Der Krimi: Ein Genre, das süchtig macht

Der Krimi: Ein Genre, das süchtig macht

Krimis: was macht uns eigentlich so süchtig?

Wer gerne Krimis liest, kennt das: man blättert bis spät in die Nacht in einem Buch und kann es vor Spannung einfach nicht weglegen. Und selbst wenn man es schafft und beschließt, das nächste Kapitel erst am morgigen Tag zu lesen, liegt man doch noch lange wach und grübelt. Wer könnte der Täter sein, der nicht nur dem Kommissar im Buch den Schlaf raubt? Wie könnte er es bewerkstelligt haben, dem Detektiv immer einen Schritt voraus zu sein?

 

 

Weil wir uns nach Antworten auf die Fragen sehnen, die ein Krimi aufwirft, bleiben wir gespannt bis zum Ende der Geschichte dabei. Doch was macht einen guten Krimi aus? Was definiert das Genre? Und was genau ist es eigentlich, das uns süchtig macht?

Der Krimi – Definitionen

Um herauszufinden, was die meisten Menschen an Krimis so fasziniert ist eine allgemeine Definition kein schlechter Anfang. Den Kriminalroman gibt es als solches bereits seit dem 19. Jahrhundert. Allerdings waren Geschichten über Verbrechen und die Suche nach den Tätern für die Menschen eigentlich schon immer interessant. Daher zogen sie in gedruckter Form nur noch mehr Aufmerksamkeit auf sich, ob fiktiv oder eben nicht.

Die ersten Bücher des Genres beschäftigten sich sowohl mit der Psyche der Verbrecher (z. B. Friedrich Schiller: „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“), als auch mit der Aufklärung des Falls durch einen Detektiv oder Polizeibeamten bzw. dem typischen Kommissar, der im besagten Fall ermittelt. Zu den berühmtesten Krimis zählen heute auch die Abenteuer des berühmten Detektivs Sherlock Holmes von Sir Arthur Conan Doyle (seit 1887), sowie Edgar Allen Poes „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ (1841) oder „Die Frau in Weiß“, welche 1860 von Colin Wilkie geschrieben wurde.

Alles in allem zeichnet sich der Krimi vor allem durch die Ermittlungsarbeit an einem besonderen Fall aus. Diese wird sowohl vom Protagonisten, also zum Beispiel vom Kommissar dem der entsprechende Fall zugeteilt wurde, als auch vom Leser selbst erlebt. Das Rätseln um den Täter und die Aufklärung des Verbrechens ist das entscheidende Merkmal des Genres, und hält seine Leser in Atem. Es wird auch oft davon gesprochen, dass man als Leser gemeinsam mit dem Kommissar oder Detektiv den Fall aufklärt und das Rätsel löst, man fühlt sich mit ihm oder ihr verbunden. Daher sind vermutlich bei vielen Lesern die Krimis beliebt, in denen „normale“ Menschen als Protagonisten auftreten und versuchen, den Fall zu lösen, in den sie oft zufällig hineingeraten sind.

Die Untergattungen in der Kriminalliteratur

Der Krimi: Ein Genre, das süchtig macht

Beliebte Kommissare ermitteln auch in Irland oder Südafrika

Nachdem hier nun die Grundpfeiler des Krimis abgesteckt wurden, muss noch erwähnt werden, dass das Literaturgenre Krimi in viele verschiedene Untergattungen aufgeteilt werden kann. Solche sind beispielsweise das typische „Whodunit?“ oder auch Polizeikrimi bzw. Detektivkrimi, was umgangssprachlich auf Englisch für „Wer hat es getan?“ steht. Berühmte Autoren dieser Untergattung sind zum Beispiel Agatha Christie, der durch die Millennium-Trilogie bekannt gewordene Stieg Larsson, Simon Beckett (z.B. „Die Chemie des Todes“) oder Charlotte Link (z.B. „Das andere Kind“).

 

Daneben gibt es noch die sogenannten „Schwarzen Krimis“ oder auf Englisch „Hardboiled Detective Novel“, die vor allem auf düstere Elemente setzen, wie beispielsweise ein Szenario während der Amerikanischen Prohibition oder mit Gangstern à la Al Capone und einem hartgesottenen Kommissar, nicht selten mit einem Alkoholproblem. Ein berühmter Vertreter ist zum Beispiel „Der Malteser Falke“ von Dashiell Hammett aus dem Jahr 1930, dieser prägte das Genre entscheidend.

Natürlich gibt es außerdem noch Agenten- bzw. Spionagekrimis und Politkrimis, die sich mit besonderen Themen beschäftigen, aber im Grunde auch eben nur von einem Täter oder einem Fall handeln, den der Detektiv/Kommissar/Protagonist lösen muss, oft im Geschehen besonderer Ereignisse. Diese können wie auch schon beim „normalen Krimi“ fiktiv sein, sind aber oft mit realen Handlungen oder Geschehnissen verknüpft.

Der Krimi: Ein Genre, das süchtig macht

Krimis vom Gmeiner Verlag

Die wichtigste deutsche Untergattung ist allerdings der Regionalkrimi. Diese Titel zeichnen sich vor allem, wie der Name der Kategorie schon sagt, durch den besonderen regionalen Bezug aus. Verlage wie der Gmeiner Verlag haben sich teils genau auf diese Art von Krimi spezialisiert. So zum Beispiel die Rheinhessischen Krimis „Schandglocke“ und „Schandfieber“ von Helge Weichmann, oder der im Stuttgarter Raum spielende Krimi „Todesstollen“ von Manfred Bomm.

Zu guter Letzt ein paar Worte zum Genre „Thriller“. In manchen Krimibeschreibungen wird der Thriller als Untergattung dieser Kategorie angesehen, in manchen als eigenes Genre. Meiner Meinung nach trifft letzteres zu, da sich der Kern des Krimis eben durch seinen Kommissar oder Detektiv auszeichnet, der den Fall am Ende des Buchs löst, was bei einem Thriller keine Voraussetzung ist. Es wird hierbei vor allem auf die Spannung gesetzt, die sich durch das ganze Buch halten soll, der Nervenkitzel steht also im Vordergrund. Zusätzlich hat der Thriller verschiedene Abstufungen, wie den Psychothriller, den Politthriller oder eben ein romantischer Thriller. Das Genre hat viel zu bieten, aber eben eigenständig und nicht als Unterkategorie des Kriminalromans.

Der Krimi: Ein Genre, das süchtig macht

Krimis für Romantische Gemüter: Die Reihe von Christine Rath um Maja Winter und Kommissar Michael Harter vom Bodensee

Krimi-Rezensionen

Um die Welt der Kriminalliteratur besser zu verstehen habe ich mir selbst mal zwei Krimis vorgenommen. Mir wurde bewusst, dass trotz der ähnlichen Grundsituation der Facettenreichtum der Krimis sehr unterschiedlich sein kann und mich daher auch immer wieder in seinen Bann zieht.

„Milchgeld“ von Volker Klüpfel und Michael Kobr

Der inzwischen berühmte Kommissar Kluftinger feierte 2018 bereits seinen 10. Fall und die Kluftinger-Reihe von Volker Klüpfel und Michael Kobr damit ihr 15-jähriges Jubiläum seit der Erscheinung des ersten Teils 2003. Die Fälle Kluftingers sind nicht umsonst Bestseller, ich habe mir den ersten Fall unter dem Titel „Milchgeld“ mal genauer angeschaut. Im Buch geht es um den besagten Kommissar Kluftinger, der einen grausamen Mord in einem Milchwerk im beschaulichen bayerischen Städtchen Altusried aufklären soll. Dabei stößt er auf vermeintlich vergessene düstere Geheimnisse und kommt einem ungeheuerlichen Skandal auf die Spur.

Zuerst war ich wirklich überrascht, dass mir der etwas derbe und eher konservative Kommissar so sympathisch war, aber genau das hat mich von der ersten Seite an festgehalten. Kluftinger ist mit seiner ganz eigenen Art einfach liebenswert und es war ein Heidenspaß, ihm beim Lösen des Falls „zusehen“ zu können. Auch wenn man zwischendurch schon etwas vom Ende erahnen konnte blieb es doch bis zur letzten Seite spannend und eine kleine Überraschung halten die Autoren auch parat. Alles in allem ein sehr empfehlenswerter Regionalkrimi, der seine Leser in Atem hält und gleichzeitig mit viel Humor ein gelungenes Lesevergnügen bietet. Wer mal reinlesen möchte, hier gehts zur Leseprobe.

„Die Betrogene“ von Charlotte Link

Der Krimi: Ein Genre, das süchtig macht

Charlotte Link – Die Betrogene

Charlotte Link ist auch ein Name, an dem kein deutscher Krimi Fan vorbei kommt. Ich habe mir „Die Betrogene“ zum Lesen ausgesucht, da mich der Klappentext schon sehr neugierig gemacht hat und ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht.

Hauptsächlich geht es um die Polizistin Kate Linville, deren Vater ermordet wurde. Da sie selbst bei Scotland Yard arbeitet möchte sie dem ermittelnden Kommissar helfen, den Mord aufzuklären, was dieser nur wiederwillig zulässt. Parallel geht es um die Familie Crane, die wegen des überarbeiteten Vaters ins Hochmoor fährt, um dort, abgeschnitten von jeder Kommunikation, die nötige Entspannung zu bekommen. Jedoch versucht auch ein Verbrecher sich zu verstecken, der einen ganz besonderen Bezug zur Familie Crane hat und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Das Besondere im Vergleich zum „Kluftinger“ sind vor allem die Sprünge zwischen verschiedenen Handlungen und parallelen Geschichten, die maßgeblich zum Spannungsaufbau und der überraschenden Lösung des Falls beitragen. Die Autorin versteht es einfach verschiedene Geschichten und Handlungsstränge zu einem Bild zusammenlaufen zu lassen, sodass ein großartiges Gesamtkonzept entsteht, das man erst am Ende des Buches richtig erkennen kann.

Krimis faszinieren uns, das ist klar. Der Drang nach der Lösung des Rätsels zu suchen und sie schließlich zu finden ist eine spezielle Art der Befriedigung, die durchaus süchtig machen kann. Wir wollen wissen, was Menschen antreibt ein Verbrechen zu begehen und wie sie am Ende überführt werden können, oder ob der Protagonist es schafft seine Dämonen bzw. die Hürden zu überwinden und den Fall zu lösen.

Wer nun noch einige Inspirationen für den nächsten Krimi sucht, dem schlage ich die Krimibestenliste der FAZ vor, die jeden Monat die beliebtesten Krimis auflistet, oder habt ihr schon den neuen „Kluftinger“ gelesen? Es lohnt sich!

Fasziniert vom Bösen – Krimiautor Eric Berg im Interview

Böse? Krimiautor Eric Berg wirkt eigentlich ganz harmlos, muss für das Schreiben seiner Werke aber ein bisschen schizophren sein, wie er selbst sagt (© Derek Henthorn)

Böse? Krimiautor Eric Berg wirkt eigentlich ganz harmlos, muss für das Schreiben seiner Werke aber ein bisschen schizophren sein, wie er selbst sagt (© Derek Henthorn)

Vor Ekel klappt er das Buch zu. Ein Mordopfer – aufs Grausamste verstümmelt – ist zu viel für ihn. Und das obwohl Eric Walz alias Eric Berg (52) selbst Krimis schreibt. Und nicht nur irgendwelche. Seine Werke, wie zum Beispiel „Das Küstengrab“ oder „Die Schattenbucht“, sind Bestseller. Sein erster Krimi „Das Nebelhaus“ wurde sogar verfilmt. Wieso er als Autor durchaus ein bisschen schizophren sein muss, verrät er uns im Interview.

Face2Face: Wie kamen Sie zum Krimi-Genre? Davor lag Ihr Fokus ja eher auf historischen Romanen…
Berg: Ich habe immer schon gerne Krimis gelesen. Zusammen mit Liebesromanen und dem griechischen Drama ist der Krimi das älteste Genre der Literatur. Es scheint also, dass die Menschen irgendwie fasziniert davon sind, und ich bin einer von ihnen.

Face2Face: Ihr bürgerlicher Name ist Eric Walz – Ihre Krimis veröffentlichen Sie aber unter dem Pseudonym Eric Berg. Wieso?
Berg: Um sie von den historischen Romanen abzugrenzen, die ich früher geschrieben habe. Meine Krimis sind etwas ganz anderes, eine Art Neubeginn. So etwas schreit förmlich nach einem neuen Namen.

Face2Face: Wie beginnen Sie mit einem neuen Krimi? Ist die Idee plötzlich da oder setzen Sie sich hin und schreiben los, bis etwas Geeignetes dabei ist?
Berg: Ich habe die Idee zu einem neuen Krimi oft Jahre, bevor ich mich an die Arbeit daran mache. Ein kleiner Zeitungsartikel, eine aufgeschnappte Unterhaltung, die beiläufige Bemerkung eines Freundes – das alles und noch viel mehr kann die Grundlage für eine neue Romanidee sein. Mit der gehe ich dann „schwanger“, sie entwickelt sich, wird größer. Allerdings sind es oft mehrere Ideen, die in meinem Kopf spuken, und nicht alle kann und will ich letztendlich verwerten.

Face2Face: Ihre Krimis landen häufig auf den Bestsellerlisten – wie erklären Sie sich diesen Erfolg?
Berg: Meine Krimis spielen immer auf zwei Zeitebenen, die sich mehrmals abwechseln. Auf der gegenwärtigen wird jemand, der nicht von der Polizei ist, mit einem zurückliegenden Verbrechen konfrontiert und beginnt zu ermitteln. Und auf der vergangenen Zeitebene erzähle ich, was damals geschehen ist und wie es zum Verbrechen kommt. Das ist so, als würde man zwei Züge auf demselben Gleis aufeinander zu rasen lassen. Auch was meine Täter angeht, habe ich meinen persönlichen Stil gefunden. Sie sind wie Du und Ich, Menschen, die oft schuldlos in eine Situation geraten, in der sie zu Mördern werden. Man kann sich zum Teil mit ihnen identifizieren. Offensichtlich scheint irgendetwas daran den Lesern zu gefallen.

Face2Face: Wie kommen Sie auf die Ideen für Figuren, Morde und so weiter?
Berg: Je länger man sich kreativ beschäftigt, desto leichter fällt es einem, kreativ zu sein. Ein erfahrener Pianist macht sich auch nicht über jeden Tastendruck Gedanken, er verlässt sich auf seine Erfahrung, und diese entsteht nur durch Übung. Im Laufe meines bisherigen Lebens habe ich mir schon abertausende von Geschichten ausgedacht, schon als Kind. Das hilft mir heute ungemein.

Face2Face: Woher schöpfen Sie vor allem besonders düstere Morde? Muss man „böse“ sein, um sich so etwas ausdenken zu können?
Berg: Ich stelle mir dieselbe Frage immer, wenn ich einen besonders brutalen Krimi lese, in dem die Mörder ihre Opfer auf das Grausamste verstümmeln. So etwas könnte ich nie schreiben. Ich kann es noch nicht einmal lesen, denn bei solchen Stellen hisse ich ganz schnell die weiße Fahne. Es ekelt mich an, und deswegen wäre es mir unmöglich, mir so etwas auszudenken. Als Autor muss man meiner Meinung nach fasziniert von einer Figur sein, um sie glaubhaft zum Leben zu erwecken. Faszination ist ein Gefühl, das nichts mit Gut und Böse zu tun hat. Ich kann von einem grandiosen Fälscher fasziniert sein, zugleich jedoch seine Tat ablehnen. Das ist natürlich ein bisschen schizophren, aber als Autor muss man das in literarischer Hinsicht oft sein.

Face2Face: Einer Ihrer Krimis wurde verfilmt: Wie gefällt Ihnen der Film „Das Nebelhaus“? Macht es Ihnen Angst, dass all das aus Ihrer Feder stammt?
Berg: Von Angst keine Spur. Noch als die Verhandlungen liefen, habe ich gesagt, dass ich einen Film, auch wenn er auf meiner Geschichte basiert, als eigenständige Schöpfung ansehe. Mir war und ist völlig klar, dass ein Film nach anderen Regeln funktioniert als ein Buch. Ich habe mir den Film also vorbehaltlos angesehen, und ich muss sagen, dass er mir recht gut gefallen hat und ich von einigen Schauspieler und Schauspielerinnen sehr angetan war.

Face2Face: Wie, wann und wo schreiben Sie am liebsten?
Berg: Am Laptop, morgens, an meinem Schreibtisch vor dem Fenster mit Blick in die Weite.

Face2Face: Sind Figuren in Ihren Krimis an reale Personen angelegt? Haben Sie keine Sorge, dass sich diese Personen wiedererkennen?
Berg: Wenn ich einmal ein reales Vorbild für eine Figur habe, ist es so verfremdet, dass die Betreffenden es nicht merken, auch nicht merken können, weil es gar nicht mehr sie sind. Aber sehr oft kommt das bei mir sowieso nicht vor. Viel lieber entwickle ich eigene Figuren, oft über Monate und Jahre, und irgendwann verwende ich sie.

Face2Face: Können Sie schon verraten, worum es in Ihrem nächsten Krimi geht oder auch nur welche Figuren bereits stehen?
Berg: Ich bin schon mittendrin, also alle Figuren agieren bereits. Das Thema Selbstjustiz wird eine Rolle spielen. Ich halte uns allen den Spiegel vor und frage: Wie würdest du in einer solchen Situation handeln? Ich selbst habe noch keine Antwort darauf gefunden.

Krimidinner in der Rhein-Neckar-Region

Essen gehen an sich ist ja schon mal super – gepaart mit spannendem Entertainment, wird der Restaurantbesuch zum echten Highlight. Ihr sucht ein besonderes Geschenk oder wollt jemanden (vielleicht auch euch selbst) überraschen? Wie wäre es dann mit einem Krimidinner? Wir haben für euch die Krimidinner-Anbieter in der Rhein-Neckar-Region kontaktiert und alle Infos zusammengetragen. Wie gewohnt unentgeltlich und werbefrei (keiner der Anbieter hat für seine Platzierung im Artikel bezahlt) – hier findet ihr auf einen Blick das richtige Krimidinner für euch und eure Lieben.

Criminal Dinner: Mit Sherlock Holmes im Heidelberger Schloss

Man nehme eine beindruckende Location mit viiiiel Geschichte, wie das Heidelberger Schloss, einen Kriminalfall mit englischem Hintergrund und integriere die Gäste als Ermittlerteam – heraus kommt das Criminal Dinner der Agentur Erlebnisraum GmbH.
Seit 2005 bieten sie ihre Veranstaltungen für Firmenkunden an, seit 2008 öffentlich in der gesamten Rhein-Neckar-Region und auch im Saarland. Neben den festen Criminal Dinner-Terminen für 30 bis 130 Gäste können Krimifans auch exklusive Veranstaltungen für sieben bis 400 Personen buchen, wobei Ort und Location frei wählbar sind. Beim Criminal Dinner wechseln sich die „Hauptacts“ – ein Schauspielensemble und je nach Location ein Drei- oder Vier-Gang-Menü inklusive Sektempfang dreieinhalb bis vier Stunden lang ab. Eine vegetarische Variante können Teilnehmer direkt beim Buchen über die Website anwählen. Für ein veganes Dinner ist eine Anfrage bei der Location notwendig. „Das Besondere bei uns ist die Interaktivität“, erklärt Geschäftsführer Michael Hess, „je nach Stück sind immer mehrere Gäste aus dem Publikum in Form von kleinen Rollen involviert. Und natürlich können alle miträtseln, wer der Mörder ist.“ Die beliebtesten Fälle seien die mit Sherlock Holmes, so Hess. Zwischen 69 und 105 Euro kostet ein Criminal Dinner. Für die Hochsaison zwischen Dezember bis März rät Hess dazu, die Karten bis zu acht Wochen im Voraus zu kaufen.
Ihr habt noch Fragen? Die Agentur Erlebnisraum steht euch per Telefon unter 0681-7020681 zur Verfügung. Weitere Infos findet ihr unter www.criminal-dinner.de

Mittendrin im Krimi: Beim Criminal Dinner sind immer mehrere Gäste aus dem Publikum in Form von kleinen Rollen involviert (Foto: Agentur Erlebnisraum GmbH)

Mittendrin im Krimi: Beim Criminal Dinner sind immer mehrere Gäste aus dem Publikum in Form von kleinen Rollen involviert (Foto: Agentur Erlebnisraum GmbH)

Das Original Gruseldinner: Willkommen auf der Verlobungsfeier von Dr. Henry Jekyll!

Zwei Schauspieler eröffnen den Saal und den Abend. Als alle sitzen und mit Getränken versorgt sind, legt sich eine gespenstische Stille über den Raum. Das Gruseldinner kann beginnen! Seit 2013 bespielt die Gruseldinner GmbH & Co. KG mit einem etwa 30-köpfigen Schauspiel-Ensemble und neun Technikern rund 70 Burgen, Schlösser, Hotels und Restaurants in ganz Deutschland mit Gruselkomödien in fünf Akten und vier Gängen. Das Hotel Schloss Edesheim in Rheinland-Pfalz und die Burg Frankenstein im hessischen Mühltal sind nur zwei von knapp 30 Spielorten in der Rhein-Neckar-Region. Neben festen Terminen können Firmen und Gruppen ihr ganz privates Gruseldinner zum Wunschtermin buchen. Eine minimale und maximale Teilnehmerzahl gibt es dabei nicht. Fünf Szenen und vier Gänge – knappe vier Stunden dauert das gruselige Vergnügen inklusive Menü, das beim Buchen über den Ticketshop auch vegetarisch vorbestellt werden kann. Eine vegane Variante gibt es nicht an jedem Spielort und teilweise nur gegen Aufpreis.
„Wir legen viel Wert auf Handlung, Charaktere, Kostüme, Licht und Sounds“, beschreibt Geschäftsführer Michael Schauer das, was das Gruseldinner ausmacht, „Wir bieten ein echtes Theatererlebnis mit der Besonderheit, dass die Gäste mittendrin sind und die Schauspieler zwischen ihnen agieren.“ In „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ zum Beispiel seien die Gruseldinner-Gäste im Stück die Gäste von Dr. Henry Jekyll, der zu seiner Verlobungsfeier geladen hat. Zusätzlich werden bei jeder Produktion vier bis fünf Gastrollen an Gäste vergeben, die an der Seite der Schauspieler im Stück kleine Aufgaben übernehmen. „Natürlich muss niemand mitmachen“, sagt Schauer, „die Gäste werden vorher von den Schauspielern gefragt, ob sie sich beteiligen möchten.“ Tickets kosten zwischen 79 und 89 Euro inklusive Vier-Gang-Menü. Und wer jetzt schon beim Titel Angst bekommen hat, der kann beruhigt sein: „Unsere Gruseldinner sind in erster Linie Gruselkomödien und auch für schwache Nerven bestens geeignet.“
Fragen zum Gruseldinner könnt ihr per E-Mail an info@gruseldinner.de loswerden.

Zu Gast bei Dr. Jekyll & Mr. Hyde: Zum Original Gruseldinner wird ein Vier-Gänge-Menü serviert (Foto: Das Original Gruseldinner)

Zu Gast bei Dr. Jekyll & Mr. Hyde: Zum Original Gruseldinner wird ein Vier-Gänge-Menü serviert (Foto: Das Original Gruseldinner)

DinnerKrimi: Tatorte von Altrip bis Stuttgart

Mit elf Krimis und über 200 „Tatorten“ in ganz Deutschland, knapp 80 davon allein in der Rhein-Neckar-Region, hat das DinnerKrimi für jeden Geschmack einen Fall im Repertoire. Die Schauspieler mit Zusatzausbildung in Improvisation treten nicht nur in größeren Städten, sondern beispielsweise auch im knapp 8.000-Seelen-Ort Altrip in Rheinland-Pfalz auf. Nie fehlen darf dabei ein Vier-Gänge-Menü, das immer vom jeweiligen Spielstätten-Partnern entworfen, gekocht und serviert wird. Die Menüs – auch eine vegetarische Variante ist möglich – sind zum jeweiligen Termin auf der DinnerKrimi-Website einsehbar. Änderungswünsche, die über eine vegetarische Variante hinausgehen, können bei der Buchung angegeben werden. Die Organisatoren kümmern sich dann um die Weiterleitung an die jeweilige Lokalität, die dann entscheidet, ob die Umsetzung machbar ist. Knappe vier Stunden sollten Besucher für den DinnerKrimi einplanen. Schauspiel und Menügänge finden dabei im Wechsel statt. Eine Bühne im klassischen Sinn gibt es nicht. Die Schauspieler bewegen sich im gesamten Raum und spielen rund um die Zuschauer, die an langen Tafeln sitzen. „Die Gäste werden charmant in die Handlung eingebunden“, erklärt Nathalie Leuerer von der Theater auf Tour GmbH, „sie sind zum jeweiligen Anlass geladene Gäste: Als Verwandte, Freunde der Familie oder wichtige gesellschaftliche Persönlichkeiten nehmen Sie an der Veranstaltung teil. Dabei steht es jedem frei, sich aktiv zu beteiligen oder den Abend als stiller Augenzeuge zu genießen.“ Ein DinnerKrimi kostet ab 69 Euro pro Person inklusive Vier-Gänge-Menü. Die Eintrittspreise variieren jedoch je nach Spielstätte. In den Wintermonaten, in der Vorweihnachtszeit und zu Jahresbeginn seien die Termine sehr schnell ausgebucht, so Leuerer. Daher empfiehlt sie frühzeitig zu buchen, damit der Wunschtermin noch verfügbar ist.
Fragen zum DinnerKrimi könnt ihr per Telefon von montags bis freitags zwischen 10:00 und 18:00 Uhr unter 06151/ 98 009-12 stellen oder ihr schaut euch auf der Website um.

Nicht nur in Großstädten: Einen DinnerKrimi inklusive Menü könnt ihr auch in kleineren Orten in der Rhein-Neckar-Region anschauen (Foto: DinnerKrimi / Theater auf Tour)

Nicht nur in Großstädten: Einen DinnerKrimi inklusive Menü könnt ihr auch in kleineren Orten in der Rhein-Neckar-Region anschauen (Foto: DinnerKrimi / Theater auf Tour)

Das Original KRIMIDINNER®: Ausflug in die Krimizeit der 60er Jahre

Im schummrigen Licht der spärlichen Beleuchtung verwandeln sich die detailreich dekorierten Räume in die geheimnisvollen Gemächer von Schloss Darkwood – Residenz des ehrwürdigen schottischen Adelsgeschlechts Ashtonburry. Seit der Premiere der Veranstaltungsreihe Das Original KRIMIDINNER® im Jahr 2002 hat Alexandra Stamm, ihres Zeichens Schauspielerin, Autorin, Regisseurin und Produzentin, insgesamt sechs Teile der Ashtonburry-Chronik kreiert. 40 der über 200 Spielorte liegen in der Rhein-Neckar-Region. Ob in Mannheim oder Frankfurt – die Krimidinner-Gäste können hier vier Stunden lang zeitgleich ein erlesenes Menü und ein, ganz im Stil des englischen Krimiautors Edgar Wallace gehaltenes, inszeniertes Verbrechen genießen. Wer es individueller mag und keine der offiziellen Veranstaltungstermine besuchen möchte, kann sich über diesen LINK über eine Exklusivshow informieren. Ihr habt Sonderwünsche in Bezug auf das Menü? Dafür nennt ihr bei der Ticket-Bestellung – egal ob online, telefonisch oder per E-Mail – spätestens jedoch eine Woche vor der Veranstaltung eure Wünsche. Das Team vom Original KRIMIDINNER® leitet diese an den jeweiligen Küchenchef weiter. Die Preise für das Krimidinner liegen zwischen 79 und 109 Euro. Obwohl die Gäste Teil der Inszenierung werden sollen, seid ihr natürlich nicht dazu verpflichtet mitzuspielen. Menü genießen oder mitmischen – die Entscheidung liegt bei euch.
Fragen könnt ihr über das Kontaktformular loswerden.

Willkommen bei den Ashtonburrys: Das Original KRIMIDINNER® entführt euch in die Krimizeit der 60er Jahre (Foto: © WORLD of DINNER)

Willkommen bei den Ashtonburrys: Das Original KRIMIDINNER® entführt euch in die Krimizeit der 60er Jahre (Foto: © WORLD of DINNER)

 

Der Vollständigkeit halber möchten wir euch hier noch die Websites von zwei weiteren Krimidinner-Anbietern in der Rhein-Neckar-Region verlinken: Das Kriminal Dinner und innePötte. Leider haben beide auf unsere Anfrage nicht reagiert.

Die Wahrheit steht zwischen den Seiten – Lesprobe / Annette Warsönke

Ungewöhnliche Protagonistin: In Aneete Warsönkes neuem Roman spielt die Hauptrolle eine Schreibmaschine (Foto: Warsönke)

Ungewöhnliche Protagonistin: In Annette Warsönkes neuem Roman spielt die Hauptrolle eine Schreibmaschine (Foto: Warsönke)

I.                   Teil

1.      DER DOKTOR                

NAME DES TOTEN: JANUS LILIENSTEIN
Die Finger des Doktors hämmerten auf die Tasten der alten Schreibmaschine, deren Hebel mit jedem Anschlag mehr zu ächzen schienen.

TODESURSACHE: HERZVERSAGEN, NATÜRLICHER TOD, KEINE FREMDEINWIRKUNG
Er lehnte sich in dem kühlen Ledersessel zurück und fixierte das Porträt des Verstorbenen, das über der Eingangstür hing. Seine Pupillen lieferten sich mit den durchdringenden Augen seines Gegenübers ein ungleiches Kräftemessen, das der Doktor schließlich mit einem Wimpernschlag beendete.

»Ja, das war´s dann wohl, alter Junge. Du hattest ein langes Leben, und das ist nun zu Ende. Du warst bei allen beliebt, oder zumindest geachtet. Da kommt nur ein natürlicher Tod infrage – im eigenen Bett friedlich entschlafen.«
WOHNORT: …
Der Arzt ließ seine Blicke über die Reihen lederner Buchrücken schweifen, die sich bis zur Decke erstreckten und im Sonnenlicht golden schimmerten.
»Hier hast du unzählige Stunden verbracht. Deine papierenen Weggefährten verharren noch immer auf deinem Schreibtisch aus wohlpoliertem Eichenholz. Shakespeares Hamlet und Macbeth, deine Lieblingsdramen. Und natürlich der alte Platon.«

Er nahm das Buch des griechischen Philosophen zur Hand und öffnete es an der eingemerkten Stelle: »›Der Mensch ist das Maß aller Dinge‹. Ja, das war dein Herzenssatz, dein Lebensmotto, könnte man sagen.«
Er füllte die restlichen Zeilen des Fragebogens aus, dann drehte er an der Walze der Schreibmaschine, die knirschend das Formular freigab.
»Ja, der Totenschein deines Herrn und Meisters war wohl dein letzter Auftrag. Gestern noch sein behüteter und wohlgepflegter Augapfel, morgen schon einer ungewissen Zukunft entgegen. Mechanische Schreibgeräte sind ein Luxus der Alten, die an der Vergangenheit hängen. Jetzt wird deine Zeit bald abgelaufen sein, so wie die Seine. Und auch meine Mission hier ist schon fast beendet.«

Er unterschrieb das Formular, packte es in seine abgegriffene Arzttasche und ließ die rostige Schnalle zuschnappen.
Dann erhob er sich und ließ seine Finger wie zum Abschied über die abgeschabten Tasten der Schreibmaschine gleiten. »Vergiss nie den Satz, den Hamlets treuer Weggefährte sagte: ›Der Rest ist Schweigen.‹«

2.      ATHENE

Ich konnte es nicht glauben. Es war, als wäre ich in ein tiefes, schwarzes Loch gefallen. Dunkelheit umgab mich, hielt mich eng gefangen, ohne Aussicht, jemals wieder das Licht der Sonne zu erblicken.

Düsternis beherrschte mein Denken. Warum bist du von mir gegangen, hast mich verlassen, im Stich gelassen, auf dieser Welt allein zurückgelassen?
Ohne dich bin ich nichts, habe keine Identität, keine Aufgabe, keinen Sinn. Du warst der wichtigste Teil meines Seins, was bin ich ohne dich? Nur eine leere Hülle ohne eigenes Leben …
Du warst für mich der wundervollste Mensch, deine Gedanken ein Quell der Erfüllung meiner einsamen Tage.

Ich war hin und her gerissen zwischen kalter, dumpfer Trauer und heißer, stechender Wut.
Trauer über Janus Weggang und Wut über den Doktor, über sein Reden und sein Tun – oder besser gesagt Nicht-Tun.
Keine Fremdeinwirkung. Wenn es nicht so tragisch wäre, müsste ich lachen. Herzversagen? Du warst kerngesund, nichts deutete darauf hin. Und ihm genügte sicherlich ein kurzer Blick auf dich. Nur nicht zu viel nachdenken, das war schon immer seine Devise.
Und wie er von deinen Büchern gesprochen hat, der Unwissende. Für ihn waren sie nur beschriebene Blätter in einem Einband, die er zwar gerne mal las, jedoch ohne den Sinn dahinter zu verstehen.
Wie anders bist du gewesen. Nie werde ich die Stunden vergessen, die wir beide zusammen mit ihnen verbracht haben, du hast mir mit deinen erfahrenen Händen ihre Bedeutung erklärt. Wie ich deine gefühlvollen Berührungen geliebt habe.

Sie waren nicht wie die knochigen Finger des Doktors, die mir immer einen eiskalten Schauer einjagten. Für ihn war ich eine unter vielen, für dich dagegen, wie du so oft sagtest, deine Muse. Ich hatte die Ehre, an deinen Ideen teilzuhaben und sie auf Papier zu bannen.
Du gabst mir einen Namen, der mich von all den anderen abhebt: Athene, die Göttin der Weisheit.
Aber nicht nur Hüterin der Weisheit, sondern auch kämpferische Beschützerin der Stadt Athen und des Odysseus auf dessen Fahrten.
Anders als meine große Namenspatin kann ich dich nicht mehr sicher nach Hause bringen, zu früh wurdest du mir entrissen. Aber ich kann zumindest versuchen, die Umstände deines Todes aufzuklären, wenn es schon sonst niemand tut.
Denn an einen schnöden Herzinfarkt vermag ich nicht zu glauben.

Wie der Doktor zu Recht erkannte, warst du ein geachteter Mann. Aber du hattest auch Gegner, die deine Worte und Taten nicht verstanden. Einige hatten dich beschimpft, sogar bedroht, aber du bist nie zur Polizei gegangen. Für dich war all dies nur eine Ausgeburt an Dummheit, die sich am Ende selbst vernichtet.
Und deine Philosophie war einleuchtend:
»Der Mensch ist das Maß aller Dinge.«
Er gibt ihnen einen Namen und legt ihre Eigenschaften fest. Jeder Mensch hat hierbei eine unterschiedliche Sichtweise, je nachdem, wie es sein geistiger Horizont erlaubt.

Ich bin dafür das beste Beispiel:
Für dich war ich Athene, deine Muse, die Schreiberin deiner Ideen – für den Doktor bin ich nur eine ganz gewöhnliche, alte Schreibmaschine.

©Annette Warsönke

Die Autorin

Jurisitin und Autorin: Die Schriftstellerin Annette Warsönke (Foto: Warsönke)

Jurisitin und Autorin: Die Schriftstellerin Annette Warsönke (Foto: Warsönke)

Schon in jungen Jahren fand man Annette Warsönke meist mit einem Buch vor der Nase – gerne auch mit Krimis. Da sie hierbei die Kombination von Buchstaben, Logik und Paragrafen fasziniert hat, hat sie Rechtswissenschaft studiert. Nach dem Examen ist sie beim Steuerrecht gelandet und hat in diesem Bereich mehrere Bücher veröffentlicht – unter anderem auch zum Thema Steuerstrafrecht.
Da sie sehr gerne mit Sprache arbeitet, ist sie als Freie Lektorin (ADB) und Dozentin für Kreatives Schreiben tätig.
Nach einem kurzen Abstecher nach Rom liegt ihr Lebensmittelpunkt heute südlich ihrer Geburtsstadt München.

Der Schritt von der Juristin zur Kriminalautorin war für sie eine logische Konsequenz aus ihrer Arbeit, die oft Spürsinn erfordert und Abgründe zeigt. Was sie liebt und mit Leidenschaft betreibt, ist die Dinge schreibend zum Leben zu erwecken. So entstand die Idee, einen Gegenstand, der mit der Entstehung von Kriminalromanen eng verbunden ist, zur Protagonistin ihres Krimis „Die Wahrheit steht zwischen den Seiten“ zu machen, der 2013 beim Spielberg-Verlag erschienen ist.

Da sich nicht nur Kriminelle gerne verbinden, ist sie Mitglied der Mörderischen Schwestern e.V. sowie im Montségur Autorenforum.

 

Der Tatort – in Mannheim ein beliebtes Fernsehformat

Es ist Sonntag, kurz vor 20 Uhr. Reger Umtrieb herrscht auf den Planken vor dem Mannheimer Cineplex. Die Tickets für die nächste Vorstellung sind beinahe alle im Vorverkauf vergriffen, vereinzelt gibt es noch freie Plätze in den vorderen Reihen. Bei diesem Szenario handelt es sich keineswegs um die Premiere eines Hollywoodfilmes, sondern um die Übertragung des öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramms sonntags abends zur Primetime. Die Rede ist von Deutschlands beliebtester Kriminalreihe: dem Tatort.

Längst hat es die seit mehr als 40 Jahren laufende Serie des ARD, ORF und SRF von der Mattscheibe im heimischen Wohnzimmer auf die Leinwände in großen Kinoketten und kleineren Kneipen und Cafés geschafft, wie zum Beispiel dem Café Vogelfrei in Mannheim. Anfangs konnte man dort einmal im Monat – mittlerweile beinahe jede Woche – den Ermittlerteams an 20 verschiedenen Schauplätzen dabei zusehen, wie sie brisante Fälle lösen, die immer mit aktuellen Diskursen und umstrittenen Themen verknüpft sind. Hinsichtlich des Vorspanns zeigt der Tatort gewohnte Kontinuität, denn seit der Erstausstrahlung 1970, hat sich dieser, bis auf geringfügige Modernisierungen, nicht verändert.

„In Deutschland gehört der Tatort mittlerweile einfach zur Fernsehtradition dazu“, erklärt der Lehramtsstudent Luis Gärtner, der regelmäßig Tatort schaut. „Besonders unter Studenten ist es geradezu zum Happening geworden, sich sonntags abends in einer Kneipe zu treffen und Tatort zu schauen. Am nächsten Tag wird viel darüber diskutiert und man will ja auch Bescheid wissen“, so der 20-Jährige.

Am häufigsten diskutiert wurde in letzter Zeit wohl das nur wenige Wochen auseinanderliegende Hamburger Doppeldebüt. Mit der actionreichen ersten Folge „Willkommen im Hamburg“ des eigensinnigen Ermittlers Nick Tschiller, gespielt von Til Schweiger, nahm die sonst eher moderat gehaltene Sendung Züge eines mit Kugelhagel und Explosionen bestückten Actionfilmes an. Weitaus ruhiger ging es bei der Folge „Feuerteufel“ letzten Sonntag zu, bei der Wotan Wilke Möhring in der Rolle des Kriminalhauptkommissars Thorsten Falke sein Debüt feierte. Anstatt an einen „Die Hard“-Teil erinnerte die Inszenierung jenes neuen Ermittlerteams vielmehr an die klassischen Detektivfilme der 40er Jahre. Parallelen lassen sich vor allem zu Robert Altmans Philip Marlowe Verfilmung „The Long Goodbye“ aus den 50er Jahren ziehen. Denn Kommissar Falke ist ebenso wie der Prototyp des Privatdetektivs ein milchtrinkender Einzelgänger.

Allgemein scheinen die Kreativteams des Tatorts gerne etwas von bewährten US-amerikanischen Produktionen abkupfern. So ähnelt der zu cholerischen Ausbrüchen neigende, traumatisierte Dortmunder Ermittler Peter Faber (Jörg Hartmann) einem tablettensüchtigen Dr. House aus der gleichnamigen amerikanischen Fernseherie.

Seien diese Analogien dahingestellt, so gehen die Meinungen über die verschiedenen Ermittler, die schauspielerischen Leistungen und den Plot weit auseinander. Von den Einen hoch gelobt, von den Anderen verpönt ist vor allem der Münsteraner Tatort mit dem ambivalenten Zwiegespann bestehend aus Axel Prahl als Kommissar Frank Thiel und Jan Josef Liefers als Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne.

Während man sich vielerorts noch über den obligatorisch gewordenen Rundfunkbeitrag empört, der es immerhin mit sich bringt, dass man sowohl den ARD-Radio Tatort, den es seit 2008 zu hören gibt, als auch alle Tatort-Folgen in einer umfassenden Mediathek immer wieder anschauen kann, sieht man in Mannheim jeden Sonntag einen Mann im Tatort-Vorspann um sein Leben rennen. Ob zum gemeinsamen Schmunzeln, zum Rätseln über den Ausgang der jeweiligen Folge oder zum Mitfiebern ist der Tatort allemal gut. „Außerdem kann man sich wunderbar drüber lustig machen, wenn der Tatort mal schlecht war“, erzählt Luis Face2Face.

Vorschau: Nächste Woche erscheint an dieser Stelle eine Buchrezension zu „Das Apple-Hasser Buch“.

Tod am Seeufer (Leseprobe) – Heike Grigoleit / mit Gewinnspiel

Rosemarie Walters schloss die Haustür auf. Sie hatte einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich und hoffte auf einen ruhigen Abend. Sie wusste, dass ihr Mann bereits mit dem Essen auf sie wartete. Sie hing ihren Mantel an die Garderobe, als sie schon den Streit aus der Küche hörte.

Rosemarie schloss genervt die Augen: „Guten Abend, was habt ihr zwei denn jetzt schon wieder?“ Sie ging in die Küche und hoffte, zwischen ihrem Mann und ihrer Tochter vermitteln zu können. Thomas sah ihr entgegen: „Guten Abend, Romy“, Thomas ging nicht auf ihre Frage ein. „Hattest du einen sehr anstrengenden Tag?“ Er war etwas jünger als seine Frau und gerade mit dem Kochen beschäftigt. Romy sah ihn fragend an, und dann zu ihrer Tochter: „Tine, was war hier los?“ Der Teenager sah sie an und es war ihr anzusehen, dass etwas nicht stimmte: „Interessiert dich das überhaupt? Du glaubst doch sowieso nur ihm.“

Tod am Seeufer (Leseprobe) - Heike Grigoleit / mit Gewinnspiel

Bei uns zu gewinnen: der neue Roman „Tod am Seeufer“ (Foto: Grigoleit)

Thomas ließ seiner Frau nicht die Möglichkeit, zu antworten: Kannst du nicht erst einmal Guten Abend sagen? Hast du denn wirklich gar kein Benehmen? Und jetzt deck endlich den Tisch!“ Die Wut, die Romy im Flur gehört hatte, wirkte etwas gedämpfter, war aber noch lange nicht verflogen. Der Teenager griff nach den Tellern, die auf der Arbeitsplate standen: „Du bist nicht mein Vater, Tom! Also hör auf, mich erziehen zu wollen.“ Kerstin ging an ihrer Mutter vorbei: „Hi, Mutti!“ Romy sah ihrer Tochter hinterher: „Thomas, wo war diesmal das Problem? Ich habe euch doch streiten gehört.“ Sie verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte sich an den Türrahmen. Thomas legte ihr lächelnd die Hände auf die Schultern: „Du kennst sie doch. Du hast sie einfach zu sehr verwöhnt.“ Romy konnte ihm nicht widersprechen und hoffte, dass ihr Mann Recht hatte.

Sie hatten erst vor einem halben Jahr geheiratet, und Romy wusste, dass ihre Kinder darüber geteilter Meinung waren. Während der 15jährige Michael sich mit seiner Mutter freute, war sie sich bei der 13jährigen Kerstin nicht mehr wirklich sicher. „Thomas, ich habe sie nicht verwöhnt. Worüber habt ihr gestritten?“ Er zuckte mit den Schultern und sah sie unschuldig an: „Romy, sie sollte nur den Tisch decken. Ist das zu viel verlangt, wenn ich schon koche? Das sollte sie aber auch langsam lernen. Ich bin schließlich nicht ihr Dienstbote.“ Romy war zu müde, um darüber zu diskutieren. Beim Essen sagte niemand ein Wort und auch danach sah Thomas das Thema als erledigt an. Er schickte Kerstin in die Küche zum Abwaschen. Rosemarie sagte nichts dagegen, sie fand, dass Kerstin alt genug war, im Haushalt zu helfen. Auf die wütenden Kommentare ihrer Tochter achtete sie nicht weiter. Sie schaltete die Nachrichten ein, doch wie an fast jedem Abend schlief sie auf der Couch ein. Thomas weckte sie, als er ins Bett gehen wollte.

Am nächsten Morgen fiel es Romy schwer, aufzustehen. Sie hatte das Gefühl, dass diese Nacht wieder viel zu kurz gewesen war. Sie nahm sich vor, nicht wieder auf der Couch einzuschlafen. Romy setzte den Kaffee auf und ging dann in Michaels Zimmer, um ihn zu wecken. Ihr Sohn drehte sich noch einmal um, aber das kannte sie bereits. Romy ging in das Zimmer ihrer Tochter. „Kerstin?“ Hektisch lief sie zum Bad und klopfte an: „Kerstin? Kerstin, bist du da drin?“ Michael kam aus seinem Zimmer: „Was schreist du denn so rum?“ Sie antwortete nicht und lief durch das Haus, aber sie konnte ihre Tochter nicht finden.

Michael sah seiner Mutter eine Weile zu und hielt sie dann in der Küche am Arm: „Vielleicht ist sie ja schon los, oder holt Schrippen.“ Romy hob die Augenbraue: „Mike, deine Schwester steht genauso gut auf wie du. Und warum sollte sie Schrippen holen, wir haben Brot im Haus. Zieh dich an, ich muss Thomas wecken.“ Ihr Sohn sah sie ungläubig an: „Der wird auch nicht wissen, wo sie ist. Der wird doch eher froh sein, wenn sie nicht da ist.“ Romy gab ihm einen liebevollen Klaps auf den Arm: „Sag nicht sowas. Einem von euch muss sie doch etwas gesagt haben.“ Michael verzichtete darauf, seiner Mutter zu antworten. Er ging ins Zimmer seiner Schwester. „Warum war ihr Bett schon gemacht?“ fragte er sich. Mike hörte wie seine Mutter ihren Mann aufgeregt weckte. „Das konnte jetzt ja etwas werden!“ dachte er und beschloss sich am besten für heute unsichtbar zu machen.

Thomas konnte nicht glauben, womit seine Frau ihn weckte: „Was ist mit Kerstin?“ Romy stand neben dem Bett: „Tom, sie ist nicht in ihrem Zimmer.“ Er sah verschlafen auf den Wecker: „Dann ist sie sicher schon früher los. Ich glaube, sie sagte mal sowas. Lass mich einfach weiter schlafen.“ Er drehte sich um, um genau das zu tun. Romy konnte es nicht fassen, sie war dicht davor, die Nerven zu verlieren. „Thomas bitte! Wir müssen doch irgendetwas tun?“ Er drehte sich noch einmal zu ihr um: „Ruf sie doch auf ihrem Handy an.“ Damit war für ihn das Thema erledigt.

Romy ging zurück ins Zimmer ihrer Tochter und sah sich um. Vielleicht würde sie ja irgendwo einen Hinweis finden können. Sie fand aber nur das abgeschaltete  Handy auf dem Schreibtisch ihrer Tochter. Sie merkte nicht, wie schnell die Zeit verstrich und erschrak als ihr Sohn sie ansprach: „Bekomme ich eigentlich noch Frühstück, oder fällt das heute aus?“ Romy wischte sich die Tränen aus dem Gesicht: „Entschuldige, Mike. Wo kann sie nur sein? Du weißt wirklich nichts?“ Der Junge schüttelte den Kopf: „Ich habe null Ahnung, Mama. Mach dir keine Sorgen, es gibt bestimmt eine Erklärung dafür. Was ist jetzt mit dem Frühstück?“ Sie nickte und sah auf ihre Uhr: „Oh Gott, es ist schon so spät? Mike, komm mit.“

Sie suchte in ihrer Handtasche nach ihrem Portemonnaie und gab ihrem Sohn etwas Geld: „Hier, aber nur ausnahmsweise. Was sollen wir jetzt nur der Schule sagen?“ Michael steckte das Geld ein: „Vielleicht ist sie ja doch dort. Sollte ich sie sehen, dann ruf ich dich an. Soll ich mir was für ihre Lehrer ausdenken?“ Romy schüttelte den Kopf: „Nein, mit so etwas fangen wir erst gar nicht an. Du fahr zur Schule, ich werde euren Vater anrufen, vielleicht ist sie ja bei ihm.“ Michael unterdrückte eine Antwort und verabschiedete sich nur noch.

© Heike Grigoleit

Tod am Seeufer (Leseprobe) - Heike Grigoleit / mit Gewinnspiel

Schreibt seit 2008: Autorin Heike Grigoleit (Foto: Grigoleit)

Die Autorin

Heike Grigoleit ist 1967 in Berlin geboren und seit 1989 verheiratet. Mit dem Schreiben hat sie 2008 mit einer Fanfiction angefangen, allerdings erschien „Hot August“ ein halbes Jahr vor der Fanfiction zur Krimiserie „The Beast“. Durch gesundheitliches Handicap wurde das Schreiben zu einer Situationsbewältigung und so erschien 2010 „Real life meets Internet“ und 2011 „Verhängnisvolle Verhältnisse“. 2012 folgte „Mord an der Schule“ und gerade erschien „Tod am Seeufer“.

Bisher hat Heike Grigoleit an zwei Autorenwettbewerben teilgenommen. 2010 belegte sie bei WebWalpurga mit „The Beast“ und den 17. Platz und 2012 mit „Mord an der Schule“ bei „derneuedeutschebuchpreis“ den 15. Platz.

Zu Gewinnen

Exklusiv auf Face2Face verlosen wir ein Exemplar des Romans „Tod am Seeufer“. Was ihr zum Gewinnen tun müsst: Schreibt bis einschließlich Sonntag, 28. April, 23:59 eine Mail an eva-maria.obermann@face2face-magazin.de. In der Mail enthalten sein sollte eurer Vor- und Nachname, euer Alter und natürlich eure Adresse. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt via Mail.

Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-mailadresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich die Online-zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung (1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz. (5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz (1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges (1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

Unfallopfer / Andreas Schneider – mit Gewinnspiel

Zwei Krankenwagen kamen gleichzeitig an dem großen Tor der Unfallaufnahme an.
Doktor Sauer eilte seinen Helfern nach, den Neuzugängen entgegen.

„Unfallgegner. Stießen mit ihren Wagen frontal zusammen“, sagte einer der Krankenwagenfahrer. „Dieser Mann hat mehrere Knochenbrüche und einen Schock, ist bewusstlos. Der andere“, er zeigte auf den zweiten Rettungswagen, „sieht schlimmer aus – könnten Organe beschädigt sein.“
Sauer fluchte innerlich: Die Unfallaufnahme war chronisch unterbesetzt, vor allem an einem Tag wie heute, einem Sonntag.
„Okay“, befahl er kurzerhand. „Sie kümmern sich um den Mann mit den Knochenbrüchen.“ Er zeigte auf einen der
Rettungsärzte, die eigentlich zur Besatzung der Krankenwagen gehörten. „Der andere Verletzte: Sofort in den OP!“

Unfallopfer / Andreas Schneider - mit Gewinnspiel

Gefährliche Entwicklungen: Der neue Roman von Andreas Schneider, exklusiv hier zu gewinnen (Foto: Schneider)

Doktor Sauer schwitzte. „Schließen Sie ihn an ein Dialysegerät an, ist höchste Eisenbahn!“
Seine Helfer wuselten um ihn herum.
Was mache ich nun, fragte der Arzt sich selbst. Dieser Mann hat nur eine Niere, die nun kaputt ist. Das Beste wäre ein neues Organ.
Ich kann ihn doch nicht sterben lassen!
„Schwester, sehen Sie doch mal die Spenderliste durch.“
„Derzeit gibt es keine Übereinstimmungen.“
Sauer fluchte. Doch plötzlich hatte er eine Idee.

„Wir sollen Herrn Roeder untersuchen? Sie wollen …“ Die Krankenschwester war entsetzt.
„Untersuchen Sie ihn! Schnellstens! Die Chance, ausgerechnet er … Sie geht gegen Null. Das wäre ein großer Zufall, schon fast ein Sechser im Lotto.“
„Er ist noch immer bewusstlos. Er kann uns kein Einverständnis geben.“
„Sehen Sie eine andere Möglichkeit?“, schnauzte Sauer.

Stunden später.
Doktor Sauer betrat in Begleitung einiger Schwestern das Krankenzimmer. Daniel Sommer sah auf.
„Herr Sommer. Sie haben großes Glück gehabt. Es fehlte nicht viel und Sie wären nicht mehr unter uns.
Ihr Pech war, die, man kann schon sagen, Vernichtung Ihrer einzigen Niere. Das Glück im Unglück jedoch, lässt sich kaum beschreiben: Wir hatten sofort eine Spenderniere parat, die wir Ihnen eingesetzt haben.“
Nachdenklich befühlte Sommer die Narbe, während der Arzt die Werte auf dem Krankenblatt studierte.

Dann wanderte die Delegation ins nächste Krankenzimmer.
Axel Roeder konnte sich kaum bewegen. Er hatte so viele Knochenbrüche, er war zu einer Gipsstatue geformt worden.
„Bedauerlicherweise mussten wir Ihnen eine Niere entfernen. Sie war nicht zu retten. Die Zweite ist allerdings völlig in Ordnung, so dass Sie in Zukunft nichts zu befürchten haben.
Sie haben großes Glück gehabt.“

©Andreas Schneider

Der Autor:

Unfallopfer / Andreas Schneider - mit Gewinnspiel

Schreibt Krimis: Autor Andreas Schneider (Foto: Schneider)

Andreas Schneider, geboren in Leipzig, lebt seit seiner Kindheit im Vogtland.
Er ist Autor zahlreicher Kurzgeschichten, die in den Anfangsjahren seiner Schreibwut im Internet veröffentlicht wurden.
Später nahm der Yedermann – Verlag zwei seiner Storys in den Anthologien „Netzgeschichten 4“ und „Netzgeschichten 6“ auf.
Der Sprung zum ersten Buch „Die Saat der Väter“ war nun nicht mehr weit. Es handelt sich hier um eine Kriminalerzählung, die sich dem Thema Alkohol annimmt.
Das zweite Buch „Gefährliche Entwicklungen“ stellt die Jugendkriminalität in den Vordergrund.
Hauptberuflich ist Andreas Schneider als Elektromonteur tätig.
Weitere Infos aus seiner Internetseite.

Verlosung:

Exklusiv auf Face2Face verlosen wir ein Exemplar von Andreas Schneiders neuem Krimi „Gefährliche Entwicklunge„. Was ihr zum Gewinnen tun müsst: Schreibt bis einschließlich Sonntag, 28. Oktober, 23:59 eine Mail an eva-maria.obermann@face2face-magazin.de. In der Mail enthalten sein sollte eurer Vor- und Nachname, euer Alter, ob ihr die gedruckte oder elektonische Version des Buchs gewinnen wollt und natürlich eure Adresse. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt am Montag, 29. Oktober via Mail.

Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-mailadresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich die Online-zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung (1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz. (5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz (1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges (1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

Wie man das Grauen schafft: Interview mit dem Krimiautor Arno Strobel

Henning Mankell, Joy Fielding, Stephen King – internationale Krimiautoren, die jeder kennt und deren Bücher weltweit gelesen werden. Doch auch deutsche Autoren, unter ihnen der Saarländer Arno Strobel, brauchen sich nicht zu verstecken und erfreuen sich einer immer größer werdenden Fangemeinde.
Der 1962 in Saarlouis geborene Krimiautor feiert mit seinen Büchern unglaubliche Erfolge im In- und Ausland. So wird beispielsweise ein türkischer Verlag „Der Trakt“, „Das Wesen“ und „Das Skript“ in den kommenden Monaten veröffentlichen. Auf eine faszinierende Art und Weise schafft Strobel es, die Leser seiner Psychothriller bis zur letzten Seite zu fesseln und in Spannung zu versetzen. Über seine Tätigkeit als Autor und den Krimi im Allgemeinen hat er Face2Face Interessantes im Interview erzählt.        

Face2Face: Da es keinen „klassischen Weg“ gibt, Autor zu werden, zunächst die Frage an Sie, wie sie überhaupt zum Schreiben gekommen sind.
Strobel:
Meine ersten Erfahrungen mit dem Schreiben und dem Veröffentlichen von Geschichten durfte ich schon mit 13 sammeln. Es war die klassische Situation: Die Sommerferien waren zu Ende, und wir sollten als Hausaufgabe den Aufsatz “Mein schönstes Ferienerlebnis” schreiben. Dabei beging meine Lehrerin allerdings den Fehler, uns zuzugestehen, dass wir die Geschichte auch erfinden durften.
Das führte dazu, dass mein Ferienerlebnis sich am Amazonas abspielte, zwischen gefährlichen, wilden Tieren und Wilderern, die ich auf 15 handgeschriebenen Seiten natürlich allesamt listenreich zur Strecke brachte. Das fand die Lehrerin wohl so außergewöhnlich, dass sie den Aufsatz an die regionale Zeitung schickte, wo er auch tatsächlich abgedruckt wurde.
Danach herrschte lange Zeit Stille in Bezug auf das Schreiben. Erst mit Ende dreißig – damals entstanden die ersten Schreibforen im Internet – packte es mich, und ich startete meine ersten Gehversuche in Sachen  Kurzgeschichten. Gleich die allererste davon wurde für eine Anthologie genommen, und als sich danach immer wieder Redakteure von Zeitschriften und Herausgeber von Anthologien für meine Texte interessierten, stellte ich mir die Frage, ob ich denn auch einen Roman schreiben konnte. Nach fünf oder sechs ambitionierten Versuchen, die allesamt spätestens nach Seite drei starben, schaffte ich es dann schließlich, so weit zu kommen, dass an einen Abbruch nicht mehr zu denken war, weil dann die ganze Arbeit für die Katz‘ gewesen wäre.

Face2Face: Wieso entschieden Sie sich schließlich für das Krimi-Genre?
Strobel: Ich denke, die Faszination beim Schreiben ebenso wie beim Lesen von Krimis und Thrillern basiert auf dem Wissen, ganz schreckliche Dinge aus einer sicheren Distanz zu “erleben”, mit der Gewissheit, anschließend selbst unversehrt aus der Geschichte wieder herauszukommen. Beim Schreiben wird dieser Effekt noch dadurch verstärkt, dass ich als Autor gefahrlos Dinge aus meiner dunkelsten Fantasie virtuell “ausleben” kann.

Face2Face: Wie kann man sich Ihre Vorgehensweise beim Schreiben eines neuen Krimis vorstellen? Wissen Sie zu Beginn des Schreibens schon die gesamte Handlung, inklusive aller wichtigen Details?

Strobel: Oh nein. Am Anfang steht nur eine Grundidee, meist geboren aus einer alltäglichen Begebenheit, die ich beobachtet habe und zu der ich mir die Frage stellte: „Was wäre, wenn jetzt dies oder das passieren würde?“  Zum Beispiel stand bei „Der Trakt“ über allem die Frage: Was wäre, wenn man einer Mutter erzählen würde, sie hätte gar kein Kind. Wenn JEDER ihr das erzählen würde.Dazu überlege ich mir dann eine ganz grobe Story. Hier: Frau erwacht aus Koma, ab dem Moment ist alles anders.Niemand glaubt, dass sie einen Sohn hat, selbst ihr Mann nicht,  und mehr noch, niemand scheint sie zu erkennen. Nun überlege ich mir einen Anfang, der die LeserInnen möglichst schnell packt und in die Geschichte hineinzieht. Ebenso wichtig ist das Ende, also wie löse ich das Ganze auf? Nun habe ich also eine Idee, eine Start- und eine Ziellinie. Ich stelle die ersten Protagonisten an der Ziellinie auf, lasse sie loslaufen und schreibe ihnen einfach hinterher.  Manchmal verlaufen sie sich im Eifer, dann muss ich einen Teil löschen und an einem vorherigen Punkt wieder neu beginnen. Manchmal ergeben sich dadurch aber auch neue Perspektiven, und die Geschichte bekommt Wendungen, mit denen ich vorher selbst nicht gerechnet habe.

Face2Face: Und wie war es bei „Das Wesen“? Die Geschichte spielt schließlich auf zwei Zeitebenen. Haben Sie jede für sich geschrieben oder beide zeitgleich?
Strobel: Beides. Die ersten Kapitel habe ich so geschrieben, wie sie im Buch stehen, die Zeitebene mit fast jedem Kapitel wechselnd. Dann aber habe ich mich dazu entschieden, zuerst den vergangenen Fall komplett zu schreiben, und dann die Gegenwart dazwischen einzuschieben. 

Face2Face: Woher nehmen Sie die Inspiration für den Stoff Ihrer Bücher?
Strobel: Wie oben schon beschrieben, aus alltäglichen Begebenheiten. Um beim Beispiel „Der Trakt“ zu bleiben:  Wir hatten an einem Sonntagnachmittag Besuch von einer Freundin meiner Frau. Sie kam mit ihrem damals fünfjährigen Sohn, der an diesem Tag, nennen wir es einmal „etwas anstrengend“ war. Das ging so weit, dass seine Mutter irgendwann die Augen verdrehte und seufzte: „Ich stelle mir jetzt einfach mal für fünf Minuten vor, ich hätte gar keinen Sohn.“ In diesem Moment stellte ich mir die Frage, wie sie wohl reagieren würde, wenn alle anderen ihr sagen würden, sie hätte keinen Sohn. Ich dachte mir, das müsse für eine Mutter das absolute Grauen sein. Stoff für einen Thriller!


Face2Face:
Was macht für Sie einen richtig guten Krimi aus?
Strobel: Die Autorin/Der Autor muss mich von der ersten Seite in das Buch hineinziehen und es schaffen, dass ich unbedingt wissen möchte, wie es weiter geht. Einen guten Krimi oder Thriller lese ich nicht, wenn ich gerade die Zeit dazu habe, sondern ich schaffe mir die Zeit, schnell weiterlesen zu können, weil ich wissen muss, wie es weiter geht. Wenn ich dann vom Ende noch überrascht werde, ist es perfekt. Das versuche ich natürlich auch selbst beim Schreiben entsprechend umzusetzen.

Face2Face: Könnten Sie sich denn auch eine Verfilmung Ihrer Bücher vorstellen? Wenn ja, welches würde Sie am meisten reizen zu verfilmen?
Strobel: Oh ja, das könnte ich mir sehr gut vorstellen und ich glaube, für mich selbst wäre der Reiz bei „Das Wesen“ am größten.

Face2Face: Hätten Sie auch schon eine ideale Besetzung für den Täter?
Strobel: Das würde ich ebenso wie das Drehbuch denjenigen überlassen, die sich damit auskennen (lacht).

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr an dieser Stelle etwas über den Mannheimer Krempelmarkt!

Krimis und Dinosaurier – so sieht das neue Fernsehprogramm aus

Wie der Internetdienst „DWDL.de“ berichtet, wird es ab Frühjahr 2012 einige Änderungen in der deutschen Fernsehlandschaft geben. Neben neuen Formaten, die erstmals hierzulande ausgestrahlt werden, kehren auch bekannte Serien mit aktuellen Staffeln zurück. Eine Übersicht über die wichtigsten Neuerungen findet ihr hier:

ARD:
Nach dem „Markencheck“ kommt jetzt der „Ernährungscheck“ mit TV-Koch Tim Mälzer. Ab Montag, 27. Februar, führt Mälzer ein Ernährungsexperiment mit 45 Testpersonen durch, die vier Wochen lang in seiner TV-Küche bewirtet werden. Damit will sich die ARD vor allem weiterhin ein junges Publikum sichern, das der Sender mit der „Markencheck“-Reihe erreichen konnte.

RTL:      
Ende Februar kehrt die Dokusoap „Undercover Boss“ zurück. Die Ausstrahlung war ursprünglich für Herbst 2011 vorgesehen, wurde jedoch aus organisatorischen Gründen aufs Frühjahr verschoben. Geplant sind sechs neue Folgen, in denen unter anderem die Geschäftsführer von „Pit Stop“ und dem „Malteser Hilfsdienst“ zu sehen sein werden. Ausgestrahlt wird das Format immer montags um 21:15 Uhr.
Ab Anfang März werden nach der Winterpause außerdem neue Staffeln der Erfolgsserien „Dr. House“, „CSI Miami“, „Alarm für Cobra 11“, „Bones“ und „CSI“ zu sehen sein.

Krimis und Dinosaurier – so sieht das neue Fernsehprogramm aus

Von Science-Fiction bis Vampir-Romanze: So vielfältig ist das neue Fernsehprogramm (Foto: Presseportal/Widex Hörgeräte GmbH)

ProSieben:    
Ab Montag, 27. Februar, strahlt der Sender die aufwendige Steven Spielberg-Produktion „Terra Nova“ aus. Der Start der Science-Fiction-Serie musste in den USA aufgrund immenser Produktionskosten immer wieder verschoben werden, was letztendlich zu Desinteresse beim Publikum führte. Ob es eine zweite Staffel geben wird, ist deshalb fraglich. Hier geht’s zum Trailer.

Außerdem wird ab Montag, 19. März, die dritte Staffel der Serie „Vampire Diaries“ zu sehen sein, die bisher auf dem Frauensender „Sixx“ ausgestrahlt wurde. Für „Sixx“ war die Serie ein großer Erfolg und auch hier wird die dritte Staffel immer vier Tage vor der Ausstrahlung auf „ProSieben“ laufen, allerdings geschnitten. Die ungeschnittene Version wird dann auf „ProSieben“ ausgestrahlt.

Kabel Eins:  
Nach dem mäßigen Erfolg der ersten Staffel von „Body of Proof“ wird die zweite Staffel nun auf „Kabel Eins“ ausgestrahlt. Starttermin ist Freitag, 2. März, 21:15 Uhr.

ZDFneo:        
Ab Donnerstag, 9. Februar, wird die zweite Staffel der Talkshow „Stuckrad Late Night“ zu sehen sein. Wie gewohnt wird dabei Moderator Benjamin von Stuckrad-Barre Talkgäste aus Politik und Gesellschaft empfangen. Die Sendung soll direkt im Anschluss an „neoParadise“ mit Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf ausgestrahlt werden, was zunächst Erfolg verspricht. Das Filmmagazin „Moviacs“ soll dagegen eingestellt werden, so der Sender. Ab Anfang März wird dagegen die Familienserie „The Middle“ im Vorabendprogramm zu sehen sein. Hier geht’s zum Trailer.

ZDFkultur:    
Trotz der Talkshowflut im deutschen Fernsehen hat sich der Digitalsender dazu entschlossen ab Sonntag, 4. März, wöchentlich die Talkrunde „Roche & Böhrmann“ auszustrahlen. Charlotte Roche ist vor allem als Autorin und ehemalige MTV-Moderatorin bekannt, Jan Böhrmann ist langjähriger Radiomoderator.

RTL II: 
Der Sender sicherte sich die Rechte an der hochkarätigen US-Serie „Game of Thrones“. Es ist jedoch noch nicht bekannt, wann die zehnteilige erste Staffel ausgestrahlt werden soll. Hier geht’s zum Trailer.

VOX:
Ab Mittwoch, 14. März, trumpft der Sender mit der sehr erfolgreichen US-Krimiserie „Rizzoli & Isles“ auf. Sie handelt von einer Polizistin und einer Gerichtsmedizinerin die gemeinsam knifflige Fälle lösen. Sendeplatz ist Mittwoch, 20:15 Uhr. Hier geht’s zum Trailer.

Vorschau: Nächste Woche berichtet Nadine über Wortneuschöpfungen als Spiegel der Gesellschaft

Jan Costin Wagner – der Poet unter den Krimi-Autoren

„Kimmo Joentaa lebte mit eine Frau ohne Namen in einem Herbst ohne Regen. Das Hoch wurde Magdalena getauft. Die Frau ließ sich Larissa nennen. Sie kam und ging. Er wusste nicht woher und wohin.“

Jan Costin Wagner – der Poet unter den Krimi-Autoren

1972 in Hessen geboren: Autor Jan Costin Wagner (Foto: Dennis Yenmez)

Das sind die ersten Worte aus Jan Costin Wagners neustem Kriminalroman „Das Licht in einem dunklen Haus“ – das mittlerweile vierte Abendteuer des finnischen Polizeikommissars Kimmo Joentaa. Wagner spricht mit sanfter Stimme, als er beim „Pfälzer Krimiherbst“ in Neustadt aus seinem Buch vorliest. Er hat das braune, schulterlange Haar zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden, trägt einen dunkelblauen, ausgebeulten Pullover und Sneakers.

Ein wenig schüchtern wirkt er, mag irgendwie nicht dem Bild eines Kriminalautors entsprechen, der in seiner Fantasie grausame Morde inszeniert und in die Abgründe der menschlichen Seele eintaucht. Doch auf das Label „Kriminalroman“ gibt Jan Costin Wagner eigentlich nicht viel. Seine Romane sind eher eine Psychoanalyse über Tod und Verlust, gemordet wird fast beiläufig. Zentrale Figur der Bücher ist Kimmo Joentaa, den Wagner in „Eismond“, dem ersten Band der Buchreihe, schon auf den ersten Seiten einen schrecklichen Verlust erleiden lässt.

Kimmos junge Frau Sanaa erliegt dem Krebs: „Der Tod trat nachts ein, drei Tage nachdem Rintanen ihn über die Verschlechterung ihres Zustands informiert hatte. Es war dunkel im Zimmer, er spürte ihre Hand und erahnte ihre Augen und Lippen. Er begann, in den Halbschlaf hinabzugleiten, wurde zurückgerissen von der plötzlichen Angst, die Pause zwischen ihren Atemzügen werde nicht enden. Er tat, was er oft getan hatte, hielt die Luft an, beugte sich zu ihr hinab und verharrte still. Er wartete auf ihr leises, flaches Atmen, auf den schwachen Puls an seinen Fingern, aber dieses Mal kam nichts.“ Wagners Worte liegen einem wie Steine im Magen, schnüren dem Leser genauso die Kehle  zu mit erstickendem Schmerz wie seiner Hauptfigur Kimmo.

Jan Costin Wagner – der Poet unter den Krimi-Autoren

Wurde für den Los Angeles Times Book Prize nominiert: „Eismond“ (Foto: Galiani Verlag)

„Ich hatte jahrelang den Gedanken eine Geschichte zu schreiben über einen jungen Mann, dessen Frau stirbt. Mir ging es darum auch für mich relevante Themen zur Sprache zu bringen, aber auch Themen, die jeden Menschen betreffen. Jeder hat ja Angst davor, einen Menschen zu verlieren, den er liebt“, erklärt Wagner. Dann verstarb ein guter Freund an Krebs, was ihn zunächst dazu veranlasste, diese erste Szene seiner Romanreihe zu schreiben. Der Verlust von Sanaa und die Verarbeitung der Trauer begleiten Kimmo über alle Bücher hinweg. „Das war eigentlich die Urzelle dieser Figur, alles andere hat sich dann entwickelt“, so der Autor.

Wenn Wagner aus seinem Roman vorliest, hebt er am Ende jedes Satzes leicht die Stimme. Eine Angewohnheit, die er wohl aus dem Finnischen übernommen hat, in dem stets die erste Silbe eines Wortes betont wird. Früher, so sagt er, wusste er über Finnland nur, dass es dort diese Ski-Springer gab, die immer alles gewonnen haben. Heute ist das Land seine zweite Heimat.

Wagner ist mit einer Finnin verheiratet, die Familie lebt abwechselnd in der Nähe von Frankfurt und in Finnland. Jedoch wird er so schnell wohl nicht zum Schauplatz seiner Romane zurückkehren, da seine Tochter kürzlich in Deutschland eingeschult wurde. Finnland ist allerdings mehr als nur eine schaurig schöne Kulisse für seine Krimis, betont Wagner: „Für mich sind meine Romane natürlich auch eine Hommage an das Land.“  Mittlerweile wurden die Bücher auch ins Finnische übersetzt, so wie in dreizehn weitere Sprachen.

Jan Costin Wagner – der Poet unter den Krimi-Autoren

Wagners aktueller Roman: „Das Licht in einem dunklen Haus“ (Foto: Galiani Verlag)

2008 wurde Wagner für „Das Schweigen“ mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet. Ein Blick in den Pressespiegel macht deutlich, dass der Autor gleichermaßen Liebling von Literaturkritikern und Journalisten ist: Die Rezensionen seiner Kriminalromane sind durchweg voll des Lobes. Man kann sich geradezu vorstellen, wie er mit seinen Verlegern zusammensitzt und über das Dilemma berät, welche Lobeshymne nun auf den Buchdeckel gedruckt werden soll – Platz ist schließlich nur für drei oder vier.

So schreibt „Spiegel Online“: „Die Bücher gehören zum Besten, was das Krimigenre derzeit zu bieten hat.“ Der „Focus“ sagt: „Wagner ist ohne Zweifel ein begnadeter Erzähler.“ Und die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ meint: „Jan Costin Wagner – eine der erstaunlichsten, jungen deutschen Literaturentdeckungen der letzten Zeit.“ Auch international findet der Autor Anklang, wurde von der „Los Angeles Times“ für deren Buchpreis nominiert.

Jan Costin Wagner hat es verstanden, die Grenzen des Krimigenres auszuhebeln. Sein Ermittler ist kein heldenhafter Haudegen, sondern ein gebrochener Mann im ständigen Kampf für und gegen das Leben. Mörder können dagegen auch sympathisch sein. Bei Wagner wirkt Moral zerbrechlich wie die dünne Eisschicht auf der Kulisse Finnlands. Fazit: Wer Krimis mag, wird Wagners Romane lieben.

Weitere Infos zu Jan Costin Wagner und seinen Romanen findet Ihr HIER

Vorschau: Nächste Woche folgt Leonardo da Vinci Teil III.