Yoga – die Medizin gegen Stress?

In unserer heutigen Gesellschaft und vor allem im Berufsleben wird der Alltag immer stressiger. Viele Arbeitgeber verlangen von ihren Angestellten, dass sie immer schneller, effizienter und produktiver arbeiten. Eben weil die Konkurrenz immer stärker wird. Je mehr Einnahmen erzielt werden können, desto besser, lautet die Devise. Dabei vergessen sich viele oftmals selbst, wenn sie Überstunden machen oder auf den wohl verdienten Urlaub verzichten. Aber vielleicht lässt sich dieses Problem doch noch lösen – mit Yoga.

Im indischen Sanskrit bedeutet Yoga Einheit und Harmonie. Mithilfe von Yoga werden Körper, Geist und Seele in Einklang gebracht, indem viele Techniken wie zum Beispiel Körper- und Atemübungen, Tiefenentspannung und Meditation darauf abzielen.

Entspannung pur: Die Meditation hilft dem Ausübenden seine innere Ruhe zu finden - auch im Alltag. (Foto: V.Kalra)

Entspannung pur: Die Meditation hilft dem Ausübenden seine innere Ruhe zu finden – auch im Alltag. (Foto: V.Kalra)

Auch die Friseurin Jana, 27, hat Yoga für sich entdeckt und schwört darauf: „Freitag ist für mich der Tag der Entspannung. Nach der Arbeit fahre ich direkt zum Yoga-Kurs. Habe es noch nie ausfallen lassen, weil ich das einfach brauche. Ich bin viel gelassener als vorher, glücklicher und mich bringt nichts mehr so schnell aus dem Gleichgewicht.“

Tatsächlich verbessert Yoga die Gesundheit eines Menschen: Es vermindert Stress und Rückenschmerzen, reguliert den Hormonhaushalt und stärkt das Herz. Laut Focus Online bestätigt dies auch eine Studie des American College of Sports. Die Forscher stellten fest: Patienten, die unter Bluthochdruck und Depression leiden oder asthma- oder herzkrank sind, und mindestens pro Woche 2,5 Stunden Yoga ausübten, spürten eine deutliche Verbesserung ihrer Krankheit.

Aber auch nur wenn die verschiedenen Techniken richtig ausgeübt werden, kann Yoga helfen. Sonst droht Verletzungsgefahr. Also bloß keinen gedanklichen Wettbewerb mit den anderen Teilnehmern im Kurs beginnen. So nach dem Motto: Was meine Nachbarin schafft, das kann ich auch!

„Den Fehler, den ich anfangs immer gemacht habe, war, dass ich die Übungen zu schnell gemacht habe, um als Erste damit fertig zu sein. Ich wollte mich mit den anderen messen. Daher hatte ich mir eine Zerrung und Krämpfe eingeholt. Nun mache ich die Übungen in meinem Tempo und achte währenddessen nur auf mich. Seitdem habe ich keine Probleme mehr- “, gibt Jana zu erkennen.

Wer sich also nicht sicher ist, wo die eigenen Grenzen bei den jeweiligen Übungen liegen, sollte die Warnsignale des eigenen Körpers immer beachten, um seiner Gesundheit nicht zu schaden.

Es gibt einige Optionen, um sich Yoga anzueignen: in Einführungsseminaren oder in einer Lehrerausbildung.

Denn egal ob Kind, Erwachsene oder Senioren – jeder kann Yoga ausüben. Sogar Erkrankte. Je nach Zustand des Körpers können die Übungen nämlich so angepasst werden, dass sie für den Praktizierenden machbar und angenehm sind.

Das Gute an diesem Sport ist, dass er sich optimal in den Alltag integrieren lässt. Kombiniert einfach einmal pro Woche die Yoga-Stunde mit einfachen Entspannungsübungen, um so die ersten positiven Effekten zu spüren. Mit anderen Worten: Mehr Passion. Neue Lebenskraft. Neues Selbstbewusstsein. Menschen, die schon über Jahre hinweg Yoga praktizieren, erfahren nach eigener Aussage sogar besseres Gespür, Innovation und Verantwortung. Mit Yoga könnt ihr also weit mehr erreichen als nur Stress abzubauen.

Mit Pöbeleien gegen drögen Polit-Talk

In einem Wok den Eiskanal herunter sausen, Autos, die Bälle durch eine Sportarena schießen, angestaubte Grand-Prix-Veranstaltungen auf Vordermann bringen – an Innovationsgeist fehlt es Entertainer Stefan Raab wahrlich nicht. Es scheint: Was dieser Mann anpackt, wird zu Gold. Am gestrigen Sonntag, 11. November, ging das Pro7-Flaggschiff sein nächstes Projekt an: Polit-Talk soll es sein!

Raabs Show Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen will dabei politische Talkshow mit Gameshow-Elementen verbinden. So verlässt einer der Talk-Gäste das TV-Studio als durch das Fernsehpublikum bestimmter Sieger. Während der gesamten Show können die Zuschauer Stimmen für die Meinung abgeben, mit der sie sich am stärksten identifizieren. Kann ein Gast mehr als die Hälfte der Zuschauerstimmen hinter sich vereinen, erhält er einen Geldpreis von 100.000 Euro. Gelingt es keinem Kandidaten, eine absolute Mehrheit zu erreichen, wandert das Geld in den Jackpot.

In der ersten Ausgabe trafen nun Thomas Oppermann (SPD), Michael Fuchs (CDU), Wolfgang Kubicki (FDP) und Jan van Aken (Die Linke) aufeinander. Vervollständigt wurde die Runde durch Verena Delius, die als „Stimme des Normalbürgers“ fungieren sollte. Diesen fünf Gästen wurden drei Themen vorgelegt, zu denen Meinungen geäußert werden sollten: Steuern, Energiewende und Netzpolitik.

Tatsächlich lief die Sendung dann auch recht ungewöhnlich für einen Polit-Talk ab. Insbesondere der munter durch die Reihe der Gäste pöbelnde und blödelnde Raab verlieh dem Pro7-Format einen einzigartigen Charakter. Insbesondere gegen die beiden Vertreter der kleineren FDP und der Linken witzelte der Entertainer in gewohnter Raab-Manier immer wieder. Doch Kubicki und van Aken ließen sich vom in geradezu seltsam anmutender Pose auf der Couch herumlungernden Raab kaum beeindrucken.

Als geradezu katastrophal erwies sich das veranschlagte Zeitmanagement. In der auf anderthalb Stunden – inklusive Werbung! – veranschlagten Show hetzte der Moderator seine Gäste immer hektischer durch die Themen. Durch sehr knapp bemessene Zeit und die wiederholten Interventionen Raabs, der ständig das Wort ergreifen wollte, wurde der Diskussionsanteil letztlich doch relativ gering gehalten. Größtenteils reihte die Talkrunde schlicht eine Meinung an die nächste, für eine kritische Diskussion blieb häufig keine Zeit mehr. Delius äußerte sich von sich aus überhaupt nicht zu den angebotenen Themen und wartete brav darauf, von Raab nach ihrem Standpunkt gefragt zu werden.

Enormes Störpotential für die klein gehaltenen Diskussionen besaßen die regelmäßig eingestreuten Ergebnisse der Zuschauerabstimmung, die die Gesprächsrunden abrupt unterbrachen. Präsentiert wurden sie vom inhaltslos herumfloskelnden Sat1-Nachrichtensprecher Peter Limbourg, der dann doch irgendwie etwas fehl am Platz wirkte.

Nach den ersten beiden Themenrunden schied jeweils der Kandidat mit den niedrigsten Zuschauersympathien aus. Als erstes wurde Unionspolitiker Fuchs aus der Runde verabschiedet, gefolgt von „Normalbürgerin“ Delius. Die als medienerfahren geltende Delius beging den peinlichen Fehler, Kubicki in der zweiten Diskussionsrunde den Vortritt zu lassen, um das letzte Wort sprechen zu können – was ihr am Ende aufgrund des Zeitmangels verwehrt wurde. Im Finale standen nun Kubicki, van Aken und Oppermann.

Das Rennen konnte schließlich Kubicki, der scheinbar von einer laut jubelnden FDP-Delegation ins Studio begleitet worden war, für sich entscheiden – doch für die begehrte absolute Mehrheit reichte es bei ihm nicht. Immerhin kam er auf knappe 43% der abgegebenen Stimmen. Den zweiten Platz belegte van Aken.

Sowohl Kubicki, als auch van Aken und Oppermann konnten ihre Meinungen eindrucksvoll zum Ausdruck bringen. Dass das Ergebnis der Abstimmung allerdings wirklich an die vertretenen Meinungen gebunden war, darf bezweifelt werden. So müssen sich an diesem Sonntag überdurchschnittlich viele FDP- und Linke-Anhänger unter den Zuschauern befunden haben. Doch dass Union und SPD mit der Medienwelt fremdeln, kann weder Kubicki, noch van Aken vorgeworfen werden. Dennoch: Einen Rückschluss darauf, welche Meinung denn jetzt die publikumswirksamste war, lässt sich kaum ziehen. Viel eher spiegelt das Ergebnis der Abstimmung die Bereitschaft einzelner Parteigänger wider, sich an den Votes zu beteiligen. So dürfte es für einen Kandidaten der Piratenpartei wohl kaum ein Problem sein, mehr als 50% der abgegebenen Stimmen zu sammeln.

Die Show leidet an zu geizig veranschlagter Zeit und Raabs Herumgezappel und -gepöbel. Ist sie deshalb aber nun schlecht? Ganz und gar nicht! Vor allem letzterer Kritikpunkt ist in gewisser Weise auch ein ganz enormer Pluspunkt des Formats. Raabs derber Humor ist nämlich vor allem eines: Erfrischend anders als das, was man im Konkurrenzprogramm zu sehen bekommt. Die Dreistigkeiten, mit denen Raab seine Gäste bombardiert, verleihen der Show einen gewissen Trash-Charakter, der geradezu Kultpotential hat. Nicht, weil Raabs bewusste Entgleisungen so ausgefeilt oder diskussionsförderlich wären – sie sind weder das eine, noch das andere. Und das will Raab wohl auch gar nicht. Bewusst frech – man muss es so sagen – rotzt Raab seinen Gästen eine Unverschämtheit nach der anderen entgegen. Zuzusehen, wie diese damit umgehen, macht irrsinnig viel Spaß. Eben hier schlummert das große Potential des Formats: Zwar eignet sich die Sendung selbst wohl nur bedingt zur öffentlichen Meinungsbildung, wohl aber eignet sie sich dazu, das in vielen Teilen der Bevölkerung verloren gegangene Interesse an Politik wieder zu erwecken.

Gelingt es den Fernsehmachern, das Zeitbudget besser zu verwalten; gelingt es Raab, seinen Gästen weniger häufig ins Wort zu fallen – dann kann sich die neuste Raab-Idee zu einer wahrhaft großartigen Show entwickeln.