Noch drei Punkte – Eva-Maria Obermann / mit Gewinnspiel

Mir fehlen noch drei Punkte. Das nächste Level bringt Energie und Geschenke. Im Fernsehen läuft eine Doku über Grace Kelly. Ich warte, bis die Energie sich auflädt, sodass ich etwas tun kann, meinen Avatar eine Aufgabe gebe. Grace heiratet, ein Fehler ihres Lebens, ihr Verhängnis. Wahre Liebe?

Ich liebe dich, sagte er, und glaubte es, wie töricht. Er schrieb es. Per Twitter? ICQ? Facebook? Er schrieb es, doch ich warte auf die Energie, damit ich die drei Punkte bekomme und die nächsten Punkte, bis zum nächsten Level, mehr Energie, mehr Punkte, immer mehr. Ich warte auf die Energie. Warum antworten?

Noch drei Punkte - Eva-Maria Obermann / mit Gewinnspiel

Neu erschienen, hier zu gewinnen – die Anthologie DichterZusammen (Foto: Obermann)

Grace heiratet und zerbricht fast daran. Die Rolle dauert ihr zu lange, das Drehbuch war schlecht geschrieben, Märchen lohnen sich im Leben nicht.
Märchenprinzessin, so nannte er mich, in seinen Nachrichten. Glaubte daran, an Bilder im Netz und falsche Wörter, geschrieben, zitiert, plagiiert.
Grace geht durch ihren neuen Palast und ich habe eine neue Energie, schnell verbraucht, sekundenschnell, nutzlos, denn ich bekomme keine Erfahrung dafür. Erfahrung? Was war das noch.
Lass es uns erfahren, meinte er. Ich will dich erfahren, phantasierte er. Ein neues Spiel, das ich nicht verstehe, oder ein altes, in dem ich schon immer schlecht war. Schauspielerei überlass ich Grace, ich spiele anderes. Raus und rein, ob sich was ändert, die Energie schneller steigt.

Ob ich etwas gegessen habe, wollte er wissen. Ob ich mit ihm essen gehe, wie früher einst, behauptete er in schwarzen Lettern auf weißem, virtuellen Grund. Virtuell. Ein virtuelles Essen fragte ich zum Spaß. Ein neues Spiel? Gierig war ich. Doch er wollte wirklich essen. Handfestes, sagte er mit idiotischem Smiley. Ich schrieb nicht. Grace nahm ab vor der Hochzeit, im Stress, bis das Kleid zu groß war. Dummes Ding. Ich antwortete nicht, sondern wartete.

Der zweite Energiepunkt lieferte dafür gleich zwei Erfahrungen, so kurz vor dem Ziel. Mein Atem wird flach, so kurz. Noch ein Punkt, das nächste Level, greifbar, fühlbar. Höher ist keine, mehr hat keine. Besser sei keine, sagt er, blinde Beschwörungen. Wann hat er sie geschickt? Heute, gestern, vor Wochen? Noch eine, warum ich mich nicht melde, was los sei. Stumm blieb ich, virtuell stumm. Real stumm. Warum reden. Hallo sagt die Figur, wenn ich sie anklicke. Mehr, als andere, mehr als jeder, außer er, nur er, oder noch wer?

Alles Rolle für Grace,
alles Spiel für mich.

Die Energie kommt, ich spüre sie, erlösend, in mir, auf dem Bildschirm, zähle die Sekunden, sehe die Zahl, klicke, langsam, bedeutend, klicke und erhalte, steige auf, nächstes Level, Ende, kein Atem mehr, kein Essen mehr, kein Er mehr, kein Ich mehr, nächstes Level, höher, mehr, besser, jetzt, Ende.

©Eva-Maria Obermann

Noch drei Punkte - Eva-Maria Obermann / mit Gewinnspiel

Viellseitig mit Wort und Sprache: Eva-Maria Obermann (Foto:Obermann)

Die Autorin:

Eva-Maria Obermann wurde 1987 in Speyer am Rhein geboren und ist in der kleinen Stadt Schifferstadt aufgewachsen. Seit ihrem zwölften Lebensjahr schreibt sie vor allem Gedichte, doch auch Kurzgeschichten und längere Projekte.
Nach der Geburt ihres ersten Kindes 2008, beschloss sie ihr Hobby zum Beruf zu machen. 2012 hat sie den Bachelor im Fach Germanistik abgeschlossen und studiert seitdem im Masterstudiengang. Sie schreibt für eine Tageszeitung und veröffentlicht immer wieder einige ihrer Werke in Anthologien und führt einen eigenen Blog. Außerdem ist sie seit Gründung von Face2Face für das Online-Magazin tätig.

Ihr erster eigener Gedichtband Seelentropfen – 100 Gedichte erschien im März 2009,  2010 wurde ihr Kinderbuch In Mamas Bauch veröffentlicht.
Ihre neueste Veröffentlichung ist die Anthologie DichterZusammen (Ille und Rimer Verlag, 12/2012), aus der auch der obige Text stammt, bei der sie nicht nur Autorin, sondern auch Herausgeberin ist.

Zu Gewinnen

Exklusiv auf Face2Face verlosen wir ein Exemplar der Anthologie „DichterZusammen“. Was ihr zum Gewinnen tun müsst: Schreibt bis einschließlich Sonntag, 27. Januar, 23:59 eine Mail an eva-maria.obermann@face2face-magazin.de. In der Mail enthalten sein sollte eurer Vor- und Nachname, euer Alter und natürlich eure Adresse. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt via Mail.

Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-mailadresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich die Online-zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung (1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz. (5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz (1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges (1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

Schreiben und Lesen

Wart ihr schon einmal auf einer Lesung? Einer solchen, auf der der Autor vorne auf einem gemütlichen Stuhl saß, aus seinem Buch vorlas und ihr auf euren Sitzen still zugehört habt, in Gedanken der Geschichte folgen? Vielleicht habt ihr auch schon auf der ein oder anderen Buchmesse gelauscht, habt mit Schule oder im Studium selbst etwas Derartiges besucht. Doch unterm Strich sind es immer weniger Leute, die auf eine Lesung gehen. Darum hieß es, als ich eine Lesung in der Stadtbücherei halten wollte, auch erst mal: Nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Schreiben und Lesen

Tropfen der Seele - mein Gedichtband (Foto: Obermann)

Eine Lesung halten wollte ich schon 2009, als im März mein Gedichtband „Seelentropfen – 100 Gedichte“ erschienen war. Gedichte von meinen Anfängen mit der Lyrik, als ich zwölf war, bis zu meinen aktuellsten waren dabei, hübsch unterteilt. Und ich war mächtig stolz, mich nun Autorin nennen zu können. Gelesen habe ich auch. In Kindergärten und Altenheimen bis ich meine erste Lesung hatte – im Frühjahr 2010 – allerdings nicht in der Bücherei. Damals las ich in Schifferstadt im „Schreiwerhaisl“, das einem kleinen Verlag zugehörig ist und fast jedes Wochenende eine kleine Lesung organisiert.
Im Frühjahr 2010 allerdings, vor allem im frühen Frühjahr, vielleicht erinnert ihr euch noch, schneite es wie verrückt. Es schneite und fror und war unerbittlich kalt, sodass ich zwar gesund vorne auf dem gemütlichen Stuhl saß, 90 Prozent der angemeldeten Zuhörer aber mit Angina im Bett lag. Schöner Mist. Ich schreib weiter, veröffentlichte Geschichten und Gedichte in Sammlungen und wartete.

Als im Herbst 2011 mein Kinderbuch „In Mamas Bauch“ beim Noel-Verlag erschien, wagte ich einen zweiten Versuch in der Stadtbücherei. Und wieder: Nur unter bestimmten Voraussetzungen. Und nicht für „In Mamas Bauch“. Das Buch sei viel zu speziell. Gekauft haben sie es trotzdem. Aber statt einer Buchvorstellung sehe ich nun einem Autorenabend am Donnerstag entgegen. Ein Rundumblick sollte es sein, mit Gedichten und Geschichten, Auszügen und Ausblicken. Ich schrieb, wählte aus und drehte die Werbetrommel. Dutzende haben gesagt, sie wollen kommen, nur ihre Karten haben sie noch nicht gekauft. In mir reift die Unruhe, dass ihnen allen im letzten Moment etwas dazwischen kommt. So wie das immer ist. Dabei wird eben nicht nur gelesen.

Schreiben und Lesen

Multimedial - 'reine' Lesungen kommen nicht an (Foto: Obermann)

Die Voraussetzung für meine Lesung war nämlich, dass ich nicht einfach nur auf meinem gemütlichen Stuhl sitze. Das würde nicht gefallen, meinte die Leiterin der Bücherei. Also war ich kreativ, habe gemalt, photografiert, musiziert, alles Dinge, die mit der Schreiberei so gar nicht zu tun haben scheinen. Doch jedes Bild ist abgestimmt auf eine Geschichte oder ein Gedicht für meine Lesung, selbstgemachte Toneffekte sollen die Geschichten unterstützen. Bleibt nur noch zu hoffen, dass es auch wirkt.
Dabei ist es gar nicht so einfach, sich vor ein Publikum zu setzten und zu lesen. Am Abend, wenn ich meinem Sohn eine Geschichte vorlese, oder erzähle macht es immerhin nichts, wenn ich mal ein Wort übersehe, wenn ich ins Stocken komme, oder Husten muss. Denn ausgerechnet ein paar Tage vor dem großen Abend hat mich – wie könnte es anders sein – eine Erkältung heimgesucht. Der Weg ist steinig. Glücklicherweise kann ich die Huster in eine meiner Geschichten sogar einbauen.

Und dann werde ich da sitzen, vor Menschen, die mir zuhören wollen, die von mir in meine Geschichten und Gedichte geführt werden wollen. Ich werde gewogen, geprüft und im schlimmsten Fall für nicht gut genug befunden. Alle Wörter wären umsonst gesagt. Nur aufhören könnte ich trotzdem nicht. Kennt ihr das? Selbst, wenn jemand glaubt, ihr wärt nicht gut in einer Sache, wollt ihr weitermachen. Bestimmt habe ich noch einiges zu lernen, aber noch viel mehr zu schreiben. Ich schreibe im Zug, in Pausen, im Bett, am PC, für meine Homepage, meinen Blog und natürlich für Face2Face. So gesehen bin ich fast gelassen. Die Lesung wird kommen und ich darf meine Texte lesen. Niemand wird mich aufhalten, weiterzuschreiben. Und eine nächste Lesung gibt es bestimmt. Immerhin ist die nächste Veröffentlichung einer meiner Geschichten bereits feste Sache.

Vorschau: Nächste Woche berichte ich von Weihnachtsbäckern, Weichnachtsteigschleckern und Weihnachtsgebäckversteckern.

Wenn´s kommt, dann kommt´s

Wenn´s kommt, dann kommt´s

Arbeit? Manchmal sieht man den Wald vor Bäumen nicht mehr. (Foto: Bartkowski)

…und leider kommt es dann auch knüppeldick. Essay, Hausarbeit, Referat, Zwischentest, ja, manchmal kann das Studieren schon stressig sein. Das musste zuletzt auch eine Freundin erfahren, die gerade – wie süß – ihr Studium angefangen hat. Von Bewerbungsdschungel bis Anmeldewahnsinn, sie hat schon alles mitgemacht. Und ich gleich mit, denn was tut man als gute Freundin nicht alles. Dutzende Angst-Nachrichten stapeln sich noch in meinem Handy und auf dem PC, weil die Gute fürchtete, es allein nicht hinzubekommen.

 Kann ich verstehen, oh ja. Als ich damals zum ersten Mal in der Uni war – lang, lang ists her, da war ich heilfroh meinen Liebsten an der Seite zu haben, der mich zumindest mental unterstützte und erst alleine ließ, als ich vor der Tür meiner ersten Veranstaltung saß und von einer Kommilitonin angesprochen wurde. Allein dafür werde ich ihn immer lieben. Die große, fremde Uni, die vielen Menschen – und ich hasse Menschenhaufen – und diese unglaubliche Hilflosigkeit, denn wie schnell findet man einen Raum nicht, oder macht sonst was Dummes. Als ich dann nach Mannheim kam, war ich vorbereitet. Ich informierte mich vorab telefonisch wegen des Stundenplans, anstatt bei der Beratung Schlange zu stehen, ich wählte im ersten Semester nicht so viel, um in die Arbeit reinwachsen zu können und ich fand mich im Irrgarten der elektronischen Datenbanken zurecht. Allerdings hatte mein Laptop erst im dritten Semester Internetzugang, Windows 7 sei Dank. Obwohl – bei meiner alten Uni hatte ich das vier Semester lang vergeblich versucht hinzubekommen.

 Aber gut, Erfahrungen teilt man ja gerne. Darum habe ich mich auch mit meiner Freundin hingesetzt, ihr gut zugeredet und geholfen. Dass sie am Ende dann doch alles anders gemacht hat, ist ihre Sache. Aus welchem Wahn bitte wählt man im ersten Semester 12 Veranstaltungen? Selbst die 10 vorgeschriebenen sind schon happig, aber 12? Ich habe dieses Semester 9 Veranstaltungen und da fassen sich einiger meiner Studienkolleginnen schon an den Kopf. Naja, vielleicht müssen die mit 12 weniger zu Hause machen, kann schon sein. Ich jedenfalls bin mit meinen 9 wirklich bestensbedient. Und dabei laufen zwei von denen als Blockseminar. Das eine hab ich schon hinter mir – Gott sei Dank – das Zweite liegt noch vor mir.

 Den restlichen Sieben ist es allerdings zu verdanken, dass ich momentan gerade selbst im Zugzwang bin. Naja, denen und meiner Schreiberei. Da muss ich innerhalb von zwei Wochen einen Essay und eine Hausarbeit fertig schrieben, eine andere Hausarbeit würde ich gerne auch schon mal schaffen, denn immerhin warten noch vier weitere auf mich. Zusätzlich bereite ich zwei Referate vor und muss für eine Veranstaltung regelmäßig vorarbeiten, weil da Texttests geschrieben werden. Undeigentlich wäre es eine ganz gute Idee für meine einzige Veranstaltung mit Klausur schon mal etwas zu lernen.

Wenn´s kommt, dann kommt´s

Das kommt bei raus: Mein neues Buch "In Mamas Bauch". (Foto: Obermann)

 Zudem kommt, wie gesagt, mein persönlicher Ehrgeiz. Mein Buch „In Mamas Bauch“ ist gedruckt, am 15.11 ist das offizielle Releas und schon jetzt muss ich daran arbeiten, es unter die Leute zu bringen. Um Lesungen betteln und wichtige Leute beschwatzen, die Zeitungen informierten, etc. Immerhin will ich das Buch ja auch verkauft sehen. Daneben läuft im November der Nanowrimo, der National Novel Writing Month, indem aberduzend verrückter Schreiberlinge in 30 Tagen 50000Wörte schreiben wollen, also jeweils, mit dem Anspruch, dass das ganze potentiell ein Roman sein könnte. Auch wenn da für Qualität kaum Platz ist. Trotzdem, für einen ersten Entwurf durchaus eine gute Übung, wenn man nicht ohnehin gerade 2000 Wörter pro Tag für die Uni schreiben muss.

 Zusammengefasst: Ich bin im Stress und selbst schuld daran. Was aber das Allerschlimmste daran ist: Es macht mir gar nichts aus.

 Nein, ehrlich, ich mag meine Veranstaltungen, ich habe kein Problem mit den Referaten, freue mich schon fast auf die zweite Hausarbeit und liebe es, zu schreiben. Hm. Vielleicht sollte ich mich mal an jemanden wenden, der sich mit so was auskennt…

Von lieben Postboten und schlimmen Montagen

Von lieben Postboten und schlimmen Montagen

Alles geht schief? Manchmal gibt es einen Lichtblick. (Foto: Obermann)

Mein Montag war grausam. Irgendwie lief alles schief. Erst vergaß ich die Kindergartentasche des Kleinen, dann meinen Geldbeutel, und irgendwie lief alles nicht so rund. Am liebsten hätte ich mir so einen Bepper auf die Stirn geklebt :”I hate mondays”. Es war wirklich furchtbar. Sogar ein Gedicht habe ich diesem schrecklichen Tag gewidmet und damit wenigstens etwas Erfolg gehabt, denn dadurch ist nun mein drittes Notizbuch mit Gedichten gefüllt, die, die auf losen Blättern oder dem PC stehen mal nicht mitgerechnet.

 Und tatsächlich. Kaum war das Gedicht geschrieben, ging es mir besser und ich konnte am Dienstag “durchstaten”.

 Da ich grade etwas erkältet und auf dem Rad nicht so gut unterwegs bin, lief ich mit meinen Spatz zur Kita. Er fuhr, im Kinderwagen. Auf halbem Weg sehe ich unseren Postboten. Der ist wirklich ein Schatz. Er kommt auch zu meiner Mutter und kennt mich noch aus der Zeit, da ich zu Hause gewohnt habe. Da meine Mutter nun öfter mal ihre Pakete zu mir schicken lässt, dass sie auch angenommen werden können, kommt er des öfteren zu uns, und ist auch so lieb, wenn mal keiner da ist, die Pakete beim Sonnenstudio abzustellen.

 Am Dienstag hat er mir mal wieder bewiesen, was für ein Glück man mit einem guten Postboten haben kann. Er winkte mir ganz komisch zu, machte ein viereckige Geste mit der Hand und verwirrt blieb ich erst mal stehen. Zum Glück. Er fuhr neben ran und kam voller Elan aus dem Postauto gesprungen.

 “Ist jemand zu Hause?”, fragte er und ich schüttelte noch immer etwas perplex den Kopf. Kurzerhand drückte er mir ein Paket in die Hand und kaum hatte ich den Absender gesehen, hüpfte ich tatsächlich einmal durch die Straße. Es kam vom Noel-Verlag und darin, das wusste ich wohl, lagen die ersten, druckfrischen Exemplare meines neuen Kinderbuches “In Mamas Bauch”. Ja, ich hab schon glück mit meinem Postboten, sonst hätte ich glatt bis Nachmittags warten müssen, um mich freuen zu können. Und so ein bisschen Freude am Morgen tut uns doch allen gut!