Nachhaltigkeit mit Genuss

Umweltbewusstsein und ein nachhaltiger Lebensstil werden in unserer Gesellschaft und gerade zu Zeiten von Greta Thunberg besonders großgeschrieben. Ein paar Tipps wie es sich nachhaltiger leben lässt, haben wir in diesem Monat für euch zusammengetragen. Wie man schnell und einfach Bäume pflanzt und damit die Welt verbessert, und was eine Schokolade damit zu tun hat, erkläre ich euch in diesem Artikel.

Wie alles begann

Schokolade zwischen Blütenblättern
Die Gute Schokolade: Fair gehandelt und klimaneutral produziert. (Foto: Plantfortheplanet.org)

Die Idee, mit Schokolade Bäume zu pflanzen, hatte ihre Wurzeln schon weitaus früher geschlagen. Der damals neunjährige Felix Finkbeiner gründete 2007 eine Schülerinitiative mit dem Namen „Plant-for-the-Planet“, inspiriert von einer Frau, die in Afrika in 30 Jahren 30 Millionen Bäume gepflanzt hat.
Um also das Klima auf der Welt zu verbessern, lautete Felix Plan, jedes Kind solle in seinem Land eine Million Bäume pflanzen, um somit einen CO2-Ausgleich zu schaffen der die Erde und damit auch die Zukunft der Generationen retten soll. Seine Idee wird in die Welt getragen und findet großen Zuspruch. Auch bekannte Persönlichkeiten wie Fürst Albert von Monaco und Schauspieler Harrison Ford unterstützen die Initiative und werben mit ihrem Gesicht für die Kampagne „Stop talking. Start planting“. Im Jahr 2011 übergibt schließlich das Umweltprogramm der Vereinten Nationen die Verantwortung für die sogenannte „Billion-Tree-Campaign“ an die Kinder von „Plant-for-the-Planet“, die nun die Aufgabe haben, alle Menschen zum Bäume pflanzen zu motivieren.

Ziel von „Plant-for-the-Planet“

Das oberste Ziel der Initiative ist es, die Welt mithilfe der gepflanzten Bäume zu retten und die Klimakrise zu bekämpfen. Wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass auf der Welt für 1000 Milliarden weitere Bäume Platz sei. Das stellte 2018 den Startschuss für ein neues Ziel von „Plant-for-the-Planet“ dar. In einer Deklaration wird das Ziel 1000 Milliarden Bäume zu pflanzen festgehalten und unter anderem von NGOs, Prominenten wie Fürst Albert II von Monaco und auch von Patricia Espinosa, der Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen unterzeichnet.
Um das Ziel erreichen zu können, sind weltweit Kinder aktiv, die jedoch nicht nur Bäume pflanzen, sondern ihr Wissen auch weitergeben. So gibt es beispielsweise Akademien in der Schweiz, Österreich, Deutschland, aber auch in Tunesien und Mali, bei denen Kinder sich gegenseitig zu Botschaftern für die Klimagerechtigkeit ausbilden können.

Schokolade für die Zukunft

Um die Akademien für Klimagerechtigkeit auch weiterhin finanzieren zu können, hat sich „Plant-for-the-Planet“ auf die Suche nach Sponsoren gemacht und wurde enttäuscht. Kein Schokoladenproduzent erklärte sich bereit, einen Teil seines Umsatzes an die Initiative zu spenden. Deshalb beschlossen die Kinder kurzerhand, ihre eigene Schokolade zu produzieren.

Schokolade in Verpackung
Repräsentativ: Jedes Stück zeigt, welcher Anteil des Kaufpreises in welches Projekt einfließt. (Foto: Plantfortheplanet.org)

Unter dem Motto klimaneutral und fair trade haben sie eine Schokolade kreiert, bei der am Ende jeder Beteiligte seinen Profit aus der Produktion schlagen kann. Die sogenannte „Gute Schokolade“ schmeckt also nicht nur gut, sondern bewirkt auch gutes für die Umwelt. Mit jeder fünften Tafel Schokolade die gekauft wird, wird ein Baum gepflanzt. Somit wurden bis heute allein durch den Verkauf der Schokolade rund 2 Millionen Bäume gepflanzt, die zukünftigen Generationen eine bessere Welt bieten. Was ebenfalls besonders an dem Leckerbissen ist, wird deutlich, wenn man die Schokolade mal genauer betrachtet. Dabei ist zu sehen, dass jedes Stück individuell gestaltet wurde und aufzeigt, welcher Teil des Kaufpreises in welches Projekt fließt. So lässt sich mit gutem Gewissen jeder Bissen der Schokolade genießen.

Der Erfolg der Initiative

Insgesamt wurden bis heute 13.64 Billionen Bäume gepflanzt, die bewirken sollen, dass vom Menschen ausgestoßenes CO2 gebunden und wieder in Sauerstoff umgewandelt wird. Die Initiative will ebenfalls Unternehmen dazu bewegen, sich klimaneutral zu stellen und durch Aufforstung das Klima zu verbessern.
Bisher wurden in den vergangenen Jahren Pflanzprojekte in der ganzen Welt abgeschlossen. Beispielsweise in Malaysia oder in Indien wurden verschiedene Baumarten gepflanzt, die die Klimakrise bekämpfen und den CO2-Ausstoß mindern sollen. 
Bis 2050 will „Plant-for-the-Planet“ erreichen, dass Energie zu 100% aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Der CO2-Ausstoß von uns Menschen soll damit auf Null gesenkt werden.

Ob dieses Ziel bis ins Jahr 2050 erreicht werden kann, bleibt wohl abzuwarten. Allerdings kann jeder von uns mit dem Kauf der „Guten Schokolade“ einen kleinen Beitrag dazu leisten und einen Baum für das Klima pflanzen (lassen). Da spielt also auch das schlechte Gewissen beim Verzehr der Schokolade keine Rolle mehr, wenn man damit etwas Gutes für die Umwelt tun kann.

Das Ozonloch: Wie lange haben wir noch?

Ständig wird uns Panik gemacht: „Du kannst doch kein Haarspray benutzen! Denk doch mal an das Ozonloch!“ wird uns empört entgegengerufen.
Was ist das Ozonloch eigentlich und wie lange dürfen wir unser Haarspray noch verwenden, bis die Sonne dem Leben auf der Erde ein Ende bereitet?

Ozon an sich ist erstmal ein unsichtbares Gas. Dieses Gas verteilt sich in den verschiedenen Luftschichten und schützt alles Leben auf der Erde, indem es die schädliche Sonneneinstrahlung filtert und abschwächt und damit wie ein überdimensionaler Sonnenschirm agiert. UV-Strahlung führt beim Menschen zur Schwächung des Immunsystems und kann bis zum Hautkrebs gehen. Daher gilt: Ein guter Sonnenschutz ist daher Gold wert!

Seit den 1970er Jahren wird beobachtet, dass das Ozon in der Luft abnimmt, erst über dem Südpol, neuerdings ebenfalls über dem Nordpol. Ausgelöst wird dies von den so genannten Fluorchlorkohlenwasserstoffen, auch bekannt unter der Abkürzung FCKW, und den Halonen. Diese Stoffe wurden früher in Kühlschränken, Gefriertruhen, Spraydosen, Feuerlöschern und vielen anderen Dingen eingesetzt. Daher kommt übrigens auch der Vorwurf mit dem Haarspray.

Haarspray schadet der Umwelt schon lange nicht mehr.  (c) Timo Klostermeier, www.pixelio.de

Haarspray schadet der Umwelt schon lange nicht mehr.
(c) Timo Klostermeier, www.pixelio.de

 

Indem das Ozon abnimmt, dringt mehr Strahlung durch die Atmosphäre zu uns durch, und das wird dann gefährlich. War es vor 30 Jahren noch undenkbar, einmal Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 10 gebrauchen zu müssen, so ist dieser heutzutage nur noch in den seltensten Fällen ausreichend.

Die Verarbeitung von FCKW ist jedoch bereits seit 1987 stetig verringert und dann schließlich verboten worden.


Woran jedoch sehen wir nun, dass das Ozonloch sich verändert?

Deutschland besitzt einen UV-Index, welcher eine Messvorgabe für die ultraviolette Strahlung darstellt und ab einem Wert von 8 bereits höchste Sonnenbrandgefahr vorgibt. Ab einem Wert von 11 reagiert ungeschützte Haut binnen Minuten mit einem Sonnenbrand. Mitte Juli des letzten Jahres wurde in den Anden in Südamerika ein Wert von 40 gemessen. Dieser Wert versetzt Forscher in Alarmbereitschaft.

Dem entgegen jedoch steht die Tatsache, dass das Ozonloch erstmals 2012 durch die Reduktion des FCKW wieder so klein wie Mitte der 1980er Jahre war. Diese Maßnahme zeigt also einen Erfolg. Prognosen besagen, dass die Ozonschicht ihre frühere Dichte wieder erlangen kann. In Deutschland wird seit 1994 nicht mehr mit FCKW produziert. Ohne weltweites FCKW-Verbot wäre die Ozonschicht 2050 weltweit fast komplett zerstört, sagt Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Auch in unseren Breiten hätte es in diesem Fall ein enormes Problem mit der UV-Strahlung gegeben.
Umweltschützern geht der Beschluss, kein FCKW mehr zu nutzen, noch nicht weit genug: Als Ersatz für die FCKW brachte die Chemieindustrie die teilhalogenierten H-FCKW auf den Markt. Diese sind zwar weniger schädlich, greifen die Ozonschicht aber ebenfalls an. Vollständig verboten sollen sie aber erst ab 2040 sein. Ungemach droht zudem von der dritten Generation der Ersatzstoffe, den Fluorkohlenwasserstoffen (FKW). Diese schonen die Ozonschicht, sind aber starke Treibhausgase, welche Wärmestrahlung absorbieren, wieder zurück zur Erde strahlen und damit das Klima gefährden. 

Die Ozonschicht ist für uns leider unsichtbar. (c) Lichtkunst 73, www.pixelio.de

Die Ozonschicht ist für uns leider unsichtbar.
(c) Lichtkunst 73, www.pixelio.de

 

Das einzige, was bis heute nicht erforscht ist, ist die Frage, wie der Klimawandel sich auf die Ozonschicht auswirkt. Darüber, dass wir bald kein Haarspray mehr benutzen dürfen, brauchen wir uns aber keine Sorgen zu machen.


Vorschau: Am Donnerstag, 12. März berichtet euch Bernd von kontroversen Ernährungsmythen.

 

Geschichte des Klimas Teil 3: Ende der Eiszeit und der heutige Klimawandel

Globale Erwärmung, Weltklimagipfel – heute dreht sich alles um das Klima. Manche sagen, es gibt keine globale Erwärmung, andere aber warnen vor der drastisch angestiegenen Erderwärmung. Wie hat sich das Klima innerhalb des letzten Erdzeitalters verändert und wie innerhalb der letzten Jahrhunderte? Diesen Fragen gehen wir nun auf den Grund.

Die Geschichte des Klimas ist eine wilde. Vom Lavaball bis hin zur Schneeballerde, aber auch Veränderungen in der Atmosphäre haben das Klima beeinflusst. Die Dinosaurier lebten in Erdzeitalter, in denen die Erde sehr viel wärmer war, als heute. Vor circa 40 Millionen Jahren begann die Erde, sich immer mehr abzukühlen. Erdgeschichtlich gesehen befinden wir uns noch in einer Eiszeitperiode und nicht in einer Treibhausperiode (greenhouse cycle).

Vor 35 Millionen Jahren entstand der Gletscher über der Antarktis und bald auch über Grönland und Teilen Kanadas. In den letzten 800.000 Jahren gab es insgesamt acht Eiszeiten, in denen sich die Gletscher ausdehnten und die nahezu 100.000 Jahre lang gingen, unterbrochen von interglazialen Perioden mit weniger Eis auf dieser Welt, welche 10.000 bis 35.000 Jahre andauerten. Die letzte Eiszeit endete erst vor circa 10.000 Jahren.

Kohlekraftwerke: Tragen erhablich zur Bildung von Klimagasen bei. (Foto: FotoHiero  / pixelio.de)

Kohlekraftwerke: Tragen erhablich zur Bildung von Klimagasen bei. (Foto: FotoHiero / pixelio.de)

Auch in der frühesten Geschichte kann man noch Termperaturunterschiede erkennen. Um das Jahr 1000 herum war das Klima milder. Doch am Ende des Mittelalters in den Jahren 1500 bis 1700 war das Klima kälter geworden. Mit Beginn des Industriezeitalters dann konnte man einen Anstieg des Klimas ausmachen. Der Graph der globalen Temperatur wird als Hockeyschläger bezeichnet, weil er am Ende so stark nach oben „abknickt“.

Die globale Erwärmung, der „Climate Change“ findet statt. Auch wenn einige Stimmen bestreiten, dass der Grund für die Erderwärmung menschengemacht ist, sondern natürlich, so ist sich die Mehrheit der Wissenschaftler einig, dass der Klimawandel hauptsächlich vom Menschen ausgeht. Gerüchte aus den 70er Jahren halten sich zwar weiterhin in einigen Kreisen, doch 13 der 14 heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen fanden im 21ten Jahrhundert statt.

Aber selbst wenn der Klimawandel stattfindet und selbst, wenn er menschengemacht ist, was ist schon dabei? Der CO2 Gehalt in der Atmosphäre war in früheren Erdzeitaltern höher als jetzt. Und warum sollte man was dagegen haben, wenn es ein bisschen wärmer wird? Solche Sätze hört man immer und immer wieder, besonders im Internet halten sich einige Irrtümer eisern.

Was soll schon passieren? Das Problem ist größer und komplexer. Folgen des Klimawandels sind Dürren, Überflutungen, Anstieg des Meeresspiegels, Übersäuerung der Meere, intensivere Stürme. Die Selbstregulierung der Erde ist außer Kontrolle und alles in der Natur wird verworren. Die Zeiten in denen Blumen blühen und Insekten schlüpfen verändern sich, es wird schwerer werden, Pflanzen anzubauen und Tiere zu füttern. Also ist unsere Ernährung, wie auch unser Frischwasserzugang in höchster Gefahr. Im schlimmsten Falle könnte sogar die thermohaline Zirkulation, die Kombination aller Meeresströmungen zum Masse- und Wärmeaustausch, durch eine zu hohe CO2Konzentration zum Erliegen kommen. Anaerobe Bakterien wurden sich vermehren, auf der ganzen Welt würde es nach verrottenden Eiern stinken. Dies würden jedoch nur noch diejenigen zu riechen bekommen, die überlebt haben.

Geschichte des Klimas, Teil 2: Einflüsse auf das Klima

Globale Erwärmung, Weltklimagipfel- heute dreht sich alles um das Klima. Manche sagen, es gibt keine globale Erwärmung, andere warnen vor der drastisch angestiegenen Erderwärmung. Das globale Klima hat sich über die Jahrmillionen immer wieder stark verändert und wird durch zahlreiche Faktoren bestimmt. Dies ist ein kleiner Überblick über die Einflüsse auf das Klima.

Die Geschichte der Erde lehrt uns, dass sie bereits ein großer Lavaball und ein großer Schneeball war. Bis heute schwankt das Klima ständig hin und her in Perioden, die man als greenhouse und icehouse climates bezeichnet (zu Deutsch: Treibhaus und Eishaus Klima) und deren Zeiträume 10 bis mehrere hundert Millionen Jahre ausmachen. Während eines greenhouse Klimas gibt es wenig bis kein permanentes Eis an den Polen, der Meeresspiegel ist hoch und warme Temperaturen sind auch in höheren Breitengraden zu finden. Bei icehouse- Bedingungen haben wir das Gegenteil und viel Eis ist an den Polen zu finden.

Die Veränderungen der Klimata sind in der Atmosphäre zu erkennen. Dort gibt es ein Hin und Her zwischen Kohlenstoffdioxid (CO2) und Sauerstoff (O2). Kohlenstoffdioxid und Methan, beides Stoffe, die Kohlenstoff gebunden haben, sind Treibhausgase, die einen Treibhauseffekt herbeiführen, indem sie Hitze auf der Erde halten. Tiere atmen Kohlenstoffdioxid aus, während Pflanzen wieder Sauerstoff produzieren. Lebewesen können also das Klima stark beeinflussen. So war das Aufkommen der ersten Lebewesen, die durch Photosynthese Sauerstoff produzierten, nicht nur ein Wandel der Atmosphäre, sondern auch des Klimas und führte ebenso zu einem Massensterben der Lebewesen. Aber auch der Süßwasserfarn Azolla soll sich vor 49 Millionen Jahren im arktischen Ozean stark vermehrt haben. Die abgestorbenen Farne sanken auf den Meeresboden und entzogen dem Planeten Kohlendioxid, was dazu führte, dass die damalige Warmzeit, in der die Dinosaurier noch lebten, endete und wir uns nun in dem heutigen bestehenden Eiszeitalter befinden.

Wintersonne: Bedingt durch die Erdachsenneigung (Foto: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de)

Wintersonne: Bedingt durch die Erdachsenneigung (Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de)

Doch es gibt nicht nur die großen Veränderungen des Klimas im Bereich von Millionen Jahren. Drei dominante Zyklen, auch als Milanković-Zyklen bekannt, bestimmen ebenfalls die Variationen des Klimas. Die Exzentrik bezeichnet den Unterschied im Orbit der Erde um die Sonne. Die Veränderungen der Bahn der Erde von elliptisch zu weniger elliptisch und fast kreisförmig, führen zu einem unterschiedlichen Abstand zur Sonne und damit auch der empfangenen Wärme. Dieser Zyklus dauert circa 100.000 Jahre an. Eine Periodizität von 41.000 Jahre hat der Zyklus der Erdachsenneigung. Heute ist die Erde um 23,5° geneigt und diese Neigung bestimmt unsere vier Jahreszeiten. Doch die Neigung der Erdachse kann sich verändern von 21,5° bis zu 24,5°. Eine geringere Neigung führt zu einem angeglichenen Sommer- und Winterübergang, würde jedoch auch zu einem stärkeren Temperaturunterschied zwischen Äquator und Polen führen. Der dritte Milanković-Zyklus ist die Kreiselbewegung der Erde. Es verändert sich also nicht nur die Achsenneigung, sondern auch dessen Ausrichtung, was dazu führt, dass wir irgendwann nicht mehr Polaris als Nordstern bezeichnen können, sondern den Stern Vega. Dieser Zyklus hat eine Periodizität von 23.000 Jahren und führt ebenfalls zu einem Tausch von Sommer und Winter auf dem Erdorbit. Momentan ist für die nördliche Hemisphäre Winter, wenn die Erde auf ihrer elliptischen Laufbahn näher an der Sonne ist. In 10.000 Jahren bereits wird Winter für die nördliche Hemisphäre dann sein, wenn die Erde am weitesten weg von der Sonne ist. Dies wird zu größeren saisonalen Kontrasten führen.

Die Sonne ist ebenfalls ein Faktor für die Veränderungen des Klimas. Nicht nur, dass die Sonne bei ihrer Geburt nur 70% so stark beziehungsweise hell war, wie sie es nun ist, und sie uns somit heute mehr Licht und Wärme liefert, die Sonne hat ebenfalls Fluktuationen ihrer Energieabgabe. Die sogenannten Sunspot Zyklen (Sunspots sind schwarze Punkte, die man auf der Sonnenoberfläche beobachten kann), wiederholen sich alle 11 Jahre. Dieser Zyklus hat jedoch nur einen kleinen Einfluss auf das Klima.

Teil 1: Die Entstehung der Erde

Vorschau: In zwei Wochen erfahren wir, was man tun soll, wenn man Zeuge von Tierquälerei wird.

Die Geschichte des Klimas, Teil 1: Die Entstehung der Erde

Warum ist die Welt so, wie sie ist? Wie entsteht das Klima? Wie entstand das Leben? Um all das zu verstehen, müssen wir einen Blick in die Vergangenheit werfen. Zu den Anfängen bis Heute.

Am Anfang war der große Knall, unser Solarsystem entwickelte sich und kurz darauf entstand die Erde in einem Prozess namens Akkretion. Der Druck und die Hitze durch radioaktiven Zerfall der Elemente und die Nachwirkungen von massiven Kollisionen verschiedenster interstellarer Gesteine führten dazu, dass die Erde ein geschmolzener Lavaball war, dessen primitive Atmosphäre aus vulkanischen Abgasen bestand und noch kein Sauerstoff enthielt. Wasser, welches durch Kometen als Eis auf die Erde kam, war gasförmig. Doch die Sonne war zu diesem Zeitpunkt noch nicht so stark, wie sie es heute ist. Der Planet kühlte langsam ab und es bildete sich eine Erdkruste und Meere entstanden durch einen jahrtausendlangen Regen. Noch heute ist der riesige Ozean aus Magma unter der Erdkruste vorhanden und ist der Grund für die Kontinentalplattenbewegung. Auch ein Magnetfeld bildete sich, welches die Erde noch heute vor Solarwinden schützt.

Vor etwa 3,8 Milliarden Jahren entstand das erste Leben, Einzeller. Und obwohl die Sonne langsam stärker wurde, so kühlte die Erde ab und war ganz in Eis gehüllt. Zwei mal hintereinander war, so die Theorie, die Erde eine sogenannte Schneeballerde. Erst als sich genügend CO2 und Methan angesammelt hatten, um einen Treibhauseffekt zu erzeugen, schmolz das Eis. Doch vor 2,8 Milliarden Jahren entstanden die ersten Cyanobakterien. Sie waren in der Lage Photosynthese zu betreiben und bildeten aus CO2 (Kohlendioxid) Sauerstoff. Mit dem schmelzendem Eis, wurden viele Nährstoffe, besonders Phosphate, frei und CO2 gab es ebenfalls genug. Die Cyanobakterien vermehrten sich stark und produzierten massig Sauerstoff. Da damals das Leben noch nicht an Sauerstoff gewöhnt war, starben viele andere Einzeller aus. Die sogenannte große Sauerstoffkatastrophe hatte ein Massensterben herbeigeführt. Ebenfalls reagierte der frei werdende Sauerstoff mit dem Methan, welches den Treibhauseffekt verkleinerte und die Zweite Schneeballerde entstehen ließ.

Nachdem die Erde ein zweites Mal der kompletten Vereisung entging, die Atmosphäre sich mit Sauerstoff anreicherte,  die Einzeller sich angepasst hatten und nun Sauerstoff zur Atmung nutzten, erblühte das Leben. Mehrzeller entwickelten sich und letztlich alle Tiere und Pflanzen.

Geologische Veränderungen tauchen ständig auf unserem Planeten auf. Biologische Veränderungen gab es seit das Leben entstanden ist. Der Prozess der Plattentektonik, ständig getrieben von der Hitze aus dem Erdinnern, spielt eine starke Rolle bei der Gestaltgebung der Ozeane und Kontinente, wie auch beim Leben, welches sich dort entwickelt. Im Gegenzug hat die Biosphäre einen signifikanten Effekt auf die Atmosphäre und den Zustand der Erde, wie bei der Herstellung des Sauerstoffs, der Formation der Ozonschicht und die Bildung des Erdreiches.

Vorschau: In zwei Wochen erfahren wir mehr über die Rettung der Hunde in Rumänien.

Luftverschmutzung ist nun offiziell krebserregend

Aus aktuellem Anlass berichten wir heute über Luftverschmutzung. Das im letzten Artikel angekündigte Thema „Mit Pflanzen reden“ behandeln wir entsprechend am 31.10.2013.

„Ach was“- wird sich jetzt so mancher von euch denken. Dieser Fakt ist bereits seit Jahrzehnten bekannt, doch nun wurde es offiziell gemacht. Die WHO– „World Health Organisation“- ist eine Sonderorganisation der  Vereinigten Nationen (UN), deren Zweck offiziell darin besteht allen Völkern zu helfen, einen bestmöglichen Gesundheitszustand zu erreichen. In der Stellungnahme der Behörde vom Donnerstag, 17.10.2013, wurde nun die Luftverschmutzung und der Feinstaub als humanes Karzinogen, also für den Menschen krebserregender Stoff, der Klasse 1 eingestuft. Dadurch wird die Luft, die wir atmen, mit mehr als 100 anderen krebserregenden Stoffen, wie Asbest, Plutonium, UV-Strahlung und Tabakrauch auf eine Stufe gebracht.

Die Ursachen: Die Industrie verursacht den größten Teil der Luftverschmutzung (Foto: Günter Havlena  / pixelio.de )

Die Ursachen: Die Industrie verursacht den größten Teil der Luftverschmutzung (Foto: Günter Havlena / pixelio.de )

„Die Luft, die wir atmen, ist mit einer Mischung aus krebserregenden Stoffen verunreinigt“, sagte Kurt Straif von der IARC, der Internationalen Agentur für Krebsforschung, die bei der WHO angesiedelt ist. „Wir wissen jetzt, dass Luftverschmutzung nicht nur eine große Gefahr für die allgemeine Gesundheit, sondern auch ein entscheidender Umwelteinfluss für tödliche Krebserkrankungen ist.“

So einige Studien belegen die Risiken und Gefahren. Chronisches Asthma im Kindheitsalter, eine erhöhte Arteriosklerose, also eine Verdickung der Arterien, daraus resultierende Herzinfarkte und Schlaganfälle und auch generelle Unzufriedenheit wurden mit dem Schmutz in der Luft in Verbindung gebracht. Man geht davon aus, dass jährlich zwei Millionen Tote weltweit als direkte Folge der Außenluftverschmutzung auftreten. Die IARC bestätigte in ihren jüngsten Datenerhebungen, dass 230.000 Lungenkrebstote auf die Luft zurückzuführen sind.

Die Luftverschmutzung kann den Menschen direkt schaden oder seine Umwelt und damit dem Menschen indirekt. Die Schadstoffe in der Luft können als feste Partikel, flüssige Tropfen oder gasförmig auftreten und sie können natürlich vorkommen oder von Menschen gemacht sein. Folgen dieser Schadstoffe sind der Treibhauseffekt, hauptsächlich durch Methan und CO2 verursacht, und eine erhöhte UV-Strahlung, die eine Folge von früher eingesetzten,  aber jetzt verbotenen Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) ist. Ebenfalls gibt es eine erhöhte Belastung durch Stickoxide, eine der führenden Schadstoffgruppen, die zur direkten Reizung der Atemorgane führt und, wie auch Schwefeloxide, zu saurem Regen. Auch ist es in die Entstehung von Bodennahem Ozon verwickelt, welches ebenfalls schädlich ist.

Direkte Auswirkungen: Smog in Moskau (Foto: Monika Hollacher  / pixelio.de)

Direkte Auswirkungen: Smog in Moskau (Foto: Monika Hollacher / pixelio.de)

Auch der Feinstaub ist Teil dieser Schadstoffe. Der Feinstaub wird durch die PM-Kategorisierung anhand der aerodynamischen Durchmesser der Teilchen unterschieden. Bei PM10 sind also die Durchmesser der Partikel unter 10 Mikrometer und bei PM2,5 sogar unter 2,5 Mikrometern. Bei den  Messungen der WHO nannten sie den Feinstaub als Hauptverdächtigten zur Krebsentstehung, da besonders die aller kleinsten Partikel bis tief in die Lunge eingeatmet werden und den Krebs auslösen. „Luftverschmutzung verkürzt das Leben im Durchschnitt um acht Monate – und um mehr als zwei Jahre in den am stärksten verschmutzten Städten“, so die Warnung der WHO.

Deutschland liegt in Sachen Luftverschmutzung zwar noch im Mittelfeld von Europa, anders als Türkei, Bosnien oder Bulgarien, aber dennoch deutlich über der WHO Richtlinie. Island dagegen hat besonders gute Werte. Rund 90% der Europäischen Städter sind der WHO zufolge einer Luftverschmutzung ausgesetzt, die als gesundheitsgefährdend anzusehen ist.

Vorschau: Nächste Woche reden wir mit Pflanzen.

„WWF Earth Hour“ – Deine Stunde für unseren Planeten

Am Samstag den 31. März ist es wieder soweit: Bereits zum sechsten Mal wird das Licht zum Symbol für die weltweit größte Umweltaktion. In Syndey hat die Bewegung ihren Ursprung und von dort aus hat sie den gesamten Erdball umrundet. Von 20.30 bis 21.30 Uhr werden an diesem Tag nicht nur unzählige Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das Brandenburger Tor, der Big Ben und der Eifelturm ohne Licht sein, sondern wir sind alle aufgerufen Teil dieser Bewegung zu sein. Im letzten Jahr nahmen 1,8 Milliarden Menschen in 5251 Städten und 135 Ländern teil  – in allen 24 Zeitzonen zugleich.

Das Vorhaben ist ganz klar. Die Teilnehmer wollen zeigen, wie sehr ihnen die Erde in ihrer einzigartigen Schönheit am Herzen liegt und natürlich auch, dass sie sie erhalten wollen.

Doch was tut man eine Stunde ohne Licht? Im Zeichen des Umweltschutzes bietet es sich an, ein klimafreundliches Candellight-Dinner zu arrangieren. Dabei gilt es die „sechs Regeln für Besseresser“ zu berücksichtigen:

1. Gemüse in Massen, Fleisch in Maßen:
Denn für die Produktion von Fleisch- und Milchprodukten fallen rund 40% der insgesamt durch Lebensmittel erzeugten Treibhausgase an. Außerdem ist Massentierhaltung sowie die präventive Gabe von Antibiotika nicht zu unterstützen.

2. Bitte nur Bio:
Hier wird auf schädliche Pestizide verzichtet und weitaus weniger Treibhausgase entstehen.

3. Kochen nach Kalender:
Die ständige Verfügbarkeit aller Lebensmittel unabhängig von der Jahreszeit hat uns fast vergessen lassen, was eigentlich wann wächst. Doch das können wir nun mit einem Saisonkalender für Gemüse und Obst wieder wett machen.

4. Regional ist genial:
Lebensmittel aus regionaler Produktion erfordert viel weniger Treibhausgase, da eine große Menge davon auf der langen Reise entsteht. Mit regionalen und saisonalen Erzeugnissen tut man der Umwelt also etwas Gutes.

5. Lieber frisch als fertig:
Gefrorene Kost ist eine gute Alternative zu frischem Gemüse, da es schonend haltbar gemacht wurde. Dennoch fallen hohe Kosten für Lagerung und Produktion, wie auch für den Transport an.

6. Kein Menü für den Müll:
Laut WWF werfen die Deutschen pro Person im Jahr 80 Kilogramm Lebensmittel weg, die eigentlich noch genießbar wären. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfkriterium und Speisen, die man nicht aufisst kann man in den meisten Fällen am nächsten Tag immer noch essen.

Ob mit einem Earth Hour Dinner oder mit einem schönen Buch bei Kerzenschein, die Earth Hour lässt sich auf viele Weisen feiern. Das Wichtigste ist es, ein Zeichen zu setzen. Für den globalen Klimaschutz und gegen die Zerstörung unseres Planeten.

Vorschau: Nächste Woche berichtet Ines an dieser Stelle über Pestizide.