Wir sprechen Klartext: Unabhängigkeit im Journalismus

„Lügenpresse“, Schleichwerbung und Instrumentalisierung durch die Politik – nicht umsonst stellen heute viele die Unabhängigkeit der Medien infrage. Wem sollen wir noch vertrauen, wenn nicht den vom Grundgedanken her objektiven Journalisten? Wer versorgt uns unvoreingenommen mit Informationen?

Jeder darf sich „Journalist“ nennen
Die Berufsbezeichnung „Journalist“ ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt. Jeder darf sich so nennen und über Soziale Netzwerke wie Facebook (Fehl-)Informationen verbreiten. Meinungsfreiheit ist wichtig. Sie ersetzt jedoch nicht den exklusiven, hochwertigen und vor allem unabhängigen Journalismus.

Guter, ehrlicher Journalismus
Face2Face betreibt keinen Enthüllungsjournalismus, es ist kein Leitmedium, das sich anmaßt, die Welt in ihren Grundfesten zu erschüttern. Aber – und darum geht es letztendlich – Face2Face ist ein unabhängiges Medium, dem die Leser bedenkenlos ihr Vertrauen schenken können. Und das ist der Grundstein von gutem, ehrlichem Journalismus.

Wie unsere Autoren an ihre Themen kommen, wer ihnen sagt, was sie schreiben sollen, erklärt Redaktionsleiterin Tatjana im Video:

 

Von der Idee zum Artikel

Täglich erscheinen auf Face2Face Artikel zu den unterschiedlichsten Themen. Wo aber kommen diese Texte her? Wie entstehen sie? Und vor allem: Was unterscheidet einen Face2Face-Artikel von einem Blogeintrag? Wir möchten unsere Arbeitsweise für euch offenlegen und so Transparenz schaffen.

Von der Idee zum Artikel

Steht am Anfang jedes Artikels: Eine Idee (© Benjamin Thorn / pixelio.de)

Am Anfang jedes Artikels steht eine Idee. Diese Idee ist zu Anfang vielleicht nur ein Geistesblitz – ein Thema, das den Autor selbst bewegt. Vielleicht ist er fasziniert von einer Person oder einem Ereignis. Möglicherweise macht ihn aber auch etwas wütend oder traurig. Mit „Autor“ ist in dem Fall einer der knapp 40 Journalisten gemeint, die auf ehrenamtlicher Basis für Face2Face tätig sind. Kein Mitarbeiter ist über 30 Jahre alt, so haben sie die Möglichkeit, sich optimal in die Face2Face-Zielgruppe – junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren – hineinzuversetzen, ihre Vorlieben, Sehnsüchte und Probleme zu erkennen und authentisch zu beschreiben.

In Teamarbeit werden dann die Themen in der jeweiligen Redaktion abgesprochen und eingeplant. Die sorgfältige Planung der Veröffentlichungen macht es uns möglich, euch bereits eine Woche vorher über das Thema des anstehenden Artikels zu informieren und Abwechslung zwischen Textsorten und Themen zu schaffen.

Ist die Idee im Kopf des Autors und durch den Dialog in der jeweiligen Redaktion zu einem konkreten Plan herangereift, geht es an die Recherche. Hierfür werden je nach Thema Veranstaltungen besucht, Personen kontaktiert und zum Interview gebeten sowie Informationen aus den Medien durchforstet. Im Gegensatz zu größeren und bekannteren Online-Magazinen beziehen und veröffentlichen wir keine ausformulierten Texte von Nachrichtenagenturen. Unsere Artikel sind individuell und dementsprechend nur auf unserer Website in genau diesem Wortlaut zu finden.

Wie aber kommen wir als noch recht unbekanntes Online-Magazin an so prominente Interviewpartner wie taff-Moderator Daniel Aminati, Schauspieler Matthias Schweighöfer oder Erotikmodel Micaela Schäfer? Die Antwort lautet: Professionelles Auftreten, Hartnäckigkeit und natürlich auch eine Prise Glück. Wer zum Beispiel das „Vergnügen“ hat, während eines Interviewdrehs im Rahmen eines Praktikums den Regenschirm über „kicker“-Herausgeber Rainer Holzschuh zu halten, kann recht sicher sein, dass er dem Herrn doch wenigstens insoweit im Gedächtnis bleibt, als dass dieser die Interviewanfrage ein paar Tage später bejaht.

Von der Idee zum Artikel

Das Handwerkszeug eines Journalisten: Stifte und Papier (© Lupo / pixelio.de)

Sind alle für den Artikel notwendigen Informationen gesammelt, geht es ans Schreiben. Es wird getippt, gebrainstormt, gestrichen, nochmal alles umgeworfen, neu formuliert, bis am Ende der fertige Artikel dabei herauskommt. Bevor er jedoch mit schönen Bildern illustriert auf Face2Face erscheint, wird er von einem unserer Lektoren korrigiert. Rechtschreibung, Grammatik, Formulierungen und Logik werden dabei beachtet, um so eine möglichst fehlerfreie Veröffentlichung zu garantieren. Die hohe Artikelqualität wie auch die Zuverlässigkeit der Erscheinung – täglich um 12 Uhr geht mindestens ein Artikel online – unterscheidet Face2Face von diversen Blogs im Internet. Auf der anderen Seite haben die oftmals sehr persönlich gehaltenen Internet-Tagebücher aber auch Vorbildfunktion für den einen oder anderen Artikel auf Face2Face. Mit redaktionsinternen Umfragen und subjektiven Darstellungsformen wie Kommentaren oder Kolumnen folgt die Redaktion dem Trend, den die Blogger setzen.

Und nun? Es ist Punkt 12 Uhr. Ein Artikel erscheint. Heute ist es ein Beitrag über die Arbeitsweise der Face2Face-Mitarbeiter und die Entstehung eines Artikels. Und für morgen hat das Redaktionsteam wieder Texte vorbereitet, sorgfältig recherchiert und eine Idee zu Papier gebracht, um euch, liebe Leser, zu informieren und zu unterhalten.

Mehr über die Entstehung von Face2Face und das Konzept lest ihr HIER.

Vorschau: Und nächste Woche im Panorama: Vorlesungen für alle und zum Nulltarif – wie das Internet die Bildung revolutioniert.

 

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Wollte ursprünglich Lufthansa Flugkapitän werden: "heute journal"-Moderator Claus Kleber (Foto: C. Gartner)

Er moderiert eine der bekanntesten Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen, war jahrelang in den USA als Auslandkorrespondent für die ARD tätig und steht für seriöse Berichterstattung: „heute journal“-Moderator Claus Kleber. Mit Face2Face sprach er über seine ersten Gehversuche im Journalismus und gewährte uns sogar ganz private Einblicke.

Face2Face: Können Sie sich noch an Ihren ersten Berufswunsch erinnern?
Kleber: Ich wollte ursprünglich Lufthansa Flugkapitän werden. Das hing vermutlich damit zusammen, dass mein Vater Diplomingenieur war und ich so immer auf technische Berufe getrimmt war. Außerdem wollte ich schon immer gerne viel reisen. Nachdem ich erfahren habe, dass ich eine Brille brauche, hat sich der Traumberuf Pilot aber ganz schnell in Luft aufgelöst.

Face2Face: Wie sind Sie letzten Endes beim Fernsehen gelandet?
Kleber: Journalistisch tätig war ich schon in der Schulzeit – schrieb für die Schülerzeitung und für die Lokalpresse. Ich war mir aber immer bewusst darüber, dass ich auf jeden Fall etwas mit elektronischen Medien machen möchte. Schließlich begann ich eine anfangs befristete Hospitanz beim Südwestfunk, die sich aber schnell zu einer dauerhaften Tätigkeit auswirkte. Dort war ich zuerst als eine Art rasender Reporter in Sachen Landespolitik unterwegs, dann moderierte ich die Sendung „Baden-Württemberg aktuell“ und war bei SWF3 (Anm. d. Red.: das SWF3 entspricht dem heutigen SWR3) als Moderator einer Frühsendung tätig. Erst 1992 wechselte ich dann zum Fernsehen. Das ARD-Studio Washington war eine Art beschützende Werkstatt für mich. „Learning by Doing“ lautete dort die Devise und ich bin auch heute noch sehr dankbar für die große Hilfsbereitschaft, die ich dort erleben durfte. Ein Volontariat habe ich allerdings nie gemacht – wahrscheinlich war ich einfach schon zu lange dabei, als dass da irgendjemand auf die Idee kam danach zu fragen.

Face2Face: Sie moderieren das „heute journal“ nun schon seit neun Jahren. Welche Bedeutung hat die Sendung für Sie?
Kleber: Anfangs, muss ich gestehen, war mir nicht bewusst wie großartig das „heute journal“ ist. Da ich ja eine lange Zeit für die ARD tätig war und mich auch selten in Deutschland aufhielt, empfand ich das „heute journal“ eher als eine bunte und leichte Nachrichtensendung – den Maßstab jedoch waren für mich die „tagesthemen“. Mit dem Antritt des Jobs als Moderator des „heute journals“ lernte ich dann die große Bedeutung des Magazins kennen: Eigene Autoren, die Unabhängigkeit vom übrigen Nachrichtengeleitzug und die Möglichkeit, vor allem als Moderator, viel selbst zu gestalten. Die Moderation des „heute journals“ ist in meinen Augen die ideale Umgebung, wenn man schon nicht die höchste Form des Journalismus, nämlich das Reporterdasein als Korrespondent, praktiziert.

Face2Face: Welche Zielgruppe spricht das „heute journal“ an?
Kleber: Unsere Sendung richtet sich an all diejenigen, die sich für Politik und für die großen Zusammenhänge der Gesellschaft interessieren. Ich glaube, dass sich das „heute journal“ nicht über die Altersgruppe definieren lässt. Wir versuchen jeden Tag eine gute, interessante, verständliche Sendung zu machen. Steve Jobs hat das „I-Phone“ auch nicht für 18-Jährige entwickelt. Qualität findet ihr Publikum überall. Und völliger Unsinn wäre es sich einer bestimmten Altersgruppe anzubiedern: wenn ich mit den Ausdrücken moderieren würde, die ich bei meinen Töchtern aufschnappe, würde ich mich nur lächerlich machen. Moderator und Sendung sollten glaubwürdig sein und sich selbst treu bleiben. Unser Ziel ist es, jeden Abend eine Sendung zu präsentieren, an der keiner vorbeikommt.

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Im Gespräch: Face2Face-Chefredakteurin und "heute journal"-Moderator Claus Kleber (Foto: C. Gartner)

Face2Face: Apropos lächerlich: Was halten Sie von der Parodie auf Ihre Person in der „ProSieben“-Sendung „Switch“? Können Sie darüber lachen?
Kleber: Parodie ist eine sehr schwierige Kunst, wie ich finde. Einige der Sketche bei „Switch“ sind wirklich sehr gelungen. Wie Gundula und ich dargestellt werden, gefällt mir persönlich gut. Besonders interessant finde ich, dass Gundula oft als die Dominantere dargestellt wird, was das ganze Vorurteil von wegen Kleber als Hauptmoderator völlig auf den Kopf stellt.

Face2Face: Sie waren mit kurzer Unterbrechung insgesamt 15 Jahre in den USA tätig. Was hat Ihnen dort am besten gefallen?
Kleber: Besonders beeindruckt an den USA hat mich die Offenheit der Menschen und die gigantische Weite des Landes. Man hat tatsächlich den Eindruck als sei der Himmel dort viel großer als er hier bei uns in Deutschland ist. Das „Projekt Amerika“, aus unterschiedlichen Religionen und Ethnien eine Nation zu formen, fasziniert mich bis heute.

Face2Face: Viele Deutsche kennen nur den seriösen, Anzug-tragenden Moderator einer anspruchsvollen Nachrichtensendung – wie aber sind Sie privat? Haben Sie Haustiere?
Kleber: Bis vor wenigen Monaten hatte ich einen Golden Retriever, der nach unglaublichen 15 Jahren nun leider gestorben ist. Sie hieß Lady und war der beste Hund, der je gelebt hat.

Face2Face: Was sind Ihre Hobbies? Und treiben Sie regelmäßig Sport?
Kleber: Ich versuche dreimal in der Woche auf dem Weg zur Arbeit für jeweils eineinhalb Stunden ins Fitnessstudio zu gehen – meistens schaffe ich es dann aber doch nur zweimal in der Woche. So etwas wie Briefmarkensammeln oder Eisenbahnen zusammenbauen mache ich nicht – nein. Das, was andere Leute in ihrem Hobby finden, nämlich eine interessante Zerstreuung, finde ich in meinem Job.

Face2Face: Was sind Ihre Pläne für 2012?
Kleber: Mein guter Vorsatz für dieses Jahr ist es, meine tägliche Arbeit noch bewusster wahrzunehmen. Der Job wird gern zur Routine, aber ich möchte jede Sendung so vorbereiten und moderieren als wäre es die erste. Außerdem werde ich mich wohl irgendwann entscheiden müssen, was genau ich auf Dauer machen will – vorausgesetzt das ZDF will mich noch ein bisschen behalten: Im Moment mache ich mir darüber aber noch keine großen Gedanken – ich bin rundum zufrieden, mit dem was ich habe und mache. Wie könnte ich das auch nicht sein? Ich arbeite mit einer tollen Redaktion, darf das erfolgreichste deutsche Nachrichtenmagazin moderieren und für meine Dokumentationen rund um die Welt spannende Dinge erleben.

Face2Face: Und zum Abschluss noch die Frage, die wahrscheinlich die gesamte Medienwelt umtreibt: Wie sehen Sie die Zukunft von Print, Radio, TV und Internet?
Kleber: Falls Sie auf das vielerorts prophezeite Verschwinden von Printmedien hinaus wollen: Ich bin mir sehr sicher, dass es auch noch weiterhin Zeitungen geben wird. Den Nachteil beim Internet sehe ich darin, dass dieses nicht auf ein aufgearbeitetes Abbild des Tages ausgerichtet ist. Bei einer Nachrichtensendung wie dem „heute-journal“ bekommt der Konsument ein kompaktes Ergebnis präsentiert, ohne mit Rohinformationen zugemüllt zu werden. Ich denke, dass ein gewogenes Produkt, das reich an verständlicher Information ist, weiter seine Käufer und Zuschauer finden wird. Allerdings muss es auf der Höhe der Zeit bleiben. Wir zeigen inzwischen mit „heute journal plus“ im Internet ein tolles Beispiel dafür. Eine Magazinsendung mit wirklich attraktiven Zusatzangeboten. Dort kann man sich jeden Tag neu umfassend informieren.

Information:
Das „heute journal“ läuft täglich von 21.45 Uhr bis 22.15 Uhr im ZDF. Verpasste Sendungen können unentgeltlich in der ZDF-Mediathek eingesehen werden.

Vorschau: Am Dienstag, 7. Februar berichtet Caro Lobig vom fünfjährigen Jubiläum des Mentorenprogramms „Bis brothers Big Sisters“. Das Kindermitmachfest findet am Samstag, 4. Februar im Stadthaus in Mannheim statt.