Gras“: violett, grün und gold.

Ein Umzug vor Sonnenaufgang – der düstere Karneval in Basel

Während sich der Karneval in den meisten Teilen der Welt tagsüber mit lauter Musik und bunten Kostümen abspielt, bildet in Basel der sogenannte „Morgestraich“ den Auftakt der Karnevalszeit – und das nicht nur am Montag nach Aschermittwoch, sondern auch um vier Uhr morgens! Zu diesem Zeitpunkt wird in der ganzen Stadt die Straßenbeleuchtung abgestellt, das einzige Licht kommt noch von den Laternen der sogenannten „Fastnachtscliquen“. Diese Gruppen von maskierten Pfeifern und Trommlern ziehen dann durch die Straßen von Basel und sorgen für eine einzigartige Atmosphäre. Das Spektakel geht 72 Stunden, innnerhalb derer die meisten Kneipen und Wirtschaften durchgehend geöffnet haben. Dort wird gefeiert und traditionelle Fastnachtsspeisen, wie zum Beispiel Mehlsuppe oder „Käsewähe“ (Käsekuchen) gegessen.

…. Und noch ein Tipp zum Schluss:

Wie man sieht, gibt es die unterschiedlichsten Wege und Traditionen, wie man Karneval verbringen kann, doch eines ist fast überall gleich: Die Menschen kommen zusammen, um ausgelassen zu feiern und das Leben zu genießen. Solltet ihr Lust bekommen haben, auch innerhalb Deutschlands mal ein Fest der etwas anderen Art zu feiern, würde ich den „Karneval der Kulturen“ in Berlin empfehlen – auch hier treffen die unterschiedlichsten Musik- und Lebensstile zusammen, um eine einzigartig vielfältige Parade zusammen zu stellen.

Level up – Videospiele erobern die Wissenschaft

Eine Uni, die sich für Computer- und Videospiele interessiert – das Traumgebilde eines Gamers? Keineswegs. Die Japanologie der Universität Leipzig hat im Rahmen des Bereiches „Japan im Zeitalter der neuen bzw. digitalen Medien“ die Erforschung japanischer Videospiele zu einem ihrer zentralen Forschungsgebiete gemacht.

Seit mehr als vierzig Jahren haben sich digitale Spiele zu einer der beliebtesten Unterhaltungsmöglichkeiten entwickelt. Nicht nur in Japan sind seine Videospiele populär. Sie üben seither einen starken Einfluss auf die Spielkultur weltweit aus. Man denke nur an die Nintendoklassiker wie Super Mario Bros. oder The Legend of Zelda.

Level up - Videospiele erobern die Wissenschaft

Universität Leipzig Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften Ostasiatisches Institut / Japanologie Juniorprofessor Dr. Martin Roth (Foto: Swen Reichhold / Pressestelle der Universität Leipzig)

Die Japanese Videogames Research Initiative – die Initiative zur Erforschung japanischer Videospiele ist noch sehr jung. Erst 2015 wurde sie von Dr. Martin Roth, dem Leipziger Juniorprofessor für Japanologie, ins Leben gerufen. Schon seine Dissertation schrieb er über die politischen Potentiale japanischer Videospiele. Nun forscht er auf dem Gebiet „Japan im Zeitalter der neuen bzw. digitalen Medien“. Bei seiner Doktorarbeit stieß er auf das Problem, dass viele der japanischen Videospiele hier in Deutschland nicht oder zumindest schwer zugänglich sind. Genauso verhält es sich mit der benötigten Technik. Doch für die ernsthafte wissenschaftliche Beschäftigung ist die unbehinderte Zugänglichkeit unabdingbar. So kam ihm die Idee eine Sammlung der Spiele zu beginnen, um sie für Forschung, Studium und Lehre erreichbar zu machen.

Ein wichtiger erster Schritt zum Traum von einer der größten Sammlung japanischer Videospiele war kürzlich die Schenkung von 4500 Spielen der japanischen CERO – der Computer Entertainment Rating Organization. Sie kümmert sich um die Bewertung von Computer und Videospielen. „Damit war ein guter Anfang für eine solche Sammlung in Leipzig geschaffen, die wir nun erschließen und hoffentlich in Zukunft ausbauen können“, beurteilt Roth die Schenkung. Leider kann er bisher nicht viel über deren Inhalt sagen, da gerade erst damit begonnen wurde, die Kisten zu öffnen. Derzeit besteht die Sammlung außerdem noch aus den Spielen, die Roth im Rahmen eines Seminars für die Studenten angeschafft hatte.

Durch die Initiative sollen Informationen über die Spiele und deren Kultur gesammelt werden. Die Forschungsschwerpunkte liegen dabei in verschiedenen Richtungen. Zum ersten sind das die Inhalte und das Spielgeschehen. Dabei wird vor allem auf die Ausdrucksmöglichkeiten, Kreativität und deren Bedeutung geachtet. Eine zweite Perspektive ist der gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Einfluss, den die Spiele haben.
Weiterhin wird betrachtet, welche Auswirkungen die Globalisierung und die Ausdehnung eines weltweiten Marktes auf die Entwicklungs-, Produktions-, und Konsumbedingungen mit sich bringen.

Level up - Videospiele erobern die Wissenschaft

Noch ist nicht bekannt, welche Schätze man aus CEROs Kisten hervorholen wird (Foto: Martin Roth / Universität Leipzig)

Außerdem beschäftigt sich die Initiative sowohl mit der historischen Bedeutung, wie zum Beispiel dem Verhältnis zwischen der Nachkriegsgeschichte Japans und des Entstehens der Spielekultur, als auch mit den zukünftigen Entwicklungen der Spielkultur.
Zuletzt liegt ein besonderes Augenmerk darauf, wie die japanische Spielkultur von außen betrachtet wird. Dazu kann übrigens jeder beitragen, denn auf der Webseite jGames wird dazu aufgerufen, seine Assoziationen und Erinnerungen an die gefundenen Spiele mitzuteilen.
Die Ergebnisse der Forschungen sollen anschließend der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Doch nicht nur die Forschung interessiert sich für die Spiele. Sie können dazu verwendet werden die Geschichte, Kultur und Sprache Japans besser zu verstehen. Es soll sogar ein eigenes Spiel zum Erlernen des Japanischen entwickelt werden.

Um die Initiative voranzubringen, will Roth mit internationalen Forschern zusammenarbeiten. Workshops und Tagungen sollen den Austausch mit interessierten Organisationen, Spieleherstellern und Forschern unterstützen

Wie genau die Schenkung von CERO aussieht wird sich bald zeigen. Auf dem 1box/week blog wird in Kürze jede Woche über die Funde berichtet. Es bleibt also spannend!

Vorschau: Nächste Woche könnt Ihr hier Elisabeths Nachruf auf Henning Mankell lesen.

Erlebnis Buchkauf – drei preisverdächtige Heidelberger Buchhandlungen

Zum ersten Mal wird am Donnerstag, 17. September der Deutsche Buchhandlungspreis verliehen. Das Ziel der Auszeichnung: Sie soll inhabergeführte Geschäfte gegenüber dem Internethandel und den großen Ketten fördern. Mit von der Partie sind auch drei Heidelberger Buchhandlungen.

„Sie müssen nicht in den Amazonas reisen, wenn es Bücher bei Ihnen um die Ecke gibt.“ – Eine Tafel mit diesem Werbeschriftzug des Diogenes Verlags steht vor der kleinen Bücherstube an der Tiefburg in Handschuhsheim.
Neben Hassbeckers Galerie & Buchhandlung und artes liberales ist sie eine von drei Heidelberger Buchhandlungen, die für den Deutschen Buchhandlungspreis nominiert sind.
Er wird in der kommenden Woche in Frankfurt durch Prof. Monika Grütters, die Staatsministerin für Kultur und Medien, vergeben.
108 Buchhandlungen in ganz Deutschland sind nominiert. Laut der offiziellen Seite des Preises sollen sie alle folgenden Kriterien erfüllen: Sie müssen ein kulturelles Veranstaltungsprogramm bieten, sich für die Lese- beziehungsweise Literaturförderung einsetzen, ein besonderes literarisches Sortiment vertreten und ein innovatives Geschäftsmodell haben. Dabei darf ihr durchschnittlicher Jahresumsatz der letzten drei Jahren eine Million Euro nicht überschritten haben. Der Preis ist in drei Kategorien von Gütesiegeln unterteilt, sodass alle 108 prämiert werden können.

Erlebnis Buchkauf - drei preisverdächtige Heidelberger Buchhandlungen

Eine freundliche Einladung zum Stöbern (© Bücherstube an der Tiefburg)

Die Bücherstube an der Tiefburg setzt sich vor allem für die Leseförderung bei Grundschulkindern ein und bietet ein äußerst vielfältiges Kulturprogramm. Dieses reicht von einer Kinderlesenacht über ein Gartencafé im Sommer bis hin zu Autorenlesungen und Literaturreisen auf den Spuren verschiedener Schriftsteller.
Seit 1982 gibt es die Bücherstube. Sie ist trotz des zweimaligen Umzuges schon seit langem ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Handschuhsheim. Obwohl sie in 33 Jahren auch um 85 m² gewachsen ist, herrscht hier immer noch eine familiäre Atmosphäre. Im kleinen Hof neben der Buchhandlung befindet sich ein Garten, der teilweise mit Ranken überwachsen ist und mit Cafétischen und Strandkorb bei gutem Wetter dazu einlädt, eine Weile zu verweilen.

„Wir legen besonders großen Wert auf persönliche Beratung und eine enge persönliche Bindung zu unseren Kunden. Es ist wichtig die Kunden zu kennen“, erklärt Regina Kaiser-Götzmann, die Inhaberin der Buchhandlung. Sie findet es gut, dass durch den Preis gezeigt wird, was der Buchhandel leistet. Deshalb hat sie sich für die Bewerbung entschieden.

Die zweite Buchhandlung ist artes liberales am anmutigen Kornmarkt.
Auch sie ist von hier, nicht mehr wegzudenken. Nur aus einem einzigen kleinen Raum bestehend, ist das Sortiment nicht besonders groß, aber sorgfältig ausgewählt. Der

© artes liberales - Buchladen, Heidelberg 2015

Ein Ort zum Schmökern und Verweilen: Die Buchhandlung artes liberales (© artes liberales – Buchladen, Heidelberg 2015)

Schwerpunkt der Buchhandlung liegt auf der Philosophie, aber auch auf mit ihr verbundenen Gebieten wie Dichtung, Künsten und Wissenschaften. Es folgt demnach nicht den aktuellen Bestsellerlisten und Empfehlungen, sondern enthält auch Schriften, die mitunter über 2000 Jahre alt sind. Artes liberales bietet auch ein großes Kulturprogramm und zwar über die zugehörige Organisation artes liberales-universitas. Dazu gehören Kolloquien, Vorträge und Lesungen.
Sehr wichtig ist Clemens Bellut, Inhaber der Buchhandlung, eine einladende Atmosphäre. „Wenn jemand sich den ganzen Tag oder auch nur einige Stunden in den Liegestuhl setzt und ein Buch liest, ist das schon ein großer Gewinn für die Buchhandlung“, erklärt er. Willkommen sei auch immer das persönliche Gespräch. Tatsächlich steht in der Buchhandlung ein Liegestuhl, direkt am Fenster, das weit nach oben geschoben werden kann, sodass man den Eindruck hat, man sitze draußen. Drum herum reichen die Regale bis unter die Decke, doch die großen Fenster sorgen stets für viel Licht.

Hassbeckers Galerie & Buchhandlung in der Haspelgasse ist die dritte der nominierten Heidelberger Buchhandlungen. Inzwischen führt Barbara Schulz die Buchhandlung weiter, die ihr verstorbener Lebensgefährte Egon Hassbecker ursprünglich in Eberbach gegründet hatte.
Die Galerie und die Buchhandlung sind inzwischen untrennbar miteinander verbunden. Das Sortiment wird mit viel persönlichem Interesse ausgewählt und bietet eine große Bandbreite.
Zudem gehört zu der Galerie und der Buchhandlung auch das Museum im Haus Cajeth. Teil des Programms sind unter anderem Lesungen, Buchvorstellungen und natürlich die Ausstellungen des Museums. Sie zeigen Bilder naiver und primitiver Künstler, deren Bilder auch an den Wänden der Buchhandlung zu finden sind. Im ersten Zimmer sind die Wände frei von Regalen geblieben, um Platz für die Bilder zu bieten. Weiter hinten, im verwinkelteren Teil der Buchhandlung, sind die Regale so hoch wie die Räume selbst, das Ambiente erinnert an ein Antiquariat mit heimeliger Atmosphäre.

Wer sich also einmal wieder ein Buch kaufen möchte, sollte in jedem Fall einmal eine der Buchhandlungen ausprobieren. Und wer weiß – vielleicht hat er dann bald ein Buch aus einer der drei besten Buchhandlungen in Deutschland?

Vorschau: Am Freitag den 25. September lest Ihr Vanessas Filmkritik zu Fack ju Göhte 2.